Das Glück des Künstlers - Be´shan - E-Book

Das Glück des Künstlers E-Book

Be´shan

0,0

Beschreibung

Das Buch beschreibt auf einfache und sanft ironische Weise, wie man die Malerei für sich entdecken kann. Die ersten naiven Schritte, die erste Freude am Tun und am Ergebnis. Was ist Form, Farbe, Raum, wie sollte man malen und vor allem, was sollte man malen, wenn alles bereits gemalt und erforscht zu sein scheint? Und lohnt es sich, professionell den manchmal so steinigen Weg der Kunst zu gehen? Es ist ein lebendiges Buch voller Tricks, die von Malern der heutigen Zeit häufig und gerne benutzt werden und die das Malen auf faszinierende Weise vereinfachen. Der Autor ermuntert seine Leserinnen und Leser dazu, ihrem Traum zu folgen, und steht ihnen auch in den unausweichlichen Phasen des Zweifelns mit nützlichen Tipps zur Seite. Denn er will mit ihnen gemeinsam einen spannenden Weg gehen: den Weg des Künstlers!

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern

Seitenzahl: 82

Veröffentlichungsjahr: 2017

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit!

Friedrich Schiller

Das Buch beschreibt auf einfache und sanft ironische Weise, wie man die Malerei für sich entdecken kann. Die ersten naiven Schritte, die erste Freude am Tun und am Ergebnis. Was ist Form, Farbe, Raum, wie sollte man malen und vor allem, was sollte man malen, wenn alles bereits gemalt und erforscht zu sein scheint? Und lohnt es sich, professionell den manchmal so steinigen Weg der Kunst zu gehen? Es ist ein lebendiges Buch voller Tricks, die von Malern der heutigen Zeit häufig und gerne benutzt werden und die das Malen auf faszinierende Weise vereinfachen.

Der Autor ermuntert seine Leserinnen und Leser dazu, ihrem Traum zu folgen, und steht ihnen auch in den unausweichlichen Phasen des Zweifelns mit nützlichen Tipps zur Seite.

Denn er will mit ihnen gemeinsam einen spannenden Weg gehen: den Weg des Künstlers

Be´shan, 1970 in Tiflis/Georgien geboren, lebt und arbeitet als Künstler, Autor und Kunsttherapeut in Hamburg.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird darauf verzichtet, geschlechtsspezifische Formulierungen zu verwenden. Soweit Bezeichnungen nur in männlicher Form angeführt sind, beziehen sie sich auf Männer und Frauen in gleicher Weise.

Inhalt

Erste Schritte

Was ist die Malerei?

Kann ich überhaupt malen?

Was soll ich überhaupt malen?

Gegenständlich? Figurativ? Abstrakt?

Am Anfang war die Farbe

Dann die Form

Und schließlich der Raum

Vielleicht doch abstrakt?

Das eigene Bild anders sehen

Was ist mit der Aussage?

Das Umfeld

Wenn das Bild steht

Titel finden

Was ist ein gutes Bild?

Ideen sammeln

Auf dem Weg zum Profikünstler

Quatschen Sie nur

Träumen Sie

Reaktionen: Das kann ich auch!

Niemals Unsicherheit zeigen!

Angst vor der leeren Leinwand

Wenn ein Bild nicht gelingen will

Die Tage des Zweifelns

Es geht irgendwie immer weiter

Wer sind die Künstler?

Manchmal ist es einfach Glück oder auch Pech

Ja trotz Pech

Vielleicht eine Therapie?

Sie sind ein Künstler!

Was Ihnen noch weiterhilft

Stimulieren Sie Ihren Malfluss

Lassen Sie die Farben zu Wort kommen

Zeigen Sie Präsenz und Selbstbewusstsein

Warum ein Leben mit Kunst?

Was treibt heutzutage Menschen an, Künstler zu werden? Künstler leben doch in ihrer eigenen, schwer zugänglichen Welt und Kunst ist auch nichts, mit dem man Geld verdienen kann. So denken viele Menschen. Doch beides stimmt nicht. Kunst ist nichts Abgehobenes, sondern etwas, zu dem jeder Mensch fähig ist, jeder Mensch hat künstlerisches Potenzial. Und brotlos muss Kunst auch nicht sein. Kunst kann zum teuersten Gut der Welt werden (einige Bilder erzielen heute auf den Auktionen Preise über 200 Millionen Dollar). Aber es geht natürlich um viel mehr. Menschen haben einfach Freude daran, sich mit Hilfe der Farben und Formen auszudrücken. Denn hat man den Pinsel erst einmal in die Hand genommen, ist es für viele ein für alle Mal vorbei mit der Langweile, irgendetwas treibt sie ständig an, zu schaffen und sich regelrecht zu verausgaben.

Dieses Buch soll Menschen jeden Alters ermutigen, es doch einmal mit der Kunst zu versuchen. Sich zu trauen, innezuhalten und etwas zu wagen, was sie noch nie gewagt haben: das Malen. Und vielleicht wird es zu Ihrer Passion und trägt sogar dazu bei, dass Sie das Malen zu Ihrem Beruf machen und zum anerkannten Künstler werden.

Erste Schritte

Was ist Malerei?

Um diese Frage zu beantworten, genügt es, ein Buch über Vincent van Gogh aufzuschlagen und sich seine Bilder anzusehen. Die wahre Malerei braucht keine Analysen und Erklärungen wie die kopflastige, oft verwirrende Kunst von heute. Bilder sieht man und fühlt man. Beim Betrachten eines Bildes von van Gogh steigt sofort der süße Duft vergangener Zeiten auf, es tun sich Landschaften auf, die man beinah greifen kann. Sie leben, atmen und laden dich zur Reise in die wundersame vergangene Zeit ein. Sie erzählen dir etwas. Es ist, als ob das, was du da anschaust, gerade in diesem Moment passiert, du bist kein fremder Betrachter, sondern stehst mittendrin in der Szene, bist ein Teil von ihr. Eine solche Malerei ist zeitlos und unvergänglich, grenzt fast an Zauberei. Auch wenn sie verfremdet, wenn es Farben gibt, die so gar nicht in der Realität vorkommen.

Die Bilder wirken!

Und genau darauf kommt es in der Malerei an, ein Bild muss auf den Betrachter wirken. Es muss so stark wirken, dass er ein Teil von ihm wird.

Bei jedem guten Bild hat der Betrachter das Gefühl, das Bild riechen zu können, selbst wenn er nur eine Reproduktion und nicht das Original vor sich hat (manchmal sehen die Reproduktionen sogar besser aus). Die Bildgegenstände müssen so gestaltet sein, dass ihr Duft beim Betrachten sofort in die Nase steigt. Sieht man ein Meer, muss das Bild die Frische des Meeres wiedergeben. Sieht man Heu, sollte der Betrachter das Gefühl haben, geradewegs aus einem Heuschober zu kommen. Bei einem Akt muss das Bild nach warmem Körper duften und uns erotisch anziehen. Ein Maler ist zugleich ein Entführer, ein Zauberer, der uns aus dem tristen Alltag entführt. Somit erschafft er eine Illusion, im positiven Sinne des Wortes.

Kandinsky schrieb einst, dass es viel interessanter sei, das zu malen, was noch nicht da ist, statt abzumalen, was schon da ist. Er schlägt damit die Brücke zur modernen abstrakten, freien Malerei. Kandinsky haben wir es zu verdanken, dass wir heute sogar einen einzigen blauen Strich auf der großen Leinwand als Kunst verstehen können.

Es war bereits die Rede davon, dass es kaum etwas Materielles gibt, das so teuer verkauft wird wie Werke der bildenden Kunst, insbesondere der Malerei. Auch wenn dies absurd erscheinen mag angesichts der Tatsache, dass es sich ja „nur“ um bemalte Leinwand handelt, zeigt sich daran die Kraft, die unglaubliche Kraft des künstlerischen Schaffens. Malerei bedeutet viel mehr als ein Stück bemalte Leinwand.

Auch wenn viele uns einreden wollten, die Malerei wäre tot:

Die Malerei boomt!

Egal, wie modern und digital der Mensch auch geworden ist, das Bedürfnis nach Malerei ist geblieben. Es ist geblieben und ist sogar im Wachsen begriffen. Heute malt die ganze Welt – noch nie wurde so viel gemalt wie heute. Sogar die Supermärkte verkaufen schon Leinwände und Künstlerbedarf.

Fangen auch Sie lieber heute als morgen an!

Kann ich überhaupt malen?

Mit Sicherheit ja. Jeder kann malen.

Vorausgesetzt, das Interesse und die Leidenschaft sind da. Die Begeisterung, der Selbstaufopferungsdrang, die Bereitschaft zu lernen, was das Zeug hält.

Bevor Sie anfangen, gehen Sie auf den Balkon und schreien Sie laut:

Jaaa! Ich kann malen!

Glaube versetzt bekanntlich Berge. Es ist völlig egal, wer das glaubt und wer nicht, Hauptsache, Sie glauben das! Wenn Sie keinen Balkon haben sollten, gehen Sie in einen Wald und schreien Sie dort: Jaaa! Danach betrachten Sie den Wald. Diesen alten und ehrwürdigen Wald. Die Formen der Bäume und die Lichtungen, die Farbenspiele, Licht und Schatten. Riechen Sie den Duft des Waldes und lassen Sie alles auf sich wirken. Die Natur ist selbst eine tolle Künstlerin, oder? Vielleicht die beste von uns allen.

Es gibt in der Malerei gewisse Gesetzlichkeiten, und die müssen gelernt sein. Doch Sie brauchen sich nicht unbedingt einen Lehrer suchen, das muss nicht sein, denn die klassische Malausbildung ist tot!

Am besten werden Sie lernen, wenn Sie die Geheimnisse hinter der Malerei selbst entdecken. Vielleicht ein Buch hier, ein Buch da, aber den größten Teil müssen Sie selbst erforschen und erproben. Das Wichtigste dabei: Das Beobachten!

Beobachten Sie alles, was die Augen sehen, und Sie werden merken, dass man wirklich alles zum Bildobjekt machen kann. Man kann von allem, was sich im Leben zeigt, abstrahieren, man kann mit allem spielen und es verändern, aus Alt Neu machen, aus Neu Alt, oder erst einmal Skizzen machen, Stichwörter notieren, die Dinge verinnerlichen, sie im Gedächtnis speichern und später malen, und so weiter …

Und wenn Sie trotzdem merken sollten, all das macht Ihnen doch keinen Spaß, dann lassen Sie es einfach, befreien Sie die Malerei von Ihnen, vergessen Sie es, widmen Sie sich anderen Dingen. Aber was Sie auch tun, tun Sie es aus vollem Herzen, mit Begeisterung und Leidenschaft. Das Leben ist viel zu aufregend, um gelangweilt darauf zu warten, endlich das Rentenalter zu erreichen. Im Grunde ist es völlig egal, was ein Mensch in seinem Leben macht, Hauptsache, er macht es gut, mit viel Liebe, und er hat Freude daran. Wir haben vermutlich nur dieses eine Leben. Dem Universum ist es egal, ob Sie Künstler sind oder Müllmann oder auch Gangster.

Apropos, aus Müll kann man auch Kunst machen, es gibt heute Künstler, die Müll sammeln und ihn dann als große Kunst verkaufen. Erfolgreich sogar. Es gibt einen Künstler, Damian Hirst, der tote Tiere, in einen Glaskäfig gelegt, als Kunst verkauft und Millionen damit verdient. Auf diese bizarre Idee muss man erst mal kommen.

Also:

Sollten Sie statt bei der Kunst bei der Müllabfuhr landen oder Metzger werden: auf jeden Fall werden Sie auch an solchen Arbeitsplätzen viel Kunst entdecken.

Alles ist Kunst!

Was soll ich überhaupt malen?

Heute leben wir in einer Zeit, die keine eindeutigen Stilrichtungen kennt, ob in der bildenden Kunst, in der Musik oder im Film. Heutzutage ist künstlerisch alles erlaubt. Vielleicht stehen wir ja vor der Geburt eines neuen Zeitalters und jeder von uns hat die Chance, künstlerisch etwas völlig Neues zu wagen und zu kreieren. Aber Vorsicht mit dieser Denkweise. Ob etwas wirklich neu ist, kann nur von anderen und aus zeitlichem Abstand beurteilt werden. Man selbst weiß es nicht, zumindest nicht, während ein Werk entsteht. Die Zeit vergeht, und erst später sehen wir, ob wirklich neu war, was wir geschaffen haben. Uns bleibt also nichts anderes übrig, als still vor uns hin zu arbeiten und umzusetzen, wozu wir uns berufen fühlen und was authentisch ist. Einfach auf die innere Stimme hören und malen.

Was aber ist diese innere Stimme?