Beschreibung

- Neuausgabe in rotem Leinen - in aufwendiger Ausstattung - enthält alle drei Teile des »Herrn der Ringe«, samt Anhängen und Register - auf dem neuesten Stand der Tolkienforschung - Neuausgabe in rotem Leinen - in aufwendiger Ausstattung - enthält alle drei Teile des »Herrn der Ringe«, samt Anhängen und Register - auf dem neuesten Stand der Tolkienforschung »Der Herr der Ringe« in zwei Sätzen: Einem jungen Hobbit namens Frodo wird ein Ring anvertraut, von dem eine dunkle Macht ausgeht. Frodo macht sich mit seinen Freunden auf eine abenteuerliche Reise, um das von der zerstörerischen Kraft des Rings bedrohte Auenland zu retten.

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EPUB

Seitenzahl: 2614

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DER HERR DER RINGE

Drei Ringe den Elbenkönigen hoch im Licht,

Sieben den Zwergenherrschern in ihren Hallen aus Stein,

Den Sterblichen, ewig dem Tode verfallen, neun,

Einer dem Dunklen Herrn auf dunklem Thron

Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.

Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden,

Ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden

Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.

INHALT

Vorwort

ERSTER TEIL: DIE GEFÄHRTEN

ERSTES BUCH

Prolog

Erstes Kapitel:    Ein lang erwartetes Fest

Zweites Kapitel:    Der Schatten der Vergangenheit

Drittes Kapitel:    Drei Mann hoch

Viertes Kapitel:    Geradewegs zu den Pilzen

Fünftes Kapitel:    Eine aufgedeckte Verschwörung

Sechstes Kapitel:    Der Alte Wald

Siebentes Kapitel:    In Tom Bombadils Haus

Achtes Kapitel:    Nebel auf den Hügelgräberhöhen

Neuntes Kapitel:    Im Gasthaus zum Tänzelnden Pony

Zehntes Kapitel:    Streicher

Elftes Kapitel:    Ein Messer im Dunkeln

Zwölftes Kapitel:    Flucht zur Furt

ZWEITES BUCH

Erstes Kapitel:    Viele Begegnungen

Zweites Kapitel:    Der Rat von Elrond

Drittes Kapitel:    Der Ring geht nach Süden

Viertes Kapitel:    Eine Wanderung im Dunkeln

Fünftes Kapitel:    Die Brücke von Khazad-dûm

Sechstes Kapitel:    Lothlórien

Siebentes Kapitel:    Galadriels Spiegel

Achtes Kapitel:    Abschied von Lórien

Neuntes Kapitel:    Der Große Strom

Zehntes Kapitel:    Der Zerfall der Gemeinschaft

ZWEITER TEIL: DIE ZWEI TÜRME

DRITTES BUCH

Erstes Kapitel:    Boromirs Abschied

Zweites Kapitel:    Die Reiter von Rohan

Drittes Kapitel:    Die Uruk-hai

Viertes Kapitel:    Baumbart

Fünftes Kapitel:    Der Weiße Reiter

Sechstes Kapitel:    Der König der Goldenen Halle

Siebentes Kapitel:    Helms Klamm

Achtes Kapitel:    Der Weg nach Isengart

Neuntes Kapitel:    Treibgut und Beute

Zehntes Kapitel:    Sarumans Stimme

Elftes Kapitel:    Der Palantír

VIERTES BUCH

Erstes Kapitel:    Sméagols Zähmung

Zweites Kapitel:    Die Durchquerung der Sümpfe

Drittes Kapitel:    Das Schwarze Tor ist versperrt

Viertes Kapitel:    Kräuter und Kaninchenpfeffer

Fünftes Kapitel:    Das Fenster nach Westen

Sechstes Kapitel:    Der verbotene Weiher

Siebentes Kapitel:    Wanderung zum Scheideweg

Achtes Kapitel:    Die Treppen von Cirith Ungol

Neuntes Kapitel:    Kankras Lauer

Zehntes Kapitel:    Die Entscheidungen von Meister Samweis

DRITTER TEIL: DIE RÜCKKEHR DES KÖNIGS

FÜNFTES BUCH

Erstes Kapitel:    Minas Tirith

Zweites Kapitel:    Der Weg der Grauen Schar

Drittes Kapitel:    Die Heerschau von Rohan

Viertes Kapitel:    Die Belagerung von Gondor

Fünftes Kapitel:    Der Ritt der Rohirrim

Sechstes Kapitel:    Die Schlacht auf den Pelennor-Feldern

Siebentes Kapitel:    Denethors Scheiterhaufen

Achtes Kapitel:    Die Häuser der Heilung

Neuntes Kapitel:    Die letzte Beratung

Zehntes Kapitel:    Das Schwarze Tor öffnet sich

SECHSTES BUCH

Erstes Kapitel:    Der Turm von Cirith Ungol

Zweites Kapitel:    Das Land des Schattens

Drittes Kapitel:    Der Schicksalsberg

Viertes Kapitel:    Das Feld von Cormallen

Fünftes Kapitel:    Der Truchsess und der König

Sechstes Kapitel:    Viele Abschiede

Siebentes Kapitel:    Auf der Heimfahrt

Achtes Kapitel:    Die Befreiung des Auenlandes

Neuntes Kapitel:    Die Grauen Anfurten

Anhänge

Register

Karte: Der Westen von Mittelerde

Karte von Gondor, Rohan und Mordor

Über den Autor

VORWORT

Diese Erzählung wuchs und wuchs, während ich sie erzählte, bis sie zur Geschichte des Großen Ringkrieges wurde, in der immer wieder die noch ältere Geschichte flüchtig auftauchte. Ich hatte damit begonnen, kurz nachdem Der Hobbit geschrieben und noch ehe er 1937 erschienen war; aber dann fuhr ich mit der Erzählung nicht fort, denn zuerst wollte ich die Mythologie und Sagen der Altvorderenzeit, die damals schon seit einigen Jahren Gestalt angenommen hatten, vervollständigen und ordnen. Das wollte ich zur eigenen Freude tun, und ich hatte wenig Hoffnung, dass andere sich dafür interessieren würden, zumal die Erzählung in erster Linie sprachwissenschaftlich inspiriert war und ursprünglich darauf zielte, den notwendigen »geschichtlichen« Hintergrund für die Elbensprachen zu schaffen.

Als jene, die ich um Rat und ihre Meinung befragte, mich berichtigten, dass nicht wenig Hoffnung, sondern gar keine Hoffnung bestünde, nahm ich dann die Erzählung wieder auf, ermutigt durch die Bitten von Lesern, ihnen mehr über Hobbits und ihre Abenteuer zu berichten. Aber die Darstellung wurde unwiderstehlich zur älteren Welt hingezogen, wurde gleichsam zu einem Bericht über deren Ende und Vergehen, bevor ihr Beginn und die Zwischenzeit erzählt waren. Dieser Vorgang hatte schon bei der Niederschrift des Hobbits eingesetzt, der bereits manche Hinweise auf die älteren Begebenheiten enthält: Elrond und Gondolin, die Hochelben und Orks, und auch ungebeten wurden flüchtig Dinge sichtbar, die höher oder tiefer oder dunkler waren, als es äußerlich schien: Durin, Moria, Gandalf, der Geisterbeschwörer, der Ring. Als die Bedeutung dieser flüchtigen Ausblicke und ihrer Beziehung zur ganz alten Geschichte einmal entdeckt war, enthüllte sich das Dritte Zeitalter und sein Höhepunkt, der Ringkrieg.

Diejenigen, die mehr über Hobbits wissen wollten, erfuhren es schließlich, aber sie mussten lange darauf warten; denn in den Jahren 1936 bis 1949 kam ich nur dann und wann dazu, mich mit dem Herrn der Ringe zu beschäftigen. Damals hatte ich viele Pflichten, die ich nicht vernachlässigte, und so manche anderen Interessen als Lernender und Lehrender, die mich oft völlig in Anspruch nahmen. Auch der Ausbruch des Krieges 1939 trug natürlich zur Verzögerung bei; am Schluss jenes Jahres hatte die Erzählung noch nicht das Ende von Buch I erreicht. Trotz der Dunkelheit der nächsten fünf Jahre fand ich es nun nicht mehr möglich, die Darstellung völlig aufzugeben, und so quälte ich mich voran, zumeist des Nachts, bis ich an Balins Grab in Moria stand. Dort hielt ich eine lange Weile inne. Es war fast ein Jahr vergangen, als ich fortfuhr und dann Ende 1941 nach Lothlórien und zum Großen Strom kam. Im nächsten Jahr schrieb ich die ersten Entwürfe der Begebenheiten, die jetzt das Buch III bilden, und die Anfänge der Kapitel 1 und 3 von Buch V; und dort, als die Signalfeuer in Anórien aufflammten und Théoden zum Hargtal kam, hörte ich auf. Weiter hatte ich nicht vorausgeschaut, und zum Nachdenken war keine Zeit.

Im Jahre 1944 war es soweit, dass ich die noch ungeklärten Wirren eines Krieges, den zu führen oder zumindest über den zu berichten meine Aufgabe war, beiseite ließ und mich zwang, Frodos Wanderung nach Mordor in Angriff zu nehmen. Diese Kapitel, die später Buch IV werden sollten, schickte ich in Fortsetzungen an meinen Sohn Christopher, der damals bei der Royal Air Force in Südafrika war. Dennoch dauerte es noch weitere fünf Jahre, bis die Erzählung zu ihrem jetzigen Ende gelangte; in dieser Zeit wechselte ich mein Haus, meinen Lehrstuhl und mein College, und die Tage waren zwar weniger dunkel, aber nicht weniger arbeitsreich. Dann, als das »Ende« schließlich erreicht war, musste die ganze Darstellung überarbeitet und großenteils sogar neu geschrieben werden. Und sie musste getippt und noch einmal getippt werden: von mir, die Kosten für professionelles Tippen von Zehnfingrigen überstiegen meine Mittel.

Seit Der Herr der Ringe im Jahr 1954 endlich erschien, haben viele Leute das Buch gelesen; und ich möchte hier gern einiges sagen zu den Ansichten oder Mutmaßungen über die Motive und Bedeutungen der Erzählung, die mir zugegangen sind oder über die ich gelesen habe. Das Hauptmotiv war der Wunsch eines Märchenerzählers, es einmal mit einer wirklich langen Geschichte zu versuchen, die die Aufmerksamkeit der Leser fesselt, sie unterhält, erfreut und manchmal vielleicht erregt oder tief bewegt. Als Richtschnur hatte ich nur mein eigenes Gefühl für das, was ansprechend oder packend ist, und für viele erwies sich diese Richtschnur unvermeidbar oft als falsch. Manche, die das Buch gelesen oder jedenfalls besprochen haben, fanden es langweilig, absurd oder belanglos; und ich habe keinen Grund, mich zu beklagen, denn ich habe ähnliche Ansichten über ihre Arbeiten oder über die Art zu schreiben, die sie offenbar vorziehen. Aber selbst denjenigen, denen meine Darstellung Vergnügen bereitet hat, hat vieles nicht gefallen. Vielleicht ist es in einer langen Erzählung nicht möglich, jedermann an allen Stellen zu gefallen oder auch jedermann an denselben Stellen zu missfallen; denn aus den mir zugegangenen Briefen ersehe ich, dass gerade die Abschnitte oder Kapitel, die den einen ein Ärgernis sind, von anderen besonders gelobt werden. Der kritischste Leser von allen, ich selbst, findet jetzt viele kleinere und größere Mängel; da er aber zum Glück weder verpflichtet ist, das Buch zu besprechen, noch es ein zweites Mal zu schreiben, wird er sie mit Stillschweigen übergehen, abgesehen von dem einen Mangel, den andere festgestellt haben: Das Buch ist zu kurz.

Was irgendwelche tiefere Bedeutung oder »Botschaft« betrifft, so gibt es nach der Absicht des Verfassers keine. Das Buch ist weder allegorisch noch aktuell. Als die Darstellung wuchs, schlug sie Wurzeln (in der Vergangenheit) und verzweigte sich unerwartet, aber ihr Hauptthema lag von Anfang an fest, weil der Ring nun einmal das Bindeglied zwischen ihr und dem Hobbit war. Das entscheidende Kapitel, »Der Schatten der Vergangenheit«, ist einer der ältesten Teile der Erzählung. Es war schon lange geschrieben, ehe die Vorzeichen des Jahres 1939 sich zur Drohung eines unentrinnbaren Verhängnisses verdichtet hatten, und von diesem Punkt an hätte sich die Darstellung im Wesentlichen in denselben Grundzügen weiterentwickelt, auch wenn das Verhängnis abgewendet worden wäre. Ihr Ursprung sind Dinge, die mir schon lange im Sinn lagen oder in einigen Fällen schon niedergeschrieben waren, und wenig oder nichts wurde durch den Krieg, der 1939 begann, oder durch seine Folgen verändert. Der wirkliche Krieg ähnelt weder in seinem Verlauf noch in seinem Abschluss dem Krieg der Sage. Hätte er den Fortgang der Sage inspiriert oder bestimmt, dann hätte man sich des Ringes bemächtigt und ihn gegen Sauron eingesetzt; Sauron wäre nicht vernichtet, sondern versklavt, Barad-dûr nicht zerstört, sondern besetzt worden. Nachdem Saruman nicht in den Besitz des Ringes zu gelangen vermochte, hätte er in jener Zeit der Verwirrung und des Verrats die fehlenden Zwischenglieder seiner eigenen Nachforschungen über Ringkunde in Mordor gefunden und sich bald einen eigenen Großen Ring gemacht, um damit den selbsternannten Herrscher von Mittelerde herauszufordern. Bei diesem Kampf hätten beide Seiten für die Hobbits nur Hass und Verachtung empfunden: nicht einmal als Sklaven hätten sie lange überlebt.

Andere Lösungen könnten ersonnen werden je nach dem Geschmack oder den Ansichten jener, die Allegorien oder aktuelle Bezüge schätzen. Aber ich habe eine herzliche Abneigung gegen Allegorie, und zwar immer schon, seit ich alt und wachsam genug war, um ihr Vorhandensein zu entdecken. Wahre oder erfundene Geschichte mit ihrer vielfältigen Anwendbarkeit auf das Denken und die Erfahrung der Leser ist mir viel lieber. Ich glaube, viele Leute verwechseln »Anwendbarkeit« mit »Allegorie«; aber die eine ist der Freiheit des Lesers überlassen, die andere wird ihm von der Absicht des Verfassers aufgezwungen.

Ein Verfasser kann natürlich nicht völlig unbeeinflusst bleiben von seiner Erfahrung, aber die Art und Weise, wie der Keim einer Geschichte aus dem Boden der Erfahrung Nutzen zieht, ist äußerst verwickelt, und Versuche, diesen Vorgang zu beschreiben, sind bestenfalls Mutmaßungen aufgrund unzulänglicher und mehrdeutiger Nachweise. Auch ist es eine falsche, obschon natürlich verlockende Annahme, dass, wenn das Leben eines Autors und eines Kritikers einander überschneiden, die Denkweise und die Ereignisse der von ihnen gemeinsam erlebten Zeiten notwendigerweise einen starken Einfluss ausüben. Man muss in der Tat persönlich in den Schatten des Krieges geraten, um zu erfahren, wie bedrückend er ist; aber im Laufe der Jahre scheint man nun oft zu vergessen, dass es ein keineswegs weniger furchtbares Erlebnis war, in der Jugend von 1914 überrascht zu werden, als 1939 und in den folgenden Jahren vom Krieg betroffen zu sein. 1918 waren bis auf einen alle meine nächsten Freunde tot. Oder um ein weniger schmerzliches Beispiel anzuführen: Man hat vermutet, dass »Die Befreiung des Auenlandes« die Situation in England zu der Zeit, als ich meine Erzählung beendete, widerspiegelt. Das stimmt nicht. Das Kapitel ist ein wesentlicher Bestandteil der Handlung und war von Anfang an vorgesehen, wenn es auch in seinem Verlauf modifiziert wurde durch Sarumans Charakter, wie er sich in der Darstellung entwickelte, ohne – muss ich das erwähnen? – irgendwelche allegorische Bedeutung oder einen zeitgenössischen politischen Bezug. Allerdings besteht ein Zusammenhang, wenn auch ein loser (weil die wirtschaftliche Situation eine völlig andere war), mit einem viel weiter zurückliegenden Erlebnis. Das Land, in dem ich als Kind gelebt hatte, wurde elend zerstört, ehe ich zehn Jahre alt war, in jenen Tagen, als Automobile selten waren (ich hatte niemals eins gesehen) und die Menschen noch Vororteisenbahnen bauten. Kürzlich sah ich in einer Zeitung ein Bild vom Verfall der einst florierenden Mühle an dem Teich, die mir vor langer Zeit so viel bedeutet hatte. Den jungen Müller mochte ich nie, aber sein Vater hatte einen schwarzen Bart, und er hieß nicht Sandigmann.

PROLOG

1 Über Hobbits

Das Buch handelt weitgehend von Hobbits, und aus seinen Seiten kann ein Leser viel über ihren Charakter und ein wenig über ihre Geschichte erfahren. Weitere Einzelheiten sind auch in der Auswahl aus dem Roten Buch der Westmark zu finden, die unter dem Titel Der Hobbit bereits veröffentlicht wurde. Jene Darstellung stammt aus den ersten Kapiteln des Roten Buches, die Bilbo selbst, der erste Hobbit, der in der ganzen Welt berühmt wurde, verfasst und die er Hin und wieder zurück genannt hat; er erzählt darin von seiner Reise in den Osten und von seiner Rückkehr: ein Abenteuer, durch das später alle Hobbits in die großen Ereignisse jenes Zeitalters, von denen hier berichtet wird, hineingezogen wurden.

Viele Leser mögen indes gleich zu Beginn mehr über dieses bemerkenswerte Volk wissen wollen, während manche vielleicht das erste Buch nicht besitzen. Für sie seien hier einige der wichtigeren Punkte aus der Hobbitkunde zusammengestellt und das erste Abenteuer kurz wiedergegeben.

Die Hobbits sind ein unauffälliges, aber sehr altes Volk, das früher zahlreicher war als heute; denn sie lieben Frieden und Stille und einen gut bestellten Boden: eine wohlgeordnete und wohlbewirtschaftete ländliche Gegend war ihr bevorzugter Aufenthaltsort. Kompliziertere Maschinen als einen Schmiede-Blasebalg, eine Wassermühle oder einen Handwebstuhl verstehen und verstanden oder mochten sie auch nicht, obwohl sie mit Werkzeugen sehr geschickt umgingen. Selbst in den alten Zeiten empfanden sie in der Regel Scheu vor dem »Großen Volk«, wie sie uns nennen, und heute meiden sie uns voll Schrecken und sind nur noch schwer zu finden. Sie haben ein feines Gehör und scharfe Augen, und obwohl sie dazu neigen, Fett anzusetzen und sich nicht unnötigerweise zu beeilen, sind sie dennoch flink und behende in ihren Bewegungen. Von Anfang an beherrschten sie die Kunst, rasch und geräuschlos zu verschwinden, wenn große Leute, denen sie nicht begegnen wollen, dahertrampelten; und diese Kunst haben sie weiterentwickelt, bis sie den Menschen wie Zauberei vorkam. In Wirklichkeit haben sich die Hobbits niemals mit Zauberei irgendeiner Art befasst, und ihre Fähigkeit, sich zu verflüchtigen, beruht allein auf einer durch Vererbung und Übung und innige Erdverbundenheit so vollkommenen Geschicklichkeit, dass sie für größere und plumpere Rassen unnachahmlich ist.

Denn sie sind kleine Leute, kleiner noch als Zwerge: das heißt, weniger stämmig und kräftig, obwohl sie es in der Länge eigentlich mit ihnen aufnehmen können. Ihre Größe ist unterschiedlich und schwankt zwischen zwei und vier Fuß nach unseren Maßen. Heute werden sie selten größer als drei Fuß; aber sie seien geschrumpft, behaupten sie, und in alten Zeiten größer gewesen. Nach dem Roten Buch maß Bandobras Tuk (der Bullenrassler), Sohn von Isembras dem Dritten, sogar vier Fuß und fünf Zoll und konnte ein Pferd reiten. Soweit die Hobbits zurückdenken können, ist er seither nur von zwei berühmten Persönlichkeiten übertroffen worden; aber jene seltsame Geschichte wird in diesem Buch berichtet.

Was die Hobbits aus dem Auenland in diesen Erzählungen anlangt, so waren sie, solange Frieden und Wohlstand bei ihnen herrschten, ein fröhliches Volk. Sie kleideten sich in leuchtenden Farben und hatten eine besondere Vorliebe für Gelb und Grün; aber Schuhe trugen sie selten, denn ihre Füße hatten zähe, lederartige Sohlen und waren mit dichtem, krausem Haar bedeckt, ähnlich ihrem Haupthaar, das gewöhnlich braun war. Daher war das einzige Handwerk, das bei ihnen wenig ausgeübt wurde, die Schuhmacherei; doch hatten sie lange und geschickte Finger und konnten viele andere nützliche und hübsche Dinge herstellen. Ihre Gesichter waren in der Regel eher gutmütig als schön, breit, mit glänzenden Augen, roten Wangen und Mündern, die immer zum Lachen und Essen und Trinken bereit waren. Und sie lachten und aßen und tranken denn auch oft und herzhaft, waren jederzeit zum Scherzen aufgelegt und hatten gern sechs Mahlzeiten täglich (wenn sie sie bekommen konnten). Sie waren gastfrei und hatten ihre Freude an Festen und an Geschenken, die sie großzügig machten und immer gern annahmen.

Es liegt also auf der Hand, dass die Hobbits trotz der späteren Entfremdung mit uns verwandt sind: weit näher als Elben oder selbst Zwerge. Früher sprachen sie die Sprache der Menschen auf ihre eigene Weise und hatten ziemlich dieselben Vorlieben und Abneigungen wie die Menschen. Aber wie unsere Verwandtschaft genau war, lässt sich nicht mehr feststellen. Der Ursprung der Hobbits reicht weit zurück in die Altvorderenzeit, die jetzt vergangen und vergessen ist. Nur die Elben haben noch Aufzeichnungen aus jener dahingeschwundenen Zeit, aber ihre Überlieferungen handeln fast ausschließlich von ihrer eigenen Geschichte, in ihnen kommen Menschen selten vor, und Hobbits werden gar nicht erwähnt. Doch es ist klar, dass die Hobbits in Wirklichkeit schon viele lange Jahre friedlich in Mittelerde gelebt hatten, ehe ein anderes Volk sie auch nur bemerkte. Und da die Welt schließlich von unzähligen seltsamen Geschöpfen wimmelt, erschienen diese kleinen Leute wohl sehr wenig wichtig. Aber in den Tagen Bilbos und Frodos, seines Erben, wurden sie plötzlich, ohne dass sie es selber wollten, sowohl wichtig als auch berühmt und störten die Pläne der Weisen und der Großen.

Jene Tage, das Dritte Zeitalter von Mittelerde, sind nun lange vergangen, und die Gestalt der Länder hat sich verändert; doch die Gegenden, in denen damals Hobbits lebten, waren zweifellos dieselben, in denen sie sich noch immer aufhalten: der Nordwesten der Alten Welt, östlich des Meeres. Von ihrer ursprünglichen Heimat hatten die Hobbits in Bilbos Tagen keine Kenntnis mehr. Liebe zur Wissenschaft (abgesehen von der Ahnenforschung) war keineswegs verbreitet bei ihnen; doch einige wenige der älteren Familien studierten noch immer ihre eigenen Bücher und sammelten sogar Berichte über die alten Zeiten und fernen Länder, von Elben, Zwergen und Menschen. Ihre eigenen Aufzeichnungen begannen erst mit der Besiedlung des Auenlands, und ihre ältesten Legenden reichten nicht weiter zurück als bis zu ihren Wandertagen. Dennoch lassen diese Legenden wie auch ihre eigentümlichen Wörter und Bräuche klar erkennen, dass wie so manch anderes Volk auch die Hobbits in der weit zurückliegenden Vergangenheit nach Westen gezogen waren. In ihren ältesten Erzählungen finden sich Andeutungen, dass sie einst in den oberen Tälern des Anduin gehaust haben mussten, zwischen den Ausläufern des Großen Grünwalds und dem Nebelgebirge. Die Gründe, warum sie später das schwierige und gefährliche Wagnis unternahmen, über das Gebirge nach Eriador zu ziehen, sind nicht mehr bekannt. Ihre eigenen Berichte erwähnen, dass sich die Menschen vermehrt hätten und ein Schatten auf den Wald gefallen sei, sodass er sich verdunkelte, und sein neuer Name war Düsterwald.

Schon vor dem Zug über die Berge hatte es drei recht unterschiedliche Hobbitstämme gegeben: Harfüße, Starren und Falbhäute. Die Harfüße hatten eine braunere Haut, waren schmächtiger und kleiner, bartlos und barfuß; ihre Hände und Füße waren flink und behende; und sie bevorzugten Hochebenen und Berghänge. Die Starren waren derber und von stärkerem Körperbau; ihre Füße und Hände waren kräftiger, und sie zogen flaches Land und Flussufer vor. Die Falbhäute hatten eine hellere Haut und auch helleres Haar, und sie waren größer und schlanker als die anderen; sie liebten Bäume und Waldgebiete.

Die Harfüße hatten in alten Zeiten viel Umgang mit Zwergen gehabt und lange in den Vorbergen der Gebirge gelebt. Sie zogen früh nach Westen und wanderten durch ganz Eriador bis zur Wetterspitze, während die anderen noch in Wilderland geblieben waren. Sie waren der ursprünglichste und ausgeprägteste Hobbitschlag und der bei weitem zahlreichste. Bei ihnen war der Drang, sesshaft zu werden, am stärksten, und sie blieben am längsten dem Brauch ihrer Vorfahren treu, in Stollen und Höhlen zu leben.

Die Starren hielten sich lange an den Ufern des Großen Flusses Anduin auf und hatten weniger Scheu vor den Menschen. Sie kamen später als die Harfüße nach Westen und folgten dem Lauf der Lautwasser nach Süden; und viele von ihnen wohnten lange dort zwischen Tharbad und den Grenzen von Dunland, ehe sie wieder nach Norden zogen.

Die Falbhäute, an Zahl die geringsten, waren ein nördlicher Stamm. Sie hatten ein freundschaftlicheres Verhältnis zu den Elben als die anderen Hobbits und mehr Begabung für Sprache und Gesang als für ein Handwerk; und von alters her zogen sie die Jagd dem Ackerbau vor. Sie überschritten die Berge nördlich von Bruchtal und folgten dem Fluss Weißquell. In Eriador vermischten sie sich bald mit den anderen Stämmen, die vor ihnen gekommen waren, aber da sie ein wenig kühner und verwegener waren, fand man sie häufig als Führer oder Häuptlinge von Harfuß- oder Starrensippen. Selbst zu Bilbos Zeit konnte man noch den starken Einschlag der Falbhäute bei den vornehmen Familien wie den Tuks oder den Herren von Bockland feststellen.

In den Westlanden von Eriador zwischen dem Nebelgebirge und dem Gebirge von Luhn fanden die Hobbits Menschen und auch Elben vor. Ja, es lebte hier sogar noch ein Rest der Dúnedain, der Könige der Menschen, die über das Meer aus Westernis gekommen waren; aber ihre Zahl verringerte sich rasch, und ringsum verödeten die Länder ihres Nördlichen Königreichs. Es gab Raum genug für Einwanderer, und es währte nicht lange, bis sich die Hobbits in geordneten Gemeinden ansiedelten. Von ihren ersten Niederlassungen waren die meisten zu Bilbos Zeit schon längst verschwunden und vergessen; aber eine der Ersten, die Bedeutung erlangen sollte, war erhalten geblieben, obschon sie an Größe eingebüßt hatte; sie war in Bree, das im Chetwald lag, etwa vierzig Meilen östlich vom Auenland.

Zweifellos war es in jenen frühen Tagen, dass die Hobbits ihre Buchstaben lernten und nach Art der Dúnedain zu schreiben begannen, die ihrerseits die Kunst von den Elben gelernt hatten. Und in jenen Tagen vergaßen die Hobbits auch, welcher Sprachen sie sich früher bedient hatten, und sprachen von nun an die Gemeinsame Sprache, das Westron, wie es genannt wurde, das in allen Ländern der Könige von Arnor bis Gondor und an allen Küsten des Meeres von Belfalas bis Luhn geläufig war. Immerhin behielten sie einige ihrer eigenen Wörter bei und auch ihre Namen für Monate und Tage und eine große Zahl Personennamen aus der Vergangenheit.

Etwa um diese Zeit wird bei den Hobbits aus Legende zum ersten Mal Geschichte mit einer Zeitrechnung. Denn es war im tausendsechshundertundersten Jahr des Dritten Zeitalters, dass die Falbhäutebrüder Marcho und Blanco von Bree auszogen; und nachdem sie die Erlaubnis des hohen Königs in Fornost1 erhalten hatten, überschritten sie mit einem großen Gefolge von Hobbits den braunen Fluss Baranduin. Sie zogen über die Brücke von Steinbogen, die in den Tagen der Macht des Nördlichen Königreichs gebaut worden war, und sie nahmen das ganze jenseitige Land zwischen dem Fluss und den Fernen Höhen in Besitz, um hier zu leben. Nichts weiter wurde von ihnen verlangt, als dass sie die Große Brücke instand hielten, wie auch alle anderen Brücken und Straßen, und dass sie den Sendboten des Königs beistünden und seine Oberhoheit anerkannten.

So begann die Auenland-Zeitrechnung, denn das Jahr, in dem die Hobbits den Brandywein (wie sie den Namen verdrehten) überschritten, wurde das Jahr Eins vom Auenland, und alle späteren Daten errechneten sich danach2. Die westlichen Hobbits verliebten sich sogleich in ihr neues Land und blieben dort, und bald verschwanden sie wiederum aus der Geschichte der Menschen und Elben. Solange es noch einen König gab, waren sie dem Namen nach seine Untertanen, aber in Wirklichkeit wurden sie von ihren eigenen Hauptleuten regiert und mischten sich überhaupt nicht in die Ereignisse der Welt draußen ein. Zur letzten Schlacht bei Fornost mit dem Hexenmeister von Angmar schickten sie Bogenschützen, um dem König zu helfen, oder behaupteten es wenigstens, obwohl es in keinem Geschichtsbuch der Menschen verzeichnet ist. Aber in jenem Krieg endete das Nördliche Königreich; und nun nahmen sich die Hobbits das Land zu eigen und wählten unter ihren Hauptleuten einen Thain, der die Machtbefugnis des Königs, der nicht mehr da war, innehatte. Dann wurden sie tausend Jahre lang wenig durch Kriege belästigt, und sie lebten glücklich und zufrieden und vermehrten sich nach der Schwarzen Pest (A. Z. 37) bis zum Verhängnis des Langen Winters und der darauf folgenden Hungersnot. Viele Tausende gingen damals zugrunde, aber die Tage der Not (1158–60) waren zur Zeit dieser Erzählung lange vergangen, und die Hobbits waren es wieder gewohnt, dass es alles in Hülle und Fülle gab. Das Land war reich und fruchtbar, und obwohl es vor ihrer Ankunft lange brachgelegen hatte, war es einst gut bestellt gewesen, und der König hatte dort viele Bauernhöfe, Äcker, Weinberge und Wälder gehabt.

Vierzig Wegstunden erstreckte es sich von den Fernen Höhen bis zur Brandyweinbrücke und fünfzig von den Mooren im Norden bis zu den Marschen im Süden. Die Hobbits nannten den Herrschaftsbereich ihres Thains Auenland, und es war ein Bezirk wohlgeordneter Arbeit; in diesem erfreulichen Erdenwinkel widmeten sie sich ihrer Aufgabe, die darin bestand zu leben, und um die Welt draußen, wo dunkle Dinge vor sich gingen, kümmerten sie sich immer weniger, bis sie schließlich glaubten, Frieden und Überfluss seien die Regel in Mittelerde und ein Recht, das allen vernünftigen Leuten zustehe. Sie vergaßen oder beachteten nicht das wenige, was sie je von den Wächtern gewusst hatten und von der Mühsal jener, die den langen Frieden im Auenland ermöglichten. Sie wurden in Wirklichkeit beschützt, aber sie erinnerten sich dessen nicht mehr.

Zu keiner Zeit waren die Hobbits kriegslüstern gewesen, und untereinander hatten sie sich nie bekämpft. In alten Zeiten hatten sie natürlich oft zu den Waffen greifen müssen, um sich in einer rauhen Welt zu behaupten; doch in Bilbos Tagen war das schon sehr alte Geschichte. An die letzte Schlacht vor dem Beginn dieser Darstellung – die Einzige übrigens, die jemals innerhalb der Grenzen des Auenlandes geschlagen worden war – konnte sich kein Lebender mehr erinnern; es war die Schlacht von Grünfeld gewesen, A. Z. 1147, mit der Bandobras Tuk einen Angriff der Orks abgewehrt hatte. Selbst das Klima war milder geworden, und die Wölfe, die einst in bitterweißen Wintern heißhungrig aus dem Norden gekommen waren, waren jetzt ein Großvatermärchen. Obwohl es noch immer einige Waffenbestände im Auenland gab, wurden sie jetzt zumeist als Siegeszeichen angesehen, hingen über der Feuerstelle oder an den Wänden oder waren im Museum von Michelbinge untergebracht. Das Mathom-Haus wurde es genannt; denn alles, was Hobbits nicht sofort verwenden konnten, aber nicht gern wegwerfen wollten, nannten sie Mathom. Ihre Behausungen waren wie dazu geschaffen, Mathoms anzuhäufen, und viele der Geschenke, die von Hand zu Hand gingen, waren von dieser Art.

Dennoch hatten Friede und Daseinsfreude der Zähigkeit dieses Volkes erstaunlich wenig anhaben können. Hobbits waren, wenn es hart auf hart ging, nicht so leicht einzuschüchtern oder umzubringen; und vielleicht waren sie nicht zuletzt deshalb so gleichbleibend erpicht auf gute Dinge, weil sie im Ernstfall darauf verzichten konnten und den Katastrophen, Feinden oder Unbilden des Wetters in einer Weise zu widerstehen vermochten, die jene erstaunte, die sie nicht gut kannten und nicht mehr sahen als ihre dicken Bäuche und gutgenährten Gesichter. Obwohl sie nicht händelsüchtig waren und kein Vergnügen daran fanden, ein Lebewesen zu töten, waren sie beherzt, wenn sie sich verteidigen mussten, und verstanden notfalls mit der Waffe umzugehen. Sie waren gute Bogenschützen, denn sie hatten scharfe Augen und eine sichere Hand. Und nicht nur mit Pfeil und Bogen. Wenn sich ein Hobbit nach einem Stein bückte, tat man gut daran, schnell in Deckung zu gehen, wie alle streunenden Tiere sehr wohl wussten.

Ursprünglich hatten alle Hobbits in Erdhöhlen gelebt, oder glaubten es wenigstens, und in solchen Behausungen fühlten sie sich noch immer am heimischsten; aber im Laufe der Zeit mussten sie sich mit anderen Unterkünften abfinden. In Bilbos Tagen war es im Auenland die Regel, dass nur die reichsten und die ärmsten Hobbits an der alten Sitte festhielten. Die ärmsten wohnten nach wie vor in höchst primitiven Höhlen, geradezu in Löchern mit nur einem oder gar keinem Fenster; die reichsten dagegen bauten auch jetzt noch in der alten Form, nur in behaglicherer Ausführung als die anspruchslosen Unterschlüpfe von ehedem. Aber geeignetes Gelände für diese großen und sich verzweigenden Stollen (oder Smials, wie sie sie nannten) war nicht überall zu finden; und in den Ebenen und Niederungen begannen die Hobbits, als sie immer zahlreicher wurden, oberirdisch zu bauen. Ja, selbst im Hügelland und in den älteren Orten wie Hobbingen und Tuckbergen oder der bedeutendsten Gemeinde des Auenlands, Michelbinge auf den Weißen Höhen, gab es jetzt viele Häuser aus Holz, Ziegeln oder Feldsteinen. Sie wurden besonders von Müllern, Schmieden, Seilern, Wagnern und anderen Handwerkern bevorzugt; denn selbst als die Hobbits noch in Höhlen wohnten, pflegten sie schon längst Schuppen und Werkstätten zu bauen.

Die Sitte, Bauernhäuser und Scheunen zu bauen, soll zuerst bei den Bewohnern des Bruchs unten am Brandywein aufgekommen sein. Die Hobbits in jenem Viertel, dem Ostviertel, waren ziemlich hochgewachsen und plumpfüßig, und bei Matschwetter trugen sie Zwergenstiefel. Aber bekanntlich hatten sie ja ein gut Teil Starrenblut in den Adern, wie schon der Flaum zeigte, den viele auf den Wangen hatten. Kein Harfuß und auch keine Falbhaut hat je auch nur eine Spur von Bart gehabt. Die Leute im Bruch und in Bockland, östlich des Flusses, das sie anschließend besiedelten, waren zum größten Teil später aus dem fernen Süden ins Auenland gekommen; und sie hatten noch viele eigentümliche Namen und seltsame Wörter, die sich sonst im Auenland nicht fanden.

Es ist wahrscheinlich, dass die Kunst des Bauens wie so manche andere Fertigkeit von den Dúnedain stammte. Aber die Hobbits mögen sie auch unmittelbar von den Elben gelernt haben, den Lehrern der Menschen in ihrer Jugend. Denn die Elben von adligem Geblüt hatten Mittelerde noch nicht verlassen, und zu jener Zeit lebten sie weit im Westen bei den Grauen Anfurten und an anderen Orten, die vom Auenland aus erreichbar waren. Drei Elbentürme aus uralter Zeit waren noch immer jenseits der Westgrenzen zu sehen. Weithin schimmerten sie im Mondenschein. Der fernste war am höchsten und stand für sich auf einem grünen Hügel. Die Hobbits im Westviertel sagten, von seiner Spitze aus könne man das Meer sehen; doch hat man niemals von einem Hobbit gehört, der hinaufgestiegen wäre. Überhaupt hatten wenige Hobbits jemals das Meer gesehen oder befahren, und noch geringer war die Zahl derer, die zurückgekehrt waren, um darüber zu berichten. Die meisten Hobbits betrachteten selbst Flüsse und kleine Boote mit tiefem Argwohn, und nicht viele von ihnen konnten schwimmen. Und nachdem sie schon längere Zeit im Auenland gelebt hatten, sprachen sie seltener und seltener mit den Elben, begannen sich vor ihnen zu fürchten und misstrauten jenen, die sich mit ihnen einließen; und das Meer wurde ein Wort des Schreckens für sie und ein Sinnbild des Todes, und sie wandten den Blick ab von den Bergen im Westen.

Die Kunst des Bauens mag von den Elben oder den Menschen übernommen worden sein, aber die Hobbits übten sie auf ihre eigene Weise aus. Nach Türmen stand ihnen der Sinn nicht. Ihre Häuser waren gewöhnlich langgestreckt, niedrig und behaglich. Die ältesten waren tatsächlich nicht mehr als gebaute Nachbildungen von Smials, mit trockenem Gras oder Stroh gedeckt oder auch mit Dächern aus Soden und mit Wänden, die sich ein wenig ausbauchten. Jene Entwicklungsstufe gehörte indes zur Frühzeit des Auenlands, und seitdem hatte sich die Hobbit-Bauweise längst gewandelt und vervollkommnet durch Kunstgriffe, die die Hobbits von den Zwergen gelernt oder selbst erfunden hatten. Eine Vorliebe für runde Fenster und sogar runde Türen war die wichtigste bleibende Eigentümlichkeit der Hobbit-Architektur.

Die Häuser und Höhlen der Hobbits im Auenland waren oft groß und von großen Familien bewohnt. (Bilbo und Frodo Beutlin waren als Junggesellen Ausnahmen, wie sie auch in manch anderer Hinsicht Ausnahmen waren, etwa in ihrer Freundschaft mit den Elben.) Zuweilen, wie im Falle der Tuks von Groß-Smials oder der Brandybocks vom Brandygut, bewohnten mehrere Generationen gleichzeitig in Frieden und (verhältnismäßiger) Eintracht den angestammten und vielstolligen Familienbesitz. Überhaupt waren alle Hobbits sehr sippenbewusst und zählten mit großer Sorgfalt ihre sämtlichen Verwandtschaftsverhältnisse auf. Sie zeichneten lange und ausführliche Stammbäume mit unzähligen Verzweigungen. Wenn man sich mit Hobbits befasst, ist es wichtig zu wissen, wer mit wem verwandt war und in welchem Grade. Es wäre unmöglich, in diesem Buch einen Stammbaum wiederzugeben, der auch nur die wichtigeren Angehörigen der wichtigeren Familien aus der Zeit, von der diese Erzählungen berichten, aufführte. Die Ahnentafeln am Schluss des Roten Buches der Westmark sind allein schon ein kleines Buch, und jedermann, die Hobbits ausgenommen, würde sie überaus langweilig finden. Hobbits begeisterten sich für solche Dinge, wenn sie ihre Richtigkeit hatten: Sie liebten Bücher über Dinge, die sie schon kannten und die klar und wahr ohne Widersprüche dargelegt waren.

2 Über Pfeifenkraut

Noch etwas gab es seit alters her bei den Hobbits, das erwähnt werden muss, einen erstaunlichen Brauch: Durch Pfeifen aus Holz oder Ton saugten oder atmeten sie den Rauch der brennenden Blätter einer Pflanze ein, die sie Pfeifenkraut oder Blatt nannten, wahrscheinlich eine Art Nicotiana. In geheimnisvolles Dunkel ist der Ursprung dieser eigentümlichen Sitte oder »Kunst«, wie die Hobbits sie lieber nannten, gehüllt. Alles, was sich im Altertum darüber herausfinden ließ, hat Meriadoc Brandybock (der spätere Herr von Bockland) zusammengestellt, und da er und der Tabak des Südviertels in unserer Geschichte eine Rolle spielen, sei hier zitiert, was er im Vorwort zu seiner Kräuterkunde vom Auenland darüber berichtet.

»Das«, sagt er, »ist die einzige Kunst, von der wir behaupten können, dass wir sie erfunden haben. Wann die Hobbits zuerst mit dem Rauchen begannen, ist nicht bekannt, in allen Sagen und Familiengeschichten ist es bereits eine Selbstverständlichkeit; schon seit undenklichen Zeiten rauchten die Leute im Auenland verschiedene Kräuter, manche stinkiger, manche süßer. Aber alle Berichte stimmen darin überein, dass Tobold Hornbläser aus Langgrund im Südviertel in den Tagen von Isegrim dem Zweiten, etwa um das Jahr 1070 der Auenland-Zeitrechnung, als Erster in seinem Garten das echte Pfeifenkraut zog. Das beste einheimische kommt noch immer aus jenem Bezirk, besonders die heute als Langgrundblatt, Alter Tobi und Südstern bekannten Sorten.

Wie der alte Tobi zu der Pflanze kam, ist nicht verzeichnet, denn bis zu seinem Sterbetag wollte er es nicht sagen. Er wusste viel über Kräuter, aber er war nicht weit gereist. Es heißt, in seiner Jugend sei er oft in Bree gewesen, wobei er sich gewiss nie weiter vom Auenland entfernte als bis dorthin. Deshalb ist es durchaus möglich, dass er in Bree von dieser Pflanze hörte, wo sie jedenfalls jetzt auf den Südhängen des Berges gut gedeiht. Die Hobbits von Bree nehmen für sich in Anspruch, die ersten wirklichen Pfeifenkrautraucher gewesen zu sein. Natürlich behaupten sie von allem, sie hätten es schon vor den Leuten im Auenland getan, die sie als ›Siedler‹ bezeichnen; aber in diesem Fall ist ihre Behauptung vermutlich wirklich wahr. Und sicherlich hat sich die Kunst, das echte Kraut zu rauchen, in den letzten Jahrhunderten von Bree aus unter den Zwergen und anderem Volk wie Waldläufern, Zauberern oder Wanderern, die seit eh und je an dieser alten Wegkreuzung vorbeikommen, verbreitet. Heimat und Mittelpunkt der Kunst sind also in dem alten Gasthaus von Bree, Zum Tänzelnden Pony, zu suchen, das seit undenklichen Zeiten im Besitz der Familie Butterblume ist.

Beobachtungen, die ich selbst auf meinen vielen Reisen nach dem Süden machen konnte, haben mich indessen überzeugt, dass das Kraut nicht zu den einheimischen Pflanzen unseres Teils der Welt gehört, sondern nach Norden gekommen ist vom unteren Anduin, wohin es, wie ich vermute, ursprünglich von den Menschen aus Westernis über das Meer gebracht worden war. In Gondor wächst es in Hülle und Fülle und ist üppiger und größer als im Norden, wo es niemals wild vorkommt, sondern nur in warmen und geschützten Gegenden wie Langgrund gedeiht. Die Menschen von Gondor nennen es süße Galenas und schätzen es nur wegen des Duftes seiner Blüten. Aus jenem Land muss es in den langen Jahrhunderten zwischen Elendils Ankunft und unseren Tagen über den Grünweg heraufgebracht worden sein. Aber selbst die Dúnedain von Gondor gestehen uns das zu: Hobbits steckten es als Erste in die Pfeife. Nicht einmal die Zauberer waren vor uns auf den Gedanken gekommen. Obwohl ein Zauberer, den ich kannte, die Kunst schon vor langer Zeit aufgegriffen hatte und ebenso geschickt darin wurde wie in allen anderen Dingen, deren er sich befleißigte.«

3 Von der Ordnung im Auenland

Das Auenland zerfiel in vier Teile, in die schon erwähnten Viertel: Nord-, Süd-, Ost- und Westviertel; und diese wiederum in eine Reihe von Stammesländern, die noch die Namen einiger der alten führenden Familien trugen, obwohl diese Namen zur Zeit dieser Geschichte nicht nur in ihren eigenen Stammesländern zu finden waren. Fast alle Tuks lebten noch in Tukland, aber auf viele andere Familien wie die Beutlins oder Boffins traf das nicht zu. Außerhalb der Viertel gab es noch die Ost- und die Westmarken: das Bockland (S. 121/122); und die Westmark kam im Jahr A. Z. 1452 zum Auenland.

Zu jener Zeit konnte man im Auenland kaum von einer »Regierung« sprechen. Die meisten Familien regelten ihre Angelegenheiten selbst. Nahrung anzubauen und sie aufzuessen nahm den größten Teil ihrer Zeit in Anspruch. In anderen Dingen waren sie gewöhnlich großzügig und nicht gewinnsüchtig, sondern zufrieden und bescheiden, sodass Güter, Höfe, Werkstätten und kleine Gewerbebetriebe generationenlang unverändert blieben.

Natürlich hielten sie auch an der alten Überlieferung fest in ihrem Verhältnis zu dem hohen König in Fornost, oder Norburg, wie sie es nannten, nördlich vom Auenland. Aber es hatte seit fast tausend Jahren keinen König mehr gegeben, und sogar die Ruinen von Königsnorburg waren von Gras überwuchert. Und doch sagten die Hobbits immer noch von ungesitteten Leuten und boshaften Geschöpfen (etwa von Trollen), sie hätten wohl nichts vom König gehört. Denn alle ihre wesentlichen Gesetze führten sie auf den König von ehedem zurück; und gewöhnlich befolgten sie die Gesetze aus freien Stücken, weil es Die Regeln waren (wie sie sagten), althergebracht und gerecht.

Es ist richtig, dass die Familie Tuk schon lange einen hervorragenden Platz einnahm; denn das Thain-Amt war einige Jahrhunderte zuvor (von den Altbocks) auf sie übergegangen, und seitdem hatte immer das Familienoberhaupt der Tuks diesen Titel geführt. Der Thain war der Vorsteher der Auenland-Versammlung und Hauptmann der Auenland-Heerschau und der Hobbit-Wehren; aber da Volksversammlung und Heerschau nur in Notzeiten abgehalten wurden und es keine Notzeiten mehr gab, war das Amt des Thains nicht mehr als eine Ehrenbezeichnung. Der Familie Tuk wurde denn auch eine besondere Hochachtung gezollt, denn sie war weiterhin zahlreich und überaus wohlhabend und brachte gewöhnlich in jeder Generation starke Charaktergestalten mit absonderlichen Gewohnheiten und sogar verwegenem Temperament hervor. Diese letzteren Eigenschaften wurden (bei den Reichen) eher geduldet als allgemein gebilligt. Nichtsdestoweniger hielt sich die Sitte, dass das Familienoberhaupt Der Tuk hieß und seinem Namen, falls erforderlich, eine Zahl hinzugefügt wurde: zum Beispiel Isegrim der Zweite.

Der einzige wirkliche Beamte im Auenland zu jener Zeit war der Bürgermeister von Michelbinge (oder vom Auenland), der alle sieben Jahre auf dem Freimarkt auf den Weißen Höhen an Lithe, das heißt am Mittsommertag, gewählt wurde. Seine einzige Pflicht als Bürgermeister bestand darin, als Gastgeber bei Festmählern aufzutreten, die an den nicht eben seltenen Feiertagen im Auenland veranstaltet wurden. Aber die Ämter des Postmeisters und des Ersten Landbüttels waren mit dem Bürgermeisteramt verbunden, sodass ihm sowohl der Botendienst als auch die Wache unterstanden. Das waren die einzigen öffentlichen Dienste im Auenland, und die Briefboten waren von den beiden die zahlreicheren und die bei weitem stärker beschäftigten. Keineswegs alle Hobbits waren des Schreibens mächtig, aber diejenigen, die es waren, schrieben ununterbrochen an ihre sämtlichen Freunde (und an einige von ihren Verwandten), die weiter als einen Nachmittagsspaziergang entfernt wohnten.

Landbüttel war der Name, den die Hobbits ihrer Polizei gaben, oder das, was am ehesten dieser Einrichtung entsprach. Natürlich hatten sie keine Uniformen (so etwas war völlig unbekannt), sondern nur eine Feder an der Mütze; und sie waren praktisch eher Feldhüter denn Polizisten, da sie sich mehr um streunende Tiere als um Leute kümmerten. Im ganzen Auenland gab es für den Inlandsdienst nur zwölf, drei in jedem Viertel. Eine sehr viel größere Anzahl, die je nach Bedarf schwankte, war dafür eingesetzt, »die Grenzen abzuschreiten« und dafür zu sorgen, dass sich Ausländer aller Arten, ob groß oder klein, nicht unliebsam aufführten.

Zu der Zeit, als diese Geschichte beginnt, hatte sich die Zahl der Grenzer, wie sie genannt wurden, stark erhöht. Es gingen viele Berichte und Beschwerden über fremde Personen und Geschöpfe ein, die an den Grenzen herumschlichen oder sie sogar überschritten: das erste Anzeichen, dass nicht alles so war, wie es sein sollte und immer gewesen war, außer in Erzählungen und Sagen aus längst vergangenen Zeiten. Wenige beachteten das Zeichen, und nicht einmal Bilbo hatte eine Ahnung, was es bedeutete. Sechzig Jahre waren verstrichen, seit er seine denkwürdige Reise angetreten hatte, und selbst für Hobbits, die oft genug die Hundert erreichten, war er alt; viel war offenbar noch von den beträchtlichen Reichtümern vorhanden, die er damals mitgebracht hatte. Wie viel oder wie wenig, verriet er niemandem, nicht einmal seinem Lieblingsneffen Frodo. Und noch immer hielt er den Ring, den er gefunden hatte, verborgen.

4 Vom Ringfund

Eines Tages erschien an Bilbos Tür, wie im Hobbit erzählt wird, der große Zauberer Gandalf der Graue und mit ihm dreizehn Zwerge: niemand anderes als Thorin Eichenschild, Nachkomme von Königen, und seine zwölf Gefährten in der Verbannung. Mit ihnen machte Bilbo sich zu seinem eigenen bleibenden Erstaunen an einem Morgen im April des Jahres 1341 nach Auenland-Zeitrechnung auf die Schatzsuche nach dem Zwergenhort der Könige unterm Berg unter dem Erebor in Thal, fern im Osten. Die Suche war erfolgreich, und der Drache, der den Hort bewachte, wurde getötet. Und obwohl, ehe alles gewonnen war, die Schlacht der Fünf Heere gekämpft und Thorin erschlagen und viele ruhmreiche Taten vollbracht wurden, hätte die Angelegenheit doch kaum Bedeutung für die spätere Geschichte gehabt oder mehr als eine kurze Erwähnung in den langen Annalen des Dritten Zeitalters verdient, wenn sich nicht ein »Zufall« ereignet hätte. Als die Fahrtgenossen auf dem Weg ins Wilderland waren, wurden sie auf einem Pass hoch oben im Nebelgebirge von Orks überfallen; und so geschah es, dass Bilbo eine Weile allein in den schwarzen Orkminen tief unter dem Gebirge umherirrte. Und dort, als er sich vergeblich durch das Dunkel tastete, fand seine Hand einen Ring, der auf dem Boden eines Stollens lag. Er steckte ihn in die Tasche. Es erschien ihm damals bloß als ein glücklicher Zufall.

Als er versuchte, den Weg nach draußen zu finden, stieg Bilbo immer tiefer hinab zum Fuß des Gebirges, bis er nicht weitergehen konnte. Am Ende des Stollens erstreckte sich ein kalter See, fern vom Tageslicht, und auf einer Felseninsel im Wasser lebte Gollum. Der war ein widerwärtiges kleines Geschöpf: mit seinen großen Plattfüßen paddelte er in einem kleinen Boot, schaute mit blassen, leuchtenden Katzenaugen um sich und fing mit langen Fingern blinde Fische, die er roh verschlang. Er aß jedes Lebewesen, selbst Orks, wenn er sie erwischen und kampflos erwürgen konnte. Er besaß ein geheimnisvolles Kleinod, das er vor langen Jahren erhalten hatte, als er noch im Licht lebte: einen goldenen Ring, der seinen Träger unsichtbar machte. Es war das Einzige, was er liebte, sein »Schatz«, und er führte Gespräche mit ihm, auch wenn er ihn nicht bei sich hatte. Denn er hielt ihn in einer Höhle auf seiner Insel versteckt, außer wenn er auf Jagd war oder den Orks in den Minen nachstellte.

Vielleicht hätte er Bilbo sofort angegriffen, wenn er, als sie sich begegneten, den Ring bei sich gehabt hätte; aber er hatte ihn nicht, und der Hobbit hielt ein Elbenmesser in der Hand, das ihm als Schwert diente. Um Zeit zu gewinnen, forderte Gollum ihn daher zum Rätselspiel auf und sagte, wenn er ihm ein Rätsel aufgäbe, das Bilbo nicht raten könne, würde er ihn töten und verspeisen; wenn Bilbo ihn aber besiegte, würde er tun, was Bilbo wolle; er würde ihn zu einem Weg bringen, der aus dem Stollen herausführe.

Da Bilbo keine Hoffnung hatte, aus der Dunkelheit zu entkommen, und weder vor- noch zurückgehen konnte, nahm er die Herausforderung an; und gegenseitig gaben sie sich viele Rätsel auf. Zu guter Letzt gewann Bilbo, mit mehr Glück als Verstand (wie es schien); denn ihm fiel schließlich einfach kein Rätsel mehr ein, und so rief er, als seine Hand den Ring fand, den er aufgehoben und vergessen hatte: Was habe ich in meiner Tasche? Das konnte Gollum nicht beantworten, obwohl er sich ausbat, dreimal raten zu dürfen.

Allerdings gehen die Ansichten der Gelehrten darüber, ob diese letzte Frage nach den strengen Regeln des Spiels bloß eine »Frage« und kein »Rätsel« war, auseinander; aber alle stimmen darin überein, dass Gollum, nachdem er die Frage einmal angenommen und sie zu beantworten versucht hatte, an sein Versprechen gebunden war. Und Bilbo drängte ihn, sein Wort zu halten; denn ihm war der Gedanke gekommen, dieses garstige Geschöpf könnte unredlich sein, obwohl doch solche Versprechen heilig gehalten wurden und seit alters her alle außer den Verruchtesten sich fürchteten, sie zu brechen. Aber nachdem Gollum so lange allein in der Dunkelheit gelebt hatte, war sein Herz schwarz und voll Niedertracht. Er stahl sich davon und paddelte zu seiner Insel, von der Bilbo nichts wusste, nicht weit entfernt im dunklen Wasser. Dort, glaubte Gollum, läge sein Ring. Er war jetzt hungrig und wütend, und sobald sein »Schatz« bei ihm wäre, würde er sich vor keinerlei Waffe fürchten.

Doch der Ring war nicht auf der Insel; er hatte ihn verloren, er war fort. Sein Aufschrei jagte Bilbo einen Schauer über den Rücken, obwohl er noch nicht begriff, was geschehen war. Doch Gollum war endlich auf den richtigen Gedanken gekommen, zu spät. Was hat es in seinen Taschen?, schrie er. Das Leuchten in seinen Augen war wie eine grüne Flamme, als er zurückhastete, um den Hobbit umzubringen und seinen »Schatz« wiederzuerlangen. Im rechten Augenblick erkannte Bilbo die Gefahr und flüchtete blindlings fort vom Wasser den Gang hinauf; und wiederum wurde er durch sein Glück gerettet. Denn während er lief, steckte er die Hand in die Tasche, und unversehens glitt der Ring auf seinen Finger. So kam es, dass Gollum an ihm vorbeirannte, ohne ihn zu sehen, und weitereilte, um den Ausgang zu bewachen, damit der »Dieb« nicht entkäme. Vorsichtig folgte Bilbo ihm, während Gollum fluchend und mit sich selbst von seinem »Schatz« sprechend dahinging; aus diesem Gerede erriet Bilbo schließlich die Wahrheit, und er schöpfte Hoffnung in der Dunkelheit: er selbst hatte den wunderbaren Ring gefunden und damit eine Möglichkeit, den Orks und Gollum zu entkommen.

Schließlich blieben sie vor einer unsichtbaren Öffnung stehen, die zu den tieferen Toren der Minen auf der Ostseite des Gebirges führte. Dort kauerte sich Gollum lauernd hin, schnüffelte und lauschte; und Bilbo war versucht, ihn mit seinem Schwert zu erschlagen. Aber Mitleid überkam ihn, und obwohl er den Ring behielt, weil seine einzige Hoffnung auf ihm beruhte, wollte er ihn doch nicht benutzen, um mit seiner Hilfe das unglückliche Geschöpf zu töten, das ihm gegenüber im Nachteil war. Endlich nahm er seinen ganzen Mut zusammen, sprang im Dunkeln über Gollum hinweg und floh den Gang entlang, verfolgt von den hasserfüllten und verzweifelten Rufen seines Feindes: Dieb! Dieb! Beutlin!Wir hassen es auf immerdar!

Nun ist es sonderbar, dass dies nicht die Darstellung ist, die Bilbo seinen Gefährten zuerst erzählte. Ihnen berichtete er, Gollum habe versprochen, ihm ein Geschenk zu machen, wenn er das Spiel gewönne; aber als Gollum das Geschenk auf seiner Insel holen wollte, sei der Schatz verschwunden gewesen: ein Zauberring, den er einmal vor langer Zeit zum Geburtstag bekommen habe. Bilbo habe erraten, dass das ebender Ring sei, den er gefunden hatte, und da er das Spiel gewonnen habe, hätte ihm der Ring ja schon rechtens gehört. Da er aber in einer misslichen Lage gewesen sei, habe er nichts davon gesagt und sich von Gollum als Entgelt anstelle eines Geschenks den Weg nach draußen zeigen lassen. Diesen Bericht nahm Bilbo auch in seine Erinnerungen auf, und er scheint ihn niemals selbst abgeändert zu haben, nicht einmal nach der Versammlung des Rats von Elrond. Offenbar tauchte er auch noch in dem Original des Roten Buches auf, ebenso in verschiedenen Abschriften und Auszügen. Doch enthalten viele Kopien (als Alternative) auch den wahren Bericht, der zweifellos aus Aufzeichnungen von Frodo oder Samweis stammt, die beide die Wahrheit erfuhren, wenngleich es ihnen gegen den Strich gegangen zu sein scheint, irgendetwas auszulassen, das der alte Hobbit selbst geschrieben hatte.

Gandalf indes glaubte Bilbos erste Darstellung gleich, als er sie hörte, nicht, und hätte deshalb sehr gern mehr über den Ring gewusst. Schließlich brachte er nach vielem Fragen den wahren Sachverhalt aus Bilbo heraus, was eine Zeitlang eine Belastung für ihre Freundschaft war, aber der Zauberer hielt die Wahrheit wohl für wichtig. Obgleich er darüber nichts zu Bilbo sagte, fand er es auch wichtig und beunruhigend, dass der gute Hobbit nicht gleich zu Anfang die Wahrheit gesprochen hatte: ganz gegen seine sonstige Gewohnheit. Trotzdem war die Idee mit dem »Geschenk« nicht bloß eine Erfindung, die den Hobbits ähnlich sah. Bilbo war, wie er später gestand, durch Gollums Gerede, das er mit angehört hatte, auf den Gedanken gebracht worden; denn Gollum hatte in der Tat den Ring mehrmals sein »Geburtstagsgeschenk« genannt. Auch das fand Gandalf merkwürdig und verdächtig; aber wie wir in diesem Buch sehen werden, bekam er die Wahrheit über diesen Punkt erst viele Jahre später heraus.

Von Bilbos späteren Abenteuern braucht hier kaum mehr gesagt zu werden. Mit Hilfe des Ringes entkam er den Orkwachen am Tor und fand seine Gefährten wieder. Auf seiner Reise bediente er sich viele Male des Ringes, hauptsächlich, um seinen Freunden zu helfen; aber er hielt ihn vor ihnen geheim, solange er konnte. Nach seiner Heimkehr sprach er nie wieder mit irgendjemandem außer Gandalf und Frodo über den Ring; und niemand sonst im Auenland wusste, dass es ihn gab – oder jedenfalls glaubte Bilbo das. Nur Frodo zeigte er den Bericht über seine Reise, an dem er schrieb.

Sein Schwert Stich hängte Bilbo über den Feuerplatz, und sein wundervolles Panzerhemd, ein Geschenk der Zwerge aus dem Drachenschatz, überließ er als Leihgabe einem Museum, und zwar dem Mathomhaus in Michelbinge. Doch in einer Schublade in Beutelsend bewahrte er den alten Mantel und die Kapuze auf, die er auf seinen Fahrten getragen hatte; und der Ring blieb, durch ein Kettchen gesichert, in seiner Tasche.

Er kehrte heim nach Beutelsend am 22. Juni in seinem zweiundfünfzigsten Jahr (A. Z. 1342), und nichts sehr Bemerkenswertes geschah im Auenland, bis Herr Beutlin mit den Vorbereitungen zur Feier seines einundelfzigsten Geburtstages begann (A. Z. 1401). An diesem Punkt beginnt die Geschichte.

Anmerkungen zu den Aufzeichnungen vom Auenland

Weil die Hobbits selbst eine Rolle gespielt hatten bei den großen Ereignissen, die zur Einbeziehung des Auenlands in das Wiedervereinigte Königreich führten, interessierten sie sich am Ende des Dritten Zeitalters sehr viel mehr für ihre eigene Geschichte, und viele der bisher hauptsächlich mündlichen Überlieferungen wurden gesammelt und niedergeschrieben. Die bedeutenderen Familien befassten sich auch mit den sonstigen Ereignissen im Königreich, und viele ihrer Angehörigen studierten seine alten Geschichten und Sagen. Als das erste Jahrhundert des Vierten Zeitalters seinem Ende zuging, gab es im Auenland schon mehrere Bibliotheken, die viele geschichtliche Bücher und Aufzeichnungen besaßen.

Die größten dieser Sammlungen waren vermutlich in Untertürmen, Groß-Smials und im Brandygut. Unser Bericht über das Ende des Dritten Zeitalters stützt sich im Wesentlichen auf das Rote Buch der Westmark. Diese wichtigste Quelle für die Geschichte des Ringkrieges hieß so, weil sie in Untertürmen aufbewahrt worden war, dem Heim der Schönkinds, der Verweser der Westmark. Eigentlich war es Bilbos persönliches Tagebuch, das er nach Bruchtal mitgenommen hatte. Frodo brachte es wieder ins Auenland zurück, und außerdem viele lose Blätter mit Notizen, und sein Bericht über den Krieg, den er in den Jahren A. Z. 1420–21 schrieb, füllte fast alle seine Seiten. Aber angefügt und mit ihm zusammen aufbewahrt, wahrscheinlich in einem einzigen roten Einband, waren die drei großen, in rotes Leder gebundenen Bände, die Bilbo ihm zum Abschied geschenkt hatte. Diesen vier Bänden war in Westmark ein fünfter hinzugefügt worden, der Erläuterungen, Stammbäume und verschiedene andere Auskünfte enthielt über die Hobbits, die zu den Gefährten gehörten.

Das Original des Roten Buches ist nicht erhalten, aber viele Abschriften, besonders vom ersten Band, waren für die Nachkommen der Kinder von Meister Samweis angefertigt worden. Die wichtigste Abschrift hat indes eine andere Geschichte. Sie wurde in Groß-Smials aufbewahrt, war aber in Gondor, wahrscheinlich auf Bitten des Urenkels von Peregrin hin, geschrieben und im Jahre A. Z. 1592 (V. Z. 172) vollendet worden. Der Schreiber aus dem Süden fügte folgende Anmerkung bei: »Findegil, Schreiber des Königs, beendete diese Arbeit im Jahre IV 172. Es ist in allen Einzelheiten eine genaue Abschrift des Buches des Thains in Minas Tirith. Jenes Buch war eine auf Wunsch von König Elessar angefertigte Abschrift des Roten Buches der Periannath und wurde ihm von Thain Peregrin überbracht, als er sich im Jahre IV 64 nach Gondor zurückzog.«

Das Buch des Thains war also die erste Abschrift des Roten Buches und enthielt vieles, was später ausgelassen oder vergessen wurde. In Minas Tirith kamen viele Anmerkungen und Verbesserungen hinzu, vor allem von Namen, Wörtern und Zitaten in den elbischen Sprachen; und es wurde ihm eine gekürzte Fassung von jenen Teilen der Erzählung von Aragorn und Arwen beigegeben, die nicht in den Bericht über den Krieg gehören. Die ganze Erzählung soll von Barahir, dem Enkel des Truchsess Faramir, bald nach dem Hinscheiden des Königs geschrieben worden sein. Aber Findegils Abschrift ist vor allem deshalb von Bedeutung, weil sie allein Bilbos gesamte »Übersetzungen aus dem Elbischen« enthält. Diese drei Bände erwiesen sich als ein Werk von großer Sachkenntnis und Gelehrsamkeit, für das Bilbo von 1403 bis 1418 alle ihm in Bruchtal zugänglichen Quellen, lebende wie geschriebene, benutzt hatte. Frodo machte indes wenig Gebrauch von ihnen, da sie fast ausschließlich die Altvorderenzeit behandelten, deshalb sei hier nicht mehr darüber gesagt.

Weil Meriadoc und Peregrin die Häupter ihrer großen Familien wurden und gleichzeitig ihre Beziehungen zu Rohan und Gondor aufrechterhielten, gab es in den Bibliotheken von Bockenburg und Tuckbergen so manches, was im Roten Buch nicht vorkam. Im Brandygut befanden sich viele Werke über Eriador und die Geschichte von Rohan. Manche von ihnen waren von Meriadoc selbst verfasst oder begonnen worden, obwohl er im Auenland hauptsächlich bekannt wurde durch seine Kräuterkunde des Auenlands und seine Jahreszählung, worin er den Zusammenhang zwischen den Kalendern vom Auenland und von Bree mit denen von Bruchtal, Gondor und Rohan darlegte. Auch schrieb er eine kurze Abhandlung über Alte Wörter und Namen im Auenland und ließ es sich besonders angelegen sein, die Verwandtschaft mit der Sprache der Rohirrim bei solchen »Auenlandwörtern« wie Mathom und alten Bestandteilen in Ortsnamen aufzuzeigen.

Die Bücher in Groß-Smials waren weniger fesselnd für die Leute im Auenland, wenngleich wichtiger für die größere Geschichte. Keins von ihnen war von Peregrin geschrieben worden, aber er und seine Nachfolger sammelten viele Handschriften von Schreibern aus Gondor: hauptsächlich Kopien oder Zusammenfassungen der Geschichte oder Sagen über Elendil und seine Erben. Nur hier im Auenland war umfangreiches Material für die Geschichte von Númenor und Saurons Erhebung zu finden. Wahrscheinlich wurde in Groß-Smials mit Hilfe von Unterlagen, die Meriadoc gesammelt hatte, die Erzählung der Jahre zusammengestellt. Obwohl die angegebenen Daten, besonders für das Zweite Zeitalter, oft auf Mutmaßungen beruhten, verdienen sie Aufmerksamkeit. Es ist wahrscheinlich, dass Meriadoc in Bruchtal, wo er mehr als einen Besuch machte, Beistand und Auskünfte erhielt. Obwohl Elrond schon nicht mehr da war, sind seine Söhne zusammen mit einigen der Hochelben noch lange dort geblieben. Es heißt, Celeborn habe nach dem Abschied von Galadriel dort gewohnt, aber der Tag ist nicht aufgezeichnet, an dem er sich schließlich zu den Grauen Anfurten aufmachte und mit ihm die letzte lebende Erinnerung an die Altvorderenzeit in Mittelerde dahinging.

ERSTES KAPITEL

EIN LANG ERWARTETES FEST

Als Herr Bilbo Beutlin von Beutelsend ankündigte, dass er demnächst zur Feier seines einundelfzigsten Geburtstages ein besonders prächtiges Fest geben wolle, war des Geredes und der Aufregung in Hobbingen kein Ende.

Bilbo war sehr reich und sehr absonderlich, und seit er vor sechzig Jahren plötzlich verschwunden und unerwartet zurückgekehrt war, hatte man im Auenland nicht aufgehört, sich über ihn zu verwundern. Die Reichtümer, die er von seinen Fahrten mitgebracht hatte, waren mittlerweile zu einer Legende im Auenland geworden, und allgemein glaubte man, was immer die alten Leute auch reden mochten, dass der Bühl von Beutelsend voller Stollen sei, in denen sich die Schätze häuften. Und wenn das noch nicht für seinen Ruf genügte, dann staunte man über seine ungebrochene Lebenskraft. Die Zeit blieb nicht stehen, aber auf Herrn Beutlin schien sie wenig Wirkung auszuüben. Mit neunzig war er nicht anders als mit fünfzig. Als er neunundneunzig war, sagten die Leute, er sähe noch gut aus; aber unverändert wäre zutreffender gewesen. Manche schüttelten den Kopf und meinten, das sei zu viel des Guten; es sei einfach unbillig, dass jemand (anscheinend) ewige Jugend und obendrein noch (angeblich) unerschöpfliche Reichtümer besitzen sollte.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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