Der Lebensweg eines Polizisten - Ludwig Ziermeier - E-Book

Der Lebensweg eines Polizisten E-Book

Ludwig Ziermeier

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Beschreibung

Als kleiner, schwächlicher Junge aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen, muss er schnell lernen, sich durchzuschlagen. Judo und Jiu-Jitsu helfen ihm dabei. Sein Ehrgeiz lässt ihn zu einem gefürchteten Kämpfer aufsteigen, der es sogar bis in die Weltklasse schafft. Sein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn macht aus ihm einen Polizeibeamten, der selbst in den eigenen Reihen Ungerechtigkeiten aufdeckt. Ein von ihm ausgeklügeltes System hilft ihm nicht nur dabei, viele Fälle aufzuklären, sondern auch spektakuläre Morde... Einblicke in den tatsächlichen Polizeidienst. Der Autor spendet alle Einnahmen aus seinem Buch den todkranken Kindern der Kinderhospize München.

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Seitenzahl: 172

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Inhaltsverzeichnis

Prolog

1. Meine Kindheit

1.1. Prügel

1.2. Die Scheidung

1.3. Volksschule

1.4. Platzangst

1.5. Der brutale Volksschullehrer

1.6. Tod meiner Mutter

1.7. Sorgerecht

1.8. Der Geist meiner Mutter

2. Meine Jugendzeit

2.1. Der Berufsschullehrer

2.2. Meine Lehrstelle

2.3. Auf der Flucht

2.4. Die Stammkneipe

3. Judo

3.1. Mein Judoverein

3.2. Deutsche Jugend-Mannschafts-Meisterschaft im Judo

3.3. Nürnberger Stadtmeisterschaft im Judo

3.4. Deutsch-Französisches Judolager

4. Als Justizvollzugsbeamter in der JVA Nürnberg

4.1. Erste Einstellungsprüfung bei der Polizei

4.2. Justizoberwachtmeister-Anwärter

4.3. Der Ausbruchsversuch

4.4. Die Nachtstreife

5. Zweite Einstellungsprüfung bei der Polizei

5.1. Der Nürnberger Stadtpolizist

5.2. Der Polizist in meiner Wohnung

5.3. Die Einstellungsprüfung

5.4. Abteilungsleiter Judo vom TSV Lohr a. Main

6. Beginn der Ausbildung bei der 11. BPH in Würzburg

6.1. Ausbildungsbeginn, Einteilung und Unterkunft

6.2. Judoeinsatz gegen Kollegen

6.3. Deutschdiktat

6.4. Aufstiegskampf zur Judo-Bundesliga

6.5. Mein großes Ziel

7. Polizei-Europameisterschaft im Judo

7.1. Vorbereitungslehrgang zur Deutschen Polizei-Judo-Meisterschaft

7.2. Deutsche Polizeimeisterschaft im Judo

7.3. Der Vorbereitungslehrgang für die Polizei-Europameisterschaft

7.4. Kampf um den Gruppensieg

7.5. Halbfinale

7.6. Der Endkampf

8. Landpolizei Dachau

8.1. Die Selbstmörderin

8.2. Der Festnahmeeinsatz

8.3. Der Schuss

8.4. Judoprüfung zum Schwarzgurt 1. DAN

9. Die Polizeischule

9.1. Prüfungsfächer

9.2. Eine hübsche junge Frau

9.3. Die Klasseneinteilung

9.4. Meine neue Freundin

9.5. Die Klausurarbeit

9.6. Der Pfarrer des Kindergartens

9.7. Die Polizeiprüfung

9.8. Die Hiobsbotschaft

10. Landpolizei Pullach

10.1. Erste Einsätze mit Toten

10.2. Ein unheimliches Erlebnis

10.3. Unterführerausbildung in Seeon

11. Gruppenführer der 1. BPH in München

11.1. Der Skibob-Vizeweltmeister

11.2. Negative Dienstvorkommnisse

11.3. Scharfschütze

11.4. Vorkommnisse

11.5. Meine erste Beurteilung

12. Polizeiinspektion 22

12.1. Unfallflucht

12.2. Ein älterer Kollege

12.3. Tote Menschen

12.4. Selbstmorde von Kollegen

12.5. Weitere Todesfälle

12.6. Tod von Kindern

12.7. Widerstände

12.8. Funktion als Gehobener

12.9. Berufliche Grenzen

12.10. Alkohol am Steuer

12.11. Ladendiebstahl

12.12. Weitere Einsätze von der Einsatzzentrale

12.12.1. Hilflose Person:

12.12.2. Horroreinsatz Maden:

12.12.3. Einbruch?

12.13. Der Obdachlose

12.14. Lustige Vorkommnisse

12.14.1. Stiller Zeitungsverkäufer:

12.14.2. Im Halteverbot:

12.15. Autoaufbruch

12.16. Unfall mit dem eigenen Polizeifahrzeug

12.17. Ausbilder in der polizeilichen Selbstverteidigung

12.18. Schwimmweltmeisterschaft

13. Polizeiinspektion 25

13.1. Eine Versetzung mit Folgen

13.2. Das Jugendamt

13.3. Der Aufstiegsbeamte

13.4. Beurteilungsandrohung mit Note 5

14. Zentrale Dienste 6 Polizeihaftanstalt

14.1. Dienstbetrieb in der Polizeihaftanstalt

14.2. Ausbruch aus der Aufnahmezelle

14.3. Der Gefängnisausbruch

14.4. U-Bahnunfall am Marienplatz

14.5. Widerstand im Polizeigefängnis

14.6. Geldbotenraub

14.7. Der Rechtsanwalt

14.8. Russisches Roulette

14.9. Mein letzter Judo-Kampf

14.10. Tischtennis

14.11. Programmierer

15. CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag

15.1. Mein Chef

15.2. Schreiben an die Abgeordneten

15.3. Kienbaum-Gutachten Polizei

15.4. Kampf auf der Straße

15.5. Die Todesstrafe

15.6. Die Chefsekretärin

15.7. Besprechungen

15.8. Klage beim Verwaltungsgericht

16. K 341 – Täterbildverfahren

16.1. Die Recherche

16.2. Der Lichtbildvergleich

16.3. Beurteilungsantrag

16.4. Beförderungen

16.5. Neid auf der Dienststelle

16.6. Der neidische Kollege

16.7. Bewaffneter Raubüberfall mit Messer

16.8. Spektakuläre Mordfälle

16.8.1. Der Mafia-Mord:

16.8.2. Mord eines Kindes:

16.8.3. Raubmord mit der Maschinenpistole:

16.9. Die Beurteilungseröffnung

16.10. Mein neidischer Kollege

16.11. Das Einspruchsschreiben

16.12. Mobbing

16.13. Die Besprechung

16.14. Verlassen der Dienststelle

17. K 343 – Die EDV-Beweismittelsicherung

17.1. Bild des Grauens

17.2. Volksverhetzung

17.3. Versetzung zum Bayerischen Landeskriminalamt

18. BLKA-Personenfahndung

18.1. Überregionale Trickbetrüger

18.2. Mein Vater

18.3. Wieder Ärger mit der Beurteilung

18.4. Wieder Ärger mit meinem Chef

18.5. Versetzungsangebot

19. BLKA-Sachfahndung

19.1. Versetzung zur Sachfahndung

19.2. Beim Dezernatsleiter

19.3. Dienststelle Sachfahndung

19.4. Bewerbung zur politischen Abteilung

20. BLKA-Politische Abteilung

20.1. FBI

20.2. Unglaublich

20.3. Besprechung Dezernatsleiter bei der Sachfahndung

20.4. Anruf meines Chefs

20.5. Neue Dienststelle

20.6. Verabschiedung

21. In der Pension

21.1. Tod meiner Schwester

21.2. Trickbetrüger

21.3. Mein 65. Geburtstag

21.4. Der Treppensturz

21.5. Langeweile in der Pension

21.6. Als Komparse und Kleindarsteller

21.7. Der Taxistreik

21.8. Drehbücher

21.9. Filme auf YouTube

21.10. Film- und Komparsenrollen

Bilder aus der Vergangenheit

Vorstellung seines zweiten Buches

Prolog

Aus erbärmlichen Verhältnissen kommend, ohne Eltern, von vielen Schicksalsschlägen verfolgt, kämpft sich ein junger, schwächlicher Mann nach oben. Oft gedemütigt, bedroht und geschlagen. Er wehrt sich dagegen und beginnt ehrgeizig mit den japanischen Kampfsportarten Judo und Jiu-Jitsu. Er wird ein starker Bundesliga-Judo-Kämpfer, der es sogar mit Weltklasse-Kämpfern aufnimmt. Zudem hat er immer einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und nur einen einzigen Traum. Er will unbedingt ein Polizist werden.

Selbst nachdem er bei der Polizei-Einstellungsprüfung durchfällt, gibt er nicht auf, und mit eisernem Willen schafft er es doch in den Polizeiberuf. Körperlich kann es niemand mit ihm aufnehmen und er setzt sich gegen jeden seiner Gegner durch, dank seiner Kampfsportarten Judo und Jiu-Jitsu.

Nachdem er es endlich zum Polizeibeamten geschafft hat, fangen in diesem Beruf erst seine richtigen Probleme an. Er bekommt Schwierigkeiten mit Vorgesetzten und diese schlagen sich wiederum auf seine Beurteilungen nieder. Er muss dadurch mehrere Dienststellen wechseln. Doch er gibt nie auf und kämpft auch hier dagegen an.

Bei Polizeieinsätzen bricht er jeden Widerstand gegen die, die versuchen, ihn körperlich anzugreifen. Als Polizist sieht er nun, wie es im richtigen Leben zugeht. Viele schreckliche Unfälle, Todesursachen, der Tod kleiner Kinder oder Selbstmord von Kollegen setzen ihn oft psychisch unter Druck. Jede Ungerechtigkeit versucht er bei seinen Einsätzen immer im Keim zu ersticken.

Er bildet sich nebenbei fort und wird EDV-Dozent an einer kaufmännischen Berufsausbildungsschule. Man beurlaubt ihn zur CSU-Fraktion in den Bayerischen Landtag und dort teilt er den Abgeordneten mit, wie ungerecht er das Beurteilungssystem bei der Polizei sieht und wie beurteilt wird. Er macht eine Klage beim Bayerischen Verwaltungsgericht gegen seine Beurteilung. Trotz einer Niederlage beim Bayerischen Verwaltungsgericht lässt er sich nicht unterkriegen.

Dann bei seiner neuen Dienststelle bei der Kriminalpolizei beim Polizeipräsidium München (nach seiner Beurlaubung bei der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag) geht es zunächst aufwärts und er hat berufliche Erfolge und Anerkennung im Beruf. Er bekommt gute Beurteilungen und wird dadurch mehrmals befördert. Er entdeckt bei der Fahndung neuartige Recherchemethoden. Durch diese neue Methode erzielte er bei der Fahndung sehr viele Treffer bei den Suchungen nach den unbekannten Straftätern. Es wurden dadurch sehr viele Fälle aufgeklärt, u. a. spektakuläre Fälle. Doch auf seiner Dienststelle gab es daraufhin nur Neid, Ungerechtigkeit und Intrigen gegen ihn. Trotz seiner Erfolge in seinen Suchungen wurde er wieder schlechter beurteilt. Er kämpft wieder gegen seine Beurteilung an und legt Einspruch ein. Es kommt zum Mobbing. Er schafft etwas, was noch nie ein Polizeibeamter in Bayern vorher geschafft hatte. Seine Beurteilung wurde wieder angehoben, doch dies hatte seinen Preis, denn er muss durch die Intrigen einzelner Kollegen seine Dienststelle wieder verlassen.

Er geht zum Bayerischen Landeskriminalamt und dort wird er endlich zum Kriminalhauptkommissar befördert. Doch auch dort hat er wieder Schwierigkeiten mit Vorgesetzten, aber er scheut sich nicht, schriftlich gegen sie vorzugehen, auch wenn einer seiner Vorgesetzten ein Direktor ist. Er lässt sich wegen solcher Vorgesetzten zur politischen Abteilung abordnen. Dort findet er endlich Anerkennung bei den Vorgesetzten dieser Dienststelle und verlängert sogar seine Dienstzeit um weitere zwei Jahre.

In der Pension wird ihm das Leben zu langweilig. Er wird Komparse und Kleindarsteller. Bekommt sogar Sprechrollen. Nun fängt er an, Drehbücher zu schreiben und zu verfilmen.

Ob ungerechte Gerichtsurteile, Beurteilungen oder Mobbing, nichts bringt ihn aus der Bahn. Er bekämpft stets jede Ungerechtigkeit.

1. Meine Kindheit

1.1. Prügel

Als ich gerade einmal zwei Jahre alt war, soweit kann ich mich noch zurückerinnern, verprügelte mein Vater meine Mutter und sie weinte fürchterlich, liegend im Bett. Ich kam zu ihr, weinte mit ihr und sagte: „Mama, höre bitte auf zu weinen.“

Meine Mutter wurde oft von meinem Vater verprügelt. Einmal wollte mein Bruder ihr helfen, da verprügelte mein Vater auch noch ihn.

1.2. Die Scheidung

Mein Vater hurte nur mit anderen Frauen herum. Um zu diesen Frauen gehen zu können und keinen Verdacht bei unserer Mutter zu schöpfen, fing er mit ihr grundlos einen Streit an, knallte die Türe zu und verließ die Wohnung.

Nun geschah es, dass zwei dieser Frauen Kinder von ihm bekamen und es kam zur Scheidung.

Meine Mutter fing dann als Arbeiterin in einer Fabrik in Nürnberg an und arbeitete an der Stanzmaschine. Schon kurz darauf hatte sie einen Arbeitsunfall und stanzte sich ein Glied des Mittelfingers von ihrer rechten Hand ab.

Aufgrund der Kriegsjahre hatte meine Mutter keinen Beruf erlernt und als Arbeiterin verdiente sie als Frau in der Fabrik sehr wenig. Den letzten Pfennig brauchte sie für uns, sie war so arm wie eine Kirchenmaus. Sie konnte sich nicht einmal Strümpfe leisten. Mein Vater zahlte fast nie Unterhalt. Als die Not einmal sehr groß war, schickte sie meinen Bruder und mich zu unserem Vater. Er hatte sich bei einer anderen Frau in deren Wohnung eingenistet. Doch als wir bei ihm waren, redete er nur blöd daher, bis die Frau ihn anschrie: „Gib den Kindern doch endlich das Geld!“ Daraufhin bekamen wir von ihm 100 DM.

1.3. Volksschule

Bis ich in die Volksschule kam, verbrachte ich die meiste Zeit meiner Kindheit in der Kinderkrippe und im Kindergarten, da meine Mutter arbeiten musste. Daher sah ich sie nur abends oder an den Wochenenden. Sie hatte wenig Zeit für uns, da sie zu sehr mit dem Haushalt beschäftigt war und dann noch zusätzlich drei Kinder zu versorgen hatte.

Da ich als Schüler nie Geld hatte, verdiente ich mir oft ein paar Pfennige durch Sammeln von Alteisen, leeren Flaschen und Altpapier, als Losverkäufer oder Balljunge beim Tennis dazu, sodass ich mir auch einmal Süßigkeiten leisten konnte.

In der Volksschule war ich ein verstörter Volksschüler und daher hatte ich auch nur durchschnittliche Schulnoten. Ich war klein, zierlich, schwächlich und wurde auf dem Schulhof oft von Mitschülern verprügelt. Aber es gab auch Volksschullehrer, die damals im Unterricht noch zuschlugen.

Sogar von einem Pfarrer wurde ich einmal verprügelt. Dieser Pfarrer sah aus wie der „Don Camillo“. Als er einmal zum Religionsunterricht in unsere Klasse kam, sagte ich aus Spaß zu ihm: „Guten Morgen, Herr ´Don Camillo´.“ Als er dies hörte, kam er auf mich zu und sagte: „Wenn ich der ´Don Camillo´ bin, dann bist du der ´Peppone´ und weißt du, was er dann mit dem ´Peppone´ gemacht hat?“

Anschließend wusste ich es.

1.4. Platzangst

Einmal spielte ich mit mehreren Schülern auf einem Schrottplatz. Dort lagen mehrere leere Teerfässer herum. Die Kinder steckten mich in eines dieser leeren Teerfässer und stellten das Fass auf den Kopf. Es war stockdunkel und ich bekam fast keine Luft. Ich glaubte, ich müsste dort ersticken. Immer wieder klopfte ich gegen das Fass, schrie und brüllte, dass sie mich herauslassen sollten. Doch sie saßen auf dem Fass und lachten. Ein älterer Schüler, der zufällig vorbeigekommen war und dies sah, befreite mich aus dieser Lage. Ich war schon halb ohnmächtig und zitterte am ganzen Körper. Die Kinder um mich herum aber lachten nur.

Ab diesem Zeitpunkt hatte ich immer Platzangst und dies wirkte sich in meinem späteren Leben wie folgt aus: Ich konnte nicht mehr in einem Aufzug fahren. Fuhr ich mit der U-Bahn und blieb diese plötzlich für mehrere Minuten in einem Tunnel stehen, bekam ich sofort Schweißausbrüche.

1.5. Der brutale Volksschullehrer

Als ich in die 5. Volksschulklasse kam, bekamen wir einen Lehrer, der aussah wie der Filmschauspieler „Yul Brynner“, und er hatte auch genau den gleichen Glatzkopf. Er führte immer ein „Spanisches Rohr“ als Schlagstock mit einer Länge von ca. 40 cm bei sich. Immer wenn ein Schüler nicht aufpasste oder schwätzte, beorderte der Lehrer den Schüler, ans Lehrerpult zu kommen.

Hier musste er zunächst den rechten Arm ausstrecken und dem Lehrer die offene Hand hinhalten. Dann bekam er mit voller Wucht den Stock auf die Hand geschlagen. Anschließend kam dann die linke Hand dran. Der Lehrer schlug so fest zu, dass sogar der Schlagstock beim Herabsausen summte. Jedes Kind fing sofort an zu weinen.

Ich hasste diesen Lehrer und überlegte, was ich dagegen tun könnte. Nun hatte ich plötzlich eine Idee.

Kurz bevor ich in die Schule ging, zog ich mir eine dicke Torwarthose unter meiner normalen Hose an. Im Unterricht schwätzte ich dann absichtlich, um den Lehrer auf mich aufmerksam zu machen.

Als er mich beim Schwätzen sah, musste ich sofort zu ihm ans Lehrerpult kommen und meinen Arm ausstrecken. Doch in dem Moment, in dem er zuschlug, zog ich meinen Arm zurück und er schlug ins Leere. Die ganze Klasse lachte und er schäumte vor Wut.

Er drohte mir an, wenn ich das nochmals machen würde, dann könnte ich etwas erleben. Doch als er erneut zuschlug, zog ich wieder meinen Arm zurück und der Schlag ging erneut ins Leere. Jetzt brüllte schon die ganze Klasse vor lauter Lachen.

Nun holte er seinen Lehrerstuhl und legte mich über den Stuhl. Mit voller Wucht schlug er mit dem Stock auf mein Hinterteil. Doch jedes Mal, wenn der zuschlug, lachte ich ihn aus und sagte: „Es tut überhaupt nicht weh.“ Als er dies immer wieder hörte und die Klasse nebenbei lachte, schlug er wie ein Wilder auf mein Hinterteil. Doch je mehr er zuschlug, umso mehr lachte ich und sagte immer wieder: „Es tut überhaupt nicht weh.“ Als er merkte, dass das Schlagen bei mir überhaupt nicht half und er durch das Zuschlagen erhebliche Atemprobleme bekommen hatte, schickte er mich wieder zurück auf meine Schulbank.

Zu Hause erzählte ich dann meiner Mutter, wie ich von meinem Lehrer brutal verprügelt worden war. Meine Mutter ging daraufhin in die Schule und beschwerte sich über den Lehrer. Ab diesem Zeitpunkt wurde in dieser Schule nie mehr ein Kind verprügelt und ich fühlte mich wie ein Held.

1.6. Tod meiner Mutter

Als ich zwölf Jahre alt war, geschah für mich das Schrecklichste in meinem Leben. Meine Mutter bekam Unterleibskrebs und musste ins Krankenhaus zur Operation. Ich kann mich noch gut erinnern: Bevor sie ins Krankenhaus fuhr, nahm ich sie in die Arme, drückte sie fest an meine Brust und küsste ihre Wange.

Dies war der letzte Kuss, den ich meiner Mutter in diesem Leben gegeben hatte, denn kurz nach der Operation verstarb sie im Krankenhaus. Sie war gerade einmal 39 Jahre alt.

Warum sie sterben musste, erfuhr ich erst mit 60 Jahren von meiner Schwester. Unser Vater war für ihren Tod verantwortlich gewesen. Nachdem ich zur Welt gekommen war, wurde meine Mutter nochmals schwanger, doch unser Vater trieb es mit Stricknadeln ab.

An diesen Spätfolgen war sie dann gestorben.

1.7. Sorgerecht

Mein Vater bekam das Sorgerecht, doch mein Bruder und ich weigerten uns, zu ihm zu gehen. Da aber meine Schwester 21 Jahre alt und somit volljährig war, durften wir weiter mit der Genehmigung des Jugendamtes in der elterlichen Wohnung bleiben.

Meine Großmutter kam jeden Tag zu uns und unterstützte meine Schwester.

Einmal kam mein Vater zu uns in die Wohnung. Er hatte eine lange Unterhose dabei, die ich anziehen sollte. Doch ich weigerte mich, weil sie mir nicht gefiel. Daraufhin wollte er mich verprügeln.

Ich rannte in mein Zimmer und sperrte mich ein. Da hier das Fenster offen war, wollte ich schon aus lauter Angst aus dem 1. Stock (ich stand bereits auf dem Fensterbrett) springen. Doch in dem Moment hatte er schon die Türe aufgebrochen und verprügelte mich gewaltig.

1.8. Der Geist meiner Mutter

Meine Mutter war noch nicht lange tot, da bekam ich eines Tages einen Schluckauf, der nicht mehr aufhörte. Meine Geschwister sagten zu mir, dass ich die Luft anhalten und gleichzeitig dreimal schlucken sollte. Aber auch dies half nicht.

Nun sagte meine Schwester zu mir, dass ich an einen Menschen denken sollte, und wenn dieser zur gleichen Zeit an mich denken würde, dann würde dieser Schluckauf verschwinden. Ich dachte an jeden, der mir gerade einfiel, an all meine Verwandten, Freunde und Bekannten, aber der Schluckauf blieb. Doch dann dachte ich plötzlich an meine verstorbene Mutter und der Schluckauf war auf einmal weg. Dieses Phänomen begleitete mich mein ganzes Leben.

Immer wenn ich einen Schluckauf bekam, dachte ich dann sofort an meine Mutter und der Schluckauf war weg.

2. Meine Jugendzeit

2.1. Der Berufsschullehrer

Nach Beendigung der Volksschule ging ich in den Betrieb meines Bruders, um den Beruf eines Handwerkers (Spengler und Gas-Wasser-Installateur) zu erlernen.

Als ich zum ersten Mal in die Berufsschule ging, bekamen wir einen Lehrer, der in der gesamten Berufsschule gefürchtet war, da er als der strengste Lehrer galt. Doch dann ereignete sich etwas, das mein ganzes Leben verändern sollte. Dieser Lehrer mochte mich, war immer sehr verständnis- und liebevoll zu mir. Da ich ihn als Schüler nicht enttäuschen wollte, fing ich zum ersten Mal in meinem Leben an, richtig zu lernen, und war plötzlich zu einem Einser-Schüler geworden.

Ich war der beste Schüler in der Klasse und nun wusste ich, was für ein Potenzial in mir steckte.

2.2. Meine Lehrstelle

Für diesen Handwerksberuf, den ich erlernen wollte, hatte ich eine falsche Entscheidung getroffen, denn auf dieser Lehrstelle gab es einige Gesellen, die zuschlugen, wenn man etwas falsch machte oder zu langsam arbeitete.

Für diese Gesellen musste man nur die Drecksarbeit (Brotzeit einkaufen, Schlitze schlagen, Rohrgewinde schneiden usw.) machen sowie ihre schweren Werkzeugtaschen schleppen. Am schlimmsten von allen aber war mein Lehrherr. Er durfte nur mit „Meister“ angesprochen werden. Den ganzen Tag hatte er eine Zigarre im Mund. Obwohl ich ein Linkshänder war, verbot er mir, mit der linken Hand zu arbeiten. Erwischte er mich bei der Arbeit, dass ich mit der linken Hand arbeitete, dann hatte ich auch schon seine Hand im Gesicht.

Einmal war ich auf einer Baustelle und musste Schlitze für die Rohrleitungen schlagen. Dies war eine schwierige Arbeit, da ich auch teilweise in den Beton schlagen musste. Als ich den Meister kommen sah, nahm ich das Fäustel schnell in die rechte Hand und den Meißel in die linke. Doch bei mir blieb der Meister plötzlich stehen und wollte zusehen, wie ich die Schlitze schlage. Jeder zweite Schlag von mir ging daneben oder auf meine linke Hand. Meine linke Hand blutete schon erheblich. Er aber schrie mich nur an, dass ich zu blöde wäre und nicht einmal Schlitze schlagen könne.

Aber auch meine Ausbildung zum Spengler war nicht ungefährlich. Hier musste man schwindelfrei sein und man durfte auf keinen Fall Höhenangst haben. Oft musste ich in schwindelnder Höhe arbeiten, zum Beispiel auf dem Dach der Kongresshalle in Nürnberg. Auf schmalen Holzbrettern und Pfaden musste man in dieser Höhe sein Werkzeug und das Arbeitsmaterial (z. B. Bleche) mitschleppen. Jeder falsche Schritt hätte hier lebensgefährlich sein können, man musste immer sehr konzentriert sein. Früher war die Leiter bei den Baugerüsten immer außen angebracht. Hier musste ich mich von unten bis ganz nach oben zum Dach mit nur einer Hand (Sprosse zu Sprosse) hochhangeln, denn in der anderen Hand hatte man das Arbeitsmaterial oder die schwere Werkzeugtasche. Jeder Griff musste hier immer sicher sitzen.

Ein einziges Mal griff ich jedoch daneben. Doch ich hatte Glück im Unglück, da ich auf der Leiter erst in einer Höhe von ca. zwei Metern war.

Bei diesem Sturz aus dieser Höhe verletzte ich mich nur leicht.

2.3. Auf der Flucht

Ab meinem sechzehnten Lebensjahr verkehrte ich nur noch in Kneipen. Viele gefährliche Erfahrungen machte ich hier und aus jeder dieser gefährlichen Situationen musste ich immer wieder flüchten.

Einmal ging ich auf die Toilette und eine Person folgte mir. In der Toilette wollte er mit mir grundlos eine Schlägerei beginnen.

Zum Glück kam in diesem Moment eine weitere Person auf die Toilette und ich konnte flüchten.

Ein anderes Mal kam eine Person, die ich aus Volksschulzeiten kannte, in der Gaststätte an meinen Tisch. Er war ein brutaler Schläger und gefürchtet, saß wegen seiner Schlägereien auch oft im Gefängnis.

Er forderte mich auf, vor das Lokal zu gehen, da er mir mit seinem Finger „das Gehirn aus dem Kopf ziehen wolle“.

Dann saß ich einmal im Lokal und spielte Karten (Schafkopf). Hierbei stellte ich fest, dass ein Spieler falsch spielte. Daraufhin sprach ich ihn an und wollte meinen Geldeinsatz wieder nehmen. In diesem Moment drohte er mir mit Prügel. Ich ließ das Geld liegen, stand auf und verließ das Lokal.

Einmal geriet ich sogar in eine extrem gefährliche Situation. Mit ein paar Freunden suchten wir eine Gaststätte auf, vor welcher gut 100 Rocker standen, die Ketten um ihre Körper gebunden hatten.

Als wir in die Gaststätte gingen, fielen wir sofort auf, denn wir waren die Einzigen, die normal gekleidet waren.

Wir gingen in den hintersten Raum der Gaststätte, da es dort leer war. Doch es dauerte nicht lange und schon saßen viele Rocker an unserem Tisch und pöbelten uns an.

Dann hatte auch schon ein Freund von mir die Hand eines Rockers im Gesicht. Einem anderen Freund schütteten sie einen gefüllten Bierkrug über den Kopf. Wir standen auf und wollten gehen.

Als ich meine Cola noch austrinken wollte, wurde mir die Flasche von einem Rocker aus der Hand gerissen und er trank sie aus. Ich flüchtete sofort Richtung Ausgang, doch kurz vor dem Ausgang stellte sich mir ein Rocker in den Weg. Ich sagte zu ihm: „Wir haben doch überhaupt nichts getan.“