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Power für den Körper Clean Food bedeutet echtes Essen, frei von künstlichen Zusatzstoffen oder Geschmacksverstärkern, alles frisch und selbst zubereitet aus regionalen und saisonalen Bio-Zutaten. In diesem umfassenden Ratgeber und Kochbuch von Ernährungsberaterin Andrea Sokol finden Sie viele spannende Infos, worauf man beim Einkauf und auf der Zutatenliste von Lebensmitteln achten sollte. Dazu gibt es abwechslungsreiche, gesunde und pflanzliche Rezepte für leckere Aufstriche, Salate, Suppen, schnelle Snacks, Getränke und mehr – alles ist aus nährstoffreichen Lebensmitteln und mit vielen Kräutern und Gewürzen. Auch mit einer pflanzlichen Ernährung kann man den Bedarf an Vitamin B12, Proteinen und Fett decken, und dafür sorgen diese Gerichte. Fühlen Sie sich wieder wohl in Ihrem Körper und genießen Sie echtes Essen!
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Seitenzahl: 169
Veröffentlichungsjahr: 2023
Andrea Sokol
Andrea Sokol
Pur essen – ausgewogen genießen – gesund leben
Von der erfolgreichen Youtuberin OH LALA & SO LALA
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie. Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Für Fragen und Anregungen
Originalausgabe
1. Auflage 2023
© 2023 by riva Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH
Türkenstraße 89
80799 München
Tel.: 089 651285-0
Fax: 089 652096
Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.
Redaktion: Sarah Holzwarth
Umschlaggestaltung: Sonja Vallant
Umschlagabbildung: Cover Martin Nink, Rückseite Stephanie Just
Satz: inpunkt[w]o, Haiger (www.inpunktwo.de)
eBook: ePUBoo.com
ISBN Print 978-3-7423-2259-3
ISBN E-Book (PDF) 978-3-7453-2050-3
ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-7453-2051-0
Weitere Informationen zum Verlag finden Sie unter
www.rivaverlag.de
Beachten Sie auch unsere weiteren Verlage unter www.m-vg.de
Vorwort
Was essen wir heute?
Fast Food, Convenience Food und Zusatzstoffe
Die Ernährungspyramiden
Clean-Eating-Basics
Eiweiß oder Protein
Roh-Kakao-Chiasamen-Shake
Banana-Hanf-Shake
Der »Beer« ist los!
Protein Power Shake
Vitamin B12
Kohlenhydrate: Der zweite Teil unseres Ernährungskreises
Fett: der dritte Teil unseres Ernährungskreises
Die Spurenelemente Jod und Selen
Was ist mit unserem Brot passiert?
Buchweizen-Hirsebrot
Kurkumabrot mit Nüssen
Hanfbrot
Süßkartoffel- oder Kürbisbrot
Kurze Info zur Ei-Produktion
Die Milch
Haferdink
Mandeldrink
Ist hier »alles Käse«?
Cashewkäse
Harzer Käse
Süßkartoffelkäse
Fleisch, Fisch und Wurst
Wissenswertes rund ums Öl
Picknick: Essen aus der Natur
Wildkräuter-Salat
Löwenzahnpesto
Rezepte mit Brennnesseln
Brennnesseltee
Brennnesselsalat
Sprossen: Die kleinen Kraftbolzen
Nori-Rollen mit Avocado und Sprossen
Nori-Rollen mit Süßkartoffeln und Sprossen
Frühstück und Grundrezepte
Einfach: Veganes Rührei – besser geht es nicht!
Buchweizen-Pancakes
Rohkost-Konfitüren
Erdbeere
Brombeere
Himbeere
Blaubeere
Aufstriche und alles, was aufs Brot kann!
Apfel–Kokos-Brotaufstrich
Karottenlachs
Tomatenaufstrich
Artischockenpaste
No-Leberwurst
Hackepeter aus Reiswaffeln
Suppen
Gesunde Miso-Suppe für den Darm
Schnelle Tomatensuppe: der Lycopin-Lieferant!
Gekörnte Gemüsebrühe – gesund und köstlich!
Hauptspeisen
Bratkartoffeln mit Rotkohlsalat
Krosses Kohlrabi-Schnitzel mit Wirsing
Polenta-Nuggets mit Cashewkern-Dip
Gesunde Antipasti
Zoodles mit Tomaten-Nuss-Bolognese
Der Ohlala-Burger
Dips
Eine pflanzliche Mayonnaise – eiweißreich, aber ohne Ei
Tomatenketchup
Snacks
Popcorn – mein Knabbertipp
Farinata aus Kichererbsenmehl
Grünes Hummus
Power-Bowl: Quinoasalat auf Chicorée-Booten
Trinken ist Ernährung
Wassermelonenlimonade
Die süss-saure Stoffwechsel-Limonade
Schnelle Himbeer-Limonade
Die Fitness-Limonade
Rezeptregister
Liebe Leser*innen,
mit diesem Buch möchte ich Ihnen viele Inspirationen geben, Essen neu zu entdecken. Was bedeutet Clean Food, also sauberes Essen? Warum ist diese Ernährungsform so wichtig und warum wird sie in den nächsten Jahren immer bedeutender werden? Wenn wir erst einmal wissen, wie unsere Nahrungsmittel heute produziert werden und was sie beinhalten, wird das schnell klar.
Was ist in unserem Essen enthalten? Was machen die vielen Zusatzstoffe in unserer Nahrung mit uns? All das werde ich Ihnen als Ernährungsberaterin und Köchin ganz genau erklären.
Ich habe das Gefühl, unsere Nahrungsmittel machen uns nicht satt, sondern immer hungriger. Wie kann das sein? Es ist Zeit, unsere Nahrungsmittel auf Echtheit zu überprüfen. Lebensmittel sollten uns Nährstoffe und Energie liefern, damit wir lange gesund und kräftig bleiben. Stattdessen bekommen wir ständig Speisen aufgetischt, die mit Zusatzstoffen überladen sind und uns eher Energie und Kraft rauben, als uns dauerhaft fit zu machen. Worauf sollten wir also achten, um uns wirklich gut zu ernähren? Wie können wir Lebensmittel selber zubereiten, damit sie uns mit Nährstoffen versorgen, die unser Körper erkennen und in Leben umsetzen kann?
Dieses Buch ist ein Wegweiser, sich im Überangebot von Nahrungsmitteln zurechtzufinden. Was ernährt uns wirklich und was macht uns nur kurzzeitig satt? Hier kommt Clean Eating ins Spiel. Dabei geht es um reines, echtes Essen, frei von künstlichen Zusätzen und Giftstoffen, ohne Auszugsmehle und Industriezucker. Alles frisch und selbst zubereitet, das ist Powerfood, das uns gesund macht und fit hält.
Ich habe eine Vielzahl an Informationen und Rezepten zusammengetragen, damit wieder mehr Schwung und Freude in unsere Küchen, auf unsere Teller und in unser Leben kommt. Eine moderne, gut durchdachte, saubere und sehr einfache Ernährung hat nicht nur viele positive Auswirkungen auf uns und unser persönliches Wohlbefinden, sondern auch auf unsere Umwelt. Es ist Zeit, andere Wege zu gehen und uns neu zu orientieren, denn so, wie es jetzt gerade in puncto Ernährung in unserer Gesellschaft läuft, sollte es nicht weitergehen. Ich glaube, dass es in unserer heutigen Zeit sehr wichtig ist, unsere Art der Nahrungszufuhr zu ändern.
Zum einen aus ökonomischer und ökologischer Sicht, aber auch aus ganz egoistischem Anlass. Unser Körper ist so perfekt konstruiert, dass er alles aus der Nahrung bekommt, was er braucht, aber eben nur, wenn wir ihm das Richtige anbieten. Genau das ist mein Ansatz. Zur Zellregeneration und Zellerneuerung, um unseren Stoffwechsel optimal einzustellen und um unseren Hormonhaushalt im Gleichgewicht zu halten, bedarf es verschiedener Nährstoffe. Diese sind Kohlenhydrate, Eiweiße, Aminosäuren, Fette, Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe – und zwar in den richtigen Mengen, einer guten Qualität und in ausgewogenen Kombinationen.
Im Rezeptteil finden Sie wieder meine persönlichen Favoriten. Es wird frisch, wild und sehr gesund – es ist eine neue, abwechslungsreiche, ausgewogene, pflanzliche Ernährungsweise.
Probieren Sie es aus,
Ihre Andrea Sokol
Ach, was geht es uns gut! Wir haben noch nie so viel Fleisch, Käse, Milch, Wurst, Backwaren, Fast- und Convenience Food gegessen wie heute. Das hat massive Auswirkungen auf unsere persönliche Gesundheit und unsere Umwelt. Nun könnte man sagen, das gehört zu unserer Wohlstandsgesellschaft und wir haben es uns verdient. Aber geht es uns damit wirklich gut oder besser als zu anderen Zeiten? Ich wage das zu bezweifeln. Haben unsere Nahrungsmittel heute noch dieselbe Qualität, die sie vor zum Beispiel 30 Jahren hatten? Was hat sich geändert und warum? Wie soll es weitergehen? Was können wir persönlich tun? Und was ist dran an den neuesten Empfehlungen, dass eine rein pflanzliche Ernährung tatsächlich die gesündere für uns ist? Bedeutet sie für uns – wie so oft behauptet – Verzicht und führt sie – wie in der Vergangenheit häufig dargestellt – zu einer Mangelversorgung unseres Körpers?
Ich möchte Ihnen bereits an dieser Stelle sagen: Niemand wird bei einer überwiegend pflanzlichen Ernährung auf irgendetwas verzichten müssen und niemandem wird irgendetwas weggenommen. Im Gegenteil, wir bekommen sogar ganz viel dafür, nämlich eine bessere Gesundheit, mehr Energie und ein größeres Wohlbefinden. Es ist eine Win-win-Situation für uns und unsere Umwelt! Sie glauben mir nicht? Na, dann mal los, ich zeige Ihnen, wie es geht.
Wie lässt sich unsere Ernährung verändern?
Ich möchte Ihnen einen Wegweiser zu einer modernen, gesunden, sauberen und ausgewogenen, vor allen Dingen aber einer abwechslungsreicheren Ernährung geben. Wirklich wichtig ist, dass wir so wenig industrielle, vorgefertigte und verarbeitete Nahrungsmittel wie möglich zu uns nehmen. Wir brauchen mehr frische und selbst zubereitete Speisen auf unserem Tisch. Das ist ganz einfach! Einfach ist in diesem Zusammenhang das Schlüsselwort: einfach kochen und einfach essen. Mein Motto lautet: Keep it simple! Viele Dinge auf unserem Speiseplan brauchen wir eigentlich gar nicht und könnten sie weglassen oder ersetzen. Diese Vorgehensweise heißt »Clean Food – sauberes Essen« Ja, heute soll alles schnell gehen. Keiner hat mehr Zeit zum Einkaufen oder gar Kochen. Dabei ist es nur anfangs etwas ungewohnt und deshalb zeitaufwendiger, das Einkaufs- und Ernährungsverhalten umzustellen. Nach einer Weile, wenn Sie merken, wie gut es Ihnen damit geht, sparen Sie die Zeit wieder ein.
Haben Sie keine Sorge, meine Rezepte sind einfach und schnell zuzubereiten. Spaß am Essen, Einkaufen und Kochen – all das werden Sie mit dieser Ernährungsweise bekommen. Wir werden Nahrungsmittel und ihre Notwendigkeiten hinterfragen, aber auch ihren Nutzen für unsere Gesundheit in unserer heutigen Wohlstandsgesellschaft prüfen. Was sollte heutzutage auf unserem Teller landen und was eher nicht? Im Vergleich werden wir Lebensmittelempfehlungen und Ernährungspyramiden von 1970 bis 2019 betrachten. Sind unser Getreide und die daraus entstehenden Backwaren, unser Fleisch und unsere Milchprodukte noch so wie vor 40 oder 50 Jahren? Wenn wir bedenken, wie sich unsere Landwirtschaft, Tierhaltung und Nahrungsmittelproduktion im letzten halben Jahrhundert verändert haben, ist das eine berechtigte Frage. Deshalb sollten wir unseren Ernährungsplan überdenken und eventuell neu gestalten. Alles in unserem Lifestyle, ob Mode, Beauty oder Technik, ändert sich stetig und es entstehen häufig neue Trends. Ich bin kein Freund von Foodtrends, sie sind meist zu extrem, zu einseitig und deswegen oft nur kurzlebig, was viele Konsument*innen verunsichert und demotiviert – der berüchtigte Teufelskreis eben. Es gibt ständig neue bahnbrechende Ernährungsstudien, Expertenmeinungen und Ratgeber. Mal ist Kaffee gesund, mal ist er ungesund. Die einen Expert*innen schwören auf Low Carb, die anderen auf High Carb, die nächsten propagieren Eiweiß usw. Die meisten Studien, die diesen Trends zugrunde liegen, brauchen wir gar nicht.
Denn unser klarer Menschenverstand sollte mehr zählen als eine Studie. Mit dem Wissen darüber, wie unser Körper funktioniert und was er braucht, um Mikro- und Makronährstoffe optimal aufzunehmen, können wir uns viele Fragen selbst beantworten. Also lassen Sie uns doch einmal zusammen darüber nachdenken, was wir brauchen, was wir wollen und was uns guttut. Wenn man erst einmal im Thema ist, ist es gar nicht mehr so schwer, Antworten zu finden. Deshalb möchte ich Ihnen in diesem Buch viele Inspirationen geben, um mit neuer Lust und voller Schwung Ihren Ernährungsplan sinnvoll und geschmacklich neu zu gestalten.
Wir leben in einer dynamischen Zeit mit vielen Neuerungen. Unsere Lebensart und auch die Anforderungen an uns, unseren Körper und unsere Leistungsfähigkeit werden ständig auf einen neuen Prüfstand gestellt. Wir müssen fit und belastbar bleiben – und zwar physisch wie psychisch. Es ist mittlerweile bestätigt, dass die körperliche Gesundheit eng mit unserer seelischen zusammenhängt. Um unserer Gesellschaft standhalten zu können, brauchen wir Kraft, Schwung und psychische Stabilität. Durch eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung können wir dies erlangen.
Haben Sie also keine Angst vor Veränderungen, es lohnt sich! An viele Innovationen wie z. B. Kommunikation oder Fortbewegung passen wir uns an und lernen schnell. Erinnern Sie sich noch, wie wir vor 30 oder 40 Jahren telefoniert haben oder Auto gefahren sind? Es hat sich alles komplett verändert. Aber mit der Umstellung unserer Ernährungsweise tun wir uns schwerer. Hier fehlt uns oft der Antrieb, was erstaunlich ist, schließlich geht es um unseren Körper, unsere Leistungsfähigkeit und unser Wohlbefinden. Wenn es so, wie es jetzt gerade läuft, funktionieren würde, würden wir nicht immer übergewichtiger, kränker und depressiver werden. Dabei haben wir alles, was wir brauchen, zur Verfügung. Nun ist die Skepsis gegenüber einer überwiegend pflanzlichen Ernährung groß. Es wird immer wieder berichtet, wie wir dadurch einen Nährstoffmangel erleiden können. Als ganzheitlich zertifizierte Ernährungsberaterin kann ich nur berichten, dass das nicht stimmt. Ich selber ernähre mich seit neun Jahren rein pflanzlich und erfreue mich bester Gesundheit. Mein sagenhaftes Blutbild mit Vitamin B12, Eisen, Jod und Vitamin D zeige ich Ihnen später. Ich möchte niemanden überreden, sondern nur neue Möglichkeiten und Perspektiven aufzeigen.
Sollten Sie mit Ihrem Gewicht, Ihrer Haut, Ihrem Schlaf, Ihrem Stoffwechsel, Ihrer Verdauung, Ihrer Energie sowie Ihrem Antrieb zufrieden sein und nicht unter Gemütsschwankungen leiden, besteht keine Notwendigkeit, etwas zu ändern. Falls das aber nicht so ist, ist es einen Versuch wert! Sie selbst werden die Unterschiede zuerst bemerken, und das ist die größte Motivation. Es muss auch nicht gleich alles auf einmal geändert werden, Schritt für Schritt ist es am besten und hat auf lange Sicht die größten Erfolgschancen.
Bio sollte Standard sein!
Es ist ja wirklich angenehm, dass wir biologisch erzeugte Nahrungsmittel kaufen können. Heutzutage müssen wir für Bio dankbar sein. Aber jetzt mal ehrlich, müssten biologische Erzeugnisse nicht eigentlich Standard sein? Für Mensch, Tier und unsere Umwelt? Bio – lo – gisch – auf meine Berliner Art würde ich das mal so übersetzen BIO – na LOGISCH! Das Wort »bio« kommt aus dem Griechischen und bedeutet »Leben«. Ist also alles, was nicht mit bio gekennzeichnet ist, »anti-bio« also »gegen das Leben« Wenn »bio« für das Leben steht, müssten unsere Nahrungsmittel dann nicht per se alle in Bio-Qualität sein, da wir sie brauchen, um zu überleben? Wie konnte es so weit kommen, dass unsere Nahrungsmittel nicht mehr von Natur aus »bio« sind, sondern wir dies als besondere, aufwertende Eigenschaft eines Nahrungsmittels betrachten? Der Großteil unserer Lebensmittel besteht mittlerweile aus industriell gefertigten Zutaten, aus reiner Chemie. Als Bio-Lebensmittel werden hingegen Lebensmittel aus der ökologischen Landwirtschaft bezeichnet. Sie sind nicht ionisierend bestrahlt und enthalten weniger Lebensmittelzusatzstoffe als konventionelle Lebensmittel, dürfen aber bis zu 5 % nicht ökologisch erzeugte Zutaten enthalten.
Meiner Meinung nach ist die Art und Weise, wie wir unsere Lebensmittel heutzutage produzieren, präparieren und konservieren total aus dem Ruder gelaufen. Damit meine ich gleichermaßen die konventionelle Landwirtschaft, die Tierhaltung und die industrielle Nahrungsmittelproduktion. Um unseren Nahrungsmitteln einen stets saftigen, knackigen und frischen Look zu verschaffen, werden sie mit unendlich vielen chemisch aufbereiteten Zusatzstoffen bearbeitet. Auf Zusatzstoffe und deren Verwendungszweck gehe ich im Weiteren gesondert ein, genauso wie auf Fast- und Convenience Food und was diese mit uns machen.
Wir kaufen gerne »ohne«
Da wir schon längst wissen, aber nicht wahrhaben wollen, was mittlerweile alles in unseren Nahrungsmitteln steckt, kaufen wir sehr gerne Produkte mit der Aufschrift »ohne«:
ohne Zucker
ohne Gluten
ohne Gentechnik
ohne Geschmacksverstärker
ohne künstliche Aromen
ohne künstliche Farbstoffe
ohne Fett
ohne Kohlenhydrate
ohne Konservierungsmittel
Eigentlich sollte das alles selbstverständlich sein! Das beruhigt uns und gibt uns ein Stück Lebensqualität, schließlich haben wir uns für das richtige Produkt entschieden. Aber lenkt die Aufschrift »ohne« nicht vielleicht nur von den weiteren Inhalts- und Zusatzstoffen ab?
Was sollen wir denn nun einkaufen?
Wir haben Zugang zu Nahrungsmitteln im absoluten Überfluss. Der Zugriff auf Lebensmittel wird allerdings immer schwieriger. Aber wo liegt der Unterschied zwischen Lebens- und Nahrungsmitteln? Grob gesagt, sind Lebensmittel, wie der Begriff es schon sagt, »lebendige Nahrung«. Sie haben noch einen Stoffwechsel. Sie sind »lebendig«, beinhalten Vitalstoffe und können noch sprossen und keimen. Sie enthalten die für uns so wichtigen Stoffe wie Vitamine: z. B. Vitamin C, alle B-Vitamine, aber auch die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K. Außerdem enthalten sie Enzyme, Spurenelemente, Mineral-, Aroma- und Faserstoffe sowie ungesättigte Fettsäuren. Alle diese Vitalstoffe haben ganz spezifische Aufgaben. Mangelt es nur an einem dieser Nährstoffe, kann das schon zu Stoffwechselstörungen führen, auf die ich später noch näher eingehe. Vitalstoffe sind für unsere Gesundheit und Vitalität elementar wichtig.
Nahrungsmittel wiederum sind keine »lebendige Nahrung« mehr. Sie sind durch Verarbeitungsprozesse wie z. B. das Erhitzen und Konservieren zur längeren Haltbarkeit »unlebendig« gemacht worden. Durch diesen Vorgang verlieren die eigentlichen Lebensmittel an Nährstoffqualität und erleiden einen enormen Wertverlust für unsere Ernährung. Nahrungsmittel haben keinen eigenen Stoffwechsel mehr.
Nahrungsmittel halten uns am Leben, Lebensmittel halten uns lebendig!
Von diesem Unterschied zu wissen ist sehr wichtig, damit wir unseren Ernährungsplan dementsprechend gestalten können. Man könnte sagen, dass wir durch die Menge an Essen überfüttert sind, aber durch die schlechte Qualität des Essens, welches wir uns zuführen, unzureichend mit Nährstoffen versorgt sind. Hier wäre es sehr zu empfehlen, wieder ein ausgewogenes Gleichgewicht auf den Teller zu bekommen. Und das geht ganz einfach durch selber kochen – simpel, frisch und hausgemacht! Trotz eines Überangebots an Nahrungsmitteln und unzähliger Foodtrends sind wir mit einer einfachen, ausgewogenen und gesunden Ernährung überfordert. Wir sind verloren in einem Dschungel von Angeboten wie nie zuvor.
Fakt ist: Wir werden durch die Art und Weise unserer heutigen Ernährung nicht gesünder. Die sogenannten »Wohlstandskrankheiten« überrollen uns. Passivität und Bequemlichkeit spielen hier eine große Rolle. Das daraus resultierende Übergewicht oder Adipositas sind oft nur der Anfang. Was folgt sind Diabetes Typ 2, Erkrankungen des Herzens und der Herzkranzgefäße, Fettleber, Fettstoffwechselstörungen, Darmerkrankungen, Allergien, Nierenschäden, rheumatische Leiden bis hin zu Krebserkrankungen. Viele von uns sind sich der Dramatik um die rasche Zunahme dieser Erkrankungen bewusst. Doch darüber, dass die Hauptursache unserer heutigen Zivilisationskrankheiten in einer falschen Ernährung liegt, redet man immer noch hinter vorgehaltener Hand – obwohl man sogar nachweisen konnte, dass eine Vielzahl psychischer Störungen und Leiden bis hin zu Depressionen im Zusammenhang mit einer falschen Ernährungsweise stehen.
Was sind Volkskrankheiten?
Das sind Erkrankungen, von denen eine große Zahl von Menschen betroffen ist, es sind also Krankheiten, die besonders häufig auftreten. Und auch hier sehen wir wieder, wie sich Situationen und Umstände im Laufe der Zeit ändern. In der Zeit vor der großen Industrialisierung zählten hauptsächlich Erkrankungen, die durch Mangelernährung, z. B. verursacht durch Hungersnöte, entstanden sind, zu den Volkskrankheiten. Aufgrund dessen kam es zu einer Schwächung des Immunsystems. Hinzu kam fehlende Hygiene. Aufgrund des geschwächten Immunsystems starben die Menschen meist an Infektionskrankheiten. Diese Erkrankungen haben wir heute zumindest größtenteils im Griff. Traurigerweise spielen sie aber in Ländern der Dritten Welt immer noch eine große Rolle
Was sind Zivilisationskrankheiten?
Das sind Erkrankungen, die von Lebensverhältnissen, Verhaltensweisen und Umweltfaktoren abhängen können. Beispiele sind Karies, Allergien, Essstörungen, Hauterkrankungen und auch spezielle Krebsarten wie Lungen- oder Darmkrebs. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen ist ein renommiertes Gremium wissenschaftlicher Politikberatung im deutschen Gesundheitswesen und publiziert Gutachten mit Analysen und Reformvorschlägen. In einem seiner Gutachten wurde darauf hingewiesen, dass die Medizin heutzutage nur noch einen begrenzten Einfluss auf die Bevölkerungsgesundheit hat, da die Hauptfaktoren, die unsere heutigen Zivilisationskrankheiten verursachen, auch durch die beste medizinische Versorgung nicht beseitigt werden können.
Die Hauptfaktoren sind:
anhaltender Dauerstress
ungesunde Ernährungsweise
Bewegungsmangel
Rauchen
Alkohol
Am 4. Dezember 1971 öffnete das erste deutsche McDonalds-Restaurant in München seine Türen, und in den letzten 38 Jahren kamen satte 1.470 weitere dazu. Aber nicht nur das: Seit 1976 gesellten sich noch hunderte Burger King-, Kentucky Fried Chicken-, Pizza Hut-, Subway- und diverse andere Fast-Food-Filialen hinzu, die stets fast rund um die Uhr zu unserer Verfügung stehen. Burger, Pommes, Pizza oder Currywurst – wer kann da schon widerstehen?
Ja, es ist schon wirklich bedauerlich, dass diese Gerichte so ungesund sind. Ich möchte aber kurz betonen, dass es kein Weltuntergang ist, wenn man der Versuchung ab und zu mal nicht widerstehen kann. Schwierig wird es erst dann, wenn diese Ernährungsweise überhandnimmt und zum Alltag wird. Unglücklicherweise fällt es gerade den Menschen, die häufig Fast Food zu sich nehmen, besonders schwer, sich geschmacklich wieder auf eine gesündere Ernährungsweise umzustellen, denn unsere Geschmacksknospen werden sehr schnell auf diese Aromen gedrillt und programmiert. Aber keine Angst, es ist möglich, dieser Prägung des Geschmacksempfindens gegenzusteuern. Es ist allerdings wie ein »kleiner Entzug«. Für Kinder ist das meistens besonders schwierig, denn ihr Geschmacksempfinden wird von klein auf geprägt und oft verdorben, da das Gehirn lernt, dass gutes Essen wie Fast Food schmeckt. Natürliche Speisen erscheinen den Kindern dann oft als ungenießbar.
Ich habe die Jahreszahlen der ersten Fast-Food-Restaurants erwähnt, weil ich mich erinnern wollte, wann ich das erste Mal dort gegessen habe. Es war Anfang der Achtziger, ich war ungefähr 15 Jahre alt und fand es selbstverständlich toll. Unsere Kinder hingegen kommen heute schon viel früher mit Fast Food an jeder Ecke in Kontakt und sind dementsprechend »infiziert«. Wir sollten wirklich etwas ändern, gerade, wenn wir uns noch mal vor Augen führen, dass jedes siebte Kind in Deutschland zu dick oder sogar fettleibig ist. In der Kindheit wird ganz klar das Fundament für Übergewicht gelegt. Bei den Erwachsenen in Deutschland ist mehr als die Hälfte übergewichtig und ein Viertel davon sogar krankhaft übergewichtig, also adipös.
Wer mich kennt, weiß, dass ich kein Moralapostel bin. Es geht hier nicht um ein Schönheitsideal, ob der Pullover locker sitzt und auch die Hose ja nicht zwickt. Jeder soll sich so schön finden, wie er mag. Mir geht es vielmehr um die langfristigen, gesundheitlichen Konsequenzen und Spätfolgen, die mit unserem heutigen Lebensstil verbunden sind.
Fast Food hört sich eigentlich nach einer guten Idee an. Zeitsparend und fast immer im Super-Sonderangebot! Es hat unsere Art der Ernährung und auch uns total verändert! Der Anglizismus »Fast Food« bedeutet »schnelle Nahrung«. Entwickelt wurde dieser Trend, um Speisen in kürzester Zeit auf den Tisch zu bringen.
Es ist für die massenbetriebliche und standardisierte Gastronomie ein ablaufsicheres Geschäft. Bei der Nahrungszubereitung und Darreichungsform
