Das Video-Buch - Martin Quedenbaum - E-Book

Das Video-Buch E-Book

Martin Quedenbaum

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Beschreibung

Wer seine Zuschauer faszinieren will, muss seine Videos richtig planen, filmen und nachproduzieren. Wie Sie alle drei Schritte erfolgreich meistern, lernen Sie ganz praxisnah mit diesem Buch. Am Anfang steht die Ausarbeitung Ihrer Filmidee – etwa als Storyboard. Anschließend machen Sie sich mit dem kreativen Werkzeugkasten der Filmschaffenden (Einstellungsgrößen, Kamerafahrten und mehr) sowie mit Kameras, Zubehör und Aufzeichnungsstandards vertraut. Dann beginnt der Dreh: Sie lernen, Ihre Kamera richtig einzustellen und perfekten Ton aufzunehmen. Einzelne Kapitel gehen näher auf das Filmen mit Smartphone (und die dazu benötigten Apps), Action-Cams und Spiegelreflex- bzw. Systemkameras ein. Im Anschluss lernen Sie, Ihr Material in der Postproduction zu bearbeiten – erst im Roh-, dann im Feinschnitt, mit Überblendungen, Effektblenden und vielem mehr. Abschließend optimieren Sie die Qualität von Bild und Ton und geben Ihre fertigen Videos für verschiedene Medien aus – von Tablet und Smartphone bis YouTube und DVD/Blu-ray Disc. Dank seines umfassenden Stichwortverzeichnisses wird Sie dieses Buch auch nach Erstellung Ihrer ersten Videos lange als Nachschlagewerk begleiten.

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Martin Quedenbaum arbeitet als Lehrer an einer staatlichen Medien-Berufsschule und als freiberuflicher Dozent. Er beschäftigt sich seit über 15 Jahren professionell mit den Themen Videoschnitt, digitale Bildbearbeitung und 3D-Computeranimation.

Zu diesem Buch – sowie zu vielen weiteren dpunkt.büchern – können Sie auch das entsprechende E-Book im PDF-Format herunterladen. Werden Sie dazu einfach Mitglied bei dpunkt.plus+:

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Martin Quedenbaum

Das Video-Buch

Filme richtig planen, aufnehmenund schneiden für Einsteiger

Martin Quedenbaum

Lektorat: Boris Karnikowski

Copy-Editing: Petra Kienle, Fürstenfeldbruck

Satz: Ulrich Borstelmann, www.borstelmann.de

Herstellung: Stefanie Weidner

Umschlaggestaltung: Helmut Kraus, www.exclam.de (unter Verwendung eines Fotos des Autors)

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

ISBN:

Print     978-3-86490-679-4

PDF      978-3-96088-917-5

ePub    978-3-96088-918-2

mobi    978-3-96088-919-9

1. Auflage 2020

Copyright © 2020 dpunkt.verlag GmbH

Wieblinger Weg 17

69123 Heidelberg

Hinweis:

Der Umwelt zuliebe verzichten wir auf die Einschweißfolie.

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Falls Sie Anregungen, Wünsche und Kommentare haben, lassen Sie es uns wissen: [email protected]

Die vorliegende Publikation ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten. Die Verwendung der Texte und Abbildungen, auch auszugsweise, ist ohne die schriftliche Zustimmung des Verlags urheberrechtswidrig und daher strafbar. Dies gilt insbesondere für die Vervielfältigung, Übersetzung oder die Verwendung in elektronischen Systemen.

Es wird darauf hingewiesen, dass die im Buch verwendeten Soft- und Hardware-Bezeichnungen sowie Markennamen und Produktbezeichnungen der jeweiligen Firmen im Allgemeinen warenzeichen-, marken- oder patentrechtlichem Schutz unterliegen.

Alle Angaben und Programme in diesem Buch wurden mit größter Sorgfalt kontrolliert. Weder Autor noch Verlag können jedoch für Schäden haftbar gemacht werden, die in Zusammenhang mit der Verwendung dieses Buches stehen.

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1Schöne Bilder planen

1.1Unscharfer Hintergrund

1.2Schärfeverlagerung

1.3Bildaufbau nach Drittel-Regel

1.4Farbkontraste

1.5Auf Bewegung achten

1.6Kameraschwenk und -fahrt

1.7Ungewöhnliche Perspektiven

1.8Dynamische Action-Cam-Bilder

1.9Stylische Zeitlupen

1.10Faszinierende Zeitrafferaufnahmen

1.11Klassische Schnitttechniken

1.12Planen Sie einen Chromakey?

2Die Idee in Worte (und Bilder) fassen

2.1Ihre Idee

2.2Inspiration online

2.3Ausarbeitungsgrad

2.3.1Logline

2.3.2Exposé

2.3.3Treatment

2.3.4Drehbuch

2.4Storyboard

2.4.1Aufbau

2.4.2Skizze, Foto oder Grafik?

2.4.3Storyboard-Software/Apps

2.4.4Mit Word, PowerPoint oder Photoshop und Co arbeiten

3Gestaltung

3.1Ziel

3.2Bildausschnitt (Einstellungsgrößen)

3.2.1Weit

3.2.2Totale

3.2.3Halbtotale

3.2.4Halbnah

3.2.5Nah

3.2.6Groß

3.2.7Detail

3.2.8Wann welche Einstellungsgröße verwenden?

3.3Kamerastandpunkt (Perspektive)

3.3.1Augenhöhe

3.3.2Untersicht

3.3.3Froschperspektive

3.3.4Obersicht

3.3.5Vogelperspektive

3.3.6Subjektive

3.4Zueinander passende Bilder drehen

3.4.1Die 30-Grad-Regel

3.4.2Die 180-Grad-Regel

3.5Schwenks

3.5.1Ruckelfreie Schwenks

3.5.2Geschwindigkeit

3.5.3Ablauf

3.6Zoom

3.7Kamerafahrten

3.7.1Vorwärtsfahrt

3.7.2Rückfahrt

3.7.3Parallelfahrt

3.7.4Kreisfahrt

4Ihr Urlaubsfilm

4.1Tageszeit bzw. Lichtsituation beachten

4.1.1Google Earth

4.1.2Sun Surveyor

4.2Gebäude bzw. Sehenswürdigkeiten filmen

4.3Besondere Originalsounds einfangen

4.4Reiseroutenanimation

5Filmarten

5.1Imagefilm

5.2Wirtschaftsfilm

5.3Clipmontage

5.4Lehrfilm

5.5Screencasts/Software-Videotrainings

5.6Nachricht im Film (NiF)

5.7Bericht

6Die Wahl der Kamera

6.1Consumer-Camcorder

6.2Semiprofessionelle Camcorder

6.3Professionelle Camcorder

6.4Cinema-Kameras

6.5Smartphone-Kameras

6.6Spiegelreflex- und Systemkameras

6.7Action-Cams

6.8360-Grad-Kameras

7Bilddetails – Eine Frage der Auflösung

7.1SD und HD – Alt und Neu

7.24K ist nicht 4K

7.38K – the next big thing?

7.4Angabe der Auflösung

8Aufzeichnung nach Standard

8.1Digital Video (DV)

8.2HDV

8.3AVCHD

8.4XDCAM

8.5XAVC

8.6RAW-Video

8.7HDR-Video

8.83D-Video

9Video-Know-how

9.1Bildrate (Framerate)

9.2Bildseitenverhältnis (Aspect Ratio)

9.3Codecs

9.4Datenrate

9.5Containerformate

9.5.1QuickTime

9.5.2Audio Video Interleave (AVI)

9.5.3MPEG-2-Transportstream

9.5.4MP4

9.6Farbraum

9.7Das RGB-Farbmodell

9.8Farbsubsampling

9.8.14:4:4

9.8.24:2:2

9.8.34:2:0

9.8.44:1:1

10Die richtige Kameraeinstellung

10.1Manuell oder Automatik?

10.2Belichtung

10.2.1Blendeneinstellung

10.2.2Gain/ISO

10.2.3Belichtungszeit manuell steuern

10.2.4Verschlusszeit (Shutter)

10.2.5Zebra

10.2.6Histogramm

10.3Gegenlicht

10.4Weißabgleich

10.5Farbtemperatur

10.5.1Automatischer Weißabgleich

10.5.2Manueller Weißabgleich

10.5.3Presets (Weißabgleich)

10.6Schärfe

10.6.1Schärfentiefe

10.6.2Autofokus

10.6.3Manueller Fokus

10.7Kameraausrichtung optimieren

10.8Optischer und digitaler Zoom

11Guter Ton ist kein Zufall

11.1Aussteuerungsanzeige im Blick behalten

11.2Hören Sie die Aufnahme ab

11.3Mikrofone optimal einsetzen

11.3.1Externe Mikrofone

11.3.2Ansteckmikros

11.4Aufzeichnung mit dem Smartphone

11.5Aufzeichnung mit einem Field Recorder

12Unverwackelt ist besser

12.1Gimbal

12.2Stative

12.3Schulterstativ (Rig)

13Filmen mit dem Smartphone

13.1Quer- statt Hochformat

13.2Unterwasseraufnahmen

13.3Kamerasteuerung

13.4Schnitt

13.5Speichern

13.6Eine andere Kamera steuern

14Filmen mit Action-Cams

14.1Halterungen

14.2Selfie-Sticks

14.3Stromversorgung

14.4Speicherkartenanforderungen beachten

14.5Einstellung und Bedienung

14.6Bildstabilisierung

14.7Zubehör-Mikrofone

14.8Zeitlupe

14.9Zeitraffer

14.10Rohmaterial auf Computer übertragen

15Filmen mit DSLM und DSLR

15.1Farbeinstellungen der Kamera

15.2Blende bewusst einsetzen

15.3Belichtungszeit manuell steuern

15.4Zubehör für bessere Kontrolle

15.5Schärfesteuerung

15.6Follow-Focus

15.7Licht

16Drohnen

16.1Aufnahmen optimieren

16.2Routenplanung

16.3Rechtliche Aspekte

16.4Geschwindigkeit

16.5Flugmanöver/Flugmodi

17Videoschnittprogramme

17.1Avid Media Composer

17.2MAGIX Video deluxe

17.3Final Cut Pro X

17.4Adobe Premiere Pro

17.5Adobe Premiere Elements

17.6Lightworks

17.7DaVinci Resolve

17.8Windows Movie Maker

17.9Shotcut

17.10iMovie

17.11Weitere Programme

17.12Adobe Premiere Rush: Schnell und einfach schneiden

18Den eigenen Rechner fit für den Videoschnitt machen

18.1Arbeitsspeicher, CPU und Hardwarebeschleunigung

18.2SSD-Speicher verwenden

18.3Schnitttastatur einsetzen oder Standardtastatur anpassen

18.4Proxyrendering nutzen

19Videoschnitt

19.1Rohmaterial von der Speicherkarte übertragen

19.1.1Rohmaterial zielgerichtet speichern

19.1.2Rechnerlaufwerk vs. externes Speichermedium

19.2Am Anfang steht das Projekt

19.3Projekt anlegen

19.4Import des Rohmaterials

19.5Die Programmoberfläche

19.6Das importierte Material sichten

19.7Timecode

19.7.1Anzeige der Einzelbilder

19.7.2Navigation mit konkreten Timecode-Werten

19.7.3Tastenkürzel – einfach bequemer

19.8Timeline (Schnittfenster)

19.8.1Automatisch für optimale Einstellungen sorgen

19.8.2So funktioniert die Timeline

19.9Werkzeugleiste

19.10Quell- und Programmmonitor

19.11Rohschnitt und Feinschnitt

19.12Rohschnitt

19.12.1Einfügeposition festlegen

19.12.2Schnittmodi

19.12.3Nur Video oder nur Audio schneiden

19.12.43-Punkt-Schnitt

19.12.54-Punkt-Schnitt

19.12.6Clipabfolge anpassen

19.12.7Löschen eines Clips

19.12.8Clipübergreifend löschen

19.13Feinschnitt

19.14Tonbrücken (Sound-Bridges)

19.15J-Schnitt

19.16L-Schnitt

19.17Trimmen

19.17.1Schnittkante verschieben (einseitiges Trimmen)

19.17.2Rollen (zweiseitiges Trimmen)

19.18Clipinhalt verschieben (Slip)

19.19Clips verschieben (Slide)

19.20Löschen und Lücke schließen

19.21Überblendungen

19.22Blendenlänge

19.23Position der Blende

19.24Einblenden, Ausblenden

19.25Weiche Blende (Dissolve)

19.26Übergang zu Schwarz (Fade to black)

19.27Übergang zu Weiß (Fade to White)

19.28Effektblenden

19.29Bekannte Schnitttechniken

19.29.1Match Cut

19.29.2Jump Cut

20Bildqualität optimieren

20.1Tonwertkorrektur

20.1.1Automatiken nutzen

20.1.2Manuelle Korrektur

20.1.3Lichter, Mitten und Schatten

20.1.4Gammakorrektur

20.2Tonwerte messen

20.2.1Histogramm

20.2.2Waveform

20.2.3Vektorskop

20.3Farbkorrektur

20.4Farbstich entfernen

20.4.1Automatische Korrektur

20.4.2Halbautomatische Korrektur

20.5Sekundäre Farbkorrektur

20.6LUTs nutzen

20.7Nachschärfen

20.8Weichzeichnen (kreative Unschärfe)

20.9Wiedergabegeschwindigkeit anpassen (z. B. Zeitlupe)

20.9.1Einfache Verlangsamung bzw. Beschleunigung

20.9.2Dynamische Verlangsamung bzw. Beschleunigung

20.9.3Zeitraffer

20.9.4Import Bildsequenz

21Personen und Objekte freistellen

21.1Chromakey

21.2Luminanzkey

21.3Alphakanal

21.4PNG

21.5Text/Titel

21.5.1Vorspann/Abspann

21.5.2Vorlagen nutzen

21.5.3Grafiken erstellen

21.5.4Animierte Grafiken verwenden

22Audiobearbeitung

22.1Mit Musik gestalten

22.2Musik finden

22.3Music-Scores (Adobe Premiere Elements)

22.4Musik komponieren lassen (MAGIX Video deluxe)

22.5Auf Musik schneiden

22.6Aussteuerung

22.7Audio clipbezogen korrigieren

22.8Audio spurbezogen korrigieren

22.9Audiopegel automatisch begrenzen (Limiter)

22.10Sprecheraufnahmen

22.11Das Mikrofon

22.12Poppschutz und Spinne

22.13Räumlichkeit vermeiden

22.14Abstand zum Mikrofon

22.15Audiomischung mittels Ducking

22.16Interview- und Sprecheraufnahmen optimieren

22.17Störgeräusche entfernen

22.18Abmischen

23Ausgabe/Distribution

23.1Für die Wiedergabe auf Desktop-PC oder Notebook

23.1.1Codec

23.1.2Containerformat

23.1.3Auflösung

23.1.4Framerate

23.1.5Vollbilder/Halbbilder

23.1.6Datenrate

23.1.7Qualität

23.1.8Proberendering

23.2Für die Wiedergabe auf Tablet und/oder Smartphone

23.3YouTube

23.4Vimeo

23.4.1Upload aus der Timeline

23.5DVD und Blu-ray Disc

23.5.1DVD-Video

23.5.2Ifo, bub und vob

23.6Blu-ray Disc

Index

Vorwort

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich darf mich zunächst einmal dafür bedanken, dass Sie sich für dieses Buch entschieden haben – es soll Ihnen als Ratgeber und Inspirationsquelle dienen. In den ersten Kapiteln erfahren Sie, welche gestalterischen Aspekte bereits bei Konzeption und Planung berücksichtig werden müssen. Dabei geht ein ganzes Kapitel auf die Planung und Gestaltung eines Urlaubsfilms ein. Zudem stelle ich Ihnen in einem Kapitel eine Auswahl der wichtigsten Filmarten und deren Besonderheiten und Bedeutung vor. Stehen Sie gerade vor der Entscheidung eine neue Kamera zu kaufen, oder wollen Sie Ihre Kameraausrüstung erweitern? In Kapitel 6, Die Wahl der Kamera, ab Seite 63 erläutere ich Ihnen die gängigen Kameratypen und was diese zu leisten vermögen. Spätestens nach Lektüre dieses sehr übersichtlichen und auf das notwendigste beschränkten Kapitels werden Sie den Ihren Anforderungen entsprechenden Kameratyp finden.

Die Videowelt ist gespickt mit technischen Fachbegriffen und deren Abkürzungen. Im Kapitel 9, Video Know-how, ab Seite 91 habe ich diesen Begriffsdschungel für Sie entwirrt und die Dinge so strukturiert dargestellt, das auch Einsteiger und ungeübte Anwender daraus schlau werden.

Im Kapitel 10, Die richtige Kameraeinstellung, ab Seite 105 geht es dann darum, wie Sie eine Kamera optimal einstellen. Die hier vorgestellten Prinzipien lassen sich auf einen Großteil der heute verfügbaren Kameras übertragen. Allerdings können in diesem Zusammenhang bestimmte Aspekte auf videofähige Fotokameras, Action-Cams oder Smartphones nicht bzw. nicht ohne weiteres übertragen werden. Aus diesem Grund erläutere ich Ihnen in jeweils einem separaten Kapitel den Umgang mit diesen Kameratypen. Sie planen mit einer Drohne aus luftiger Höhe zu filmen? In diesem Fall können Sie sich in Kapitel 16, Drohnen, ab Seite 173 dazu einen ersten Überblick verschaffen. Ob Sie nun mit einer Drohne, mit einem Smartphone oder einem klassischen Camcorder filmen – verwackelte Bilder sind nicht angesagt. Daher hat sich die Industrie eine Menge einfallen lassen um Ihre Aufnahmen zu »entwackeln«. Welche Möglichkeiten es in dieser Hinsicht gibt erfahren Sie in Kapitel 12, Unverwackelt ist besser, ab Seite 135. Die Freude an schönen Bildern ist schnell getrübt, wenn der Ton nicht ordentlich aufgezeichnet wurde. Welche Maßnahmen Sie dazu ergreifen können, erfahren Sie in Kapitel 11, Guter Ton ist kein Zufall, ab Seite 129.

Sind ihre Videoaufnahmen »im Kasten«, geht es an den Videoschnitt. Sollten Sie noch kein Videoschnittprogramm Ihr Eigen nennen oder möchten Sie sich in dieser Hinsicht verändern, darf ich Ihnen die Lektüre des Kapitels 17 empfehlen, in dem ich die gängigsten Videoschnittprogramme vorstelle. Ist Ihr Computer fit für den Videoschnitt? Ob das so ist und wie Sie Ihren Computer im Zweifelsfall fit für den Videoschnitt machen können, lesen Sie in Kapitel 18, Den eigenen Rechner fit für den Videoschnitt machen, ab Seite 197. Jetzt kann es mit dem Schnitt dann auch endlich losgehen. In den Kapiteln 19 bis 22 erläutere ich Ihnen dazu die typische Vorgehensweise. Neben verschiedenen Schnitttechniken können Sie hier auch nachlesen, wie Sie mit Audio im Schnitt umgehen. Neben der Verarbeitung der aufgezeichneten Audioinformation finden Sie hier Infos dazu, wie Sie Video mit Musik unterlegen oder einen Sprechertext aufzeichnen. Das Freistellen von Personen und Gegenständen vor einem grünen Hintergrund wird ebenfalls thematisiert. Zu guter Letzt gilt es, den fertigen Film in Dateiform auszugeben und/oder auf ein Videoportal wie YouTube oder Vimeo hochzuladen. Was hierbei und bei der Ausgabe auf DVD und Blu-ray Disc zu beachten ist, finden Sie im letzten Kapitel des Buches. Damit Sie zu all diesen Themen eben schnell mal etwas nachschlagen können, ist das Buch mit einem umfangreichen Stichwortverzeichnis ausgestattet.

Ich wünsche Ihnen viel Freude bei Dreh und Schnitt!

Martin Quedenbaum

KAPITEL 1

SCHÖNE BILDER PLANEN

Bevor es im nächsten Kapitel um Konzeption und Planung Ihrer Filmideen geht, möchte ich Ihnen zunächst einmal aufzeigen, dass Sie bereits bei der Planung den Look Ihrer Bilder bewusst kreieren sollten. Hierzu finden Sie in diesem Kapitel jeweils einen kurzen Hinweis, wo das Buch auf entsprechende Funktionen und Gestaltungsansätze eingeht.

1.1Unscharfer Hintergrund

Lenkt die Aufmerksamkeit auf den scharfen Vordergrund und sieht einfach auch klasse aus. Damit das rein technisch klappt, müssen vorher einige Dinge zusammenkommen. Mehr Infos dazu finden Sie in den Abschnitten Schärfe ab Seite 121, Blende bewusst einsetzen ab Seite 168 und Follow focusabSeite 170.

Abbildung 1-1Unscharfe Hintergründe sind ein beliebtes Gestaltungsmittel.

1.2Schärfeverlagerung

Schärfeverlagerung meint die bewusste Verschiebung der Schärfe im Bild von A nach B. Anspruchsvollere Kameras können das, aber mit vielen Consumer-Kameras ist das nicht bzw. nicht so einfach zu machen. Dafür ist dieser Effekt sogar mit einem Smartphone und der richtigen App bequem in den Griff zu kriegen. Mehr Infos dazu enthält der Abschnitt Kamerasteuerung ab Seite 145.

Abbildung 1-2Schärfeverlagerung

1.3Bildaufbau nach Drittel-Regel

Bilder sehen oftmals ansprechender und interessanter aus, wenn das Motiv nicht mittig angeordnet wird. Hierzu teilen Sie das Bild jeweils horizontal und vertikal in je drei Teile auf. Auf diese Weise ergeben sich vier Schnittpunkte. Sie platzieren das Motiv dann auf oder in der Nähe von einem von ihnen. Sie können das Bild auf diese Weise auch bequem aufteilen (z. B. in 2/3 Himmel, 1/3 Landschaft). Orientieren Sie sich dazu im Zweifelsfall an den einblendbaren Hilfslinien im Sucher oder auf dem Display Ihrer Kamera. Mehr Informationen dazu finden Sie im Abschnitt Kameraausrichtung optimieren ab Seite 124.

Abbildung 1-3Das Wasser nimmt rund 1/3 des Bilds ein.

1.4Farbkontraste

Über die Wirkung von Farben gibt es unendlich viele Abhandlungen. Im Videobereich machen sich knackige Farben immer gut. Wenn Sie Einfluss auf die Gestaltung des Motivs bzw. Sets haben sollten und Ihre Filmidee es hergibt, sollten Sie in dieser Hinsicht aktiv werden und für Farbe sorgen. Platzieren Sie Ihre Kinder beispielsweise lieber vor einer farbigen Tapete, also vor einer weiß verputzten Wand, oder sorgen Sie zum Dreh dafür, dass Ihre Darsteller farbig statt grau in grau gekleidet sind.

Abbildung 1-4Wenn die Filmidee nicht in eine andere Richtung geht, machen sich kräftige Farben immer gut.

1.5Auf Bewegung achten

Filmen Sie keine Fotos. Achten Sie vielmehr darauf, dass sich immer etwas bewegt. Tut sich in dieser Hinsicht im Motiv nichts, sorgen Sie mit der Kamera für Bewegung, beispielsweise in Form einer (kurzen) Fahrt, eines (kurzen) Schwenks oder durch ein dezentes Zoomen. Mehr Infos dazu finden Sie in den Abschnitten Schwenks ab Seite 37, Zoom ab Seite 40 und Kamerafahrten ab Seite 41.

Abbildung 1-5Bewegung ist in einem Video das A und O.

1.6Kameraschwenk und -fahrt

Manchmal lässt sich nicht alles direkt abbilden. Mit einem Kameraschwenk oder einer Kamerafahrt bekommt man das Bild aber dennoch in den Kasten. Auf welche Aspekte Sie dabei achten sollten, erfahren Sie in den Abschnitten Schwenks ab Seite 37 und Kamerafahrten ab Seite 41.

Abbildung 1-6Manche Bilder lassen sich nur mit einem Schwenk einfangen.

1.7Ungewöhnliche Perspektiven

Welche Perspektiven es gibt und welche Bedeutungen mit diesen verbunden sind, erfahren Sie im Abschnitt Kamerastandpunkt (Perspektiven) ab Seite 31.

Abbildung 1-7Ungewöhnliche Perspektiven machen Bilder spannender.

1.8Dynamische Action-Cam-Bilder

Diese oftmals nur Streichholzschachtel großen Kameras kommen u. a. überall dort zum Einsatz, wo die Arbeit mit einer anderen Kameravariante schlicht nicht möglich wäre – ob beim Surfen, beim Downhill-Fahren oder bei Ihrem nächsten Fallschirmsprung. Mehr Infos finden Sie im Abschnitt Action-Cams ab Seite 73 und im Kapitel Filmen mit Action-Cams ab Seite 151.

Abbildung 1-8Action-Cams sind fast überall dabei.

1.9Stylische Zeitlupen

Viele spannende Abläufe gehen oftmals so schnell vonstatten, dass der Zuschauer die Details überhaupt nicht erfassen kann. Das gilt für den Sprung eines Skaters genauso wie für technische Abläufe im beruflichen Alltag. Mit Zeitlupen können Sie die ansonsten nicht erfassbaren Details zeigen und auf diese Weise tolle Bilder zaubern. Mehr Infos dazu finden Sie im Abschnitt Zeitlupe ab Seite 162.

Abbildung 1-9Durch Zeitlupen können u. a. schnelle Abläufe besser dargestellt werden

1.10Faszinierende Zeitrafferaufnahmen

Über die Anpassung der Wiedergabegeschwindigkeit können Sie langatmige Einstellungen auf wenige Sekunden eindampfen und dabei dennoch den Inhalt »transportieren«. Das funktioniert aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Daher bieten einige Kameras bereits eine entsprechende Aufzeichnungsmöglichkeit (Zeitraffer). Hierbei werden über einen längeren Zeitraum Einzelbilder fotografiert, die dann zu einer Videosequenz zusammengefasst werden können. Auf diese Weise lassen sich tolle Langzeitaufnahmen von Sonnenuntergängen, faszinierenden Abläufen am Sternenhimmel oder von anderen Ereignissen auf wenige Sekunden reduzieren und damit im Zusammenhang zeigen. Mehr Infos dazu finden Sie in den Abschnitten zum Thema Zeitraffer ab Seite 163 bzw. Seite 257.

1.11Klassische Schnitttechniken

Sie möchten Ihren Film mit klassischen Schnitttechniken wie einem Match Cut oder einem Jump Cut ausstatten und damit auf den Spuren von Regisseuren wie Stanley Kubrick wandeln? Dann gilt es das bereits im Rahmen der Konzeption und beim Dreh zu berücksichtigen. Mehr zu diesen Schnitttechniken erfahren Sie im Abschnitt Bekannte Schnitttechniken ab Seite 238.

1.12Planen Sie einen Chromakey?

Dann darf ich Ihnen empfehlen, sich zunächst einmal den gleichnamigen Abschnitt ab Seite 260 durchzulesen. Bereits beim Dreh entscheidet sich, ob Ihr Vorhaben klappt oder ob Sie an der Nachbearbeitung Ihrer Aufnahmen »verzweifeln« – etwa, weil die freigestellte Person plötzlich Löcher im Körper hat, durch die der farbige Hintergrund durchscheint.

Abbildung 1-10Grüne Farbe »ausstanzen« und das Bild vor einem Hintergrund einfügen

KAPITEL 2

DIE IDEE IN WORTE (UND BILDER) FASSEN

2.1Ihre Idee

Jeder Film hat seinen Ursprung in einer Idee. Wenn Sie in dieser Hinsicht gerade in der Findungsphase sein sollten oder wenn Sie Ihre Idee weiterentwickeln wollen, ist es oftmals hilfreich, sich ein wenig inspirieren zu lassen.

2.2Inspiration online

Videoportale wie YouTube oder Vimeo sind unerschöpfliche Inspirationsquellen. Die Anzahl der dort angebotenen Videos steigt stetig, bei YouTube beispielsweise jede Minute um rund 450 Stunden. Das macht deutlich, welches Anregungspotenzial hier schlummert. Forschen Sie auf beiden Portalen mit Suchbegriffen zu Ihrem Thema. Auf diese Weise können Sie sehr schnell feststellen, ob vielleicht schon jemand die gleiche oder zumindest eine ähnliche Idee hatte und wie er sie umgesetzt hat.

Hinweis

Wenn Sie bei Ihrer Recherche zu »Ihrem« Thema keinen Film finden, könnte es daran liegen, dass der Stoff vielleicht nur sehr schwer oder überhaupt nicht umsetzbar ist. Wenn Sie beispielsweise einen Film über eine bestimmte Museumsausstellung machen möchten, könnte das schlicht schon daran scheitern, dass das Museum überhaupt keine Drehgenehmigungen erteilt. Überprüfen Sie daher nach Möglichkeit bereits in dieser frühen Phase des Filmprojekts, ob es Ihnen überhaupt möglich ist, entsprechende Bilder zu filmen.

Formulieren Sie für sich, was Ihnen bei den gefundenen Beispielen gefallen bzw. was Ihnen vielleicht nicht so zugesagt hat und wie sich Ihr Film von den bereits existierenden Filmen unterscheiden könnte. Bei der Erarbeitung Ihres eigenen Films sollten Sie für sich u. a. die nachstehenden Aspekte klären:

Welche Geschichte soll der Film erzählen?

Gibt es einen roten Faden, den es zu verfolgen gilt?

Soll sich der Film an eine bestimmte Zielgruppe wenden?

Wie lang soll der Film werden?

Wenn Sie diese Fragestellungen geklärt haben, gilt es die Filmidee bzw. ihre Umsetzung weiter zu konkretisieren. Damit ein Film funktioniert und seine Produktion klappt, gibt es selbst bei »einfachen« bzw. kurzen Filmen viele Dinge zu beachten. Aus diesem Grund kommt man um einen gewissen Grad an Planung bzw. Ausarbeitung nicht herum. Diese Ausarbeitung ist ein mehr oder weniger handwerklicher Prozess und folgt bestimmten Gesetzmäßigkeiten. Dabei werden die Grundbausteine des Films zu einem Gesamtwerk zusammengesetzt.

2.3Ausarbeitungsgrad

Für den Dreh eines Kindergeburtstags oder die filmische Dokumentation eines Flohmarktbesuchs werden die wenigsten eine schriftliche Ausarbeitung vornehmen wollen. Oftmals fehlt dazu einfach auch schlichtweg die Zeit. Leider drückt sich das in den meisten Fällen unmittelbar im Ergebnis aus, beispielsweise weil schlicht vergessen wurde, für den Schnitt wichtige Bilder zu drehen. Versuchen Sie daher spätestens vor Ort bzw. unmittelbar vor dem Dreh, eine grundsätzliche Idee zu formulieren und zumindest einige Einstellungen skizzenhaft zu Papier zu bringen, die Sie unbedingt in Ihrem kleinen Film haben wollen (zur Not auch auf einer Serviette oder auf dem Rand einer herumliegenden Tageszeitung). Arbeiten Sie diese Mini-Planung dann konsequent ab. Wenn es sich hingegen nicht gerade um ein solches Mini-Projekt handelt, sollten Sie möglichst genau bzw. so gut es eben geht planen. Der erste Schritt besteht darin, die Filmidee schriftlich zu fixieren. Ob und wie umfangreich die schriftliche Ausarbeitung erfolgt, hängt von vielen Faktoren ab. Das Team, das tagesaktuell auf einer Pressekonferenz dreht oder Bilder einer Demonstration einfängt, wird den Job auch ohne schriftliche Ausarbeitung erledigen. Fällt die Aufgabenstellung etwas komplexer aus, bekommt das Team vielleicht ein kurzes Exposé mit auf den Weg. Diese rein textbasierte Fassung ist – abgesehen von der Logline – die einfachste Form der schriftlichen Ausarbeitung. Was sich hinter diesen Begriffen verbirgt und welche anderen Ausarbeitungsvarianten es gibt, erläutere ich Ihnen nachfolgend.

2.3.1Logline

Die Logline ist eine extreme Kurzfassung der jeweiligen Filmstory. Sie besteht oftmals nur aus zwei, drei Sätzen und entspricht den aus Programmzeitschriften bekannten, nur wenige Worte umfassenden Handlungszusammenfassungen. Eine Logline dient in erster Linie dazu, das Filmvorhaben kurz und knapp zu kommunizieren.

2.3.2Exposé

Hierbei handelt es sich um eine kurze Beschreibung des Filmprojekts bzw. der Filmidee, wobei es keine Norm hinsichtlich des Inhalts und der Form gibt. Bei Projekten innerhalb der Film- und Fernsehwirtschaft bildet das Exposé oftmals die erste Hürde, die eine Filmidee zu nehmen hat. Hier gilt zunächst einmal: Weniger ist mehr, denn Entscheider haben oftmals schlicht nicht genug Zeit, um längere Exposés zu lesen. Nicht zuletzt auch aus diesem Grund enthält das Exposé auch noch keine detaillierten bzw. spezifischen Informationen zur filmischen Umsetzung. Schreiben Sie ansonsten alles auf, was Ihnen persönlich als relevant erscheint. Benennen Sie die Dinge so konkret wie möglich und arbeiten Sie die wichtigsten Dinge kompakt, aber dennoch gut verständlich heraus. Betonen Sie das Besondere der Filmidee. Arbeiten Sie eventuell vorhandene Alleinstellungsmerkmale deutlich heraus (z. B. der erste Film zum Thema XY überhaupt …). Stellen Sie dabei sicher, dass u. a. die nachstehenden Punkte enthalten sind:

Zeit und Ort der Handlung

Wichtige Charaktere

Verlauf der Geschichte

Geplante Länge des Films

Die Länge eines solchen Exposés ist variabel und hängt in erster Linie von der geplanten Länge des Films ab. Für Kurzfilme reicht deshalb meistens eine halbe DIN-A4-Seite, während es bei komplexeren Produktionen entsprechend länger ausfallen kann.

2.3.3Treatment

Dies ist eine nach Szenen gegliederte Beschreibung des zu drehenden Films. Am einfachsten können Sie ein Treatment in einer Tabelle Ihres Textverarbeitungsprogramms (Apple Pages, Microsoft Word, Open Office) erstellen.

Szenen

Hierbei handelt es sich um eine Bildabfolge, die eine bestimmte Handlung zeigt und oftmals aus mehreren Einstellungen besteht. Der Begriff wird häufig nicht korrekt angewendet bzw. mit dem Begriff Einstellung gleichgesetzt, was insbesondere bei Einsteigern mitunter für Verwirrung sorgt. So gibt es beispielsweise bei manchen Videoschnittprogrammen eine sogenannte automatische Szenenerkennung. Mit Szenen im eigentlichen Sinne hat diese Funktion allerdings nichts zu tun, dient sie doch vielmehr dazu, aus einem langen Videoclip die einzelnen Einstellungen (Takes) herauszufiltern und als separate Clips zur Verfügung zu stellen.

Einstellungen (Takes)

Handlungen bzw. Szenen werden meistens aus verschiedenen Perspektiven und in Form unterschiedlicher »Bildausschnitte« abgebildet. Letztere werden als Einstellungen bzw. Takes bezeichnet. Lesen Sie dazu auch den Abschnitt Bildausschnitt (Einstellungsgrößen) ab Seite 26.

Der Wechsel zwischen den Einstellungen macht den späteren Schnitt aus. Obwohl der Schnitt ja erst in der Postproduction an der Reihe ist, gilt es diesen bereits am Anfang, also bei der Ausarbeitung der Filmidee zu planen. Nur auf diese Weise kann erreicht werden, dass die gedrehten Bilder zueinander passen und in Summe eine Geschichte erzählt werden kann. Diese Detailplanung wird u. a. durch das Storyboard erreicht (siehe den Abschnitt Storyboard ab Seite 16). Dabei spielt die sogenannte Kontinuität eine gewichtige Rolle.

Kontinuität

Hinter diesem Begriff (engl. Continuity) steht ein Regelwerk mit der Zielsetzung, dass für den Zuschauer die perfekte Illusion einer kontinuierlich ablaufenden Handlung entsteht. Dieser soll Bildinhalte und deren Schnitt als »natürlich« bzw. als nachvollziehbar empfinden und somit nicht aus der Geschichte herausgerissen und sich nicht der Technik des Films (Schnitt, Bildkomposition, Ton etc.) bewusst werden. Wird eine der Continuity-Regeln verletzt, hat der Film an dieser Stelle ein Problem, weil sein kontinuierlicher Fluss dadurch unschön unterbrochen wird. Um das zu verhindern, gibt es bei größeren Produktionen stets einen Mitarbeiter, der auf die Einhaltung dieser Regel achtet. Dazu fotografiert dieser beispielsweise jede Szene, um beim Dreh der im Film darauffolgenden Einstellungen (die oftmals aus organisatorischen Gründen zu einem ganz anderen Zeitpunkt gedreht werden) sicherzustellen, dass die Schauspieler nach wie vor die gleiche Bekleidung tragen, eine möglichst identische Frisur haben und dass der Zeigerstand der im Bild sichtbaren Wanduhr zu dem der vorausgegangenen Einstellung passt.

Zu diesen Regeln zählen:

Das gleichbleibende Erscheinungsbild von Personen (z. B. hinsichtlich ihrer Bekleidung oder ihrer Frisur)

Die korrekte Abfolge dargestellter Abläufe

Die gleichbleibende Lichtstimmung zusammenhängender Szenen

Das gleichbleibende Ausstattungsbild dargestellter Räumlichkeiten

Die Gestaltung möglichst unsichtbarer Schnitte. Unsichtbare Schnitte entstehen paradoxerweise immer nur dann, wenn die räumliche Veränderung zwischen den beiden am Umschnitt beteiligten Videoaufnahmen möglichst groß ist. Eine Technik, um das zu gewährleisten, ist die sogenannte

30-Grad-Regel

. Mehr Informationen dazu finden Sie im gleichnamigen Abschnitt ab

Seite 35

.

Die Gewährleistung der räumlichen Orientierung seitens des Zuschauers. Das geschieht beispielsweise mittels der 180-Grad-Regel bzw. durch die Vermeidung sogenannter

Achsensprünge

. Mehr Informationen dazu finden Sie im Abschnitt

Die 180-Grad-Regel

ab

Seite 36

.

Tipp

Die Gratissoftware DramaQueen kann auf www.dramaqueen.info heruntergeladen werden. Diese bietet jeweils einen speziellen Modus zum Verfassen von Exposés, Treatments und Drehbüchern. Unter https://vimeo.com/80812065 finden Sie ein Lernvideo, das den Umgang mit der Software erläutert.

2.3.4Drehbuch

Das Drehbuch beschreibt den zu drehenden Film mit den Mitteln der Sprache und bildet dabei insbesondere Personen und Dialoge im Detail ab, wobei Dialoge wortwörtlich aufgeführt werden. Das Drehbuch ist dabei in sogenannte Bilder aufgeteilt. Als Bild versteht man hier eine räumlich oder zeitlich ununterbrochene Szene- bzw. Szenenabfolge. So werden beispielsweise jeder neue Schauplatz, jede neue Tageszeit und jede neue Lichtstimmung als ein Bild beschrieben. Da sich solche Dinge nur bei szenischen Produktionen (also Filmen mit Spielszenen) umsetzen lassen, werden Sie für einen Geburtstags- oder Urlaubsfilm kein Drehbuch erstellen. Gleiches gilt auch für Nachrichtenbeiträge oder ähnliche Filmformate.

Hinweis

Das Erstellen eines Drehbuchs ist oftmals mit viel Arbeit verbunden, auch wenn die am Markt angebotene Software (siehe unten) das Erstellen bzw. die besondere Formatierung erheblich erleichtert. Wenn Sie nicht gerade szenische Projekte umsetzen möchten, werden Sie in der Regel mit Storyboard und/oder Treatment auskommen. Auf meiner Website www.quedenbaum.com stelle ich Ihnen zu Treatment und Drehbuch jeweils ein kurzes Beispiel zur Verfügung.

Drehbücher werden in der Gegenwartsform (Präsens) geschrieben. Dabei ist auf einen funktionalen Stil zu achten, der sich auf relevante Aspekte konzentriert. Hierbei sollte ein möglichst präzises Bild der jeweiligen Figuren bzw. deren Stimmungslage abgebildet werden. Viele Drehbücher folgen dem nachstehenden Muster:

Deckblatt

Hier werden die nachstehenden Dinge aufgeführt.

Titel

Version

Autor(en)

Anschrift

Seitenformat, Schriftart und Schriftgröße

Wie bei einem Storyboard wird jede Szene im Detail beschrieben. Dabei werden alle Erläuterungen zum Handlungsablauf, die Beschreibung der Schauplätze und der jeweils vorherrschenden Atmosphäre linksbündig formatiert. In der Fachsprache ist auch von der linken Seite die Rede. Somit hebt sich diese deutlich von den Dialogen und den Informationen zum Ton ab. Dieser Part wird daher auch als »rechte Seite« beschrieben, obwohl dieser nicht rechtsbündig formatiert, sondern lediglich rechts eingerückt wird. Viele Profis orientieren sich an amerikanischen Standards. Das gilt insbesondere für Schriftart, Schriftgröße und Zeilenabstand. Daher wird oftmals die Schrift Courier in einer Schriftgröße von 12 Punkt und der voreingestellte Zeilenabstand (1,0) verwendet. Lediglich bei den Seitenmaßen verwenden viele hiesige Autoren das in unseren Breiten gebräuchliche Format DIN A4, während in den USA das Format US-Letter verwendet wird. Da sich beide Seitenformate nur geringfügig unterscheiden, passt somit auf eine Seite mehr oder weniger immer die gleiche Textmenge, was eine einfache Kalkulation erlaubt: Eine Seite Drehbuch entspricht in etwa einer Minute Film.

Weitergehende Formatierung

Früher wurden Drehbücher auf Schreibmaschinen geschrieben. Diese boten hinsichtlich der Gestaltung (Formatierung) lediglich eingeschränkte Möglichkeiten. Traditionell beschränkt man sich bei Drehbuchtext auch heute noch auf die Formatierungsmöglichkeiten der Schreibmaschinen. Somit wird für Hervorhebungen lediglich eine Schreibweise in Großbuchstaben oder eine Unterstreichung verwendet. Die Zeichenformatierungen Fett und Kursiv kommen hingegen nicht zur Anwendung. Gleiches gilt auch für farbige Markierungen bzw. Hinterlegungen.

Worttrennungen, Zahlen, Seitenumbrüche

Worttrennungen sind zu vermeiden und einstellige Zahlen sind auszuschreiben. Sätze sollten zudem nicht einfach auf die nächste Seite umgebrochen werden. Stattdessen sollte der betreffende Satz im Zweifelsfall vollständig auf die Folgeseite wandern.

Szenenüberschrift

Diese enthält als Erstes einen Hinweis darauf, ob die Szene innen oder draußen spielt (INT, EXT). Der zweite Punkt der Szenenüberschrift benennt den Handlungsort, wobei diese Angabe oftmals aus zwei Angaben besteht (z. B. Ferienhaus/Küche). Der dritte bzw. letzte Punkt klärt die Tageszeit, wobei hier die »sichtbare« Zeit gemeint ist. Entsprechend kann hier nur TAG, NACHT oder DÄMMERUNG vermerkt werden.

Handlung

Manche Handlungselemente werden zum Zweck der Hervorhebung in Großbuchstaben geschrieben. Dazu zählen erstmals eingefügte Figuren, Geräusche, deren Ursprung jeweils nicht im Bild erkennbar ist, Visual Effects (… von der Hochspannungsleitung geht ein FUNKENREGEN nieder).

Einblendungen

Im Regelfall handelt es sich hier um eingeblendeten Text. Hierzu wird linksbündig zunächst EINBLENDEN und dahinter dann in Anführungszeichen der einzublendende Text geschrieben, z. B.

EINBLENDEN: »21.45 Uhr – Ausfall der Stromversorgung«

Dialoge

Dialog werden eingerückt (also etwas nach rechts versetzt) geschrieben. Hierbei wird zunächst der Name des Sprechenden in Großbuchstaben eingetragen. Ist dieser aktuell im Bild nicht zu sehen, wird hinter dem Namen der Einschub (OFF) eingetragen und in der bzw. den nächsten Zeile(n), allerdings nicht ganz so weit eingerückt, dann der Dialog geschrieben.

Tipp

Die besondere Schreibweise des jeweils Sprechenden und die Trennung der Dialoge von den Erläuterungen ist insbesondere für die Schauspieler wichtig, da diese ihre Dialoge leichter »herausfiltern« können.

Szenenübergang

Jetzt folgt der Szenenübergang. Um einen besonderen Übergang bzw. eine besondere Idee zu formulieren, können Sie eingerückt einen entsprechenden Hinweis eintragen, beispielsweise ABBLENDE oder WIPE (Schiebeeffekt).

Tipp

Wenn Sie sich weitere Software ansehen möchten, sollten Sie vielleicht noch trelby (www.trelby.org) und celtx (https://www.celtx.com/) ausprobieren. Beide Programme sind kostenlos. Kostenpflichtig hingegen ist finaldraft (www.final-draft.com).

2.4Storyboard

Gute Planung sorgt für Effektivität beim Dreh. Das spart wiederum Zeit und Geld. Nicht zuletzt deshalb spielt das Storyboard im professionellen Bereich eine wichtige Rolle. Zum einen, weil dieser praktischen Übersicht eine wichtige Kommunikationsaufgabe zukommt, stellt es doch im Gegensatz zu rein textlichen Beschreibungen sicher, dass u. a. am Set jedes der beteiligten Gewerke nach nur einem Blick auf das ihm ausgehändigte Exemplar weiß, wie die zu drehenden Szenen jeweils aussehen, welche Lichtsituation gewünscht ist, welche Bewegungen innerhalb des Bilds zu erwarten sind und ob eventuell spezielle Sounds aufgezeichnet werden sollen. Die Bedeutung des Storyboards setzt aber eigentlich schon deutlich früher an, beispielsweise im Rahmen der Abstimmung mit Entscheidungsträgern (z. B. einem Auftraggeber) und Produktionsbeteiligten. Aufgrund seiner Übersichtlichkeit können bereits während der Konzeptionsphase Probleme frühzeitig erkannt und Kommunikationsprobleme vermieden werden. Selbst wenn Sie lediglich als »Einzelkämpfer« unterwegs sind, hilft Ihnen das Storyboard, indem Sie den Film bereits vor dem Dreh in Bildern vor sich haben. So können Sie überprüfen, ob die Bildanschlüsse stimmen, und verbesserungswürdige Bilder bereits im Vorfeld erkennen.

Hinweis

Ein Storyboard macht nur dann Sinn, wenn sich die hier beschriebenen Einstellungen auch genauso umsetzen lassen. Bei bestimmten Filmformaten (z. B. bei einem Dokumentarfilm oder einem Nachrichtenbeitrag) kann die Handlung aber nur in einem sehr begrenzten Umfang tatsächlich geplant werden, da die Bilder weitestgehend von vorher nicht bekannten Faktoren abhängen. In solchen Fällen wird daher meistens auf das Erstellen eines Storyboards verzichtet.

2.4.1Aufbau

Viele Kreative bzw. Produktionsfirmen verfolgen beim Aufbau des Storyboards ihren eigenen Standard. Die simpelste Variante zeigt lediglich die Abfolge aller Einstellungen in Skizzenform. Alternativ zur Skizze werden häufig auch einfache Grafiken oder Fotos verwendet. Um einen solchen Aufbau zu realisieren, werden die Bilder dann einfach in einem Grafik- oder Textverarbeitungsprogramm hintereinander bzw. in chronologischer Abfolge platziert. Im professionellen Umfeld wird hingegen oftmals ein dreispaltiger Aufbau bevorzugt. Hierbei zeigt eine Spalte die grafische Darstellung der Einstellung in Form einer Skizze, einer Grafik oder eines Fotos. In einer weiteren Spalte wird die Einstellung kurz und knapp beschrieben, wobei auf besonders zu beachtende Aspekte hinsichtlich der Bildgestaltung eingegangen wird. Die dritte Spalte enthält Informationen zum Audioanteil – also was im späteren Film zu hören sein soll (Geräusche, Musik, Sprechertext). Wenn notwendig, wird dabei auch die Lautstärke bestimmter Audioelemente kommentiert.

2.4.2Skizze, Foto oder Grafik?

Für eigene Filmprojekte ist eine mit wenigen Strichen erstellte Skizze inklusive Strichmännchen in der Regel völlig ausreichend. In der Interaktion mit Auftraggebern bzw. Kunden sollte hingegen ein professioneller Ansatz verfolgt werden, indem die im Storyboard verwendeten Bilder bei einem Grafiker in Auftrag gegeben oder mittels einer speziellen Storyboard-Software erstellt werden. Im Zweifelsfall können auch Fotos verwendet werden. Diese werden dann oftmals mittels einer Grafik- bzw. Bildbearbeitungssoftware angepasst und im Bedarfsfall mit Grafikelementen ergänzt. Das können beispielsweise Pfeile sein, die die Bewegungsrichtung einer Person verdeutlichen. Sich verändernde Bildausschnitte (z. B. bei einer Fahrt) können beispielsweise mit zwei unterschiedlich großen bzw. an unterschiedlichen Stellen platzierten Rahmen verdeutlicht werden.

Unabhängig davon, ob Sie Skizzen, Grafiken oder Fotos verwenden, sollten im Idealfall die nachstehenden Aspekte für den Betrachter erkennbar sein:

Einstellungsgröße

Kameraperspektive

Schärfenverhältnisse (Schärfentiefe)

Lichtsituation

Relevante Bewegungen im Bild

Kamerabewegungen (Fahrt, Schwenk)

Brennweitenveränderungen (Zoom)

2.4.3Storyboard-Software/Apps

Es gibt diverse Möglichkeiten, ein Storyboard mithilfe einer Software bzw. einer App zu erstellen. Viele dieser Tools stellen ein mehr oder weniger umfangreiches Portfolio an Grafikobjekten zur Verfügung. So kann der Anwender beispielsweise aus verschiedenen Figuren, verschiedenen Fahrzeugen oder Straßenzügen wählen. Je nach Tool stehen diese in einem 2D- oder 3D-Look zur Verfügung. Es liegt auf der Hand, dass diese Tools nicht an die unbegrenzten bzw. individuellen Möglichkeiten einer guten Grafikskizze herankommen. Hier und da wird hinsichtlich des Bildseitenverhältnisses auch kein Widescreen unterstützt und es entstehen lediglich quadratische oder leicht rechteckige Grafiken. Ungeachtet dieser diversen Beschränkungen bieten solche Tools die Möglichkeit, mit wenigen Klicks die Sache etwas professioneller als die eigene Strichmännchen-Skizze erscheinen zu lassen.

Abbildung 2-1Einige der auf StoryboardThat auswählbaren Figuren.

Abbildung 2-2Einige der auf StoryboardThat auswählbaren Innenräume.

Abbildung 2-3Demo des Anbieters StoryboardThat

Wenn Sie anstelle von Beispielgrafiken die Dinge lieber selber zeichnen bzw. zeichnen lassen oder wenn Sie Fotos verwenden möchten, können Sie auch eine Plattform oder eine Software verwenden, die ausschließlich das Grundgerüst bzw. das Layout liefert. Hier wäre beispielsweise das Portal www.boards.com zu nennen. Bilder und Grafiken können hier einfach per Drag-and-Drop in den Browser gezogen werden. Auch die Abfolge der Einstellungen kann innerhalb des Browsers per Drag-and-drop verändert werden. Außerdem können Sie auf dem Portal im Team an der Erstellung eines Storyboards arbeiten und Zwischenergebnisse oder die finale Version eines Storyboards teilen. Insbesondere in der Abstimmungsphase ist dies eine sehr praktische Sache.

Abbildung 2-4Storyboard-Software FrameForge Storyboard Studio 4.0

Abbildung 2-5Neben ausgewählten Personen und Objekten dargestellte Icons gestatten den Zugriff auf diverse Anpassungsfunktionen.

Abbildung 2-6Beispielsweise kann die Mimik angepasst werden.

Abbildung 2-7»Aufgebracht«

Abbildung 2-8»Lächelnd«

Abbildung 2-9Körper können einfach mit dem Cursor neu ausgerichtet werden.

2.4.4Mit Word, PowerPoint oder Photoshop und Co arbeiten

Wenn Sie mit der Art der hier vorgestellten Tools nicht so richtig warm werden, können Sie Ihre Storyboards auch mit einem Ihnen vertrauten Textverarbeitungs-, Präsentations- oder Grafikprogramm erstellen. Hierbei besteht die Herausforderung darin, ein geeignetes Layout anzulegen. Diese Arbeit müssen Sie sich aber nicht machen, da sich im Internet diverse Vorlagen finden. Beispielsweise werden unter https://boords.com/storyboard-template