Das Zwitschern seiner Eule - Charlie Richards - E-Book

Das Zwitschern seiner Eule E-Book

Charlie Richards

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Beschreibung

Aus dem Käfig: Die Stimmung eines anderen aufzuhellen kann auch die eigene Stimmung aufhellen. Hector ist zum ersten Mal in seiner Erinnerung frisch aus einem Käfig heraus. Dinge über die Welt zu lernen ist aufregend und beängstigend und er freut sich darauf, am Leben teilzunehmen. Während er sich mit seinen Schwarmkameraden in einer Bar vergnügt, begegnet Hector dem Menschen Rocky, der unglaublich gut riecht und seine Zwergohreule wild in seinem Kopf herumflattern lässt. Nur lehnt der Mann ab, als er ihn um einen Tanz bittet. Später erfährt er, dass Rocky ein Türsteher ist, also arbeitet er in der Bar. Um ihn vor oder nach seiner Schicht zu erwischen, beginnt Hector, den Club regelmäßig zu besuchen. Leider bekommt er dadurch den Ruf, ein Partylöwe zu sein, was Rocky dazu veranlasst, auf Distanz zu bleiben. Der Mensch behauptet, er habe Verantwortlichkeiten, die ein Partygänger nicht verstehen würde. Wie kann Hector, der ein Neuling in Sachen Freiheit ist, Rocky davon überzeugen, dass er Verantwortung übernehmen kann, wenn der Mensch ihm nicht einmal sagt, was es ist? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 34.000 Wörter

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

ÜBER CHARLIE RICHARDS

LESEPROBE:

Das Zwitschern seiner Eule

Aus dem Käfig: Die Stimmung eines anderen aufzuhellen kann auch die eigene Stimmung aufhellen.

Hector ist zum ersten Mal in seiner Erinnerung frisch aus einem Käfig heraus. Dinge über die Welt zu lernen ist aufregend und beängstigend und er freut sich darauf, am Leben teilzunehmen. Während er sich mit seinen Schwarmkameraden in einer Bar vergnügt, begegnet Hector dem Menschen Rocky, der unglaublich gut riecht und seine Zwergohreule wild in seinem Kopf herumflattern lässt. Nur lehnt der Mann ab, als er ihn um einen Tanz bittet. Später erfährt er, dass Rocky ein Türsteher ist, also arbeitet er in der Bar. Um ihn vor oder nach seiner Schicht zu erwischen, beginnt Hector, den Club regelmäßig zu besuchen. Leider bekommt er dadurch den Ruf, ein Partylöwe zu sein, was Rocky dazu veranlasst, auf Distanz zu bleiben. Der Mensch behauptet, er habe Verantwortlichkeiten, die ein Partygänger nicht verstehen würde. Wie kann Hector, der ein Neuling in Sachen Freiheit ist, Rocky davon überzeugen, dass er Verantwortung übernehmen kann, wenn der Mensch ihm nicht einmal sagt, was es ist?

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.

Länge: rund 34.000 Wörter

CHARLIE RICHARDS

Das Zwitschern seiner Eule

Die Wölfe von Stone Ridge 33

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene

ME AND THE MUSE PUBLISHING

www.meandthemuse.com

Copyright © der englischen Originalausgabe „Setting His Owl A-Twitter“:

Charlie Richards

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:

Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe

Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2020

Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs

Übersetzt von: Sage Marlowe

URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:

Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.

Mit dem Erwerb eines E-Books erhält der Käufer die Lizenz zur persönlichen Nutzung, ist jedoch nicht zur Weitergabe des Inhaltes an Dritte, weder gegen Entgelt noch kostenlos, berechtigt.

Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.

Bitte beachten:

Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.

Widmung

Auf das Erlernen neuer Fähigkeiten – man ist nie zu alt, um seinen Horizont zu erweitern.

Kapitel 1

Der leise Beat der Musik in der Bar pulsierte durch den Pausenraum, in dem Rocky Nelson seinen Wintermantel in sein Schließfach hängte. Er wandte sich ab und ging zur Tür. Sobald er den Raum verließ, wurde die Musik lauter.

Auch wenn Rocky wusste, dass die wummernde Musik zum Tanzen großartig war, machte es eine Unterhaltung mit jemandem zu führen ziemlich schwierig. Man musste einander direkt ins Ohr reden, was, wie er vermutete, den Leuten beim Aufreißen half.

Rocky verstand den Sinn darin nicht, aber er hatte auch schon Jahre zuvor das Verlangen nach One-Night-Stands hinter sich gelassen. Mit meinem Schwanz zu denken hat mich überhaupt erst in diesen Schlammassel gebracht …

Als er den Hauptraum erreichte, ließ Rocky seinen Blick umherschweifen, betrachtete den Innenbereich. Er erblickte Männer und auch ein paar Frauen, die sich um Tische drängten. Da es ein Donnerstagabend war, war nicht allzu viel los, sodass die Barkeeper etwas Luft hatten. Die Tanzfläche war jedoch voll, angefüllt mit zappelnden und sich windenden männlichen Gestalten.

Meine Chefs freuen sich wahrscheinlich darüber. Die Idee, am Donnerstagabend eine Band herzuholen, scheint sich auszuzahlen.

Persönlich bevorzugte Rocky die ruhigen Abende. Leider konnte man damit die Rechnungen nicht bezahlen. Wenn es Schlangen von Leuten gab, die darauf warteten, durch die Tür zu gelangen … das waren die Abende, die die Chefs mochten.

„Er ist hier, und er hat schon nach dir gefragt.“

Rocky wandte sich dem Sprecher zu und sah Dorian, der zu ihm hinauf grinste. Er hob seine linke Braue und sah den Mann finster an. „Ich weiß nicht, von wem du sprichst“, behauptete Rocky.

Dorian schnaubte. „Bullshit“, antwortete er und enttarnte Rockys Lüge mühelos.

Genau das passierte, wenn man fast zwei Jahrzehnte lang mit einem Mann befreundet. Selbst Rockys gewaltige Größe schüchterte seinen kleinen Kumpel nicht ein. Ihre Größe war auch nicht der einzige Unterschied zwischen ihnen. Ihre Persönlichkeiten waren ebenfalls ganz anders. Rocky war normalerweise ruhig und entspannt, während Dorian eine hyperaktive, lebhafte Persönlichkeit hatte.

Rocky war ein Meter dreiundneunzig groß, während Dorian es nur auf eins zweiundsiebzig brachte. Während Rockys Haut fast nachtschwarz war, war sein Freund ein leicht gebräunter Blondschopf. Um das Ganze abzurunden, trainierte Rocky seine dicken Muskeln für Bodybuilder-Wettbewerbe und konzentrierte sich dabei auf die Symmetrie seiner Muskeln. Dorian war ein Schwimmer, formte die Muskeln seines Körpers so, dass sie lang und schlank waren, ideal, um mühelos durchs Wasser zu gleiten.

Sie waren seit der sechsten Klasse gute Freunde, als Rocky einen Mobber davon abgehalten hatte, Dorian zu belästigen.

Dorian stupste seinen Arm mit der Schulter an, beugte sich zu ihm und rief über die Musik hinweg: „Du weißt, wen ich meine. Hector.“ Er grinste breit, wobei er lasziv zwinkerte. „Dieser süße kleine Albino würde sich nur zu gerne für deinen großen schwarzen Schwanz vorbeugen. Warum nimmst du sein Angebot nicht an?“

Rocky unterdrückte mühsam ein Knurren. Er hatte kein leicht reizbares Temperament, noch nie gehabt, und so überraschte ihn der unerwartete Zorn. Da er nicht wusste, woher er kam, holte er tief Luft und betrachtete wieder die Menge.

Rocky schüttelte den Kopf, sowohl wegen seiner Reaktion als auch Dorians Kommentar, und konzentrierte sich wieder auf seinen Freund. „Du weißt ja, ich mache keine One-Night-Stands mehr, Dorian“, erinnerte er ihn schroff. „Und Hector ist ein Party-Playboy, der immer hier ist und mit seinen Freunden tanzt und trinkt.“ Seufzend blickte er zum vorderen Eingang. „Und er ist kein Albino“, fügte er hinzu. „Seine Augen sind hellbraun.“

Als Rocky von Dorian wegging, hörte er den viel kleineren Mann rufen: „Also hast du ihn bemerkt!“

Rocky schüttelte nur den Kopf und ging weiter. Er war dafür eingeplant, die ersten drei Stunden seiner Schicht den Dienst am Eingang zu übernehmen und Thornton würde es nicht schätzen, wenn er ihn zu spät ablöste. Der Mann wurde nicht gerne am Eingang eingesetzt, aber als Rausschmeißer wurde es gelegentlich von ihnen verlangt.

Die meisten hielten Thornton mit seinen stahlgrauen Augen und seiner militärischen Haltung für kalt und hart. Rocky hingegen erkannte, dass der schlanke, muskulöse Mann einfach nur Struktur und Ordnung mochte. Rocky verstand es, da dies auch in seinem eigenen Leben eine so große Rolle spielte.

Als Rocky in der Lobby der Bar ankam, entdeckte er Thornton, der rechts neben dem Empfangstresen und näher am Eingang auf einem Hocker saß. Sein Kiefer war in einer harten Linie angespannt, und seine Augen waren schmal. Thornton lehnte mit verschränkten Armen an der Wand hinter ihm und seine Haltung schrie geradezu: benehmt euch.

Wayne stand hinter dem Schalter und nahm das Eintrittsgeld von zwei Männern entgegen. Rocky tat sein Bestes, um seine Enttäuschung bei Waynes Anblick zu verbergen. Der Mann war nett, machte aber äußerst unangemessene Kommentare. Er schien kein Gespür für angemessenen Abstand zu haben, und auch keinen Hirn-zu-Mund-Filter.

Rocky nahm an, wenn Wayne nicht der Neffe des Chefs wäre, würde er es nie schaffen, seinen Job zu behalten. Als er an Wayne vorbeikam, hörte er, wie der Mann dem größeren der Gäste ein Kompliment zu seinem Ohrring machte.

Rocky schüttelte nur den Kopf und ging an den drei Männern vorbei. Er blieb vor Thornton stehen, der sich vom Stuhl erhob. „Thorn“, grüßte Rocky. „Ich sehe keine Schlange, aber ich habe auf dem Weg nach vorne gemerkt, dass es ganz schön voll ist.“

Auch wenn Thornton ein paar Zentimeter kleiner war als Rocky, hatte er eine einschüchternde Präsenz, die dies mehr als wettmachte. Er war jedoch, soweit Rocky es mitbekam, immer höflich. „Abend, Rocky“, antwortete Thornton. „Es ist nur eine kurze Flaute, da bin ich mir sicher. Die Nacht ist noch jung.“

Rocky grinste breit. „Ich beneide dich nicht um die Menge der Leute im Inneren“, sagte er zu dem anderen Türsteher. „Ich persönlich tanze lieber nur zu zweit.“

„Es gibt einen Mann da drinnen, der mehr als glücklich sein würde, ein bisschen Zeit zu zweit mit dir zu verbringen“, sagte Thornton. Sein Mundwinkel hob sich, als ein wissender Schimmer seine silbergrauen Augen erleuchtete. „Du scheinst einen Bewunderer zu haben.“

Grunzend rang Rocky damit, was er sagen sollte. Er hatte erwartet, von seinem Kumpel Dorian geneckt zu werden. Dass auch Thornton etwas sagte, überraschte ihn. Er hätte nicht erwartet, dass der normalerweise ruhige Mann das tat.

„Hat Hector etwas zu dir gesagt?“, fragte Rocky plötzlich. „Dorian hat gesagt, er ist hier.“ Vielleicht war Hector über seine Vernarrtheit hinweg.

Bei diesem Gedanken verspürte Rocky einen seltsamen Stich des Bedauerns. Hatte er seine Chance bei dem kleinen Kerl verpasst? Er hatte nicht einmal bemerkt, dass ihm der Gedanke gekommen war, einen Versuch mit dem viel kleineren Schnuckel zu wagen.

„Nur das, was er jedes Mal gefragt hat, wenn er kommt und ich an der Tür bin“, sagte Thornton. „Ist Rocky heute Abend hier?“

Rocky seufzte erleichtert und besorgt zugleich. „Ich weiß nicht, was ich mit ihm anfangen soll“, murmelte er. „Ich meine, er scheint es jedes Mal so ernst zu meinen, wenn er mich zum Tanzen auffordert. Jedes Mal, wenn ich ablehne, sieht er aus, als wäre das absolut herzzerreißend für ihn. Ich verstehe nicht warum.“ Rocky rieb sich mit einer großen Hand über seine rasierte Kopfhaut. „Es gibt keinen Platz in meinem Leben für einen Partyboy wie ihn. Ich weiß nicht, wie ich ihn dazu bringen soll, damit aufzuhören, ohne dass ihm Hausverbot erteilt wird.“ Rocky wollte das wirklich nicht.

Thornton schnaubte. „Du kannst den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen“, murmelte er kryptisch.

„Was meinst du?“, fragte Rocky. Was war ihm entgangen?

„Ist dir mal der Gedanke gekommen, dass er nur so oft hier ist, um dich zu sehen?“, sagte Thornton, als er um ihn herum trat. Er ging weiter in Richtung des Bogens, der in die Bar führte, und rief über die Schulter: „Frag ihn nach einem Date. Dann siehst du, ob er interessiert ist.“

Rocky beobachtete, wie Thornton nach rechts verschwand und wahrscheinlich einen langsamen Rundgang durch das Innere antrat. Er wandte sich wieder dem frei gewordenen Hocker zu und platzierte seinen Hintern auf der Kante. Er stützte seine linke Ferse auf eine Sprosse und dachte über die Worte des anderen Mannes nach.

War Rocky das Offensichtliche entgangen? War Hector wirklich nur da, weil er Zeit mit ihm verbringen wollte? Zu erfahren, ob er mehr als nur etwas engumschlungenes Getanze auf der Tanzfläche haben wollte, würde ihm das sicher verraten.

„Ich verstehe nicht, was das Problem ist“, sagte Wayne und unterbrach seine Gedanken. „Vögel den kleinen Twink einfach. Dafür sind die Hinterzimmer da, weißt du?“

Wieder schoss eine Welle der Wut durch Rocky. „Halt die Klappe“, knurrte er. „Das Leben dreht sich nicht immer nur um Sex.“

Wayne schnaubte, als er sich an den Tresen lehnte. „Das bedeutet nur, dass du keinen kriegst.“ Er grinste mit einem selbstgefälligen Ausdruck auf seinem schmalen Gesicht. „Was ist los? Haste ’nen kleinen Pimmel, weil du Steroide nimmst, oder was?“

Rocky biss die Zähne ein paar Sekunden lang zusammen und atmete langsam durch die Nase ein. Er drehte den Kopf und betrachtete Wayne mit einem kalten Blick. „Ich habe noch nie Steroide genommen“, entgegnete er. Er wusste, dass der tiefere Ton seiner Stimme seine wachsende Verärgerung verriet.

Wayne schnaubte und verschränkte die Arme vor der Brust. Er klebte einen Ausdruck auf sein Gesicht, der seinen Unglauben deutlich zeigte. „Klar doch, Mann“, antwortete er verächtlich. „Ihr Bodybuilder nehmt doch alle so einen Mist. Auf keinen Fall hast du diese Muskeln auf natürliche Weise gekriegt.“

Rocky starrte Wayne an und erinnerte sich in Gedanken daran, dass der kleine Scheißer es nicht wert war. Er war der Neffe des Chefs. Er hatte keinen Filter. Oh, und er glaubte alles zu wissen.

Rocky schüttelte den Kopf und grollte: „Du liegst falsch, aber glaub, was du willst.“

Zu Rockys ewiger Erleichterung öffnete sich in diesem Moment die Tür des Clubs und drei Männer traten in die Lobby. Er ließ seinen Blick über die Gruppe schweifen und schätzte, dass die zwei älteren Männer Mitte bis Ende zwanzig waren. Der Jüngere war jedoch keineswegs alt genug, um in einer Bar zu sein.

„Halt“, grollte Rocky, hob seine Hand und zeigte auf den möglicherweise minderjährigen Mann. „Ich muss deinen Ausweis sehen.“

Der ältere, blonde Mann verzog das Gesicht, als er in seine Richtung schaute, aber der Ausdruck verschwand schnell.

Rocky war nicht überrascht. Er wusste, dass sein großer Körperbau und die noch größeren Muskeln einschüchternd sein konnten. Deshalb wurde er an geschäftigen Abenden oft am Eingang eingesetzt … und weil er verdammt gut darin war, gefälschte Ausweise zu entdecken.

„Äh, j-ja“, murmelte der jüngere Blonde. Er warf einen Blick auf den anderen Blonden, vielleicht sein älterer Bruder, während er seine Brieftasche hervorholte. „Hier“, murmelte er und sein Gesicht färbte sich rosa, als er den Ausweis übergab.

Rocky überflog den Führerschein und lachte leise. Er gab ihn zurück und sagte: „Alles Gute zum Geburtstag, Reid. Zeig den einem der Barkeeper, und dein erstes Getränk geht aufs Haus.“ Dann wandte er sich an die zwei älteren Männer. „Passt auf euren Freund auf“, befahl er. „Wenn dies wirklich sein erstes Mal in einer Bar an seinem einundzwanzigsten Geburtstag ist, lasst ihn sich nicht total betrinken und in Schwierigkeiten geraten.“

Das Gesicht des jungen Mannes war knallrot, doch er grinste. „Danke.“ Er wandte sich an die anderen zwei. „Ein Gratis-Getränk. Cool!“

„Mach dir keine Sorgen wegen Reid“, sagte der ältere Blonde, der am Tresen stand und Wayne bezahlte. Er grinste. „Wir haben ihm bereits alles über sicheren Sex erklärt.“

„Dell!“, schrie Reid, deutlich beschämt.

Rocky lachte. „Geht und habt Spaß“, sagte er.

Während Rocky beobachtete, wie das Trio durch den Bogen ging, entdeckte er einen blassen Haarschopf. Sein Herzschlag beschleunigte sich. Sekunden später spürte er, wie sein Blut nach Süden zu seinem Schwanz floss, als Hector in der Tür erschien.

Obwohl Rocky gegen die Anziehungskraft ankämpfte, die Hector auf ihn ausübte, konnte er nicht leugnen, dass er den kleinen Mann atemberaubend fand … und erregend. Er erinnerte sich an die zierlichen Hände des kleinen Hotties, die anerkennend über seine Brust rieben, als sich ihre Wege zum ersten Mal gekreuzt hatten. Hectors hellbraune Augen hatten vor Aufregung und Lebensfreude geleuchtet. Seine Wangen waren rosig gefärbt gewesen, und sein Grinsen ansteckend. Es hatte Rocky dazu gebracht, zurück zu grinsen.

Rocky sah zu, wie Hector sich im Foyer umsah. Als er ihn entdeckte, erhellte ein Lächeln die Züge des hübschen Mannes. Er tanzte – schwang im wahrsten Sinne des Wortes seine schlanken Hüften im Takt der Musik – durch den Raum und blieb vor Rocky stehen. Er tanzte weiter auf seinen Zehen und wand seine Finger vor sich, wahrscheinlich um Rocky nicht zu berühren.

Bei den ersten Malen, als Hector nach ihrem ersten Treffen mit ihm gesprochen hatte, hatte er gezeigt, wie gerne er anfasste und auf Tuchfühlung ging. Rocky hatte ihn warnen müssen, seine Hände bei sich zu behalten. Er hatte behauptet, er wolle nicht unprofessionell wirken, aber eigentlich war es, weil der hübsche Mann so verdammt erregend war, und dabei hatte er noch nie einen blassen Twink, der Make-up trug, attraktiv gefunden. Bei Hector fand Rocky es jedoch umwerfend.

„Hi, Rocky“, grüßte Hector. „Ich habe gehört, du arbeitest heute Abend. Ich bin so froh, weil ich dich gestern nicht gesehen habe“, sagte er und strahlte ihn an. „Ich weiß, dass du gerade erst angefangen hast, aber das bedeutet, dass du in ein paar Stunden eine Pause hast, oder? Möchtest du in deiner Pause tanzen? Ich werde wirklich gut darin.“

Rocky richtete seinen Blick auf Hector. Er wollte das Angebot des Mannes so gerne annehmen, nur … Thorntons Worte hallten durch seine Gedanken. Rocky entschied, dass es nicht schaden konnte, und ging ein Wagnis ein.

Kapitel 2

Als Rocky anfing, den Kopf zu schütteln, spürte Hector, wie sein Herz sich in seiner Brust zusammenzog. Er wusste, dass er den Menschen geradezu stalkte, aber er wusste nicht, was er sonst tun sollte. Er und seine Eule wollten nur die Gelegenheit bekommen, Rocky zu berühren und zu spüren, wie der andere Mann ihn berührte. Jedes Mal, wenn Rocky ihn zurückwies, fühlte er sich, als würde ein kleiner Teil von ihm in seinem Inneren sterben.

Seine Freunde hatten ihm gesagt, dass der Mensch den Drang, sich zu paaren, auch spüren sollte. Könnte Hector irgendwie falsch liegen? Was, wenn Rocky nicht wirklich sein Gefährte war? Wie sonst konnte er dieses überwältigende Bedürfnis erklären, ihn zu sehen, selbst wenn er ihn nicht berühren durfte?

„Nein, Hector“, grollte Rocky. „Ich bin nicht daran interessiert, hier im Club zu tanzen.“

Rockys Stimme war so wunderbar tief. Hector würde wetten, wenn er beim Reden auf seiner Brust liegen würde, könnte er die Vibrationen tatsächlich spüren. Er könnte Rocky stundenlang zuhören.

Nur sagte Rocky nein … schon wieder.

Enttäuschung und Trauer schossen durch Hector. Er zwang sich zu einem Lächeln und hoffte, dass es nicht zittrig wirkte. Auch wenn er wusste, dass er fragen sollte, wer das Baby zu Hause war – Rocky hatte eines erwähnt, als Hector zum ersten Mal die Bar mit Club besuchte –, hatte er Angst vor der Antwort. Was, wenn sein Gefährte eine Frau oder eine Freundin hätte, die zu Hause auf ihn wartete?

Das wäre schrecklich!

„Allerdings“, fuhr Rocky fort, „würde ich dich gerne zum Essen ausführen, Hector.“

Hector stand einen Herzschlag lang der Mund offen. „D-du willst mich zum Essen ausführen?“

Er glaubte, die Frage beinahe geflüstert zu haben, also war er sich nicht sicher, wie Rocky ihn hatte hören können. Vielleicht konnte er Lippen lesen. Wie auch immer, Rocky nickte.

„Ja, Hector“, sagte Rocky. „Wenn du wirklich Zeit mit mir verbringen willst, lass mich dich zum Essen ausführen.“ Er warf einen Blick auf den Torbogen, der in den eigentlichen Club führte, und konzentrierte sich dann wieder auf ihn. „Ich mag es nicht, hier zu tanzen, aber ich würde gerne mit dir reden.“

„Ja!“, schrie Hector. Sein Herz pochte aufgeregt in seiner Brust, als die Begeisterung ihn durchströmte. „Oh, ja, Rocky.“ Er verlor die Kontrolle über seinen Überschwang, sprang auf seinen Zehen nach vorne und legte seine Hände auf die Brust des großen Menschen, die mit einem T-Shirt bedeckt war. Er rieb mit den Händen über die riesigen, harten Muskeln, die unter dem Stoff versteckt waren, und grinste den Mann breit an. „Ich würde so gerne mit dir essen gehen, Rocky! Wo? Wann?“

Rocky legte seine Hände auf Hectors. Seine riesigen schwarzen Finger krümmten sich um Hectors viel kleinere Handflächen.

Hector zuckte zusammen und warf einen Blick nach unten auf ihre vereinten Hände. Er griff nach den Fingern des Mannes und genoss das Gefühl von Rockys leicht schwieligen Händen, die seine umfassten. Dies war die schönste Erfahrung, die er jemals gemacht hatte – abgesehen davon, dass er die Brust seines sexy Partners gefühlt hatte.

---ENDE DER LESEPROBE---