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Wenn Sie sich jetzt sagen: - Ich bin stark und muss mich nicht kräftigen, dann lesen Sie bitte nicht weiter! - Ich muss meine Psyche nicht pflegen, dann ist das Buch nichts für Sie! - Ich möchte mich fördern, selbst vorantreiben, weiter entdecken und entfalten, dann nähren Sie sich mit diesem Buch richtig. Nach einer persönlichen Begründung der Freude am Malen und Zeichnen werden Sie mit unterschiedlichen Gesichtern und Worten konfrontiert. Vielfältige Aufgaben werden Ihr Lesen und Betrachten unterbrechen und laden zum Befragen, Recherchieren, Entdecken, Testen, Selbstfinden, Entfalten, Trainieren und Stärken ein. Besonders durch freies Assoziieren mit Gesichtern und Worten nähren Sie Ihre Seele. Lassen Sie sich inspirieren!
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 50
Veröffentlichungsjahr: 2016
Vorwort
Psychologie schärft die Menschenkenntnis
Porträts helfen beim Selbstfinden
Träume träumen
Wünsche machen nicht wunschlos
Kindheit ein Glück oder Grauen
Selbstbild im Blick
Erster Eindruck
Gefühle sind wichtig
Undank und Dank
Malen und sich finden
Leben der Vorfahren
Verhaltensweisen erwecken Spitznamen
Lebensplanung und Nein sagen
Irrationale Ideen belasten
Wertvoll ist das Leben
Hass und Liebe
Multitasking ist ein Märchen
Ruhe finden
Die Seele erquicken
Liebesobjekte sind nötig
Eigene Hürden meistern
Autoritäten sind nicht autoritär
Autoritär und autoritativ
Erfolg fordert Selbstfindung
Anstrengungsbereitschaft gedeiht
Ein Verlierer muss wissen
Häuflein klein
Schaue hin
Worte hören und ein Haus entwerfen
Rückmeldungen wagen
Gesichter machen
Menschenfreund und Menschenhasser
Hand auf das Herz
Warme Worte, kalte Schulter
Ein Blick dahinter
Sisyphos sprießt nicht vor der Türe
Von der Ruhe zum Geschrei
Beistand ist nötig
Gesichtsprofil abtasten
Bekannt und unbekannt
Glück und Selbstbetrug
Manipulationen im Alltag
Manipulieren trainieren
Lebensmotive prüfen
Bilder lenken ab oder erbauen
Persönlichen Bauplan ausschöpfen
Bilder gemeinsam betrachten
Meine Selbstfindung
Gesichter beobachten
Zu früh geboren, Pech gehabt
Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben
Über Entdeckungen schmunzeln
Bilder verstehen
Mit dem Arbeiten beginnen
Die Natur erstasten
Lebenssinn bewahren
Erinnerungen wachhalten
Rückblick auf einen Familienabend
Ich bin, wie ich bin. Leute reden über jeden.
Wenn ich mir ein Gesicht ansehe, dann denke ich oft an meine Eltern. Warum? Als Fünfjähriger erlebte ich meine erste Fahrt mit der Eisenbahn. Mein Vater setzte mich an das Fenster und erzählte: „Schau da oben auf dem Berg steht eine Burg. In deinem Zimmer hast du ja auch eine von deinem Opa mit farbigen Rittern aus Blei. Sieh, da auf der Wiese mit den Löwenzähnen stehen viele Pferde mit Fohlen. Sie laufen wackelig mit ihren überlangen Beinen. Ständig wies mich mein Papa auf andere Dinge hin. Und dann begann er leise zu summen „Alle Wiesen sind grün und die Blumen sie blühn…“ Mama sah mich an und sang alle drei Strophen. Die anderen Fahrgäste blickten lächelnd zu uns.
Jedoch meinem Papa hörte ich nicht zu. Still saß ich auf meinem Platz und sah mir den Mann schräg gegenüber an. Er las in einem dicken Buch, legte es oft zur Seite und machte sich Notizen. Dann fiel sein Bleistift zu Boden. Er rollte unter die Bank. Rasch hob ich ihn auf. Ich schaute ihm ganz tief in die Augen. Mich sah er nicht an. Danke, war alles.
Nun fixierte ich ihn vom Kopf bis zu den Füßen. Sah, wie sich seine Krawatte beim Atmen auf und ab bewegte. Nach fast einer Stunde schlug er sein Buch zu und sagte: „Was glotzt mich Ihr Junge ständig an.“
Er holte aus seiner Aktentasche eine große Zeitung, breitete diese voll aus und ich sah sein Gesicht nicht mehr.
Dann beobachtete ich die Frau, die mir gegenüber am Fenster saß. Aufmerksam sah sie in die Ferne. In ihrem Gesicht registrierte ich genau, was sie langsam oder kürzer in der Landschaft erblickte. Ganz interessiert schaute sie in die Dörfer und hob die Augenbraunen, wenn ein Kirchturm oder eine Windmühle ihre Augen zum Strahlen brachte. Manchmal bewegte sie ihre Lippen. Wollte sie ein Gespräch beginnen? Ein Lächeln kam oft vor. Sie lächelte mich dann an, hob die Augenbraunen hoch und sagte mit sanfter Stimme: „Nun sitzen wir hier im Zug. Wie schön wäre jetzt ein Spaziergang durch diesen Wald. Brombeeren gibt es jetzt auch. Die schmecken lecker.“
Gemeinsam schauten wir aus dem Fenster, blickten uns hin und wieder an und erfreuten uns beim Schweifen in die Ferne.
Gesichter und Landschaften faszinierten mich frühzeitig. Und das Zeichnen und Malen erfreute mein Gemüt. Ebenso, wie andere sich erbauen bei einem Spaziergang an einem Fluss oder Bach, bei einem Bummel durch die Stadt, beim Jubeln über ein Fußballtor oder anderes.
Mit diesem Vorwort lade ich Sie zu einer Reise mit meinen Porträts ein. Die Bilder entstanden beim Malen und Zeichnen. Modell saß niemand. Titel gibt es auch nicht. Jeder darf für sich einen finden. Freie Assoziationen sind gefragt. Falls Sie doch einmal ins Stocken geraten, könnte das eine oder andere Wort zum Assoziieren hilfreich sein.
Betrachten Sie die Porträts, lesen Sie die Worte und schauen Sie dann wieder zum Bild. Fragen Sie sich dann:
Wie bin ich?
Wie werde ich erlebt?
Wie sollte ich sein?
Und als ich zwölf Jahre alt war, betrachte ich ein schwarz/weiß Foto von mir. Lange sah ich in die staunenden Kinderaugen. Dann holte ich meinen Farbkasten und malte dieses Bild. Was ich damals gedacht habe, weiß ich nicht.
Die Psychologie befasst sich mit dem Erleben und Verhalten der Menschen. Auch Sie haben Höhen und Tiefen erlebt, die mehr oder weniger Ihr Verhalten regeln.
Somit verfügt eigentlich jeder über seine eigene Psychologie, eben über eigene Überzeugungen, Wertmaßstäbe, Verhaltensweisen, Tricks und Strategien zum Erreichen persönlicher Ziele.
Wie gut dies gelingt, hängt nicht wenig von der Menschenkenntnis ab. Bereits beim Betrachten eines fremden Gesichts assoziiert man freundlich, grausam, offen, traurig, böse, verschlagen, gekränkt, verbiestert, schlau, verkommen, bissig, verschlagen, gesittet, gerissen, vornehm, enttäuscht, aufrichtig, engstirnig, verlogen, ehrlich, geächtet, besonnen, devot, vertrauensselig, lieb, gefährlich und was noch?
Natürlich kann man nur das erkennen, was in einem selber steckt. Oder sanfter, was man kennt.
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Jeder sieht ein Bild anders. Worte werden oft vergessen. Bilder prägen sich tiefer ein. Das betrifft angenehme und schreckliche Bilder. Und manche Gesichter vergisst man eben nicht oder nie. Sei denn, Sie sind gesichtsblind.
Ein gezeichnetes oder gemaltes Porträt ist kein hundertstes Smartphone - Foto, vielmehr mehr oder weniger ein stilles Selbstgespräch mit Stift oder Pinsel.
