Der Callgirl-Test - Jane Chavings - E-Book

Der Callgirl-Test E-Book

Jane Chavings

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Beschreibung

Als Hausangestellter des werten Herren wird er mit einer pikanten Aufgabe betraut. Er soll eine käufliche Dame finden, die seinem Auftraggeber wirklich zusagt. Auch soll er sich vorab selbst von ihren Qualitäten überzeugen und hat schon ein Gespür, wo er mit der Suche beginnen sollte.

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Seitenzahl: 58

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Der Callgirl-Test

TitelseiteInhaltErstes KapitelZweites KapitelDrittes KapitelViertes KapitelFünftes KapitelSechstes KapitelSiebentes KapitelAnhangImpressum

Der Callgirl-Test

von

Jane Chavings

Inhalt

Als Hausangestellter des werten Herren wird er mit einer pikanten Aufgabe betraut. Er soll eine käufliche Dame finden, die seinem Auftraggeber wirklich zusagt. Auch soll er sich vorab selbst von ihren Qualitäten überzeugen und hat schon ein Gespür, wo er mit der Suche beginnen sollte.

Erstes Kapitel

Der werte Herr saß am Ende des Raumes, wo es fast völlig dunkel war. Die Lichtstimmung dieser Etablissements bevorzugte er vielleicht, dort hinzugehen aber nicht. Viktor näherte sich weiter und kam doch nicht ins Schwitzen, oder? War die kühle Luft in diesem hohen, langen Raum heißer geworden?

„Mein werter Herr, Sie haben …?“

Erwollte noch etwas sagen, doch er konnte die schnelle Handbewegung nach oben gut genug erahnen.

„Welche Anstrengungen haben Sie denn schon unternommen?“, hallte die Antwort zu laut gegen die Wände.

„Also, mein Herr, ist das eine wirklich heikle Angelegenheit, und da sollte ich schon sorgfältig …“

„So tuen Sie sich ruhig etwas weniger Zwang an!“, schwang nun irgendwie ein Lachen mit. „Ich weiß, ein Mann in meiner Position, wenn es da Gerede gibt … aber Sie werden mir diesen Wunsch doch erfüllen können, oder?“

„Doch, doch, und ich bin auch schon dabei. Sie müssen mir jedoch zugestehen, mein werter Herr, also …“

Die letzten Worte verhallten, und Viktor glaubte etwas zu hören, das ein scharfes Einatmen oder doch ein Seufzen war. Dieses Schwitzen in seinen Händen kam wieder auf – aber er ballte sie einfach zu Fäusten zusammen und richtete den Blick mehr nach unten.

„Ihnen sei gesagt“, schreckte ihn die Stimme des werten Herren auf, die nun leiser klang, „dass Sie ganz Ihren Gefühlen folgen und sich die nötige Zeit nehmen sollen. Wenn auch nicht zu lange. Das war generell der Grund dieser Vorladung.“

„Natürlich, ich versichere Ihnen, dass ich …“

„Ja, und nun machen Sie sich auf!“

Die Worte verstummten, eine schnelle Handbewegung folgte – und der fahle Lichtschein schien in völlige Dunkelheit überzugehen. Hatte er das Licht völlig heruntergedreht? Es hatte nach einem gemütlichen Abend ausgesehen. Aber angesichts der Entlohnung sollte er sich nun wirklich auf die Suche machen. So ein Gefühl hatte er da schon.

Zweites Kapitel

Jenny klopfte ein weiteres Mal an der Tür, aber niemand reagierte. Da waren irgendwelche Geräusche, vielleicht ein Lachen … oder Stöhnen? Sie beschloss, noch eine Minute zu warten und dann … zuckte sie zusammen. Die Tür öffnete sich zur Hälfte, und ihr Freund sah sie an. Oder zumindest jener Mann, der sie seit ein paar Wochen hier wohnen ließ.

„Was willst du denn noch?“

„Äh, ich wohne hier, und …“

„Ich wohne hier!“, betonte ihr … Freund und trat ein wenig weiter hinaus. „Solltest du nicht langsam bei deiner … Arbeit sein, oder wie nennst du es?“

„Du, ich …“

„Ich hätte es dir schon sagen wollen, aber das läuft so nicht“, änderte sich sein Tonfall wieder. „One Night Stand, ja, aber mit dir …“

„Aber du wolltest doch …“

IhrBlut wurde in diesem Moment wie die Drinks, die es in diesen Lokalen immer gab. Diese brennende Kälte breitete sich immer weiter aus, durch ihre Unterarme, bis in ihre Fingerspitzen. An diesem Vormittag hatte sie ungefähr so einen Gedanken gehabt. Während sie diesem Typen noch im Bett einen geblasen hatte! Und nun war alles klar.

„Du, ich kann momentan nirgends hin, und …“

„Die haben doch dort schon offen, oder?“

Jenny merkte, wie sich jemand näherte und trat zur Seite. Diese Kälte breitete sich weiter aus, wenigstens nicht dieses Zittern. Diese Zeit war vorbei. Vielleicht sollte sie …

„Ich bekomme noch 50 Euro! Glaubst du, der Service heute war gratis?“

„Oh, du willst Geld? Wer hat denn die letzten Tage das Essen bezahlt?“

„Ja, aber … lass mich wenigstens meine Sachen holen, ja?“

„Oh, warte … der Dreck steht mir schon die ganze Zeit im Weg.“

IhrEx-Freund verschwand wieder in der Wohnung, ohne dass sich die Tür ganz schloss. Dieses Kältegefühl begann sich irgendwie mit einem Schwitzen zu mischen – aber tiefes Durchatmen würde sicher wieder helfen. Nur war hier nicht der richtige Ort dafür, nicht mehr. Die Tür öffnete sich wieder – und ihr Rucksack wurde nach draußen geworfen. Ein paar Kleidungsstücke folgten, und die Wohnungstür schloss sich mit einem „Ja, dann tschüss!“.

„Fick dich doch!“, erhob sie die Stimme und hoffte, dass dieser Typ nicht nochmals zurückkam. Sie stopfte die Sachen in den Rucksack und machte sich nach draußen auf.

*

„Einmal, bitte!“, verlangte sie.

„Wirklich? Für dich nur 40 Euro heute.“

Jenny legte wortlos das Geld hin und nahm den Schlüssel und das Badetuch. Sie fragte sich, mit wie vielen Damen der Typ beim Eingang diese Nummer abzog. Ein Swingerclub, keine Prostitution erlaubt, na klar. Wenn unten schon die übliche Kundschaft wartete und alles gut lief, würde sie sich zwischendurch hier an der Bar was zu trinken genehmigen. Durfte sie dann und wann einmal bitte dieses Zeug haben, das so schön im Hals brannte? Beim ersten Mal hätte fast jemand nach einem Ausweis gefragt. Nun wussten in diesem Laden wohl schon alle, dass sie fast 22 war.

Zum Glück waren die Säulen hier keine tragenden Teile und lackiertes Holz eben billiger als polierte Steinplatten. An der Wand stand groß „Keine Prostitution!“, darunter der Rest der Hausordnung. Vielleicht war es vorgeschrieben, das auszuhängen. Auch Huren zahlten Eintritt und deren Kundschaft auch.

Niemand sonst war in der Garderobe, sie hätte lieber in zwei Stunden hier auftauchen sollen. Und dazwischen alles herumschleppen? Vielleicht konnte sie für noch mehr Trinkgeld das Kästchen dauerhaft haben. Oder gab es nicht diese Schließfächer am Bahnhof? Erst einmal waren ihre Sachen hier gut aufbewahrt – und jemand kam herein, der nach Kundschaft aussah. Außer denen und den käuflichen Damen war hier kaum jemand zu treffen, redeten die Leute immer noch.

Mehr als einmal hatte ein Blick genügt, um etwas zu bewirken. Noch mehr würde zu großes Aufsehen verursachen. Aber der wusste sicher, wo es Spaß gab. Bevor sie voreilig zu viel von sich zeigte, schlang sich Jenny das Badetuch um und machte sich in die verzweigten Gänge auf. Manche verirrten sich hier sicher, sie steuerte auf die Duschen zu und hängte das Tuch auf die Ablage. Mit Touristen hatte es auch manchmal geklappt, aber der hier hatte kostenpflichtige Dienste wohl nicht nötig. Vielleicht …

War das doch ein Zwinkern gewesen? Die Auswahl an leeren Kabinen war sicher noch groß. Sie bemerkte, wie der Typ aus dem Raum mit dem Duschen trat. Ein wenig hatte sich bei dem bereits aufgerichtet, und er schien zur klassischen Sauna zu wollen. Bevor sie zu voreilig war, wandte sie sich einmal der Dampfsauna zu.

Für das Badetuch suchte sie sich ein Versteck, weil es sonst weg war. Nur einmal hatte sie nackt hinauf zum Eingang gehen, sich ein neues besorgen müssen und es seither gelernt. Die heiße Dampfwolke schlug ihr beim Öffnen der Glastür entgegen. Oh, toll – am besten Platz stand schon einer ihrer „Kolleginnen“ und zeigte, was sie zu bieten hatte. Wer sich vorsichtig näherte und noch nicht auskannte, bekam wenig später eine Geldscheine zwischen den Fingern andeutende Geste zu sehen.