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Dies ist die Geschichte eines elfjährigen Jungen, der sich zu Weihnachten einen Kampfhund wünscht. Der Vater lehnt es rigoros ab, seinem Sohn ein solches Tier zu kaufen. Mit Hilfe der Mutter gelingt es dem Jungen schließlich, am Heiligabend einen Hund zu bekommen. Das Unglück nimmt seinen Lauf ...
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Seitenzahl: 24
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Erhard Schümmelfeder
WARNUNG VOR DEM HUND
Eine Erzählung
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
WARNUNG VOR DEM HUND
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Impressum neobooks
Was geschehen ist, lässt sich nicht rückgängig machen. Als ich gestern den Weihnachtswunschzettel meiner Kinder in die Hände bekam, erschrak ich, denn zuoberst las ich den Namen eines Hundes, der mich mahnend daran erinnerte, wie schnell sich die grausamen Ereignisse des Lebens wiederholen könnten. Warum verschweige ich vor meinen Kindern den Namen und somit die einstige Existenz des Tieres, welches einmal auf meinem Wunschzettel stand?
Wer mein beharrliches Schweigen verstehen will, muss die schreckliche Geschichte kennen, die ich seit mehr als drei Jahrzehnten mit mir herumtrage.
Mein Vater, der als Junge auch einen Hund besessen hatte, sprach sich sogleich gegen eine solche Anschaffung aus, ohne hierfür nähere Gründe zu nennen. Es gelang mir aber, meine Mutter durch wiederholte Bitten von meinem übermächtigen Bedürfnis nach einem vierbeinigen Kameraden zu überzeugen. Sie verstand meine Enttäuschung, denn während ihrer Kindheit hatten ihre Eltern die Bitte nach einem Hund auch stets abgelehnt. Oft verwendete meine Mutter Bezeichnungen wie klein, zierlich oder gar knuddelig und verdeutlichte hierdurch, wie sehr sich ihre zurückliegenden Wunschvorstellungen unterschieden von meinen jungenhaften Erwartungen. Entwicklungsbedingt war mein Denken geprägt von Abenteuerfilmen im Fernsehen. Ich hatte das Bild eines wagemutigen Hundes verinnerlicht, der seinen Herrn nach einem dramatischen Sturz mit Hilfe eines Seils aus einer Felsenschlucht herauszerrte und somit dessen Leben rettete. Adjektive wie kraftvoll, zäh, unerschrocken und schnell entsprachen meinem Anspruchsdenken. An der Seite eines Hundes mit diesen Merkmalen wollte ich mich sicher fühlen und gegenüber älteren Jungen machtvoll und unangreifbar auftreten.
Einer meiner Schulfreunde hatte zum Geburtstag von seinen Eltern einen Schäferhund bekommen. Imponierend war die Reißkraft von zwei Zentnern, über die das Tier verfügte. Einen solchen Hund wünschte ich mir als Begleiter. Wenig später verwarf ich den Gedanken, denn ich wollte nicht als einfallsloser und womöglich neidischer Nachahmer vor meinem Freund erscheinen. So richtete ich mein Interesse auf eine Reihe von Kampfhunden, über die ich gelesen hatte, ihre Reißkraft überschreite sogar zwanzig Zentner.
Ein Junge von elf Jahren, erklärte mein Vater mir eines Abends, wobei er die Tageszeitung langsam zusammenfaltete, sei mit der Verantwortung für ein Tier noch überfordert: Ich hätte bereits genug Schwierigkeiten, die Ordnung meines Zimmers zu bewahren. Ein Tier sei keine Sache, die man vernachlässigen dürfe, sondern ein Lebewesen mit dem Anspruch auf Nahrung, Pflege, Zuwendung, Verständnis und viel, sehr viel Zeit.
