Das Leviathan-Frontispiz - Saskia Mestern - E-Book

Das Leviathan-Frontispiz E-Book

Saskia Mestern

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Beschreibung

Thomas Hobbes hat sein staatstheoretisches Hauptwerk aus dem Jahre 1651, den Leviathan, mit einem Frontispiz versehen lassen, das die zentralen Aussagen seiner Überlegungen prägnant wiedergeben sollte. Das Bild - insbesondere die aus zahlreichen Menschen zusammengesetzte Gestalt, die mit Schwert und Bischofsstab über ein friedliches Land zu wachen scheint - ist zu einer Ikone politischer Symbolik geworden. Sie wird in der politischen Bildsprache immer wieder zitiert - auch und gerade in der gegenwärtigen Krise des kapitalistischen Staats. Erstaunlicherweise haben sich dennoch über lange Zeit nur wenige Politikwissenschaftler und Politikwissenschaftlerinnen mit dem Frontispiz befasst. Dies galt eher als eine Aufgabe für die Kunstgeschichte. Mit ihrem originellen Ansatz unternimmt die Autorin das Experiment, im interdisziplinären Austausch zwischen Politikwissenschaft und Kunstgeschichte zu ergründen, ob und inwieweit die Analyse der Visualisierung von Hobbes' Staatstheorie im Leviathan-Frontispiz einen bildwissenschaftlichen Beitrag zu theoretischen Forschungskontroversen leisten kann. In akribischer "Detektivarbeit" werden die Bildelemente im Frontispiz und im Text unter die Lupe genommen und analysiert. Dabei werden neue und überraschende Zusammenhänge ans Licht gebracht und gedeutet. Mit ihrer Sichtweise steht die Autorin dabei im produktiven Widerspruch zum gegenwärtigen "Mainstream" in der Hobbes-Forschung. Es treten die humanistischen Grundzüge eines Denkers zutage, der heute gemeinhin eher als ein Urvater autoritärer Staatswesen gilt.

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Seitenzahl: 204

Veröffentlichungsjahr: 2021

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„Man soll öfters dasjenige untersuchen, was von den Menschen meist vergessen wird, wo sie nicht hinsehen und was so sehr als bekannt angenommen wird, daß es keiner Untersuchung mehr wert geachtet wird.“

Georg Christoph Lichtenberg, „Einfälle und Bemerkungen“, Heft B Anhang (1768–1771)

Saskia Mestern

Das Leviathan-Frontispiz

Ein bildwissenschaftlicher Beitrag zur staatstheoretischen Kontroverse

© 2021 Saskia Mestern

Umschlag, Illustration: Saskia Mestern (unter Verwendung eines Ausschnitts aus dem Leviathan-Frontispiz)

Verlag & Druck: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg

ISBN

 

Paperback

978-3-347-37027-2

Hardcover

978-3-347-37028-9

e-Book

978-3-347-37029-6

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Hobbes’ Staatstheorie in der Forschungskontroverse

1.1 Zur ideengeschichtlichen Herangehensweise

1.2 Inhaltliche Zusammenfassung der Hobbes’schen Staatstheorie

1.3 Ideengeschichtliche Einordnung der Hobbes’schen Staatstheorie

1.4 Forschungskontroversen in der Rezeptionsgeschichte des Leviathan

1.5 Zusammenfassung und Ausblick

2 Visualisierung im Bild: Hobbes’ Staatstheorie im Frontispiz des Leviathan

2.1 Zur bildwissenschaftlichen Herangehensweise

2.2 Entstehung und Geschichte des Leviathan-Titelblatts

2.3 Bildinhalt des Leviathan-Titelblatts

2.4 Bezug zur Staatstheorie im Leviathan-Titelblatt

2.5 Zusammenfassung und Ausblick

3 Visualisierung im Text: Der Leviathan und der künstliche Mensch

3.1 Zur text- und kontextanalytischen Herangehensweise

3.2 Das Bild des Leviathan im Text

3.3 Das Bild des künstlichen Menschen im Text

3.4 Bedeutung der Symbolik des Leviathans und des künstlichen Menschen

3.5 Zusammenfassung und Ausblick

4. Staatstheoretische Forschungskontroversen im Licht der Bildinterpretation

4.1 Zur politisch-ikonologischen Herangehensweise

4.2 Der Leviathan als Visualisierung der Staatsbegründung

4.3 Der künstliche Mensch als Visualisierung des Staatserhalts

4.4 Die Forschungskontroversen im Lichte der Frontispiz-Deutung

4.5 Zusammenfassung und Ausblick

5. Schlussfolgerung: Die staatstheoretische Bedeutung des Leviathan-Frontispizes

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Magritte, René. La trahison des images. 1929. Ölgemälde. Los Angeles County Museum of Art, Los Angeles.      58

Abb. 2: Laame, André. Leviathan Merkel. Karikatur für Die Zeit, 27.10.2011.      61

Abb. 3: Bosse, Abraham oder Hollar, Wenzel. Leviathan. 1651. Radierung.      8 und 63

Abb. 4: Thomas Hobbes. Leviathan. Frontispiz und Titel. 1651. Fotografie des Original-Exemplars von Martin Warnke. Warburg-Haus, Hamburg.      64

Abb. 5: Bosse, Abraham oder Hollar, Wenzel. Leviathan. 1651. Federzeichnung mit lavierter Tusche.      65

Abb. 6: Lorenzetti, Abrogio, Effeti del buon governo. 1338/1339. Fresko (Detail). Sala dei Nove im Palazzo Publico, Siena.      67

Abb. 7: Thomas Hobbes. Seiten mit und ohne Marginalien. 1651. Fotografie des Original-Exemplars von Martin Warnke. Warburg-Haus, Hamburg.      75

Abb. 8: van der Borcht, Pieter. Herkules gallicus in einem Antwerpener Triumphzug. 1559.      103

Abb. 9: de Jode, Gèrard. Gallorum Hercules. 1579. Emblem. Antwerpen.      104

Abb. 10: Hollar, Wenzel. The belly and the members. 1668. Radierung.      116

Abb. 11: Leviathan Cross, alchemistisches Zeichen für sulphur nigrum, 16./17. Jahrhundert.      118

 

Vorwort

Vor 370 Jahren veröffentlichte Thomas Hobbes in London seinen Leviathan. Er wurde zu einem Klassiker der Staatstheorie. Doch was genau den politiktheoretischen oder gar politisch-praktischen Wert dieses Werks ausmacht, ist bis heute umstritten. Die Bandbreite der Auffassungen ist weit gespannt: Wird hier der ideologische Grundstein für totalitäre Regime gelegt oder haben wir es mit ersten bürgerlich-demokratischen Vorstellungen zu tun? Immer wieder zeigt es sich, dass die Forschungsmeinungen hierzu durch politisch-weltanschauliche Auffassungen präjudiziert sind. Angesichts der gegenwärtigen gesellschaftlichen Verwerfungen bleibt die Kontroverse darum, wie der Hobbes’sche Staat zu verstehen sei, von Bedeutung.

Als ich den Leviathan das erste (und das zweite und das dritte) Mal las, faszinierte mich dieser frühe Versuch, eine Theorie für ein Staatswesen zu entwickeln, das die strukturellen Voraussetzungen für ein friedliches Zusammenleben schaffen sollte. Ich konnte in diesem Text keinen Menschenfeind entdecken, der eine die Individuen brutal unterdrückende Diktatur legitimieren wollte. Stattdessen fand ich einen frühbürgerlichen, notwendigerweise idealistischen Humanisten, der bis dahin nur eine Gesellschaft im Kriegszustand kannte: Der Dreißigjährige Krieg endete nur drei Jahre vor der Veröffentlichung des Leviathan. Ein Staat, davon war Hobbes überzeugt, muss so konstituiert sein, dass ein (erneuter) Krieg, allemal ein Bürgerkrieg, strukturell ausgeschlossen wird.

Erfreulicherweise gibt es auch aktuell wertvolle Studien, die Thomas Hobbes‘ Werk in den realhistorischen Widersprüchen seiner Zeit erkennen und den landläufigen konservativen bis postmodernen Interpretationen eine humanistische Sichtweise entgegenhalten. Doch ist damit nach über dreieinhalb Jahrhunderten alles über den Leviathan gesagt oder lassen sich noch nicht diskutierte Blickwinkel ausmachen, die eine humanistische Deutung mit neuen Argumenten bestärken können?

In dieser Arbeit habe ich den Versuch unternommen, den „Fall Leviathan“ im Lichte bildwissenschaftlicher Ansätze zu untersuchen. Sie für die Klärung staatstheoretischer Kontroversen fruchtbar zu machen, ist sicher eine ungewöhnliche Herangehensweise. Wie in einem Indizienprozess bin ich den Spuren gefolgt, die Thomas Hobbes mit der Bildsprache in seinem Werk gelegt hat. Da ist insbesondere das berühmte Frontispiz für den Leviathan als prominentes visuelles Element, da ist aber auch das Bild vom „künstlichen Menschen“ in der Argumentation des Autors im Text. Und siehe da, es ließen sich neue, weniger oder gar nicht bekannte Indizien dafür finden, die belegen könnten, dass Thomas Hobbes weniger der Urvater aller autoritären Regime, sondern eher ein den Frieden anstrebender, früher Vordenker für die Begründung eines Staates von den (bürgerlichen) Individuen her war. Es wird sich zeigen, dass Hobbes‘ Bilder dabei für ihn eine wichtigere Rolle gespielt haben könnten als „nur“ zur Illustration seiner Theorie.

Für sich genommen mögen einige der herausgearbeiteten „Indizien“ eher spekulativ sein. Umso wichtiger war es, meine Überlegungen eng an den Text des Leviathan sowie an die vorfindlichen Bildelemente im Frontispiz zu knüpfen. Sie sprechen sowohl einzeln als auch in ihrer Gesamtwürdigung für die genannte Ausgangsthese eines eher humanistischen frühbürgerlichen Ansatzes. Mit der gewählten Herangehensweise, eine Theorie von ihrer Visualisierung her zu deuten, wird der Ikonografie viel aufgebürdet. Für ein Experiment wie dem hier vorgelegten, ist eine solche Fokussierung meines Erachtens jedoch zulässig. Sie „funktioniert“ freilich nur, weil das geschriebene Wort der Dreh- und Angelpunkt der Interpretation bleibt.

Verfasst habe ich diese Arbeit vor knapp zehn Jahren. Im April 2012 wurde sie am Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität Hamburg mit dem Titel „Das Leviathan-Frontispiz als Visualisierung von Thomas Hobbes‘ Staatstheorie – Der bildwissenschaftliche Beitrag zu theoretischen Forschungskontroversen“ als wissenschaftliche Abschlussarbeit zur Erlangung des akademischen Grades einer Diplom-Politologin eingereicht. Der hier veröffentlichte Text wurde inhaltlich nicht verändert oder aktualisiert. Thema und Inhalt der Arbeit, so zeigt ein Blick in jüngere Publikationen, sind nicht überholt.

Immer wieder denke ich gerne an die vielen schönen und interessanten Stunden zurück, die ich während der Arbeit an diesem Text im Warburg-Haus verbracht habe. Insbesondere an die Gespräche mit Martin Warnke über Gott, die Welt und den Leviathan. Das Originalexemplar des Leviathan-Bandes von 1651 wurde aus dem Tresor geholt und mit der Lupe haben wir das Frontispiz in seinen Details studiert. Auch ohne eine Studentin der Kunstgeschichte gewesen zu sein, durfte ich immer wieder zurückkehren, um das Buch zu studieren, den Text mit aktuellen Ausgaben abzugleichen und die mir wichtigen Zitate „bildgetreu“ herauszuschreiben.

Zu guter Letzt danke ich den Gutachtern meiner Diplomarbeit, Olaf Asbach und Udo Bermbach, die mir freie Hand bei meinem politikwissenschaftlich-kunsthistorischen „Experiment“ ließen. Solche Studienbedingungen sollten die Regel und nicht die Ausnahme sein.

Hamburg, im August 2021

Saskia Mestern

Einleitung

Thomas Hobbes hat sein staatstheoretisches Hauptwerk aus dem Jahre 1651, den Leviathan, mit einem Frontispiz versehen lassen, das die zentralen Aussagen seiner Ausführungen prägnant wiedergeben sollte. Das Bild – insbesondere die aus zahlreichen Menschen zusammengesetzte Gestalt, die mit Schwert und Bischofsstab über ein friedliches Land zu wachen scheint – ist zu einer Ikone politischer Symbolik geworden, die in der politischen Bildsprache bis heute immer wieder zitiert wird. Erstaunlicherweise haben sich über lange Zeit nur wenige Politologen mit dem Frontispiz befasst. So macht der Kunsthistoriker Horst Bredekamp (2006: 13), der eine umfassende Monografie zum Leviathan-Frontispiz verfasst hat, nur zwei aus: Herfried Münkler und Maurice M. Goldsmith. Darüber hinaus lassen sich noch die weniger bekannten Autoren Gerhard Vowe und André Utzinger nennen, die kunsthistorische Erkenntnisse auf die politische Theorie Hobbes’ beziehen. Ansonsten wird in der Literatur zwar sehr häufig auf das Bild Bezug genommen, dies geschieht jedoch in der Regel mehr der rhetorischen Unterfütterung der jeweiligen Argumentation wegen. Die vertiefenden Analysen stammen von Historikern (wie Noel Malcolm) und Kunsthistorikern (wie Horst Bredekamp) oder – dem Fach am nächsten – politischen Philosophen (wie Reinhard Brandt). Erst in jüngster Zeit scheint das Interesse am Einbezug dieser Deutungsquelle auch in der Politikwissenschaft wieder zuzunehmen.1 So nimmt Philip Manow in seinem jüngst erschienenen Werk über Politische Ursprungsphantasiendas Frontispiz des Leviathan zum Referenzpunkt (2011).2 Dennoch wird dem Frontispiz aber insgesamt keine eigenständige Bedeutung für die Klärung der zahlreichen in der Hobbes-Forschung strittigen theoretischen Fragen beigemessen. Ob in der Hinzunahme der Bildinterpretation ein für das Fach noch produktiv zu erschließendes Potenzial liegt, soll daher in dieser Arbeit erörtert werden.

Sicherlich lässt sich die Zurückhaltung der Politikwissenschaft3 in dieser Hinsicht nicht durch mangelndes Interesse an Fragen zum Verhältnis von Kunst und Politik erklären. Es wird sich sogar recht häufig mit der Politik in den ‚schönen Künsten‘ beschäftigt: in der bildenden Kunst (Malerei und Grafik, Bildhauerei, Grafik, Fotografie, Architektur), in der Musik, in der Literatur, in der darstellenden Kunst (Theater und Film) sowie in der Oper (die alle schönen Künste gewissermaßen vereint). Doch gilt dies häufig bestenfalls als ein ‚Steckenpferd‘ der jeweiligen Wissenschaftler – ein allgemeiner theoretisch und/oder praktisch relevanter Erkenntnisgewinn für das Fach wird derlei Arbeiten nur selten zuerkannt. Dabei spielt wohl eine entscheidende Rolle, dass Fragen von Kunst und Ästhetik noch immer als subjektivistisch oder irrational gelten, zum Teil aus guten (bzw. schlechten) historischen Gründen.4 Auch methodische Probleme gibt es: so lässt sich die Wirkungsweise von Kunstwerken auf Politik mit dem üblichen Kanon empirischer sozialwissenschaftlicher Forschung nur schwer nachweisen.5

Dennoch gibt es gute Gründe, die für eine politikwissenschaftliche Auseinandersetzung mit Kunst im Allgemeinen und Bildern im Besonderen sprechen. Für die Überwindung der strengen Begrenzung auf schriftliche Quellen spricht sich z. B. der mexikanische Soziologe und Philosoph Juan Cristóbal Cruz Revueltas aus, der in einer kritischen kulturhistorischen Monografie über Bild und politische Repräsentation argumentiert, dass die politische Philosophie aufgrund der „intersubjektiven Natur des Politischen“ auch der visuellen Rhetorik bedürfe (2008: 9).6 Doch angesichts vielfacher Mystifizierungen, für die sich Bilder besonders anbieten, scheint es dabei ebenso notwendig zu sein, einen aufgeklärten und rationalen Umgang mit Bildern zu entwickeln.

Um die Bedeutung von Bildquellen für die politikwissenschaftliche Theoriediskussion exemplarisch zu erörtern, ist das Leviathan-Titelblatt der ideale Gegenstand. Das Frontispiz des Leviathan gilt als eine Inkunabel der politischen Ikonografie und sein Text als eine Grundschrift der modernen Staatstheorie (so Bredekamp 2006: 13). Möglich wird die enge Verknüpfung von Text- und Bildinterpretation dadurch, dass Hobbes das Frontispiz selbst konzipiert und dem Künstler für die Ausführung sehr detaillierte Anweisungen gegeben haben soll. Hinzu kommt, dass er der Wirkung der Darstellung eine hohe Bedeutung für das Verständnis, die Überzeugungskraft und die Verbreitung seiner Theorie beigemessen hat. Letzteres ist auch insofern relevant, als dass im Hobbes’schen Verständnis die Einsicht in die Notwendigkeit der Staatsbegründung durch Autorisation einen solchen Staat – quasi im Nachhinein – konstituieren würde.

Die Tatsache, dass sich das Hobbes’sche Werk für diese Frage quasi aufdrängt, bringt allerdings auch Probleme mit sich. Zum einen entwickeln ‚Klassiker‘ der politischen Ideengeschichte in ihrer Rezeption häufig ein interpretatorisches Eigenleben, das sich von den ursprünglichen Absichten und Anliegen ihrer jeweiligen Autoren mehr oder weniger weit entfernt. Das gilt für den Leviathan in besonderem Maße. Zum anderen kommt eine so außergewöhnlich enge Verknüpfung zwischen Bild und Text eher selten vor, so dass die Verallgemeinerbarkeit der Ergebnisse der Analyse besonders begründet werden muss.

Um die politisch-theoretische Bedeutung des Frontispizes analysieren zu können, sind zwei Fachgebiete zu bemühen: zum einen die politische Theorien- und Ideengeschichte als Teildisziplin der Politikwissenschaft, zum anderen Ansätze aus der (interdisziplinären) Bildwissenschaft, die ihrerseits allerdings (zumindest noch) nicht als eigenständiges Fach gelten kann. Da es sich um vielfältige theoretische bzw. methodische Ansätze handelt, sollen sie nicht an dieser Stelle erläutert werden. Das allgemeine und spezifische Verständnis der herangezogenen Ansätze wird jeweils dem Kapitel vorangestellt, das sich auf sie bezieht: die allgemeine ideengeschichtliche Herangehensweise dem ersten Kapitel, die allgemeine bildwissenschaftliche Herangehensweise dem zweiten Kapitel und dann die spezifisch text- und kontextbezogene Analyse dem dritten Kapitel und – unter Berücksichtigung der ‚visuellen Rhetorik‘ – die zusammenfassende politisch-ikonologische Analyse dem vierten Kapitel. Da die Fragestellung selbst bereits eine recht spezifische Vorgehensweise vorgibt, gelten diese Erörterungen vor allem als orientierender Referenzpunkt für die methodische Einordnung der Arbeit.

In den gängigen Bilddeutungen des Frontispizes zu Thomas Hobbes’ Leviathan tut sich schon bei der ersten Sichtung ein interessanter Widerspruch auf: Viele Autoren beziehen sich in ihrer Interpretation der riesenhaften Gestalt auf dem Titelblatt mehr auf tradierte Vorstellungen des biblischen Seeungeheuers als auf das, was dort tatsächlich zu sehen ist. Der offensichtliche Antagonismus zwischen dem Bild des Schreckens und dem doch eher freundlich blickenden „sterblichen Gott“ wurde lange in der Literatur zwar gelegentlich erwähnt, doch selten diskutiert.

Dieser Widerspruch ist auch in den diversen, z. T. gegensätzlichen Positionen in der Hobbes-Forschung zu finden. Lange Zeit waren Positionen hegemonial, die den Leviathan vor allem als Sinnbild des autoritären Staates deuten, der die Individuen unterdrücke oder unterdrücken müsse, da sie sich ansonsten – einer dem anderen ein Wolf – im dauerhaften Kriegszustand befänden. Dem stehen Positionen gegenüber, die den aufklärenden Charakter des Leviathan betonen, freilich ohne seine Ambiguität zu negieren: Hobbes begründet politische Herrschaft von den Individuen in ihrer Gesamtheit als Gleiche her.

Es ist nun meine These, dass in der Hinzunahme der bildwissenschaftlichen Analyse des Leviathan-Frontispizes ein produktiv zu erschließendes Potenzial zur Klärung zentraler Forschungskontroversen über Hobbes’ Staatstheorie liegt. Aus den weitgefächerten Forschungsfragen zu Hobbes soll in dieser Arbeit ein Themenkomplex bearbeitet werden, dessen Fragestellungen auch heute noch politisch und somit theoretisch relevant sind. So sind die Vorstellung und der Anspruch, dass der Staat von den ihn bildenden Individuen her zu bestimmen sei, in neuer Weise aktuell – das zeigen die krisenhaften Erscheinungen in allen gegenwärtigen politischen Formationen. Zu klären ist dafür, welche Bedeutung politische Gemeinschaft bzw. staatliche Verfasstheit für Individuen und Gesellschaft jeweils haben. Wie verhalten sie sich zu den Interessen der Individuen bzw. der grundlegenden gesellschaftlichen Gruppen – seien es partikulare oder verallgemeinerbare, individuelle oder gemeinsame Interessen? Im Mittelpunkt des Erkenntnisinteresses stehen in dieser Arbeit demnach Staatsbegriff, Interessenverständnis und letztlich auch das Menschenbild des Thomas Hobbes. Um in diesen Fragen zu verlässlichen Aussagen zu kommen, muss allerdings analytisch zwischen der staatsrechtlichen und politischen Bedeutung der diskutierten Probleme unterschieden werden – das gilt sowohl für den Leviathan selbst als auch bei der Einordnung der Forschungsliteratur.7

Vor diesem Hintergrund soll die Thematik wie folgt entwickelt werden:

Im ersten Kapitel sollen Forschungskontroversen herausgearbeitet werden, zu denen die Ergebnisse einer bildwissenschaftlichen Interpretation des Leviathan-Frontispizes in Beziehung gesetzt werden können. Dazu bedarf es vorab einer ideengeschichtlichen – und das heißt in dieser Arbeit auch einer real- und diskursgeschichtlichen – Einordnung der Hobbes’schen Staatstheorie, die ihrerseits in ihren wesentlichen Aussagen vorgestellt wird. Nach einem kursorischen Überblick über relevante Streitpunkte in der Forschungsliteratur werden die Kontroversen herausgearbeitet, die in dieser Arbeit im Zusammenhang mit der Frontispiz-Deutung diskutiert werden sollen.

Im zweiten Kapitel wird dann das Leviathan-Frontispiz mit allgemeinen bildwissenschaftlichen Methoden dargestellt und diskutiert. Dazu müssen Vorgehensweise und Motivation des Autors (und des Künstlers) dargelegt werden, da diese überhaupt erst die Möglichkeit begründen, die Aussagen des Bildes und des Textes in einen untrennbaren Zusammenhang zu stellen. Die Frage ist zu beantworten, ob und in welcher Weise die Staatstheorie im Frontispiz visualisiert wurde. Daraus lässt sich dann ableiten, welche Aspekte seiner Theorie Hobbes im Frontispiz besonders hervorgehoben hat. Der Bildinhalt soll dafür zuerst klassisch kunsthistorisch beschrieben werden, um dann interpretativ die Visualisierung der Staatstheorie in der Titelradierung herauszuarbeiten.

Im dritten Kapitel soll die Bedeutung von Text und Kontext der Leviathan-Symbolik für die Staatstheorie diskutiert werden. Dabei soll es nicht nur um die biblische Gestalt des Leviathans gehen, sondern auch um den Leviathan als „artificial man“, wie ihn Hobbes ebenfalls bezeichnet. Dieser Aspekt ist in seiner für die Theorie illustrativen Dimension in der Forschung noch wenig berücksichtigt worden. Es sollen daher die textlichen Bezüge zum Bild des Leviathans (es gibt derer nur drei) und zum Bild des „artificial man“ (von denen es viele gibt und deren Beziehung zur Leviathan-Symbolik der Klärung bedarf) hergestellt werden. Um zu klären, welche Rolle diese Symbolik für Text und Bild des Leviathan spielt, sollen diese Bezüge in ihrem ideengeschichtlich-kontextuellen Bedeutungszusammenhang diskutiert werden. Zu klären ist also, welche textlichen und bildlichen ‚Vorlagen‘ es für die Symbolik des Leviathans bzw. des künstlichen Menschen gab und mit welcher Intention Hobbes sie konkret umsetzt bzw. weiterentwickelt. Dabei muss der Bezug zur Theorie selbst, vor allem aber zu den konkreten zeitgenössischen gesellschaftlichen und politischen Auseinandersetzungen, auf die Hobbes sich bezog und in die er mit seinem Werk politisch eingreifen wollte, mit reflektiert werden.

Im vierten Kapitel kann dann die Bedeutung der Bildinterpretation für die staatstheoretische, politikwissenschaftliche Forschung zu Hobbes erörtert werden. Die oben aufgeworfenen Fragen sollen hier vertieft werden, wobei Bild, Theorie und Forschungsdiskussion aufeinander bezogen werden. In diesem Zusammenhang ist dann auch das Hobbes’sche Verständnis von Willen und Interesse der Einzelnen im Verhältnis untereinander und im Verhältnis zum Staat zentral zu reflektieren. Auf dieser Grundlage kann dann geklärt werden, welche ‚Antworten‘ das Frontispiz auf die im ersten Kapitel herausgearbeiteten Forschungskontroversen in Bezug auf Hobbes’ Staatstheorie gibt und ob das Frontispiz in den strittigen Punkten zur Klärung beitragen kann.

Für die im fünften und letzten Kapitel zu ziehenden Schlussfolgerungen ist besonders zu beachten, dass die Deutung des Bildes die Textinterpretation keinesfalls ersetzen kann, denn „généalogie, motivation éventuelle et illustration d’un concept ne sont pas identiques à sa justification et sa validité théorique“ (Asbach 2005: 263). Dennoch kann die exemplarische Analyse der Text-Bild-Analogien zeigen, ob die theoretischen Prämissen Hobbes’ und die Systematik seiner Argumentation über das Bild und seine Interpretation schärfer konturiert werden können und ob sich gar neue Erkenntnisse in Bezug auf die Theorie hinzugewinnen lassen. Im Anschluss an die Zusammenfassung der Ergebnisse ist dann auch zu erörtern, welche politische Relevanz Hobbes seinem Leviathan beigemessen haben könnte und welche Bedeutung das Werk (und seine Geschichte) für heutige Fragestellungen hat. Zum Schluss ist auch die Frage zu beantworten, ob und inwieweit bildwissenschaftliche Analysen für die politikwissenschaftliche Forschung allgemein einen produktiven (wenn auch nur komplementären) Ansatz darstellen können.

Durch diese Vorgehensweise soll gewährleistet werden, dass einerseits sowohl der zeitgenössische als auch der aktuelle Stellenwert von Hobbes’ Staatskonzeption (bzw. einzelner ihrer Bestandteile) beurteilt werden kann, und andererseits auch die politische Handlungsmotivation und -perspektive des Autors sowie die seiner diversen Interpreten ins Blickfeld gerückt werden.

Im Umgang mit der Forschungsliteratur zu Hobbes’ Leviathan sind mehrere Probleme bzw. spezifische Herausforderungen zu bedenken. Da es bei den Deutungskontroversen explizit oder implizit meist auch sehr ausgeprägt um eine Positionierung der Autorinnen und Autoren in den jeweils aktuellen politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen geht, muss dieser Zusammenhang eigenständig reflektiert werden.8 Auch unterscheiden sich die Forschungstraditionen im angelsächsischen, frankophonen und deutschsprachigen Raum mitunter recht deutlich.9 Dies ist sicherlich ebenso produktiv zu machen wie die interdisziplinäre Herangehensweise. Daher werden im besonderen Maße Arbeiten aus der Kunstgeschichte, der (politischen) Philosophie, aber auch der Geschichte und der Sprachforschung hinzugezogen. Aufgrund des kaum zu überschauenden Umfanges der Forschungsliteratur werden in der Regel nur solche Texte zugrunde gelegt, die sich auf die im Leviathan-Titelkupfer tatsächlich illustrierten Theorieelemente beziehen bzw. in denen der Bezug zum Frontispiz explizit hergestellt wird. Was den Text des Leviathan betrifft, so wird aus einer englischsprachige Ausgabe (Hobbes 1960)10 zitiert, wobei der zusätzliche Verweis auf das Kapitel der Fundstelle die Arbeit mit anderen Ausgaben erleichtern soll. Die lateinische, von Hobbes selbst übersetzte Ausgabe des Werkes aus dem Jahr 1670 – Leviathan, Jive de materia, forma, et potestate civitatis ecclesiasticæ et civilis – sowie die anderen Werke Hobbes (meist vor dem Leviathan entstanden und ausführlich in diesen eingeflossen) werden dieser Arbeit explizit nicht mit zugrunde gelegt.11 Es geht ausschließlich um die enge Verbindung zwischen dem englischsprachigen Originalwerk und seinem Frontispiz.

Zur Forschungsliteratur über Hobbes sei vorab noch einmal darauf hingewiesen, dass diese immer auch – und häufig sogar in besonderem Maße – ‚politische‘ Literatur ist: Vor dem Hintergrund des jeweiligen Menschenbildes und Gesellschaftsverständnisses der Autoren hat unleugbar eine zugespitzte, recht ‚klassisch‘ zu nennende Rechts-Links-Auseinandersetzung stattgefunden, die bis heute anhält. Dies wird – wo es notwendig und sinnvoll erscheint – mit einer eigenen Positionierung thematisiert werden. Der eigene Anspruch ist dabei, aus dem recht widersprüchlichen Werk Hobbes’ über die unmittelbare Analyse hinaus den gesellschaftlich und politisch aufklärerischen Gehalt in seiner historischen und aktuellen Bedeutung genauer herauszuarbeiten.

Zu guter Letzt noch einige redaktionelle Hinweise: Da die Verfasserin skeptisch gegenüber der neuen deutschen Rechtschreibung ist, wird die tradierte Schreibweise zumindest in wörtlichen Zitaten, die der alten Schreibweise folgen, so belassen. Zur Silbentrennung sei bemerkt, dass in fremdsprachlichen Zitaten die für diese Sprache jeweils geltenden Trennungsregeln angewendet werden. Das muss erwähnt werden, da diese für deutschsprachige Lesegewohnheiten manchmal recht merkwürdig anmuten können. Fremdsprachliche Worte oder Zitate sind kursiv gesetzt, ebenso die Titel von Werken – so wird ‚Leviathan‘ kursiv gesetzt, wenn das Hobbes’sche Werk gemeint ist, nicht aber, wenn die mythologische Gestalt dieses Namens gemeint ist.

1 Allein für den im Juli 2012 in Madrid stattfindenden 22. Weltkongress der International Political Science Association (IPSA) wurden mindestens drei Vorschläge eingereicht, die sich mit dem Leviathan-Titelblatt beschäftigen. Diese kommen zum Teil zu Schlussfolgerungen, die sich gegenseitig diametral widersprechen, was eine interessante und weiter zu verfolgende Debatte verspricht.

2 Auf diese Publikation hat mich freundlicherweise Oliver Strijbis hingewiesen.

3 Das gilt so vor allem hierzulande. Im angelsächsischen Bereich wird die enge Beziehung zwischen Kunst und Politik deutlich ‚unbefangener‘ reflektiert, da „art […] supplies images that construct the worlds in which we act“ (Edelman 1996: 3).

4 Ein Werk, das mich darin bestärkt hat, mich näher mit dem Verhältnis von Kunst und Politik zu befassen, ist Peter Reichels Der schöne Schein des Dritten Reiches (2006).

5 Mit diesen und weiteren möglichen Gründen für die mangelnde Beschäftigung der Politischen Wissenschaft mit den „visuellen Erscheinungsformen politischen Willens“ hat sich u. a. der Kunsthistoriker Martin Warnke beschäftigt (1994: 177).

6 „En efecto, existe una razón de peso por la cual el autor no pudo limitarse a la sola expresión conceptual escrita: la filosofía política no puede limitarse al discurso demostrativo, ella requiere también de la retórica literaria y visual debido a la naturaleza intersubjetiva de lo politíco“ (Cruz Revueltas 2008: 9).

7 Ein Beispiel für eine Kontroverse, die sich aus der Verquickung der beiden Aspekte ergibt, ist jene um Hobbes’ Verständnis vom ‚Naturzustand‘. Dieser ist einerseits ein staatstheoretisches Konstrukt zur Begründung der Notwendigkeit des Staates. Werden die diesem Konstrukt zugrunde liegenden anthropologischen Annahmen allerdings andererseits für politisch allgemein ‚wahr‘ genommen, können theoretische und praktische Probleme des Staates in der Reflexion nur schwerlich voneinander unterschieden werden.

8 Hobbes selbst hat zur Brisanz solcher Auseinandersetzungen trefflich bemerkt: „So fierce are men in dispute, where power is debated, that they never think of the laws but they cry out: crucifige“ (Thomas Hobbes, zitiert in Klenner 1996: XXII).

9 In der für diese Arbeit rezipierten Forschungsliteratur zeichnet sich ein angelsächsischer Schwerpunkt auf wissenschaftstheoretische und politisch-ökonomische Fragestellungen ab, im frankophonen Raum scheinen philosophische und psychologische Studien eine besondere Rolle zu spielen. Im deutschsprachigen Raum werden vor allem Staatstheorie und Rechtsphilosophie besonders intensiv behandelt.

10 Verwendet wurde die von Michael Oakeshott edierte und bei Basil Blackwell in Oxford erschienene Ausgabe von 1960. Eine ausführliche Kritik dieser und anderer Editionen findet sich bei Rogers und Schuhmann (für eine Kritik der Oakeshott-Edition vgl. 2005: 213–216). Die in dieser Arbeit zitierten Fundstellen sind zudem in der Originalausgabe von 1651 gegengelesen worden. Martin Warnke hat mir dankenswerterweise mehrfach im Warburg-Haus Einsicht in diesen wunderbar erhaltenen Band gewährt. In deutschen Übersetzungen wird der Sinngehalt des englischen Originals häufig nicht genau wiedergegeben. Ein markantes Beispiel dafür findet sich bereits im Titel des Buches: Im deutschen Wort ‚Gemeinwesen‘ findet sich die Bedeutung Besitz und/oder Wohlstand aus dem (damals neuen) englischen Begriff ‚Common=Wealth‘ nicht wieder. Das berührt aber den Kern des Hobbes’schen Staatsbegriffes. Darüber hinaus war der mehrsprachige Hobbes für seine sprachliche Finesse bekannt (vgl. Abschnitt 3.1). Für wörtliche und sinngemäße Wiedergaben der Hobbes’schen Ausführungen wurde die 1996 von Hermann Klenner bei Meiner herausgegebene deutsche Ausgabe des Leviathan herangezogen.

11 Hobbes hat große Teile seiner im Leviathan ausgearbeiteten Theorie bereits in vorangegangen Publikationen entwickelt, namentlich in The Elements of Law Natural and Politic (erste Auszüge in handschriftlichen Kopien 1640, dann als Raubdruck 1650 erschienen) und in De Cive (lateinische Erstfassung 1642, komplett 1647, auf Englisch 1651 erschienen). Eine chronologische Darstellung findet sich in der von Hermann Klenner edierten Ausgabe des Leviathan (Hobbes 1996: XLIII–LII). In der lateinischen Fassung des Leviathan hat Hobbes seine Theorie weiter präzisiert. Dies hat Daniel Eggers in seiner Dissertation über Die Naturzustandstheorie des Thomas Hobbes in einer vergleichenden Analyse der Hobbes’schen Werke detailliert herausgearbeitet (2008).