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Als Lord Hark Opfer einer Messerattacke wird, heuert sein Onkel, der Gouverneur von Eyvindar, einen Söldner an, um seinen Erben zu beschützen. Hark ärgert sich über einen Babysitter, doch als er Cax begegnet, ist er nicht darauf vorbereitet, das Aufflammen von Anziehungskraft zwischen ihnen zu verspüren. Cax ist ein Söldner und lebt nach dem Codex der Gilde. Er wurde angeheuert, um Hark zu beschützen, auch wenn Harks größter Feind er selber ist, da er sich jeden Tag in Mond-Efeu Wein ertränkt. Doch Cax kann nicht leugnen, dass er sich von dem Krieger angezogen fühlt, noch kann er sich dem Reiz von Harks loyalem Diener Aliksander entziehen. Aliksander stand beinahe sein ganzes Leben lang an Harks Seite. Er liebt Hark und verzehrt sich nach ihm, trotz der Unerreichbarkeit ihrer Beziehung, doch als er Cax trifft, sieht er eine Zukunft weit weg von seinem Leben als Dienstbote, an das er gefesselt ist – und sogar noch mehr in den Armen des Söldners. Alle drei kommen aus völlig unterschiedlichen Bevölkerungsschichten, aber es gelingt ihnen, Liebe zu finden. Und doch müssen sie die Wahrheit über die Bedrohung enthüllen, die sich immer dichter um Hark schließt, bevor es zu spät ist. Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Länge: rund 29.000 Wörter
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Veröffentlichungsjahr: 2020
Inhaltsverzeichnis
Prolog
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
LESEPROBE:
Der dunkle Reiter
Als Lord Hark Opfer einer Messerattacke wird, heuert sein Onkel, der Gouverneur von Eyvindar, einen Söldner an, um seinen Erben zu beschützen. Hark ärgert sich über einen Babysitter, doch als er Cax begegnet, ist er nicht darauf vorbereitet, das Aufflammen von Anziehungskraft zwischen ihnen zu verspüren.
Cax ist ein Söldner und lebt nach dem Codex der Gilde. Er wurde angeheuert, um Hark zu beschützen, auch wenn Harks größter Feind er selber ist, da er sich jeden Tag in Mond-Efeu Wein ertränkt. Doch Cax kann nicht leugnen, dass er sich von dem Krieger angezogen fühlt, noch kann er sich dem Reiz von Harks loyalem Diener Aliksander entziehen.
Aliksander stand beinahe sein ganzes Leben lang an Harks Seite. Er liebt Hark und verzehrt sich nach ihm, trotz der Unerreichbarkeit ihrer Beziehung, doch als er Cax trifft, sieht er eine Zukunft weit weg von seinem Leben als Dienstbote, an das er gefesselt ist – und sogar noch mehr in den Armen des Söldners.
Alle drei kommen aus völlig unterschiedlichen Bevölkerungsschichten, aber es gelingt ihnen, Liebe zu finden. Und doch müssen sie die Wahrheit über die Bedrohung enthüllen, die sich immer dichter um Hark schließt, bevor es zu spät ist.
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt.
Länge: rund 29.000 Wörter
ELIZABETH MONVEY
Der dunkle Reiter
Dark 1
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene
ME AND THE MUSE PUBLISHING
www.meandthemuse.com
Copyright © der englischen Originalausgabe „Dark Rider“:
Elizabeth Monvey
Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:
Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe
Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2020
Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs
Übersetzt von: Martina Gille
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Hark verließ torkelnd Poros Pub und wankte die dunkle Straße hinunter. Er wünschte sich halbwegs, er hätte sich bis zur Besinnungslosigkeit betrunken, denn die tückischen Stufen zu bewältigen würde alles andere als leicht werden. Die Provinz Eyvindar lag an die Bergflanke geschmiegt, und diese Tatsache schlug sich in ihrer Architektur nieder. Die Folge waren ungleich verteilte Ebenen, die untereinander durch Steintreppen verbunden waren, die wiederum zwischen den Gassen verstreut lagen. Eine Straße wand sich die verschiedenen Ebenen hinauf, aber sie hatte ein starkes Gefälle und war mit losem Schotter bedeckt, was sie für Pferde unpassierbar machte.
Oder für betrunkene Männer.
Er fluchte, als er ausrutschte, und suchte Halt bei einem anderen Mann, der gerade vorbeikam. Der Mann fluchte und schubste ihn weg, und Hark landete hart auf dem Rücken. Dort lag er einen Augenblick lang und starrte in den Nachthimmel hinauf. Die Sterne funkelten höhnisch auf ihn herab.
Er wünschte, er wäre dort oben. Er wünschte, er wäre irgendwo in dieser verfluchten Provinz, nur nicht hier. Stattdessen hing er hier fest. Das genügte, um ihn in den Wahnsinn zu treiben.
Plötzlich ragte der Mann, gegen den er geprallt war, über ihm auf und verstellte ihm die Sicht. Hark blinzelte und runzelte die Stirn. Er konnte das Gesicht des Mannes nicht sehen, da seine Gesichtszüge unter einer großen Kapuze verborgen lagen, und er versuchte, Worte zu formulieren, damit er sich bewegte, aber sein Gehirn verweigerte die Kooperation. Es war ohnehin egal, denn innerhalb eines Wimpernschlages beugte sich der Mann herab und ganz kurz ließ das Mondlicht einen Dolch aufblitzen, bevor die scharfe Klinge in seinen Bauch gestoßen wurde.
Schmerz durchzuckte ihn, aber alles, was er tun konnte, war, dazuliegen und zuzusehen, wie der Mann davoneilte. Er fühlte, wie Blut aus der Wunde strömte, spürte, wie er davon glitt, und sein Blick richtete sich wieder auf den Nachthimmel.
Vielleicht war sein Wunsch in Erfüllung gegangen. Vielleicht würde er nur allzu bald dort oben sein.
Cax trieb sein Broolpferd an, als sie die Außenbefestigung von Eyvindar durchquerten. Die Hufe des Tieres schlugen fest auf den steinernen Weg und brachten mehrere Leute dazu, ihnen Platz zu machen. Das Tier nickte mit dem Kopf und seine dunkle Mähne flatterte wild, als würde es sich dafür bedanken.
Die riesigen Biester waren die schnellsten Landtiere und teuer. Darum wollte Cax sicherstellen, dass er gut auf seines achtgab.
Cax sah zu den Wachtürmen hinauf, wo die Schildwachen standen und aufmerksam und misstrauisch alle Neuankömmlinge beobachteten. Er prägte sich die Anzahl der anwesenden Soldaten ein, die verschiedenen Waffen und die vereinzelten stumpfen Klingen der neuen Rekruten.
Er war ganz und gar in Schwarz gekleidet. Schwarzer Umhang, der um seinen Hals festgebunden war, schwarze Reithose, die sich an seine schlanken Hüften schmiegte und schwarze Schnürstiefel, die bis zu seinen Knien reichten. Hemd und Tunika trugen keine sichtbaren Erkennungszeichen, abgesehen von der kunstvollen Stickerei, die das ebenholzschwarze Material säumte. Selbst sein mitternachtsschwarzes Haar fügte sich perfekt in die Farbe seiner Wahl ein. Sein einziger Schmuck bestand aus zwei Silberringen, die an seinem linken Daumen und Zeigefinger steckten.
Seine blassblauen Augen nahmen alles wahr, jeden Schatten, jeden Winkel, aus dem man entkommen oder in dem man sich verstecken konnte. Wenn man die feststehende Brücke und die heruntergelassene Zugbrücke überquert hatte, bot einem Eyvindar einen zentralen Platz mit mehreren Ställen, Badehäusern, Marktständen und Esslokalen. Er lenkte sein Broolpferd zum nächstgelegenen Stall und verließ den, in beide Richtungen fließenden, Menschenstrom, um sich unter die Händler zu mischen, die im Begriff waren, ihre Stände für die Nacht zu schließen. Er sah eine alte Frau, die versuchte, Spitzenreste zu verkaufen, ebenso wie ihre letzten verwelkten Blumen. Ein Taschendieb drehte in aller Öffentlichkeit seine Runde durch die nichts ahnende Menschenmenge. Und es gab Männer, die geschäftig von Verkäufer zu Verkäufer wuselten, um kurz vor Toresschluss die liegen gebliebenen Lebensmittel für ihr Abendessen zu ergattern. Er sah, wie die Menschen von fieberhafter Nervosität erfasst wurden, während das Zwielicht verblasste und die Nacht hereinbrach.
Nachdem er sein Broolpferd eingestellt und dafür gesorgt hatte, dass es gut versorgt wurde, machte er sich zu Fuß auf den Weg zur heruntergekommenen Ebene, einen Ort genannt Winzergasse. Dort konnten sich Männer wie er eher unters Volk mischen, ohne für allzu viel Gerede zu sorgen, auch wenn an diesem Ort gern und viel geredet wurde, ohne dass dabei ein Blatt vor den Mund genommen wurde.
Der Pub seiner Wahl war eine winzige Spelunke. Der modrige Geruch von vergorener Hefe und Gerste begrüßte ihn wie ein vertrauter Hauch, da ein Söldnerleben sich nie in den opulenten Gefilden der High Society abspielte. Es gab ein halbes Dutzend Tische, und die draufstehenden Kerzen brannten auf kleiner Flamme. An den Wänden reihten sich verdunkelte Nischen, die verblassten Samtvorhänge bereit, zugezogen zu werden, sollte sich ein Kunde das Vergnügen einer Serviermagd leisten können. Es waren nur drei Gäste zu sehen, da die Dämmerung nicht die beste Stunde am Tag war, um sich ins Nirwana zu saufen. Ein Schankmädchen in verblasstem Satin ging zwischen den Tischen hin und her, während ein anderes an der Theke stand und offensichtlich darauf wartete, mit der Arbeit zu beginnen.
Sie beäugte ihn von oben bis unten und begegnete kurz seinem Blick, ehe ihr aufging, dass sie nicht gebraucht wurde. Sie wandte sich ab und präsentierte ihm ihren Rücken, ein deutliches Zeichen ihres Desinteresses. Er ignorierte sie, während er sich der Theke näherte, die die gegenüberliegende Wand einnahm, und ein Silberstück auf die fleckige Holzoberfläche legte. „Ein Pint“, murmelte er dem Barkeeper zu. „Nichts Gepanschtes.“
Der Barkeeper trat von einem Fuß auf den anderen und sein Lächeln offenbarte eine Reihe von Zahnlücken unter einem schmierigen Schnurrbart, der ein wenig zu lang über seine Oberlippe hing. Er war hochgewachsen, auf ungesunde Art und Weise schmächtig und das Weiß seiner Augen hatte einen gelblichen Stich. Er sah aus, als hätte er seit einem Monat kein Bad mehr gesehen, was von einem leichten Gestank bestätigt wurde. Er beäugte gierig die Münze, schnappte sie sich mit einer einzigen, fließenden Bewegung und benutzte einen braunen Zahn, um ihren Wert zu prüfen. Eine Sekunde später wurde ein Metallhumpen auf die Theke geknallt und Flüssigkeit schwappte auf einer Seite über dessen Rand. „Bitte sehr“, nickte der Barkeeper ihm zu. „Reines Ale. Der Name lautet Poro. Falls du etwas brauchen solltest, lass es mich wissen.“
Der Mann neigte seinen Kopf und nahm einen vorsichtigen Schluck. Es war extrem bitter. Er zog die Nase kraus, ob des modrigen Hefegeruchs. „Ich bin Cax. Neu in der Stadt und das hier schien mir das beste Etablissement in der Winzergasse zu sein.“
Poro lehnte seine knochige Hüfte gegen die Theke und gab ein zufriedenes Schnauben von sich. „Ich habe die besten Zimmer auf dieser Seite der Gasse. Sie mögen klein sein, aber ich garantiere persönlich für ihre Privatsphäre. Schließlich hat jeder Raum seine eigene Tür. Das findest du sonst nirgendwo in der Gasse. Plus, wir haben jede Menge Schankmädchen, saubere, und so manchen Burschen, wenn das eher nach deinem Geschmack ist.“
Cax nahm einen tiefen Zug aus seinem Humpen und schüttelte den Kopf. „Klingt verlockend, aber dieses Mal muss ich passen.“
Poro zuckte mit den Schultern und benutzte einen Lappen, um die Holztheke vor ihm sauber zu wischen. Dann ging er zu dem Schankmädchen, das an die Theke gekommen war, und hörte sich an, was sie ihm zu sagen hatte. Während er ihre Bestellung einschenkte, trank Cax noch einen Schluck von seinem Ale. Dem Wert seiner Münze angemessen, war es nicht gepanscht, aber dennoch weit davon entfernt, ihn zufriedenzustellen.
„Wie lange bleibst du hier?“, fragte Poro aus Höflichkeit. Sein Tonfall verriet, dass es ihm so oder so egal war.
Cax kratzte sich am Kopf, während er so tat, als müsse er überlegen. „Mindestens einen Tag, vielleicht auch zwei.“
„Auf dem Weg nach Vermundir oder Mountaingate?“
„Vermundir“, antwortete er.
„Sei bloß vorsichtig, wenn du diesen Pass überquerst. In den Bergen leben Krellian Marodeure und lauern den Reisenden auf.“
„Ich werde vorsichtig sein.“
Das schien die Antwort zu sein, die Poro hören wollte, denn er nickte ihm zu und ging dann wieder weg. Als die Tür der Taverne aufschwang und das Quietschen der Türangeln über das leise Gemurmel im Raum hinweg zu hören war, drehte Cax den Kopf zur Seite, um aus dem Augenwinkel einen Blick auf den Eingang zu werfen. Ein junger Mann schlenderte herein, hochgewachsen und in schlecht sitzender Kleidung, die an seinem dünnen Körper herunterhing. Der Schnitt seines rötlichen Haares schien von einem Kochtopf herzurühren, den man ihm verkehrt herum auf den Kopf gesetzt hatte, um dem Friseur eine Vorlage fürs Schneiden zu geben. Eine faszinierende Duftnote ging von ihm aus und stieg Cax in die Nase, was ihn dazu veranlasste, dem Mann seine volle Aufmerksamkeit zu widmen.
Cax sah, wie er den Blick senkte, nachdem er ihn kurz angesehen hatte. Seine Augen wurden groß und als Poro ein Schnauben ausstieß, trat er ruckartig ein paar Schritte vor.
„Sein Durst wächst“, murmelte der Barkeeper.
Der Mann warf einen kurzen, scheuen Blick in Caxs Richtung, ehe er sich auf Poro konzentrierte. „Es ist gerade sehr anstrengend für ihn. Besonders nach dem, was passiert ist.“
„Vier Flaschen letzte Woche und drei in der davor. Und jetzt warst du zweimal in zwei Tagen hier, Aliksander.“ Der Blick des Mannes ließ keine Verzagtheit erkennen. Poro seufzte. „Wie viele diesmal?“
„Bring mir, was du hast.“
Poro gab ein Schnauben von sich und verdrehte die Augen. Dann wandte er sich ab und humpelte von der Theke weg in Richtung einer Seitentür, hinter der Cax einen Lagerraum für Spirituosen vermutete. Er trank noch einen Schluck und spürte Aliksanders Blick auf sich ruhen.
„Was?“, grummelte Cax und sah ihn von der Seite an, um mit seinen Augen den rötlichen Farbton einzufangen, der durch die blasse Hautfarbe noch betont wurde. Er würde nicht behaupten, eine Vorliebe für Rothaarige zu haben, aber der junge Mann hatte etwas Rührendes. Vielleicht waren es seine blassblauen Augen, die ihn mit einer Mischung aus Heldenverehrung und Ehrfurcht anstarrten, die seinen Schwanz hart werden ließen.
„Nur so.“
Cax behielt den Burschen neben sich im Auge und bemerkte die feine Kleidung, die er trug und die winzigen Stiche, die die Säume zusammenhielten. Alle paar Augenblicke huschte sein Blick verstohlen zu ihm herüber, was Cox’ Penis pulsieren ließ. Was stimmte nicht mit ihm? Er hatte noch nie eine derartig unmittelbare Anziehungskraft empfunden.
„Hier, Aliksander“, rief Poro, als er aus dem Lagerraum trat. Als er hinter die Theke zurückkehrte, stellte er klappernd eine Flasche auf die Holzoberfläche. „Meine letzte. Sag ihm, dass ich ein paar Tage brauchen werde, um mehr davon zu machen.“
„Füll lieber deinen Bestand auf“, warnte ihn Aliksander und knallte eine Münze auf die Theke.
Poro schnaubte, schnappte sich das Geld und ging davon. Aliksander, die dunkle Flasche fest in einer Hand haltend, drehte sich zu Cax um und ein langer Augenblick verstrich. Innerlich wand Cax sich, doch äußerlich ließ er sich nichts von seinem inneren Kampf anmerken.
„Wenn du mich weiterhin anstarrst“, murmelte Cax, „werde ich dir wehtun müssen.“
Aliksander grinste. „Neu in Eyvindar, was?“
„Macht es einen Unterschied, wenn es so ist?“
„Auf der Durchreise?“
Cax trank seinen Humpen aus und richtete sich auf. „Poro“, rief er und ignorierte Aliksander. „Ich nehme ein Zimmer für die Nacht.“
Der Barkeeper kam zu ihm und hielt die Hand nach einer Münze auf, die Cax ihm gab, ohne auf ihren Wert zu achten. Er nahm an, es war genug, denn Poro strahlte ihn an und nickte ihm kurz zu. „Keine Sorge, Cax. Du kommst wieder, wann immer du willst. Das Zimmer wartete auf dich.“ Er deutete mit einer Kopfbewegung in eine Ecke. „Die Treppe rauf, erste Tür rechts.“
Cax hieb einmal mit der Faust auf die Theke, um den Handel zu besiegeln, dann wandte er sich ab und brach auf. Zu seinem Unmut folgte ihm der Rothaarige auf dem Absatz. Obwohl er sich aus irgendeinem unerfindlichen Grund stark zu ihm hingezogen fühlte, war, sich mit jemandem einzulassen, so ziemlich das Letzte, was er während der Erfüllung eines Auftrags wollte, ganz besonders nicht mit jemandem, der so jung war.
„Wieso verfolgst du mich?“, fragte er über seine Schulter hinweg.
„Ich gehe bloß zur gleichen Zeit“, erwiderte Aliksander schlagfertig.
„Dann erwarte ich, dass du draußen deiner Wege ziehst, so wie ich dem meinen folge.“
„Es sei denn, dein Weg und mein Weg sind der gleiche.“
Cax knurrte leise, und als sich herausstellte, dass sie tatsächlich beide die gleiche Richtung einschlugen, stieß er Aliksander einen Wimpernschlag später mit dem Rücken gegen die Wand und hielt dessen Hände über seinem Kopf gefangen. Diese Position sollte ihm eigentlich einen Vorteil verschaffen, doch Cax bemerkte augenblicklich seinen Fehler. Ohne es zu bemerken, hatte er ihre Körper flach aneinandergepresst und konnte es sich nicht verkneifen, sein Becken an dem jungen Mann zu reiben und dafür zu sorgen, dass der seinen harten Schwanz zu spüren bekam, damit er wusste, was Sache war.
„Was -“
„Still“, befahl Cax und lehnte sich vor, um an ihm zu schnuppern. Da war etwas Süßes, Berauschendes und Cax konnte nicht anders, als über diesen Duft zu stöhnen. Er verspürte den Drang, zu beißen, zu nehmen, und das war etwas, was er noch nie zuvor erlebt hatte.
„Cax?“, fragte Aliksander atemlos.
„Wer bist du?“, fragte Cax und empfand alle Spielarten des Verwirrtseins, ob seiner starken Anziehungskraft.
„Aliksander aus Emporia.“
„Nein, ich meinte … na, egal. Das hier ist verrückt.“
Unter großem Zögern und mit einer Willensstärke, von der er gar nicht gewusst hatte, dass er sie besaß, ließ Cax von Aliksander ab. Sie sahen einander in den tiefer werdenden Schatten an und obwohl Cax die blassen Augäpfel nicht klar erkennen konnte, so fühlte er doch deren brennenden Blick auf sich ruhen.
