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An diesem Abend gäbe es sicher wieder eine gute Gelegenheit, ihre Jungfräulichkeit zu beenden. Als seit einigen Jahren erwachsene Frau könnte es endlich einmal passieren. Aber sicher sind dort wieder nur ekelige Typen, von denen sie nichts möchte. Doch dann läuft ihr er über den Weg ...
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Seitenzahl: 38
Veröffentlichungsjahr: 2022
An diesem Abend gäbe es sicher wieder eine gute Gelegenheit, ihre Jungfräulichkeit zu beenden. Als seit einigen Jahren erwachsene Frau könnte es endlich einmal passieren. Aber sicher sind dort wieder nur ekelige Typen, von denen sie nichts möchte. Doch dann läuft ihr er über den Weg …
Anna blieb stehen, schloss die Augen und atmete tief durch. Sie würde dem jetzt einfach eine Nachricht schicken, dass sie doch nicht … nein, das würde sie nicht! Wenn die Fragen wieder anfingen, oder eher die Andeutungen, verabschiedete sie sich eben. Da waren so viele Leute, dass ihr Verschwinden sicher kaum auffiel. Aber den Gastgeber sollte sie begrüßen. Hatte der nun sein Studium abgebrochen oder nicht? Sie kannte ihn kaum, aber alle redeten über ihn.
Sie ging weiter, hatte es doch schon fast geschafft. Dort vorne, wo die Musik dröhnte, musste es sein. Dabei war es noch recht früh, aber ein paar Leute von der Uni waren sicher schon dort. Die meisten Wohnhäuser schienen hier einen eigenen Garten zu haben – und das hier war es der Adresse nach. Die Tür stand offen – und war da gerade jemand hinter ihr gewesen?
Leo war fast dort. Dann konnte es nur noch besser werden. Wann war dieser Typ schnell noch einmal an diese Adresse gezogen? Klar, sein entfernter Bekannter, den er bei seinem Studium wieder getroffen hatte, wollte wohl allen etwas beweisen. Ob er mit den Nachbarn abgesprochen hatte, was die laute Musik anging? War das Bier in Fässern, das dort draußen herumstand? Ach, das gab es doch auch im Supermarkt, oder? Manche Leute riefen vielleicht den Lieferservice, wenn sie am späten Abend noch etwas brauchten – andere kauften eben rechtzeitig was ein. Er betrat den Garten und glaubte seinen Bekannten an der offenen Haustür zu bemerken.
„Oh, hallo, Leo!“, sprach der ihn an.
„Hallo … da wohnst du jetzt?“
„Ja, und komm erst einmal rein. Da drüben gibt es dann was zu trinken. Worauf immer du Lust hast. Wir machen dann später noch ein Fass auf, aber jetzt …“
Vielleicht gab es auch Champagner, klar. Sein Bekannter verschwand gleich wieder im Getümmel, das erst einmal nach diesen üblichen Partys aussah. Nun ja, mit 22 Jahren konnte sich jemand noch so verhalten. Jemand, der vielleicht ein wenig Alkohol vertrug und die Musik dröhnen ließ. Ob die hier noch andere Sachen hatten? Der Bass pumpte laut, aber in manchen Ecken reichte es sicher für eine Unterhaltung. Das obere Stockwerk hatte er noch gar nicht gesehen.
Am besten, er hielt sich zurück und griff erst später zu einem Glas mit etwas, das ihn bald schwanken ließ. Er würde ohnehin wieder mit dem Bus zurückfahren, womöglich mit dem ersten am nächsten Tag, oder sonst irgendwie. Nur bei den anderen fürchtete er fast, dass die in einigen Stunden im Straßengraben landen könnten. Zumindest hatte er bisher keinen Apfelsaft oder Cola gesichtet. Dafür standen hier Unmengen an Bier und halbleere Flaschen mit Wodka oder so herum.
Leo drängte sich durch die freigeräumte Fläche, auf der herumgetanzt wurde, und griff doch nach einem Bier. Wenn die gefüllten Becher eben so verlockend herumstanden, konnte er ja einmal zugreifen. Und wenn er damit in der Hand ein bisschen tanzen konnte, war es doch gut. Er nahm noch einen Schluck – und hatte den Eindruck, als hätte diese Frau dort drüben gerade einen Blick auf ihn geworfen. War die nicht vorhin mit ihm aus dem Bus ausgestiegen? Das konnte sein, und sie musste gerade erst neu dazugekommen sein.
Schlecht sah sie nicht aus, sogar ziemlich gut. Nun ja, er wusste, dass dieser Bekannte wahrscheinlich für viele Dinge offen war. Sicher ging es hier bald ein wenig lockerer zu. Aber der würde sicher keine Leute einladen, die Ärger machten. Was immer sein Bekannter unter Ärger verstand. Aber gleich jemand anquatschen oder zulächeln war noch nie die Art von Leo gewesen. Diese Frau, sicher auch eher 22 als 25, war eher schlank – und ihr Lachen süß. Dabei konnte sie noch nicht viel getrunken haben.
Ja, es wäre nicht schlecht, sich von einer Frau bedienen zu lassen, das erste Mal überhaupt. Wenigstens vermutete niemand, dass es bei ihm noch nicht geschehen war, so wie er aussah, oder er hoffte das. Wenn sie etwas von ihm wollte, dann sollte er sich endlich einmal richtig anstellen und nicht daran denken, sich das einfach einmal wo zu kaufen. Vielleicht würde er irgendwo stehen, wo es niemand merkte, sie auf den Knien vor ihm sein und … klar. Er wollte Frauen eben respektieren und nicht irgendwie schnell durchnehmen. Dann blieb es eben bei seinen Fantasien von wilden Ritten, wenn er schon einmal „geiler Hengst“ genannt worden war. Aber … wann gab es wieder so eine Gelegenheit? Er beschloss, sie einmal vorsichtig zu beobachten, und dann …
