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Am Hübnerplatz in München ist wieder etwas los: Eine alte Frau wird mittels einer gefrorenen Gewürzgurke ermordet - oder so... Der Bayerische Ministerpräsident muss einen Kniefall vor dem Arbeitsamt in Bukarest machen, die Kanzlerin serviert Präsident Obama "Gewürzgurke am Spiess" aus der Heimat und Milliarden schauen weltweit live via TV zu.
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Seitenzahl: 38
Veröffentlichungsjahr: 2014
Klaus Bock
Der Münchner Gurkenmord
Kurzkrimi. Eine leicht absurde Geschichte
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Titel
Fast so etwas wie eine EidesstattlicheErklärung
Die Geschichte
Anhang
Impressum neobooks
Klaus Bock
Der Münchner Gurkenmord
Der Autor versichert aus gegebenem Anlass, dass alle Personen (bis auf Frau Z, Frau R. und Herrn F.) und die Handlung, die vor allem, frei erfunden sind!!!
Den beschriebenen Laden gibt es auch tatsächlich in München an der Ecke Hübnerstraße/Fasaneriestraße - und natürlich auch die göttlichen Gurken aus Letschin. Letschin gibt es, die Gurken gibt es, die Telefonate sind ziemlich genau wiedergegeben…
Den Bayerischen Ministerpräsidenten gibt es ebenfalls tatsächlich – aber dass er den Weg nach Bulgarien gefunden hat, ist meine reine Erfindung, auch der dortige Kniefall ist Fantasie… Er würde das nie tun.
Wichtig: Die Gurkenfirma in Letschin hat bis zur Veröffentlichung des Textes als Ebook nicht gewusst, dass ich diesen Text verfasse – es ist also wirklich keine Auftragsarbeit.
©Klaus Bock, 2014 Im Eigenverlag
Natürlich kennen Sie die Geschichte vom Münchner Gurkenmord, die war ja lange genug in der Presse, der bunten, der mit den roten Balkenüberschriften, den großen Bildern und kurzen Texten. Aber man weiß ja, dass man denen nicht alles glauben darf – oder besser: Nichts! Sie werden sehen …
Und natürlich gibt es eine andere Version dieser Geschichte, die richtige. Die würde ich Ihnen gerne erzählen. Auf die Gefahr hin, dass Sie hinterher enttäuscht sind, weil alles nicht ganz so sensationell war… aber diese Variante hat den Vorteil, dass sie wahr ist. Total wahr. So wahr mir…, gut, mir ist wenig heilig, deshalb vielleicht lieber „beim Leben von Tante Greten“!
Ich muss ein wenig ausholen, damit Sie alles wissen, nur so können Sie´s begreifen.
Also, wo fange ich am besten an. Vielleicht im Sommer letzten Jahres. Da waren wir, Monika und ich, im Urlaub auf Rügen. Oben links, kurz vor Kap Arkona. Ich hatte an dem Tag Küchen- und Kochdienst. Nun kann ich einigermaßen kochen, für den Hausgebrauch geht´s. Nur ein paar einfache Gerichte, die ich mir von Muttern abgeschaut habe, aber die schmecken auch: Rinder-Rouladen, Frikadellen, Kartoffelsalat (die schleswig-holsteinische Variante mit Mayonnaise), Frische Suppe, Königsberger Klops, gefüllte Tomaten, Kotelett mit Bohnen – solche einfachen Sachen. Die komplizierten Gerichte muss eh Monika kochen, damit sie gut werden.
An dem Tag war Königsberger Klops angesagt. Dafür brauche ich Hackfleisch (ohne Brot), Eier, Zwiebeln, Kapern, Gewürzgurken, Pfeffer und Salz, sowie einen Schuss Maggi. Im Netto-Supermarkt wollten wir die Zutaten einkaufen. Ich muss kurz erwähnen, dass Netto auf Rügen einen kleinen Hund im Logo hat, den Netto in München nicht hat – die haben nichts miteinander zu tun die Nettos.
Im Netto mit dem Hund auf Rügen gab es Gewürzgurken von der Firma ODEGA im Angebot. Sehr günstig. Warum nicht auch einmal sparen? Also nahmen wir die. Die gibt es in einem kleinen Plastikeimerchen, in den (gefühlt) stücka sieben oder acht Gurken passen. Um es kurz zu sagen, die Gurken waren göttlich! Ich fand, dass wir noch nie so gute Gurken gehabt hatten. Ja, auch die Klopse waren gut geworden, geschmacklich getragen von den göttlichen Gurken.
Soviel zum Kennenlernen der Gurken aus dem Oderbruch. Oderbruch, das ist östlich von Berlin und nördlich von Frankfurt an der Oder dicht an der Grenze zu Polen - nicht zu verwechseln mit der anderen berühmten Gurkenlandschaft bei Berlin, dem Spreewald. Nichtgourmets kennen den Spreewald vermutlich eher als eine Landschaft, in der eine Krimireihe im TV spielt, wo die Figuren dauernd im Boot unterwegs sind. Den Oderbruch kennt in München eh „keine Sau“ …
Zurück zu unseren Gewürzgurken! Von dem Tag an kauften wir jeden zweiten oder dritten Tag ein Eimerchen mit den göttlichen Gurken. Vor und nach dem Strand musste einfach eine Gurke sein. Dann war der Urlaub zu Ende und wir fuhren wieder heim nach München – im Gepäck der gesamte Restbestand an Eimerchen des Wieker Netto-Marktes, der mit dem Hund.
