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Wolfswandler Darwin Thrune muss seinen Alpha warnen, nachdem nicht nur sein Rudel, sondern die gesamte Wandlergemeinde auf schreckliche Art verraten wurde. Er ist nicht sicher, was er davon halten soll, dass der Vollstrecker des Rates, Mitch Wakefield, darauf beharrt, ihn auf dem Weg dorthin zu seinem eigenen Schutz zu begleiten. Mitch ist ein einsamer Wolf, aber er kann nicht leugnen, dass er sich zu Darwin hingezogen fühlt. Seine Mission lautet, die Quelle der Bedrohung für die Wandler zu entdecken und zu eliminieren, doch Darwin bringt seine Beharrlichkeit ins Wanken. Als Darwins Leben bedroht wird, fliehen sie in die Wildnis Kanadas, wo sie das brennende Verlangen zwischen ihnen nicht länger ignorieren können. Es führt zu einer Zukunft, mit der keiner von ihnen gerechnet hätte, und Mitch ist nicht einmal sicher, ob er sie überhaupt will. Wird Darwin allein mit den unerwarteten Konsequenzen leben müssen oder gibt es für ihn ein Happy End? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Enthält Mpreg. Länge: rund 36.900 Wörter
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Veröffentlichungsjahr: 2019
Inhaltsverzeichnis
Prolog
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Epilog
LESEPROBE:
Sein einsamer Wolf
Wolfswandler Darwin Thrune muss seinen Alpha warnen, nachdem nicht nur sein Rudel, sondern die gesamte Wandlergemeinde auf schreckliche Art verraten wurde. Er ist nicht sicher, was er davon halten soll, dass der Vollstrecker des Rates, Mitch Wakefield, darauf beharrt, ihn auf dem Weg dorthin zu seinem eigenen Schutz zu begleiten.
Mitch ist ein einsamer Wolf, aber er kann nicht leugnen, dass er sich zu Darwin hingezogen fühlt. Seine Mission lautet, die Quelle der Bedrohung für die Wandler zu entdecken und zu eliminieren, doch Darwin bringt seine Beharrlichkeit ins Wanken.
Als Darwins Leben bedroht wird, fliehen sie in die Wildnis Kanadas, wo sie das brennende Verlangen zwischen ihnen nicht länger ignorieren können. Es führt zu einer Zukunft, mit der keiner von ihnen gerechnet hätte, und Mitch ist nicht einmal sicher, ob er sie überhaupt will. Wird Darwin allein mit den unerwarteten Konsequenzen leben müssen oder gibt es für ihn ein Happy End?
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Enthält Mpreg.
Länge: rund 36.900 Wörter
ELIZABETH MONVEY
Sein einsamer Wolf
Divergent Species 3
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene
ME AND THE MUSE PUBLISHING
www.meandthemuse.com
Copyright © der englischen Originalausgabe „Wolf Rising“:
Elizabeth Monvey
Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:
Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe
Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2017
Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs
Übersetzt von: Sage Marlowe
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Zuvor
Darwin stand im Schatten und sah zu, nicht imstande, seinen Blick von den Liebenden abzuwenden. Die beiden Körper verschmolzen in einem langsamen Tanz unter dem strahlenden Licht des Mondes, umschlangen einander in einer erotischen Liebeserklärung. Es war leicht, selbst aus dieser Entfernung, die Hingabe zwischen den beiden zu erkennen. Zärtliche Berührungen. Sanfte Küsse. Der wunderschöne Anblick erweckte ein tiefes, seelenzerreißendes Verlangen und Eifersucht nagte in ihm.
Er wollte das. Wollte Liebe. Eine Partnerschaft.
Grey, sein Alpha, war unverkennbar mit seinem dichten, schon frühzeitig graumelierten Haar, dem er seinen Namen verdankte. Doch als sich die beiden umdrehten und das Licht des Vollmonds auf Greys Liebhaber fiel, bekam Darwin einen Schock. Die Person, die Grey so leidenschaftlich küsste, war nicht nur ein Mann, sondern auch ein Omega des Rudels. Eine niedrige Position, weshalb viele die Köpfe schütteln und hinter ihrem Rücken flüstern würden. Obwohl Darwin selbst einen niedrigen Rang hatte, stand er noch immer eine Stufe über Dekker. Die Hierarchie innerhalb des Wolfsrudels war absolut, was nur noch schlimmer wurde, weil dieses Rudel auch die größte Bikergang im Nordwesten war. Liebe zwischen zwei Männern wäre unter solchen Gegebenheiten schon schwer genug zu akzeptieren, aber wenn es sich dann noch um einen Alpha und einen Omega handelte? Es war ein Spiel mit dem Feuer.
Grey riss an Dekkers Hemd, sodass die Knöpfe wild umherflogen und zwischen den Bäumen in der Nähe landeten. Dekker stöhnte und klammerte sich an seinen Liebhaber, den Kopf leidenschaftlich in den Nacken geworfen, als Grey sich seinen Weg über Dekkers Brust nach unten küsste und leckte. Als Grey vor dem Mann auf die Knie sank, konnte Darwin es kaum glauben. Seinen Alpha in einer dienenden Position zu sehen, war beinahe mehr, als er ertragen konnte. Dennoch war er nicht imstande, seinen Blick von dieser leidenschaftlichen Szene abzuwenden. Sein Schwanz wurde hart. Nicht, weil er als Voyeur die beiden Liebenden beobachtete, sondern weil Darwin schon seit langer Zeit diesen Aspekt seiner Sexualität ignorierte. Schwul zu sein war im Rudel nicht akzeptiert, also hatte er seine wahren Bedürfnisse versteckt. Doch in diesem einen Moment ließ er seinen Instinkten freien Lauf und genoss das sinnliche Schauspiel vor sich.
Das leise Knacken eines Astes in der Nähe riss ihn aus dem Nebel sexueller Lust. Sein Verstand schaltete sich ein und Darwin kehrte in die Realität zurück. Er stand im Wald und sah zu, wie sein Alpha Sex hatte, was absolut falsch war. Langsam wich er von seinem Beobachtungsposten zurück und ließ die beiden Männer alleine ihr geheimes Stelldichein genießen. Darwin folgte seiner Spur zurück bis er wusste, dass er weit genug entfernt war, und jegliche Laute auch von einem scharfen Gehör nicht wahrgenommen werden würden. Der Wind wehte ihm entgegen, also hatten sie seinen Geruch nicht wahrgenommen. Zum Glück. Darwin hätte nur ungern seine Anwesenheit erklären müssen. Das Bild der Liebenden blieb jedoch in seinen Gedanken haften. Er musste sich zurechtrücken und ließ seine Hand auf dem Schaft liegen, der gegen den Reißverschluss drückte. Es wäre schön gewesen, sich einen runterzuholen, während er die Sexszene live mit verfolgte, vor allem da sie sich zwischen zwei heißen, gutaussehenden Männern abspielte.
Er war so in seinen Gedanken verloren, dass er den anderen Wolf in der Nähe nicht wahrnahm. In einem Moment war er noch in einem Lustschleier verloren, im nächsten packten ihn große Hände im Genick. Jemand drückte ihn flach auf den Boden, rammte sein Gesicht in den Dreck und harten Grund. Schmerz explodierte in seinem Kopf.
„Du bist wie sie“, knurrte Stones, der Beta des Rudels.
„W-was?“ Es war alles, was Darwin hervorbringen konnte.
„Ich kann deine Erregung riechen“, zischte Stones. „Du bist eine verfickte Schwuchtel, wie die beiden dort hinten. Ich wette, du würdest dich auf den Rücken drehen und den Bitch Boy für die beiden spielen, wenn sie dich fragen würden. Du bist es nicht wert, in diesem Rudel zu sein.“
„Stones, bitte“, flüsterte Darwin. Entsetzen erfüllte ihn, als seine ganze Welt zu einem einzigen Gedanken schrumpfte: Stones wusste jetzt, dass er schwul war. Angst bildete einen festen Knoten in seinem Magen, als er sich fragte, was Stones mit ihm machen würde, also rührte er sich nicht aus Sorge, er könnte den großen Mann noch wütender machen.
„Du und deinesgleichen sind Missgeburten“, fuhr Stones fort. Sein Griff in Darwins Haar wurde fester, zerrte an den Strähnen. „Es gibt nur einen Weg, diesen hässlichen Dreck auszulöschen.“
Die Bedeutung der Worte drang nicht wirklich durch, bis Stones seine Faust zurückzog und Darwin ins Gesicht schlug. Er verlor nicht das Bewusstsein, leider, denn er spürte jeden Treffer, den Stones anschließend landete. In die Seite. In den Rücken. Immer und immer wieder fielen die Schläge, vermischt mit Tritten. Pein hüllte ihn, zusammen mit dem Wissen, dass er sterben würde. Von seinem eigenen Beta getötet. Furcht vermischte sich mit dem Schmerz, erfüllte ihn. Verzweifelt klammerte er sich ans Leben, doch schließlich schwand jede Hoffnung. Als die Qual schlimmer wurde, als er ertragen konnte, ließ Darwin los und verlor das Bewusstsein.
Irgendwann kehrte sein Verstand zurück an die Oberfläche der Realität, aber als er versuchte, seinen Arm zu bewegen, erfüllten ihn Schmerzen. Er keuchte und wachte vollständig auf. Nur ein Auge ließ sich öffnen, und selbst das nur zur Hälfte. Das andere war zugeschwollen. Er lag auf der Seite in einem Käfig, völlig nackt, in einem dunklen Raum. Er hob den Kopf in dem Versuch, mehr zu sehen, doch bei dieser Bewegung raste nur eine neue Welle von Schmerz durch seinen Körper. Nicht imstande, es zu ertragen, ließ Darwin sich erneut in den dunklen Abgrund des Nichts sinken.
Als er das nächste Mal erwachte, sprach eine Frau mit ihm.
„Was für ein herrlicher Wolf“, sagte sie mit einem angenehmen Schnurren in der Stimme. „Mach nur. Verwandle dich.“
Er blinzelte mit dem brauchbaren Auge und versuchte, seine chaotischen Gedanken unter Kontrolle zu bringen. Erinnerungen rasten durch seinen Kopf, ließen ihn schnaufen und sich aufsetzen. Sein Kopf knallte gegen die Decke seines Käfigs und zur gleichen Zeit spürte er jede schmerzhafte Verletzung, die Stones seinem Körper zugefügt hatte.
„Ich weiß, dass du schnell heilen kannst, wenn du dich verwandelst“, sagte die Frau. „Bitte, halte dich nicht zurück. Ich möchte jedes Detail dokumentieren, wenn du dich in einen Wolf verwandelst.“
Woher weiß sie das?
Er schnupperte und bekam die Bestätigung, dass sie ein Mensch war, also woher zum Teufel wusste sie von seinen Selbstheilungskräften? Darwin schaute sich im Raum um, suchte nach einem Ausweg aus dem Albtraum, in dem er aufgewacht war, sowie aus dem Käfig. Die Frau vor ihm trug einen weißen Laborkittel, aber soweit er erkennen konnte keine Waffe. Leere Käfige standen auf einer Seite. Ein Tisch in der Nähe, übersät mit Glasflaschen und Teströhrchen, war außerhalb seiner Reichweite. Die Deckenbeleuchtung strahlte ein grelles Licht aus, das ihm Kopfschmerzen bereitete.
„Falls du nach einem Fluchtweg suchst, ist das vergebene Mühe“, sagte die Frau. „Du bist mein Erster, weißt du? Und ich plane, dich eingehend zu erforschen. Also mach schnell und verwandle dich.“
Darwin umfasste die Gitterstäbe. „Wer sind Sie? Wo bin ich?“
„Du bist in meinem Labor. Du bist mein besonderes Forschungsobjekt und ich habe Großes für uns beide geplant.“
„Ich weiß nicht, wovon Sie reden.“
Sie lächelte, doch ihre Augen blieben kalt. „Natürlich weißt du das. Das Tapetum liquidum in deinen Augen leuchtet lila, was nur bei Wandlern der Fall zu sein scheint. Ich finde deine Art faszinierend, also möchte ich natürlich herausfinden, wie ihr funktioniert.“
Er war schockiert. Wie konnte sie von Wandlern erfahren haben? Ihre Worte waren die Bestätigung, dass jemand geheime Informationen über Gestaltwandler verraten hatte, und jetzt steckte er in einem Käfig bei dieser Verrückten.
„Du siehst überrascht aus, Wolf“, sagte sie. „Ja, ich weiß von eurer Welt der Gestaltwandler. Und es gibt nicht nur Werwölfe, sondern auch Bären und Pumas. Man hat mir sogar gesagt, dass es Füchse gibt, die so sind wie du. Legenden, die zum Leben erwacht sind.“
„Sie sind verrückt.“ Er zerrte an den Stäben in dem Versuch, eine Schwachstelle zu entdecken, doch der Stahl hielt.
„Verrückt?“ Sie lachte. „Ich habe es selbst gesehen und ich weiß, wie ich deinesgleichen finden kann. In eurem Blut gibt es einen genetischen Code, der noch nie erforscht wurde.“
Er ignorierte die Kälte, die sich in seinem Inneren ausbreitete. „Lassen Sie mich gehen!“
„Ach, mein hübscher Wolf, verstehst du denn nicht? Ich habe vor, all deine Geheimnisse zu entdecken.“
Er sah die Klarheit in ihren Augen. Die absolute Wahrheit ihrer Worte. Diese Frau wusste über Wandler Bescheid. Sie bluffte nicht oder versuchte, Details aus ihm herauszubekommen. Irgendjemand hatte ihr gezeigt, wer und was sie waren, und die Schmerzen in seinem Körper begannen eine Wahrheit zu enthüllen, die zu entsetzlich war, um sie zu begreifen, und dennoch nicht geleugnet werden konnte.
„Wer hat Ihnen von uns erzählt?“, fragte er leise.
Sie neigte den Kopf zur Seite. „Ist das von Bedeutung?“
„War es Stones?“
„Dieser Name ist mir unbekannt, aber ich kann dir versichern, du wirst der Menschheit dienen. Die DNA von Wandlern zu verstehen kann ein wahrer Schatz für die Wissenschaft sein. Und ich werde beginnen, mit deiner Hilfe die Teile des Profils zusammenzusetzen.“
„Fahren Sie zur Hölle“, spie er. „Ich werde mich niemals für Sie verwandeln.“
Ihr ruhiges Gebaren verschwand sofort. „Wenn du dich nicht verwandelst, werde ich gezwungen sein, schneller mit den Experimenten zu beginnen, als ich geplant hatte. Ich hätte nicht gedacht, dass du bereit bist, dich dem zu stellen, was ich mit dir vorhabe, jedenfalls noch nicht.“
„Dann machen Sie mal“, sagte er höhnisch. „Aber eins müssen Sie wissen: Wenn ich je die Gelegenheit zur Flucht bekomme, reiße ich Ihnen die Kehle raus.“
Begeisterung funkelte in ihren kalten Augen. „Das ist das Temperament, nachdem ich gesucht habe. Gut. Vielleicht bist du ja doch nicht so eine Enttäuschung.“
Gegenwart
Die Geräusche der Nacht umgaben Darwin mit einer wunderschönen Symphonie die ihm ein Gefühl von Frieden vermittelte, wie nichts anderes es konnte. Der zirpende Ruf der Grillen vermischte sich mit dem Rascheln von Nagern und kleinen Raubtieren auf der Jagd nach ihrem Abendessen. Er witterte einen Berglöwen in der Ferne, wusste aber, dass die Raubkatze das Gebiet nicht betreten würde, da es bereits von Doc Wilder markiert war. Einen Moment später verschwand der Geruch aus dem Windhauch.
Darwin starrte die Mondsichel an, wünschte sich, er hätte die Möglichkeit, sich zu verwandeln und in seiner Wolfsgestalt frei herumzulaufen. Auch wenn der Wald ihn beharrlich lockte, wollte er sich nicht zu weit entfernen, falls sein Freund Ajay ihn brauchte. Vor nicht allzu langer Zeit war Ajay lebensbedrohlich erkrankt, also wollte Darwin, bevor er sich auf den Heimweg machte, sicher sein können, dass sein Freund keinen Rückfall erlitt. Dennoch machte ihm der Drang, sich seinem Rudel wieder anzuschließen, zu schaffen, wie ein Jucken, wo er nicht kratzen konnte. Es gab so viele Fragen, auf die er Antworten brauchte. So unglaublich es auch war, er hatte den Verdacht, dass sein Rudel vielleicht von den kranken Experimenten und der Jagd wusste, die die Wandlergemeinden plagten. Wenn die Mitglieder seines Rudels tatsächlich damit zu tun hatten, gnade ihnen Gott, denn der Gedanke, dass Wandler ihre eigene Art verrieten, rechtfertigte die schlimmste Strafe überhaupt. Darwin würde es vielleicht sogar für akzeptabel halten, sie ihren Verrat am eigenen Leibe spüren zu lassen, sprich der Wissenschaftlerin auszuliefern.
Der Gedanke an diese schreckliche Frau und ihr sadistisches Vergnügen an dem Leiden ihrer Forschungsobjekte brachte sein Blut zum Kochen. Er war der Erste in ihrer Sammlung gewesen und hatte geschworen, derjenige zu sein, der ihr Leben beenden würde. Er sehnte sich danach, seine Zähne in ihren Hals zu bohren, während seine Krallen ihr gnadenlos das Herz herausrissen, so wie sie ihnen gegenüber keine Gnade gezeigt hatte.
Das leise Geräusch eines Stiefels auf dem Boden erweckte seine Aufmerksamkeit, unmittelbar bevor er Mitchs machtvollen Geruch wahrnahm. Wenn er es nicht besser wüsste, hätte Darwin geschworen, dass Mitch ein Alphawolf war, doch der Mann war alleine. Ein einsamer Wolf, dem es zu gefallen schien, keinem Rudel anzugehören, etwas, das Darwin sich nicht einmal vorstellen konnte.
„Du siehst aus wie ein Mann, der gehen will“, sagte Mitch. Seine tiefe Stimme war ein Grollen, das Darwin mit beunruhigendem Trost umgab.
Darwin rieb sich den Nacken und versuchte, gegen die Anziehungskraft anzukämpfen. Es war nicht der richtige Zeitpunkt, sich ablenken zu lassen. Zweifellos hätte ein Seelenklempner jede Menge Spaß mit all dem Scheiß, der ihm durch den Kopf ging. PTSD vermischt mit dem Gefühl, von seinem Rudel im Stich gelassen worden zu sein, dazu eine ungesunde Dosis Ritter in glänzender Rüstung-Syndrom war keine besonders gute Mischung.
Ein Teil von ihm wollte einfach bei Doc Wilder bleiben. Den Kopf in den Sand stecken und den ganzen Mist vergessen. Vielleicht schätzte er deshalb Logan und Ajay so sehr, denn sie hatten mit ihm eine Erfahrung geteilt, die selbst sein Rudel nicht verstehen würde. Aber Mitch? Er war ein Wolf, gehörte aber nicht zum Rudel. Er war kein Teil der Gemeinschaft, die seinen inneren Kreis ausmachte, doch da war etwas, das an ihn appellierte. Ein hauchdünnes Geflecht von Verlangen, zusammen mit Kraft, das seine Sinne einfing.
Es machte Darwin vorsichtig.
Und es machte ihn geil.
Darwin räusperte sich. „Ich will gehen, aber ich werde bleiben, bis ich weiß, dass Ajay außer Gefahr ist.“
„Du fühlst dich zu ihm hingezogen? Das könnte Henry nicht besonders gut gefallen.“
„Es sind nur freundschaftliche Gefühle“, sagte Darwin schnell, denn er wollte Mitch versichern, dass er keine romantischen Gefühle für den Bären hegte. Aber warum interessiert es mich, was er denkt? „Eine lange Zeit gab es nur ihn, Logan und mich, zusammen eingesperrt. Wie eine Bruderschaft.“
„Eine Bruderschaft?“, fragte Mitch. „Das klingt wie ein Rudel.“
„Ja, in gewisser Weise denke ich, ist es das.“
„Aber du hast ein Rudel.“
„Ich hatte ein Rudel“, murmelte er.
„Du hattest?“, hakte Mitch nach.
Darwin seufzte. „Habe. Ich bin Mitglied des Bone Crushers Motorradclubs bei Ennix, Washington.“
Mitch runzelte die Stirn. „Dort wurde Logan gefangen.“
„Und dort hat mich dieses Miststück von Wissenschaftlerin geschnappt.“ Er zögerte, die nächsten Worte zu sagen, die Vermutung auszusprechen, die eine schreckliche Erkenntnis über sein Rudel hervorbringen könnte. Denn einmal ausgesprochen, würde er es nicht mehr zurücknehmen können. Doch bevor er vollkommen sicher war, was er überhaupt sagen wollte, purzelten die Worte einfach heraus. „Ich glaube, man hat mich ihr gegeben.“
Falten erschienen auf Mitchs Stirn, als seine Lässigkeit verschwand. „Gegeben?“ Er knurrte das Wort und alles wurde still. Selbst die Geräusche der Nacht schienen ihre Musik auszusetzen angesichts der Schwere des Drohlautes. Darwin wich einen Schritt zurück, ehe sein Verstand sich wieder einschaltete.
„Das Letzte, was ich weiß, ist dass mir die Scheiße aus dem Leib geprügelt wurde“, sagte Darwin. „Aber ich war auf dem Gebiet des Rudels. Hätte die Wissenschaftlerin einen Fuß in das Territorium gesetzt, wäre sie von den Wachposten bemerkt worden. Das wurde sie aber nicht. Also kam sie entweder nicht auf das Rudelgebiet, was bedeutet, dass ich für sie zurückgelassen wurde, oder wenn doch, hatte sie die Erlaubnis. In jedem Fall wurde ich zu ihrem verdammten Lieblingsprojekt.“
Mitchs Hände ballten sich zu Fäusten. „Wer hat dir die Scheiße aus dem Leib geprügelt?“
„Ist das wichtig?“
„Alles an dieser Sache ist wichtig“, sagte Mitch. „Ein Teil meiner Aufgabe ist es, herauszufinden, wie du in diesem Käfig gelandet bist, Darwin.“
„Mein Beta, Stones, schlug mich zusammen.“
„Ist dieser Beta noch im Rudel?“
Die Wut überraschte Darwin. Sie schien beinahe persönlich zu sein. Aber warum würde es einen einsamen Wolf interessieren, was mit ihm geschehen war? „Soweit ich weiß ja.“
„Warum hat er dich zusammengeschlagen?“
Darwin scharrte mit dem Fuß, nicht sicher, wie viel er verraten sollte. „Ich … sah etwas. Und Stones gefiel das nicht.“
Mitch neigte den Kopf. „Ging es um die Sicherheit des Rudels?“
Darwin schüttelte den Kopf. „Nein. Etwas, das mit dem Privatleben meines Alphas zu tun hatte.“
„Privatleben?“ Mitch runzelte die Stirn. „Ist er ein schlechter Alpha?“
Wieder schüttelte Darwin den Kopf. „Nein. Er ist ein guter Mann. Ein mächtiger Wolf. Du erinnerst mich ein bisschen an ihn.“
„Whoa!“, sagte Mitch und hob die Hände. „Ich bin kein Alpha.“
„Nein, ich meinte, du bist stark. Und ein guter Mann. Dir scheint etwas an Leuten zu liegen.“
„Woher weißt du, dass ich ein guter Mann bin?“
Darwin nahm sich einen Moment Zeit, um Mitch zu mustern, und ließ seine Wolfssinne übernehmen. Ein tiefer, erdiger Geruch ging von dem älteren Mann aus, als wäre er mit dem Wald um sie herum verbunden. Darwin roch kein Rudel an ihm, aber er spürte auch keine Bedrohung oder entdeckte Grausamkeit in seinen Augen. Jedoch sah er in ihnen etwas, das in ihm ein wenig Vertrauen erweckte. Das Rudel stand immer an erster Stelle, aber Darwins Wolf kam vor und wollte bei Mitch sein, also entschied er, seinem tierischen Instinkt zu vertrauen.
„Mein Wolf akzeptiert dich“, sagte er. „Und er kann Leute gut einschätzen.“
Mitch starrte ihn einen Moment lang an, aber Darwin konnte nicht erkennen, was er dachte. Der Mann hatte ein Pokerface, das aus Granit gemeißelt war. Nach einem Augenblick wich etwas von der Anspannung aus Mitchs Zügen. Seine Schultern sackten nach unten. Die Wut schwand allmählich. „Danke“, murmelte er.
Darwin betrachtete Mitchs Lippen und kämpfte gegen den Drang an, sich vorzubeugen und ihn zu küssen. Es schien die natürlichste Sache auf der Welt zu sein, aber er wehrte sich dagegen, bis ins Innerste erschüttert von seinem Verlangen.
Er räusperte sich. „Grey … hat einen Liebhaber. Einen männlichen Liebhaber.“
„Na und?“
„Du verstehst nicht. Alphas dürfen nicht schwul sein. Nun, genau genommen darf laut Stones kein Wolf – kein Bone Crusher – schwul sein.“
„Er klingt wie ein verdammter Schwachkopf.“
Darwin lächelte und entspannte sich. Er war unsicher gewesen, das Geheimnis seines Alphas zu verraten, und vielleicht stand ihm das auch nicht zu, aber er wollte, dass Mitch wusste, welche Bedrohung Darwin verspürte. „Das ist er. Wahlweise ist er ein verdammt großer Schwachkopf.“
„Also musst du nach Ennix.“
„Ja“, antwortete Darwin. „Ich muss meinen Alpha warnen. Grey muss von dieser Wissenschaftlerin erfahren und wie Ajay, Logan und ich gefangen wurden.“
„Okay“, sagte Mitch. „Dann machen wir uns auf den Weg.“
Darwin blinzelte verwirrt. „Wir?“
„Ja, du und ich.“ Mitch wedelte mit einer Hand zwischen ihnen hin und her. „Was denn? Hast du gedacht, ich würde dich alleine gehen lassen?“
„Mich lassen? Seit wann bist du mein Aufpasser? Ich kann auf mich selbst aufpassen, Mitch.“
„Ich weiß“, sagte Mitch ruhig, „aber dieser Wichser hat schon einmal versucht, dich loszuwerden, und ich will verdammt sein, wenn ich zulasse, dass er dich endgültig zum Schweigen bringt.
