Der Babyvertrag des Wolfes - Mia Wolf - E-Book

Der Babyvertrag des Wolfes E-Book

Mia Wolf

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Beschreibung

Was tun, wenn sich das Verlangen kaum mehr aushalten lässt, aber das Herz noch nicht bereit ist? Rex ist der Alpha von Wolf Mountain und das größte Partytier der Stadt. Ein einziger Schlag mit seinen riesigen Pranken würde genügen, um jemanden für immer außer Gefecht zu setzen. Aber Rex ist in Schwierigkeiten. Die Ältesten wollen, dass er eine Familie gründet, um die Zukunft des Rudels zu sichern. Rex will aber keine Partnerin. Glücklicherweise findet sich eine Leihmutter namens Felicity als perfekte Lösung. Sie ist definitiv nicht sein Typ. Und er fühlt sich in ihrer Gegenwart definitiv nicht vollkommen unbehaglich. Nein, überhaupt nicht. Felicity hat kein Geld und keine Bleibe. Als sie also einen Haufen Geld angeboten bekommt, um das Baby von jemandem auszutragen, stimmt sie zu. Der einzige Nachteil ist, dass sie zusammen mit dem Vater des Babys in seinem mysteriösen Landsitz wohnen muss. Was in Ordnung ist. Abgesehen davon, dass der Kerl total arrogant ist, aber leider wie das Cover-Modell auf einem Liebesroman aussieht. Seine ansehnlich muskulös geaderten Unterarme und … Stop! Sie wird ihn nicht anschmachten! Aber da gibt es noch andere Geheimnisse in Rex’ Herrenhaus. Und Felicity ist dort nicht sicher. Kann Rex’ Urinstinkt das beschützen, was ihm noch bleibt, als ein alter Rivale ihm alles nimmt? Kann Felicity mit dem Baby in ihrem Bauch ihre Mutterinstinkte verleugnen? Und können Rex und Felicity dem unerträglichen Verlangen zwischen ihnen widerstehen? ”Mountain Wölfe” ist eine Buchreihe von eigenständigen paranormalen Actiongeschichten mit Happy End, also keine Cliffhanger. Die Bücher sind miteinander verbunden durch die Wölfe, die in der Stadt leben. Diese Geschichte enthält Inhalte für Erwachsene und ist nur für Leser ab 18 Jahren geeignet.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Inhaltsverzeichnis

Prolog

Kapitel 1 - Der Alpha

Kapitel 2 - Die Leihmutter

Kapitel 3 - Die Klinik

Kapitel 4 - Das Anwesen

Kapitel 5 - Die Erste Nacht

Kapitel 6 - Plus Baby Macht Drei

Kapitel 7 - Auf den Fersen

Kapitel 8 - Enthüllung

Kapitel 9 - Freunde

Kapitel 10 - Neuanfang

Kapitel 11 - Probleme

Kapitel 12 - Ivan

Kapitel 13 - Wohlverdiente Strafe

Kapitel 14 - Showdown

Kapitel 15 - Erlösung

Kapitel 16 - Happy End

Über Mia Wolf

Bücher von Mia Wolf

Der Babyvertrag des Wolfes

Ein paranormaler Roman

Mia Wolf

Copyright © 2020 The Wolf Sisters Books

Alle Rechte vorbehalten. Diese Kopie ist nur für den ursprünglichen Käufer des Buches bestimmt. Kein Teil dieses Buches darf ohne vorherige schriftliche Genehmigung des Herausgebers in gedruckter oder elektronischer Form, einschließlich Tonaufnahme, reproduziert, gescannt oder verbreitet werden, mit Ausnahme kurzer Zitate in einer Buchrezension.

Dieses Buch ist eine Fiktion. Namen, Charaktere, Orte und Vorkommnisse sind entweder ein Produkt der Phantasie des Autors oder werden fiktiv verwendet. Jede Ähnlichkeit mit tatsächlichen Personen, lebenden oder toten, Ereignissen oder Orten ist rein zufällig.

Impressum: [email protected]

Inhalt

Prolog

Kapitel 1 - Der Alpha

Kapitel 2 - Die Leihmutter

Kapitel 3 - Die Klinik

Kapitel 4 - Das Anwesen

Kapitel 5 - Die Erste Nacht

Kapitel 6 - Plus Baby Macht Drei

Kapitel 7 - Auf den Fersen

Kapitel 8 - Enthüllung

Kapitel 9 - Freunde

Kapitel 10 - Neuanfang

Kapitel 11 - Probleme

Kapitel 12 - Ivan

Kapitel 13 - Wohlverdiente Strafe

Kapitel 14 - Showdown

Kapitel 15 - Erlösung

Kapitel 16 - Happy End

Über Mia Wolf

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Prolog

Der Wald war grabesstill. Michael hasste es, nach Einbruch der Dunkelheit noch dort zu sein. Das hatte er schon immer getan, bereits in der High School, wenn sie dort Partys gefeiert hatten. Die anderen hatten sich immer über ihn lustig gemacht und gesagt, dass er kein echter Wolf wäre, wenn er Angst vor der Dunkelheit hätte. „Du bist wahrscheinlich nicht einmal ein echter Blake“, sagten sie und beschimpften ihn als Angsthase, was offenbar seit Kindergartenzeiten nicht an Originalität verloren hatte. So langsam wurde es lästig, aber er wehrte sich nicht dagegen. Es war nicht die Dunkelheit, vor der er Angst hatte. Michael war ein großer Mann von fast zwei Metern Größe. Und schon seit seinem 15. Geburtstag war er auch fast genauso breit. Nichts Irdisches in dieser Dunkelheit könnte ihn verletzen.

Die Baumwipfel erhoben sich über der Lichtung wie das Dach einer Kathedrale und die dürren Äste wurden von der Winterluft ihrer Blätter beraubt. Über dem ganzen Ort schwebte eine heilige Ruhe. Aber es war … beunruhigend. Sie erzählten den Jungen im Dorf Geschichten über den Wald und die Dinge, die dort lauerten. Böse Dinge, die Wölfe aus Spaß jagten und dafür sorgten, dass sie gegenseitig aufeinander losgingen. Es waren niemals Monster, die ihm Angst machten. Es war der Gedanke, dass es da etwas so Böses gibt, das alles um ihn herum verderben und ebenfalls böse machen konnte. Rex sagte immer, dass er zu viele Geschichten gelesen hätte und tat es als Spinnerei ab, aber Michael wusste es besser.

Obwohl er Handschuhe trug, rieb er seine Hände aneinander und trampelte mit den Füßen auf dem Waldboden. Es war mitten im Winter und verdammt kalt, und er verfluchte sich selbst dafür, dass er sich bereit erklärt hatte, sich hier zu treffen. Seine Schicht auf dem Rigg begann genau sieben Uhr morgens und das war schon Herausforderung genug, ohne die ganze Nacht unterwegs gewesen zu sein. Das Knacken eines trockenen Zweiges unter seinem schweren Stiefel ließ ihn aufhorchen. Selbst in menschlicher Form behielten die Wölfe einige ihrer hochempfindlichen Instinkte. Michaels Sinne waren noch schärfer. Manchmal half ihm das, zum Beispiel, um zu einem Patienten zu gelangen, der in Schwierigkeiten war. Aber an den meisten Tagen hasste er es. Alles Mögliche konnte seinen Sinnen einen Streich spielen. Der Wind fühlte sich an, als würden Rasiermesser auf seiner Haut kratzen, und er sehnte sich danach, zu Hause mit einem Glas Whisky am Kamin zu sitzen, wo er sich entspannen könnte. Wo seine Sinne ruhen könnten. Die kahlen Bäume erstreckten sich in den Nachthimmel wie Gitter vor den Fenstern eines Gefängnisses. Der Wetterbericht hatte für diesen Abend Nebel vorausgesagt, und es gab Nebel, so dicht, dass die Sterne nicht zu sehen waren.

Er warf einen kurzen Blick auf seine Uhr. 15 Minuten nach der vereinbarten Zeit. „Das war eine dumme Idee“, flüsterte er laut. Sein Atem quoll in einer weißen Wolke aus seinem Mund und verschwand zwischen den nackten Ästen. Er wartete genau eine Minute, bevor er sich entschied. Es war Zeit zu gehen. Was immer bei diesem Treffen ausgetauscht werden sollte, war es nicht wert, länger in dieser Eiseskälte zu stehen, wenn er stattdessen zu Hause sein könnte. Senior hatte nicht mehr viel Zeit. Die Ärzte hatten sich diesbezüglich klar ausgedrückt, als sie mit ihren langen, traurigen Gesichtern um das Haus herumstanden, die sie wohl für besonders einfühlsam hielten. „Und ich stehe hier im Wald und warte auf jemanden, der nicht kommt“, sagte er laut. „Und rede mit mir selbst. Das ist immer ein gutes Zeichen.“ Zeit zu verschwenden war das Einzige, was Senior nicht ertragen konnte, und er hatte diese Philosophie mit aller Macht an seine Kinder weitergegeben.

Er kam offensichtlich nicht. Michael drehte sich um und ging den Pfad entlang, der aus dem Wald führte. Seine Gedanken waren schon halb bei dem Schokoladenkuchen, der zu Hause auf ihn wartete, als ein merkwürdiger Geruch in der Luft seine Aufmerksamkeit erregte. Ein scharfer und stechender Geruch umgab ihn. Auf der anderen Seite der Lichtung stand eine dunkle Gestalt, fast so groß wie Michael, aber nur etwa halb so breit. Michael seufzte erleichtert.

„Du bist spät dran“, sagte er und drehte sich zu dem anderen Mann um.

„Tut mir leid. Wurde bei der Arbeit aufgehalten. Ich konnte nicht weg.“

„Was zur Hölle hast du für einen Job?“, fragte Michael ungläubig. „Ich meine ... ohne dir zu nahe treten zu wollen, aber du scheinst mir nicht gerade der Job-Typ zu sein.“

Der Mann reagierte etwas beleidigt. „Also, ich bin hier, um dir zu helfen. Ich muss mich hier nicht mitten im Nirgendwo beleidigen lassen.“

Michael lachte. „In Ordnung. Es tut mir leid. Ich weiß es zu schätzen, dass du gekommen bist, um mich zu treffen.“

Sie verschränkten beide die Arme vor der Brust und musterten sich gegenseitig, einer so nervös wie der andere. Es herrschte Stille, angespannte und wachsame Stille. Michael ergriff zuerst das Wort. „Ich denke, wir sollten vielleicht zur Sache kommen. Es macht keinen Sinn, hier in der Kälte zu stehen und rumzuquatschen.“

Der Mann griff in seine Tasche und zog ein Bündel gefalteter Papiere heraus. „Die habe ich auf seinem Schreibtisch gefunden. Ich dachte, sie wären für dich vielleicht von Nutzen?“, sagte er und gab sie Michael. Auf den Papieren, die einen Wolf neben kyrillischen Buchstaben als Briefkopf zeigten, waren Tabellen mit Zahlen über Zahlen in mehreren Spalten von oben bis unten zu sehen. Neben jeder Spalte standen Buchstaben.

Michael konnte sich keinen Reim daraus machen. Er dachte sich lediglich, dass es sich vermutlich um die Bilanzen von etwas handelte. „Ich nehme sie mit und zeige sie jemandem, der sich mit Zahlen auskennt“, sagte Michael. „Ich werde dich wissen lassen, was dabei rauskommt. Vielen Dank. Ich weiß, wie schwer dir das fallen muss.“

Michael drehte sich zum Gehen um. Bilanzen würden nicht besonders nützlich sein, aber es war gut, einen Kontakt zu haben, der an so etwas herankommen konnte. Er steckte die Papiere in seine Tasche. Senior wäre die beste Person, um herauszufinden, ob die Zahlen etwas bedeuteten, aber Rex kannte sich damit auch gut aus. „Ich rufe dich an, sobald wir etwas wissen“, rief er über seine Schulter.

Bevor Michael überhaupt wusste, wie ihm geschah, steckte ein Messer in seiner Seite. Er lag auf dem kalten, harten Boden und fragte sich, warum er den Mann nicht gehört hatte. Und dann dachte er an zu Hause, den Sessel am Feuer, den Schokoladenkuchen, und während es um ihn herum dunkel wurde, dachte er an seinen Bruder.

Kapitel 1 - Der Alpha

Drei Jahre später

„Du weißt, dass du so nicht weitermachen kannst.“ Alan Greens tiefer Bariton hallte in Rex' Kopf wider wie ein Presslufthammer und er schluckte schwer. Er hatte ein öliges Gefühl im Hals und er bemühte sich, seinen schweren Kopf nicht hängen zu lassen. Er straffte die Schultern und setzte sich so gerade hin wie möglich. Zum Glück war es Sonntag und es wurde nicht erwartet, dass er eine Krawatte trägt. Whiskey mit Wodka. Nie wieder, dachte er bei sich. Allein bei dem Gedanken daran überkam ihn wieder die Übelkeit.

In der Bibliothek des Herrenhauses Blake hatten sich die sieben Ältesten des Fell-Rudels, auch bekannt als das Wolf Mountain-Rudel, versammelt. Alte, runzlige Männer, die in ihren Anzügen noch Taschenuhren trugen. Rex versuchte, seine Aufmerksamkeit auf sie zu richten, versuchte seine Haltung zu wahren, aber den Kampf gegen den schlimmsten Kater seines Lebens hatte er bereits so gut wie verloren.

Alan Green, der Mann, der die Führung bei dieser verbalen Standpauke übernommen hatte, war der vertrauenswürdigste Berater und älteste Freund von Senior gewesen, praktisch ein zweiter Vater für Rex. Alle Probleme des Rudels wurden an Al übergeben, der die Nachrichten dann an Rex Blake Senior weiterleitete. Er war ein Alpha gewesen, der Alpha, Anführer der Gemeinschaft der Wölfe und Menschen, die der Familie Blake im 19. Jahrhundert aus der alten Welt nach Amerika gefolgt war. Das Dorf, das unter dem Namen Fell, oder auch Wolf Mountain, bekannt war, war im Laufe der Jahre im Wald entstanden. Die dicht zusammengewachsenen Bäume in der Mitte waren auf dem Lande gut versteckt, vier Stunden nördlich von New York City. Das Rudel von etwa 150 Wölfen hatte sich schließlich gezwungenermaßen in die moderne Gesellschaft integriert. Die Kinder gingen zur Schule und die Erwachsenen arbeiteten zusammen mit den Menschen. Sie genossen alle Vorteile der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts, lebten im Wesentlichen aber an ihrem Rande.

Vor allem Rex schien diese Vorteile des 21. Jahrhunderts besonders zu genießen, einschließlich der teuersten Gesöffe in einem der Clubs, von denen an jedem Wochenende in New York ein neuer aufmachte. Begleitet war er dabei stets von hübschen Frauen, die an diesen Orten wie Fledermäuse herumhingen.

Alan redete immer noch. „Du solltest die erste und letzte Verteidigungs- sowie Führungslinie sein. Du kannst dich deiner Verantwortung nicht einfach entziehen und …“ Der Rest seiner Rede trat in den Hintergrund, als Rex' Kopfschmerzen mit aller Macht zurückkehrten. Es fühlte sich an, als ob Bauarbeiter sich an seinem Schädel zu schaffen machten. Er hob eine Hand.

„Ich habe momentan nicht wirklich die Kraft dafür, Al. Komm zum Punkt“, sagte er.

Alan runzelte die Stirn. Das Missfallen, das ihm bereits ins Gesicht geschrieben stand, trat noch mehr zur Geltung. Sein Gesichtsausdruck stimmte mit denen der anderen Ältesten des Rudels überein, die sich in der Bibliothek versammelt hatten und ihre Unzufriedenheit mehr oder weniger offen zur Schau stellten. Rex konnte sich nicht dazu durchringen, sich für irgendetwas davon zu interessieren.

Es war ein harter Morgen gewesen. Die Rudelältesten bestanden darauf, sich sonntagmorgens mit ihm zu treffen, wenn alle zu Hause waren und nicht auf Arbeit, in der Schule, oder was auch immer die Leute sonst so mit ihrer Zeit anstellten. Pünktlich 8 Uhr versammelten sie sich in die Bibliothek, wie sie es immer bei seinem Vater getan hatten, als er noch der Boss war. Die Treffen am Sonntagmorgen waren eine Institution für das Rudel. Obwohl der Senior bei keinem der Treffen wegen Alkoholismus angeprangert worden war, war sich Rex dessen sicher. Die Verantwortung fiel auf ihn, als sein alter Herr vor zwei Jahren gestorben war. Während die meisten Aspekte davon, Alpha des Wolf Mountain-Rudels zu sein, keine Belastung darstellten, lag es in diesem bestimmten Fall anders.

Fell war eine ruhige, traditionsreiche Gemeinschaft. Etwas, das Rex an seinem Heimatort schätzte. Es gab immer ein gewisses Maß an Respekt für ihren Alpha, das hatte die Zeit nicht verändert. Obwohl die anderen Ältesten an der Tradition festhielten, ihren Alpha nicht in Frage zu stellen, tat Alan ihm diesen Gefallen nicht.

„Du benimmst dich wie ein Kind“, sagte Alan.

Rex presste die Finger an seine Schläfen. Er konnte das leise Knurren, das ihm entwich, nicht verbergen, und die Ältesten richteten sich auf, beunruhigt durch die Wut ihres Anführers.

Alan schien es nicht zu interessieren. „Dein Vater wäre nicht dafür, genauso wenig wie dein Bruder.“

„Nun, Senior ist tot, Al“, sagte Rex. „Und Mike ist … nicht hier.“ Es war, als würde ein Stock in eine alte Wunde gestoßen. Bei der Erwähnung seines Bruders spürte er einen dumpfen Schmerz in seiner Brust. Kater oder nicht, er war immer noch der Alpha. Es war sein Geburtsrecht. Plötzlich stieg inmitten von Übelkeit und Schmerz der Ärger in ihm auf und er bemühte sich, sein Temperament in Zaum zu halten. Ein Konflikt mit den Ältesten würde in den Augen des Rudels nicht gut ankommen.

Er stand von der Ledercouch auf, auf der er gesessen hatte, und ging zu dem Tisch am Fenster, um sich ein Glas Wasser einzuschenken. Er trank es in einem Zug aus, aber es half nichts gegen die Dürre in seinem Hals. Er wandte sich wieder der Versammlung zu und stand so gerade, wie er konnte. „Jeder weiß, dass ich alles tue, was ich kann. Unsere Verteidigung wurde verbessert, das Dorf war noch nie sicherer. Seit drei Jahren gab es keine Jägerattacken. Die Krankenhausapotheke für Vollmond ist auf dem neuesten Stand und reichlich bestückt. Und ehrlich gesagt schätze ich es nicht besonders, dass du zu mir nach Hause kommst und mich schimpfst wie ein Kind.“

Alan seufzte und für einen Moment spürte Rex eine gewisse Zuneigung zu dem alten Mann, der nie eigene Kinder hatte, aber für ihn und seinen Bruder ebenso ein Vater gewesen war wie Senior. Manchmal sogar noch mehr. Aber in Gegenwart der Ältesten kochte der Zorn in ihm hoch und drohte, jeden Moment auszubrechen. Bei den Blakes kam es nicht besonders gut an, in Frage gestellt zu werden.

„Rex, dieses Rudel, diese Familie, braucht einen Anführer, der seine Zeit nicht damit verbringt, zu trinken und Frauen hinterherzustellen. Egal was du tust: Wenn das Rudel anfängt zu glauben, dass du nicht in der Lage bist, sie zu beschützen, dann wird es auseinanderfallen. Wir müssen über deine nächsten Schritte sprechen“, sagte Alan.

„Und was genau wären diese nächsten Schritte deiner Meinung nach?“ Rex massierte seine Schläfen, diesmal mehr aus Frustration als aus Schmerz.

So lief es, seit er an die Macht gekommen war. Die Ältesten, die Gemeinschaft, jeder hatte eine Meinung darüber, wie er sein sollte, endlose Vorträge und Konferenzen, die sie als Ratschläge ausgaben, und es wurde langsam lästig. In die Fußstapfen seiner Vorfahren zu treten war herausfordernd genug, ohne sich einer ständigen Kontrolle unterziehen zu müssen.

Alan wandte sich an die Ältesten, die sich der Reihe nach gegenseitig ansahen und dann zu Boden oder irgendwo anders hinblickten, bis sie entschieden hatten, wer zuerst sprechen würde. Sie saßen auf Stühlen und Sofas, die in der Bibliothek verteilt waren. Senior hatte immer den Konferenzraum nebenan für diese Meetings benutzt, aber Rex hielt es für besser, die Ältesten etwas aus dem Gleichgewicht bringen. Es war amüsant zu beobachten, wie sie versuchten herauszufinden, wer wo sitzen würde und wo der Hauptsitz sein würde, um ihren Alpha nicht aus Versehen zu verärgern.

Schließlich sagte ein rheumatischer Ältester namens O'Connor: „Wir müssen besprechen, was wir mit den Volkovs tun werden. Es gibt Gerüchte, dass sie ihr Territorium nach Süden ausdehnen wollen. Mit Gewalt, wenn es nötig ist. Ich habe gehört, dass sie versuchen, Wölfe aus unserem Rudel abzuwerben.“

Rex war irritiert. Das war ein bereits ausführlich diskutiertes Thema, das sie immer wieder neu aufgreifen wollen. Der Volkov-Patriarch und Alpha des Sanguis-Rudels, Dmitry Volkov, hatte vor fast einem Jahrzehnt, nach langen Fehden, kurz vor dem Ausbruch eines Krieges einen Waffenstillstand mit Senior geschlossen. Eine Fehde mit einem anderen Rudel wieder anzuzetteln war das Letzte, was er vorhatte. „Die Volkovs gehen uns nichts an. Es gab keine Aggressionen gegen uns. Deshalb werden wir unsere Schnauzen aus den Sachen raushalten, die uns nichts angehen. Ohne konkreten Beweis werden wir gar nichts tun. Sollte mir zu Ohren kommen, dass irgendjemand hinter meinem Rücken etwas unternimmt, wird es Ärger geben. Haben wir uns verstanden?“

„Was für einen konkreten Beweis brauchen wir? Ivan Volkov hat versucht, an den Grenzen des Fell-Territoriums Wölfe zu rekrutieren. Jackson Ross hat sogar beobachtet, wie er mit Jugendlichen an der High School gesprochen hat! Er versucht, uns unsere Welpen wegzunehmen!“ Ein Hustenanfall unterbrach O'Connor.

Ein Murren fuhr durch die Reihen. Sie hatten verstanden, was O’Connor angedeutet hatte. Aber die Aufgabe selbst in die Hand zu nehmen und ihre vielen Söhne loszuschicken, um die Grenzen des Fell-Rudels zu schützen, würde zu einer schnellen Bestrafung führen. Rex wusste, dass sie anderer Meinung waren, aber das war ihm egal. Er würde nicht als der Alpha bekannt werden, der einen zwanzigjährigen Friedensvertrag gebrochen hat.

Rex spürte, wie langsam das Blut in seinen Adern gefror. Wenn es stimmte, dass Ivan, Dimitris ältester Sohn, mit den Fell-Teenagern gesprochen hatte, würde es nicht lange dauern, bis die Gemeinde von ihrer Führung eine Reaktion fordern würde. Was zu einem Krieg führen könnte.

„Ohne Beweis keine Aktion. Habt ihr das alle verstanden?“, fragte er. Obwohl ihm niemand verbal zustimmte, nickten sie alle.

„Gut. Gibt es noch etwas?“

Diesmal stand ein verbitterter alter Mann namens Anderson von seinem Lehnstuhl auf und sah die anderen eindringlich an, bevor er sprach. „Wir sind uns einig, Sir. Es ist an der Zeit für Sie, eine Partnerin auszuwählen.“ Der Mann stammte aus einer der ältesten Familien des Fell-Rudels, die zusammen mit den Blakes und anderen Wolfsfamilien aus Europa geflohen waren. Es machte seinen Kommentar nicht weniger geschmacklos und Rex spürte, wie er noch wütender wurde.

„Ihr seid euch einig? Über mein Sexualleben? Habt ihr zusammengesessen und besprochen, wer mich flachlegen soll?

Der alte Mann begann zu stottern. „So habe ich das nicht gemeint, Sir. Es ist nur so, dass der Rat denkt, dass Sie jetzt bereits zwei Jahre Alpha sind und es höchste Zeit wäre, jemanden auszuwählen, mit dem Sie Ihr Leben verbringen können.“ Unter dem zustimmenden Gemurmel der anderen schlich sich Anderson zurück zu seinem Stuhl.

Rex stand auf und ging schweigend auf den Mann zu. „Du glaubst also, ich sollte eine Partnerin haben? Und dann?“ Seine Stimme war leise, fast ein Flüstern, aber er wusste, dass die Ältesten ihn genau verstanden hatten.

Anderson blickte Rex über die Gläser seiner Brille hinweg an. „Produzieren Sie einen Erben“, sagte er. Er versuchte, lässig und gefasst zu wirken, aber Rex konnte die Angst des Mannes förmlich riechen. Und das machte ihn noch wütender.

Er spürte, wie seine Haut anfing zu kribbeln. Das war immer so, bevor er sich verwandelte. Er dehnte seine Rückenmuskulatur und spürte seine Knochen knacken. Wenn er wütend war, war die Verwandlung immer eine schmerzhafte Angelegenheit, aber er konnte nichts dagegen tun.

Wut schoss durch seine Adern und mit einem heißen Blitz verwandelte sich das Tiefblau seiner Augen in Wolfsgelb.

Die Stimme, die jetzt aus seinem Hals kam, war nicht mehr ganz menschlich, sie klang kehlig und wie aus einer anderen Welt. „Dieses Treffen ist beendet. Raus aus meinem Haus“, knurrte er. In Wolfsform war er furchteinflößend. Rex war fast zwei Meter groß. An einem guten Tag überragte er jeden anderen im Dorf. Von seinen Krallen getroffen zu werden, bedeute außer Gefecht gesetzt zu sein, womöglich für immer. Die Ältesten wussten, dass es besser war, ihm nicht zu widersprechen. Sie drängten blind aus dem Haus, so schnell es ihre alten Knochen zuließen. Gegen den Alpha, gegen einen Blake zu kämpfen, das war undenkbar. Das wäre ihr Ende. Alan war der einzige, der zurückgeblieben war.

Rex versuchte, sich zu beruhigen, die Wut wegzuatmen, die ihn immer noch durchfuhr. Er konnte fühlen, wie sich seine Haut beruhigte, die Empfindlichkeit, die mit der Verwandlung einherging, wurde schwächer. Glücklicherweise hatte er sich nicht vollständig verwandelt. Sonst wäre ein Raum voller Familien-Antiquitäten und ein sehr teurer Anzug dabei drauf gegangen.

„Bist du jetzt fertig?“ Alan setzte sich auf die Ledercouch und sah Rex mit einem sardonischen Ausdruck an. Rex ignorierte ihn und konzentrierte sich darauf, wieder normal zu werden. Sein Kopf fühlte sich an, als würde er gleich explodieren. Der Kater vom Alkohol und der Schmerz von der Beinahe-Verwandlung vermischten sich zu einem Schwindel, während er zu seiner menschlichen Form zurückkehrte. Er ließ sich neben Alan auf die Couch fallen und legte seinen Kopf zurück. „Fang du nicht auch noch an!“, stöhnte er.

„Sie meinen es nur gut, Rex“, sagte Alan. „Und sie haben recht. Es ist Zeit, dass du dich niederlässt und jemanden findest. Und Kinder hast.“

„Du klingst wie eine alte Waschfrau, Al. Nichts davon kommt für mich infrage. Und das weißt du.“

„Und du weißt, dass das keine zufriedenstellende Antwort ist. Was passiert, wenn dir etwas passiert, Rex? Was passiert mit dem Rudel? Du brauchst einen Erben. Den nächsten Blake.“ Der Rest blieb unausgesprochen. Ohne Mike wäre Rex allein. Außer ihm gab es niemanden, der den Namen Blake fortführen könnte. Und ohne ein Alpha wäre das Rudel am Ende, würde auseinanderfallen und jeder müsste für sich selbst kämpfen oder ein neues Rudel finden.

„Al, können wir dieses Gespräch um einen Tag zu verschieben, wenn ich nicht gerade im Sterben liege?“

Alan klopfte Rex auf die Schulter und stand von der Couch auf. „Ich habe in der Stadt Geschäfte zu erledigen. Ich bin nachmittags zurück und dann werden wir dieses Gespräch fortsetzen.“ Er packte seine Aktentasche zusammen, ging aus der Bibliothek und schloss die Tür hinter sich etwas lauter, als unbedingt nötig gewesen wäre.

Rex beobachtete ihn durchs Fenster. Alan bewegte sich langsamer als früher, sein Rücken war immer noch gerade, aber seine Schritte waren vorsichtiger und maßvoller. Rex sah ihm nach, bis er durch die Tore davonfuhr und ging zu seinem Schreibtisch. Er holte Schmerzmitteltabletten heraus und schluckte eine Handvoll. Das Haus war absolut ruhig, abgesehen von der Uhr, die Rex auf dem Kaminsims der Bibliothek angebracht hatte. Er war der einzige Bewohner des Herrenhauses. Die Haushälterin kam ein paar Mal pro Woche aus dem Dorf, um Lebensmittel zu bringen und zu putzen, aber ansonsten war er allein. Die Stille war beinahe fassbar und verstärkte das Ticken der Uhr, bis er es nicht mehr ertragen konnte. Er schnappte sich den Helm, der auf dem Tisch neben der Tür lag, und stürmte hinaus.

Während er durch die Landschaft raste, dröhnte der Motor seines Motorrads laut genug, dass er seine eigenen Gedanken nicht hören konnte. Er fuhr den Berg hinunter zum Dorf. Er liebte es, hier zu fahren. Durch die dünne, frische Luft fühlte er sich so lebendig wie sonst nie. Die Landschaft flog verschwommen an ihm vorbei, während er über die kurvigen Straßen fuhr, die er wie seine Westentasche kannte. Die Straßen verliefen entlang des sanften Bergehanges und schlängelten sich durch Fell Village. Das riesige, als Blake Herrenhaus bekannte Gebäude thronte über dem Dorf wie ein Vogelnest. Seit fast dreihundert Jahren war es das Haus des Blake Alphas.

Langsam ging er zurück zum Herrenhaus und gab den Code für das automatische Tor ein. Es öffnete sich und eine lange Schotterstraße führte zum Haus, auf beiden Seiten von sorgfältig gepflanzten Blumen eingefasst und umgeben von einem hohen elektrischen Zaun und Sicherheitskameras, welche aufgrund der Sicherheitsbesessenheit, die Senior auf seine alten Tage überkam, installiert worden waren. Rex hatte es lieber als das bezeichnet, was es war: Paranoia.

Senior hatte die meiste Zeit in Wolfsgestalt verbracht, ein großes, gelbäugiges und knurrendes Tier, das fast vollständig den Bezug zur Vernunft verloren hatte. In fast einem Jahr hatte er sich außerhalb des Hauses nur zwei- oder dreimal zurückverwandelt. Er bestand darauf, das Haus besser zu sichern als Fort Knox und knurrte jeden an, der vorbeikam, sogar Al. Es wurde noch schlimmer, als Mike plötzlich vermisst wurde. Das Verschwinden seines jüngeren Sohnes hatte ihm den Rest gegeben, und er hatte das Haus gar nicht mehr verlassen. Stattdessen saß er im Haus und überwachte die Kameras. Es war für Rex eine unschöne Erinnerung, die er versuchte zu verdrängen und stattdessen die blühenden Blumen und den makellos gepflegten Rasen zu bewundern.

Als er am Haus ankam, wartete Alan bereits an der Tür auf ihn. „Du bist spät dran“, sagte er mit dem gleichen mürrischen Blick, den er immer hatte.

„Du bist drei Stunden zu früh“, antwortete Rex, während er vorausging und sich schwerfällig auf einen der Stühle setzte, die den viktorianischen Tisch im Foyer flankierten. Al setzte sich auf den anderen Stuhl und Rex bereitete sich auf die Standpauke vor, die er mit Sicherheit erhalten würde. Wann immer Alan Green in der Nähe war, fühlte Rex sich in einen widerspenstigen Teenager zurückversetzt, der bereit war, sich von seiner Vaterfigur belehren zu lassen. Doch diesen Gefallen wollte ihm Al nicht tun. Stattdessen kicherte er und sagte: „Ich erinnere mich noch daran, als ihr Jungs noch klein wart. Ihr seid die Treppe hinunter gedonnert und hier herumgerannt. Dieser arme Tisch hat so oft fast dran glauben müssen. Es hat deine Mutter verrückt gemacht.“

Rex lächelte bei der Erinnerung. In den Jahren, seit Michael verschwunden war, hatte er es vermieden, zu sehr an ihre gemeinsame Kindheit zu denken. Stattdessen hatte er begonnen, sich um seinen Vater zu kümmern und die Aufgaben des Familienunternehmens zu übernehmen.

Er erinnerte sich an den Tag, als Mike verschwand, als wäre es gestern gewesen. Rex hatte mit dem Buchhalter die Aktienbestände der Familie durchgesehen. Mike kam in die Bibliothek, in der sie arbeiteten. Er war gerade von seiner Schicht als Rettungssanitäter nach Hause gekommen. Er arbeitete in einem Dreistädteradius, der Fell, Sanguis und eine menschliche Stadt namens Hilerton abdeckte. Er sah so jung aus, frisch geduscht und rasiert, und in seinem Haar schimmerte noch das Wasser.

„Ich gehe spazieren“, hatte er gesagt.

Rex winkte ihm nur zu und sah ihn nur einen Sekundenbruchteil an. Das Bild hatte sich noch immer in ihn eingebrannt.

„Du weißt, es ist an der Zeit für dich, wieder jemanden zu haben“, sagte Alan sanft.

„Du weißt, dass das nicht passieren wird, Al. Ich bin nicht der Typ für diese Art von Bindungen.“

„Es geht nicht um die Bindung, Rex. Es geht um das Fell-Rudel. Was wird passieren, wenn du der einzige verbleibende Blake bist? Sie werden jemanden suchen, der ihnen mehr Stabilität geben kann, und direkt in die offenen Arme von Ivan Volkov laufen. Er wird sein Rudel ausdehnen, ohne den Waffenstillstand brechen zu müssen, und dir wird nichts mehr übrig bleiben! Alles, wofür wir alle gearbeitet haben, dein Vater, dein Großvater und dessen Vater. Ich. Alles weg.“

„Ein bisschen dick aufgetragen, findest du nicht selbst, Al?“

Plötzlich schoss Al von seinem Stuhl auf und zog Rex an seinem Arm hoch. „Nimm das gefälligst ernst! Wir reden über das Überleben unseres Rudels! Das ist kein Witz, den du einfach beiseiteschieben darfst!“

Rex befreite seinen Arm aus Als überraschend festem Griff. „Tu das nie wieder. Ich habe dir gesagt, dass ich keine Partnerin und keine Familie haben werde. Egal wie sehr diese Fossilien darauf hoffen, dass ich eine ihrer Töchter wähle. Der Grund geht dich nichts an.

---ENDE DER LESEPROBE---