Das unbekannte Ich - Edith Krispien - E-Book

Das unbekannte Ich E-Book

Edith Krispien

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Beschreibung

Das Buch »Das unbekannte Ich« vermittelt eine neue Art der Selbsterfahrung, bei der mit Überraschungen gerechnet werden darf. Ein behutsamer Einstieg und der Aufbau einer Freundschaft ist hier schon das erste Lehrstück, die Voraussetzung für den vertrauensvollen Umgang mit sich selbst und anderen Menschen. Dann beginnt die Arbeit mit dem »System der Räder«, dem technischen Werkzeug, welches eine genaue Betrachtung von Eigenschaften, Erlebnissen, Bezugspersonen, Problemen und Wünschen der lesenden Person ermöglicht. Hierdurch werden die Dinge transparent und ergeben einen neuen Sinn. Bei Bezugspersonen kommt die Gestaltarbeit hinzu - der imaginäre Dialog mit der jeweiligen Person, die zu mehr Verständnis und Einsicht führt, auch über die eigenen Gefühle. Der spirituelle Ansatz, der für die Autorin in ihren Büchern stets wichtig ist, klingt auch hier leicht an. Ein besonderes Abschiedsgeschenk an den Leser, Freund und Mitarbeiter am Schluss des Buches macht dies noch deutlich.

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Seitenzahl: 75

Veröffentlichungsjahr: 2014

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EDITHKRISPIEN

DAS UNBEKANNTEICH

Ein System zur Selbsterfahrung

und

zur helfenden Betreuung

Weitere Informationen über den Verlag und sein Programm unter:www.buchmedia.de

Bibliographische Information der Deutschen Bibliothek

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliographie; detaillierte bibliographische Daten sind im Internet über <http://dnb.ddb.de> abrufbar.

September 2005
Buch&media GmbH, München
© 2005 Edith Krispien
Umschlaggestaltung: Kay Fretwurst Herstellung: Books on Demand GmbH, Norderstedt Printed in Germany · ISBN 3-86520-135-0

INHALT

Vorwort

Die Begegnung

Der Traum

Das Programm

Die Depression

Das System der Räder

Arbeit mit Freunden

Vorschläge für Räder

Charaktereigenschaften und ihre Gegenkräfte

Abschied

Gebet um heilige Lebensführung

Das Modell für das Rad

VORWORT

Zur Einstimmung beginnen wir mit einer persönlichen Begegnung, sowie der genauen Betrachtung eines Traums und einer Depression. Für die Zeit dieser gemeinsamen Arbeit wird ein Urlaub oder eine Kur empfohlen, zumindest eine Zeit der Ruhe und Konzentration. Im Anschluss werden wir dann systematisch arbeiten, mit je einer Aufzeichnung von Eigenschaften, Bezugspersonen, Augenblicken tiefer Gefühle, Wünschen und Zielen von jedem, der dieses Buch liest und zu seinem eigenen Nutzen durcharbeiten kann.

Nach dieser Methode, die ich mein »System der Räder« nenne, weil alle Aufzeichnungen in vier gleich großen Feldern erfolgen, habe ich schon vielen Freunden eine gute Hilfe zur Bewältigung von Problemen geben können. Meistens waren es Teilnehmer meiner spirituellen Seminare, die besondere Situationen in ihrem Leben bearbeiten wollten, dazu haben wir dann nach dem Seminar einfach eine Zeit angehängt. Da ging es um loslassen, Vergebungsarbeit, leben im Vertrauen und Glauben. Dieses System ist jedoch neutral und universell gestaltet. Es stellt keine Vorbedingungen und lässt kein Gebiet aus.

Meine Lehrer in der Psychologie waren amerikanische Professoren, die durch einzigartige Methoden völlig neue Wege eröffnet haben. Sid Simon, Boston (Werte-Analyse). Er war mein Hauptvorbild und Initiator für eigene Entwicklungen. Nach einer Reihe von europäischen Seminaren durfte ich einmal in Sagamore, USA, an einem Seminar über zwei Monate »Training for the Trainer« teilnehmen. Carl Rogers, San Francisco (Gesprächstherapie). Ich nahm über sieben Jahre lang an seinen europäischen Treffen in verschiedenen Ländern teil. Leonhard Shaw, Seattle. (Einer der Urväter der Gestalt-Therapie). Ich durfte ihm in »Etora«, Lanzarote, einmal bei einer Gestaltarbeit als Dolmetscherin dienen. Ich habe niemals einen Psychologen getroffen, der mit jeder Person in kürzester Zeit die innersten Wurzeln freilegen konnte, um dann mit einer Methode reiner Liebe zu einer Lösung zu führen. Ein interessantes Seminar erlebte ich auch einmal mit Daniel Casriel, New York (sein berühmtes Buch: »A scream away from happiness«). Mein Dank gilt auch Dudley Strassburg, Europa-Direktor von »AHP – Association for Humanistic Psychologie«, der in europäischen Ländern die Treffen mit berühmten Professoren organisierte. (Ich war 20 Jahre Mitglied dieser Institution), ebenso danke ich Dr. Thomas Bungardt, der mich in seinem Institut gelegentlich mit Meditationen arbeiten ließ. Er unterhält jetzt ein Gestaltinstitut in Marburg.

Neben den Psychologen gilt mein ganz besonderer Dank Wolfgang Maiworm, der auf der Insel Lanzarote eine Pyramide mit dem dazugehörigen Seminarzentrum Etora erbauen ließ, um seine ganz besondere Vision zu verwirklichen. Dieses Zentrum gab Menschen aus allen Interessengruppen die Möglichkeit, sich zu begegnen und miteinander zu arbeiten, sich auszutauschen und zu experimentieren, um so aus der Schmalspur ihrer eigenen Fakultät herauszukommen und ihr Bewusstsein zu erweitern. Die spirituelle Atmosphäre dieses Zentrums zog viele Menschen an. Seminare und Kongresse fanden dort statt, manche konnten direkt in der Pyramide arbeiten. Auch ich gehörte zu den Glücklichen, die dort Seminare rund zehn Jahre halten durften – Bibelseminare, Meditationen, Malgruppen und Charakterarbeit. Das Zentrum ist zurzeit geschlossen. Nach Renovierung und möglicher Erweiterung soll es wieder eröffnet werden.

Wolfgang Maiworm hat seine segensreiche Arbeit schon lange nach Villingen im Schwarzwald in den Johanniterhof verlegt und gibt das Magazin »Lebens(t)räume« heraus.

Auch dort treffen sich wie in »Etora« Künstler, Theologen, Psychologen und Wissenschaftler, und sie alle sind dadurch reicher geworden. Auch die zuvor genannten Personen hatten oft Begegnungen in beiden Zentren zu ihrem eigenen Erstaunen. Dieses Buch verdankt seine Entwicklung nicht zuletzt solchen Zentren für freies Lernen und Experimentieren. Meine Teilnehmer haben mir alle bewiesen, dass sie überreif waren für ein erweitertes Denken und ein spirituelles Leben. Wunderbare Freundschaften belohnten uns für die gemeinsame Arbeit.

Mein »System der Räder« ist nun in diesem Buch absichtlich kurz gehalten und enthält sechs Räder, entsprechend sechs persönlichen Sitzungen von etwa zwei Stunden. Es ist vollkommen ausreichend, um prägende Erinnerungen klar zu machen, in besonderen Lebenskrisen die Probleme aufzuzeigen und den Willen für die Lösungen zu festigen. Auch eine reine Charakterarbeit ist damit gut möglich und kann sogar Spaß machen. Dies ist ein Angebot für gesunde Menschen, die sich weiter entwickeln wollen und sich ihrer Fähigkeiten besser bewusst werden möchten. Das System ist ein Werkzeug, welches von Zeit zu Zeit wiederholt angewendet werden kann, wobei man die Fortschritte an sich selbst überprüfen kann, bis es möglich ist, auch anderen damit zu helfen. Dabei wird nichts in einen Menschen hineingetan; niemand wird mit Ratschlägen versorgt, die von außen aufgesetzt werden. Jeder arbeitet für sich selbst allein und gewinnt gerade damit eine Erweiterung seiner eigenen Kräfte. Es lohnt sich jedoch, die Ergebnisse der eigenen Aufzeichnungen mit einem Freund, einem Partner oder einem Familienmitglied gemeinsam zu betrachten. Auch mit Kindern kann dies sehr wertvoll sein. Es bildet Vertrauen und festigt Beziehungen, weil man den andern genauer kennen und verstehen lernt. Die Auswahl der Räder muss dann entsprechend darauf abgestimmt werden. Es macht auch Freude, weit mehr als ein Spiel, zu dem es keinen persönlichen Bezug gibt.

Und nun wird es Zeit für unsere Begegnung.

Edith Krispien

DIEBEGEGNUNG

Etwas soll sich ändern in deinem Leben. Vielleicht sogar du selbst? Aber so einfach ist das nicht, dazu müsstest du dich erst einmal genau selber kennen. Und dann müsstest du ein Wunder an dir selbst vollbringen.

Ein Wunder empfinden wir, wenn vor unseren Augen ein Naturgesetz durchbrochen wird, zum Beispiel durch den Willen eines Menschen, der über besondere Kräfte verfügt und diese zum Zeugnis für die Existenz einer höheren Welt einsetzt. Kein Mensch hat etwas dagegen, auf diese Weise in seinem Glauben bestärkt zu werden, denn die Ungläubigen berufen sich schlicht auf das Fehlen von Wundern in unserer Zeit.

Jeder möchte selber Zeuge sein, wenn ein Wunder geschieht. Was nützt es, wenn es zweitausend Jahre her ist oder wenn man aus einem fernen Land von Wundertätern berichtet? Niemals scheint der allgegenwärtige Geist in unserer unmittelbaren Nachbarschaft zu wirken.

Bis zu diesem Punkt kennt fest jeder von uns die heimliche Sehnsucht nach einem Wunder. Wenn es aber darum geht, dass wir selber die Person darstellen, an der das Wunder vollzogen werden soll, ziehen sich die meisten erschrocken und mit verblüffender Bescheidenheit auf den Boden der realen Welt zurück. Furcht ergreift sie, als sollten sie zum erstenmal ein schützendes Nest verlassen, die traute Geborgenheit der als unverrückbar geglaubten Naturgesetze, der Glaubenshort der Ungläubigen.

Kein Wunder also, dass kein Wunder geschieht. Es soll in der Nähe sein, aber nicht zu nah, und schon gar nicht auf der eigenen Haut.

Für die Chancen zu einem besseren, von innen her völlig erneuerten Leben bleiben weiterhin die Pillen und die Lottoscheine zuständig.

Dieses Buch wendet sich daher an diejenigen, die mutig oder verzweifelt genug sind, um mit aller Kraft an einer Erneuerung ihres Lebens zu arbeiten. Wer sich eine Freizeit von drei Wochen leisten kann, oder sogar eine Kur von vier Wochen, ist glücklich dran. Ein Abstand von der gewohnten Umgebung ist eine gute Hilfe. Wer das aber nicht kann, muss sich eben innerhalb seines Alltags einen Freiraum schaffen, und die Arbeit, die wir gemeinsam planen, würde dann eben etwas länger dauern. Wir werden dem Wunder einen Boden bereiten. Es kommt plötzlich – zu seiner Zeit. Aber es wird geschehen! Wollen wir es wagen?

Für unsere erste Begegnung habe ich einen Wald gewählt, am Rande der Stadt. Ein Bus hat dort seine Endhaltestelle. Ein Kinderspielplatz ist da, ein kleiner See mit Enten und viele Bänke. Wir können uns kaum verfehlen. Wir werden uns so intensiv suchen, dass wir uns einfach erkennen müssen.

Mir ist zumute wie jemanden, der auf eine Partnervermittlungsanzeige geantwortet hat und nun zum erstenmal dem unbekannten Mann oder der unbekannten Frau gegenübertreten soll. Ein »blinddate«, wie man heute sagt. Und dir wird es wohl nicht anders gehen. Wir wollen uns treffen um der Chance willen, dass wir die Freundschaft miteinander schließen, mit der man fast alles vollbringen kann. Das Leben ist ohnehin eine Kette von mehr oder weniger glücklichen Begegnungen. Warum sollten wir nicht einmal Glück haben? Und wir bringen doch etwas mit, nicht wahr? Die Bereitschaft, den andern anzunehmen, wie immer er auch sein mag. Ihm zuzuhören, konzentriert und so lange wie nötig. Und uns auch selbst zu öffnen, mehr und mehr, bis es nichts mehr zu verbergen gibt.