Der Fluch des Rosetta Stone - Teil 7
Ein Sherlock-Holmes-Roman in der Tradition The Strand Magazine
Adrian Vogler
Impressum © 2026 Adrian Vogler
Verantwortlich für den Inhalt:Adrian VoglerBreslauer Str. 4990610 WinkelhaidDeutschlandE-Mail:
[email protected] Rechte vorbehalten.Kein Teil dieser Publikation darf ohne vorherige schriftliche Genehmigung des Autors in irgendeiner Form reproduziert, verbreitet oder übertragen werden, einschließlich Fotokopie, Aufzeichnung oder anderer elektronischer oder mechanischer Verfahren, mit Ausnahme kurzer Zitate im Rahmen von Rezensionen oder anderen gesetzlich zulässigen Nutzungen.Hinweis zur KI-Nutzung:Dieses Werk wurde teilweise mit Unterstützung von KI erstellt.Text: generiert mit Novelcrafter.Cover: erstellt mit ChatGPT.Alle Inhalte wurden geprüft, um sicherzustellen, dass keine Urheberrechte oder Rechte Dritter verletzt werden.Hinweis zu literarischen Bezügen und Inspirationen:Dieses Werk ist ein eigenständiger Roman der Fiktion.Es enthält die Figuren Sherlock Holmes und Dr. John Watson, die ursprünglich von Arthur Conan Doyle geschaffen wurden. Diese Figuren und ihre Namen sind gemeinfrei. Die Darstellung in diesem Werk erfolgt in freier, eigenständiger Interpretation und ohne Übernahme konkreter Handlungselemente aus den Originalgeschichten.Darüber hinaus finden sich atmosphärische und motivische Anklänge an Werke des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts.Hinweis zu historischen Fakten und fiktionaler Interpretation:Die Darstellung historischer Ereignisse, Orte und Personen erfolgt in freier literarischer Interpretation. Der Rosetta-Stein ist ein reales Artefakt; die hier geschilderten Umstände, Dialoge und zusätzliche Elemente (wie das Fragment und der Fluch) sind fiktional.Hinweis zu weiteren Figuren und Handlung:Alle übrigen Figuren dieses Romans sind frei erfunden.Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen, lebenden oder verstorbenen, sind nicht beabsichtigt und rein zufällig.Auch Orte, Organisationen, technische Apparaturen und geschilderte Ereignisse sind — selbst wenn sie historisch anmutende Bezüge aufweisen — Teil einer fiktionalen Erzählung.
Inhalt
Titelseite
Impressum
Vorwort des Herausgebers
WAS ZULETZT GESCHAH
Episode 6
Episode 7
KAPITEL 13: Der Kristallpalast
AKT 4
KAPITEL 14: Marlborough House
Fortsetzung folgt
THE STRAND MAGAZINE
Mehr zum Fluch des Rosetta Stone
Der Kickstarter
Mehr aus dem neuen Sherlock Homes Kanon
Vorwort des Herausgebers
Als Sir Arthur Conan Doyle im späten 19. Jahrhundert begann, die Abenteuer von Sherlock Holmes im Strand Magazine zu veröffentlichen, geschah etwas Bemerkenswertes: Die Geschichten wurden nicht nur still konsumiert – sie wurden gelebt. Die Leser diskutierten Theorien, schrieben an die Redaktion und machten den Detektiv zu einem Teil ihrer eigenen Realität. Spannung entstand damals nicht durch hastiges "Binge-Reading", sondern durch das exquisite Warten auf die nächste Ausgabe.
Mit Sherlock Holmes und der Fluch des Rosetta Stone möchten wir genau dieses Gefühl zurückholen.
Dieser Roman ist mehr als nur Text; er ist eine Zeitreise. Wir knüpfen bewusst an die Tradition des Fortsetzungsromans an. Kapitel für Kapitel entfaltet sich ein Fall, der Logik, Geschichte und einen Hauch des Unheimlichen verbindet – ganz im Geiste der großen viktorianischen Detektivgeschichten.
Das Begleitmagazin: Ihr Schlüssel zur Welt von 1882
Um das Erlebnis zu vervollständigen, erscheint begleitend zu diesem Roman ein fiktives Magazin im Stil des legendären Strand Magazine. Zeitungsartikel, Essays und Randnotizen spiegeln die Atmosphäre des Jahres 1882 wider und laden dazu ein, den Fall aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten, die Watson in seinen Aufzeichnungen vielleicht übersehen hat.
Über den im Buch enthaltenen QR-Code gelangen Sie zum Download dieser historischen Begleiter.
Ihre Stimme in der Baker Street
Doch diese Publikation versteht sich nicht als abgeschlossene Sammlung. Ganz im Sinne seiner historischen Vorbilder sind Leserbriefe ausdrücklich erwünscht. Wenn Sie Gedanken, Theorien oder Zweifel zum Fall äußern möchten – schreiben Sie uns. Schlüpfen Sie in die Rolle eines zeitgenössischen Lesers oder bleiben Sie ein moderner Beobachter.
Ausgewählte Zuschriften werden in zukünftigen Ausgaben des Magazins aufgegriffen. Möge diese Geschichte nicht nur gelesen, sondern mitgedacht werden. Denn wie Sherlock Holmes selbst einmal sinngemäß bemerkte: Die Wahrheit zeigt sich oft erst dann, wenn man innehält – und genau hinsieht.
Der HerausgeberIm Januar 2026
WAS ZULETZT GESCHAH
Rückschau auf die Episode zuvor
Episode 6
Die unantastbare Macht: Der Besuch im Diogenes Club bringt eine ernüchternde Erkenntnis. Mycroft Holmes warnt seinen Bruder, dass Lord Blackwood juristisch ungreifbar ist, da er unter dem persönlichen Schutz des gelangweilten Thronfolgers, des Prince of Wales, steht. Doch Mycroft liefert Sherlock eine Waffe: eine versiegelte Militärakte von 1801. Der Bericht enthüllt, dass schon beim ursprünglichen Transport des Rosetta Stones nach England Soldaten in den Wahnsinn getrieben wurden. Symptome wie Paranoia und Halluzinationen von „goldenen Augen“ bestätigen Holmes‘ Theorie: Blackwood sucht keine mystische Magie, sondern einen reproduzierbaren psycho-chemischen Effekt, um ihn als Waffe oder Kontrollinstrument einzusetzen.
Der gefallene Maurer: Mit Mycrofts Empfehlung verschaffen sich Holmes und Watson Zutritt zur Großloge der Freimaurer. Großmeister Henry Wallace bricht das Schweigen über Blackwoods Ausschluss. Der Lord hatte die Symbole der Loge pervertiert (das Auge des Horus statt des „G“) und einen gefährlichen Todeskult um altägyptische Rituale aufgebaut. Wallace warnt eindringlich: Ein Ingenieur, der den Kult verlassen wollte, starb kurz darauf an einem chemisch induzierten Herzstillstand. Blackwood tötet jeden, der ihm im Weg steht oder seine Geheimnisse verrät.
Der Köder: Beim Verlassen der Loge bemerken die Ermittler, dass sie bereits beschattet werden – der „Orden“ weiß, dass sie ihm auf der Spur sind. Da eine direkte Verhaftung durch Blackwoods königliche Protektion unmöglich ist, wechselt Holmes die Strategie vom Jäger zum Fallensteller. Er beschließt, die geheime Akte von 1801 – jenes Wissen, das Blackwood begehrt, aber nicht besitzt – als Köder zu nutzen. Um den Lord aus der Reserve zu locken, muss Holmes nun in die Schlangengrube der High Society hinabsteigen: Sein nächstes Ziel ist der berüchtigte Klatschkolumnist Langdale Pike.
Episode 7
KAPITEL 13: Der Kristallpalast
London, 20. April 1882, später Vormittag
Der Zug nach Sydenham Hill ratterte durch die südlichen Vororte Londons, vorbei an Ziegelhäusern und Fabrikschloten, die ihren Rauch in den grauen Himmel spien.
Ich saß am Fenster unseres Abteils zweiter Klasse und beobachtete, wie die Stadt sich langsam auflöste — erst die dichten Häuserzeilen von Southwark, dann die lockerer werdende Bebauung von Dulwich, schließlich die ersten Bäume und Gärten, die das Herannahen des Landsitzes ankündigten.
Holmes saß mir gegenüber, die Augen halb geschlossen, scheinbar in Gedanken versunken. Aber ich kannte ihn gut genug, um zu wissen, dass er alles wahrnahm — jedes Geräusch, jede Bewegung, jeden Blick.
Neben ihm saß Langdale Pike. Die Zeitung auf seinem Schoß trug die Spuren intensiver Lektüre: Eselsohren, Unterstreichungen mit Bleistift, Notizen am Rand.
„Ich muss gestehen, Holmes", sagte Pike und faltete die Zeitung zusammen, die er seit Victoria Station studiert hatte, „Ihre Einladung kam mir äußerst gelegen." Ein dünnes Lächeln spielte um seine Lippen. „Ich hatte ohnehin vor, dem Kristallpalast einen Besuch abzustatten. Diese Blackwood-Geschichte — sie riecht nach etwas Großem."
„Riecht sie das?", fragte Holmes, ohne die Augen zu öffnen.
„Und ob." Pike klopfte auf die Zeitung. „Sehen Sie sich das an. Dritte Seite, aber mit einer Schlagzeile, die auf die erste gehört: ‚Lord Blackwood kündigt wissenschaftliche Sensation an — Der Rosetta-Stein im neuen Licht.' Dazu ein Holzschnitt vom Kristallpalast und vage Andeutungen über ‚revolutionäre Entdeckungen'."
„Was wissen Sie über Blackwood?", fragte Holmes.
Pike lehnte sich zurück und kreuzte die Beine.
„Oberflächlich? Alles, was jeder weiß. Reich, exzentrisch, Sammler ägyptischer Antiquitäten. Schloss in Surrey — Ravencroft Hall, ein scheußlicher gotischer Kasten. War jahrelang kaum in der Gesellschaft zu sehen, dann plötzlich, vor etwa zwei Jahren, überall."
„Überall?"
„Die richtigen Salons, die richtigen Clubs, die richtigen Einladungen." Pike zuckte die Schultern. „Jemand hat ihm Türen geöffnet. Große Türen."
Holmes öffnete die Augen.
„Welche Türen?"
Pike musterte ihn einen Moment. In seinen rastlosen Augen blitzte etwas auf — Neugier, Berechnung, das Gespür eines Jägers, der eine Fährte wittert.
„Sie wissen es bereits, nicht wahr?", sagte er leise. „Sie wissen, wessen Protektion er genießt."
„Ich habe eine Vermutung. Ich möchte Ihre Bestätigung."
Pike sah aus dem Fenster. Draußen glitten die letzten Häuser von Dulwich vorbei, wichen Wiesen und vereinzelten Villen.
„Es gibt Namen, die man nicht leichtfertig in den Mund nimmt, Holmes", sagte er. „Nicht einmal in einem leeren Zugabteil."
„Wir sind unter uns."
„Sind wir das?" Pike lächelte dünn. „Sie wären überrascht, wie viele Ohren es in dieser Stadt gibt."
„Ich bin selten überrascht."
Pike schwieg einen Moment. Dann beugte er sich vor und senkte die Stimme.
„Marlborough House", sagte er. „Das ist alles, was ich hier sage. Den Rest besprechen wir, wenn wir dort sind."
Marlborough House. Die Residenz des Prince of Wales.
Ich wechselte einen Blick mit Holmes. Sein Gesicht verriet nichts, aber ich sah das kaum merkliche Nicken — die Bestätigung dessen, was wir von Mycroft und von Wallace bereits gehört hatten.
Der Zug verlangsamte seine Fahrt. Das rhythmische Rattern der Räder wurde unregelmäßiger, und durch das Fenster sah ich, wie sich die Landschaft veränderte. Wir fuhren eine Anhöhe hinauf, vorbei an gepflegten Gärten und eisernen Zäunen.
Dann, als wir eine Kurve durchfuhren, sah ich ihn.
Den Kristallpalast.
Er erhob sich über den Baumwipfeln wie ein Gebäude aus einem Fiebertraum — eine gewaltige Kathedrale aus Glas und Eisen, die das fahle Licht des Apriltages einfing und in tausend Reflexen zurückwarf. Die zentrale Halle mit ihrer gewölbten Decke ragte höher auf als jede Kirche, die ich je gesehen hatte, flankiert von zwei riesigen Wassertürmen, die wie Wachtposten am Ende des Geländes standen.
„Imposant, nicht wahr?", sagte Pike. „Zweihunderttausend Quadratfuß Glas. Das größte Gebäude der Welt, als es gebaut wurde."
Ich konnte nur nicken. Ich hatte den Kristallpalast natürlich schon früher gesehen — von weitem, bei einer Fahrt durch Sydenham vor Jahren. Aber aus dieser Nähe, mit dem vollen Wissen dessen, was dort drinnen vor sich ging, wirkte er anders.
Er wirkte wie eine Falle.
Eine Falle aus Licht.
Der Zug fuhr in den Bahnhof ein. Crystal Palace High Level Station — ein eleganter Bau aus rotem Backstein, der sich an den Hang schmiegte wie ein Diener, der sich vor seinem Herrn verbeugt.
Holmes stand auf und griff nach seinem Hut.
„Kommen Sie, Watson", sagte er. „Sehen wir uns an, was Lord Blackwood für den Prinzen und die Massen vorbereitet."
◆◆◆
Wir traten hinaus auf den Bahnsteig, doch niemand, der mit uns den Zug verließ, verschwendete auch nur einen Blick auf die Architektur des Gebäudes.
Alle Augen richteten sich nach oben.
Der Kristallpalast erhob sich vor uns wie ein Gebäude aus einem anderen Zeitalter — oder aus einer Zukunft, die noch nicht eingetroffen war. Zweihunderttausend Quadratfuß Glas, hatte Pike gesagt. Die Zahl hatte abstrakt geklungen. Jetzt, da ich vor dem Gebäude stand, verstand ich erst, was sie bedeutete.
---ENDE DER LESEPROBE---