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"Das Gesamtbild. Stellst du schon Fragen?" ist das optimale Buch für Menschen, die mittlerweile den Eindruck gewonnen haben, dass vieles in der Welt nicht so ist, wie es uns in den Medien präsentiert wird. Das Buch gliedert sich in 5 Teile: - "Gemeinsames Verstehen" - Das "große Theaterstück" - "Die systembedingte Krise und Folgen" - Praxisbeispiel "Pandemie" - "Ein neuer Weg" Anhand dieser Struktur wird schrittweise der Weg immer tiefer "in den Kaninchenbau" gewagt. Mit Themen wie dem Geldsystem als Wurzel aller Probleme, sozialpsychologischen Erkenntnissen, Techniken der Meinungsmanipulation und Propaganda, der Funktion von Medien und Politik, im Hintergrund agierenden Machteliten, "Great Reset", gesellschaftlichen Krisen auf allen Ebenen, Viren-Pandemie(n) sowie den drohenden Gefahren von totalitärer digitaler Überwachung bis hin zu Transhumanismus. Am Ende führt der Weg aus diesem Kaninchenbau wieder hinaus - mit der Erkenntnis, dass wir Menschen viel mehr als nur biologische Körper sind und dass es deshalb immer Auswege aus den vielfältigen Krisen gibt.
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Seitenzahl: 571
Veröffentlichungsjahr: 2023
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VORWORT
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UELLENANGABEN
EINLEITUNG
I. TEIL: GEMEINSAMES VERSTEHEN
I.1 B
EGRIFFSKLÄRUNGEN
I.2 W
AS IST
G
ELD
?
I.2.1 Die wichtige Unterscheidung zwischen Formen und Umlauf von Geld
I.2.2 Geldmengen und Seigniorage
I.2.3 Bankensystem und Nichtbanken (=„Publikum“)
I.2.4 Inflation und Deflation: Realwirtschaft und Finanzwirtschaft
I.2.5 Was ist Geld nicht?
I.3 W
IE FUNKTIONIERT
K
APITALISMUS
?
I.3.1 Ohne Staat kein Kapitalismus
I.3.2 Saldenmechanik und Zins
I.3.3 Wirtschaftseinheiten
I.3.4 Die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung
I.3.5 Systemische Entwicklung seit dem 2. Weltkrieg
I.4 D
IE MENSCHLICHE
P
SYCHE
I.4.1 Egoismus und Gier als Antrieb?
I.4.2 Narzissmus als psychische Erkrankung
I.4.3 Sozialpsychologische Erkenntnisse
I.4.4 Zwischenmenschliche Kommunikation
I.4.5 Zusammenfassung und Ausblick
I.5 M
ACHT UND
H
ERRSCHAFT
I.5.1 Instanzen des Staates: Judikative, Legislative, Exekutive
I.5.2 Die bürokratische Herrschaft
I.5.3 Instanzen der Macht
I.5.4 Die „vierte Macht“: Medien
I.5.5 Legitimation von Macht mittels Ideologie
I.5.6 Zusammenfassung und Ausblick
II. TEIL: DAS „GROSSE THEATERSTÜCK“
II.1 S
OZIALPSYCHOLOGIE
: T
ECHNIKEN DER
M
EINUNGSMANIPULATION
II.1.1 Angst erzeugen
II.1.2 Fakten verdrehen
II.1.3 Image-Übertragung durch Cluster
II.1.4 Gewöhnungseffekte erzeugen
II.1.5 Ständige Wiederholung
II.1.6 Informationsüberflutung
II.1.7 Framing
II.1.8 Verwirren, entmündigen, infantilisieren, „nudging“
II.2 M
ASSENHYPNOSE
II.2.1 Entstehungsfaktoren
II.2.2 Psychische Ursachen
II.2.3 Massenhypnose als Basis für Totalitarismus
II.3 S
OZIALPSYCHOLOGIE
: U
MGANG MIT
O
PPOSITION
II.3.1 Zersetzung sozialer Bewegungen mit Fehlidentitäten
II.3.2 Pre-framing
II.3.3 Persönliche Angriffe
II.3.4 „False Flag“
II.3.5 Astroturfing und kontrollierte Opposition
II.3.6 Verengter Diskursraum: „Political Correctness“, „Cancel Culture“
II.3.7 Zensur
II.3.8 „Gaslighting“
II.3.9 Zusammenfassung und Ausblick
II.4 D
IE
R
OLLE DER
M
EDIEN
II.4.1 Journalismus der Gesinnung
II.4.2 Medienorganisation und Medienfinanzierung
II.4.3 Internet: die freie und unabhängige Alternative?
II.4.4 Faktenchecker
II.4.5 Gleichgeschaltete Medien?
II.4.6 Unabhängige Medien
II.5 D
IE
R
OLLE DER
P
OLITIK
II.5.1 Teile und herrsche: „divide et impera“
II.5.2 Neoliberale Agenda durchsetzen
II.5.3 „Links“ vs „Rechts“
II.5.4 Von der Technokratie zum Transhumanismus
II.5.5 Geostrategische Machtspiele
II.6 W
ER SIND DIE
M
ACHTELITEN
?
II.6.1 Historische Entwicklung: das Bankenkartell
II.6.2 Historische Entwicklung: die „Öligarchie“
II.6.3 Historische Entwicklung: Big Pharma, Petrochemie, Gentechnik, FED-Gründung
II.6.4 Von „The Corporation“ zum autoritären Korporatismus
II.6.5 Die großen Digitalkonzerne
II.6.6 Stiftungen, Geheimbünde, globalistische GOs und NGOs
II.6.7 Vermögensverwaltungen
II.6.8 Geheimdienste
II.6.9 Zusammenfassung: Wer herrscht?
III. TEIL: DIE SYSTEMBEDINGTE KRISE UND FOLGEN
III.1 K
RISE VON
A
RBEIT UND
R
EALWIRTSCHAFT
III.1.1 Globalisierung von Arbeitsprozessen
III.1.2 Industrie 4.0
III.1.3 Menschen dienen der Technik
III.1.4 Patentwesen
III.1.5 Sinnlose Arbeitsplätze
III.2 K
RISE UNSERER
U
MWELT
III.2.1 Überproduktion, Ressourcenverschwendung, Umweltzerstörung
III.2.2 Geplante Obsoleszenz als Ressourcenverschwendung
III.2.3 Spätindustrielle Großgefahren
III.2.4 Menschengemachter Klimawandel?
III.3 I
NDUSTRIALISIERTE
L
ANDWIRTSCHAFT
III.3.1 Entstehung der Agrarindustrie
III.3.2 Folgen der industriellen Landwirtschaft
III.3.3 Bio-Zertifizierungen als Lösung?
III.3.4 Finanzielle Abhängigkeiten
III.4 G
ELD
-
UND
F
INANZSYSTEM IN DEN LETZTEN
A
TEMZÜGEN
III.4.1 16. September 2019
III.4.2 Der Crash findet gerade statt
III.4.3 Vorgänge im Hintergrund
III.5 K
RISE DES
R
ECHTS
III.5.1 Vom Naturrecht entfernt
III.5.2 Keine Gewaltentrennung
III.5.3 Beförderungen und politische Abhängigkeiten
III.6 K
RISE DER
B
ILDUNGSSYSTEME
: B
ILDUNG STATT
E
NTFALTUNG
III.6.1 „Erziehung“: der Blick auf Kinder und ein Menschenbild
III.6.2 Kindergarten und Schulsystem
III.6.3 Ökonomisierte Universitäten: Ausbildung statt Bildung
Krise der Wissenschaft
III.7 K
RISE DER
M
EDIZIN
III.7.1 Evidenzbasierte Medizin?
III.7.2 Ökonomisierte Medizin
III.7.3 „Erfolgsgeschichte“ Impfung?
III.7.4 Fazit nach 100 Jahren Maschinenmedizin
III.8 S
PALTUNG UND
K
RISE DER
G
ESELLSCHAFT
III.8.1 Politik und Demokratie als Schauspiel
III.8.2 Krise der Medien
III.8.3 Religion und ideologische Dogmen
III.8.4 Materieller Konsum als Lebenssinn
III.8.5 Zerstörung von Familie und Geschlechtern
III.8.6 Massenmigration zur Spaltung
III.9 Ü
BERWACHUNG UND
K
ONTROLLE
III.9.1 Überwachungssysteme
III.9.2 Vom Internet der Dinge zum Internet der Körper
III.9.3 Transhumanismus auf der Zielgeraden
IV. TEIL: PRAXISBEISPIEL „PANDEMIE“
IV.1 P
ROLOG
IV.1.1 Vorgeschichte
IV.1.2 Die offizielle Version
IV.1.3 Was tatsächlich geschah
IV.1.4 Rückblick: die spanische Grippe
IV.2 K
OMPONENTEN EINES GLOBALEN
N
ARRATIVES
IV.2.1 Ein „neuartiges Virus“
IV.2.2 Der PCR-Test
IV.2.3 Dashboard und „Infektionszahlen“
IV.2.4 „Lockdown“ und „Social Distancing“
IV.2.5 Maskierung
IV.2.6 Andauernde Propaganda
IV.2.7 Eine Impfung, die keine ist
IV.3 F
OLGEN EINER GEPLANTEN
P
ANDEMIE
IV.3.1 Spaltung der Gesellschaft und „Corona-Diktatur“
IV.3.2 Die Psyche der Kinder
IV.3.3 Die Psyche der Erwachsenen
IV.3.4 „Long Covid“ oder „Post Vax“?
IV.3.5 Übersterblichkeit, Geburtenrückgang, Genmodifikation
IV.3.6 Erosion der staatlichen Subsysteme
IV.4 Z
IELE EINER GEPLANTEN
P
ANDEMIE
: E
S GING NIE UM
G
ESUNDHEIT
!
IV.4.1 „Covid-19: The Great Reset“
IV.4.2 Der QR-Code: Verlust von Freiheit und Grundrechten
IV.4.3 Zerstörung der Klein- und Mittelbetriebe
IV.4.4 „Pandemic Preparedness“: ein WHO-Welt-Gesundheitsregime
IV.4.5 Digitales Zentralbankgeld (CBDC) und Bargeldabschaffung
IV.4.6 Zusammenfassung: Totale Abhängigkeit erzeugen
IV.5 A
USBLICK
IV.5.1 Follow the Money: das Netzwerk der Plandemie-Veranstalter
IV.5.2 Fortlaufende Agenden
IV.5.3 Krieg in der Ukraine
IV.5.4 „Menschengemachter“ Klimawandel
IV.5.5 „Woke“-Ideologie: LGBTQ, Gender, Sprachzensur
IV.5.6 Künstliche Verknappung von Ressourcen
IV.5.7 Skrupellosigkeit der Machteliten
IV.5.8 Divide et impera: Spaltung durch erzeugte Realitäten
V. TEIL: EIN NEUER WEG
V.1 D
ER
B
LICK NACH INNEN
V.1.1 Die Gegenseite kennen
V.1.2 Lass dir das „Querdenken“ nicht verbieten
V.1.3 Bewusst sein
V.1.4 Unabhängig werden, Verantwortung übernehmen
V.1.5 Du kannst dich nur selbst retten
V.1.6 Ehrlich sein und authentisch kommunizieren
V.1.7 Sag NEIN zu allem, was dir schadet
V.2 T
RAUMATHERAPIE
V.2.1 Strukturelle Gewalt ist massive Gewalt
V.2.2 Ganzheitliche Gesundheit
V.2.3 Ich kann andere Menschen nicht ändern, aber akzeptieren
V.2.4 Spirituelles Erwachen
V.2.5 Liebe ist eine Frequenz
V.2.6 Zur Angst der Eliten vor dem „Pöbel“
V.3 A
LTERNATIVEN
: P
LANEN UND
T
UN
V.3.1 Die wichtigen Fragen
V.3.2 Über Detox und „Ich mach da nicht mehr mit!“
V.3.3 Neues Geld
V.3.4 Netzwerke bilden
V.3.5 Parallelstrukturen
V.3.6 Demokratie und Entscheidungsfindung
V.3.7 Regionalwirtschaft
SCHLUSSWORTE
VI. QUELLENANGABEN
VI.1 L
ITERATUR
VI.2 A
BBILDUNGSVERZEICHNIS
VI.3 A
BKÜRZUNGEN
Ich möchte Sie auf eine Reise mitnehmen, die mitunter meine inneren Prozesse widerspiegelt und eine ganzheitliche Betrachtung über das Zusammenwirken von Themen gibt, dessen Teilaspekte in vielen Büchern bereits beschrieben wurden. Globale, aus meiner Sicht besorgniserregende, Entwicklungen erwecken in mir das Bedürfnis, meine Gedanken und Thesen weiterzugeben.
Zwei Prinzipien haben mein bisheriges Leben die meiste Zeit über sehr geprägt: Das eine ist ein stark ausgeprägter Sinn für Gerechtigkeit, das andere eine tiefe Überzeugung, die Welt verbessern zu wollen. Mit der Feststellung, dass mir beides einfach nicht gelingen will, machte sich Frustration in mir breit. Es erschien mir damals einfacher, die Welt im Außen zu ändern, als mich mit meiner inneren Welt auseinanderzusetzen. Das Resultat aber war, dass ich mich damit nur selbst schädigte, mental und somit auch körperlich. Im Angesicht einer gefühlten Ohnmacht, diese äußere Welt alleine nicht ändern zu können.
Ich möchte Sie zwar insbesondere dazu animieren, bestehende gesellschaftliche Vereinbarungen zu hinterfragen und nichts als gegeben oder gar alternativlos hinzunehmen. Es ist aber auch spätestens jetzt die Zeit gekommen, Ihrem Gegenüber zuzuhören, mit allen Sorgen und Ängsten wahrzunehmen und nicht zu versuchen, immer Recht haben zu wollen, dabei andere von der eigenen Meinung überzeugen zu müssen. Als ich bereits im Jahr 2011 begonnen hatte, dieses Vorwort zu schreiben, um im Jahr 2020 an dieser Stelle weiterzuschreiben, begegnete mir folgender Textbaustein: „In diesem Sinne ist die Hauptmotivation, warum ich mich dazu berufen fühle, nun auch ein Buch zu schreiben, ein egoistischer: Eine Argumentationshilfe zu haben, wenn bei ‚Stammtischdiskussionen‘ gewisse Teilaspekte meiner Argumentation herausgegriffen und gegen mich verwendet werden. Außerdem gibt es für gewisse Schlagworte keinen gesellschaftlichen Konsens, was ihre Bedeutung betrifft, Missverständnisse sind somit vorprogrammiert. Dem möchte ich durch Begriffsklärungen gleich zu Beginn vorbeugen.“
Fällt Ihnen etwas auf? Sie sehen also, dass auch ich einen Reifeprozess durchlaufen musste, der vom intellektuellen Wissen über die guten und weniger guten Abläufe auf dieser Welt, über die eigene Herzensbildung und erst dadurch ermächtigt, zur aktiven authentischen Handlung führt.
Mir wurde bewusst, dass das „Teile (Spalte) und Herrsche“-Prinzip seit Jahrtausenden funktioniert und im Zeitalter der Massenmedien mittels Propaganda offenbar perfektioniert wurde. Wir können aber nur darüber hinwegkommen, wenn wir unsere innere Welt erforschen. Diese Geschichte möchte ich mit Ihnen teilen.
Ich bedanke mich herzlich bei Barbara Klepatsch (Layout, Grafik), Edith Strohmeier, Daniela Haider (Lektorat) und Tina (Coverdesign, Grafik) für die entsprechende fachliche Unterstützung. Ohne diese Expertise bei Layout, Abbildungen, Illustrationen, Lektorat und in weiterer Folge auch Öffentlichkeitsarbeit, hätte dieses Werk nicht entstehen können. Außerdem ein großes Dankeschön an alle Rechteinhaber, die mir ihre Bildrechte für dieses Buch günstig oder sogar kostenlos zur Verfügung stellen. Ich erwähne an dieser Stelle den Haftungsausschluss, indem die jeweiligen Inhaber von Bildrechten keinerlei Verantwortung für die in „Das Gesamtbild“ publizierten Inhalte übernehmen.
Schließlich möchte ich mich bei allen Leserinnen und Lesern bedanken, die mit ihrer Aufmerksamkeit einen wertschätzenden Beitrag zu der langwierigen Arbeit leisten, die hinter diesem Buch steckt.
Jürgen Matolycz, geboren 1976, absolvierte im Jahr 2004 das Studium der Soziologie, sozial- und wirtschaftswissenschaftlicher Zweig, an der Johannes-Kepler-Universität Linz. Nach bestandener Reifeprüfung hatte er allerdings zunächst ein Studium der Handelswissenschaften begonnen, welches er nach Ablauf von vier Semestern aus guten Gründen abbrach, nämlich dem Eindruck fehlender Wissenschaftlichkeit. Ab 2005 arbeitete er vorwiegend im Sozialbereich: Jugend- sowie Projektarbeit. Nach schwerer Krankheit und tiefgreifender persönlicher Krise begann er damit, Kundalini Yoga zu praktizieren. Seit dem Jahr 2017 unterrichtet er nach abgeschlossener Lehrerausbildung diese Yoga-Richtung, um seither auch tiefer in den Prozess der Bewusstseinsarbeit einzutauchen.
Es gibt weltweit verschiedene geopolitische Machtblöcke, die jeweils unterschiedlichen Interessen ausgesetzt sind. Ich bin im westlichen Einflussbereich aufgewachsen und kenne mich daher bei der zugehörigen politisch-medialen Propaganda aus eigener Erfahrung gut aus. Wer in einem Staat lebt, der im Bereich der ehemaligen Commonwealth-Staaten plus Europäische Union und (natürlich) USA liegt, könnte meinen, die dort verbreiteten Ansichten würden die Realität auf der ganzen Welt abbilden. Der weitaus größere Teil der Weltbevölkerung lebt aber woanders. Die Realität sieht in afrikanischen Staaten, in Südamerika, Russland oder China völlig anders aus als im „Westen“. Da ich also diese anderen Sichtweisen und vor allem die dahinterliegenden Historien inklusive Machtstrukturen nicht ausreichend kenne, beschränkt sich die Lektüre von „Das Gesamtbild“ auf die westlichen Narrative.
Der besseren Lesbarkeit halber und weil ich dahinter eine Ideologie vermute – wie ich noch im Verlauf dieses Buches erläutern werde – verzichte ich auf Gender-gerechte Formulierungen. Selbstverständlich spreche ich Frauen gleichermaßen und in voller Wertschätzung an.
Zum Zeitpunkt der Bearbeitung und Veröffentlichung dieses Buches sind die dargebotenen Inhalte relativ aktuell, weshalb fast alle Zitate auf Quellen aus dem Internet verweisen. Da erwiesenermaßen leider besonders bei regierungskritischen Themen in den letzten Jahren massiv zensiert wurde, verweise ich wo immer möglich auf Plattformen, die nicht unter Kontrolle der großen Digitalkonzerne stehen. Sollten Inhalte dennoch zensiert werden, so sind jedenfalls die Zitate sowie weitere Quellenangaben noch auf meiner Webseite zum Buch „das-gesamtbild.net“ zu finden. Aus Zensurgründen setze ich mit „Presearch“ auch eine andere Suchmaschine als das fast überall verwendete „Google“ ein. Offiziell unerwünschte Suchergebnisse werden von Google nämlich entweder gänzlich ausgeblendet oder so weit nach hinten gereiht, dass sie kaum aufzufinden sind. Davon abgesehen können Inhalte von Webseiten schlichtweg verändert, verschoben oder gelöscht werden. In meinen Zitaten ist entweder das Datum der Veröffentlichung einer Quelle oder, falls nicht vorhanden, das Datum des Abrufs aus dem Internet-Archiv aufzufinden. Das auch als „Wayback Machine“ bezeichnete Archiv verwende ich bei allen Internetlinks in den Fußnoten des Buches und ist unter web.archive.org erreichbar. Mit diesem Werkzeug können Internetseiten zum momentanen Zeitpunkt gespeichert werden, um sie später aus diesem, sozusagen eingefrorenen Status, abzurufen. Außerdem verzichte ich auf die doppelte Nennung des Titels einer Internetquelle (üblicherweise in Anführungszeichen gesetzt), falls dieser im Link (URL) bereits enthalten ist.
Generell sehe ich „Das Gesamtbild“ nur als Einstieg in verschiedene Materien, die von anderen Autoren viel detailreicher beschrieben werden. Angesichts der Fülle an unterschiedlichen Themen wäre es auch gänzlich unmöglich, diese jeweils vollständig abgehandelt in nur einem Buch unterzubringen. Weiterführende Literatur für Interessierte ist deshalb hier im Literaturverzeichnis sowie aktualisiert auf der Webseite zu finden. Ich möchte hiermit vor allem jene Mitmenschen zur Eigenrecherche anregen, die zwar damit begonnen haben, ihre Weltsicht zu hinterfragen, aber all das noch nicht einordnen können. Die Zeiten, in denen wir alle zu glauben haben, was irgendeine selbsternannte Autorität behauptet, sind hoffentlich bald vorbei. Das neue Zeitalter, das jetzt noch in den Geburtswehen steckt, ist eines der intuitiven Selbstermächtigung und der Eigenverantwortung. In diesem Sinne: Glauben Sie mir nichts und recherchieren Sie selbst!
Linz, April 2023
Ich möchte Sie auf folgendes Gedankenexperiment einladen: Betrachten Sie die Welt aus dem Zimmer, in dem Sie sich befinden – umgeben von den eigenen vier Wänden. Wie nehmen Sie Ihre nähere Umgebung wahr? Denken Sie auch an die gesellschaftlichen Probleme der heutigen Zeit, die zunehmenden nationalen und internationalen Konflikte, Wirtschaftskrise, Kriege, Umweltzerstörung, Pandemien, Flüchtlingsbewegungen usw. Fühlen Sie sich davon betroffen?
Bewegen Sie sich nun aus Ihrem Körper heraus und gehen Sie gedanklich einige Hundert Meter über die Erdoberfläche. Machen Sie in dieser Höhe eine schnelle Erdumrundung und betrachten Sie die Geschehnisse, die Sie zuvor in Ihrem Zimmer gedacht haben. Wie wirken diese Bilder jetzt?
Wandern Sie nun immer weiter nach oben Richtung Himmel. Gehen Sie über die Wolken hinaus, der Blick bleibt weiterhin Richtung Erdoberfläche gerichtet. Verlassen Sie die Erdatmosphäre und betrachten Sie den Planeten von oben. Was nehmen Sie jetzt wahr?
Sehen Sie die Meere und Landflächen? Aber sehen Sie auch irgendetwas, das von Menschen konstruiert wäre? Ich bezweifle das. Plötzlich wird bewusst, wie unwichtig der Mensch und wie wichtig der Erhalt und der achtsame Umgang mit unserer Lebenswelt wird. Ich schließe für mich persönlich daraus, dass ein bewusstes Leben im Einklang mit der Natur erforderlich ist, um ein glückliches Leben zu führen. Kleinliche Konflikte, Egoismus und Gier vernebeln den Blick auf das Wesentliche und lenken ab.
In diesem Sinne: Blicken wir gemeinsam über den Tellerrand hinaus und wir werden gemeinsam verstehen! Weil wir alle im selben Boot sitzen.
Der Inhalt meines Buches ist in fünf Abschnitte (Teile) gegliedert. Der erste Teil dient dazu, die gemeinsame Kommunikation verständlich zu machen. Zwischenmenschliche Kommunikation ist äußerst schwierig: Es gibt Sender, Empfänger und Botschaft. In all diesen Stationen kann verzerrte Wahrnehmung durch den Verstand entstehen, der die eigenen Erfahrungen, erlernte Muster und Interpretationen dazu mischt. Wir haben alle unsere eigene Wahrnehmung und dann kommt unglücklicherweise noch die absichtliche Manipulation durch Politik und Medien dazu, welcher ein Schwerpunkt in diesem Buch gewidmet wird. Deshalb werden im ersten Kapitel zunächst die wichtigsten hier verwendeten Begriffe mit meiner Interpretation (ohne Anspruch auf die absolute Wahrheit) versehen, aber mit der Intention, ein gemeinsames Verständnis herzustellen. Argumentationsketten sollen nachvollziehbar sein, weshalb anschließend auch zentrale Konzepte von Geld und Kapitalismus, Macht und der menschlichen Psyche sowie der Sozialpsychologie dargestellt werden.
In Teil II werden diese Konzepte aufgegriffen und die bei oberflächlicher Betrachtung nicht sichtbaren Konsequenzen, ähnlich wie bei einem Theaterstück, sozusagen „vor den Vorhang“ geholt. Die Akteure, die ich vorstellen möchte, finden sich zunächst jeweils in ihrer Rolle und danach in einer Betrachtung hinter den Kulissen des Theaters wieder. Die Schauspieler heißen zunächst Politik, dann Medien. Vertiefende psychologische und sozialpsychologische Erkenntnisse bezüglich Manipulation und Hypnose der Massen, die von Machteliten größtenteils bewusst eingesetzt werden, sind auch in diesem Teil angeführt. Natürlich wird auch die Regie vorgestellt, das sind in erster Linie Finanz, Banken und Konzerne. Abschließend wird die Frage gestellt, ob weitere Akteure im Hintergrund agieren könnten.
Teil III zeigt die sichtbaren Folgen von Handlungen auf, die Menschen in der Logik des zuvor beschriebenen kapitalistischen Systems vollziehen. Ich schreibe bewusst von „Menschen“ und nicht von einem abstrakten System, weil diese Sichtweise uns ansonsten aus unserer Verantwortung entlassen würde. Schließlich ist es von Menschen geschaffen und kann somit auch von Menschen verändert werden. Es gibt also sowohl die Verantwortung gewisser Akteure als auch eine Verantwortung der großen Masse an Menschen, die diese Zustände zulassen oder über sich ergehen lassen. Wo zeigen sich nun diese Zustände? In der Art und Weise, wie produziert wird und in weiterer Folge in der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen auf diesem Planeten. Sie zeigen sich auch in korrumpierten Institutionen, sozialen Verwerfungen, Unruhen und kriegerischen Auseinandersetzungen. Schließlich zeigen sie sich auch in der völligen Entfremdung von der menschlichen Natur. Eine von Machteliten erfolgreich und generationenübergreifend ausgeübte Gehirnwäsche mündet nunmehr in die lebensfeindliche Dystopie des Transhumanismus. Es ging und es geht immer um Macht und Kontrolle.
In Teil IV werden, als Praxisbeispiel für gravierende Veränderungsprozesse zum Nachteil eines Großteils der Weltbevölkerung, die ab dem Jahr 2020 einsetzenden „Maßnahmen gegen Corona“ analysiert und begründet. Mit Hilfe einer im Vergleich nicht sonderlich gefährlichen Viruserkrankung, werden die Mechanismen von Angsterzeugung bis zur endgültigen Abschaffung der in den letzten Jahrzehnten schon deutlich reduzierten demokratischen Partizipation aufgezeigt. Anschließend wird ein Ausblick auf andere laufende Agenden und mögliche Zukunftsszenarien gegeben, die mir aus der Sicht herrschender Machteliten logisch erscheinen.
In Teil V möchte ich Mut und Hoffnung vermitteln. Angesichts der zahlreichen doch negativen Darstellungen in allem, was zuvor beschrieben wurde, sehe ich es als Pflicht an, Perspektive und Fokus wieder ins rechte Licht zu rücken. Dieser Abschnitt zeigt auch meine eigene Wandlung hin zu einem spirituellen Menschen, indem ich auch beschreibe, wie ich mich nicht mehr vom „Nonsens“ in der Außenwelt treiben oder ablenken lasse. Ich hatte bereits im Jahr 2011 begonnen, dieses Buch zu schreiben (siehe Vorwort) und dessen Inhalt bis inklusive Teil III gedanklich zu manifestieren. Ich wusste aber damals nicht, wie ich zu einem positiven Ende gelangen würde. Darum unterbrach ich für einige Jahre, um meinen Fokus auf die Selbstfindung und Bewusstseinsbildung zu richten, mit anderen Worten: Nach innen. Dieser Blick nach innen lohnt sich, die innere Welt ist viel größer als die äußere und sie enthält Intuition, Liebe und Glück. Sobald dieser Weg beschritten wird, ermöglicht er auch Handlungsfähigkeit. Dann wird der eigene scharfe Verstand zum bewussten Werkzeug und dient nicht länger als Mittel zur Selbstsabotage. Wir neigen sonst dazu, uns durch ständige irrationale Ängste ablenken und blockieren zu lassen. Im Moment eines klaren Geistes macht es auch Sinn, sich mit den Alternativen auseinanderzusetzen, die in der Realität tatsächlich reichhaltig vorhanden sind. Es werden in weiterer Folge Denkanstöße gegeben, wie wir uns miteinander vernetzen können, um zu einem besseren Leben für Alle und zur Achtsamkeit im Umgang mit unserem schönen Planeten beizutragen. Wenn Sie heute damit aufhören, das Trennende zu leben und sich spalten zu lassen, werden Sie feststellen, dass fast alle Menschen die gleichen Grundbedürfnisse haben. Gemeinsam sind wir stark!
Viele Menschen spüren, dass sich die Welt im Umbruch befindet und die Art und Weise, wie wir miteinander und dem Planeten umgehen, an die Grenzen der Belastbarkeit stößt. Viele wissen zumindest einigermaßen, was alles falsch läuft, verlieren sich aber darin und verzweifeln, weil sie sich ohnmächtig und ausgeliefert fühlen. Auch ich habe früher diesen Schmerz durchgemacht, weshalb ich zwischendurch immer wieder einiges aus meiner Erfahrung einfließen lasse. Damit möchte ich zeigen, wie ich vom streng rationalen Denken in die Spiritualität und ins eigene Fühlen, also ins Leben mit allen Höhen und Tiefen, zurückgefunden habe. Allen Lesern dieses Buches sei daher mein (natürlich subjektives) Gesamtbild angeboten, in dessen Zentrum die Perspektiven stehen, die zur inneren Weite führen.
Wenn Menschen über komplexe Themen miteinander reden, müssen sie einander verstehen können. Nachstehend in alphabetischer Reihenfolge meine Interpretationen von Begriffen, die in diesem Buch verwendet werden.
Anarchie
Abwesenheit von Herrschaft; alle Menschen sind gleich an Rechten und Pflichten, Hierarchien und Autoritäten werden abgelehnt. Dieser Begriff wird teils bewusst, teils aber auch unbeabsichtigt von Medien und Politik mit „Anomie“ gleichgesetzt.
Anomie
Soziologisch: „Normlosigkeit“. Wenn gegebene Normen und kulturelle sowie soziale Ziele (z.B. Chancengleichheit) von weiten Teilen der Bevölkerung nicht mehr getragen werden, kommt es zum Verlust der sozialen Ordnung, der sich auch gewalttätig entladen kann. Dieser Begriff wird oft mit „Anarchie“ verwechselt.
Besitz
Gegenstände bzw. Objekte, die genutzt werden, gelten als Besitz. Dazu gehört beispielsweise auch der Sessel, auf dem man gerade im Wartezimmer eines Arztes sitzt, auch wenn man diesen nicht gekauft hat.
Deflation
Reduzierte Geldmenge im Vergleich zur Wirtschaftsleistung (Summe der Waren und Dienstleistungen). Details siehe I.2.4.
Ego
Das Ego ist der Teil der menschlichen Psyche, der für die Überlebensmechanismen zuständig ist. Es ist aber auch die Illusion eines Selbst, das ständig bewertet, vergleicht und verurteilt.
Eigentum
Gegenstände bzw. Objekte, welche rechtlich an eine Person oder Unternehmen gebunden sind und in der Regel durch einen Kaufnachweis oder amtlichen Eintrag (z.B. Grundbuch) dokumentiert werden, gelten als Eigentum. Es besteht keine Pflicht, das Eigentum auch selbst zu nutzen. Neben dem materiellen existiert auch das geistige Eigentum, welches durch Patente an bestimmte Personen/Unternehmen gebunden ist. Wichtige Erkenntnis an der Stelle: Ohne Eigentum funktioniert kein Kapitalismus!
Einfaches Gesetz
In Parlamenten von der anwesenden Mehrheit beschlossenes Gesetz, wobei für die Abstimmung eine bestimmte Anzahl1 von Abgeordneten anwesend sein muss.
Einkommen
Der Begriff „Einkommen“ wird oft in politischen Diskussionen mit Vermögen gleichgesetzt, um unter dem Hinweis auf Mehrfachbesteuerung von Vermögenssteuern abzulenken. Aus bestehendem großem Vermögen lässt sich nämlich viel mehr Kapital generieren als durch Arbeitseinkommen. Das trifft insbesondere auf die heutige Situation zu, in der die Umverteilung „von unten nach oben“ bereits weit fortgeschritten ist.
Erlass (verwaltungsrechtlich)
In als demokratisch bezeichneten Systemen ist ein Erlass eine Anordnung innerhalb der staatlichen Struktur, nicht aber gegenüber den Staatsbürgern. Dieser juristische Begriff wird häufig mit dem der „Verordnung“ bewusst oder unbewusst in den Massenmedien verwechselt.
Faschismus
Giralgeld, Buchgeld
Durch Kreditgeldschöpfung von Geschäftsbanken entstandene Geldmenge.
Globalisierung
Zentralisierung wirtschaftlicher Strukturen und politischer Institutionen, die insbesondere staatenübergreifend agierenden Konzernen und Finanzmarktakteuren zugutekommen. Ermöglicht wird dies durch neue Informations- und Kommunikationstechnologien, die die weltweite Vernetzung vereinfachen.
Globalismus, Globalisten
Ideologische Vorstellung, dass Nationalstaaten aufzulösen und durch eine zentrale „Welt-Regierung“ unter Kontrolle von Globalisten zu ersetzen sind. Globalisten sind Machteliten, die mittels eigener ökonomischer Möglichkeiten daran arbeiten, diese Ziele zu erreichen.
Haltungsjournalismus, Gesinnungsjournalismus
Journalismus, der Kommentare nicht mehr als solche kennzeichnet. Journalisten, die ihre eigene oder eine als Agenda vorgegebene politische bzw. ideologische Gesinnung über die Massenmedien transportieren, versuchen die Bevölkerung gezielt in Richtung dieser Haltung zu erziehen.
Herrschaft
Eine spezielle Form der Ausübung von Macht ist Herrschaft. Wenn eine Gruppe von Menschen einen Befehl unabhängig von dessen Inhalt gehorsam befolgt, gleichgültig ob dies freiwillig oder widerwillig geschieht, liegt ein Herrschaftsverhältnis vor.2
Ideologie
Gemeinsam geteilte Handlungsanweisungen und Denkweisen einer Gruppe, die sich durch eben diese von anderen Gruppen abgrenzt. Ideologie schränkt die Fähigkeit zum bewussten und offenen Diskurs mit, sowie die Toleranz gegenüber Andersdenkenden, massiv ein.
Impfung
Eine Impfung ist ein präventiv eingesetztes Medikament, welches bei gesunden Menschen zur Vorbeugung gegen gewisse Krankheiten, mit abgeschwächten (Lebendimpfstoff) oder abgetöteten (Totimpfstoff) Erregern sowie in der Regel toxischen Wirkverstärkern, in den Körper verabreicht wird. Ziel ist ein Training des Immunsystems, um so einen Eigenschutz sowie einen Schutz vor Übertragung auf andere Menschen, zu erreichen. Werden diese Ziele nicht erreicht, ist der Begriff „Impfung“ irreführend.
Inflation
Überschuss der Geldmenge im Vergleich zur Wirtschaftsleistung, also der Summe aller Waren und Dienstleistungen in einer Volkswirtschaft (Staat). Über die Ursachen und andere Details siehe I.2.4.
Kapitalismus
Herrschaftssystem, in dem die Besitzer von Kapital die Macht ausüben.
Kon(tra)kurrenz
Konkurrenz bedeutet aus der lateinischen Herkunft „miteinander gehen“, das im Widerspruch zur heutigen Wortverwendung steht. Deshalb verwende ich in diesem Buch „Kontrakurrenz“ als treffenderen Begriff für „gegeneinander gehen“.
Macht
Macht übt aus, wer in einer sozialen Beziehung einem anderen Menschen faktisch oder potenziell den eigenen Willen aufzwingen kann.3
Machteliten
Ich verwende diesen Begriff sehr häufig in „Das Gesamtbild“. Er ist die sozialwissenschaftliche Definition für Akteure, welche über die Mittel verfügen, um ihre Entscheidungen gegenüber der Bevölkerungsmehrheit durchsetzen zu können. Bei genauerer Betrachtung handelt es sich dabei nicht um „Eliten“, sondern um korrupte und unmoralisch agierende Persönlichkeiten. Sie saugen Leistung von der Allgemeinheit ab, tragen im Gegenteil nichts Positives bei, weshalb niemand deren Wirken benötigt.
Mittelschicht
Die Mittelschicht verfügt materiell gesehen, je nach Berechnungsmethode, über den Bereich etwas unterhalb bis etwas oberhalb des Medianvermögens. In Gesellschaften mit seit längerer Zeit bestehendem kapitalistischem Geldsystem, erodieren in Folge Zusammenhalt und Mittelschicht, während gleichzeitig die Unterschicht immer mehr anwächst. Sinnvollerweise kann auch neben dem Gehalt bereits ererbtes, vorhandenes Vermögen zur Berechnung der Schichtzugehörigkeit verwendet werden. Große Vermögen verhelfen zu einem weitaus größeren Reichtum als jener, der mit Arbeit zu erreichen wäre.
Mittelstand
Wird politisch beabsichtigt mit dem Begriff „Mittelschicht“ gleichgesetzt. Der Mittelstand ist aber ein Begriff aus dem Ständestaat, in dem verschiedene berufliche Funktionen bzw. Berufsgruppen beschrieben wurden. Heute wird der Mittelstand in der Regel mit dem Unternehmertum gleichgesetzt, sofern Betriebe nicht größer als KMUs (Kleinbetriebe bis mittelgroße Unternehmen) sind, sich in Familienbesitz befinden oder noch wenigstens ein Gründungsmitglied daran beteiligt ist.
Naturrecht
Aus der Natur des Menschen begründete Rechtsordnung. Es umfasst das Wahre, Gute und Schöne, das alle Menschen verstehen und teilen, die in harmonischer Verbindung mit ihrer Seele stehen.
Neoliberalismus
Ideologie, in der ein sogenannter „freier Markt“ gepriesen und propagandistisch als Naturgesetz dargestellt wird, den es aber in der Realität nicht gibt. Neoliberalismus ist das Gegenteil von Liberalismus! Es ist die gezielte Einflussnahme von großen kapitalistischen Institutionen auf die Politik, um Eigeninteressen durchzusetzen. Der vermeintlich „unregulierte“ Markt führt im Endeffekt dazu, dass die finanzkräftigeren Unternehmen die Schwächeren aufkaufen, bis in allen Branchen Monopole agieren – das exakte Gegenteil von einem „freien Markt“. Der Neoliberalismus wird daher als Vorwand genutzt, um Privatisierungen (=Raub an der Öffentlichkeit) sowie Gesetze zum Nutzen der herrschenden Hochfinanz und Konzerne durchzusetzen, welche ausschließlich den Wohlstand der Reichen und Superreichen vermehren. Wie jede Ideologie arbeitet der Neoliberalismus massiv mit psychologischen Techniken der Meinungsmanipulation und Empörungsmanagement.
„Öligarchie“, „Öligarchen“
Ein globaler Zusammenschluss von Eigentümern der Ölindustrie, bestehend aus wenigen, jeweils regionalen Monopolen, mit dem Ziel der absoluten Kontrolle über die Ressource Erdöl. Die ursprüngliche „Öligarchie“ entstand bereits im 19. Jahrhundert.
Pandemie
Ursprünglich im Wortsinn ein globales Ereignis, in dessen Rahmen ein Krankheitserreger viele Todesfälle weltweit verursacht. Im Zuge der recht ungefährlichen „Schweinegrippe“ 2009 änderte die WHO jedoch diese Definition eines derartigen gesundheitlichen Notstandes auf das Auftreten vieler Infektionsfälle.4 Somit kann seither jede leichte Erkältungserkrankung (=„Schnupfen“) als Pandemie deklariert werden.
Privat(isieren)
Propaganda, Public Relations (PR)
Versuch der psychischen Beeinträchtigung von Menschen durch Medien, um deren Einstellungen, Meinungen und Überzeugungen in Richtung des Wohlgefallens einer herrschenden Elite zu manipulieren.
„Public-Private-Partnership“ (PPP)
Verstrickung internationaler Großkonzerne oder einflussreicher Einzelpersonen mit der öffentlichen Verwaltung, den Systemmedien und der Politik, um die Interessen dieser nicht gewählten Institutionen ohne demokratische Legitimation durchzusetzen. PPP entspricht dem als „autoritärer Korporatismus“ bezeichneten Wirtschaftssystem in der faschistischen Diktatur von Benito Mussolini. Der autoritäre Korporatismus hat mit den letzten Jahrzehnten des Neoliberalismus begonnen und ist das nunmehr dominierende Wirtschaftssystem.
Regime
Staatsgefüge, das einer Diktatur, einem totalitären System oder einer Zuschauerdemokratie entspricht, in der das Staatsvolk nur scheinbar über ein Mitspracherecht verfügt.
Schulden
Ohne Schulden kein Geld! Geld ist „Schuld“, was ursächlich mit der Entstehung als Kreditgeld zusammenhängt. Details dazu in I.2.
Sichteinlagen
Irreführender Begriff, der dem eigentlichen Wortsinn widerspricht: Es handelt sich mitnichten um gebundene Einlagen auf einem Sparbuch, sondern schlichtweg um aus Kredit entstandenes Giralgeld.
Sozialdemokratie
Im Bemühen, das kapitalistische Herrschaftssystem zu erhalten, wurden im 20. Jahrhundert Parteien gegründet, die zu Beginn möglicherweise eine Überwindung des Kapitalismus im Sinn hatten. Sozialdemokratische Parteien versuchten in weiterer Folge, die negativen Verteilungseffekte von Arm zu Reich durch Umverteilung per Steuern zu reduzieren, was jedoch dieses per se instabile Herrschaftssystem am Leben erhält. Aufgrund der zunehmenden Kapitalkonzentration von Konzernen und Banken gekauft, gleichen die Politiker dieser Parteien seit einigen Jahrzehnten allen anderen, die im politischen Spektrum vertreten sind.
Sozialismus
Fälschlicherweise oft mit Sozialdemokratie gleichgesetzt. Der Sozialismusbegriff wurde im 19. Jahrhundert als politische Ideologie einer „gerechten“ Sozial- und Wirtschaftsordnung u.a. von Marx, Engels erdacht – auch wenn es schon davor frühsozialistische Überlegungen gab. So wie gedacht, hat der Sozialismus allerdings nirgendwo existiert. Aus diesen Denkrichtungen haben sich Kommunismus und „Realsozialismus“ sowie die Sozialdemokratie entwickelt. In all diesen Weiterentwicklungen war die ursprüngliche Forderung der Überwindung des Kapitalismus verschwunden; der Kommunismus wurde zum autoritär geführten Staatskapitalismus, die Sozialdemokratie zur kapitalismuskonformen und systemverlängernden Maßnahme.
Teuerung
Wenn höhere Preise infolge einer Inflation nicht durch gleichermaßen höhere Einkommen ausgeglichen werden, greift die Teuerung, die den Großteil der Bevölkerung ärmer macht.
unterrichten
Untertanen erzeugen, die gehorsam sind und an jenes System glauben, in dem sie aufwachsen. Im regulären Schul- und Bildungssystem wird von einem defizitären Menschenbild ausgegangen, in dem Menschen geformt werden müssen, um in dieser Gesellschaft zu funktionieren.
Verfassungsgesetz
Gesetz, das mit einer qualifizierten Mehrheit von mindestens zwei Drittel der Abgeordneten und einer höheren Anwesenheitspflicht als bei einfachen Gesetzen (unterschiedlich je nach staatlicher Verfassung) in einem Parlament zustande kommt.
Vermögen
Das Gegenstück zu Schulden. Da Geldvermögen auch in Sachwerte (Eigentum) umgewandelt werden kann, umfasst der allgemeine Vermögensbegriff auch diese. Wenn implizit nur Geldvermögen gemeint ist, wird ein solches in diesem Buch auch exakt so bezeichnet, weil diese Unterscheidung wichtig ist.
Verordnung
Exekutivorgane wie beispielsweise Regierungen sind per Verordnung dazu ermächtigt, Rechtsnormen mit Gültigkeit für die allgemeine Bevölkerung und unter Umgehung des gewählten Parlaments durchzusetzen. Voraussetzung dafür ist aber, dass sie auf übergeordneten Gesetzen basieren und diesen sowie der Verfassung nicht widersprechen.
Verschwörung
Absprache zwischen zwei oder mehreren Personen, um gewisse, eigennützige Ziele zu erreichen. Diese Absprache findet geheim und unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Verschwörungstheorie
Der Begriff „Verschwörungstheorie“ wurde mit dem Mord an US-Präsident John F. Kennedy vom Geheimdienst CIA in die Welt gesetzt, um als Denkverbot alle dem Mainstream widersprechenden Thesen öffentlich zu diskreditieren. Seither hat sich diese Bezeichnung für derartige Denkverbote im allgemeinen Sprachgebrauch etabliert.
Weisung
Eine Weisung ist ein Befehl innerhalb der staatlichen Verwaltung, die von einer übergeordneten Stelle an einen bestimmten Adressaten gerichtet ist. Widersprechen Weisungen aber Gesetzen oder sogar verfassungsrechtlich bestimmten Grundrechten, so ist der Befehlsempfänger nicht nur dazu berechtigt, sondern verpflichtet, die Durchführung der entsprechenden Weisung zu verweigern. Das wird auch als „Remonstrationspflicht“ bezeichnet.
Westen, westliche Staaten (geopolitischer Block)
USA, alle Staaten der Europäischen Union plus Norwegen, Island, Schweiz, Liechtenstein sowie Großbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland als ehemaliges Commonwealth, Israel.
1 den jeweiligen staatlichen Verfassungsregularien entsprechend.
2 sinngemäße Definition nach Max Weber: „Wirtschaft und Gesellschaft“
3 sinngemäße Definition nach Max Weber: „Wirtschaft und Gesellschaft“
4 Robert Koch Institut (2.8.2010): „Hat die Weltgesundheitsorganisation die Pandemiephasen-Definition geändert, damit eine Pandemie ausgerufen werden konnte?“: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Pandemie/FAQ20.html
Im Gymnasium hatte ich nichts über Kostenrechnung, Buchhaltung und die grundlegenden ökonomischen Theorien gelernt. Während vier Semestern des Studiums der Handelswissenschaften stellte ich viele unhinterfragte Dogmen und willkürliche Bewertungen fest, weshalb ich mangels Wissenschaftlichkeit in weiterer Folge die Lust verlor, dieses Studium weiterzuführen. Viele Jahre vergingen und im Zuge der Finanzkrise 2008 war mein Interesse an Ökonomie plötzlich wieder da, nämlich um deren Hintergründe zu erforschen. Nach umfangreicher Recherche stieß ich auf die fundamentalen mathematischen Widersprüchlichkeiten, die dem Kapitalismus innewohnen. Was damals nur ein diffuses Gefühl in mir auslöste, dass hier etwas nicht stimmen konnte, bestätigte sich nun auch faktisch. Die nachfolgenden Informationen werden und wurden in einem Ökonomiestudium größtenteils nicht vermittelt, weil an Universitäten die neoklassische Theorie weit verbreitet ist. Ich kenne auch nur vereinzelt Professoren, die von diesem Lehrplan abweichende Ansichten teilen.
Geld übt auf viele Menschen deshalb so viel Anziehungskraft und Faszination aus, weil es quasi überall gegen Sachen und Dienstleistungen eingetauscht werden kann. Es gaukelt somit ein Gefühl von Sicherheit vor. Ein Gefühl, dass nahezu alle Bedürfnisse der materiellen Welt damit befriedigt werden könnten. Auch viele Ökonomen sind aus diesem Grund der Ansicht, dass Geld so etwas wie einen Tauschwert haben müsse. Tatsächlich hat es das aber nicht, wie ausgerechnet Krisenzeiten in der Vergangenheit bewiesen haben.
Entscheidet sich nämlich ein Geschäftspartner dazu, dieses Geld nicht zu akzeptieren, wird es nicht zum Handel kommen. Geld funktioniert also nur solange, wie die jeweiligen Handelspartner darin übereinstimmen, darauf zu vertrauen, dass es einen entsprechenden Wert hat. Der Gesetzgeber weiß um diese Problematik und zwingt deshalb per Gesetz die Menschen dazu, Geld anzunehmen, es wird somit zum gesetzlichen Zahlungsmittel. In Krisenzeiten bei rasch schwindendem Geldwert wirkt dieser Annahmezwang aber de facto nicht mehr.
Geld ist heute also „nur“ durch Vertrauen gedeckt. Während die Euro-Scheine keinerlei Hinweis darauf liefern, was sie eigentlich sind, sind die Aufschriften des US-Dollar hier konkreter. Bis 1933 (Gold) bzw. 1968 (Silber) waren gemäß Edelmetalldeckung die Scheine je nach aufgedrucktem Wert entweder in Silber oder Gold-Äquivalente direkt eintauschbar. Ab 1971 wurde aufgrund der hohen Kosten für kriegerische Handlungen, etwa dem Vietnamkrieg, durch Präsident Nixon die Eintauschbarkeit von US-Dollar gegen Gold (und Silber) vollständig aufgehoben. Mit dieser Aktion und der Bedeutung des US-Dollars als Weltreservewährung war das Ende des Goldstandards weltweit besiegelt. Seither vertrauen sie nur noch auf Gott („in god we trust“). Die USA sind diesbezüglich immerhin transparent, sie drucken diese Information seit 1864 auf ihre Münzen und seit 1955 verpflichtend auch auf ihre Banknoten.
Abbildung 1: Das erste $1 Silber Zertifikat (Vorder- und Rückseite), Serie von 1928 (Fr. Ref#1600). Signaturen von Harold Theodore Tate und Andrew W. Mellon. Quelle: National Numismatic Collection at the Smithsonian Institution, National Museum of American History, Public domain, via Wikimedia Commons, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:US-$1-SC-1928-Fr.1600.jpg
Was fällt an diesem US-Dollar auf? Als emittierende Stelle sind die Vereinigten Staaten angegeben und der aufgedruckte Wert von 1 USD kann jederzeit gegen eine vordefinierte Menge an Silber eingetauscht werden.
Abbildung 2: Banknote 1 USD, Vorderseite, Serie 2009. Quelle: Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=23332139
Diese Banknote wird von der Zentralbank „Federal Reserve“ ausgegeben, welche selbst aber de facto unter der Kontrolle einiger großer Privatbanken steht.5 Dieses Geld ist ein Schuldschein für alle privaten und öffentlichen Schulden.
Abbildung 3: Banknote 1 USD, Rückseite, Serie 2009. Quelle: Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=23343835
Die Aufschrift „in god we trust“ offenbart, dass dieser Geldschein nur durch den Glauben daran einen Wert erhält, aber wie so oft trügt der Schein. Ebenso sorgt die Pyramidenstruktur mit dem Auge an der Spitze für wilde Spekulationen bezüglich einer Unterwanderung der Vereinigten Staaten durch gewisse Machteliten.
Viele Menschen meinen, dass die Erscheinungsformen von Geld mit dessen Entstehung zu tun hätten. So wird häufig angenommen, Papiergeld käme aus der Druckerpresse und somit müsse schlussfolgernd alles Geld vom Staat oder einer Zentralbank stammen. Das ist natürlich zum Teil richtig, hat aber noch nichts damit zu tun, wo es entsteht und wie es in Umlauf kommt. Als Analogie dazu wird in der Schule im Physikunterricht gelehrt, dass der Strom nicht ursprünglich aus der Steckdose stammt, sondern dies nur das Resultat eines Prozesses sein kann. Nachfolgende Tabelle zeigt eine Übersicht über die verschiedenen Arten von Geld und wie diese in Umlauf kommen:
Abbildung 4: Tabelle über Formen, Herausgeber und In-Umlauf-Bringung von Geld. Eigene Darstellung.
Beispiel einer Kreditaufnahme von 1000,- in der jeweiligen Buchhaltung:
Aus Sicht der Bank
Aktiva (=Haben, Forderungen)
Passiva (Verbindlichkeiten)
Kredite an Kunden
1000
Täglich fällig
1000
1000
1000
Aus Sicht des Kreditnehmers
Haben
Soll
Giralgeld- oder„Giro“-Guthaben
Kreditschuld
1000
1000
1000
1000
„Täglich fällig“ bedeutet für eine Bank, dass Kreditnehmer jederzeit auf dieses zunächst digital zur Verfügung gestellte Geld zugreifen können, bar oder digital per Überweisung. Deshalb muss das Geldinstitut auch ausreichend Bargeld für den Fall der Behebung des Betrages vorrätig halten (Huber 2010, 21).
Durch die Geldschöpfung der oben genannten Geldeinheiten (Münzen, Papierscheine, Giralgeld) können Gewinne entstehen, wenn der geprägte bzw. bedruckte Nennwert über den Materialkosten liegt. Dieser Gewinn wird als „Seigniorage“ bezeichnet. Doch wer erhält diese Gewinne? Dies ist unterschiedlich und abhängig von der Erscheinungsform.
Staatliches Münzregal:
Die Differenz zwischen Nennwert und Prägungskosten fällt tatsächlich als Gewinn an die jeweiligen Staaten. Aus diesem Grund sind aber die Münzen mit dem geringsten Nennwert in der Regel unbeliebt, weil die Prägekosten in diesen Fällen sogar höher sind und somit den Staaten ein realer Verlust entsteht. Im Euro-Raum betrifft dies vor allem die Kupfermünzen mit Nennwert 1 und 2 Cent, weshalb schon vor einigen Jahren eine Diskussion darüber entstand, diese einfach gänzlich abzuschaffen.6
Papiergeld:
Je nach Staat bzw. Währungsraum bestehen Unterschiede, wer die Gewinne aus der Bar-Papiergeldschöpfung erhält, abhängig von der Eigentümerstruktur der jeweiligen Zentralbanken. Im Fall der Europäischen Zentralbank (EZB) halten zwar die 27 Nationalbanken der Mitgliedsstaaten alle Anteile, diese sind in der Regel jedoch selbst Aktiengesellschaften, welche sich damit zum Teil oder vollständig (Italien, Griechenland) in Privateigentum befinden. Selbst wenn ein Staat alle Anteile hält, existiert die Unabhängigkeit tatsächlich nur in den Statuten, in der Realität herrscht umso mehr politische Einflussnahme vor. Die (noch) wichtigste Zentralbank der Welt, die Federal Reserve (FED) in den USA, befindet sich im Eigentum der regionalen FED Notenbanken. Diese wiederum sind allerdings zur Gänze im Eigentum privater Banken.
Giralgeld:
Durch Kreditvergaben schöpfen Geschäftsbanken den bei weitem größten Anteil der vorhandenen Geldmenge. Dadurch fällt auch der größte Gewinn der Seigniorage an die Eigentümer dieser Banken und abgesehen von der notwendigen digitalen Infrastruktur, verursacht diese Art der Geldschöpfung auch die geringsten Kosten. Den Staaten entgeht damit gleichzeitig eine riesige Einnahmequelle.
Kritiker des bisherigen Systems wie Joseph Huber, fordern daher ein demokratisches „Vollgeld“-System, in dem die Kontrolle der Geldschöpfung bei den Zentralbanken liegt und die Seigniorage direkt an den Staat gehen sollte. Von viel größerer Bedeutung wäre es aber, so die unkontrollierte Ausdehnung der Geldmenge durch Geschäftsbanken effektiv unterbinden zu können. Warum das? Ein Blick auf nachfolgende Statistik offenbart, wieviel von den jeweiligen Formen von Geld in Umlauf gebracht wird und wurde. Sie offenbart ebenso die heutige Bedeutung von Giralgeld und die darauf aufbauenden, zunehmend irrealen Geldmengenkonstrukte des Finanzsystems. Die Geldmengen sind irreführend, weil kumulativ definiert.
Darüber hinaus sind sie nicht vergleichbar, weil jeder Währungsraum eigene Kategorien bildet. Die EZB listet auf:
M0 (Geldbasis): Bargeld und Zentralbankgeld als Buchungszeilen auf Konten der Geschäftsbanken,
M1: Bargeld + täglich fällige „Sichteinlagen“ (=Giralgeld),
M2: M1 + Einlagen mit Laufzeit bis zwei Jahren + Einlagen mit gesetzlicher Kündigungsfrist bis zu drei Monaten,
M3: M2 + Anteile an „Geldmarktfonds, Repoverbindlichkeiten, Geldmarktpapieren und Bankschuldverschreibungen“ mit Laufzeit bis zu zwei Jahren.
Abbildung 5a: Diagramm Geldmengen im Euro-Raum, Zeitreihe von 01/2010 bis 01/2022, gerundet ohne Kommastellen. Eigene Darstellung.
Datenquelle: Österreichische Nationalbank „Geldmenge M3 und Gegenposten im Euroraum“, https://www.oenb.at/isaweb/report.do?report=1.3.1
in Mrd. Euro
Jänner 2010
Jänner 2014
Jänner 2018
Jänner 2022
Bargeld
762 (8,2%)
913 (9,2%)
1.114 (9,4%)
1.482 (9,5%)
täglich fälliges Giralgeld
3.784 (40,5%)
4.503 (45,6%)
6.690 (56,2%)
9.828 (63,2%)
M2 ohne M1
3.675 (39,4%)
3.823 (38,7%)
3.455 (29,0%)
3.459 (22,3%)
M3 ohne M2
1.111 (11,9%)
633 (6,4%)
645 (5,4%)
775 (5,0%)
M3 / Gesamt
9.332
9.872
11.904
15.544
Abbildung 5b: Tabelle Geldmengen im Euro-Raum, Zeitreihe von 01/2010 bis 01/2022, gerundet ohne Kommastellen. In Klammern relativer Anteil (%) von M3 / Gesamt, gerundet auf eine Kommastelle. Eigene Darstellung. Datenquelle siehe Abb. 5a.
In der obigen Tabelle fehlt im Vergleich der Umlauf von Münzen, weil unter Bargeld die Summe von Münzen und Banknoten zu verstehen ist. Gemäß Statistiken der EZB macht das Münzgeld allerdings nur etwa 0,2% der gesamten Geldmenge aus. Im Jänner 2009 betrug der Münzumlauf 20 Mrd. Euro, in 01/2021 30,4 Mrd. und 01/2022 31,3 Mrd. Euro.7 Mit Jänner 2022 beträgt der Umlauf an Bargeld 9,5% und an Giralgeld gesamt 90,5%. Im Vergleich von 2010 bis heute wächst die Gesamtgeldmenge (M3) exponentiell an, vor allem getrieben von einer immer stärker ausufernden Giralgeldschöpfung (täglich fällig!) und einem weniger starken Bargeldzuwachs, während die anderen Aggregate relativ konstant im Zeitverlauf bleiben. Der Begriff „Geld drucken“, in der Vorstellung oft mit Druckerpresse assoziiert, trifft also nicht in dem Ausmaß zu, wie die Geldmengen auf Konten anwachsen, auch wenn eine massive Schöpfung von Zentralbankgeld (bar und digital) die Grundvoraussetzung für die Geldschwemme ist.
Die weitaus größte Geldmenge besteht aber aus Wetten auf Geld, die in derartigen Statistiken gar nicht erfasst wird: Es sind Finanzprodukte, die von „Schattenbanken“ in Umlauf gebracht werden. Zu diesen „Schattenbanken“ zählen u.a. Investmentfonds. Über die größte Marktmacht verfügen aber mittlerweile die großen „Vermögensverwalter“ wie „BlackRock“ und die „Vanguard Group“. Diese Marktmacht äußert sich in der Fähigkeit, Märkte beliebig nach oben oder unten manipulieren zu können. Dies geschieht hauptsächlich durch Wetten auf alle möglichen Finanzprodukte, also zukünftige Zinsniveaus, Preise und Börsenkurse sowie in Paketen zusammengefassten Finanztiteln, im Fachjargon als Derivate bezeichnet. Diese Wetten werden auf steigende oder fallende Kurse in der Zukunft abgeschlossen und können ab diesem Zeitpunkt zum angegebenen Preis entweder erworben oder gleich weiter investiert werden, ohne sie tatsächlich zu kaufen (=„Leerverkauf“). Ein Derivat wird somit zur als Finanzprodukt zertifizierten Wette. Da die ausstellende Bank für jedes dieser Zertifikate einen Anteil verlangt, gewinnt sie in jedem Fall immer. Derivate entziehen sich den Regulierungsinstrumenten und werden auch statistisch nicht genau erfasst. Wirtschaftsjournalist und Autor Ernst Wolff beziffert das gesamte Ausmaß spekulativer Anlagen bereits in Billiarden Euro.8 Das ist ein Vielfaches aller regulär auf Finanzmärkten gehandelten Wertpapiere!
Abbildung 6: Das Geld- und Finanzsystem im Zeitverlauf von etwa 70-80 Jahren. Eigene Darstellung, basierend auf: „Erich Hambach: Durch Enteignung besitzlos glücklich?“ (16.5.2022): https://youtu.be/BqgWSPuTj6A?t=1713
Aufgrund der Entstehung als doppelte Buchung entstehen Schulden gleichzeitig und fast spiegelbildlich mit Vermögen, im Zeitverlauf steigen beide exponentiell. Was hier eine schematische Darstellung ist, verläuft in der Realität mit leichten Schwankungen aufgrund von Krisen- und Boomphasen. Nach einigen Jahrzehnten steigen die Geldvermögen (1) über die volkswirtschaftliche Leistungskraft hinaus (2). Ab diesem Zeitpunkt, im jetzigen Zyklus waren dies die 70er Jahre, begannen die Banken durch Lobbying, die spekulativen Gelder oder „Wetten“ (X) einzuführen. Die Finanzmärkte begannen sich daraufhin von der Realwirtschaft völlig zu entkoppeln. Am Schnittpunkt, gekennzeichnet durch den schwarzen Pfeil, beginnt der Crash der gesamten Wirtschaft. Das ist nämlich der Punkt, an dem die Zinsforderungen (3) die Wirtschaftsleistung eines Staates bzw. Währungsraumes (2) übersteigen und die Schulden (4) nicht mehr bezahlt werden können.
Die Geldformen und deren Verteilung sind dennoch nur als Momentaufnahme der heutigen Zeit zu sehen, weil sich im historischen Kontext sowohl die Urheber als auch die umlaufenden Mengen der jeweiligen Geldformen massiv verändert haben. Für die nahe Zukunft nämlich und da den Profiteuren des jetzigen Systems dessen Instabilitäten bekannt sind, laufen jedenfalls in dem Moment, als ich dieses Buch schreibe, schon Planungen in Richtung genereller Umstellung auf digitales Geld. Dies würde die vollständige Übernahme der Geldschöpfung durch Zentralbanken bedeuten.9 Die positiven Reformideen von „Vollgeld“- oder „Monetative“-Initiativen haben damit jedoch gar nichts zu tun. Warum diese massive Umstellung dennoch geplant ist, obwohl kein Beitrag zum Gemeinwohl zu vermuten ist, wird noch detaillierter erläutert und schrittweise verständlicher, wenn Sie weiterlesen.
Das zweistufige Bankensystem besteht aus den jeweiligen Zentralbanken sowie den Geschäftsbanken. Banken handeln untereinander nicht mit Geld, sondern mit Reserven. Kredite dürfen daraus folgend nur in dem Ausmaß vergeben werden, wie es gesetzliche Vorgaben ermöglichen und inwieweit den Bedürfnissen von Nichtbanken entsprechende Reserven vorhanden sind. Diese Reserven untergliedern sich in Mindestreserve (gesetzliche Anforderung im Euroraum momentan 1%), Barreserve und Zahlungsreserve (=Überschussreserve). Joseph Huber beschreibt im Jahr 2017 Gesamtreserven im Euroraum von nur 2,5%, die sich auf 1,4% Barreserve, zwischen 0,1 und 0,5% Zahlungs- sowie 1% Mindestreserve aufteilen (Huber 2017, 16).10 Da es sich bei diesen Reserven offensichtlich nur um Bruchteile des tatsächlich vorhandenen Giralgeldes handelt, spricht man von fraktionalen Reserven oder „fractional reserve banking“.11 Um Reserven zu erhalten, hält jede Bank ein Konto bei der Zentralbank, welches übrigens nach der Bankleitzahl benannt wird.
Das Publikum sind alle Nichtbanken. Sie verwenden die bar und digital per Tastendruck aus dem Bankensystem generierten Zahlungsmittel. Die Banken können untereinander nicht damit handeln, die Geldmengen sind aber für die Höhe der vorzuhaltenden Reserven relevant. Die Zentralbank stellt erforderliche Reserven und Bargeld erst nach erfolgter Kreditvergabe zur Verfügung. Im fraktionalen Reservebanking kann die Zentralbank nicht prüfen, wofür die Reserven verwendet werden. Kundengeschäfte werden von den Geschäftsbanken mit ihren Eigengeschäften vermischt, deshalb ist auch die Umlaufgeschwindigkeit von Reserven im Interbankenkreislauf weitaus höher als die des Giralgeldes im Publikumskreislauf. Die Banken nutzen dieses Faktum zu ihrem Vorteil, um potenziell profitablen Eigengeschäften nachzugehen.
Die Zentralbank versucht mittels Leitzins indirekt, die Kreditvergabe der Geschäftsbanken zu steuern: Ein hoher Leitzins bedeutet, dass Banken bei der Zentralbank Reserven zu höheren Kosten leihen müssen, während ein niedriger Leitzins günstigere Reserven für die Banken bedeutet. Die Idee dahinter ist, dass Banken diese Zinskosten im Zuge der Kreditvergabe auch an das Publikum weitergeben und damit je nach wirtschaftlicher Lage mehr oder weniger Kredite vergeben werden. In Zeiten hohen Wirtschaftswachstums war auch das Zinsniveau hoch. Ein Teil der Zinsgewinne von Banken wird immer an die Sparer weitergegeben, was generell im Zeitverlauf zu problematischen Kapitalakkumulationen führt.12 Bei einem Leitzins von Null oder nahe Null, wie schon seit einigen Jahren üblich (und aufgrund hoher Staatsverschuldungen auch notwendig), entfällt diese Steuerungsmöglichkeit völlig. Ein negativer Zins würde zur Hortung von Bargeld führen, das ist – solange das Bargeld (noch) nicht abgeschafft ist – also keine Option. Zusammengefasst gelingt es Zentralbanken in der Praxis schlichtweg nicht, die nötige Kontrolle auf die Geldschöpfung mittels Zinsregulierung auszuüben.
Abbildung 7: Bankensystem und Publikum. Eigene Darstellung.
Warum wollen Geschäftsbanken das Geld der Sparer heute nicht mehr bzw. warum zahlen sie wenig bis kaum Zinsen dafür? In der Vergangenheit waren die gesetzlichen Anforderungen an die Reserven weitaus höher. Darüber hinaus wurde der Zahlungsverkehr in höherem Ausmaß als heute in Bargeld abgewickelt. Daher konnten erforderliche Reserven mit Hilfe des Bargeldes der Sparer ohne Unterstützung durch die Zentralbank oder anderer Geschäftsbanken aufgebaut werden. Da allerdings heute einerseits die Zentralbanken massiv und quasi kostenlos den Banken diese Reserven bar oder unbar (per Buchungszeile) zur Verfügung stellen und andererseits sowohl die gesetzlichen Anforderungen reduziert wurden als auch zunehmend bargeldloser Zahlungsverkehr im Publikum vorherrscht, ist das Geld der Sparer beinahe irrelevant geworden.
Manche aufmerksame Menschen haben sich sicherlich schon gefragt: Warum ist es in Zeiten der umfassenden Digitalisierung nicht möglich, dass eine getätigte Überweisung augenblicklich am Zielkonto ankommt? Das ist eine wesentliche Frage und die Antwort darauf ist einfach: Geschäftsbanken nutzen diesen zeitlichen Unterschied, um quasi im Gleichschritt Kreditgeld zu erschaffen. Wie funktioniert das nun?
Die Bilanzverlängerung13 bei der Kreditvergabe allein würde noch nicht automatisch zur Ausweitung der Giralgeldmenge führen. Das per Kredit zur Verfügung gestellte Geld wird logischerweise verwendet, entweder bar behoben oder auf andere Konten überwiesen. So könnte jemand, der beabsichtigt ein Haus zu bauen, mit dem neu geschaffenen Kredit ein Grundstück erwerben und anschließend Handwerker und Baumaterialien bezahlen. Dieses neu geschaffene Geld wandert also wieder auf Konten von Geschäftsbanken. Wenn diese Zahlungen auf den Konten der gleichen Geschäftsbank landen, die den ursprünglichen Kredit per Buchungssatz erfunden hat, müssen dafür keine Reserven bereitgestellt werden. Dies ist für die betroffene Bank der angenehmste Fall. Landen aber Abhebungen des Kunden zum Teil oder gänzlich auf Konten anderer Geschäftsbanken, müssen, im Rahmen des Clearings am Ende eines Geschäftstages, Reserven gemäß der Zahlungsausgänge der einen Bank auf die anderen Banken übertragen werden. Damit ist der erste Teil der obigen Frage beantwortet, warum eine Überweisung nicht augenblicklich am Zielkonto ankommen kann.
Abbildung 8: unabhängige Kreisläufe von Banken und Publikum. Diese Abbildung ist inspiriert von Abb. 2 aus (Huber 2017, 11). Eigene Darstellung.
In der Gesamtheit betrachtet wird natürlich der Saldo aller Zahlungen gebildet: Überwiegen bei einer Geschäftsbank die Zahlungsausgänge, müssen Reserven im prozentuellen Ausmaß gemäß der gesetzlichen Bestimmungen an andere Banken geliefert bzw. überschrieben werden. Liegen insgesamt mehr Zahlungseingänge vor, fließen Reserven an diese Bank. Ist also eine Bank größer mit dementsprechend mehr Kunden und Konten, wird sie in der Regel mehr Zuflüsse an Reserven als Abgänge verbuchen. Außerdem werden viel mehr Buchungen zwischen Kundenkonten intern erfolgen, wofür gar keine Reserven und Bargeld verschoben werden müssen. Gäbe es, als Gedankenspiel, nur eine einzige große Geschäftsbank, wäre diese in ihrer Möglichkeit der Giralgeldschöpfung völlig unabhängig von der Zentralbank, weil keine Reserven mehr verschoben werden müssten. Eine kleine Bank hingegen hat hohe Refinanzierungskosten durch ständige Abflüsse von Reserven. Deshalb war in den letzten Jahrzehnten, wie in anderen Branchen auch, aber vor allem im Bankensektor eine Tendenz zur Vergrößerung durch Übernahmen sowie Zusammenschlüsse zu beobachten.
Abbildung 9: Der Reserve- und Giralgeldbedarf wird bei größeren Banken geringer. Eigene Darstellung.
Nun erzeugt jede Zahlung einer Bank an eine Nichtbank Giralgeld, während jede Zahlung einer Nichtbank an eine Bank Giralgeld (jeweils per Buchungssatz) löscht. Woher kommt aber der Zins, um die Kredite gesamtwirtschaftlich betrachtet zu tilgen? Da dieser nicht mitgeschöpft wird und nur Banken befugt sind, Geld zu erzeugen, besteht ein permanenter Wachstumszwang, was eine ständige Nachfrage nach zusätzlichen Krediten bedeutet. In Summe wird in dieser Logik die Expansion die Löschung von Giralgeld immer übersteigen müssen. Die Geschäftsbanken weiten daher im Gleichschritt gemeinsam die Giralgeldmenge aus, was insgesamt zu einer enorm wachsenden Geldmenge führt. Es ist das System von Zins und Zinseszins, welches diesen exponentiellen Wachstumszwang erzeugt. In den nachfolgenden Kapiteln werde ich noch näher darauf eingehen.
In den Lehrbüchern und gemäß der Mainstream-Ökonomie wird Inflation als Anstieg des Preisniveaus und Deflation dementsprechend als Absinken des Preisniveaus deklariert, gemessen an einer jeweils gleichbleibenden Menge von Gütern und Dienstleistungen. Das sind aber bereits die Folgewirkungen einer mit Inflation einhergehenden Ausweitung der Geldmenge. Zu wenig umlaufendes Geld hingegen hängt mit Deflation zusammen. Vieles und vor allem die Dinge des täglichen Bedarfs werden im Laufe der Zeit spürbar teurer. Die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen steigt, unter anderem durch das weltweite Bevölkerungswachstum. Jeder Mensch kann diese Effekte schon beim täglichen Einkauf beobachten, vor allem über längere Zeit betrachtet.14 Was ist aber die Ursache dafür?
Wenn Sie bis hierhin aufmerksam gelesen haben, wissen Sie bereits, dass die Geldmenge exponentiell wächst. Die Menge an Gütern und Dienstleistungen kann aber nicht in diesem Ausmaß mithalten, was auf unserem schönen Planeten mit endlichen Ressourcen auch nicht wünschenswert wäre. Die Ökonomie-Lehrbuchmeinung ist folgende: Trifft eine größere Geldmenge auf ein kleineres Angebot an Waren und Dienstleistungen, steigt der Preis. Gestiegene Preise führen zu höheren Gehaltsforderungen der Arbeitnehmer, gestiegene Löhne erhöhen wieder den Druck auf Unternehmen, die Preise zu erhöhen. Diese Spirale setzt sich fort. Das ist aber nur der Blick auf die Realwirtschaft, die wahre Inflation ist auf den Finanzmärkten zu sehen. Wie im vorigen Kapitel ausführlich dargestellt, wird von Geschäftsbanken mittels kooperativer Geldschöpfung überschießend Giralgeld in Umlauf gebracht. Aber warum kommt dieses Geld beim Großteil der Menschen nicht an?
Ein Teil der Antwort wurde schon durch die Struktur des Bankensystems gegeben: Geschäftsbanken sollen Kredite vergeben, um die Wirtschaft mit ausreichend Geld zu versorgen. Aufgrund von Kreditvergaberichtlinien (Basel II, danach Basel III) wurden rechtliche Auflagen geschaffen, die für jene Unternehmen und Personen, die wirklich Kredite gebrauchen könnten, nicht erfüllbar sind und damit genau diese Kreditvergaben verhindern. Darüber hinaus ist es für Geschäftsbanken ertragreicher, das Geld nicht (mehr) in die Realwirtschaft zu investieren. Es landet auf den Finanzmärkten, wodurch dort Inflation entsteht, während gleichzeitig in der realen, produzierenden Wirtschaft zunehmend sogar Geld fehlt (=Deflation). Die Inflation auf den Finanzmärkten hat aber sehr wohl unangenehme Folgen für die Lebenshaltungskosten der durchschnittlichen Bevölkerung. Deutlich zu beobachten sind beispielsweise massive Teuerungen in folgenden Bereichen: Hohe Mieten und Kosten für Eigentumswohnungen wegen gestiegener Immobilienpreise, teure Grundnahrungsmittel aufgrund der Spekulation auf Lebensmittel und diverse Rohstoffe. Es wird in erster Linie all das spürbar teurer, was in Vermögenswerte15 investiert werden kann, fachlich als „Asset Price Inflation“ bezeichnet. Die gleichzeitig auftretende Deflation bedeutet im Gegensatz dazu Geldmangel in der Realwirtschaft, Kredite können nicht mehr zurückgezahlt werden und Firmenpleiten sowie Massenarbeitslosigkeit sind die Folge.
Wie kam es historisch gesehen zu diesen Entwicklungen? Ab den 1970er Jahren trat eine gewisse Abschwächung des Wachstums in der Realwirtschaft nach dem zweiten Weltkrieg ein. Die Banken konnten mit ihrem regulären Geschäft nicht mehr Giralgeldexpansion betreiben, ohne mit selbst geschöpftem Giralgeld die Realwirtschaft zu fluten und somit eine zu hohe Inflation zu verursachen. Überdies war das klassische Geschäftsmodell mit der Wachstumsabschwächung nicht mehr lukrativ, Bankenpleiten wären die Folge gewesen. Größere Banken lobbyierten daher erfolgreich für Lockerungen durch die Politik, um neue Finanzprodukte durchzusetzen. Diese Zeit war auch der Startschuss für den Einsatz der neoliberalen Ideologie.
Großbanken haben einen größeren Hebel, um eine positive oder ausgeglichene Zahlungsbilanz zu erreichen, weil mehr Kunden größere Geldmengen zur Bank bringen als von dort abfließen. Damit entsteht der Hebel, der diesen Banken zusätzliche Entnahmen ermöglicht. Unter Entnahmen sind zu verstehen: Gehälter und sämtliche notwendige Ausgaben für den laufenden Betrieb. Es sind aber auch Dividenden für die Aktionäre, Bonuszahlungen für Management und Vorstand sowie Spenden an Parteien und Stiftungen. Mittels Entnahmen wurde und wird zunehmend Giralgeld in die Finanzmärkte geleitet und in weiterer Folge aus den Finanzmärkten in die Derivate. Ein beträchtlicher Teil des zum Eigennutz geschöpften Giralgeldes dient der Vergrößerung des Reichtums von Management und Eigentümern, also dem Kauf von Vermögenswerten. Überdies muss jeder Kredit mit Sicherheiten hinterlegt sein: Kann dieser nicht mehr bedient werden, kassiert die Bank die Sicherheit ein, ohne jemals eine Leistung dafür erbracht zu haben; häufig ist das eine Immobilie. Ökonom Bernd Senf dazu: „Mit selbst geschöpftem Geld – kaufen sie die Welt.“ (Senf 2009, 13)16
Was genau ermöglicht den großen Banken diese Entnahmen? Bilanztechnisch haben Geschäftsbanken bei Kreditvergabe eine Verpflichtung, jederzeit Bargeld auszuzahlen. Da der Zahlungsverkehr aber zum größten Teil mittels Giralgeld erfolgt, müssen Banken diese Barschuld gegenüber dem Publikum nie bezahlen. Das ist es, was ihnen gewaltige gesellschaftliche und politische Macht verleiht. Entnahmen ermöglichen Steuerung, sei es zum Eigennutz oder zur Stärkung der Realwirtschaft, je nachdem, wohin das geschöpfte Giralgeld geleitet wird. Um diese Macht auszubauen, versuchen die Banken, die möglichen Entnahmen immer weiter zu steigern. Das wird erreicht, wenn vor allem zahlungskräftige Kunden gefunden werden, deren Zahlungseingänge die Ausgänge deutlich übersteigen. Mit Hilfe von Derivativen, die eine hohe Gewinnperspektive bieten, werden genau solche Kunden angezogen. Das Giralgeld kann vom Publikum nicht mehr unmittelbar abgezogen werden und damit beginnt eine Spirale, in der die möglichen Entnahmen weiter steigen (Seiffert 2012, 127f).
Ein zunehmender Treiber der Geldschöpfung sind heute die Zentralbanken selbst. Seit vielen Jahren, jedenfalls ab der großen Finanzmarktkrise 2008, kauft die Europäische Zentralbank auch Staatsanleihen auf, was laut Statuten eigentlich verboten ist (deshalb geschieht das über den Umweg des Sekundärmarktes17). Weil aber, wie zuvor beschrieben, die Realwirtschaft von Geschäftsbanken nicht mehr ausreichend mit Geld versorgt wird, springen zunehmend und nahezu weltweit die Zentralbanken selbst ein. Staatsanleihen sind spezielle Wertpapiere, die von Staaten als verzinsliche Schuldtitel emittiert werden. Auch hier ist exponentielles Wachstum zu beobachten: In Billionenhöhe werden, mittlerweile nahezu zinsfrei, in manchen Staaten mit als stark bewerteter Wirtschaftsleistung sogar zu negativen Zinsen, Kredite zur Verfügung gestellt. Das Publikum hat aber nicht mehr ausreichend Interesse daran, diese Staatskredite zu inzwischen niedrigen bis Null- oder gar Negativzinsen zu kaufen. In den USA war diese Vorgehensweise durch die FED schon vor 2008 üblich. Vor dem Hintergrund der zuvor beschriebenen Ungleichverteilung befeuert diese massive Ausweitung der Geldmenge durch Zentralbanken einerseits die Ungleichverteilung von Vermögen, um andererseits das unvermeidliche Ende des Geldsystems noch etwas hinauszuzögern.
Es ist völlig unlogisch und absurd, dass Geld als Mittel zum Tausch selbst einen Preis hat. Dieser Preis ist der Zins sowie der Zinseszins, welcher auf bereits verzinstes Geld aufgeschlagen wird. Inflation und Deflation sind nichts „Gottgegebenes“ und direkte Folge der Entstehung durch verzinsliche Kredite.
Es lässt sich nach den bisherigen Erläuterungen in diesem Kapitel sagen, dass Geld weder die Funktionen eines Tauschmittels, noch eines Wertaufbewahrungsmittels, noch einer Recheneinheit erfüllt.
Warum erwähne ich das extra? Weil einerseits der argumentative Interpretationsspielraum eine solche Sichtweise zulässt und andererseits genau diese drei Funktionen der Lehrbuchmeinung entsprechen. Diese Meinung bringt allerdings den Fokus wieder weg von wesentlichen Fehlern im System der Entstehung und Funktionsweise von Geld.
Die Tauschtheorie stammt ursprünglich aus der Annahme, die Menschen hätten früher schon und in Zeiten, als es noch gar kein Münzgeld gab, ihre Waren getauscht und mit Muscheln oder ähnlichem bewertet. Die meisten bekannten Ökonomen der Vergangenheit sind Anhänger dieser Tauschtheorie, auch etwa Karl Marx, der zwar berechtigte Kapitalismuskritik übte, aber trotzdem Geld mit Waren gleichsetzte. Er ignoriert somit die Entstehung von Geld und befindet sich in dieser Hinsicht in schlechter Gesellschaft der heute überall vorherrschenden ökonomischen „Denkrichtung“ der Neoklassik. Die Recherche und Beobachtungen von Kulturanthropologen wie David Graeber („Schulden. Die ersten 5000 Jahre“) an den letzten noch existierenden Naturvölkern zeigt, dass der Tausch kaum eine Rolle spielt und gespielt hat. Im Gegenteil waren hier zwei Dinge die Grundlage des Handels: Erstens wurde, objektiv betrachtet, grundsätzlich geschenkt, dies aber immer mit dem sozialen Druck der Erbringung einer Gegenleistung in der Zukunft. Zweitens war Sklaverei ein Mittel zur Leistungserbringung. Beides zusammengefasst hat somit viel mehr mit Schuld(en) zu tun.
Geld ist auch kein Äquivalent (mehr) zu einer bestimmten Menge Edelmetall wie Gold und Silber. Es ist nicht eintauschbar gegen diese Edelmetalle. In der Vergangenheit war das tatsächlich so und das Geld war durch diese gedeckt. Das Problem, das sich durch die Wertdeckung jedoch ergab, ist beispielsweise eine direkte Ursache der Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts: Sobald die benötigte Menge an Geld höher ist als die verfügbaren Goldreserven, wird zunächst ein Vielfaches der existierenden Goldreserven an Papiergeld gedruckt, in der Erwartung, nicht alle Menschen würden gleichzeitig ihr Papiergeld in Gold oder Silber einfordern wollen. Reicht auch das nicht mehr aus, kommt es zur gefürchteten Deflation, was die Wirtschaft abwürgt. So entstand auch die Massenarbeitslosigkeit in den 1930ern und die folgende Radikalisierung war ein wesentlicher Faktor für den zweiten Weltkrieg.
Geld erfüllt auch nicht den Zweck des Wertaufbewahrungsmittels: Um den Wert zu erhalten, müsste es zumindest gespart bzw. investiert werden. Aufgrund der systemimmanenten Inflation verliert es für den überwiegenden Großteil der Menschen ständig an Wert. Vor allem jene Menschen, die gar kein Geld zur Veranlagung auf den Finanzmärkten zur Verfügung haben, leiden unter den Auswirkungen der Inflation, während eine kleine Gruppe von Vermögenden Wertsteigerungen teilweise deutlich über der Inflationsrate erreicht. Aber so etwas wie eine konstante Erhaltung des Geldwertes ist ein Mythos und systemisch nicht möglich, da entweder die Inflation den Zinsertrag übersteigt oder unterschreitet.
Die Frage nach der Recheneinheit erübrigt sich somit auch: Geldeinheiten können nicht als Maßstab dienen, wenn sie ständigen Schwankungen unterworfen sind. Um eine zuverlässige Recheneinheit abzugeben, wie es in der Mathematik üblich ist, müsste mit einer gewissen Menge an Geld zu jedem Zeitpunkt die gleiche Menge an Waren gekauft werden können. Die Vergleichbarkeit von Gütern und Dienstleistungen ist also bestenfalls im Moment des Kaufs gegeben, aber nicht im Zeitverlauf.
5 mehr über die historische Entstehung der FED in II.6.3.
6 Europäische Kommission „COM(2018) 787 final/2“, DE, HTML (19.12.2018): https://eurlex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:52018DC0787R(01)&from=DE
7 European Central Bank, Statistical Data Warehouse „Banknotes and coins statistics“ (7.8.2022): https://web.archive.org/web/20220807210310/https://sdw.ecb.europa.eu/reports.do?node=1000006517
8 Eine Einschätzung für das Weltvermögen 2020 ist auf nachstehender Webseite zu finden. Das Vermögen der Milliardäre schätze ich jedoch viel größer sein, weil das „alte“ Geld nicht in den offiziellen Listen zu finden ist. Visual Capitalist, Jeff Desjardins (27.5.2020): https://www.visualcapitalist.com/all-of-theworlds-money-and-markets-in-one-visualization-2020/
9 Atlantic Council „Central Bank Digital Currency Tracker“ (22.11.2022): https://www.atlanticcouncil.org/cbdctracker/
10 Joseph Huber „Das heutige Geldsystem mit gesplittetem Kreislauf von Reserven und Giralgeld“ (20.6.2022): https://web.archive.org/web/20220620022458/https://www.banken-in-dieschranken.net/docs/de/Joseph_Huber__Das_heutige_Geldsystem__(Januar_2017).pdf
11 Das zeigt auch die Namensgebung für die US-Zentralbank „Federal Reserve“ und die Aufschrift auf dem US-Dollar seit Aufhebung der Golddeckung.
12 mehr darüber in I.3.2.
13 siehe Darstellung in