Das Fundament des Vertrauens - Mona Göbel - E-Book

Das Fundament des Vertrauens E-Book

Mona Göbel

0,0
9,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Ich möchte Hundebesitzer befähigen, ihren Hund wirklich zu verstehen und die Fragen die er stellt zu erkennen. Natürlich auch, ihm darauf die richtigen und für ihn nachvollziehbaren Antworten zu geben. Es geht somit um Dolmetschen zwischen Mensch und Hund. - Ich biete echte, nachhaltige Lösungen und keine kurzlebigen Änderungen. Ich arbeite mit der Individualität des Hundes und nicht dagegen. Vertrauen und Verstehen ersetzen Druck und Unsicherheit. - Ich lehre eine moderne und ethisch vertretbare Erziehung. Fundiertes Wissen, gute Signalgebung, Körpersprache, innere Stärke und Klarheit, ohne jegliche Hilfsmittel, führen zu nachhaltigen Erfolgen. - Problematisches Verhalten hat immer Ursachen. Diese zu finden führt zum Verschwinden und nicht mehr Auftreten der Symptome.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 178

Veröffentlichungsjahr: 2022

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Mona Göbel

Das Fundament des Vertrauens

Hundeerziehung

Ich sehe Dich – Über Kommunikation zum Erfolg

Impressum

© 2022 Mona Göbel

2. Auflage 2026

Website: www.monalupa.de

Lektorat von: Anne Brügman / Kerstin W.

Illustration von: Markus Giersch, www.markus-giersch.de

Verlagslabel: Mona Göbel

ISBN:

 

Softcover

978-3-384-19547-0

E-Book

978-3-384-19548-7

Großschrift

978-3-384-19549-4

Druck und Distribution im Auftrag der Autorin:

tredition GmbH, Heinz-Beusen-Stieg 5, 22926 Ahrensburg, Deutschland

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Für die Inhalte ist die Autorin verantwortlich. Jede Verwertung ist ohne ihre Zustimmung unzulässig. Die Publikation und Verbreitung erfolgen im Auftrag der Autorin, zu erreichen unter: Obenfeldeweg 8 A, MonaLupa, 26670 Uplengen, Germany.

Kontaktadresse nach EU-Produktsicherheitsverordnung: [email protected]

Inhalt

Cover

Titelblatt

Urheberrechte

Vorwort

Einleitung

Kapitel I Der Mensch und sein Hund

Kapitel II Die Basis für Mensch und Hund

Kapitel III Basiswissen und Basisübungen

Kapitel IV Signal, Struktur, Übungen, Körpersprache, Wissenswertes

Kapitel V Das neue Zusammenleben

Kapitel VI Aussichten auf Erfolge

Kapitel VII Ursachen erkennen

Kapitel VIII Zeit für Veränderung

Hundepersönlichkeiten

Danksagungen

Illustration

Widmung

Yuma

Wissenswertes & Kontakt

Das Fundament des Vertrauens

Cover

Titelblatt

Urheberrechte

Vorwort

Wissenswertes & Kontakt

Das Fundament des Vertrauens

Cover

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

13

14

15

16

17

18

19

20

21

22

23

24

25

26

27

28

29

30

31

32

33

34

35

36

37

38

39

40

41

42

43

44

45

46

47

48

49

50

51

52

53

54

55

56

57

58

59

60

61

62

63

64

65

66

67

68

69

70

71

72

73

74

75

76

77

78

79

80

81

82

83

84

85

86

87

88

89

90

91

92

93

94

95

96

97

98

99

100

101

102

103

104

105

106

107

108

109

110

111

112

113

114

115

116

117

118

119

120

121

122

123

124

125

126

127

128

129

130

131

132

133

134

135

136

137

138

139

140

141

142

143

144

Back Cover

Vorwort

Warum begleitet Mona Göbel seit fast 20 Jahren und trotz einer großen räumlichen Entfernung meine Hunde und mich?

Als Tierärztin lerne ich viele neue Erziehungsmethoden und -ansätze kennen, höre und erfahre eine Menge über sogenannten „Ausbildungs- und Erziehungsrichtungen“, „Trainer“ und „Hundeschulen“. Also warum immer wieder Mona Göbel?

Weil sie all das NICHT ist!

Statt Trainerin ist sie Vermittlerin und Übersetzerin. Sie vermittelt mir immer wieder eine Empathie für das Verhalten meiner Hunde, die mich fühlen lässt, mich einfühlen lässt. Sie übersetzt und lehrt mich hündisch, so dass ich auf Augenhöhe kommunizieren kann, was eine klare Rangordnung nicht ausschließt!

Statt einer Hundeschule bietet Mona einen Raum, an dem alle lernen können, ohne belehrt zu werden. An dem viel gelacht und nie geschrien wird.

Und das Essentielle ihrer Arbeit: Statt Erziehung arbeiten wir gemeinsam an einer ganz besonderen Art der Beziehung zu unseren Hunden.

Was bedeutet diese „besondere Art“ Beziehung? Eine innere Verbindung! Ein Kontakt, der Hunden artgerechtes Kommunizieren, Arbeiten, körperliche und geistige Auslastung und vor allem die so wichtige Sicherheit bietet, nach der sich das Rudeltier Hund immer sehnen wird.

So achten und reagieren meine Hunde, in für mich wichtigen und entscheidenden Situationen, auf mich und meine Signale. Nicht in erster Linie, weil sie es müssen, sondern weil sie mir und meinen Fähigkeiten vertrauen.

Danke, Mona, für dein unglaubliches Verständnis von Kommunikation mit unseren Hunden, für deinen Optimismus, der keinen Hund verloren gehen lässt und für dein neues Buch, das genau diese Dinge weiteren Menschen zugänglich macht!

Dr. med. vet. Yasmin Voit – Tierärztin

Hessisch Oldendorf im Oktober 2022

Einleitung

Das Fundament des Vertrauens und der Beziehung zwischen Mensch und Hund

Mit Fundament meine ich einen stabilen Beziehungssockel, den man sich als Fundament aus Beton vorstellen kann, das fähig ist, ein großes Haus zu stützen und zu tragen, oder aber auch ein stabiles Wurzelwerk eines Baumes, der über 100 Jahre dadurch gestützt und getragen wird.

Um dieses Fundament in der Beziehung zwischen Mensch und Hund erreichen zu können, müssen wir uns folgende Frage stellen: Was ist eigentlich ein Hund? Wie sieht es aus in seiner Welt, welche Dinge sind für ihn logisch, welche Dinge, die wir Menschen mit ihm tun, sind für ihn widersprüchlich?

Wie erreiche ich ihn als Mensch? Wie schaffe ich es, eine für uns beide verständliche Kommunikation aufzubauen? Wie erreiche ich ein auf beiden Seiten tiefes Vertrauen?

So viele Bücher sind geschrieben worden, so viele wissenschaftliche Studien erstellt, so viele Ausbildungsmethoden entstanden – und doch stolpern wir immer wieder über diese Fragen.

In diesem Buch geht es nicht um eine neue Ausbildungsmethode. Es geht um genau die oben beschriebenen Dinge mit Anleitungen für Sie, liebe Leserin und lieber Leser, die es Ihnen ermöglichen, dieses Fundament für sich und Ihren Hund zu erarbeiten.

Hinter allem stecken langjährige empirische Studien. In meiner Arbeit mit Hund und vor allem Mensch haben sich all diese Dinge als wesentlich etabliert.

Ein umfassendes Wissen über Hunde, über Hunderassen, aber vor allem auch über Hundepersönlichkeiten! Ich freue mich jeden Tag, dies mit Menschen teilen zu können. Die Hundehalter beschreiten mit ihrem Hund auf diese Weise einen Weg, der auf Respekt, Vertrauen, Achtung voreinander und unendlich viel Spaß miteinander basiert.

Dieses Buch ist entstanden, weil Wissen geteilt werden muss. Für Verantwortung.

Für die Hunde.

Es geht niemals darum, seine eigenen Techniken, Erziehungsmethoden, Weisheiten als Ultima Ratio darzustellen.

Es sollte immer einzig und allein darum gehen, wertvolle und wichtige Erkenntnisse zu teilen, um damit Hunden zu helfen!

Mona Göbel, im Oktober 2022

KAPITEL I Der Mensch und sein Hund

Was der Mensch von seinem Hund erwartet

Menschen haben die unterschiedlichsten Motivationen, sich einen Hund in ihr Leben zu holen.

Dies hat sich im Laufe der Jahrzehnte stark verändert. War der Hund früher noch der Gehilfe bei der Arbeit mit und an Schafen oder Kühen, der Beschützer von Haus und Hof, der Jagdgehilfe, der Vernichter von Ratten und sonstigem Getier, sind die Motivationen der Menschen heute schon deutlich anders.

Interessant in diesem Zusammenhang finde ich die Tatsache, dass ein Hund früher nach seinen speziellen Talenten und Fähigkeiten (Eigenschaften der speziellen Rasse / Persönlichkeit des Hundes) ausgewählt wurde. Was noch viel wichtiger ist: Der Hund hatte damals immer eine Aufgabe, die seinen Veranlagungen entsprach.

Es gab auch eine relativ harte Selektion. Ein Hund, „der nicht taugte“, wurde im besten Fall nur von der weiteren Zucht ausgeschlossen. Genauso fand übrigens die sogenannte Domestikation statt (Zucht auf ganz bestimmte Eigenschaften eines Hundes).

Leider hat die bestehende Zucht durch Zuchtverbände hier nicht unbedingt zu einer Verbesserung beigetragen. Viel zu lange schon wird überwiegend auf ein perfektes Aussehen der Hunde hin gezüchtet. Leider beinhaltet gerade dies auch sehr viele der sogenannten „Qualzuchten“. Dem Wesen eines Hundes, der zur Zucht herangezogen wird, wird viel zu wenig Beachtung geschenkt! Dies hat zu starken Veränderungen innerhalb der Rassebeschreibungen geführt. Diese werden jedoch kaum kommuniziert und sind somit für den Hundeinteressenten oft leider erst nach dem Kauf eines Hundes ersichtlich.

Nun leben wir im 21. Jahrhundert. Die Lebensweise von Menschen hat sich deutlich verändert, das Lebensumfeld auch. Wir leben in Wohnungen, Siedlungen und haben in unseren Berufen überwiegend sehr wenig Bewegung. Unser Kopf wird in den meisten Berufen wesentlich mehr gefordert als der Körper. Dies erhöht unser Bedürfnis nach Bewegung.

Viele Menschen sind relativ isoliert, obwohl sie dicht an dicht leben. Soziale Kontakte finden überwiegend nicht mehr im Außen statt. Auch hat nicht jeder die finanziellen Möglichkeiten, sich in das Außen zu begeben,

um soziale Kontakte zu knüpfen. Bequemlichkeiten spielen hierbei natürlich auch eine Rolle.

Viele Menschen haben Angst. Ängste werden auch geschürt durch Politik und Medien. Viele Menschen leiden an unseren derzeitigen Arbeitsplatzsituationen. Das Selbstwertgefühl bleibt auf der Strecke, Überforderung oder Wut entstehen. Oft auch ein gewisses Gefühl der Hilflosigkeit und Machtlosigkeit. In den letzten beiden Corona-Jahren haben sowohl diffuse Ängste, wie auch ein Gefühl der Isolation sehr deutlich zugenommen.

Massive Defizite und Vereinsamung entstehen.

Sehr viele Menschen suchen nun in ihrem Hund das, was ihnen fehlt. So entstehen diverse Motivationen, sich einen Hund anzuschaffen.

Nicht alle davon sind für Hunde wirklich gut. Das bitte ich zu bedenken.

Hier ein paar der häufigsten Motivationsgründe aus meiner eigenen Praxis:

 Der Hund als Partnerersatz / Kindersatz

 Der Hund als Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen

 Der Hund als Motivator spazieren zu gehen, sich zu bewegen

 Der Hund als Sportgerät

 Der Hund als Einnahmequelle

 Der Hund als Beschützer

 Der Hund als lebendes Kuscheltier

 Der Hund als Spielkamerad der Kinder

 Der Hund als Statussymbol

 Der Hund als Schauobjekt

So ein Hund muss in der heutigen Zeit schon einiges an Erwartungen erfüllen. Tut er dies nicht, weil er dafür aufgrund seiner Persönlichkeit, Rasse/Mischung und seiner eigenen Bedürfnisse nicht geeignet ist, gilt er schnell als undankbarer Hund. Denn wir tun ja alles für ihn. Füttern, Wasser geben, zum Tierarzt gehen, Leckerchen geben und mit ihm spazieren gehen.

Sogar im Bett darf er schlafen und doch ist er so undankbar.

Ich schreibe dies bewusst so provokant, denn auch dies sind alltägliche Aussagen in meiner Arbeit mit Mensch und Hund.

Gerade in den letzten Jahren ist immer mehr verloren gegangen, dass ein Hund auch ganz eigene Bedürfnisse hat und auch viele unglaublich tolle Talente. Er braucht uns Menschen, um in seinem Leben und Erleben auch wirklich zufrieden, entspannt und ausgeglichen sein zu können.

Wir dürfen und sollen Erwartungen an unsere Hunde haben. Ebenso müssen wir aber auch bereit sein, die Erwartungen und typischen Bedürfnisse unseres Hundes ernst zu nehmen.

Erziehung und Beziehung versus Ausbildung und Funktion

Eine wirklich gute Erziehung und vor allem auch ein echter Beziehungsaufbau zwischen Mensch und Hund – davon handelt dieses Buch.

Ein echtes Kennenlernen findet statt, empathisch, achtsam und respektvoll. Vertrauen wird aufgebaut und Sicherheit gewährleistet. Kommunikation, die für beide Seiten verständlich ist, wird aufgebaut. Grenzen werden gesetzt, denn diese muss es geben. Gemeinsame Beschäftigung je nach Lebensumfeld des Hundes wird erarbeitet und so auch das geistige Potential des Hundes beansprucht. Körperliche Bewegung im Gleichklang mit geistiger Bewegung, das ist die gesündeste Bewegung überhaupt! Hilfreiche Strukturen für den Alltag werden erarbeitet und liebevoll konsequent umgesetzt. So entstehen gemeinsame Erfolge von Mensch und Hund und beide haben unabhängig voneinander aber vor allem miteinander jede Menge Spaß und Lebensfreude.

Dies alles erfordert Zeit, Geduld und Konsequenz, vor allem aber erfordert es die Bereitschaft des Menschen, an sich selbst arbeiten zu wollen. Kein Lebewesen ist innerhalb eines Jahres perfekt erzogen (Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel).

Kein Mensch schafft es innerhalb eines Jahres, die perfekte Führungspersönlichkeit zu sein oder zu werden.

In der klassischen Ausbildung (Jagd, Hundesport etc.) eines Hundes sieht dies alles etwas anders aus. Leider auch z. B. bei der Ausbildung eines Blindenführhundes in vielen Ausbildungsinstituten.

Ein halbes Jahr oder ein Jahr darf der Hund „einfach Hund sein“. Er spielt mit anderen Hunden, lernt vielleicht Sitz oder Platz und ein wenig Fuß. Er bekommt ein Leckerchen, wenn er gerufen wird und kommt. Es wird versucht, zu Hause ein paar Regeln aufzustellen. Natürlich darf der Hund spazieren gehen und hat viel Freilauf, denn er braucht ja Bewegung. Er hat auch ganz viel Kontakt zu anderen Hunden, schließlich muss er ja ordentlich sozialisiert werden.

Nach einem halben Jahr oder Jahr ist der „Spaß“ dann vorbei.

Jetzt wird „Unterordnung“ trainiert, die wesentlich ist für die Begleithundeprüfung, die wiederum wesentlich ist für alle Sportarten (zumindest „professionell“ in Hundevereinen), die mit dem Hund betrieben werden können.

Ob dies für den Hund nun Sinn macht oder nicht, da muss er durch. Perfektes Fuß, Bleib, Ran, Kehrtwendung, Sitz und Platz und so fort. Die vielen verschiedenen

Regularien werden diejenigen von Ihnen kennen, die sie schon einmal durchlaufen haben.

Die „Unterordnung“, die auch für die Begleithundeprüfung schon benötigt wird, wird schematisch durchgeführt. Es gibt feste Laufmuster für Mensch und Hund. Wenn diese erfolgreich durchlaufen werden, gibt es gute Noten, später dann auch Pokale.

Hunde springen über Hürden, laufen durch Tunnel – Geschwindigkeit und Perfektionismus zählen. Hunde fangen Frisbee-Scheiben – Geschwindigkeit und Perfektionismus zählen. Hunde „stellen“ Menschen und verbeißen sich in den geschützten Arm – Geschwindigkeit, Perfektionismus und Härte zählen.

Wäre ich Hund, ich würde Erziehung und Beziehung vorziehen!

Übliche Fragen – provokante Antworten

 Muss mein Hund spazieren gehen?

Nein!

Ihr Hund braucht körperliche und geistige Bewegung im Einklang.

 Muss mein Hund mit anderen Hunden spielen?

Nein!

Was ist Spiel? Einüben von Jagd (findet innerhalb eines Rudels statt) oder aber Diskussion, Streit, Kampf!

Stabile Hundefreundschaften finden sich meist nur zwischen

Hunden, die zusammenleben, oder aber sich zumindest regelmäßig und in kurzen Zeitabständen sehen.

 Muss mein Hund Freilauf haben?

Nein!

Ihr Hund braucht gemeinsame körperliche wie geistige Bewegung mit Ihnen!

Gehen Sie nicht stumpf spazieren, gestalten Sie Jagd-Spaziergänge. Auf diesen darf Ihr Hund natürlich auch „flitzen“, aber nur wenn er einen Auftrag hat! Dann sucht er sich auch keine eigenen Aufträge.

 Muss mein Hund auf andere Hunde „sozialisiert“ werden?

Jein!

Wenn Ihr Hund z. B. in einer gut geführten Welpengruppe viele andere Hunderassen wahrnehmen darf (dazu muss er nicht spielen!), dann ist das sehr gut und sehr hilfreich!

Sozialisieren auf jeden Hund, der nicht zum eigenen Rudel gehört, ist schlicht unmöglich!

 Muss mein Hund das mit anderen Hunden „untereinander klären“?

Nein!

Was wären Sie für ein Sozialpartner, wenn Sie Ihren Hund immer wieder in den „Krieg“ schicken?

Wirklich erstrebenswert ist es, wenn Ihr Hund im Kontakt mit Ihnen bleibt, auch wenn andere Hunde zugegen sind!

 Muss mein Hund innerhalb einer Sekunde mit einem Leckerchen bestätigt werden?

Nein!

Ihr Lob ist tausendmal wertvoller als jedes Leckerchen!

 Muss mein Hund 3 x täglich zu festen Zeiten gefüttert werden?

Nein!

Wie langweilig ist es für einen Beutegreifer mit all seinen Talenten und Fähigkeiten, wenn 3 x täglich zur gleichen Zeit auf der gleichen Lichtung das gleiche Kaninchen steht, das freudig ruft: „Nimm dir 200 g!“

 Muss mein Hund Spielzeug und Kauknochen zur freien Verfügung haben?

Nein!

Wer nichts hat bzw. nichts besitzt, der muss sich um nichts kümmern und um nichts Sorgen machen!

Selbstverständlich darf der Hund knabbern, nachdem Sie einen Kauartikel freigegeben haben, und er darf mit Ihnen spielen bzw. apportieren, wenn Sie das Spielzeug einsetzen, um z. B. das Sortieren von Gegenständen zu lernen.

Zeigen Sie Ihrem Hund, dass Sie die Verantwortung für sämtliche Ressourcen übernehmen und gönnen Sie ihm so ein entspanntes Leben!

 Muss mein Hund „Zeitung lesen“ und markieren?

Nein!

Er muss es leider zwangsläufig bei einem Menschen, der außer spazieren gehen nichts mit den Fähigkeiten und Talenten seines Hundes tut, um ihn ganz individuell zu fördern und auszulasten. So ist es oft die einzig mögliche Beschäftigung, die der Hund sich selbst geben kann.

Diese führt jedoch zu sehr vielen Problemen für Ihren Hund, die sich dann auch als unerwünschtes Verhalten Ihres Hundes äußern können.

Lesen Sie hierzu unbedingt die weiteren Ausführungen in Kapitel 3 unter dem Punkt „Territorialverhalten-Hundeklo“ zur Verdeutlichung!

Über ein Hundeklo entfällt das Zeitunglesen, denn die Annoncen sind nicht mehr interessant genug. Damit entfällt auch jegliches Markierverhalten!

Beschäftigen Sie die Nase Ihres Hundes lieber mit Suchspielen,

Schnüffelspielen, Fährtenarbeit, Geruchsselektion etc.!

Was meine ich mit „Zeitung lesen“?

Der Hund nimmt Markierungen aller anderen Hunde, die dort spazieren gehen, über seine Nase auf. Der Geruchssinn unserer Hunde ist jedoch dem unseren weit überlegen. Dies bedeutet, der Hund kann durch das Schnuppern an einer Markierstelle eines anderen Hundes erkennen, welches Geschlecht dieser Hund hat, wie alt er ist, ob er krank ist, ob er hormonell verändert ist etc. Bei einer Hündin z. B. erkennt ein Hund, wie ihr Hormonstatus in Bezug auf Paarungsbereitschaft ist. Bei einem Rüden z. B. kennt er nun dessen Testosteronstatus und weiß, ob es sich ggf. um einen potentiellen Konkurrenten handelt.

Ich blicke zurück auf tausende von Welpenstunden. Es kommt häufig vor, dass ein Welpe schon in anderen Hundeschulen / -vereinen war, bevor Herrchen und Frauchen den Weg zu mir finden.

Dort lag der Fokus auf dem sogenannten „Freispiel“, denn das müssen die Welpen alles unter sich klären (leider immer wieder O-Ton in Welpen“spiel“stunden). Für Frauchen und Herrchen fühlte sich das jedoch nicht gut und stimmig an.

Die Welpen sind meist sehr nervös und unruhig. Sie sind mit der Aufmerksamkeit nur im Außen und der Hauptfokus liegt verständlicherweise auf den anderen anwesenden Welpen.

Das hat jedoch sehr viel mehr mit Stress zu tun, als mit positivem Interesse oder gar Freude.

Freispiel findet in meiner Arbeit seit vielen Jahren nicht mehr statt. Es ist für eine Erziehung des Hundes, die ja von Frauchen und Herrchen geleistet wird, schlicht kontraproduktiv. Für mich persönlich fühlt es sich auch ein wenig unseriös an, hierfür Geld einzufordern.

Die Welpen dürfen lernen, dass sie sich auf Frauchen und Herrchen konzentrieren können und mit ihnen gemeinsam spielen, arbeiten, lernen und kommunizieren. Sie dürfen auch lernen, dass es andere Hunde auf der Welt gibt, die teilweise absolut anders aussehen und kommunizieren, als sie das von Mama und den Geschwistern kennen. Aber, sie müssen sich mit diesen nicht auseinandersetzen – und – auch diese spielen, lernen und arbeiten mit ihren Menschen. Diesen möchten sich die Welpen ja auch langfristig anvertrauen.

Eine gute und vernünftige Sozialisierung sollte genauso aussehen!

Von Anfang an gibt es auf Freigabe Futter aus dem zuvor apportierten Dummy und selbstverständlich auch die Freigabe von einem Leckerchen, so wie später hier beschrieben. Für jeden Welpen ist das absolut hundelogisch, wie auch für jeden erwachsenen Hund mit dem ich bisher gearbeitet habe.

KAPITEL II Die Basis für Mensch und Hund

Sicherheit

Hier möchte ich wirklich beim kleinen Welpen beginnen. So wird es schlüssiger und auch logischer.

Ein Hundekind wird in ein festes Rudel einer bestimmten Rasse hineingeboren. Der kleine Hund kennt die Mama und seine Geschwister schon vor der Geburt. Nach der Geburt kommen nach und nach noch einige Sinne hinzu um alles noch besser und nun in der eigentlichen Welt wahrnehmen zu können.

Es gibt Kontakt und Wärme zwischen den Geschwistern und natürlich auch zur Mama und ggf. auch noch zum (sofern beim Züchter vorhanden) Papa oder auch Patentanten / Patenonkeln. Sie alle gehören zu seiner Art, zu seiner Rasse.

Alle sprechen dieselbe Sprache. Eine Sprache, die der kleine Hund verstehen kann. Mama sorgt für Sicherheit. So lange als irgend möglich schleckt sie den Urin ihrer Kleinen auf und frisst deren Kot. So kann sie ausschließen, dass die Kleinen von Feinden gerochen werden können. Die Grenzen des Territoriums sichert sie entweder selbst, oder andere erwachsene Tiere sichern sie.

Der kleine Hund kann sich ausprobieren, seine körperlichen und geistigen Fähigkeiten wachsen mit ihm. Schlägt er einmal über die Stränge, kommt Mama und zeigt ihm, dass das so nicht in Ordnung ist. Er beginnt zu lernen.

Den Züchter / die Züchterin lasse ich hier bewusst außen vor. Sie können positiv wie negativ beeinflussen. Dies jedoch an späterer Stelle.

Auf einmal sind alle weg. Er wird hochgehoben, in eine Box oder in ein Auto auf einen Schoß gesetzt. Das Auto bewegt sich und macht einen Höllenlärm. Die Menschen an seiner Seite hat er schon gesehen, sie streicheln ihn, sprechen mit ihm – er versteht nicht, was sie ihm sagen wollen. Sie gehören nicht zu seiner Art.

Im neuen Zuhause angekommen, wird er abgesetzt und darf das Haus erkunden. Je nach Größe des Hundes – meine Güte, ist das hier alles riesig!

Er tapst ein wenig herum und muss Pipi. Also setzt er sich und macht sein Pipi. Sofort kommen “seine“ Menschen, schimpfen, sind verärgert und stupsen schlimmstenfalls seine Nase ins Pipi. Dann heben sie ihn hoch und setzen ihn nach draußen.

Meine Güte … das hier gehört auch dazu? Wo ist Mama? Die würde das Pipi einfach auflecken … was soll er nun hier?

Es geht wieder ins Haus. Ah toll – jetzt wird gespielt. Zerren – hach – das kennt der kleine Hund, das hat er schon mit seinen Wurfgeschwistern gespielt. Mama wollte nicht, dass er das mit ihr spielte. Aber gut, dann sind seine Menschen wohl Wurfgeschwister. Warum schimpfen sie dann, wenn er ein Stück höher greift?

Anspringen, das finden seine Menschen und auch die Freunde seiner Menschen toll und niedlich. Mama hätte geschimpft, hat ihn auch manchmal geschimpft, wenn er das zu heftig mit einem seiner Geschwister gemacht hat.

Draußen im Garten darf er sich Stöckchen nehmen und darauf herumkauen, aber die senkrechten Stöckchen (Stuhlbeine genannt), die darf er nicht knabbern.

So schnell entstehen Missverständnisse. So schnell entsteht auch Verunsicherung – auf beiden Seiten natürlich.