COSTA BRAVA - DALI - Ingo Holke - E-Book

COSTA BRAVA - DALI E-Book

Ingo Holke

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Beschreibung

Ein Reiseführer für alle, die nicht nur die Costa Brava kennenlernen, sondern auch einmal große Teile des Lebens von Salvador Dalís wirklich nachempfinden wollen. Dieses Buch zeigt Ihnen die Stellen und Orte, die das Wirken des Künstlers nachhaltig beeinflusst haben, aber auch die Stätten an denen man den Hauch seiner Genialität buchstäblich noch spüren kann. So beschäftigt sich das Buch nicht nur mit dem sogenannten "Dalídreieck" , sondern auch mit den vielen anderen Lokalitäten, die den Liebhabern des skurrilen Künstlers einen Besuch wert sein sollten. Selbst das vor kurzem neu eröffnete große Dalí Museum auf der anderen Seite des "großen Teiches" wird nicht ausgelassen, da ja auch ein großer Teil seiner Geschichte in den Vereinigten Staaten geschrieben wurde. Dieses imposante Museum, welches in St. Peterburg in Florida steht, sollte Reisenden, die diese Region der USA für einen Aufenthalt in Betracht ziehen, auf jeden Fall einen Besuch wert sein. Aber auch die vielen kleineren Orte rund um Figueres in Katalonien und das "Zentrum der Welt" in Perpignan finden in diesem Werk endlich die Berücksichtigung, die sie verdienen und werden selbst langjährige Kenner und Verehrer von Dalí noch in Erstaunen versetzen! So wandelt der Leser tatsächlich auf den Spuren Salvador Dalís und wird in eine Zeit zurückversetzt, in der die Prominenz aus Hollywood und andere weltbekannte Persönlichkeiten die Costa Brava besuchten und sich dabei nicht selten die Türklinke des Dalíhauses in Port Lligat gegenseitig in die Hand drückten! Dalí und auch Gala standen im internationalen Gesellschaftsleben ganz weit oben und viele Prominente und auch diejenigen, die noch nicht so ganz bekannt waren, versuchten natürlich mit beiden in Kontakt zu kommen, um neue Aufmerksamkeit für die eigene Karriereleiter zu erhaschen. So war Dalí damals wie heute ein Magnet und nicht unerheblicher Faktor, wenn es um das Bruttosozialprodukt dieser Region geht und ist auch heute noch so lebendig eingebettet in die Geschichte der Costa Brava, dass es manchmal den Anschein hat, Dalí hätte uns nie verlassen!

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Veröffentlichungsjahr: 2013

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Dieses Buch ist allen Freunden und Bewunderern dieses großen Künstlers und Genies gewidmet. Aber auch für alle, die sich noch mit dem „Dalívirus“ infizieren möchten. Der Schwerpunkt dieses Werkes befasst sich nicht so sehr mit den Bildern und Kunstwerken Dalís, sondern eher mit seinem Leben und seinen tiefen Wurzeln zu dem Gebiet, welches heute Costa Brava genannt wird.

So soll es den Besuchern der Costa Brava die Orte näher bringen, die Dalí am meisten liebte und in welchen er die größten Spuren hinterließ.

Ganz nebenbei ist es auch für die ehemaligen Mitglieder der „falschen Gruppe Jane“ geschrieben, die den Autor bereits in den siebziger Jahren in den Safari Klub in Roses und ins „Rachdingue“ begleitet haben!

Ingo Holke

Costa Brava - Dalí

Auf den Spuren Salvador Dalís

© 2012 Ingo Holke

Umschlaggestaltung, Illustration: Ingo Holke

Lektorat, Korrektorat: Ingo Holke

Übersetzung: Ingo Holke

Fotos und Bilder mit freundlicher Unterstützung von: Salvador Dali Museum Inc., Lee Catterall, Oficina de Turismo Cadaqués, Archiu Castell de Peralada, Museu de Peralada, El Mundo, ABC, Rachdingue

Verlag: tredition GmbH, Hamburg

ISBN: 978-3-8491-1961-4

Printed in Germany

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Inhalt
VORWORT
Dalí, Verrückter oder Genie
Gala, viel mehr als nur die Muse Dalís
Dalí in der „Neuen Welt“
Miquel Mateu Ersatzvater oder väterlicher Freund
Dalí und das Zentrum der Welt
John Peter Moore, Dalís Verkaufs- oder Skandalmanager
Der Nächste bitte! Enrique Sabater, Nachfolger von Peter Moore
Dalí, Spitzenreiter der Fälschungen
Die Rettung Griechenlands?
Das schönste Dorf der Welt
Tausend Jahre Cadaqués
Ein Ort der Kunst
Cadaqués, Hollywood der Costa Brava
Cadaqués benötigt Ihre Zeit
Das Cap de Creus
Das Rätsel vom Cap de Creus
Von Amanda Lear, Miette und deren Folgen
Die letzte Ruhestätte
Das Ende einer siebenjährigen Agonie
Dalí-Dreieck oder besser Dalíroute
Was, wann, wie und wo?
Das Dalíhaus in Port Lligat
Schloss Púbol
Museum Schloss Peralada
Stadtmuseum Cadaqués
Dalíaustellungen in aller Welt

VORWORT

Der Autor des Buches beschreibt die Zeit von den Anfängen des letzten Jahrhunderts bis in die Gegenwart, immer mit einem Blick auf das Leben von Salvador Dalí i Domenech. Da der Verfasser sich seit 1975 immer wieder an der Costa Brava aufhielt und dort sogar Zeuge vom Ende der Francozeit im November des gleichen Jahres wurde, gibt es auch einige Geschehnisse aus der Zeit, die der Autor selbst miterlebt hat. So lernte er zum Beispiel Dalís Exsekretär Peter Moore persönlich kennen als er im Jahre 1996 eine Reportage über das damals noch existierende Perrot-Moore Museum in Cadaqués schrieb, also etwa drei Jahre vor dem großen Skandal um den Kunstbetrug von Peter Moore. Sein Anliegen ist es nicht, sich etwa als Kunstkritiker den Werken von Salvador Dalí anzunehmen und diese zu analysieren. Dazu fühlten und fühlen sich ja bereits viele andere Autoren schon seit langer Zeit berufen. Ziel dieses Werkes ist es, dem Besucher der Costa Brava eine weitere Möglichkeit aufzuzeigen, etwas Neues zu entdecken, oder bereits Entdecktes aus einem anderen Blickwinkel, ja vielleicht sogar einem “dalianischen Blickwinkel”, zu sehen. So kann man auf diese Art nicht nur Dalí entdecken, sondern auch die verschiedenen Epochen, die Spanien und Katalonien im letzten Jahrhundert durchlaufen haben. Und es wird deutlich sichtbar, dass es sicherlich nicht allen schlecht ging unter der Diktatur von Francisco Franco und die Costa Brava gerade zur Francozeit vom internationalen „Jetset“ entdeckt und heimgesucht worden ist. Nicht nur wegen Dalí kamen viele berühmte Besucher aus den Vereinigten Staaten und vielen anderen Ländern, auch Carmen Amaya, die Flamenco Tänzerin aus Begur, zog zum Beispiel Ava Gardner, Sofia Loren, Rock Hudson und Sammy Davis Junior immer wieder nach Llafranc an die Costa Brava. Selbst Hemingway war wegen der Stierkämpfe kurz vor Ort! Auch Carmen Amaya war bis 1947 im Exil, kehrte dann aus Argentinien zurück, um 1948 in Barcelona zu heiraten. Auch sie gehörte im weitesten Sinne als Zigeunerin nicht unbedingt zu der Volksgruppe, die in der Francozeit verhätschelt wurde. Ihr durch ihre Kinofilme international gefestigter Ruf und ihre einmalige Karriere auf dem amerikanischen Kontinent im Flamencotanz ließen sie jedoch genauso wie Dalí bereits zu Lebzeiten zur Legende werden! So konnte sie als Ausnahmeerscheinung ohne Probleme im Francoregime in Begur residieren. Im Gegensatz zu Carmen Amaya hatte Dalí sich in den Vereinigten Staaten und in Europa als Multitalent einen Namen geschaffen. Dalí war Schriftsteller, er gab auch verschiedene Manifeste heraus, schrieb seine eigenen Memoiren. Er entwarf Bühnenbilder für Filmszenen der Hollywoodindustrie, stellte eigenen Schmuck her und entwarf sogar Möbel, Flaschen und andere Gegenstände.

Carmen Amaya sorgte ähnlich wie Dalí für den Besuch vieler Prominenter an der Costa Brava! Sie war auch durch ihre vielzähligen Filme, die sie auf dem amerikanischen Kontinent gedreht hatte, sehr bekannt.

Es lohnt sich also durchaus, gedanklich an die Costa Brava des letzten Jahrhunderts zurückzukehren. So viel Prominenz wie damals ist sicherlich nicht noch einmal an diese Küste Spaniens gekommen, geht sie heute doch, wenn überhaupt noch, eher nach Marbella an die Costa del Sol. Nehmen Sie also die Spur auf und kehren Sie zurück in vergangene Tage!Über Dalí und seine Hinterlassenschaften werden Sie auf viele Anekdoten stoßen, die auch heute das “who is who” an der Costa Brava entscheidend weiter beeinflussen. Dalí ist im Gegensatz zu vielen anderen Künstlern jener Zeit bis in die heutige Zeit in keinster Weise in Vergessenheit geraten. Sein unbändiger Antrieb zum Eigenmanagement, den er tatsächlich bis zu seinem letzten Tag beibehielt, sorgt noch heute für volle Gedenkstätten. Ohne Dalís Vermächtnis hätte die Costa Brava sicherlich nicht nur einige bedeutende Attraktionen, sondern auch einige Besucher weniger!

Der Künstler war in Sachen Eigenmarketing immer ganz oben! Es mangelte auch nie an Ideen! Sobald Dalí in Gesellschaft war, legte er los!

“ Der einzige Unterschied zwischen einem Verrückten und mir ist, dass ich nicht verrückt bin!”

So pflegte der geniale Künstler Salvador Fragen zu beantworten, die darauf abzielten, ihn in das Rampenlicht des Wahnsinns zu projizieren.“In einigen Jahren wird man lange Menschenschlangen vor meinem Museum in Figueres stehen sehen, die sich darum drängen, meine Werke zu sehen.” Das prophezeite Salvador Dalí schon im August 1961 bei einem Fest, welches ihm zu Ehren von der Stadt Figueres ausgerichtet wurde, lange bevor er 1974 sein eigenes Museum in dieser Stadt eröffnen konnte, und damals schenkte ihm noch kein Mensch Glauben! Dalí entwarf den Bauplan für sein Museum überwiegend selbst und überließ nur technische Details wie die Statik und Materialberechnung einem Architekten. Übrigens baute er den Tempel seiner Kunst auf den Resten des alten Stadttheaters von Figueres, welches am Ende des Spanischen Bürgerkrieges ausgebombt worden war. Viel später erst, 1983, als er voreilig ein erstes Mal zum Sterben ansetzte, und bereits die Todesanzeige entworfen wurde, gründete er die private “Dalístiftung”, die es sich laut notariellem Vertrag zur Aufgabe machte und macht, das Dalímuseum in ein “dalianisches Mekka” zu verwandeln. Auch knapp dreißig Jahre später, ist ein Ende der Begeisterung, um den inzwischen verstorbenen Künstler und seine Hinterlassenschaft nicht abzusehen. Im Gegenteil! Ständig steigende Besucherzahlen zeigen, dass es immer mehr Menschen gibt, die sich für ihn, seine Biografie, seine verschiedenen und komplexen Stilrichtungen und sein unbestrittenes Talent interessieren. So besuchten 2010 nach Statistik der genannten Stiftung fast neunhundert tausend Menschen das Dalímuseum in Figueres. Die beiden anderen wichtigen Punkte auf der Dalíroute, das Dalíhaus in Port Lligat und das Schloss Púbol in La Pera, verbuchten immerhin etwa hundertsechstausend verkaufte Eintrittskarten. Das ist in der Proportion natürlich einiges weniger, was aber nicht verwundert, wenn man bedenkt, dass man in beide Objekte ohne Voranmeldung nicht hineinkommt und dann auch nur in kleinen Gruppen von jeweils acht Personen. Darüber hinaus ist Schloss Púbol vom ersten Januar bis zum 14. März für den Publikumsverkehr grundsätzlich geschlossen. Insbesondere das Jahr 1994 war für den damaligen Präsidenten der Dalístiftung, Ramón Boixadós, kein einfaches Jahr, denn er hatte die Qual der Wahl! Obwohl der Präsident, dem man ein gutes Management nachsagte, nicht gerade ein Freund von fulminanten Feiern war, konnte er in jenem Jahr richtig wählen: Neunzigjähriger Geburtstag von Salvador Dalí, oder der hundertste Geburtstag seiner Muse, Gala Diakonova, auch das zwanzigjährige Bestehen des Dalímuseums stand zur Auswahl, oder das nur zehnjährige Bestehen der Stiftung selbst! Alles das war zumindest Grund genug für den spanischen König Juan Carlos I. und seine Gemahlin Sofia, im Mai 1994 der Stadt Figueres und dem Dalímuseum einen Besuch abzustatten und somit ganz Spanien zu zeigen, wie wichtig Dalí und die von ihm gebliebenen Einrichtungen für das Land und seine Kultur sind. Übrigens ist natürlich klar, dass man in Sachen Feierlichkeiten jeweils alle zehn Jahre wieder vor einer ähnlichen Konstellation steht. Kurz nach dem Besuch des Königs in der Stadt begannen übrigens die Restaurierungsarbeiten sowohl am Dalíhaus in Port Lligat als auch im Schloss Púbol, um dort weitere Gedenkstätten und somit sehenswerte Etappen auf der Dalí-Route zu schaffen. Im Jahre 2004, zu Dalís hundertstem Geburtstag und allen anderen bereits erwähnten Feiergründen, wurde in Cadaqués und Figueres so richtig gefeiert und sowohl die lokale als auch die internationale Presse würdigte den verstorbenen Meister zu diesem Anlass gebührend. Aber auch die politische Prominenz nutzte selbstverständlich dieses wichtige Ereignis, um sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren und natürlich auch, um dem brillanten Künstler zu huldigen. Betrachtet man die Jugendzeit dieses ungewöhnlichen Künstlers, so lassen doch einige Verhaltensweisen und Reaktionen auch in seinem späteren Leben darauf schließen, dass er viele Dinge schon in früher Kindheit und später auch lebenslänglich unverarbeitet mit sich herumgetragen hat. Aus der künstlerischen Perspektive betrachtet, sicherlich zum Glück! Denn so war stets eine Motivation und ein starker Antrieb zur ausdrucksvollen Umsetzung seiner Emotionen und Träume gegeben. “Du bist die Reinkarnation Deines Bruders!” Diesen prägenden Satz musste sich Dalí erstmals als fünfjähriges Kind bei einem Besuch am Grab seines älteren Bruders anhören. Als Dalí am 11. Mai 1904 in Sternzeichen des Stieres geboren wurde, war etwa neun Monate zuvor sein großer Bruder Salvador (geboren am 12. Oktober 1901) verstorben. Diesen Satz, den er öfter einmal vom eigenen Vater zu hören bekam, sollte ihn wohl im Laufe seines Lebens häufiger der eigenen Identität berauben. In seiner selbst verfassten Biografie sagte er viel später einmal über seinen Bruder: “Wir waren uns ähnlich wie zwei Tropfen Wasser, jedoch reflektier ten wir das Licht auf verschiedene Weise.”

So war in seinem Leben schon sehr früh einiges durcheinander und reichte in jungen Jahren sogar für einen kurzen Gefängnisaufenthalt in Figueres, nachdem er unehrenhaft von der Kunstakademie in Madrid gewiesen worden war. Seine Eltern stammten aus der bürgerlichen Schicht in Figueres, der Vater, der ebenfalls Salvador Dalí hieß, war ein angesehener Notar mit guten Einkünften. Während Dalí seinen Vater häufiger als Kunstignoranten darstellte, berichtete seine jüngere Schwester Anna Maria in ihrer Biografie, dass der Vater durchaus ein Fan der klassischen Musik war, mehr noch, er sogar junge Dichter förderte, damit diese Texte für einen ihm bekannten Musiker schreiben sollten. Auch organisierte er einige Kunstausstellungen und Kulturfeste in Figueres. Die Kindheit Salvador Dalís verlief jedoch ganz anders als das, was man weitläufig normal nennen könnte. Ungewöhnlich war es zum Beispiel, das er den gleichen Vornamen wie der neun Monate vor seiner Geburt verstorbene Bruder tragen musste. Auch war es damals durchaus nicht üblich, dass die Söhne die Vornamen der Väter übernahmen. Die Namensgebung war eine Endscheidung seines Vaters, der ihn von Anfang an als die Wiedergeburt des verstorbenen Erstgeborenen ansah. Die Mutter, Felipa Domenech, war mit der Namensgebung nicht so recht einverstanden, da sie sehr abergläubisch war, konnte sich aber gegen die starke Persönlichkeit des Vaters nicht durchsetzen. Da sich im elterlichen Schlafzimmer auch noch ein großes Foto seines verstorbenen Bruders befand, wurde Dalí auch hier immer wieder an ihn und die angebliche “Reinkarnation” erinnert. Dies sollte ihn dann ein Leben lang prägen, denn eigentlich suchte er immer wieder nach der eigenen Identität, ein Umstand, der ihn künstlerisch so wertvoll machte. In vielen seiner späteren Bilder findet sich das The-ma Tod, Fäulnis und Reinkarnation wieder! Im Jahre 1963 entstand dann das Bild „Portrait meines Bruders“.

Dalí war jedoch weiß Gott in verschiedener Hinsicht genial und das schon zu Kindeszeiten! Mit vier Jahren kannte er bereits das Alphabet und konnte seinen Namen schreiben. Mit sieben Jahren wollte er Napoleon sein und mit 14 Jahren gab er bereits seine erste Kunstausstellung in Figueres, die natürlich vom Vater gesponsert war, aber der Welt bereits bewies, welch großes Talent dort nur noch auf seine Entdeckung wartete. Auf der Schule lief es für Dalí eher mäßig, da er sich nicht anpassen konnte und zwanghaft immer wieder seine mangelnde Persönlichkeit mit Exzentrik zu ersetzen versuchte. Erst später, als er mit zehn Jahren auf eine spanisch-französische Privatschule in Figueres kam, auf der seine Talente besser angesprochen wurden, fand er zu mehr Leistung und wurde mit 15 Jahren sogar zum Herausgeber der Schülerzeitung “Studium”. In dieser Zeitung schrieb er bereits größere Abhandlungen über die bedeutenden Künstler wie Rembrandt, Picasso oder Goya. Gleichzeitig erlernte er auf dieser Schule seine spätere Kultursprache Französisch. In seiner Kindheit wurde er durch seine ständige Suche nach mehr Selbstwertgefühl auch immer auffälliger und trug so zum Beispiel gerne das Gewand eines Königs, als er gerade mal 10 Jahre alt war, oder sorgte mit ungewöhnlichen Farbkombinationen seiner Kleidung für den

Dalí mit acht Jahren, extravagant wie ein kleiner König, ein Stock in der linken Hand sollte ihn das ganze Leben hindurch begleiten!

nötigen Abstand zu den anderen Schülern. Er merkte früh, dass er nur zu sich selbst fand, indem er die volle Aufmerksamkeit der anderen auf sich lenkte, egal wie! Künstlerisch war seine Auffassungsgabe sehr groß, sodass er, als er mit zwölf Jahren zum ersten Mal den impressionistischen Stil aus Frankreich sah, er diesen direkt umsetzte und selbst impressionistische Bilder malte. Mit 14 Jahren entdeckte er den damaligen Stil von Picasso und wurde somit vorrübergehend selbst zum Kubisten. Da Dalí grundsätzlich immer das Gegenteil von dem tat, was er eigentlich sollte oder was sein Vater gerne gesehen hätte, hatte er das große Glück, eine künstlerische Laufbahn einschlagen zu können, mit der sein Vater zu Beginn ganz und gar nicht einverstanden war. Erst 1917 ließ sich sein Vater davon überzeugen, allerdings nur unter dem Vorwand, dass sein Sprössling zum Kunstlehrer ausgebildet werden sollte. Diese Idee wurde dem Vater noch plausibler, als dies der Kunstlehrer Dalís und Freund des Vaters, Juan Nuñez, vorschlug. In aller Regel tat der Vater alles, um seinen einzigen Sohn gut dastehen zu lassen. So zahlte er zum Beispiel immer wieder die Schulden, die sein Sohn in den verschiedenen Bars und Cafés in Figueres und Cadaqués anhäufte. Dalí machte endlich den Schulabschluss zwar nur mit mittelprächtigen Noten, aber das sollte ja auf sein späteres Leben sowieso kaum Einfluss haben. Im Februar 1921 verstarb seine noch recht junge Mutter überraschend an Brustkrebs. Keine leichte Zeit für Dalí, der sehr an ihr gehangen hatte. Im Herbst desselben Jahres ging es in Begleitung seines Vaters, seiner Tante und seiner Schwester Anna Maria nach Madrid.

Der junge Dalí mit seinem ersten Model, seiner vier Jahre jüngeren Schwester Anna Maria....