Den Bären reizen - Charlie Richards - E-Book

Den Bären reizen E-Book

Charlie Richards

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Beschreibung

In der paranormalen Welt: Manchmal ist der Sturz ins Kaninchenloch mit einem ziemlich schmerzhaften und peinlichen Erwachen verbunden. Wren Cleaver will nur seine Patentochter beschützen. Da er sich um Penelope kümmert, seit ihre Eltern starben, als sie sechzehn war, ist Wren es gewohnt, ein Auge auf sie zu haben. Es fällt ihm schwer zu akzeptieren, dass sie inzwischen erwachsen ist. Es fällt ihm auch schwer zu akzeptieren, dass sie mit Golren Rabenau zusammen ist, einem Mann, der doppelt so alt ist wie sie. Als Wren eines Abends bei ihr zu Hause vorbeischaut, um mit Penelope über ihre Beziehung zu Golren zu sprechen – der, wie Wren entdeckt hat, nicht der ist, der zu sein er vorgibt –, kommt er gerade rechtzeitig an, um zu sehen, wie sie in den Geländewagen des Mannes steigt. Da er wissen will, wohin Golren mit seiner Patentochter fährt, folgt Wren ihnen bis zu dem riesigen Falias-Anwesen, einem Ort, der laut dem Getratsche in der Stadt schon seit Jahrzehnten von Geheimnissen umgeben ist. Wren schleicht sich auf das Gelände und glaubt, dass das Arboretum eine geeignete Stelle ist, um hineinzugelangen, damit er ein bisschen mehr über die Bewohner des Anwesens erfahren kann. Leider wird er mit dem Schock seines Lebens konfrontiert … Riesenschlangen. Zu sehen, wie diese sich in Menschen verwandeln, würde jeden vor Schock in Ohnmacht fallen lassen. Richtig? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Paranormal verliebt ist ein Spin-Off der Reihe Die Wölfe von Stone Ridge. Die Reihen können unabhängig voneinander gelesen werden, dies idealerweise entsprechend der Nummerierung der Bände innerhalb der Reihe. Aufgrund der Überschneidungen innerhalb der verschiedenen Reihen, die in der Welt von Stone Ridge angesiedelt sind, empfiehlt es sich, die Bände entsprechend ihrer Reihenfolge innerhalb der gesamten Welt zu lesen. Eine Übersicht über die empfohlene Lesereihenfolge gibt es auf der Website von Me and the Muse Publishing. Länge: rund 35.000 Wörter

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

ÜBER CHARLIE RICHARDS

LESEPROBE:

Den Bären reizen

In der paranormalen Welt: Manchmal ist der Sturz ins Kaninchenloch mit einem ziemlich schmerzhaften und peinlichen Erwachen verbunden.

Wren Cleaver will nur seine Patentochter beschützen. Da er sich um Penelope kümmert, seit ihre Eltern starben, als sie sechzehn war, ist Wren es gewohnt, ein Auge auf sie zu haben. Es fällt ihm schwer zu akzeptieren, dass sie inzwischen erwachsen ist. Es fällt ihm auch schwer zu akzeptieren, dass sie mit Golren Rabenau zusammen ist, einem Mann, der doppelt so alt ist wie sie. Als Wren eines Abends bei ihr zu Hause vorbeischaut, um mit Penelope über ihre Beziehung zu Golren zu sprechen – der, wie Wren entdeckt hat, nicht der ist, der zu sein er vorgibt –, kommt er gerade rechtzeitig an, um zu sehen, wie sie in den Geländewagen des Mannes steigt. Da er wissen will, wohin Golren mit seiner Patentochter fährt, folgt Wren ihnen bis zu dem riesigen Falias-Anwesen, einem Ort, der laut dem Getratsche in der Stadt schon seit Jahrzehnten von

Geheimnissen umgeben ist. Wren schleicht sich auf das Gelände und glaubt, dass das Arboretum eine geeignete Stelle ist, um hineinzugelangen, damit er ein bisschen mehr über die Bewohner des Anwesens erfahren kann. Leider wird er mit dem Schock seines Lebens konfrontiert … Riesenschlangen. Zu sehen, wie diese sich in Menschen verwandeln, würde jeden vor Schock in Ohnmacht fallen lassen. Richtig?

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein.

Paranormal verliebt ist ein Spin-Off der Reihe Die Wölfe von Stone Ridge. Die Reihen können unabhängig voneinander gelesen werden, dies idealerweise entsprechend der Nummerierung der Bände innerhalb der Reihe. Aufgrund der Überschneidungen innerhalb der verschiedenen Reihen, die in der Welt von Stone Ridge angesiedelt sind, empfiehlt es sich, die Bände entsprechend ihrer Reihenfolge innerhalb der gesamten Welt zu lesen. Eine Übersicht über die empfohlene Lesereihenfolge gibt es auf der Website von Me and the Muse Publishing.

Länge: rund 35.000 Wörter

CHARLIE RICHARDS

Den Bären reizen

Paranormal verliebt 12

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene

ME AND THE MUSE PUBLISHING

www.meandthemuse.com

Copyright © der englischen Originalausgabe „Tempting the Bear“:

Charlie Richards

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:

Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe

Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2020

Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs

Übersetzt von: Sage Marlowe

URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:

Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.

Mit dem Erwerb eines E-Books erhält der Käufer die Lizenz zur persönlichen Nutzung, ist jedoch nicht zur Weitergabe des Inhaltes an Dritte, weder gegen Entgelt noch kostenlos, berechtigt.

Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.

Bitte beachten:

Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.

Widmung

Für meine Leser, die „tail play“ lieben.

Kapitel 1

Wren Cleaver schob den Spatel unter das gegrillte Käsesandwich und warf es auf die Zubereitungstheke aus Edelstahl. Nachdem er das Utensil in den Halter gelegt hatte, nahm er ein Messer und schnitt das Sandwich schnell zweimal diagonal durch, so dass er vier Dreiecke bildete. Wren legte das Messer weg und richtete dann die Dreiecke in einem Kunststoffkorb an, der bereits mit beschichtetem Papier ausgekleidet war. Schließlich nahm er die Schaufel an der Fritteuse, füllte sie mit Pommes und gab sie in den Korb, bis dieser praktisch überquoll.

Wren nahm den roten Korb auf und stellte ihn auf die Abholtheke. Er schnappte sich den Hühnchen-Caesar-Salat, den er bereits zubereitet hatte, dann den Korb mit dem Speck-Cheeseburger und den Pommes, den er zubereitet hatte, bevor er das gegrillte Käsesandwich angerichtet hatte. Er stellte beides auf den Tresen, drückte dann auf die Glocke und rief: „Bestellung ist fertig.“

Gerade als Wren sich umzudrehen begann, bemerkte er, dass Jimmy auf ihn zukam. Der schlanke, blauäugige junge Mann lächelte jeden Kunden süß an, der ihn ansah, während er zur Theke ging. Der niedliche Junge war immer sehr aufmerksam.

Jimmy war immer noch der Neue, da er erst seit zwei Monaten für Wren in seinem Restaurant Goldy’s Burgers and Bites arbeitete. Obwohl er über keine Erfahrung als Kellner verfügte und es bei Wren keine offenen Stellen für einen Tellerwäscher gab, hatte Jimmy ihn um eine Chance angefleht. Doch es war die Verzweiflung in Jimmys blauen Augen, was seine Aufmerksamkeit wirklich geweckt hatte.

Wren hatte die Ellbogen auf seinen Schreibtisch gestützt, Jimmy in die Augen gesehen und gesagt: „Ich kann erkennen, dass du diesen Job wirklich willst, Jimmy.“ Er hatte in seinem Gesicht nach Lügen gesucht – Wren hasste Lügner, und das hätte ihn veranlasst, Jimmy wegzuschicken, egal was er sagte – und dem jungen Mann befohlen: „Sei ehrlich zu mir. Warum möchtest du diesen Job so sehr?“

Jimmy hatte den Blick auf seinen Schoß gesenkt und die Brauen zusammengezogen. Nach ein paar Sekunden hatte er seinen Kopf gehoben und Wren in die Augen gesehen, während er so heftig geschluckt hatte, dass sein Adamsapfel hüpfte. Er musste entschieden haben, dass er ehrlich sein konnte, denn er erklärte es schließlich.

„Ich, äh, ich bin schwul, und äh, ich habe mich gerade bei meinen Eltern geoutet“, flüsterte Jimmy geradezu. „Mein Vater war wütend und schrie, aber das habe ich erwartet. Meine Mutter hat geweint, aber das habe ich auch erwartet.“ Er wurde rot und senkte den Blick auf den Schreibtisch zwischen ihnen. „Später an dem Abend, hörte ich meinen Vater zu meiner Mutter sagen, dass er eine von diesen Korrektureinrichtungen finden würde. Sie wissen schon. Eine dieser Einrichtungen, wo schwule Leute geheilt werden.“ Er schauderte. „Ich brauche wirklich dringend einen Job, damit ich mir eine eigene Unterkunft leisten kann, und ich hörte, dass Sie ein schwulenfreundlicher Arbeitgeber sind.“ Er hob seinen Blick noch einmal und begegnete Wrens, seine blauen Augen waren geweitet und seine Wangen blass. „Ich kann den Job machen. Bitte. Geben Sie mir nur eine Chance, es zu beweisen.“

Wren musste die Zähne zusammenbeißen und ein Knurren unterdrücken. Bei seiner breitschultrigen, muskulösen, eins zweiundneunzig großen und gut hundertfünfzig Kilo schweren Gestalt hatte sich seit über einem Jahrzehnt niemand mehr mit ihm angelegt. Der dicke Bart und die Tätowierungen, die über seine Arme liefen und unter den Ärmeln seines Shirts verschwanden, trugen nur zu seinem abschreckenden Aussehen bei. Wren hasste es, dass andere Leute nicht so viel Glück hatten, fast so sehr, wie er die Tyrannen hasste, die ihnen das Leben schwer machten, … selbst, wenn diese Tyrannen die Eltern einer Person waren.

Wrens Meinung nach sollte man nie die Liebe nutzen, um eine andere Person zu manipulieren.

Wren hatte Jimmy den Job gegeben und ihm so viele Stunden zugeteilt, wie er schaffen konnte. Letzte Woche hatte Jimmy ihm erzählt, dass er seine eigene Wohnung gefunden hatte. Wren fühlte sich ein bisschen wie ein stolzer Vater. Zumindest nahm er an, dass sich so ein stolzer Vater fühlen sollte, wenn sein Sohn hart arbeite, gutes Benehmen und Ehrgeiz zeigte.

Wren, der keine eigene Familie hatte, betrachtete die Angestellten als seine Familie. Derzeit arbeiteten über ein Dutzend Männer und Frauen für ihn, und drei weitere waren inzwischen weitergezogen, hatten das College abgeschlossen oder geheiratet. Wren blieb auch weiterhin mit ihnen in Kontakt.

„Danke, Boss“, rief Jimmy grinsend.

Wren nickte einmal, und seine Gedanken kehrten zum Hier und Jetzt zurück, als er zum Waschbecken schritt. Er zog die Plastikhandschuhe aus und warf sie in den Müll. Danach wusch Wren seine Hände, trocknete sie ab und zog ein neues Paar Handschuhe an. Wren wusste, dass es nicht notwendig war, dieses Ritual zwischen dem Zubereiten jeder Mahlzeit durchzugehen, aber er tat es trotzdem.

Auch wenn die Latexhandschuhe das Schneiden von Gemüse ein wenig erschwerten, hielt es ihm den dämlichen Gesundheitsinspektor vom Leib – Reginald Coruscant. Der Mann kam gern zu den unpassendsten Zeiten vorbei. Reginald schien es zu lieben, ihn während seiner geschäftigsten Zeiten zu unterbrechen.

Wren wandte sich um und blickte auf den elektronischen Monitor, auf dem die Bestellungen angezeigt wurden, die noch vorbereitet werden mussten. Während er sie durchlas, überlegte er, wie lange es dauern würde, jedes einzelne Gericht zuzubereiten und in welcher Reihenfolge, damit er alle Mahlzeiten an einem Tisch zur gleichen Zeit fertig bekam.

Wren machte sich schnell an die Arbeit.

Er verlor sich in der Betriebsamkeit, die perfekten Burgerpattys zu formen, Cheeseburger zu grillen, und das Gemüse für Salate zu schneiden und anzurichten. Er bereitete Körbe mit gebratenen fettigen Gerichten zusammen mit gesunden Salaten und Dressing als Beilage zu. Ein paarmal griff Wren sogar in den Kühlschrank und holte einen Kuchen heraus, schnitt ein Stück ab und gab Schlagsahne und Vanilleeis dazu.

Er hörte mit einem halben Ohr zu, wie Mace, der an der Fritteuse Dienst hatte, hinter ihm rumorte. Fritteusendienst war ein loser Begriff, da der junge Mann mehr als nur frittiertes Essen zubereitete. Mace bereitete die Beilagen zu und stellte sicher, dass sie fertig waren und für Wren zur Hand, wenn der die Hauptgerichte anrichtete.

Obwohl Wren all seine Hilfsköche als gut ausgebildet betrachtete, musste er zugeben, dass er die Arbeit mit Mace am meisten mochte. Der junge Mann war ruhig, kompetent und genau. Sein zweiter Hilfskoch an der Fritteuse, Parker, geriet manchmal in Verzug, weil er gerne ein bisschen zu viel mit den Kellnern und Tellerwäschern plauderte. Ned, sein dritter Hilfskoch, flirtete gerne mit Wren und lenkte ihn dadurch ab.

Als es ruhiger wurde, zog Wren seine Handschuhe aus und wusch erneut seine Hände. Er mochte das staubige Gefühl, das er an den Fingern hatte, wenn er sie entfernte, nicht, was der eigentliche Grund für das Waschen war. Wren hatte bemerkt, wie einige seiner Angestellten ihn wegen dieser Neigung seltsam ansahen, aber es war ihm egal.

Wren würde niemals zugeben, dass er eine Keimphobie hatte, aber es gab definitiv einige schwierige Momente.

Wren drehte sich um und sah, wie Mace einen Kopf Salat wusch. Er warf einen Blick auf den Monitor. Da er feststellte, dass keine neuen Bestellungen auf dem Bildschirm angezeigt wurden, ging er auf den jungen Mann zu.

„Mace“, rief Wren. „Bist du bereit für eine Pause?“

Als sein Angestellter nicht antwortete, offenbar völlig in seiner Arbeit verloren, berührte Wren leicht seine Schulter.

Mace quietschte und sprang zur Seite, wobei er den in feuchte Papiertücher gewickelten Salat an seine Brust drückte. Der dunkelhaarige, leicht rundliche junge Mann sah aus wie der nette Junge von nebenan …, wenn er nicht wie ein verängstigtes Kaninchen dreinschaute. Mit großen braunen Augen und verlegen geröteten Wangen blickte Mace zu Wren auf.

„T-tut mir leid, Wren“, stotterte Mace. Er errötete und senkte den Blick auf den Salat. Er runzelte die Stirn, als würde er ihn zum ersten Mal sehen. Er legte ihn auf die Theke und tupfte ihn mit den Papiertüchern trocken, während er fragte: „Ähm, was ist los? Habe ich etwas verpasst?“

„Nein, du hast nichts verpasst“, versicherte Wren. Er kniff die Augen zusammen, als er bemerkte, wie sich Mace bewegte. Seine Schultern waren angespannt, und er behielt seinen linken Arm an die Seite gedrückt. Dem jungen Mann tat etwas weh. „Ich habe nur vorgeschlagen, dass du eine Pause machst, allerdings hättest du mir früher sagen sollen, dass du eine brauchst.“ Wren warf Mace einen bedeutungsvollen Blick zu und fügte hinzu: „Besonders mit … was? Eine geprellte oder gebrochene Rippe? Eine verrenkte Schulter? Es ist schwer zu sagen, so wie du stehst.“

Maces Wangen nahmen eine rostrote Farbe an, und er konzentrierte sich auf den Salat. „Es ist nichts.“ Er wandte sich ab und murmelte: „Ich mache meine Pause. Bin in zwanzig Minuten zurück.“

Wren nickte abwesend, als er Mace aus dem Raum humpeln sah. Stirnrunzelnd erkannte er, jetzt, da er sich die Zeit nahm, genau hinzuschauen, dass Maces Seite nicht das Einzige zu sein schien, das ihm zu schaffen machte – sein Schlüsselbein anscheinend auch, und vielleicht seine Hüfte. Möglicherweise eine Kombination davon. In jedem Fall war seinem Angestellten etwas zugestoßen.

Nachdem Mace im Aufenthaltsraum der Angestellten verschwunden war, schaute Wren in den Gastraum. Um kurz nach drei am Nachmittag war nicht viel Betrieb. Eine Mutter und ihr Sohn saßen an einem Tisch und aßen, und zwei Männer an einem anderen. Er konnte seine Patentochter Penelope Grath hören, die eine neue Gruppe von Gästen am Empfang begrüßte.

Beim Gedanken an Penelope, runzelte Wren seine Brauen, als er das Gesicht verzog. Seine Patentochter hatte sich kürzlich mit einem viel älteren Mann namens Golren Rabenau eingelassen. Er wollte, dass Penelope glücklich war, und befürchtete, dass ihr neuer Freund sie aus irgendeinem bestimmten Grund verführte. Er hatte nur noch nicht herausgefunden, warum.

Penelope war die Tochter von Wrens bestem Freund, James Grath. Nachdem James, ein alleinerziehender Vater, bei einem Flugzeugabsturz gestorben war – während Wrens Liebe Motorrädern galt, war James’ Leidenschaft das Fliegen – hatte Wren seine Lederklamotten für ein paar Jahre an den Nagel gehängt und Penelope bei sich aufgenommen. Sie war zu dem Zeitpunkt sechzehn gewesen, und auch wenn ein paar Leute die Brauen gehoben hatten, war es, weil Wren offen schwul war, nicht ganz so skandalös, als wenn er hetero gewesen wäre.

Wren hatte sich daran gewöhnt, auf Penelope aufzupassen. Auch nachdem sie ausgezogen war und ihr eigenes Leben begonnen hatte, behielt er dennoch ihre Aktivitäten im Blick.

Dazu gehörte auch, mit wem sie sich verabredete.

Als Wren zur Arbeit zurückkehrte, entschied er, dass es Zeit war, mehr Informationen über diesen Golren Rabenau zu bekommen. Er teilte seine Aufmerksamkeit auf, versuchte sich zu erinnern, ob er noch jemanden kannte, der bei der Polizei war. Sein Freund Coleson hatte nach seinem Coming Out den Dienst quittiert, aber was war mit Lorian?

Wren beschloss, seine alten Freunde später anzurufen und konzentrierte sich wieder auf seine Arbeit.

Wren blieb auf der Penelopes Haus gegenüberliegenden Straßenseite stehen. Er balancierte seine 2014er FV6 Sport Goldwing zwischen den Schenkeln, zog seinen Helm vom Kopf und steckte ihn unter seinen Arm. Er fuhr sich mit den Fingern durch die Haare und zog sein Haarband heraus, damit er sich am Schädel kratzen konnte, während er beobachtete, wie der Mann den Weg zu Penelopes Haustür hinaufschritt.

Nachdem er drei Tage gewartet hatte, bekam Wren endlich eine Antwort von seinem Kumpel Coleson. Die Nachrichten waren nicht gut gewesen. Er wollte Penelope nicht im Restaurant aus der Fassung bringen, also plante er, es ihr unter vier Augen zu erzählen. Golren Rabenau hatte es bis vor sieben Jahren nicht gegeben. Coleson hatte nichts über den großen, schlanken Afroamerikaner gefunden.

Wren sah wütend zu, wie Golren an die Tür klopfte. Ein paar Sekunden später öffnete Penelope. Als Golren Penelope in eine Umarmung zog, sah Wren weg. Er biss die Zähne zusammen und starrte finster auf den Tank, fühlte sich unwohl dabei, seine Patentochter auszuspionieren.

Wren blickte wieder auf und entdeckte, dass Golren Penelope in sein SUV half. Nachdem er noch einen schnellen Kuss auf ihre Lippen gedrückt hatte, sagte er etwas, das ihm ein strahlendes Lächeln einbrachte. Dann schloss Golren die Tür und verbarg sie vor Wrens Sicht.

Golren umrundete die Vorderseite seines Fahrzeugs. Als er seine Tür öffnete, drehte der Mann den Kopf und sah Wren direkt an. Er nickte ihm einmal zu und zeigte damit, dass er ihn erkannt hatte. Dann stieg Golren in das Fahrzeug und schloss die Tür.

Während Wren den Geländewagen beim Zurücksetzen aus Penelopes Einfahrt beobachtete, bemühte er sich zu entscheiden, was er tun sollte. Er musste mehr über diesen Golren erfahren und herausfinden, warum er hinter Penelope her war. Es war nicht so, dass er seine Patentochter für unattraktiv hielt, aber die beiden waren ein ungewöhnliches Paar. Wren wollte nicht, dass Penelope verletzt wurde.

Am Ende beschloss Wren, ihnen zu folgen. Er hoffte nur, dass Golrens Aufmerksamkeit auf Penelope und die Straße vor ihm gerichtet war und nicht auf seinen Rückspiegel.

Wren setzte seinen Helm wieder auf und startete sein Motorrad. Er jagte den Motor der Maschine hoch, holte Golrens Geländewagen schnell ein und folgte ihm aus der Stadt. Sie fuhren ungefähr fünfzehn Minuten lang tief in den Wald. Schließlich sah er, wie das Fahrzeug auf eine leicht abfallende Schotterauffahrt bog.

Nachdem er daran vorbeigefahren war, hielt Wren am Straßenrand an. Er runzelte die Stirn und schluckte schwer, denn er wusste, wohin diese Einfahrt führte: zum Falias-Anwesen. Es gab eine Menge Gerüchte über diesen Ort … angefangen damit, dass es von einer Sekte bewohnt wurde, oder das Haus eines zurückgezogen lebenden, exzentrischen Millionärs sein sollte, bis hin zu der Behauptung, dass es eine Gruppe von FKK-Anhängern beherbergte.

Wren entschied, dass, wenn dieser Golren-Typ Penelope zu diesem Ort brachte, er mehr darüber herausfinden würde. Vorsichtig wendete er sein Motorrad und fuhr dann langsam die Einfahrt hinunter. Wren entdeckte das Anwesen durch die Bäume und pfiff leise, als er anhielt.

Verdammt.

Das ist ein verdammtes Herrenhaus!

Das Gebäude hatte drei Ebenen mit vielen Balkonen und einer gewaltigen Terrasse. Das filigrane Mauerwerk der vorderen Terrasse öffnete sich auf der linken Seite des Hauses zu einer Terrasse mit Holzdielen, die irgendwo um das Gebäude herum verschwand. Es war in der sich vertiefenden Dunkelheit des Abends schwierig herauszufinden, wo das Haus endete. Auf der rechten Seite des Bauwerks befand sich sogar ein Turm.

Als Wren seinen Blick über das Gebäude schweifen ließ, glaubte er Bewegungen auf dem Dach zu sehen. Er blinzelte und konzentrierte sich auf die Schatten neben dem Turm. Nach einem Moment schüttelte Wren den Kopf und entschied, dass das Zwielicht ihm einen Streich spielen musste.

Wren rollte sein Motorrad zwischen die Bäume am Rand der Auffahrt. Nachdem er seinen Helm gesichert und seine Haare wieder mit dem Band zusammengebunden hatte, umrundete er das Gebäude. Er joggte schnell nach rechts und blieb unter den Bäumen, während er seinen Blick über das Gebäude schweifen ließ.

Nachdem Wren den turmartige Teil umrundet hatte, entdeckte er ein gewaltiges Arboretum. Er dachte, dass dies vielleicht ein geeigneter Ort sein könnte, ins Inneren des Gebäudes zu gelangen, und ging darauf zu. Als er an einer der Türen zog, öffnete sie sich leicht, ganz wie Wren vermutet hatte.

Wren betrat das gläserne Gebäude und spürte, wie sich schwüle Hitze um ihn legte. Er blickte auf die sattgrünen Blätter und das dichte Laub. Wren hörte das Murmeln von Stimmen und schlich zwischen den Bäumen auf sie zu.

Wren schaute durch die Büsche und entdeckte Penelope und Golren, die in die Bäume hinaufschauten. „Kommt schon, Jungs“, rief Golren. „Die Grillparty beginnt, und ich werde mir nicht wieder wegen euch die Jalapeño-Würstchen entgehen lassen.“

Bewegung in den Bäumen erregte Wrens Aufmerksamkeit. Sein Mund klappte auf und er legte hastig eine Hand darauf, um einen entsetzten Schrei zu unterdrücken. An den Ästen glitten zwei der gewaltigsten Schlangen, die Wren je gesehen hatte, herab. Als sie in die Nähe von Penelope und Golren gelangten, nahm er seine Hand weg, damit er eine Warnung rufen konnte, unbefugtes Betreten hin oder her.

Doch als sich die Schlangen auf dem Boden wanden, passierte etwas.

---ENDE DER LESEPROBE---