Der Businessplan-Kompass - Lars Brede - E-Book

Der Businessplan-Kompass E-Book

Lars Brede

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Beschreibung

Eine großartige Geschäftsidee zu entwickeln, ist der erste Schritt - doch wie wird daraus ein erfolgreiches Unternehmen? Der Businessplan-Kompass bietet klare Orientierung und praktische Hilfestellungen auf dem Weg von der ersten Idee bis hin zur Gründung. Mit praxisnahen Tipps, leicht verständlichen Erklärungen und nützlichen Arbeitsblättern führt dieses Buch Schritt für Schritt durch die Entwicklung eines fundierten und überzeugenden Businessplans. Es unterstützt dabei, Zielgruppen zu analysieren, Wettbewerbsstrategien zu entwickeln und die Finanzplanung professionell zu gestalten. Der Businessplan-Kompass stellt alle notwendigen Werkzeuge bereit, um Visionen in erfolgreiche Unternehmen zu verwandeln. Eine unverzichtbare Hilfe für alle, die ihren Gründungserfolg professionell und strukturiert angehen möchten.

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Seitenzahl: 265

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Inhaltsverzeichnis

1. VORWORT

2. DER WEG IN DIE SELBSTÄNDIGKEIT

3. DIE UNTERNEHMERPERSÖNLICHKEIT

4. METHODEN ZUR HERLEITUNG DES BUSINESSPLANS

5. DIE GESCHÄFTSIDEE AUF DEN PUNKT GEBRACHT

6. MARKTANALYSE – DEINEN MARKT VERSTEHEN

7. MARKETING UND VERTRIEBSSTRATEGIEN

8. DAS GESCHÄFTSMODELL ENTWICKELN

9. ORGANISATION UND MANAGEMENTSTRUKTUR

10. RECHTLICHE GRUNDLAGEN FÜR GRÜNDER

11. DIE STRUKTUR DES BUSINESSPLANS

12. DIE FINANZPLANUNG

13. DER FINANZIERUNGSPROZESS

14. RISIKEN UND KRISENMANGEMENT

15. FAZIT: DER WEG IST DAS ZIEL

16. ANHANG

1. VORWORT

Der Weg in die Selbstständigkeit beginnt oft nicht mit einer bahnbrechenden Idee, sondern mit einem Gefühl – einem tiefen inneren Drang, etwas Eigenes zu schaffen. Vielleicht ist es der Wunsch nach Unabhängigkeit oder das Bedürfnis, die eigene Kreativität in die Welt zu tragen. Oft spielen aber auch persönliche Schicksale eine Rolle: der Verlust des Arbeitsplatzes zum Beispiel, Unzufriedenheit mit den eigenen Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen oder schlichtweg finanzielle Aspekte. In den letzten Jahren durfte ich in meiner beruflichen Laufbahn als Kreditanalyst und Berater zahlreiche Menschen begleiten, die genau diesen Schritt gewagt haben. Ihre Geschichten haben mich inspiriert und tief geprägt.

Meine eigenen Wurzeln liegen in der Welt der Zahlen und Analysen. 17 Jahre lang habe ich bei einer Bank gearbeitet, viele Jahre davon in der Betreuung von Gewerbe- und Firmenkunden sowie als Kreditanalyst und später als Gründungsberater. In dieser Zeit habe ich unzählige Businesspläne durchgesehen, bewertet und mit den Menschen dahinter gesprochen. Oft habe ich dabei nicht nur die Zahlen betrachtet, sondern die Träume und Hoffnungen hinter den Konzepten gespürt. Ein Businessplan ist viel mehr als ein bloßes Dokument, das eine Finanzierung ermöglichen soll. Er ist der erste große Schritt auf dem Weg in die Selbstständigkeit – ein Spiegel der Visionen und Ziele eines Gründers.

Doch all diese Jahre in der Finanzwelt haben mir auch gezeigt, wie schwer dieser erste Schritt sein kann. Ich habe Menschen gesehen, die mit großen Ideen zu mir kamen, voller Tatendrang und Enthusiasmus, nur um dann von der Komplexität eines Businessplans überwältigt zu werden. Ich habe auch diejenigen gesehen, die fachlich unglaublich versiert waren, aber es nicht schafften, dieses Wissen zu Papier zu bringen, um Banken, Vermieter oder Geschäftspartner zu überzeugen. Oft fehlte es an der Struktur, an der Klarheit oder schlichtweg an den Kenntnissen, wie man seine Vision in ein fundiertes Konzept gießen kann. Es ist mir ein persönliches Anliegen, dieses Wissen zu teilen und Menschen auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit zu unterstützen.

Eine der prägendsten Erfahrungen in meiner Zeit als Gründungsberater war die Zusammenarbeit mit einem jungen Gründer, nennen wir ihn Paul. Paul hatte eine fantastische Idee: Er stammte aus Benin, einem der ärmsten Länder der Welt. Als er eines Abends mit seiner Tochter auf dem Sofa saß und sich wie so häufig ein paar Cashewkerne in den Mund schob, stellte er sich die Frage, wo und unter welchen Umständen diese wohl angebaut wurden. Er stellte fest, dass sein Heimatland einer der größten Produzenten weltweit für diese kleinen Leckereien war, erkannte aber auch, dass an diesem kleinen Kern, den er so gerne genoss, eine ganze Frucht in der Größe eines Apfels hängt. Der Cashewapfel hat allerdings so schlechte Transporteigenschaften, dass er vor Ort einfach entsorgt wird und so tonnenweise gute, gesunde Lebensmittel weggeworfen werden. Paul überlegte sich eine Lösung. Er verarbeitete die Frucht vor Ort zu einem Saft, der wie eine Mischung aus Apfelsaft und Honig schmeckt, füllte ihn ab und wollte ihn nun in Deutschland vertreiben. Seine Leidenschaft für das Thema war ansteckend, seine Energie schien grenzenlos, und der Mehrwert war klar erkennbar. Denn es ging nicht nur darum, Müll zu vermeiden. Die Erträge der Landwirte würden steigen, Arbeitsplätze geschaffen und die Lebensgrundlage vieler Menschen verbessert werden. Doch als er seinen ersten Businessplan vorlegte, war schnell klar, dass ihm die Struktur fehlte, um seine Idee in die Realität umzusetzen. Er arbeitete an den Zahlen, an der Marktanalyse und an der Finanzplanung. Am Ende stand ein solider Plan, der nicht nur die Bank überzeugte, sondern auch ihm selbst eine klare Richtung gab. Pauls Unternehmen gibt es heute noch – und es wächst stetig.

Diese Erfahrung zeigt mir immer wieder, wie wichtig ein gut durchdachter Businessplan ist. Er ist nicht nur für Banken oder Investoren von Bedeutung, sondern vor allem für den Gründer selbst. Er bietet Orientierung, Klarheit und hilft, die eigenen Ziele messbar zu machen. Es geht nicht nur darum, mit Zahlen zu jonglieren oder Marktprognosen abzugeben – es geht darum, das eigene Geschäftsmodell zu verstehen, Risiken zu erkennen und die richtigen Schritte für die Zukunft zu planen.

In den letzten Jahren habe ich über sechs Jahre in der Beratung und im Coaching von Existenzgründern und Start-ups verbracht. Dabei habe ich viele Erfolgsgeschichten erlebt, aber auch manche, die es leider nicht geschafft haben. Was die erfolgreichen Gründer fast immer gemeinsam hatten, war ein solider Businessplan, der ihnen nicht nur den Weg wies, sondern auch das nötige Selbstbewusstsein gab, ihre Idee weiterzuverfolgen. Es ist diese Mischung aus strategischer Planung und persönlicher Überzeugung, die den Unterschied macht.

In diesem Buch möchte ich dir helfen, genau diese Mischung zu finden. Es soll dir als Leitfaden dienen, wie du deine Idee in einen funktionierenden Businessplan umsetzen kannst. Ich werde dir nicht nur die technischen Aspekte erklären – von der Marktanalyse über die Finanzplanung bis hin zur Umsetzung –, sondern auch die emotionalen und persönlichen Herausforderungen beleuchten, die mit der Gründung eines Unternehmens einhergehen. Denn eines habe ich in all den Jahren gelernt: Der Weg in die Selbstständigkeit ist ein Marathon, kein Sprint. Es erfordert Geduld, Ausdauer und vor allem die Bereitschaft, ständig zu lernen und sich weiterzuentwickeln.

Es ist mir ein Anliegen, dir nicht nur die Werkzeuge an die Hand zu geben, die du brauchst, um erfolgreich zu gründen, sondern auch den Mut zu stärken, den es braucht, um diesen Weg zu gehen. Jede Gründung beginnt mit einer Idee – doch erst der Businessplan macht aus dieser Idee ein umsetzbares Konzept. Ich freue mich, dich auf dieser spannenden Reise begleiten zu dürfen.

Viel Erfolg und Mut für deinen Weg in die Selbstständigkeit!

2. DER WEG IN DIE SELBSTÄNDIGKEIT

2.1. Die Bedeutung des Businessplans

Machen wir uns nichts vor. Du stehst in den Startlöchern und möchtest die Geschäftsidee, die schon seit langer Zeit in deinem Kopf herumschwirrt, endlich umsetzen. Die Entscheidung ist getroffen. Doch nun fordert die Bank, dein Vermieter oder ein Fördergeber von dir einen Businessplan. Eine Emotion, die ich immer wieder wahrnehme, ist, dass der Businessplan lästig ist. Und das kann ich sogar ein Stück weit verstehen. Doch er ist viel mehr als nur ein formales Dokument für Banken und Investoren. Er ist dein persönlicher Fahrplan in die Selbstständigkeit, dein Navigationssystem, ohne das du nicht oder zumindest nicht auf dem besten Weg zum Ziel kommst.

Der Businessplan zwingt dich dazu, deine Geschäftsidee noch einmal klar und strukturiert zu durchdenken, Ziele zu definieren und mögliche Herausforderungen zu erkennen, bevor sie zu Problemen werden. Ein guter Businessplan hilft dir dabei, Visionen in konkrete Schritte zu verwandeln, Risiken abzuschätzen und den Finanzbedarf realistisch zu planen. Er gibt nicht nur Orientierung, sondern auch die nötige Sicherheit, um mit Vertrauen und Zuversicht in die Zukunft zu gehen.

Gerade in der Anfangsphase der Gründung gibt es viele Unwägbarkeiten und Unsicherheiten. Ein detaillierter Businessplan hilft dir dabei, diese Unsicherheiten zu minimieren, indem er dich dazu zwingt, über alle relevanten Faktoren nachzudenken. Du analysierst nicht nur die Chancen, sondern auch die potenziellen Risiken und Hindernisse deiner Gründung. Dies gibt dir eine klare Vorstellung davon, was dich erwartet, und hilft dir dabei, vorbereitet zu sein, wenn es zu Problemen kommt.

Darüber hinaus ermöglicht es der Businessplan, deine Finanzen realistisch zu planen. Du erarbeitest eine fundierte Kalkulation deiner Einnahmen und Ausgaben, was entscheidend ist, um Engpässe zu vermeiden und eine stabile Basis zu schaffen. Ohne diese Planung läufst du Gefahr, in eine Liquiditätskrise zu geraten oder falsche Annahmen an die Realität zu treffen. In diesem Zusammenhang werden wir uns in diesem Buch auch kurz deinen privaten Finanzen widmen. Denn was bringt es dir, wenn sich dein Geschäftskonto zwar im grünen Bereich bewegt, dein Privatkonto aber tiefrot überzogen ist?

Der Businessplan gibt dir Klarheit und Fokus. Gerade wenn du voller Ideen und Tatendrang bist, kann es leicht passieren, dass du den Überblick verlierst, dich verzettelst oder, wie jemand, der frisch verliebt ist, die rosarote Brille auf der Nase trägst. Der Plan hilft dir, dich auf das Wesentliche zu konzentrieren und deine Kräfte dort einzusetzen, wo sie den größten Effekt haben. Er gibt dir eine klare Struktur, an der du dich orientieren kannst. Er verhindert, dass du dich in Details verzettelst, die für den Erfolg deines Unternehmens unter Umständen gar nicht entscheidend sind.

Zudem wirkt der Businessplan als Motivation und Selbstverpflichtung. Indem du deine Ziele schwarz auf weiß festhältst, schaffst du Verbindlichkeit dir selbst gegenüber. Es wird greifbar, welche Schritte du unternehmen musst, um von deiner Vision zu deinem eigenen Unternehmen zu gelangen. Du kannst deine Fortschritte anhand des Plans messen und schon sehr früh feststellen, ob du irgendwann in den nächsten Monaten vielleicht einen kalkulierten Engpass haben wirst, den es zu überwinden gilt. So ist er eine wertvolle Quelle der Motivation, gerade in schwierigen Phasen.

Nicht zuletzt ist der Businessplan auch ein Kommunikationsinstrument. Er ermöglicht es dir, dein Geschäft überzeugend und strukturiert zu präsentieren. Ob potenziellen Investoren, Banken, Partnern oder Mitarbeitern – ein gut ausgearbeiteter Businessplan zeigt, dass du dein Vorhaben durchdacht hast und weißt, wo du hinwillst. Das schafft Vertrauen und öffnet Türen, die dir ohne einen solchen Plan vielleicht verschlossen blieben.

Der Businessplan ist nicht nur eine Momentaufnahme. Er ist ein lebendes Konzept, das dich nicht nur in der Gründungsphase, sondern auch darüber hinaus begleiten sollte. Er ist dein strategisches Werkzeug, das du immer wieder anpassen und weiterentwickeln kannst, um dein Unternehmen langfristig auf Kurs zu halten.

2.2. Die häufigsten Fehler von Gründern

Der Weg in die Selbstständigkeit ist für viele Menschen ein Traum, der oft mit großen Hoffnungen, Erwartungen und einer gehörigen Portion Nervosität verbunden ist. Wenn man seine eigene Vision verwirklichen möchte, ist der Wunsch nach Freiheit und Selbstverwirklichung unbestreitbar. Doch auf diesem Weg gibt es zahlreiche Stolpersteine, die viele Gründer ins Straucheln bringen können. Hier sind einige der häufigsten Fehler, die Ihnen den Einstieg in die Selbstständigkeit erschweren könnten, und wie Sie diese emotionalen Hürden überwinden können.

Unzureichende Planung

Ein zentrales Element jeder Gründung ist die Planung. Ich weiß, ich wiederhole mich an der Stelle, doch zeigt das nur wie wichtig mir dieser Aspekt im Prozess der Existenzgründung ist. Viele Gründer, aufgeregt und voller Energie, neigen dazu, den Schritt ins Unbekannte impulsiv zu wagen. Die Begeisterung für die eigene Idee ist oft so überwältigend, dass die Erstellung eines soliden Businessplans als lästige Pflicht angesehen wird. Doch in der Realität ist dieser Plan das Fundament, auf dem deine unternehmerische Reise ruht.

Ohne eine durchdachte Strategie wird es schwierig, den eigenen Kurs zu halten. Eine unscharfe Vision führt schnell zu Verwirrung und Unsicherheit. Plötzlich stehst du vor unvorhergesehenen Herausforderungen und fragst dich, warum alles so chaotisch wirkt. Ein klarer Plan hilft nicht nur, deine Ziele zu definieren, sondern gibt dir auch eine solide Grundlage, um selbstbewusst auf potenzielle Risiken zu reagieren.

Unrealistische finanzielle Erwartungen

Das Geld – ein heikles Thema für viele Gründer. Oft wird die finanzielle Realität der Selbstständigkeit romantisiert. Gründer träumen von den ersten Umsätzen und dem baldigen Erfolg, doch die Realität sieht oft anders aus. Die häufigste Falle ist, den Umsatz zu überschätzen und die Kosten zu unterschätzen.

Es ist emotional schmerzhaft, die Realität einer unerwarteten Finanzkrise zu erleben. Eine zu optimistische Einschätzung kann schnell in einen Albtraum umschlagen, wenn die Rechnungen nicht bezahlt werden können und die Liquidität schwindet. Es ist entscheidend, eine realistische Finanzplanung zu erstellen und Rücklagen einzuplanen, um sich gegen die Unwägbarkeiten des Marktes abzusichern. Sieh die Finanzen nicht als lästige Pflicht, sondern als eine Sicherheitsleine, die dich auf deinem unternehmerischen Weg unterstützt.

Falsche Einschätzung des Marktes

Jeder Gründer hat eine Vorstellung davon, wie die eigene Idee die Welt verändern kann. Doch der Blick in den Spiegel ist oft trügerisch. Viele Gründer sind so überzeugt von ihrer Vision, dass sie vergessen, sich intensiv mit dem Markt auseinanderzusetzen. Sie ignorieren die Stimmen der potenziellen Kunden und übersehen die Bedürfnisse, die ihre Produkte oder Dienstleistungen tatsächlich erfüllen sollen. Eine fundierte Marktanalyse ist entscheidend, um zu verstehen, wer deine Kunden sind und was sie wirklich wollen. Wenn du die Bedürfnisse deiner Zielgruppe nicht kennst, riskierst du, deine Ressourcen auf etwas zu verschwenden, das nicht benötigt wird. Lass dich nicht von deiner Leidenschaft blenden, sondern nähere dich der Realität mit offenem Herzen und einem klaren Verstand. Die Stimmen deiner Kunden sind wertvoll und können deine Reise entscheidend beeinflussen.

Zu schnelles Wachstum

Erfolge sind euphorisch, und die Begeisterung darüber kann zu unüberlegten Entscheidungen führen. Wenn die ersten Kunden kommen und das Feedback positiv ist, ist der Drang zu wachsen oft überwältigend. Doch zu schnelles Wachstum kann der Anfang vom Ende sein.

Gründer neigen dazu, die vorhandenen Ressourcen zu überlasten. Sie stellen mehr Mitarbeiter ein, vergrößern die Produktion oder bieten zusätzliche Dienstleistungen an, ohne sicherzustellen, dass die Basis stabil ist. Die emotionalen Höhenflüge des Wachstums können schnell in Rückschläge umschlagen, wenn die Qualität leidet oder das Team überfordert ist. Setze auf nachhaltiges Wachstum und sei geduldig. Der Weg zum Erfolg ist oft ein Marathon, kein Sprint.

Mangel an Fokus und Priorisierung

In der Anfangsphase gibt es unzählige Aufgaben zu bewältigen, und die Versuchung, alles gleichzeitig zu machen, ist groß. Gründer haben oft viele Ideen und Visionen, die sie umsetzen möchten. Doch das Streben nach Perfektion kann lähmend wirken.

Die Fokussierung auf das Wesentliche ist entscheidend. Wenn du versuchst, allen Anforderungen gerecht zu werden, verlierst du schnell den Überblick und kannst keine Ergebnisse erzielen. Emotionale Erschöpfung kann die Folge sein. Lerne, Prioritäten zu setzen und dich auf die wichtigsten Aufgaben zu konzentrieren. Ein klarer Aktionsplan hilft dir, den Fokus zu bewahren und deine Energie gezielt einzusetzen.

Fehlende Flexibilität

Ein gut durchdachter Businessplan ist wichtig, doch der Markt ist dynamisch und unvorhersehbar. Viele Gründer halten an ihrem ursprünglichen Plan fest, selbst wenn sich die Umstände ändern. Diese Starrheit kann hinderlich sein.

Erfolgreiche Unternehmer sind in der Lage, sich anzupassen und neue Wege zu gehen. Sieh deine ursprünglichen Pläne nicht als unveränderlich, sondern als lebendige Dokumente, die Raum für Wachstum und Veränderung bieten. Lerne auf Feedback zu hören und dein Angebot anzupassen, um die Bedürfnisse deiner Kunden zu erfüllen. Flexibilität ist der Schlüssel, um auf unerwartete Herausforderungen zu reagieren und Chancen zu nutzen.

Unzureichendes Netzwerk

Ein starkes Netzwerk ist ein unverzichtbarer Bestandteil jeder Unternehmensgründung. Viele Gründer fühlen sich isoliert und glauben, alles allein bewältigen zu müssen. Die Wahrheit ist: Niemand muss diese Reise allein antreten.

Der Aufbau eines Netzwerks aus Gleichgesinnten, Mentoren und Experten kann entscheidend sein. Diese Kontakte bieten nicht nur Unterstützung und Rat, sondern auch wertvolle Einblicke und Möglichkeiten. Scheue dich nicht, um Hilfe zu bitten und aktiv nach Networking-Möglichkeiten zu suchen. Dein Netzwerk kann dich inspirieren, motivieren und dir neue Perspektiven eröffnen, die deine unternehmerische Reise bereichern.

Angst vor dem Scheitern

Die Angst vor dem Scheitern ist eine der größten emotionalen Hürden für Gründer. Diese Furcht kann lähmend wirken und dazu führen, dass wichtige Entscheidungen hinausgezögert oder Risiken vermieden werden. Doch es ist wichtig zu erkennen, dass Scheitern ein Teil des Unternehmerdaseins ist. Gerade in Deutschland fehlt uns aber oft dieses Bewusstsein.

Vor einigen Jahren durfte ich zwei junge Gründer begleiten, die eine innovative Idee im Food-Bereich umsetzen wollten. Das Konzept war vielversprechend. Sie fanden recht schnell Investoren und trieben ihre Idee unermüdlich voran. Als mein Beratungsauftrag auslief, standen sie kurz vor ihrer zweiten Investorenrunde. Eine typische Erfolgsgeschichte.

Zwei Jahre später stolperte ich über ihre Website, weil ich ein paar Dinge einkaufen wollte. Doch der Online-Shop war mittlerweile offline. Ich schrieb sie an und bot erneut meine Unterstützung an, um die wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu überwinden. Doch ich sollte mich irren.

Ein paar Tage später besuchte ich sie in ihrem neuen Lager und sie erzählten mir ihre Geschichte. Trotz der Tatsache, dass sie Investoren gewinnen konnten, kam der Punkt, an dem sie erkannten, dass sich mit ihrem Produkt kein Geld verdienen ließ. Sie zogen die Reißleine und wickelten das Unternehmen ab.

Um sich ein wenig Geld nebenher zuverdienen, kauften sie von ihrem Notgroschen, etwa 12.000 Euro, Balkonkraftwerke und verkauften diese an Privatkunden weiter. Hierzu mieteten sie ein kleines Ladenlokal in einer Kleinstadt an.

Der Raum, in dem ich nun saß, war aber kein Ladenlokal, sondern eine etwa 10.000qm große Lagerhalle. Das Unternehmen war in weniger als zwei Jahren auf einen Jahresumsatz von über 60 Millionen Euro gewachsen und beschäftigte rund 60 Mitarbeitende. War die erste Gründung nun wirklich ein Scheitern?

Mitnichten, denn die Gründer haben aus ihren Fehlern gelernt und es beim zweiten Mal besser gemacht. Eines ihrer Learnings war, sich nicht von Investoren abhängig zu machen, sondern organisch zu wachsen, was die Geschäftsentwicklung umso beeindruckender macht.

Jede erfolgreiche Geschichte ist oft von Rückschlägen und Herausforderungen geprägt. Lerne, deine Ängste als Sprungbrett zu nutzen, um zu wachsen und dich weiterzuentwickeln. Betrachte Misserfolge nicht als das Ende, sondern als wertvolle Lektionen, die dir helfen, deine Strategie zu verfeinern und deine Vision klarer zu definieren. Ein resilientes Mindset ist der Schlüssel, um die emotionalen Herausforderungen der Gründung zu meistern.

2.3. Wie dieses Buch dir helfen kann

Du stehst am Anfang deiner Reise in die Selbstständigkeit, und ich freue mich, dich auf diesem aufregenden Weg begleiten zu dürfen. Dieses Buch ist nicht nur ein Leitfaden, sondern vielmehr ein treuer Begleiter, der dich mit Wissen, Inspiration und praktischen Tipps unterstützt, damit du deine unternehmerischen Träume verwirklichen kannst.

Jetzt wollen wir konkret werden. In den folgenden Kapiteln wirst du entdecken, wie du einen soliden Businessplan entwickelst, der als Kompass für dein Unternehmen dient. Dieser Plan hilft dir, deine Vision zu konkretisieren und die Schritte zu definieren, die nötig sind, um dorthin zu gelangen.

Ich werde dir zeigen, wie du die wichtigsten Elemente eines erfolgreichen Businessplans strukturierst und welche Fragen du dir stellen solltest, um mögliche Stolpersteine frühzeitig zu erkennen. Dabei ist es mir wichtig, dass du nicht nur Informationen aufnimmst, sondern auch aktiv an deinem Plan arbeitest. Praktische Übungen und Checklisten werden dir helfen, das Gelernte sofort umzusetzen und die einzelnen Schritte zu verankern. Checklisten für große Themen in einem kleinen Buch unterzubringen ist nicht ganz einfach. Nutze die Arbeitsblätter daher eher als Vorlage. Du wirst sehen: Wenn du die Vorarbeit ordentlich erledigst, wird dich das Schreiben des Businessplans nicht mehr schockieren.

Darüber hinaus teile ich persönliche Erfahrungen und Geschichten, die dir verdeutlichen, dass du nicht allein bist. Ich werde die Herausforderungen ansprechen, die ich selbst überwunden habe, und die Lektionen, die ich aus meinen Jahren in der Beratung und im Coaching von Existenzgründern gelernt habe. Du wirst feststellen, dass viele Gründer ähnliche Ängste und Unsicherheiten durchleben – das ist völlig normal und gehört zum Prozess.

Dieses Buch soll dich ermutigen, deinen eigenen Weg zu gehen. Es wird dir helfen, deinen Fokus zu bewahren, deine Motivation zu steigern und dich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Jeder Abschnitt ist darauf ausgelegt, dich auf deiner Reise zu unterstützen – egal, ob du gerade erst anfängst oder bereits einige Schritte in die Selbstständigkeit unternommen hast.

Ich lade dich ein, dieses Buch als deinen persönlichen Coach zu betrachten. Du kannst es immer wieder zur Hand nehmen, um Inspiration zu finden oder um einen Schritt zurückzutreten und zu reflektieren. Mit diesem Buch an deiner Seite bist du bestens gerüstet, um die Herausforderungen zu meistern und deinen Traum Wirklichkeit werden zu lassen.

Denke daran: Der Weg zur Selbstständigkeit ist eine Reise voller Höhen und Tiefen. Lass uns gemeinsam diese spannende Reise antreten und die ersten Schritte in die Selbstständigkeit wagen!

3. DIE UNTERNEHMERPERSÖNLICHKEIT

3.1. Die Bedeutung der Unternehmerpersönlichkeit

Ich stelle diese Kapitel bewusst an den Anfang dieses Buches, weil ich es für elementar halte, sich zunächst ehrlich und selbstkritisch zu hinterfragen. Ich möchte dich damit dafür sensibilisieren, dass eine Existenzgründung kein Selbstläufer ist und du dich der Herausforderung mutig, aber mit angemessenem Respekt stellen solltest. Die Entscheidung, ein Unternehmen zu gründen, ist weit mehr als der Schritt, eine Geschäftsidee in die Tat umzusetzen. Sie verlangt von dir, nicht nur fachliches Wissen und unternehmerische Fähigkeiten zu besitzen, sondern auch eine besondere Persönlichkeit. Die Persönlichkeit eines Gründers ist oft der entscheidende Faktor, der darüber bestimmt, ob ein Unternehmen langfristig erfolgreich ist oder scheitert. Und sie ist dafür entscheidend, wie du dein Geschäftsmodell strukturierst.

Eine starke Geschäftsidee allein reicht nicht aus, wenn du als Gründer nicht die innere Stärke und das Durchhaltevermögen mitbringst, um die vielen Herausforderungen zu meistern, die auf dem Weg liegen. Der Weg in die Selbstständigkeit ist mit Unsicherheiten, Rückschlägen und Risiken verbunden – und genau hier zeigt sich, warum die Persönlichkeit so entscheidend ist. Wie gehst du mit Rückschlägen um? Was motiviert dich, trotz Schwierigkeiten weiterzumachen? Hast du die Leidenschaft und die Hartnäckigkeit, auch dann an Deinem Traum festzuhalten, wenn andere längst aufgegeben hätten?

Die Unternehmerpersönlichkeit bestimmt auch, wie du auf Veränderungen reagierst. In der heutigen, schnelllebigen Welt kann eine starre Einstellung fatale Folgen haben. Erfolgreiche Gründer sind anpassungsfähig, kreativ und bereit, ständig zu lernen. Sie lassen sich von Krisen nicht entmutigen, sondern sehen darin Chancen für Wachstum und Innovation.

Doch es geht nicht nur um die Fähigkeit, Probleme zu bewältigen. Deine Persönlichkeit als Unternehmer prägt auch die Unternehmenskultur und beeinflusst, wie du mit deinem Team, deinen Kunden und Geschäftspartnern umgehst. Ein Gründer, der Vertrauen schafft, authentisch handelt und andere Menschen inspiriert, hat einen deutlichen Vorteil. Mitarbeiter folgen nicht nur wegen des Gehalts, sondern weil sie an die Vision und an den Menschen hinter der Firma glauben.

Daher ist es von größter Bedeutung, deine eigenen Stärken und Schwächen als Unternehmer zu kennen. Bist du risikofreudig genug? Kannst du schwierige Entscheidungen treffen? Hast du das Durchhaltevermögen, auch in schwierigen Phasen die Richtung zu halten? All diese Eigenschaften sind entscheidend, um als Gründer langfristig erfolgreich zu sein. Die Unternehmerpersönlichkeit ist der Kern eines jeden erfolgreichen Unternehmens.

Aus meiner Zeit in der Firmenkundenberatung bei einer Bank haben sich mir zwei Situationen ins Gedächtnis eingebrannt. Ich war frisch in der Beratung und betreute ein Unternehmen, das auf die Organisation von Busreisen spezialisiert war. Mit dem Inhaber verstand ich mich sehr gut. Ich schätze ihn, auch heute noch, als sehr herzlichen Menschen ein, der immer ein hohes Verantwortungsgefühl für seine Mitarbeiter hatte. Die betriebswirtschaftlichen Zahlen allerdings begeisterten mich weniger. Auf dem Geschäftskonto war es permanent eng.

Eines Tages rief er mich an und schilderte mir, dass ein Kooperationspartner Insolvenz angemeldet habe und eine Zahlung über 50.000 Euro, die er mir seit einigen Tagen avisiert hatte, nicht eintreffen würde. Das Konto war also himmelweit überzogen, das Unternehmen zahlungsunfähig. Aufgrund interner Richtlinien musste ich eine Ausweitung der Kreditlinie ablehnen. Eine schwere Entscheidung. Am Abend, als ich mein Büro verließ, wartete er vor dem Gebäude auf mich, um erneut um einen Kredit zu bitten. Er brach in Tränen aus und war am Rande eines Nervenzusammenbruchs.

Menschlich war dieses Verhalten absolut nachvollziehbar und die Situation verfolgt mich bis heute. Doch wie wirkt es auf eine Bank? Kann sie davon ausgehen, dass er die Kraft mitbringt, das Ruder herumzureißen, oder nicht?

Ein weiterer Kunde produzierte Transportsysteme für Kfz-Teile. Das Unternehmen lief immer gut und stabil. Der Inhaber war eloquent, sympathisch, hatte sich immer an Zusagen gehalten. Dann kam die Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009. Von einem auf den anderen Monat hatte das Unternehmen keine Aufträge mehr. Gar keine. Der Unternehmer traf eine Entscheidung und entließ nahezu die komplette Belegschaft, was ihm unglaublich schwerfiel. Er machte zunächst allein weiter, rettete sein Unternehmen und holte einen Großteil der Belegschaft zurück. Das Unternehmen gibt es noch heute.

Ich will gar nicht bewerten, ob diese beiden Unternehmer richtig gehandelt haben. Mit Blick auf die menschliche Komponente, war die Entscheidung des zweiten Unternehmers sicherlich hart. Doch blende diesen Punkt einmal aus und frage dich, welcher der beiden Unternehmer im Sinne des Unternehmens gehandelt hat? Und nun stelle dir selbst die Frage, ob du in der Lage wärst solche Entscheidungen zu treffen.

3.2. Persönliche Eigenschaften eines erfolgreichen Gründers

Der Schritt in die Selbstständigkeit verlangt nicht nur unternehmerisches Wissen, sondern auch eine starke, belastbare Persönlichkeit. Dein Erfolg als Gründer wird nicht allein durch deine Geschäftsidee oder dein Fachwissen bestimmt, sondern zu einem großen Teil durch deine persönlichen Eigenschaften. Diese bestimmen, wie du auf Herausforderungen reagierst, welche Risiken du eingehen kannst und wie gut du andere Menschen motivierst, deiner Vision zu folgen. Im Folgenden gehen wir auf die wesentlichen persönlichen Eigenschaften ein, die erfolgreiche Unternehmer von anderen unterscheiden.

Durchhaltevermögen: Der Umgang mit Rückschlägen

Jeder Gründer steht früher oder später vor Situationen, in denen nichts so läuft, wie geplant. Diese Momente, in denen Rückschläge dich ausbremsen, finanzieller Druck steigt oder geplante Partnerschaften scheitern, stellen dein Durchhaltevermögen auf die Probe. Viele Menschen geben in diesen Momenten auf, doch als erfolgreicher Unternehmer musst du genau in diesen Phasen Stärke zeigen. Es wird Zeiten geben, in denen du das Gefühl hast, dass alles gegen dich arbeitet, und in solchen Momenten ist Durchhaltevermögen dein stärkster Verbündeter. Es bedeutet nicht nur, weiterzumachen, sondern auch, an deine Vision zu glauben, wenn andere längst aufgegeben haben. Erfolgreiche Unternehmer lassen sich von Rückschlägen nicht entmutigen, sondern nutzen sie als Lernchancen. Jeder Fehlschlag birgt wertvolle Lektionen, die dich weiterbringen, solange du die Ausdauer hast, ihn zu überstehen. Das heißt aber nicht, dass du einfach nur stur weitermachst – es geht darum, aus jeder Erfahrung gestärkt hervorzugehen und deine Strategie anzupassen.

Risikobereitschaft und Entscheidungsfreude

Unternehmer zu sein bedeutet, sich in einem ständigen Spannungsfeld zwischen Sicherheit und Risiko zu bewegen. Ohne Risikobereitschaft wird es schwer, Neues zu schaffen, denn jede unternehmerische Entscheidung birgt Unsicherheiten. Sei es die Investition in ein neues Produkt, die Expansion in einen unbekannten Markt oder der Wechsel zu einer neuen Marketingstrategie – diese Entscheidungen sind mit Risiken verbunden. Erfolgreiche Unternehmer zeichnen sich dadurch aus, dass sie bereit sind, kalkulierte Risiken einzugehen. Sie wägen die Chancen gegen die Risiken ab und treffen Entscheidungen, auch wenn nicht alles sicher ist. Entscheidungsfreude ist dabei eine wichtige Eigenschaft. Es ist leicht, in der Analysephase stecken zu bleiben und nach der „perfekten“ Lösung zu suchen. Doch oft ist schnelles Handeln gefragt. Wer zu lange zögert, verpasst möglicherweise Gelegenheiten. Du musst lernen, mutig und entschlossen zu handeln, auch wenn nicht alle Variablen bekannt sind. Mut bedeutet jedoch nicht, blind ins Risiko zu laufen, sondern die Fähigkeit, gut informierte, aber dennoch mutige Entscheidungen zu treffen.

Kreativität und Flexibilität

Die Geschäftswelt verändert sich rasant, und als Unternehmer musst du bereit sein, dich diesen Veränderungen anzupassen. Kreativität spielt dabei eine entscheidende Rolle. Es geht nicht nur darum, neue Ideen zu haben, sondern auch darum, Lösungen für Probleme zu finden, die vielleicht noch nicht einmal klar definiert sind. Kreative Unternehmer denken außerhalb des Rahmens. Sie sehen Chancen, wo andere nur Hindernisse sehen. Besonders in schwierigen Zeiten ist es diese Fähigkeit, die dir ermöglicht, innovative Wege zu finden, um dein Unternehmen nach vorne zu bringen. Oft sind es genau die kreativen Ansätze, die den Unterschied ausmachen, wenn Märkte gesättigt sind oder traditionelle Methoden versagen.

Doch Kreativität allein reicht nicht. Du musst flexibel genug sein, um diese kreativen Lösungen auch in der Praxis anzuwenden und anzupassen, wenn nötig. Flexibilität bedeutet, dass du bereit bist, deine Pläne zu ändern, wenn sich neue Herausforderungen oder Chancen ergeben. Unternehmer, die starr an ihren ursprünglichen Plänen festhalten, riskieren, den Anschluss zu verlieren. In einer sich schnell wandelnden Welt ist es von unschätzbarem Wert, sich neuen Gegebenheiten anzupassen und bereit zu sein, die Strategie zu überdenken, wenn es erforderlich ist.

Selbstdisziplin und Eigenmotivation

Als Gründer hast du die Freiheit, deine eigenen Entscheidungen zu treffen – aber mit dieser Freiheit kommt auch die Verantwortung, dich selbst zu organisieren und diszipliniert zu arbeiten. Niemand wird dir vorschreiben, wann und wie du arbeiten sollst, und das bedeutet, dass du eine starke Selbstdisziplin entwickeln musst. Erfolgreiche Unternehmer verstehen, dass es auf ihre tägliche Disziplin ankommt, die kleinen, alltäglichen Aufgaben zu erledigen, die den langfristigen Erfolg ermöglichen. Es wird Tage geben, an denen du wenig Motivation spürst, weiterzuarbeiten, besonders wenn schnelle Erfolge ausbleiben oder du auf Hindernisse stößt. Hier zeigt sich die Bedeutung von Eigenmotivation. Ein Unternehmer muss in der Lage sein, sich selbst immer wieder zu motivieren, ohne äußeren Druck oder Anreize.

Selbstdisziplin bedeutet auch, Prioritäten zu setzen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Es ist leicht, sich in Nebensächlichkeiten zu verlieren, aber die Fähigkeit, deine Energie auf die wichtigsten Aufgaben zu lenken und sie trotz Ablenkungen zu Ende zu bringen, ist entscheidend. Unternehmer, die nicht in der Lage sind, sich selbst zu organisieren, werden oft von der Vielzahl der anstehenden Aufgaben überwältigt.

Führungsqualitäten: Menschen begeistern und anleiten

Als Gründer wirst du früher oder später in die Rolle eines Anführers hineinwachsen. Es reicht nicht aus, ein Unternehmen zu gründen – du musst auch in der Lage sein, andere Menschen zu inspirieren, deine Vision zu teilen und sie zu motivieren, sich für dein Unternehmen einzusetzen. Erfolgreiche Gründer sind oft charismatische Persönlichkeiten, die andere durch ihre Leidenschaft und ihr Engagement mitreißen können. Deine Führungsqualitäten zeigen sich in der Art und Weise, wie du mit Mitarbeitern, Partnern und Kunden umgehst. Es geht darum, Vertrauen aufzubauen, authentisch zu sein und eine Kultur der Offenheit und Zusammenarbeit zu fördern.

Gute Führung bedeutet nicht nur, Anweisungen zu geben, sondern auch, ein Vorbild zu sein. Du musst in der Lage sein, deine Mitarbeiter zu fördern und ihnen zu helfen, ihr volles Potenzial zu entfalten. Wenn deine Mitarbeiter das Gefühl haben, dass sie Teil einer größeren Vision sind und einen echten Beitrag leisten, wird dies die Motivation und Produktivität enorm steigern. Als Anführer musst du nicht nur Entscheidungen treffen, sondern auch die Fähigkeit besitzen, dein Team durch schwierige Zeiten zu führen und ihnen Sicherheit zu geben.

Emotionale Intelligenz und Resilienz

In einer Welt, in der zwischenmenschliche Beziehungen immer wichtiger werden, ist emotionale Intelligenz eine oft unterschätzte Fähigkeit. Sie erlaubt es dir, die Emotionen anderer zu verstehen, empathisch zu reagieren und die Stimmung in deinem Team oder bei Geschäftspartnern positiv zu beeinflussen. Emotionale Intelligenz hilft dir, Konflikte zu entschärfen, Vertrauen aufzubauen und effektiv zu kommunizieren. Dies ist besonders wichtig, wenn es um die Pflege langfristiger Beziehungen zu Kunden, Partnern und Mitarbeitern geht.

Neben der emotionalen Intelligenz ist Resilienz eine Schlüsselkompetenz für jeden Gründer. Resilienz ist die Fähigkeit, in schwierigen Zeiten standhaft zu bleiben und sich schnell von Rückschlägen zu erholen. Du wirst auf deinem Weg als Gründer immer wieder auf Herausforderungen stoßen, und die Fähigkeit, mental stark zu bleiben, wird darüber entscheiden, ob du langfristig erfolgreich bist. Resiliente Unternehmer sind in der Lage, Krisen nicht nur zu überstehen, sondern aus ihnen gestärkt hervorzugehen.

Suche dir Menschen, die es ehrlich mit dir meinen und bitte sie um eine Einschätzung, welche dieser Fähigkeiten du mitbringst. Solltest du erkennen, dass du eine oder mehrere dieser Fähigkeiten nicht besitzt, ist das zunächst kein Hindernis für die Gründung eines Unternehmens. Wenn du dir dieser Punkte aber bewusst bist, kannst du gezielt an ihnen arbeiten.

Auch kann ein ehrlicher Umgang mit dir selbst Einfluss auf den Aufbau deines Unternehmens haben. Wenn du ein Morgenmuffel bist, dann eröffne bitte kein Frühstückscafé. Wenn du weißt, dass die Führung von Mitarbeitern deine große Schwäche ist, dann plane deine Gründung als Solo-Unternehmer. Mache dir also klar, wo deine persönlichen Stärken und Schwächen liegen. Folgendes Arbeitsblatt kann dir dabei helfen.

Arbeitsblatt zur Selbsteinschätzung: Persönliche Stärken und Schwächen als Gründer

Dieses Arbeitsblatt hilft dir, deine persönlichen Stärken und Schwächen als angehender Unternehmer zu erkennen. Es basiert auf den wichtigsten Eigenschaften erfolgreicher Gründer. Nimm dir Zeit, um die folgenden Fragen ehrlich zu beantworten, und notiere dir konkrete Beispiele, die deine Einschätzung stützen.

1. Durchhaltevermögen: Der Umgang mit Rückschlägen

Wie gehst du mit Rückschlägen um?

(Beispiel: "Ich neige dazu, schnell aufzugeben" vs. "Ich sehe Rückschläge als Lernchancen.")

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Einschätzung:

Schwach

Mittel

Stark

Nenne ein Beispiel, wo du in der Vergangenheit Ausdauer gezeigt hast.

Beispiel: ______________________________________

2. Risikobereitschaft und Entscheidungsfreude

Wie leicht fällt es dir, Risiken einzugehen?

(Beispiel: "Ich habe oft Angst, Fehler zu machen" vs. "Ich bin bereit, kalkulierte

Risiken einzugehen.")

Schwach

Mittel

Stark

Nenne eine Situation, in der du ein Risiko eingegangen bist und eine Entscheidung getroffen hast.