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Das Buch ist eine Auseinandersetzung mit dem Leben in der DDR und in der BRD. Eine Mischung aus Politik,Kunst,Religionen, Traditionen und Psychologie regt zur persönlichen Meinungsbildung, zu Selbststärkungen und zum Aufstehen an. Hierfür gibt es vielfältige Informationen, Fragen, Aufgaben und Ermutigungen zum Handeln, die auch für Jugendliche und junge Erwachsene nützlich sind.
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Seitenzahl: 104
Veröffentlichungsjahr: 2019
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Vorwort
Meine Gründe zum Zeichnen und Malen
Gemustert, gemustert…und ausgemustert
Staatssicherheit – Schild und Schwert der Partei
Formen, Mittel und Methoden der Zersetzung
Gehirnwäsche
Erlebt, betrübt und überwacht
DDR „Bild“-Zeitung und das Original
Sich erleben
Lebensstudium
Werte hin, Werte her
Hochzeit hinter dem Grenzzaun
DDR- Sozialismus mit Westbonbons
Ich bin bei dir
Gehe deinen Weg
Kinder, Kinder
Worte lesen, Bilder sehen
Ich bin in Ordnung, du bist in Ordnung
Persönlichen Bauplan nutzen
Wiedervereinigung mit Sonnenschein und Schein
Wendezeit Stolperzeit
Neu Herausforderungen, mehr Freiheiten
Ostalgie nicht nur in den Ecken
Jenseitigkeit im Hier und Jetzt
Sich erheben
Nun sind wir alt
Unruhe im Ruhestand
Auf dem Boden bleiben
Sich wehren
König sein
Sich sehen
Mich sehen
Ich sehe mich bei dir
Zeichnen, malen und sich entdecken
Erinnerungen wachhalten
Brief schreiben
Analoges und digitales Zeichnen und Malen
Der Reiz des Schwindens und Findens
Konsumieren und an sich appellieren
Sich vergnügen bis sich die Balken biegen
Sich regen bringt Segen
Flüchtlinge im Blick
Religionskriege sind nicht Gottes Wille
Einst getrieben, dann vertrieben
Familienleben einst und heute
Kulturtechniken, PC, Interent und Puzzlespiele
Mein erstes Buch
Die Sprache der Hände und Finger
Frustrationen schüren Aggressionen
Du bist uns nah, wir sind dir fremd
Wolken beobachten und entdecken
Willkommensgedöns in allen Ecken
Ohne Gott und Sonnenschein fahren wir die Ernte ein
Aus dem Erbe wurde nichts
Irritationen durch Manipulationen
Der Teufel steckt in mir
Erschreckend menschlich
Erfreuen an Kleinigkeiten
Septembergespräch
Mit „15“ mutig die Welt entdecken
DDR überlebt und was nun?
Das Buch ist meine persönliche Auseinandersetzung mit dem Leben in der DDR und dem Leben in der BRD. Somit ist es für den Leser eine Anregung, sich selbst eine Meinung zu bilden. Hierfür gibt es eine Mischung aus Politik, Kunst, Religionen, Traditionen, Psychologie und Details aus meinem Leben.
Nach der friedlichen Wiedervereinigung erlebe ich, dass nach drei Jahrzehnten Mauerfall der Vereinigungsprozess noch längst nicht abgeschlossen ist und dies nicht nur im Wirtschaftlichen, vor allem auch in den Köpfen.
Hinzu kommen neue Probleme in Europa und aus der Welt, die Deutschland vor enorme Herausforderungen stellen. Oh ja! DDR erlebt und was nun?
Die täglichen Nachrichten erfreuen und belasten. Belastend sind unterschiedliche Themen. Angedeutet seien an dieser Stelle nur Politik, Wirtschaft und Kriege, Cyberkriminalität, organisierte Kriminalität, die Terrormiliz „Islamischer Staat“, Flüchtlinge und Integration, Religionen und Traditionen, die wachsend Kluft zwischen Armut und Reichtum, Manipulationen der Bürger, Politikverdrossenheit, Wohlstand und Konsumverhalten, der Umgang mit den Medien… Und wie verarbeiten Sie all jene Probleme?
Das Buch ist nicht nur eine Anregung zur Selbstbetrachtung für Erwachsene, vielmehr auch für Jugendliche und junge Erwachsene, die die DDR nicht erlebt haben und Bilder immer und immer wieder gerne betrachten.
Somit öffnet dieses Buch für Eltern, Lehrer und Schüler vielfältige Möglichkeiten, um über das Leben in der DDR und BRD zu diskutieren.
Mein Leben in der DDR verdeutlicht Unterdrückung der persönlichen Freiheit, Anpassung, Unterwerfung, Arbeitsplatzbindung, ständige Beobachtung und somit die Untergrabung meines Selbstvertrauens.
Mein Leben in der BRD erforderte Eigenverantwortung und Flexibilität im Arbeitsleben. Nötige Qualifizierungen sicherten mir die Durchführung von Fortbildungen für Schulleiter, Stellvertreter, Lehrer, Elternabenden mit Schülern, Schülerprojekten sowie die Ausbildung von Beratungslehrern.
Bereits als Kind neigte ich dazu, bei Unstimmigkeiten, Problemen und Konflikten mich zurückzuziehen, zu beten, zu zeichnen und zu malen.
Heute im Alter zeichne und male ich immer noch und nutze gerne für meine Bilder die digitalen Angebote, um den Alltag zu bewältigen.
Selbstverständlich hat jeder seine persönlichen Nischen mit lieb gewonnenen Aufgaben, um sich zu erbauen und neue Kräfte für den Alltag zu schöpfen.
Das Zeichnen und Malen sind für mich eine stille Selbsttherapie zum Bewältigen des Alltages mit seinen Höhen und Tiefen. Erfreuliches wird bestätigt und Störungen werden nicht unterdrückt und verleugnet. Zeichnen und Malen stärkt das Selbstvertrauen, zeigt neue Orientierungen, verbindet mit den Nächsten und ermutigt zum Handeln. Natürlich geschieht das auch durch Musizieren, Sport und anderes. Dieses Buch ist mein Innehalten mit Rückblicken, Einblicken und Ausblicken zum Sinnieren über das eigene Leben.
Ein „Wessi“ wird sich oft wundern und fragen, warum haben die „Ossis“ die DDR-Diktatur so lange erduldet, sich angepasst und nicht eher protestiert! Er wird sich auch fragen, was wollen die „Ossis“ jetzt? Nach fast dreißig Jahren!
Und ein „Ossi“ wird sich im Buch an der einen oder anderen Stelle selbst wiederentdecken, den Wert der Wiedervereinigung schätzen und sich mit seinem Handeln voll und ganz für die Bundesrepublik Deutschland einsetzen.
Für mich ist das Zeichnen und Malen ein Selbstgespräch zu Ereignissen, die mich belasten oder erfreuen. Wer möchte sich denn nicht vor dem Einschlafen sagen dürfen, für den heutigen Tag bin ich dankbar. Dankbar darf man sein, wenn die täglichen Erwartungen an der Arbeit und im Leben der Familie erbaulich verlaufen sind.
Selbstverständlich gehören dazu kleine und größere Störungen, die Eskalationen verursachen oder gar forcieren. Letztlich öffnen sie neue Wege für persönliche und gemeinsame Veränderungen.
Das Buch verlangt nicht, dass Sie selbst gerne zeichnen oder malen. Denn jeder sucht sich andere Nischen, Hobbys und andere Aufgaben, um Kraft und Freude am Leben des Alltags zu finden. Sei es das Familienleben mit den Kindern, den Eltern, den Geschwistern, die Tätigkeit im Arbeitsteam, der Einsatz für andere Menschen, das Musizieren, Basteln, die Gartenarbeit, die Liebe zu einem Tier…
Natürlich werden Sie nicht selten ermutigt, selbst zu zeichnen, zu malen, zu modellieren oder auch digital zu zeichnen und zu malen. Mir geht es nicht um die genaue Wiedergabe des Sichtbaren, vielmehr um das, was in einem steckt und einen bewegt. Bereits die ersten Striche mit dem Stift oder dem Pinsel haben alles in sich. Denn sie zeigen, was in einem unbewusst vorgeht. Dann muss man nur noch das Entdeckte herausarbeiten. Sie können sich dann sagen, das habe ich geschaffen!
Meine Bilder entstanden beim Malen und Zeichnen. Modell saß niemand. Titel gibt es auch nicht. Jeder darf für sich einen finden. Freie Assoziationen sind gefragt.
Falls Sie beim Lesen doch einmal ins Stocken geraten, werden Bilder für Worte zum Assoziieren hilfreich sein.
Als ich zwölf Jahre alt war, betrachtete ich ein schwarz/weiß Foto von mir. Lange sah ich in die staunenden Kinderaugen. Dann holte ich meinen DDR-Farbkasten und malte dieses Bild.
Erlebt habe ich in der DDR die Einschränkung der persönlichen Freiheit, die Unterdrückung der Selbstbestimmung und erfreuen durfte ich mich beim Unterrichten der Schüler.
Bei all diesen Schieflagen nutzte ich einst das Zeichnen und Malen, um meine Kräfte für den Alltag zu stärken und das auch heute noch!
Gewiss hat jeder seine ganz persönlichen Gründe zum Zeichnen und Malen. Jeder liebt andere Nischen, um sich für den Alltag zu rüsten. Erinnert sei an das Musizieren, das Wandern, das Schreiben, das Sammeln von Münzen, Briefmarken, Antiquitäten, vielfältige sportliche Betätigungen und anderes…
Das Szenario der Musterung musste ich bis zu meinem dreiunddreißigsten Lebensjahr erdulden. Nicht vergessen kann ich die Nichtzulassung zur Oberschule (Gymnasium), weil im Klassenbuch zur „sozialen Herkunft“ ein „I“ (Intelligenz) und nicht ein „A“ (Arbeiter) oder „B“ (Bauer) stand. Anstatt der Jugendweihe folgten die Konfirmation sowie die kirchliche Trauung. Auch das sind Bilder, die ich nicht vergessen kann!
Viele meiner Verwandten und Bekannten lebten in der Bundesrepublik Deutschland. Zur NVA wollte ich nicht. Das Schicksal der Bausoldaten, von denen ich einige auf großen Bahnhöfen befragt habe, wollte ich auch nicht ertragen. Da half nur ein gesundheitliches Tricksen mit Tabletten. Denn im 10. Schuljahr hatte ich in Sport eine Zwei und im 3 000 Meter- Lauf eine Eins. Am 20.04.1976 erhielt meinen Ausmusterungsschein.
Bei jeder Musterung dachte ich an meine Verwandten und Bekannten in der BRD, erinnerte mich an die Bilder „Kriegskrüppel“, „Streichholzhändler“, „Die Barrikade“ und das Triptychon „Der Krieg“ von Otto Dix.
Von meinen christlichen Eltern wurde ich zur Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit erzogen. Habe ich mich versündigt? War das Betrug? Fehlte mir der Mut, energisch offiziell zu protestieren? Habe ich mich für meine Eltern und für meine Familie angepasst?
Beim Stellen dieser Fragen schüttelte mein Papa seinen Kopf und sagte: „Gewiss dachtest du bei jeder Musterung an Matthäus 26,52 ‚Wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen‘. Du träumst von einem Weltfrieden, alle Schwerter sollen Pflugscharen werden! Jedoch, Frieden erfordert, wie es die Geschichte zeigt, für den Krieg gerüstet zu sein.“ Papa schaute mich ernst an, neigte seinen Kopf leicht zur Seite, lächelte mich an und fuhr stimmvoll fort:
„Ganz unverhofft an einem Hügel
sind sich begegnet Fuchs und Igel.
Halt, rief der Fuchs, du Bösewicht!
Kennst du des Königs Ordre nicht?
Ist nicht der Friede längst verkündigt,
und weißt du nicht, dass jeder sündigt,
der immer noch gerüstet geht?
Im Namen seiner Majestät,
geh her und übergib dein Fell.
Der Igel sprach: Nur nicht so schnell.
Lass dir erst deine Zähne brechen,
dann wollen wir uns weitersprechen!
Und all sogleich macht er sich rund,
schließt seinen dichten Stachelbund
und trotzt getrost der ganzen Welt,
bewaffnet, doch als Friedensheld.“
Oh, mein Papa. Sein Wilhelm Busch. Darauf sagte ich erst nichts. Das sollte ich auch nicht. Jedoch dann zitierte ich Albert Einstein: „Nichts wird Kriege abschaffen, wenn nicht die Menschen selbst den Kriegsdienst verweigern.“
„Die Katze lebt vom Pazifismus der Mäuse.“ Ralph Boller
Die Bevölkerungszahl in der DDR betrug 1989 16,43 Millionen Einwohner.
Zum Ministerium für Staatssicherheit (MfS) gehörten circa
91 000 Hauptamtliche Mitarbeiter und circa
189 000 Inoffizielle Mitarbeiter in der DDR.
Hinzu kamen Inoffizielle Mitarbeiter in der BRD,
Gesellschaftliche Mitarbeiter für Sicherheit (GMS) sowie
Agenten im Ausland.
Das Ministerium für Staatssicherheit gewann für seine Tätigkeit auch Jugendliche ab dem 14. Lebensjahr als „Inoffizielle Mitarbeiter“ (IM). Jugendliche wurden so zu Spitzeln in der Schule, in der Familie, im Freundeskreis und in gesellschaftlichen Freizeiteinrichtungen. Hierfür mussten Jugendliche handschriftlich eine Schweigeverpflichtung verfassen und unterschreiben.
Circa 13 000 bis 17 500 Jugendliche im Alter vom 14. bis 21. Lebensjahr waren als Inoffizielle Mitarbeiter tätig.
Und im Oktober 2017 war in der Presse zu lesen, dass Kinder und Jugendliche von Rechtsradikalen, Linksextremisten und Islamisten umgarnt werden, um sie für ihre politischen Ziele zu gewinnen.
In den Stasi- Gefängnissen wurde in den 1950er Jahren physische Folter angewandt. Später wurde mit ausgeklügelten psychologischen Methoden gearbeitet. Und in den 80-er Jahren bildete die Stasi Terroristen der RAF im Umgang mit Waffen und Sprengstoff aus.
Zu den Methoden der Stasi gehörten:
Bespitzelung der Bevölkerung,
Wohnungs- und Arbeitsplatzdurchsuchung,
Telefon-, Brief- und Postkontrolle,
Wanzeneinbau, Spurensicherung und Geruchsproben,
Verhaftungen, Verhöre und Erpressungen sowie Grenzüberwachung.
Lutz Richter, Kl.9, 1966, Polytechnische Oberschule III, „An den Beeten“ Bad Salzungen
Richtlinie Nr. 1/76 des MfS zur Entwicklung und Bearbeitung Operativer
Vorgänge von Erich Mielke, Quelle: DDR- Lexikon
„Bewährte Formen der Zersetzung sind:
systematische Diskreditierung des öffentlichen Rufes, des Ansehens und des Prestiges…
systematische Organisierung beruflicher und gesellschaftlicher Misserfolge zur Untergrabung des Selbstvertrauens einzelner Personen;
zielstrebige Untergrabung von Überzeugungen im Zusammenhang mit bestimmten Idealen, Vorbildern usw. und die Erzeugung von Zweifeln an der persönlichen Perspektive;
Erzeugen von Misstrauen und gegenseitigen Verdächtigungen innerhalb von Gruppen, Gruppierungen und Organisationen;
Erzeugen bzw. Ausnutzen und Verstärken von gegenseitigen Rivalitäten innerhalb von Gruppen, Gruppierungen und Organisationen durch zielgerichtete Ausnutzung persönlicher Schwächen einzelner Mitglieder;
Beschäftigung von Gruppen, Gruppierungen und Organisationen mit ihren internen Problemen mit dem Ziel der Einschränkung ihrer feindlichnegativen Handlungen;
örtliches und zeitliches Unterbinden bzw. Einschränken der gegenseitigen Beziehungen der Mitglieder einer Gruppe, Gruppierung oder Organisation auf der Grundlage geltender gesetzlicher Bestimmungen, z. B. durch Arbeitsplatzbindung, Zuweisung örtlich entfernt liegender Arbeitsplätze und so weiter.“
Somit leistete das MfS einen „echten positiven Beitrag zur Entwicklung der sozialistischen Gesellschaft“. Quelle: Huhn, Klaus: Die Gauck-Behörde. Der Inquisitor zieht ins Schloss, spotless im Verlag Das Neue Berlin 2012, S. 71
Heute sind Tausende-Ex-Stasi-Mitglieder (Horch und Guck) im Öffentlichen Dienst, eben in der Bundeswehr, in der Polizei, im LKA und anderswo. Auch Linke-Politiker mit Stasi-Vergangenheit sind nun parlamentswürdig.
Na! An welche Redensarten entdecken Sie in diesem Gesicht? Ein Auge zudrücken. Auge um Auge. Mit einem blauen Auge davonkommen. Halt die Ohren steif. Jemand übers Ohr hauen. Alles sehen und nichts verstehen. Jemanden über den Tisch ziehen. Die Arschkarte bekommen. Und…?
