DER SATZBAU VON BABYLON - Erhard Schümmelfeder - E-Book

DER SATZBAU VON BABYLON E-Book

Erhard Schümmelfeder

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Beschreibung

Sprache kann und soll Vergnügen bereiten! Gutgelaunte Leser, die sich gern auf gehobenem Niveau ein X für ein U vormachen lassen, kommen voll auf ihre Kosten bei der Lektüre des Bandes "Der Satzbau von Babylon". Es handelt sich hier um ein Werk, in welchem der Autor sich teils traditionell, teils experimentell mit den wirrtuosen Gestaltungsmöglichkeiten der Sprache auseinandersetzt. Erstmals schrieb Erhard Schümmelfeder seine Geschichten nicht mit der rechten, sondern mit der linken Hand. Die Ergebnisse dieses literarischen Experiments sind geradezu sensationell. "Mit Links flunkert es sich leichter", gesteht der Autor und verrät, dass ein Text der Sammlung ausnahmsweise sogar mit dem linken Fuß erstellt wurde. Um welchen Text es sich handelt, werden aufmerksame Leser rasch ergründen. Das Poetry-Slam-Werk WEGBESCHREIBUNG zeigt den Ich-Erzähler von seiner großzügigen Seite, während die Anekdote GOETHE IM HIMMEL die Bildungsdefizite des Heiligen Petrus behandelt. – Worüber Frauen reden, wenn sie ganz " unter sich" sind, ist bekannt: Über die Männer. Aber welches Thema bewegt Männer, wenn sie ganz "unter sich" miteinander plaudern? Nur einer kann dieses Geheimnis verlässlich lüften: Erhard Schümmelfeder in seiner Geschichte MEIN APFEL AUS NACHBARS GARTEN. - Mit einem funkensprühenden Feuerwerk parodistischer Einfälle verwöhnt der Satiriker die Leser in der Glosse DENKANSTÖSSE DES LEBENS. Das Jonglieren mit bislang unbekannten Wortkonstruktionen zwischen Tiefsinn und himmelschreiendem Unsinn wird vergnügt auf die Spitze getrieben in dem Text "PATCHWORK-SÄTZE REISENDER ZEITGENOSSEN. Dazu äußerte der Autor: " Mein Buch ist jugendfrei WINNETOUcholskysatire auf Karl May." Wortspielend fügt er hinzu: "NEW YORK ich jeden zum Teufel, der daran zweifelt." Nach dem Bericht über die "X-REFORM" und dem "BRAINSTORMING FÜR EINE GRABREDE folgt für die Freunde artistischer Wortkunst eine poetische Gehirnerschütterung mit der Titelgeschichte DER SATZBAU VON BABYLON. Das "Wrackment" AUS DEM PAPIERKORB EINES ÜBERSETZERS nähert sich mit einfachsten Mitteln dem philosophischen Thema "Haben & Sein". Als Zugabe enthält das Ebook zwei Nonsensgedichte des Autors. – Die Lieferung dieses einzigartigen digitalen Werkes erfolgt, solange der Vorrat reicht. Nun heißt es: Schnell zugreifen, denn wer zu spät kommt, verpasst das Beste!

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Seitenzahl: 32

Veröffentlichungsjahr: 2012

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Erhard Schümmelfeder

DER SATZBAU VON BABYLON

Wirrtuose Flunkergeschichten, bei denen sich die Balken biegen

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

WEGBESCHREIBUNG

GOETHE IM HIMMEL

MEIN APFEL AUS NACHBARS GARTEN

DENKANSTÖSSE DES LEBENS

BRAINSTORMING FÜR (M)EINE GRABREDE

DIE X-REFORM

AUS DEM PAPIERKORB EINES ÜBERSETZERS

PATCHWORK-SÄTZE REISENDER ZEITGENOSSEN

DER SATZBAU VON BABYLON

IRDISCHE MÖGLICHKEITEN

ENDSTATION

Impressum neobooks

WEGBESCHREIBUNG

Ich bin keinesfalls ein Geizkragen,

wie manche Leute von mir sagen.

Ich leihe gerne und auch reichlich.

Das ist für mich selbstverständlich.

Allen, die von Geldnot betroffen,

steht mein Haus auch sonntags offen.

Wer mich sucht,

wird mich finden.

Meine Heimatstadt heißt B.

Man erreicht sie über W.

an der neuen Autobahn.

Aber da kann man sich leicht verfahrn.

Ist man in der Stadt,

biegt man gleich links ab.

Dann bis zur Ampelanlage

und sofort wieder links rein.

Bis hierher: Keine Frage.

Nächste Kreuzung rechts rum.

Das ist ne Abkürzung.

Beim Kreisel biegt man wieder links ein.

Man kann auch rechts fahren

oder geradeaus ins Zentrum rein.

Nach der nächsten Ampel

die dritte Straße rechts

auf keinen Fall befahren,

denn dort lauern Gefahren.

Die vierte Abzweigung

wäre eine gute Lösung,

aber wegen der Umleitung

- Vorsicht Baustelle! -

erwartet einen die Hölle.

Also nimmt man die 5. Straße

und biegt dort links ab,

fährt aber sofort wieder rechts

in den Kreisverkehr,

das ist nicht weiter schwer.

Schwer wird es in der Ruhezone,

denn die ist nicht ohne.

Am Ende der Gasse steht links

so ein – ein – ein Dings.

Dort fädelt man sich ein

in den Feierabendverkehr –

Beziehungsweise: Nein, nein –

Das wäre doch zu schwer.

Also: Kommando zurück.

Man kann mit etwas Glück

auch durch die Kastanienallee –

ach ne –

Das ist ne Sackgasse.

Gott, wie ich die hasse!

Noch mal: Man fährt wieder links,

nicht rechts in die Einöde,

das wäre doch zu blöde.

Einfach geradeaus zum Ortsende,

wo man den Wagen wende.

Dann geht’s zum Stadtinnern,

wie wir uns jetzt erinnern.

Schnurstracks bis zum ZOB

und weiter im Galopp.

Erste Ampel links,

dann rechts,

Kreisverkehr,

wieder links,

und sofort rechts:

Sonnenscheinstraße.

Dort steht ein Haus, hellgelb.

Das ist es nicht.

Mein Haus steht daneben.

Dunkelgelb. Nummer Sieben.

Langer Rede kurzer Sinn:

Man kommt wirklich ganz leicht hin.

Dabei fällt mir ein:

Mit Navigationssystem

wäre die Suche kein Problem

und auch sehr bequem ...

Aber wer ein solches besitzt,

ist, wie mir scheint, auch recht gewitzt.

ER könnte es samt Auto

gewinnbringend verkaufen,

müsste nicht fahren, nicht laufen,

müsste auch nicht bei mir betteln

und sich unnötig verzetteln.

ER könnte mir sogar was leihen.

Das wäre zu schön - und zum Schreien.

GOETHE IM HIMMEL

Als der Dichterfürst Goethe in den Himmel kam, ärgerte er sich über den Heiligen Petrus, weil dieser ihn nicht sogleich erkannte und mit „Herr Walther von der Vogelweide“ ansprach.

Bei einem Nachmittagsspaziergang durch den sonnigen Paradiesgarten trafen Goethe und der Heilige Petrus einmal ohne die Peinlichkeit einer Namensverwechselung zusammen.

Interessiert erkundigte sich Petrus bei dem deutschen Dichter, ob es unter den literarischen Klassikern neben Walther von der Vogelweide noch einen anderen Walther gebe.

Der Dichterfürst besann sich nur kurz und antwortete mürrisch:

„Ja. Goethe: Walter des poetischen Wortes.“

MEIN APFEL AUS NACHBARS GARTEN

„Humor ist die nachsichtige Freude an derUnfolkomeneit“, zitierte ich mich selbst, erhob mich aus dem Sessel und legte ein weiteres Holzscheit in das wärmende Feuer des Kamins.

„Einspruch“, warf Herbert ein. „Das ist die Meinung eines ledigen Beziehungstheoretikers, der sich nicht mit den Alltagsproblemen des menschlichen Miteinanders auseinandersetzen muss.“

„Einspruch abgelehnt!“, widersprach ich. „Begründung: Erstens bin ich kein Theoretiker und zweitens sind auch mir zwischenmenschliche Konflikte sehr vertraut.“

„Ach, wirklich?“

Während sich draußen prasselnder Regen gegen die Scheiben warf, setzte ich mich und füllte unsere Gläser erneut mit Rotwein.