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Die Männer sind in dieser Geschichte die tragischern Verlierer. Doch darüber streiten Frauen und Männer trefflich und heftig miteinander und auch die Kritiker sind sich nicht einig im literarischen Verriß. Einig ist man sich aber darüber, daß Frauen diesen Gustav nicht mögen und den Autor Rahek hassen. Aber wer mag schon solch fremde Gedanken einer fremden Art.
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Seitenzahl: 53
Veröffentlichungsjahr: 2013
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Rahek
Der mißbrauchte Mann mit dem träumenden Samen
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Der mißbrauchte Mann mit dem träumenden Samen
Impressum neobooks
gewidmet dem Schnabeltier
In einem Treppenhaus
Gustav ist kein unattraktiver Mann. Er ist im reifen Alter, mittelgroß und von kräftiger Natur, aber schlank. Eigentlich hat er einen lockeren Umgang mit Frauen. Er kann sogar witzig und sehr geistreich sein, ist beliebt für seine sprachgewandten Reden, wären da nicht seine tiefen Gedanken über den Sinn des Lebens. Immer wieder formt sein Gehirn Fragen über Fragen und er bemüht sich um gültige Antworten, die dann jedoch nur neue Fragen provozieren. Dabei hat er das Leben ganz allgemein und das Zusammenleben zwischen Frau und Mann ganz speziell trefflich durchschaut. Er weiß, daß im Zusammentreffen von Mann und Frau es immer nur einen Verlierer gibt und das ist der Mann. Er, Gustav der Mann, kann dabei nie gewinnen und egal, wie und was er anstellt, er wird stets zum Gespött der Weiblichkeit. Männer müssen stets aktiv werben und um Sex betteln, Frauen können passiv bleiben und richten nur ihren Daumen, je nach Lust, nach oben oder unten.
Und trotzdem steht Gustav in diesem kalten Hausflur und ist ziemlich aufgeregt, wenn er jetzt die Klingel drückt. Er, der Mann, steht mit Rosen vor der Haustür seiner angebeteten Liebe, als Kavalier und Weltmann, fein zurechtgemacht und frisch rasiert und ganz schnuckelig. Und das macht ihn noch mehr zur lächerlichen Gestalt und mit weichen Knien drückt er schließlich entschlossen die Klingel. Gespannt hört er auf verdächtige Geräusche, wartet eine kleine Ewigkeit bis sich endlich diese Tür für ihn öffnet. Wird sie lächeln, sich freuen auf ihn oder wird sie mit schlechter Laune erscheinen? Wieder Fragen über Fragen, die er aber nicht zielsicher beantworten kann. Dann klappert es im Inneren der Wohnung. Die holde Dame öffnet ziemlich cool die Wohnungstür und tastet diese männliche Lachnummer von oben bis unten und im Bruchteil einer Sekunde mit ihren Augen und Sinnen ab. Sofort hat sie ihr Urteil gefällt, denkt aber nicht daran diese, ihre Entscheidung zu offenbaren und spielt ihre Macht in vollen Zügen aus. Dann wird sie sich eventuell mit einem mystischen Lächeln abwenden und ihren Verehrer stehen lassen oder vielleicht, großmütig wie Frauen nun einmal sind, wird sie die Blumen an sich nehmen und Gustav in ihre Wohnung lassen. Für den armen Mann spielt es auch keine Rolle, denn in diesem Geschlechterspiel kann er nur verlieren. Aber auch wenn die Frau Interesse hat und es zur Paarung kommen sollte, wird sie niemals ihre Macht abgeben und den Mann in tiefere Abhängigkeiten treiben. Das Motto ist simpel und so einfach, daß es sogar die im Kopf schwach veranlagten Frauen und auch schon die jungen Mädchen perfekt beherrschen: Für Sex machen Männer fast alles und Frauen fordern alles, was sie bekommen können: Macht, Reichtum und Anerkennung.
Gustav weiß das alles und liefert sich trotzdem ständig diesem Kampf aus. Dabei ist er klug, eigentlich viel klüger als alle Frauen, die er schon hatte. Und das waren nicht wenige Abenteuer, die er in seiner männlichen Unterlegenheit erlebte.
Ist er vielleicht besessen von Sex und Geilheit? Ist er vielleicht unzurechnungsfähig, weil er gierig nach Sex ist? Vielleicht ein spezieller Fall für die Anstalt? Nein, denn Gustav ist einfach nur ein Mann. Und er steht vor dieser Tür und wartet auf die Reaktion dieser Frau. Seine eigenen Gedanken rasen und spinnen einen festen Faden.
10 Minuten im Kopf von Gustav
Als Gott aus Adams Rippe das Weib Eva schuf, zeigte er seine Grausamkeit gegenüber dem Manne, denn Eva war so ganz anders, als Adam es sich vorstellte. Evas Anziehungskraft war rein körperlich, eine teuflische Körperlichkeit, die Adam völlig unvorbereitet traf. Jeder Quadratzentimeter ihres Körpers weckte den unbändigen Drang nach Berührung, entfachte Sinnlichkeit und pure Erregung. Adam konnte gar nicht anders und er mußte diesen Körper in seine unerfahrenen Hände nehmen. Dazu brauchte es weder eine Schlange noch verbotene Früchte vom Baum der Erkenntnis. Allein Evas Nacktheit verursachte bei Adam eine unbändige sexuelle Gier. Eva brauchte kein Wort sagen, mußte keine Nettigkeiten von sich geben oder kluge Dinge formulieren. Eigentlich brauchte Eva auch keinen Verstand und keine Persönlichkeit. Gott fand dafür eine einfache und geniale Lösung, indem er Eva zwei Brüste formte, die Behaarung reduzierte, die Hüfte ein wenig schmaler und den Hintern üppiger machte. Als Krönung verpaßte Gott der zarten Eva, statt eines frechen Penis, eine anatomisch undefinierbare, sehr geheimnisvolle Spalte, die einer exotisch süßsaftigen Frucht nicht unähnlich ist. Und Adam mochte diese Frucht sofort, wurde süchtig danach. Und bis zum heutigen Tage hat sich nichts daran geändert. Und Gustav ist schließlich ein direkter Nachfahre von Adam.
Aber die Frage bleibt, warum Gott der geilen Eva auch noch ein Gehirn gab. Die Welt wäre einfach und harmonisch, hätte das Weib nicht die Fähigkeit zum Denken. Nun denkt die Frau aber und damit ist ihr die Macht ihrer körperlichen Ausstrahlung absolut bewußt. Und das ist vielleicht das eigentliche Problem, womit sich nicht nur Gustav herumschlägt.
Um so jünger und geiler die Erscheinung einer Frau ist, desto mehr Erfolg wird sie haben. Sie verfügt über hypnotische Fähigkeiten, läßt jeden Mann im Geiste hohl erscheinen und nur, weil ihr junger, mit samtiger warmer Haut überzogener Körper ihre Umgebung in Wallung bringt. Was für eine Wirkung! Dafür ist keine Leistung nötig.
Gustav kennt auch viele Beispiele dafür, daß bildhübsche junge Frauen ziemlich häßliche, alte Männer an ihre Edel-Körper heranlassen. Diese unschönen Männer müssen nur reich, erfolgreich oder gar berühmt sein. Das verschafft der Frau die ersehnte Anerkennung, die Macht über diesen Reichtum, Erfolg oder Berühmtheit. Für diese unattraktiven alten Männer gibt es im Gegenzug Sex mit geilen und jungen Schönheiten. Doch das funktioniert nur, wenn der Mann das hat, was die Frau begehrt.
Männer sprechen von Liebe, um Sex zu haben und Frauen gewähren Sex, um geliebt zu werden. Eine uralte Weisheit, ein menschliches Paradoxem. Natürlich geht es dabei nicht um „innere Werte“, wie Frauen es so gern formulieren.
Die spielen keinerlei Rolle. Gustav verdreht stets seine müden Augen, wenn weibliche Gesprächspartnerinnen über Charakter und Herzensgüte von Männern reden.
