Der Lover des Vampirs - Charlie Richards - E-Book

Der Lover des Vampirs E-Book

Charlie Richards

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Beschreibung

Eine gute Beziehung braucht drei Dinge: Respekt, Kommunikation und Kompromisse … und Liebe, natürlich. Vincent „Dobs“ Marché glaubt, seinen Geliebten – seinen vom Schicksal vorherbestimmten Gefährten – vor Monaten bei einer Vollstreckerherausforderung der Wandler gerochen zu haben. Seit aggressive einzelgängerische Wandler seine Mutter getötet haben, ist die Verbindung mit einem von ihnen das Letzte, was er will. Er flieht vor der Erkenntnis und schwört, sein Leben allein zu leben. Das Schicksal hat jedoch andere Pläne. Langsam wird das Blut von menschlichen Spendern für ihn unangenehm, bis es leichter ist, zu hungern als den Geschmack zu ertragen. Als er kurz vor dem Zusammenbruch steht, schreiten seine Freunde ein und zwingen ihn, nach Stone Ridge zurückzukehren und dem Wandler eine Chance zu geben. Als Dobs seinen Geliebten Franklin Drunger zum ersten Mal trifft, lockt ihn das Blut des großen, sexy Wolfswandlers. Frankie scheint mit der Vorstellung, dass Dobs von ihm trinkt, recht gut klarzukommen, also gibt er seinem Verlangen nach und beißt den Mann. Reb, Frankies beschützender älterer Bruder, ist nicht annähernd so aufgeschlossen und greift Dobs an. Instinktiv verteidigt Frankie seinen Gefährten, wobei er sich in seine Wolfsform verwandelt. Dobs gerät beim Anblick des Wolfes in Panik und beleidigt seinen Geliebten. Wütend und verletzt flieht Frankie. Kann Dobs lernen, das Geschenk, das ihm das Schicksal gegeben hat, anzunehmen und Frankie davon zu überzeugen, ihm eine weitere Chance zu geben? Oder ist es zu spät für ihn, sich die Liebe des besonderen Wandlers, den er bekommen hat, zu verdienen? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 33.300 Wörter

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

ÜBER CHARLIE RICHARDS

LESEPROBE:

Der Lover des Vampirs

Eine gute Beziehung braucht drei Dinge: Respekt, Kommunikation und Kompromisse … und Liebe, natürlich.

Vincent „Dobs“ Marché glaubt, seinen Geliebten – seinen vom Schicksal vorherbestimmten Gefährten – vor Monaten bei einer Vollstreckerherausforderung der Wandler gerochen zu haben. Seit aggressive einzelgängerische Wandler seine Mutter getötet haben, ist die Verbindung mit einem von ihnen das Letzte, was er will. Er flieht vor der Erkenntnis und schwört, sein Leben allein zu leben. Das Schicksal hat jedoch andere Pläne. Langsam wird das Blut von menschlichen Spendern für ihn unangenehm, bis es leichter ist, zu hungern als den Geschmack zu ertragen. Als er kurz vor dem Zusammenbruch steht, schreiten seine Freunde ein und zwingen ihn, nach Stone Ridge zurückzukehren und dem Wandler eine Chance zu geben.

Als Dobs seinen Geliebten Franklin Drunger zum ersten Mal trifft, lockt ihn das Blut des großen, sexy Wolfswandlers. Frankie scheint mit der Vorstellung, dass Dobs von ihm trinkt, recht gut klarzukommen, also gibt er seinem Verlangen nach und beißt den Mann. Reb, Frankies beschützender älterer Bruder, ist nicht annähernd so aufgeschlossen und greift Dobs an. Instinktiv verteidigt Frankie seinen Gefährten, wobei er sich in seine Wolfsform verwandelt. Dobs gerät beim Anblick des Wolfes in Panik und beleidigt seinen Geliebten. Wütend und verletzt flieht Frankie.

Kann Dobs lernen, das Geschenk, das ihm das Schicksal gegeben hat, anzunehmen und Frankie davon zu überzeugen, ihm eine weitere Chance zu geben? Oder ist es zu spät für ihn, sich die Liebe des besonderen Wandlers, den er bekommen hat, zu verdienen?

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.

Länge: rund 33.300 Wörter

CHARLIE RICHARDS

Der Lover des Vampirs

Die Wölfe von Stone Ridge 16

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene

ME AND THE MUSE PUBLISHING

www.meandthemuse.com

Copyright © der englischen Originalausgabe „The Vampire’s Special Lover“: Charlie Richards

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:

Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe

Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2018

Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs

Übersetzt von: Sage Marlowe

URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:

Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.

Mit dem Erwerb eines E-Books erhält der Käufer die Lizenz zur persönlichen Nutzung, ist jedoch nicht zur Weitergabe des Inhaltes an Dritte, weder gegen Entgelt noch kostenlos, berechtigt.

Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.

Bitte beachten:

Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.

Widmung

Für meinen Ehemann – weil er sein Bestes gibt, um mir zu helfen, meine Ziele zu erreichen und meine Träume zu erfüllen.

Kapitel 1

„Du kannst nicht so weitermachen. Was stimmt denn nicht mit diesem?“

Dobs knurrte Sebastian warnend an und ließ dabei seine Reißzähne aufblitzen. „Ich habe keinen Hunger“, schnappte er.

Sebastian – Seb für seine Freunde – verdrehte seine Augen. „Du willst mich wohl verarschen. Du hast seit drei Tagen nichts mehr zu dir genommen“, betonte er. „Und das letzte Mal war aus einem Glas. Sag mir, was zum Teufel mit dir los ist.“

Ihm missfiel der Befehl in Sebs Stimme. Dobs mochte es nicht, von irgendjemandem herumkommandiert zu werden, aber er hatte nicht die Kraft, sich mit Seb anzulegen. Und war das nicht ein Tritt in die Eier? Bei normaler Kraft hätte er keine Probleme gehabt, so gut auszuteilen wie sein Freund. Jetzt erforderte es eine Anstrengung, sich überhaupt dafür zu interessieren.

Und all das wegen eines Wandlers.

Schon wieder.

Dobs stemmte sich von der Couch hoch, konnte kaum den Anflug von Schwindel verbergen, der ihn überkam. Knurrend und sauer darüber, wie schwach er sich fühlte, ging Dobs auf die Bar zu. Wenn er eine Bloody Mary machte und echtes Blut hinein mischte, konnte er es runterkriegen. Es wäre flüssig, wenn auch nicht so, wie er es mochte, aber er konnte es schaffen.

Er machte sich daran, sein Getränk zu mixen. Es kostete ihn Anstrengung, das Zittern seiner Hände zu verbergen. Götter, er war durstig. Die Erinnerung an den reichen Duft des Blutes seines Geliebten, seines einzig wahren Gefährten, neckte ihn, ähnlich wie er sich den Phantomschmerz von einem verlorenen Körperteil vorstellte, den ein Amputierter empfinden würde. Ihm lief das Wasser im Mund zusammen.

Dobs beugte den Kopf und musste mehrmals tief durchatmen, um seine Sinne zu klären. Der Mann, den das Schicksal als seinen Geliebten bestimmt hatte, war nicht hier. Er war nicht hier. Es gab keine Wandler in seinem Haus. Das hatte er vor einigen Monaten gewollt, als er realisierte, was sein Geliebter war. Er hatte gedacht, wenn er nicht mit dem Wandler verbunden wäre, könnte er weitermachen und sich damit abfinden, dass er nie mit jemandem verpaart sein würde.

Unglücklicherweise konnte das Schicksal ein wahres Miststück sein. Allmählich hatte der Genuss abgenommen, den Dobs beim Trinken des Blutes von anderen empfand. Jetzt konnte er nicht einmal den Gedanken ertragen, Blut von einer Quelle zu trinken, die nicht sein Vorherbestimmter war. Beim Geruch des Spenders, den Seb ihm gebracht hatte, hatte sich ihm der Magen umgedreht und ihm war übel geworden.

Dobs trank die Bloody Mary. Wenigstens konnte er es noch ertragen, Blut zu trinken, das bereits aus einem Körper entnommen worden war. Er hatte angefangen, in Blutbanken einzubrechen und zu stehlen, was er brauchte. Es war entwürdigend und demütigend, aber Dobs wollte das Leben noch nicht aufgeben.

Er fragte sich, ob das passieren würde, wenn er lange genug von dem Wolfswandler wegblieb.

Der Knall seiner Bürotür erregte seine Aufmerksamkeit und er sah Lex ins Wohnzimmer treten. Dobs unterdrückte ein Stöhnen. Verdammt, seine Freunde nahmen ihn jetzt zu zweit in die Zange. Fantastisch.

„Wer ist er?“, knurrte Lex und stakste auf ihn zu.

Okay, Dobs hatte das nicht erwartet. Er hob eine Braue und hielt sein Gesicht unbewegt. „Worüber redest du?“

„Du lehnst Spender ab, trinkst aus einem Glas und siechst dahin“, erklärte Lex und zählte die Punkte an den Fingern ab, während er sprach. „Du hast deinen Geliebten getroffen. Wer ist er und wo ist er? Ich werde ihn holen.“

Oh, verdammt, nein! Dobs zog seine Lippe hoch und knurrte, zeigte einen Fangzahn.

Lex war nicht beeindruckt. Er ging hinüber und schlug Dobs auf den Hinterkopf … hart. „Du verdammter Idiot. Lieber stirbst du, als deinen vom Schicksal Auserwählten anzunehmen? Warum? Was könnte so schlimm sein, dass du diesen langsamen qualvollen Tod wählen würdest?“

„Mir geht es gut“, log Dobs. „Es wird bald besser.“ Er musste das unbedingt glauben.

„Du hast deinen Geliebten getroffen? Wo? Wann?“, mischte Seb sich ein und kam näher.

Dobs ignoriert Sebs Fragen. Stattdessen trank er noch einige Schlucke seines Getränks. Er konnte fühlen, wie das Blut, so verdünnt es auch sein mochte, durch seinen Körper zu fließen begann, seine Hände beruhigte und die Krämpfe in seinem Magen linderte. Es war nicht annähernd genug, um ihn zu befriedigen, aber es war ein Anfang.

„Es wird nicht besser werden, Dobs“, erklärte Lex mit stechendem Blick. „Es wird nur noch schlimmer werden.“

Er wollte ihm nicht glauben.

Lex packte seine Schultern und zwang ihn, sich umzudrehen und ihn anzusehen. Dobs hatte nicht die Kraft zu widerstehen. Lex stand dicht vor ihm, drückte ihn an die Wand und fragte schroff: „Wer ist er?“

Dobs kämpfte nur ein paar Sekunden bevor seine neu erworbene Stärke nachließ. Er konnte sich gegen seinen Freund nicht wehren. Dobs ließ den Kopf gegen die Wand fallen und gestand seine Niederlage ein. „Er ist ein Wolfswandler in Stone Ridge“, gab er zu.

„Wie heißt er?“, fragte Seb von hinten.

Dobs sah Lex über die Schulter und schüttelte den Kopf.

Lex knurrte. „Sag mir seinen Namen.“

„Ich weiß ihn nicht“, flüsterte Dobs.

Lex runzelte die Stirn und wich zurück. „Wie kannst du seinen Namen nicht wissen?“, fragte er ungläubig.

„Ich habe ihn bei einer Herausforderung um die Position des Vollstreckers, die sie hielten, gerochen. Dutzende von Wandlern waren da“, erklärte Dobs. „Ich weiß nicht, welcher es war.“

„Bei den Göttern“, zischte Seb. „Das war vor fast acht Monaten.“

„Kein Wunder, dass du fast tot bist“, schnappte Lex. „Du dummer, voreingenommener Idiot.“

Dobs widersprach nicht. Er wusste, dass es stimmte. Sein Hass auf Wandler hatte sich im letzten Jahrhundert gemildert, aber das bedeutete nicht, dass er etwas mit ihnen zu tun haben wollte, geschweige denn einen in seinem Haus oder in seinem Bett haben. Er akzeptierte Casey, den Gefährten seines Freundes Caspian, weil er keine andere Wahl hatte. Außerdem, wer würde den niedlichen kleinen Kaninchenwandler nicht mögen? Man würde schon ein Herz aus Stein haben müssen, um den süßen Mann nicht zu mögen.

„Seb, geh und pack eine Tasche für ihn. Ich werde Caspian und Declan kontaktieren.“ Lex starrte Dobs an und sagte ihm mit seinem Blick, dass er es ja nicht wagen sollte, seinen nächsten Worten zu widersprechen. „Wir gehen nach Stone Ridge.“

Dobs öffnete instinktiv den Mund, um zu protestieren, aber Lex packte ihn am Arm und schubste ihn zurück auf die Couch. „Halte den Mund. Was auch immer es ist, ich will es nicht hören“, knurrte Lex.

Zu gehorchen fiel Dobs schwer, aber er tat es. Er beobachtete, wie Seb das Zimmer verließ, während Lex zurück zur Bar ging. Er riss den darunterliegenden Minikühlschrank auf und ein Muskel begann in seinem verkrampften Kiefer zu zucken, als er den Inhalt sah.

Lex hob seinen Blick zu Dobs, aber er konnte seinem Freund nicht in die Augen sehen. Dobs wusste, was der andere Vampir gefunden hatte. Blutbeutel. In Dobs vermischte sich Erniedrigung mit Scham, als er hörte, wie Lex mit ein paar Gläser klapperte. Eine Kralle, die durch Plastik riss, war als nächstes zu hören, und einen Moment später erschien ein Glas voller roter Flüssigkeit in seinem Sichtfeld.

Sein Magen krampfte sich zusammen, als der schwere Geruch von kaltem Blut in seine Nasenlöcher stieg. Es roch übel. Er drehte seinen Kopf und hob eine Hand, um das Glas wegzuschieben.

Das Sofa neben ihm bewegte sich. Dobs zwang sich, seine Augenlider zu öffnen, obwohl er nicht bemerkt hatte, dass er sie geschlossen hatte. Lex beugte sich über ihn, ein Knie auf der Couch neben seinen Schenkeln abgestützt. Er legte seine freie Hand auf Dobs’. Seine Augen waren ernst, als er sagte: „Wenn du das nicht trinkst, werde ich einen Arzt finden, der dir eine Infusion verabreicht, Dobs. Du brauchst Blut, und du brauchst es jetzt.“

Lex hielt ihm das Getränk wieder hin und befahl: „Trink.“

Dobs griff nach dem Glas, frustriert darüber, dass seine Hände erneut zitterten. „Ich bin über einhundertsechzig Jahre alt“, schnappte er. „Du musst mir nicht sagen, was ich tun soll.“

„Dann benimm dich auch so, verdammt noch mal“, knurrte Lex. „Ich werde meinen besten Freund nicht verlieren, weil er einem Wandler keine Chance geben will. Jetzt trink.“

Das Blut roch schrecklich und schmeckte noch schlimmer, aber sobald es in seinem Magen landete, stöhnte Dobs. Er stellte sich vor, dass er spüren konnte, wie es durch die Magenschleimhaut in seinen Blutstrom absorbiert wurde und ihm Kraft gab. Er trank das Glas Blut in vier Schlucken aus.

Dobs lehnte sich an die Rückenlehne der Couch und keuchte leise. Götter im Himmel, es fühlte sich gut an, sich tatsächlich etwas satt zu fühlen. „Mehr“, forderte er. Da seine Freunde wussten, wie schwach er geworden war, machte es keinen Sinn, ihre angebotene Hilfe abzuwehren. Jetzt, da mehr Blut durch sein Gehirn floss, wusste Dobs, dass er dumm gewesen war, es so schlimm werden zu lassen.

„Bald“, antwortete Lex. „Ich will nicht, dass dein Körper in einen Schockzustand gerät, wenn er plötzlich zu viel bekommt, nachdem er so lange ohne Blut auskommen musste.“

Dobs öffnete die Augen gerade rechtzeitig um zu sehen, wie Lex ihm einen missbilligenden Blick zuwarf. Er starrte zurück.

Lex rollte mit den Augen und zog sein Handy heraus. Er drückte ein paar Nummern. hielt es dann an sein Ohr und sprach ein paar Worte. „Ich brauche eines der Flugzeuge in dreißig Minuten. Ja. Denver, Colorado. Wahrscheinlich fünf, vielleicht vier“, ergänzte Lex. „Vielen Dank.“

„Der Rat wird davon erfahren, wenn wir ihren Jet benutzen“, murmelte Dobs. Er wollte wirklich nicht, dass sein geschwächter Zustand öffentlich bekannt wurde. Im Laufe der Jahre hatte er sich bei seiner Arbeit als einer der Vollstrecker des Rats eine Reihe von Feinden gemacht. Sicherzustellen, dass die Anweisungen des Rats befolgt wurden, und jene Gruppen in die Schranken zu verweisen, die aus der Reihe tanzten, machte ihn nicht unbedingt zum beliebtesten Zeitgenossen.

„Mach dir keine Sorgen“, beruhigte Lex ihn. „Du wirst nicht allein gelassen werden, bis du dich vollständig erholt hast.“

Dobs runzelte die Stirn. „Davor habe ich ja Angst“, grummelte er. Er mochte seine Privatsphäre. Ja, er schätzte seinen kleinen Freundeskreis, aber das bedeutete nicht, dass er sie ständig um sich haben wollte.

„Halt die Klappe“, antwortete Lex und grinste gutmütig. „Sieh dir das an. Du kriegst wieder ein bisschen Farbe. Gut.“ Er stand auf und ging zurück zur Bar. Sekunden später kam er mit einem weiteren Glas Blut zurück.

Es roch noch immer schlecht und schmeckte auch so, aber Dobs kippte es trotzdem hinunter. Er leckte sich die Lippen und starrte nachdenklich auf das leere Glas in seiner Hand. Vielleicht konnte er sich daran gewöhnen, dass seine Mahlzeiten wie Scheiße schmeckten. Er würde es nie wieder genießen können, seine Zähne in einen warmen, willigen Menschen zu versenken. Wenn er sich mit einem Wandler verpaarte, würde er natürlich sowieso nie wieder einen Menschen genießen. Was wäre schlimmer?

Er sah auf, als Lex das Glas aus seiner Hand nahm und knurrte ihn an. „Ich mag diesen Gesichtsausdruck nicht, Dobs“, sagte Lex zu ihm. „Was immer du denkst, tu es nicht“, sagte er und deutete mit dem Finger auf ihn. „Tu es einfach nicht.“

„Sind wir bereit?“, fragte Seb, als er in den Raum trat. Er ließ eine Tasche auf die Couch fallen, die Dobs als seine erkannte.

„Ja“, antwortete Lex und warf Dobs einen Blick zu, der ihm sagte, er solle es ja nicht wagen, zu widersprechen.

Da Dobs wusste, dass er nirgendwohin gehen konnte, wurde ihm klar, dass er wirklich keine Wahl hatte. Weder seine Freunde noch sein Körper gaben ihm eine. Er rappelte sich von der Couch hoch und nickte. Er konnte fühlen, wie das frische Blut ihm Kraft gab, aber es würde nicht lange dauern. Einst hätte Dobs mehrere Wochen zwischen den Mahlzeiten vergehen lassen können. Leider hatte er sich in den letzten Monaten immer wieder dazu gezwungen, das zu tun, und jetzt war sein Körper am Ende. Dobs musste seinen Geliebten finden.

Dobs warf einen langen Blick auf die große Hütte aus Stein und Holz, bevor er aus Caspians SUV stieg. Er hatte Declans Haus in den letzten paar Jahren ein oder zwei Mal besucht. Der Alpha-Wolfswandler war immer freundlich gewesen. Dobs hoffte, dass er es jetzt auch sein würde, denn obwohl er dagegen angekämpft hatte, war nun, da er hier war, ein kleiner, lange unterdrückter Teil von Dobs sehr begeistert davon, sich wieder auf die Suche nach seinem Vorherbestimmten zu machen.

„Jared!“, kreischte Casey, und der kleine, schlanke Albino flitzte über den Hof und sprang in die Arme eines drahtigen Menschen.

Der Typ lachte und fing ihn leicht auf. Casey begann wie ein Wasserfall zu reden und erzählte Jared alles über die letzten Orte, an die Caspian ihn mitgenommen hatte. Dobs wandte sich dem verpaarten Vampir zu. „Wie kommst du damit klar?“, fragte er und winkte mit einer Hand in die Richtung, in der sich Casey und Jared befanden. Ein dritter Mann hatte sich ihnen auf der Veranda angeschlossen, ein Indianer, den Dobs als Carson, Jareds Gefährten, erkannte. Er hörte zu und lächelte Casey auch an.

Caspian trug ein nachsichtiges Lächeln, als er den kleinen Wandler ansah. „Jared und Carson haben das Leben meines Geliebten gerettet. Ohne sie hätte ich ihn nie getroffen. Sie stellen keine Gefahr für unsere Beziehung dar.“ Er zuckte die Achseln und wandte sich Dobs zu. „Mach keinen Fehler. Wenn es jemand anderes wäre, würde ich ihn vernichten, aber das sind Caseys Freunde. Ich würde niemals versuchen, ihm seine Freunde zu verbieten.“

„Und die Tatsache, dass Jared versuchen würde, dir die Reißzähne herauszuziehen, wenn du es tätest, hat nichts damit zu tun, oder?“, fragte Seb und schlug Caspian auf den Rücken.

Caspian kicherte. „Überhaupt nichts.“

Die Tür öffnete sich noch einmal und der dunkelhäutige Alpha-Wolfswandler trat heraus. „Der Frühling in den Rocky Mountains ist kalt, meine Herren. Warum kommt ihr nicht rein? Möchte irgendjemand Kaffee?“

Dobs folgte der Gruppe ins Haus.

Declan winkte zum Flur, wo sich, wie Dobs wusste, das Arbeitszimmer befand. „Setzt euch und bedient euch. Es gibt Kaffee und Spirituosen, was auch immer ihr bevorzugt. Ich bin gleich bei euch.“ Ohne es weiter zu erklären, ging Declan durch den Speisesaal und nach oben.

„Er holt Lark, Caroline und Shane“, erklärte Carson und ging voran.

Dobs wusste nicht, warum er das wissen musste. Vielleicht war es eine Wandler-Sache, auf diese Weise mit den Gästen umzugehen. Er wusste, wenn Leute in sein Haus kamen, würde er nicht erwarten, dass einer seiner Freunde erklärte, was er tat. Dobs nahm das Glas von Seb entgegen und zwang sich, seine Gedanken beisammenzuhalten. Er hatte nicht die geringste Aufmerksamkeit auf seine Umgebung gerichtet, was gefährlich sein könnte, wenn er nicht unter Freunden wäre. Nicht, dass er die Wandler und Menschen als seine Freunde ansah, aber …

Frustriert fuhr Dobs mit einer Hand durch sein Haar. „Ich kann keinen verdammten klaren Gedanken in meinem Kopf behalten“, knurrte er und ließ sich auf einen Stuhl fallen. Er hätte fast sein Getränk über sich versschüttet, schaffte es aber gerade noch, seine Hand wieder gerade zu halten.

„Bist du deshalb hier?“

Dobs sah auf und bemerkte, dass Jared ihn neugierig beäugte. „Ja“, antwortete er kurz. „Ich werde es erklären, sobald dein Alpha zurückgekommen ist.“ Er hatte keine Lust, alles zweimal zu erzählen.

„Dann schieß mal los“, befahl Declan, der gerade wieder in den Raum trat.

Zwei Männer und eine Frau folgten dem Alpha in das Arbeitszimmer. Dobs erkannte den kleinen, geschmeidigen Blonden als Lark, Declans Gefährten. Shane, der dunkelhaarige Mann, hatte die Position des Betas inne und die schlanke Brünette, die neben ihm auf einem Zweisitzer Platz nahm, war seine Frau und Gefährtin Caroline.

---ENDE DER LESEPROBE---