Vom Bären begehrt - Mia Wolf - E-Book

Vom Bären begehrt E-Book

Mia Wolf

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Beschreibung

Das Tier in ihm sehnt sich danach, sie zu verschlingen … Rose hat eine Lektion in der Liebe gelernt: kein Mann, kein Kummer. Als sie ihren großen Durchbruch hat und ihre Entwürfe auf dem Laufsteg der New Yorker Modewoche präsentiert, wird ihr ganz sicher kein Mann mehr in die Quere kommen. Die Kontrolle zu verlieren ist keine Option. Als sie jedoch einen absolut unwiderstehlichen griechischen Gott namens Andrew trifft, ändert sich die Situation schnell. Sein markantes Kinn, die hypnotisierenden grauen Augen und sein teuflisches Lächeln erzeugen eine unbändige Lust in ihr. Warum nur betrügt sie ihr Körper? Andrew ist ein unaufhaltsamer Fitnesstrainer, der es satthat, dass Frauen wegen seines außergewöhnlichen guten Aussehens in Ohnmacht fallen. Er hat keinerlei Interesse an ihnen. Als er jedoch gebeten wird, für eine neue Designerin zu modeln, löst das eine Lawine aus roher Kraft und unbändigem Hunger aus. Es kostet ihm jede Menge Kraft, um sie nicht sofort an die Wand zu drücken. Könnte sie wirklich seine Partnerin sein, auch wenn er nicht an diese Dinge glaubt? Als jedoch Andrews Vergangenheit ihn einholt, steht plötzlich viel auf dem Spiel. Kann Rose mit dieser Gefahr umgehen und den Mut in ihrem Herzen finden, wieder zu lieben? Und kann Andrew dem unkontrollierbaren Hunger seines inneren Bären, sie zu verschlingen, im Zaum halten? “In den Höhlen der Bären“ ist eine Buchreihe von eigenständigen paranormalen Actiongeschichten, die durch die Bären aus dem Dorf miteinander verbunden sind. Jede Geschichte hat ein garantiertes Happy End. Diese Geschichte enthält Inhalte für Erwachsene und ist nur für Leser ab 18 Jahren geeignet.

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1 – Rose

Kapitel 2 - Andrew

Kapitel 3 – Rose

Kapitel 4 – Andrew

Kapitel 5 – Rose

Kapitel 6 – Andrew

Kapitel 7 – Rose

Kapitel 8 – Andrew

Kapitel 9 – Rose

Kapitel 10 – Andrew

Kapitel 11 – Rose

Kapitel 12 – Andrew

Kapitel 13 – Rose

Kapitel 14 – Rose

Kapitel 15 – Andrew

Kapitel 16 – Rose

Kapitel 17 – Andrew

Kapitel 18 – Rose

Kapitel 19 – Andrew

Kapitel 20 – Rose

Kapitel 21 – Andrew

Kapitel 22 – Rose

Kapitel 23 - Andrew

Kapitel 24 – Rose

Kapitel 25 – Andrew

Kapitel 26 – Rose

Kapitel 27 – Andrew

Kapitel 28 – Rose

Kapitel 29 – Andrew

Kapitel 30 – Rose

Kapitel 31 - Andrew

Epilog

Über Mia Wolf

Bücher von Mia Wolf

Vom Bären begehrt

Ein paranormaler Roman

Mia Wolf

Copyright © 2020 The Wolf Sisters Books

Alle Rechte vorbehalten. Diese Kopie ist nur für den ursprünglichen Käufer des Buches bestimmt. Kein Teil dieses Buches darf ohne vorherige schriftliche Genehmigung des Herausgebers in gedruckter oder elektronischer Form, einschließlich Tonaufnahme, reproduziert, gescannt oder verbreitet werden, mit Ausnahme kurzer Zitate in einer Buchrezension.

Dieses Buch ist eine Fiktion. Namen, Charaktere, Orte und Vorkommnisse sind entweder ein Produkt der Phantasie des Autors oder werden fiktiv verwendet. Jede Ähnlichkeit mit tatsächlichen Personen, lebenden oder toten, Ereignissen oder Orten ist rein zufällig.

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Kapitel 1 – Rose

„Sitzt der Schleier fest?“, frage ich die Braut, die ich für ihre Hochzeit vorbereite. „Er soll sich bequem anfühlen“.

Die Braut bewegt ihren Kopf ein paar Mal hin und her und nickt mir danach zustimmend zu. Ich begutachte noch einmal ihre Frisur, ihr Make-up und das Kleid. Es scheint alles perfekt zu sein und ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

„Sehr gut. Wir sind fast fertig.“ Ich lächle ihr strahlend zu.

Es ist der größte Tag ihres Lebens, deshalb ist es wichtig, dass sie sich von ihrer besten Seite zeigt. Meine Aufgabe ist es, ihr dabei so gut es geht zu helfen. Die Brautjungfern tragen zitronengelbe Kleider mit ähnlichen Verzierungen, wie sie am Brautkleid zu finden sind, aber etwas weniger auffälligen Details am Dekolleté und in der Taille.

In dem Moment, als ich zum ersten Mal die Braut und ihren Bräutigam sah, hatte ich bereits ein klares Bild in meinem Kopf. Mir war immer bewusst, dass Kleidung, Stoffe und Farben für mich einen Sinn ergeben. Wenn die meisten Menschen nur einfache Kleidung sahen, sah ich darin immer endlose Möglichkeiten. Die Geschichten, die sich dahinter verbargen und darauf warteten, frei gelassen und erzählt zu werden. Als ich Jenna vor dem Spiegel stehen sehe, der noch mit elfenbeinfarbigen Tüchern verhüllt ist, sehe ich jedoch eine andere Geschichte.

Zwei Wochen habe ich an diesem Projekt gearbeitet. Der Rauschzustand, den ich empfinde, jetzt wo das Bild in meinen Kopf endlich lebendig wurde, das Bild, das nur ich sehen konnte, ist unbeschreiblich. Ich könnte mich an das Gefühl, aus dem Nichts etwas Großartiges zu schaffen, gewöhnen. Das strahlende Lächeln der Braut zu sehen bestätigte mir, dass es die Anstrengung wert war.

Ich lächle und denke daran zurück, wie alles begonnen hat. Die Braut, Jenna, hatte sich in einige meiner Designs auf meiner Webseite verliebt. Eines davon war ein Abendkleid in orange, das ich kurz nach meinem Abitur entworfen hatte. Es war für einen besonderen Anlass gedacht, nämlich den ersten Jahrestag meiner Beziehung mit Michael. Das Kleid hatte einen kleinen Kragen im Nacken und Verzierungen, die bis zu den Knien hinunterreichten. Zu dieser Zeit war ich mit meiner Arbeit und mir selbst ziemlich beeindruckt und es gefiel mir, wie ich darin aussah. Damals hatte ich diesen gewissen Funken in mir, den ich jetzt verzweifelt versuche am Leben zu erhalten. Ich seufze, während ich nach einer Nadel aus der Kommode greife, um meine Gedanken von dem Kleid und von Michael abzulenken. Mit gepressten Lippen blicke ich auf die Verzierungen auf Jennas Brautkleid. Na ja, am Ende hatte ich doch etwas Gutes aus der Situation gemacht.

Das ist mein erster großer Auftrag. Jenna hatte mich mit der kompletten Hochzeitsausstattung beauftragt. Die Braut, der Bräutigam und die Brautjungfern. Jeder, der heute Abend eine gewisse Rolle bei der Hochzeit spielt, sieht genauso aus, wie ich es wollte. Selbstverständlich hatte Jenna alle Entwürfe vorher begutachtet und genehmigt, aber sie hatte kaum Änderungswünsche. Und nun, zwei Wochen später, ist es so weit.

„Soll ich mal nach den Brautjungfern sehen?“, frage ich die Braut und überlege, ob sie eventuell noch meine Hilfe benötigen könnte.

Sie nickt mir zu und ich mache mich auf den Weg zu einem Nebenraum der Lobby, indem sich die Brautjungfern für die Hochzeit vorbereiten. Ich werfe einen Blick auf meine Uhr und sehe, dass es bereits 15 Uhr ist, etwas später als ich erwartet hatte, was meiner Anspannung nicht wirklich hilft.

Als ich den Raum betrete, bin ich sofort von den Brautjungfern umringt, die alle auf einmal zu sprechen beginnen.

“Okay, eines nach dem anderen”, sage ich. Ich nehme Nadel und Faden, um einen kleinen Riss in einem der Kleider zu nähen. Danach befestige ich lose Spitze, stecke ungefähr ein halbes Dutzend Haarnadeln in die Frisuren der Brautjungfern und arrangiere einen Blumenstrauß aus gelben Hibiskusblüten für die Zeremonie.

Als ich so gut wie fertig damit war, informiert mich das Hotelpersonal, dass Jenna dringend meine Hilfe benötigt. Ich mache mich sofort auf den Weg zurück in ihr Ankleidezimmer.

Seit Jessica mir geholfen hat, meine Modewebseite aufzubauen, die sehr schick ist und meinem persönlichen Stil entspricht, zieht sie mehr und mehr Kunden an. Ich habe mittlerweile zwei Bestellungen für Shomas sowie ein weiteres Projekt für ein Brautkleid, das bereits in einem Monat fällig wird. Wenn es mit Aufträgen so weitergeht, muss ich möglicherweise Vollzeit daran arbeiten.

Vielleicht sollte ich die Kleider selber modeln und dann auf meine Webseite stellen. Es klingt nach einer guten Idee und ich hebe mir den Gedanken für später auf.

Als ich zurück in Jennas Zimmer komme, sehe ich, dass sich eine Strähne aus ihrem Schleier gelöst hat. Ich stecke sie mit einer Haarnadel wieder fest und lächle sie zuversichtlich an.

„Du siehst umwerfend aus“, sage ich zu ihr.

Die Zeit für die Zeremonie war gekommen und ich begleite die Braut zum Eingang des Festsaals, wo bereits ihre Familie sie erwartete, um sie hineinzubegleiten. Ich sehe Jenna, die von Kopf bis Fuß in weiß gekleidet ist, an. Ich schenke ihr ein Lächeln, das meine besten Wünsche ausdrückt und platze fast vor Stolz, dass ich zum wichtigsten Tag ihres Lebens beitragen konnte. Als ich gehen will, hält mich Jenna zurück und besteht darauf, dass ich bleibe, um an der Hochzeit als Gast teilzunehmen. Ich lehne jedoch höflich ab.

„Ich muss zu einem Meeting“ sage ich zu ihr, was natürlich gelogen ist. Leider fühle ich mich bei Hochzeiten nicht besonders wohl. Sie geben mir ein flaues Gefühl im Magen, das ich nicht überwinden kann. Deswegen halte ich mich von Hochzeiten fern.

Ich mache mich auf den Weg zu meinem Auto und steige ein. Meine Hände umfassen das Lenkrad, ich kann mich jedoch nicht bewegen. Meine Gedanken schweifen zu dem orangefarbenen Kleid ab. Ich erzählte weder Jenna noch sonst jemanden die Geschichte dieses Kleides. Wie Michael am Ende des Abends sein Getränk wütend über mich leerte oder er sehr nahe daran war, mir eine Ohrfeige zu verpassen. Die Erinnerungen in meinem Kopf spielen sich ab wie ein Film und lösen eine Flut von Emotionen aus, die ich im Moment nicht ertragen möchte.

Wie kann es sein, dass mich nach fünf Jahren diese Erinnerungen immer noch nicht loslassen? Ich wische die Tränen ab, die über meine Wangen fließen, und halte die restlichen zurück. Ich hasse es, mich so gehen zu lassen.

„Reiß dich zusammen, Rose Maibach“, sage ich laut und schlage mit beiden Händen auf das Lenkrad. Mein Kopf senkt sich nach unten.

„Junge Dame, brauchen Sie vielleicht Hilfe?“, fragt jemand.

Ich schaue auf und sehe einen jungen Mann in der Uniform eines Sicherheitswachmanns, der mich besorgt ansieht.

„Nein, vielen Dank, dass Sie gefragt haben. Ich bin okay“. Ich lächle ihn an, um ihn zu beruhigen, aber ich kann sehen, dass es ihn nicht überzeugt. Er lässt mich trotz allem in Ruhe. Gute Entscheidung.

Ich verlasse den Parkplatz und verdränge die Gedanken an meine zerbrochene Beziehung. Mein Telefon vibriert, während ich auf die grüne Ampel warte. Ich prüfe die Benachrichtigung, um zu sehen, wer es ist. Als ich den Namen in der E-Mail sehe, kann ich es nicht glauben.

Ashley Wang, Designer bei Regal.

„Die Ashley Wang?“, rufe ich laut aus, aber es hört sich eher nach einem Kreischen an.

Ich schaffe es, mich genügend zu beruhigen, um die E-Mail weiter zu lesen.

Ich fange wieder an, laut mit mir selbst zu sprechen. „Hat Ashley Wang mich soeben eingeladen, meine Kollektion bei der Regal-Modewoche in New York zu präsentieren?“

Kapitel 2 - Andrew

Ich atme den Duft des Waldes tief ein. Der prasselnde Regen hatte im Wald seinen typischen Geruch von feuchter Erde und Blättern hinterlassen. Meine Nase kräuselt sich, als ich noch einmal einatme und spüre, wie sich alle Fasern meines Körpers verwandeln.

Als ich tief genug im Dickicht bin, laufe ich schneller und schneller. Ich kann hören, wie mein weißes Hemd aus Leinen Stück für Stück reißt. Ich fühle mich wie eine Lawine aus Kraft, Hunger und Schnelligkeit, die auf allen vieren durch den Wald hetzt. Ein heiseres Knurren erhebt sich in meiner Magengrube und dröhnt losgelassen durch die Bäume. Ich fühle Genugtuung, als der Bär in mir zum Vorschein kommt und der Mensch den Rückzug antritt.

Ich laufe am Waldrand entlang und lasse den Bären in mir frei, unbekümmert und mit voller Geschwindigkeit. Es ist eine Weile her, seit ich mit dieser Seite von mir in Kontakt war. Egal wie viel Zeit ich mit Menschen verbringe, da ist dieser unsterbliche Teil in mir, der darauf wartet, befreit zu werden. Auch wenn ich den Clan vor zehn Jahren verlassen habe, bin ich nach wie vor ein Bärengestaltwandler.

„Du warst ein Fehler, Andrew.“ Ich kann die Worte meines Vaters noch immer hören, als er sein Bestes gab mich zu maßregeln, da ich mit einem jungen Bärengestaltwandler aus der Nachbarschaft gekämpft hatte. Ich war höchstens zwölf Jahre alt, aber ich kann mich noch sehr gut an die Schmerzen meiner gebrochenen Knochen erinnern. Bärenkämpfe neigen dazu, brutal und schmutzig zu werden, somit sind gebrochene Knochen nicht ungewöhnlich. Da wir aber sehr schnell heilen, hätte niemand im Clan bei solch einem Vorfall auch nur mit der Wimper gezuckt. Es war wirklich keine große Sache. Außer für meinen Vater.

Ich weiß genau, was er jetzt sagen würde, sollte ich den Vorfall noch einmal erwähnen und ihn fragen, was denn so schlimm daran war. „Ich ziehe einen Anführer groß“, war immer seine Begründung. Nachzulassen war für ihn keine Option. Mich nicht zu lieben leider schon.

Ohne dass ich es bemerkt hätte, hat mein Vater schon sehr früh das Kind in mir vertrieben. Alles in der Hoffnung, dass ich eines Tages der Anführer des Clans werde.

Warum machen Eltern so etwas? Warum versuchen sie, durch ihre Kinder Ziele und Möglichkeiten zu verwirklichen, die sie selbst niemals erreichen konnten? Da mein Vater nie zum Anführer des Clans wurde, setzte er alles daran, aus mir einen zu machen.

Ich habe meine Entscheidung, den Clan zu verlassen, keine Sekunde meines Lebens bereut. Ich entschied mich dafür, dass Gute in diesem tierischen Teil von mir zu finden. Die ersten fünf Jahre, nachdem ich den Clan verlassen hatte, verdrängte ich so oft wie möglich die Tatsache, ein Bärengestaltwandler zu sein.

Damals dachte ich noch, wenn ich den Bären in mir verdränge, könnte ich alles hinter mir lassen und jede Verbindung, die ich zum Clan hatte, zerbrechen. Ich kämpfte lang und hart mit mir, aber am Ende habe ich erkannt, dass man genau das, was einem in seinem Dasein ausmacht, nicht so einfach abschütteln kann. Eines Tages wurde mir klar, dass ich meine besonderen Fähigkeiten wie ein Ehrenabzeichen trage. Danach änderte sich alles. Einige würden nun behaupten, dass ich eine unaufhaltsame Kraft bin.

Ich spüre, wie meine elfenbeinfarbigen Reißzähne durch meine Lippen ragen, während das tiefe Grollen meines Gebrülls alles in meiner Umgebung erschüttert.

„Wann bekomme ich jemals die Möglichkeit, mich in der Stadt so gehen zu lassen?“, fragte ich mich im Gedanken selbst.

Ein plötzlicher Geschwindigkeitsschub lässt mich die Bäume an mir vorbeirasen sehen. Diese rohe, unbändige Kraft kann sehr süchtig machen. Also versuche ich, sie an der Leine zu halten. Dennoch ist es gut, sie hin und wieder loszulassen.

Ich laufe immer weiter, bis das Adrenalin in meinem Körper etwas nachlässt. Durch die Waldkuppe hindurch versuche ich, einen Blick auf die Sonne zu erhaschen, um herauszufinden, wie spät es ist. Ich habe einen Termin am Nachmittag. Es ist weniger ein Termin, sondern eher ein Date, aber ich interessiere mich kaum dafür. Es ist ein Gefallen für einen besonders wohlhabenden Kunden von mir. Eine typische Vorgehensweise in meinem Arbeitsbereich.

Date hin oder her, ich schätze Pünktlichkeit sehr. Ich habe nicht alles, was mir mein Vater beigebracht hat, verworfen.

Drei Stunden später sitze ich der Tochter des größten Aktionärs der RG-Gruppe im Ritz Carlton in New York gegenüber, welches einer der schicksten Hotels der Welt ist. So sieht mein Leben aus, ich langweile mich hier in der Gesellschaft einer Frau, die die meisten Menschen für umwerfend halten würden.

Ich bin kein Arschloch, aber leider unterscheidet sich dieses Date nicht von anderen Ereignissen in meinem Leben. In Wirklichkeit schnürt es mir die Kehle zu, diese Termine als Dates zu bezeichnen. Deswegen nenne ich sie „Events“, das macht es für mich erträglicher. Ob ich will oder nicht, ich finde mich immer wieder in der Situation, unzählige dieser Frauen zu unterhalten.

Manchmal frage ich mich, ob ich noch ein Fitnesstrainer oder eher ein Vollzeit-Bachelor bin. Zack lacht mich jedes Mal aus, wenn ich mich darüber beschwere.

„Du kannst jederzeit nein sagen“, sagt er zu mir. Man ist gut beraten, Zacks Worte ernst zu nehmen. Meiner Meinung nach ist der Mann ein Wolf in der Haut eines Menschen, .

Ein Fünfsternehotel, die Tochter eines wohlhabenden Mannes und ich, der versucht, sich dabei gut zu unterhalten. Ich schaue mich im Restaurant um und beobachte die anderen Gäste, um zu sehen, wie deren Abend verläuft. Zum Glück weiß mein Date nicht, wie viele meiner Gehirnzellen gerade im Sekundentakt absterben.

Heute verbringe ich den Abend mit Anne J. Durning, der Vorsitzenden des technischen Bereiches der RG-Gruppe. Leider verläuft unser Date nicht besonders gut. Anne hat kaum versucht, irgendeine Art von Unterhaltung zwischen uns zu beginnen, und scheint an mir überhaupt nicht interessiert zu sein. Um ehrlich zu sein, auch ich bin nicht sonderlich unterhaltsam. Es gibt keinen Grund, sie für diesen langweiligen Abend verantwortlich zu machen, gestehe ich mir ein.

Im hinteren Bereich des Restaurants, nahe dem Buffet, entdecke ich ein älteres Paar, das einen besonderen Anlass zu feiern scheint. Ein Blick und mir ist klar, dass sie nicht zu dieser Gesellschaft passen. Overdressed im Stil des 20. Jahrhunderts, eine ungeschickte Gestik und die Tatsache, dass sie widerlich glücklich aussehen, macht deutlich, dass sie normalerweise nicht in diesen Kreisen verkehren.

„Sind das Kontaktlinsen?“, fragt mich mein Date mit einem sanften, missmutigen Flüstern.

Ich lächle sie bis über beide Ohren an und schüttle den Kopf. „Nein, meine Augen sind von Natur aus silbern oder grau, wie auch immer Sie es nennen möchten.“

Ich nicke ihr höflich, mit einem Lächeln, das auf Zahncremetube sein könnte, zu.

Als Mitbegründer der sehr erfolgreichen Fitnessmarke RISE, die ausschließlich der Elite vorbehalten ist, denken viele meiner Kunden, ich wäre ein guter Fang für ihre Töchter. Es ist nicht so, dass mich jemand zu diesen Dates zwingen würde, aber um ein gutes Image unter den hungrigen Haien zu pflegen, die sofort zubeißen würden, und um mir keine Feinde zu schaffen, halte ich meine Kunden bei Laune.

Meistens sitze ich einer wunderschönen Frau gegenüber, die von Kopf bis Fuß aufgedonnert ist und mehr Geld auf dem Konto hat, als ich in sieben Leben jemals verdienen könnte. Aber sie hat keine Ahnung, was sie eigentlich im Leben will. Für mich ist es schwierig, Ziellosigkeit attraktiv zu finden.

Meine Dates scheinen jedoch von Anfang an über mich herfallen zu wollen. Gerade jetzt, zum Beispiel, versucht Anne die Rötung ihrer Wangen mithilfe eines Fächers in den Griff zu bekommen, womit sie den Eindruck eines kleinen, verliebten Schulmädchens erweckt.

Ich möchte damit nicht ihre Gefühle verspotten, denn sie trifft keine Schuld für mein mangelndes Interesse an ihr, aber es fällt mir jedes Mal schwerer, vorzutäuschen, mich gut zu unterhalten und meine Enttäuschung über ein verschwendetes Date zu unterdrücken.

Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich mich das letzte Mal mit einem Date unterhalten habe, das zumindest ein interessantes Gespräch aufrechterhalten konnte.

„Hier, Sie können das benutzen“, sage ich, den Lärm um uns herum übertönend, und reiche ihr ein Taschentuch. Ich kann wenigstens nett zu ihr sein.

„Sie sind so nett.“ Sie kommt mir von der anderen Tischseite entgegen und zuckt zurück, als sich unsere Hände kurz berühren.

Mit zusammengepressten Lippen atme ich tief ein. Zumindest sind der Wein und das Restaurant gut.

Ich bemerke, wie das alte Paar im hinteren Bereich des Restaurants sich küsst, und ein Anflug von Traurigkeit erfasst mich. Es ist lange her, seit ich verliebt war. Das klingende Geräusch von zusammenstoßenden Weingläsern am Nachbartisch reißt mich aus meinen Gedanken und als ich mein Date anblicke, sehe ich, dass ihre Augen auf meinen Oberkörper starren. Es ist nicht ungewöhnlich, Frauen scheinen meinen Körper und meine Muskeln zu mögen. Sie sind allerdings nicht interessiert, was sich darunter befindet. Als Anne erkennt, dass ich sie beim Starren erwischt habe, fängt sie an zu kichern.

„Also, was machen Sie in Ihrer Freizeit?“, frage ich in einem Versuch, sie in ein Gespräch zu verwickeln.

Bevor sie antwortet, schneidet sie sich mit ihrem Messer ein großes Stück vom Steak ab und nimmt einen Bissen. „Zählt Skydiving auch?“, fragt sie mit hochgezogener Augenbraue. „Ich mag Extremsport, mit der Gefahr zu spielen, solche Dinge.“ Ihre Stimme geht in dem Geräuschpegel der Menge und der weiter entfernten Jazzmusik fast unter.

Okay, ich hatte mit der Antwort mit der Gefahr zu spielen, nicht gerechnet, das muss ich ihr lassen.

Es bringt mich dazu, sie wirklich anzusehen. Sie hat freundliche Augen, diese jedoch unter einer Menge Augen-Make-up versteckt, und der Schwung ihrer Lippen ist leicht gekrümmt.

„Sie haben ein ansteckendes Lächeln“, sage ich, bevor ich die Auswirkung meiner Aussage bedenken kann. Es ist jedoch keine Lüge.

„Was ist mit Ihnen, Andrew?“ Sie sagt meinen Namen in diesem sanften, verführerischen Tonfall.

„Was mit mir ist?“, frage ich. Ich weiß, dass sie sich bemüht, aber ich kann mich beim besten Willen nicht auf sie konzentrieren. Ich kann spüren, dass mein Interesse wieder nachlässt. Das alte Ehepaar im Hintergrund verlässt langsam die Hotellobby.

Das ist für mich der Moment, an dem ich entscheide, dass ich ein hoffnungsloser Fall bin. Ich möchte den Abend beenden und nach Hause gehen.

„Ich liebe es, zu kochen“, sage ich, dann nehme ich mein Handy und schaue ernst auf das Display, als würde ich etwas Wichtiges lesen. „Es tut mir wirklich leid, Miss Durning, aber es ist eine sehr dringende Angelegenheit, die ich sofort erledigen muss.” Ich bin wirklich ein Schwachkopf. Hilft es, dass ich mich schlecht dabei fühle? „Ich fürchte, dass ich unser Date leider abbrechen muss, ich hoffe, Sie verstehen das.“ Ich lächle sie an und jeder Widerspruch, den sie bereits auf den Lippen hatte, stirbt.

„Oh“, sagt sie und sieht dabei sowohl von meiner Lüge überzeugt als auch enttäuscht aus. „Wann können wir uns wieder treffen?“

Ich lege ein paar Scheine auf den Tisch. Ich zähle nicht wie viele, aber sie sollten die Kosten unseres Abendessens mehr als decken. Danach stehe ich auf, um zu gehen.

„Ich schreibe Ihnen?“ Ich strahle sie an und hoffe, dass es sie überzeugt.

Ich winke dem Manager zu, um ihm zu signalisieren, dass ich gehe. Ich komme oft hierher, also kann ich mir sicher sein, dass sie mit der Situation perfekt umgehen werden. Das Geld nehmen, der Dame etwas Wein anbieten und sie am Ende des Abends hinausbegleiten.

Als ich das Restaurant verlasse, sehe ich, wie sich ein paar Köpfe nach mir umdrehen. Leute haben mir immer wieder gesagt, dass sie mein Aussehen mögen, und mir ist bewusst, dass Menschen meine silbernen Haare und Augen attraktiv finden. Es ist mir immer ein wenig unangenehm, wenn sie mich anstarren, und ich beschleunige meinen Schritt, um der Situation zu entkommen.

Zack hat es mir ganz einfach erklärt. „Sieh dich um, Mann“, sagte er, „siehst du viele Menschen mit silbernen Haaren und Augen?“

Es ergibt Sinn, doch was würde ich nicht alles geben, um es loszuwerden. Die unaufgeforderte Aufmerksamkeit, die sexuellen Anspielungen, die unerwünschten E-Mails und Liebesbriefe. Nach dem hundertsten Mal wird es ein wenig langweilig.

Ich bin kein Zirkustier, das für sein schönes, weiches Fell gelobt werden will. Warum werden Frauen, die Männer als Objekt ansehen, so verniedlicht? Ich beiße die Zähne zusammen, als ich mich auf den Weg vom Hotel zum Auto mache und setze meine Sonnenbrille auf, um den schwärmenden Blicken der jungen Frauen auszuweichen.

Als ich dabei bin, das Hotel zu verlassen, ruft mich Jackson, mein Assistent, an. Es ist zu früh für seinen täglichen Anruf am Ende des Tages, bei dem er mich über die Ereignisse des Tages informiert, sei es über meine Firma, RISE, oder meine persönlichen Angelegenheiten.

„Was ist los, Jackson? Du bist heute früh dran“, sage ich, als ich den Anruf beantworte.

„Es handelt sich um Ashley Wang. Sie möchte ein Treffen mit dir vereinbaren.“

Seit Jahren laufe ich dieser Frau nun hinterher. RISE möchte gerne in die Bekleidungsindustrie einsteigen, und ich möchte, dass ein Designer mit Erfahrung diese Vision verwirklicht. Vielleicht hat sie sich ja mein Angebot endlich überlegt.

„Klar, vereinbare etwas für morgen. Treffen wir uns mit Ashley Wang.“

Kapitel 3 – Rose

Ich komme nach Hause und werfe meine Handtasche auf den Boden, öffne den Haarknoten und mache mich auf den Weg in die Küche, um mir eine heiße Tasse Kaffee zu kochen.

Ich falle auf mein Sofa und starre mit großen Augen auf die E-Mail, die ich von Ashley Wang erhalten habe.

Zwischendurch erhalte ich eine Benachrichtigung von Jenna. Ich öffne sie und sehe ein Foto von dem Festsaal der Hochzeit mit der Braut, dem Bräutigam und den Brautjungfern, die alle meine entworfenen Kleider tragen.

Ich lächle, schaue es kurz an und äußere mit einem Seufzen das Glücksgefühl, das ich dabei empfinde. Danach wende ich mich wieder der E-Mail zu. Ich lösche alle weiteren eingehenden Benachrichtigungen, denn nichts ist im Moment wichtiger als Ashley Wang.

Wenn ich es richtig verstanden habe, möchte Ashley Wang, dass ich nächsten Monat auf der Regal-Modewoche in New York präsentiere. Ich konnte die ganze Nacht an nichts anderes als die Einladung denken, aber habe immer noch nicht den Mut gefunden, darauf zu antworten.

Ich tippe die Worte „Ich bin eingeladen, einer der Designer der Regal-Modewoche in New York zu sein“ für Jessica ein und drücke auf „Senden“.

Dann schließe ich meine Augen und seufze laut. Was würde ich denn überhaupt sagen? Natürlich möchte ich gerne bei der Regal-Modewoche teilnehmen, immerhin ist diese die größte Modedesign-Veranstaltung der Welt. Aber wie soll ich das schaffen?

Ohne die notwendigen Ressourcen, die ich dafür brauche, kann ich es nicht tun. Aber vor allem habe ich Angst, dass ich mich nicht nur vor Ashley Wang, sondern buchstäblich vor allen großen Namen der Modebranche lächerlich machen werde. Bei der Regal-Modewoche zu versagen, würde einem Karriereselbstmord gleichkommen – der ultimative Fauxpas. Ich bin noch nicht bereit, meine aufstrebende Designerkarriere im Keim zu ersticken. Nein, danke.

Plötzlich trifft mich ein Gedanke. Ich könnte doch Ashley Wang um Hilfe bitten. Ich verwerfe die Idee sofort, denn Ashley Wang hat offensichtlich Wichtigeres zu tun, als einem Kleinstadtmädchen zu helfen, das weiß, wie man mit einer Nadel umgeht. Die E-Mail wurde wahrscheinlich sowieso von einem ihrer Mitarbeiter gesendet.

Ich frage mich, wie sie überhaupt von mir erfahren hat, oder ob das Ganze sogar nur Betrug ist.

Jemand klopft heftig an meine Tür und ich beeile mich, sie zu öffnen. Sobald ich die Tür aufgesperrt habe, stößt jemand sie von außen auf und Jessica nimmt mich in ihre Arme. Sie ist sehr vorsichtig mit ihrem Babybauch, schafft es aber, mich so gut sie kann innig zu umarmen.

„New York, Rose! Darf ich auch mitkommen? Wann fährst du? Wird es im Fernsehen übertragen?“ Jessica feuert die Fragen unbeschwert auf mich ab.

„Ich weiß im Moment noch nichts, aber ich halte dich auf dem Laufenden“, sage ich.

„Das rate ich dir auch“, antwortet Jessica und eine Hand schlängelt sich um ihre Taille und legt sich dann auf ihren gewölbten Bauch.

„Glückwunsch, Rose“, sagt Joshua, der hinter Jessica auftaucht. Sein Bart und sein Schnurrbart gefallen mir noch immer nicht. „Hör mal, Schatz, ich muss mal runtergehen, um ein paar alte Bekannte zu sehen, ja?“, sagt er zu Jessica und verschwindet wieder.

„Was genau haben sie geschrieben?“, fragt Jessica.

Ich gebe Jessica das Handy und spiele nervös mit dem goldenen Armband an meinem Handgelenk, als ich sie beobachte, wie sie die E-Mail liest, die ich von Ashley Wang erhalten habe.

Jessica macht große Augen und ihr Mund öffnet sich. „Das ist eine riesengroße Sache! Ich wusste es! Ich habe dir doch gesagt das deine Entwürfe fantastisch sind!“, sagt Jessica mit einer hohen, kreischenden Stimme und einem immer noch zweifelnden Ausdruck in ihrem Gesicht. „Ist das wirklich wahr? Du musst fahren, Rose. Sag mir, dass du fährst.“

„Wenn wir schon dabei sind …“

„Nein, keine faulen Ausreden. Bist du verrückt? Das klingt nach einer unglaublichen Gelegenheit. Es wurde schon Zeit, dass so etwas passiert.“ Ich bemerke, dass Jessica sowohl genervt, als auch aufgeregt ist. Ihre Stimme klingt komisch, wenn komplizierte Emotionen sie überhäufen, und ich fühle mich seltsamerweise wie zu Hause. Ich denke, vielleicht habe ich Angst davor, mein Zuhause zu verlassen.

„Okay“, ich hebe meine Hände, während Jessica weiter ihre Dolche auf mich abschießt. „Kann ich mir wenigstens etwas Zeit nehmen, darüber nachzudenken?“

Jessica seufzt und ihr Gesichtsausdruck entspannt sich. Wenn ich sie so vor meiner Tür stehen sehe, kann ich nur daran denken, dass ich nicht allein bin. Ich denke auch daran, was ich zurücklasse.

Mein Handy summt erneut und ich lasse einen kleinen Schrei los. Als ich die Benachrichtigung prüfe und sehe, dass es sich wieder um Ashley Wang handelt, beschleunigt sich mein Herzschlag rapide. Ich ziehe die E-Mail ohne Verzögerung auf das Display meines Handys.

Sehr geehrte Frau Rose Maibach,

ich wollte Sie freundlich daran erinnern, dass ich noch immer keine Antwort auf die Einladung zur Regal-Modewoche in Brooklyn, New York, welche am 14. nächsten Monat stattfindet, erhalten habe. Ich hoffe auf eine positive Antwort.

Ich wollte Sie auch darüber informieren, dass Sie sich nicht um Personal, ein Team oder die Models kümmern müssen.

---ENDE DER LESEPROBE---