Der Barde des Drachen - Sophie Martin - E-Book

Der Barde des Drachen E-Book

Sophie Martin

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Beschreibung

Brennan der Barde hasst sein Leben. Er wurde gezwungen, Barde zu sein, hat sich dieses Leben nicht selbst ausgesucht, doch dann nimmt es eine dramatische Wendung, als er entführt wird und ausgerechnet im Territorium des am meisten gefürchteten Drachen überhaupt landet. Die Menschen nennen Marngh’k’a’Drkhsh aus gutem Grund den Dunklen Schrecken. Er ist der furchterregendste aller Drachen, der selbst von seiner eigenen Art gemieden wird. Auf einem Routineflug entdeckt er einen Menschen mitten in seinem Territorium, doch anstatt die nervige Kreatur gleich zu töten, beschließt er, sie seinem Schatz hinzuzufügen. Zum Schatz eines Drachen zu gehören kam in Brennans Plänen nicht vor, und auch nicht, dass er sich zu dem Wesen hingezogen fühlt, das eine menschliche Gestalt annehmen kann. Doch dann passiert genau das. Von einer heißen Begegnung zur nächsten müssen diese zwei sehr unterschiedlichen Männer eine Entscheidung treffen: Sollen sie ihre Beziehung wachsen lassen, oder die Verbindung zerstören? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 33.700 Wörter

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Veröffentlichungsjahr: 2023

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Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Epilog

ÜBER SOPHIE MARTIN

LESEPROBE:

Der Barde des Drachen

Brennan der Barde hasst sein Leben. Er wurde gezwungen, Barde zu sein, hat sich dieses Leben nicht selbst ausgesucht, doch dann nimmt es eine dramatische Wendung, als er entführt wird und ausgerechnet im Territorium des am meisten gefürchteten Drachen überhaupt landet.

Die Menschen nennen Marngh’k’a’Drkhsh aus gutem Grund den Dunklen Schrecken. Er ist der furchterregendste aller Drachen, der selbst von seiner eigenen Art gemieden wird. Auf einem Routineflug entdeckt er einen Menschen mitten in seinem Territorium, doch anstatt die nervige Kreatur gleich zu töten, beschließt er, sie seinem Schatz hinzuzufügen.

Zum Schatz eines Drachen zu gehören kam in Brennans Plänen nicht vor, und auch nicht, dass er sich zu dem Wesen hingezogen fühlt, das eine menschliche Gestalt annehmen kann. Doch dann passiert genau das.

Von einer heißen Begegnung zur nächsten müssen diese zwei sehr unterschiedlichen Männer eine Entscheidung treffen: Sollen sie ihre Beziehung wachsen lassen, oder die Verbindung zerstören?

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein.Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.

Länge: rund 33.700 Wörter

SOPHIE MARTIN

Der Barde des Drachen

Vor dem Großen Krieg 1

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene

ME AND THE MUSE PUBLISHING

www.meandthemuse.com

Copyright © der englischen Originalausgabe „The Dragon’s Bard“:

Sophie Martin, 2015

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:

Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe

Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2018

Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs

Übersetzt von: Sage Marlowe

URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:

Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.

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Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.

Bitte beachten:

Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.

Kapitel 1

„Verdammt, nie wieder“, stöhnte Brennan der Barde und hielt sich den Kopf. Er konnte sich nicht erinnern, wann er zum letzten Mal einen solch schrecklichen Kater gehabt hatte. Sein Schädel dröhnte, als würde eine Herde Rinder darin herumstampfen. Sein Kehle war trocken, seine Zunge angeschwollen, und er hatte einen Geschmack im Mund, als wäre etwas reingekrabbelt und dort verendet – und zwar gleich mehrmals.

Er wagte nicht, die Augen zu öffnen. Dem Gefühl der Sonne auf seinem Gesicht nach zu urteilen würde er nicht froh sein, wenn sie offen waren. Er konnte sich gar nicht erinnern, so viel getrunken zu haben, dass es einen solchen Kater erklären würde. Sicher, er trank eine Menge. Das gehörte gewissermaßen zu seinem Beruf – einem Beruf, den er übrigens hasste. Er war nur Barde geworden, weil sein Vater darauf beharrt hatte.

Brennans Vater war ein sehr bekannter und angesehener Barde. Wohlhabende Familien stritten darum, wer seine Dienste für sich beanspruchen durfte. Er war sogar am königlichen Hof gewesen und hatte seine Balladen dem König persönlich vorgetragen. Bran der Barde war im ganzen Königreich als ein Mann bekannt, den die Götter mit einem unglaublichen Talent gesegnet hatten. Ein Talent, das er seinen Söhnen leider nicht weitervererbt hatte. Bran hatte drei Söhne, Bran den Jüngeren, Brad und Brennan.

Für seine Dienste vor dem König war Bran der Titel eines Lords verliehen worden, und sein ältester Sohn hatte sich auf dem Grundbesitz niedergelassen, der zu dem Titel gehörte, um sich darum zu kümmern. Somit konnte Bran der Jüngere nicht in die Fußstapfen seines Vaters treten. Was sehr gut war, denn sein mangelndes Talent im Umgang mit Worten wurde nur noch von seinem mangelnden Talent im Umgang mit Musik übertroffen. Sein Gesang konnte selbst hartgesottene Krieger zum Weinen bringen, aber nicht, weil er solch starke Emotionen hervorrief, sondern weil ihnen davon die Ohren bluteten.

Brad war genauso schlecht, wenn es ums Singen ging, und könnte kein Lied schreiben, wenn sein Leben davon abhinge. Er hatte entschieden, ein Krieger zu werden, war in die Armee eingetreten und in den Rängen aufgestiegen. Es gab Gerüchte, dass er bald zum General befördert werden sollte. Brennan freute sich für seinen Bruder. Brad war raubeinig und besaß wenig Taktgefühl, doch er war ein guter, ehrenwerter Mann, der es verdiente, für seine harte Arbeit belohnt zu werden.

Da seine beiden älteren Söhne somit beschäftigt waren, ruhten Brans Hoffnungen auf Brennan. Bran hatte seinen jüngsten Sohn ausgebildet und ihn schon seit dem Kleinkindalter darauf vorbereitet, der nächste große Barde zu werden. Jetzt konnte Brennan all die Geschichten alter Zeiten erzählen, und er konnte Harfe, Laute, Gitarre, Flöte, Dudelsack und Fiedel spielen. Er wusste alles, was es über das Geschichtenerzählen zu wissen gab, und darüber, wie man das Interesse von Leuten an einer Geschichte weckte. Mit anderen Worten, er verfügte über alles, was man lernen konnte, um ein großer Barde zu werden.

Allerdings fehlte ihm eine bedeutende Eigenschaft. Oder besser gesagt, zwei Eigenschaften. Eine davon war Charisma. Es war diese einzigartige, flüchtige Gabe, wegen der Leute einem ihre Aufmerksamkeit schenkten, wegen der sie von Worten hingerissen waren. Brennan besaß sie nicht. Selbst wenn er in ein Lied, eine Ballade oder eine Geschichte vertieft war, konnten die Leute ihn einfach ignorieren. Er konnte ihre Aufmerksamkeit einfach nicht für sich gewinnen, wie sein Vater es tat.

Die andere Eigenschaft, die ihm fehlte, war der Wunsch, ein Barde zu sein. Er war ein Barde, weil er keine andere Wahl gehabt hatte.

Sein Vater hatte ihn nie gefragt, ob er überhaupt ein Barde wie er werden wollte, oder lieber etwas anderes mit seinem Leben angefangen hätte. Von Brennan wurde erwartet, Barde zu sein, also war er einer. Um ehrlich zu sein, wusste er nicht, was er sonst hätte sein wollen. Er wusste nicht, was er lieber tun würde. Er wusste nur, dass es etwas anderes für ihn geben musste, doch er wusste noch nicht, was das war, und da er es nicht wusste, gab er sich größte Mühe, der beste Barde zu werden, der er sein konnte.

Leider lief das nicht so gut. Wo er auch hinging, ignorierten die Leute ihn, warfen manchmal sogar mit Essen nach ihm. Brennans Art, damit umzugehen, war sich in den Schlaf zu trinken. Dennoch trank er eigentlich nie so viel, als dass es einen solchen Kater erklären würde.

Brennan bedeckte seine geschlossenen Augen mit dem Unterarm und versuchte, sich an den Abend zuvor zu erinnern. Er war von einem mächtigen Adligen beauftragt worden, der nahe der nördlichen Grenze des Königreichs lebte. Lord Aegis’ Tochter wurde mit einem Mitglied einer anderen mächtigen, adeligen Familie verheiratet. Brennan sollte das Ereignis begleiten und die Verbindung der beiden Familien mit einer Ballade über die Liebe zwischen den beiden jungen Leuten ehren. Sobald er jedoch auf dem Anwesen von Lord Aegis angekommen war, hatte er erkannt, dass es keine Liebe gab, die er mit seiner Ballade ehren könnte. Die beiden jungen Leute kannten einander kaum und hatten auch nicht viel füreinander übrig. Und dann hatte Brennans anderer Fluch sich wieder bemerkbar gemacht.

Es gab noch etwas, das Brennan davon abhielt, ein großer Barde zu werden, wie sein Vater es wünschte. Es war Brennans Aussehen. Während Bran und seine zwei älteren Söhne kräftig gebaut und muskulös waren, dunkel und gefährlich aussahen und eine bedrohliche Aura verströmten, ähnelte Brennan sehr seiner Mutter. Er beneidete seinen Vater, dessen dunkles Aussehen und große Statur Respekt forderten, während er sang.

Das Einzige, was Brennans Aussehen hervorrief, war Lust bei jungen Frauen. Sicher, Brennan war so groß wie sein Vater und seine Brüder, aber er war schlank und drahtig, während sie muskelbepackter waren. Brennans Haare hatten die Farbe von Blättern im Herbst, mit Schattierungen in Blond, Bronze und Rot. Sie hingen in kurzen Locken um sein Gesicht, fast wie ein Heiligenschein. Seine großen grünen Augen, die von dichten Wimpern umringt waren, vermittelten ein unschuldiges Aussehen, und seine vollen Lippen, die jederzeit zum Lächeln bereit waren, ließen ihn aufgeschlossen wirken.

All das ließ ihn jünger aussehen als seine dreiundzwanzig Winter. Es schien, als würden sich dadurch auch die unpassendsten Frauen zu ihm hingezogen fühlen. Dieses Mal war es die zukünftige Braut gewesen. Er war der Sechzehnjährigen seit seiner Ankunft im Schloss ihres Vaters an jeder Ecke aus dem Weg gegangen. Lord Aegis war ein Mann, den man nicht verärgern sollte, und außerdem fand Brennan das Mädchen nicht attraktiv. Er fand Frauen überhaupt nur sehr selten attraktiv. Zwar war er keineswegs mehr Jungfrau, doch ein Mädchen musste schon etwas Besonderes sein, um seine Aufmerksamkeit zu erwecken.

Viel häufiger verharrte seinen Blick auf den Körpern kräftiger Krieger. Er hatte der Anziehungskraft, die das stärkere Geschlecht auf ihn ausübte, jedoch nie nachgegeben. Es war nicht verboten oder so, aber Brennan hatte einfach nicht den Mut, sich einem dieser starken Männer zu nähern. Also hielt er sich an die wenigen Frauen, die tatsächlich sein Interesse weckten. Lord Aegis’ Tochter war keine von ihnen. Er dachte an all die Male, die er ihr aus dem Weg gegangen war, und daran, wie ihre Brüder ihn voller Missgunst beäugt hatten. Er hatte während des späten Abendessens eine Ballade oder zwei gesungen, in denen es um die Freuden der Ehe und die Bedeutung von Treue ging. Dann hatte er etwas Wein getrunken und …

Brennan stöhnte laut, als ihm einfiel, was als nächstes geschehen war. Er hatte den großen Saal verlassen, in dem die Festlichkeiten stattfanden. Draußen hatte er frische Luft geschnappt und sich erleichtert. Sobald er damit fertig gewesen war und seine Hose zugebunden hatte, waren zwei große, männliche Gestalten aufgetaucht: Lord Aegis’ Söhne. Sie hatten etwas davon gefaselt, dass sie nicht zulassen würden, dass er die Hochzeit ruinierte. Zwar hatte er versucht, ihnen zu sagen, dass er nicht an ihrer Schwester interessiert war, doch sie hatten ihn mit der Erinnerung an die wilde Jugend seines Vaters zum Schweigen gebracht.

In dem Moment hatte Brennan realisiert, dass er sich um Kopf und Kragen reden konnte, und sie ihm doch nicht glauben würden. Bran der Barde war auch als Bran der Liebhaber bekannt. Offenbar hatte er mit hunderten von Frauen das Bett geteilt, bevor er Brennans Mutter begegnet war. Nachdem sie geheiratet hatten, hatte er Leila jedoch niemals betrogen, dessen war Brennan sich sicher. Wenn sein Vater das auch nur versuchen sollte, würde Brennans Mutter ihrem Ehemann die Eier abschneiden. Sie war eine sehr starke Frau. Dennoch waren die Geschichten der Eroberungen seines Vaters geradezu legendär und wurden häufig auch auf Brennan bezogen. Die Leute dachten, er wäre wie sein Vater, und behandelten ihn entsprechend.

Die beiden Männer hatten ihm keine Zeit gelassen, sich zu erklären. Etwas Hartes hatte ihn am Kopf getroffen, danach wurde alles schwarz. Und so war das Rätsel seiner Kopfschmerzen gelöst. Sie stammten nicht vom Trinken, sondern von einem Schlag auf den Kopf. Brennan zog den Arm vorsichtig von seinem Gesicht weg und öffnete die Augen ein klein wenig. Grelles Tageslicht zwang ihn, die Lider wieder zu schließen. Er atmete tief durch und versuchte es noch einmal. Dieses Mal ging es etwas besser.

Brennan blinzelte und betrachtete seine Umgebung. Er schien sich auf einer Art Lichtung zu befinden. Während er sich umschaute, bemerkte er, dass die Lichtung in einem Tal am Fuß eines riesigen Berges lag. Brennan runzelte die Stirn, da er sich nicht an einen Berg in der Nähe von Lord Aegis’ Schloss erinnern konnte. Er blickte zur anderen Seite und sah einen schmalen Pfad, der in den Wald führte. Er richtete sich in eine sitzende Position auf und betrachtete den Pfad genauer. Dort waren Hufspuren, also hatte man ihn aus dieser Richtung hergebracht. Aber wo genau befand er sich? Im nördlichen Bereich des Königreichs gab es keine Berge. Die einzigen, die er kannte, befanden sich in den Ländern der Drachen …

„Das würden sie nicht tun!“, keuchte Brennan und fluchte vor sich hin. Er wusste, dass die jungen Adligen ihn loswerden wollten aus Angst, er würde die bevorstehende Eheschließung und somit die Verbindung der beiden mächtigen Familien verhindern, doch sicherlich waren sie nicht so dumm, ihn im Territorium der Drachen auszusetzen. Ein zischendes Geräusch über ihm zog seine Aufmerksamkeit auf den Berg, der sich über ihm erhob.

„Scheiße!“ Diese Arschlöcher hatten es tatsächlich getan. Die Dummköpfe riskierten nicht nur ihr eigenes und Brennans Leben, indem sie ihn hier ausgesetzt hatten. Sie riskierten einen Krieg mit den Drachen, einen Krieg, den die Menschen auf keinen Fall gewinnen könnten.

Die Menschen waren nicht gerade die mächtigste Spezies auf dieser Welt. Im Gegenteil, sie waren wahrscheinlich die schwächsten Wesen. Es gab Mächte, die sehr viel stärker waren als sie, und eine der stärksten davon waren die Drachen. Nur aus purem Glück und mit jeder Menge Diplomatie war es den Menschen gelungen, überhaupt ein eigenes Territorium für sich zu beanspruchen. Das Königreich Daria. Die Menschen darin überlebten nur, weil sie sich an die Regeln hielten, die ihnen von den übernatürlichen Rassen, die in den Ländern um sie herum lebten, auferlegt wurden.

Es gab Werwölfe, mächtige Wesen, die sich in einem Sekundenbruchteil vom Menschen in einen Wolf verwandeln konnten. Sie wurden von Alphas geführt, starken Wölfen, die die Fähigkeit besaßen, sich auch in eine Wergestalt zu verwandeln, aufrechtstehend und halb Mensch, halb Wolf. Diese Wesen waren mächtig und todbringend. Menschliche Waffen konnten es mit ihrer Stärke, Geschwindigkeit und Beweglichkeit nicht aufnehmen.

Das Königreich der Wandler, in dem allerlei Arten von Gestaltwandlern lebten, lag südlich von Daria. Nur die Highlands, eine weitläufige Fläche, trennte es von Daria. Wölfe bevölkerten das Land, das Daria am nächsten war, und mit denen hatten die Menschen den meisten Kontakt.

Im Osten von Daria lag das Meer. Die Menschen, die nahe am Ufer wohnten, erzählten, dass es von Monstern und magischen Wesen bewohnt wurde. Niemand wagte es, lange Seereisen anzutreten. Sie begnügten sich damit, dicht am Ufer zu fischen und versuchten, die Wesen, die in den Tiefen lebten, nicht zu stören. Im Westen wuchs ein ausgedehnter Wald, so dicht und wild, dass die tapfersten Menschen sich nur einen Tagesmarsch weit hineinwagten. Sie berichteten von seltsamen Geräuschen und Musik, die aus den Tiefen drangen, und Lichtern, die in der Ferne tanzten. Sie erzählten von Wesen, die sie hinein zu locken versuchten. Einige, die es wagten, noch weiter hineinzugehen, wurden nie wieder gesehen.

Und dann gab es noch den Norden. Die Länder der Drachen. Es gab keine sichtbare Grenze zwischen Daria und diesen Ländern, nicht so wie die Highlands, das Meer oder den Wald, aber dennoch wusste jeder, wo sich die Grenze befand. Es war, als wüsste man, wenn man sie überquerte, dass man sich an einem Ort befand, wo man nicht willkommen war.

Jedoch war kein Mensch so dumm, dorthin zu gehen. Es gab schreckliche Geschichten, die von denen erzählt wurden, die in das Territorium eines Drachen geraten waren. Angelockt von den Geschichten über die Schätze, die die Drachen horteten, hatten es wagemutige Abenteurer mit Drachen aufgenommen, um an diesen Reichtum zu gelangen. Diese Wagemutigen waren meistens nach Daria zurückbefördert worden – ohne einige ihrer Körperteile und ihren Verstand. Sie waren verrückt geworden und stellten eine Gefahr für sich selbst und andere dar. Normalerweise war es besser für sie, wenn man sie tötete.

Drachen waren die am meisten gefürchteten übernatürlichen Wesen. Menschen flüsterten sich Geschichten über gewaltige Ungeheuer und das, was sie tun konnten, zu. Es gab keine einheitliche Meinung über ihre Fähigkeiten, aber alle Bewohner von Daria stimmten überein, dass das Schlimmste, was dem Königreich widerfahren könnte, war, die Drachen zu verärgern.

Das Territorium, das am dichtesten an Darias nördlicher Grenze lag, gehörte dem am meisten gefürchteten Ungeheuer von allen. Auch wenn die Menschen so gut wie nichts über die Drachen wussten, waren einige der Wesen wohl bekannt und erweckten Entsetzen in den schwachen menschlichen Herzen. Dies stammte aus Zeiten, als die Menschen noch in kleinen Gruppen gelebt und kein eigenes Königreich besessen hatten. Manchmal waren sie in das Territorium eines Drachen geraten und von dem Ungeheuer gejagt worden.

Sich ohne Einladung und ohne vorherige Ankündigung und Zustimmung des Drachen in das Territorium eines Drachen zu begeben, war das schlimmste Verbrechen, dass ein Mensch begehen konnte. Drachen waren nicht für ihre Geduld bekannt, wenn es um Menschen ging, und das Ungeheuer, das den riesigen Berg bewohnte, an dessen Fuß Brennan jetzt lag, war noch ungeduldiger als die meisten von ihnen. Seinen Namen in Drachensprache konnte kein Mensch aussprechen, also nannte man ihn den Dunklen Schrecken.

Dieser Drache war eine der ältesten und gemeinsten Kreaturen, die die Welt bevölkerten. Menschen erzählten sich Geschichten von ihm, und man glaubte, dass sogar die anderen Drachen ihn fürchteten. Man sagte ihm nach, dass er mühelos ganze Dörfer vernichtet und Dutzende von gut ausgebildeten Kriegern geschlagen hatte. Er war der Grund, warum kein Mensch sich in die Nähe der Grenze zu den Ländern der Drachen begab, und Brennan saß jetzt direkt vor seiner Höhle!

„Diese Idioten, diese Schwachköpfe, haben mich mitten in das Territorium des Dunklen Schreckens gebracht“, flüsterte er ungläubig und schüttelte den Kopf. Er wusste, dass die Söhne des Lords nicht die hellsten waren, aber dennoch, alles zu riskieren, nur um einen Barden loszuwerden …

Nun, Brennan war nicht irgendein Geschichtenerzähler, sein Vater, Bran der Barde, war wohl bekannt und wurde vom König und den wohlhabendsten und mächtigsten Adligen geschätzt. Verdammt, er hatte sogar eine Tochter des furchteinflößendsten Kriegers im ganzen Land geheiratet, der rechten Hand des Königs, Dirk der Grobian. Brennans gesamte Familie wurde respektiert und hatte gute Verbindungen. Die Hölle würde losbrechen, wenn Brennan etwas zustieß, während er sich auf Lord Aegis’ Gebiet befand.

Hatten die Idioten vor, seiner Familie zu erzählen, dass Brennan aus freien Stücken in die Länder der Drachen gewandert war? War das ihr Plan, ihn loszuwerden, während sie in den Augen von Brennans Familie unschuldig erschienen? Wenn dies der Fall war, waren sie noch dümmer, als er bisher gedacht hatte. Niemand, der ihn kannte, würde glauben, dass Brennan dumm genug war, das Risiko einzugehen, sich in das Territorium des Dunklen Schreckens zu begeben, vor allem nicht seine Familie, aber das war hier nicht das Problem. Nein, der größte Fehler, den die Narren begangen hatten, war sich überhaupt in dieses Territorium zu begeben.

Wieder hörte er das zischende Geräusch über sich, gefolgt von einem lauten Brüllen. Er verabschiedete sich rasch von seinem Leben, während er darum betete, dass seine Familie das Folgende überleben möge, denn wenn er sich an eines erinnerte, das in allen Geschichten vorgekommen war, die sein Vater ihn zu lernen gezwungen hatte, dann war das, dass der Dunkle Schrecken keine Vergebung kannte.

---ENDE DER LESEPROBE---