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Joachim Salmann führt seine allegorische Trilogie von "Die Tsunge des Helden" mit dem letzten Band "Der Tsahn des Prinzen" zu einem berührenden Abschluss. Der Held und sein Weib begleiten den jungen Prinzen auf seiner ersten Reise im Auftrag der Tsahnfee. Die Reise ist die letzte des Helden und führt sein Weib zu ihrer persönlichen Bestimmung in einem neuen Umfeld. Auch in dieser Fortsetzung verknüpft der Autor seine Erfahrungen mit Long-COVID mit einer märchenhaft durchwirkten Erzählwelt. Seine Begegnungen mit Ärzten, Gutachtern, Therapeuten, Freunden und Verwandten verwandeln sich in bunte Sinnbilder menschlicher Nähe, Unverständnis und Hoffnung - erzählt mit berührender Offenheit und einem Blick für das Unsichtbare. Die Geschichte ist wieder in 24 Kapitel gegliedert - ideal, um in der Adventszeit Tag für Tag gelesen zu werden. Eine Einladung zum Innehalten, Nachfühlen und Weiterträumen, ohne zu überfordern.
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Seitenzahl: 50
Veröffentlichungsjahr: 2026
Die Edition Limitkunst bringt Bücher und andere kreative Werke von Menschen heraus, die eine Krankheit an ihr Limit gebracht hat. In diesem Limit drücken sie künstlerisch ihre guten und schlechten Erfahrungen, Befürchtungen und Hoffnungen mit ihrer Erkrankung, dem Verständnis von Freunden und Familie und dem Gesundheitssystem aus.
Innerhalb der Edition Limitkunst führe ich meine Trilogie von Adventsgeschichten zu Ende. Das Buch „Die Tsunge des Helden“ begann mit der Verletzung des Helden und endete im Stall mit der Geburt eines Kindes. „Das Herts der Königin“ erzählte die Reise der Königstochter und des Heldensohnes, die zu ihrer Hochzeit und Krönung führte. Sie endete mit dem Entwurf eines Kreuzes einer Schreinerin.
Die Allegorie zu meiner ME/CFS-Erkrankung nimmt in diesem Buch eine erneute Wendung durch den Wechsel der Perspektive. Das Königskind begleitet den Helden auf seiner letzten Reise. Krankheit und Tod sind nicht das Ende.
Die Geschichte wird in 24 doppelseitigen Kapiteln erzählt, sodass sie gut in der Adventszeit Tag für Tag gelesen werden kann, ohne den Leser zu überanstrengen.
Das Davor
1 Der Tsahn des Königshauses
2 Der Tsahn des Hofnarren
3 Der Tsahn des Königs
4 Der Tsahn des Zauberers
5 Der Tsahn des Schlossgeistes
6 Der Tsahn der Tsahnfee
7 Der Tsahn der Mutter
8 Der Tsahn der Gärtnerin
9 Der Tsahn des Helden
10 Der Tsahn des Wurms
11 Der Tsahn des Rehs
12 Der Tsahn des Monsters
13 Der Tsahn des Schwarzen
14 Der Tsahn des Kleinen Prinzen
15 Der Tsahn des Störs
16 Der Tsahn des Sandmanns
17 Der Tsahn des Ungeheuers
18 Der Tsahn des Kleinen Hais
19 Der Tsahn des Meereskönigs
20 Der Tsahn der Hexe
21 Der Tsahn des Esels
22 Der Tsahn der Einsiedlerin..........
23 Der Tsahn des Drachen
24 Der Tsahn der Schreinerin
Das Danach
Wasser ist Symbol und Ursprung für den Beginn neuen Lebens. Nach altem deutschem Volksglauben wohnen die Seelen der Kinder im Wasser.
Der Storch lebt an Tümpeln und flachen Gewässern. Dort fängt er Frösche, die im Mittelalter als Fruchtbarkeitssymbol galten. „Adebar“, so heißt der Storch, bedeutet „Glücksbringer“. Die Vorstellung, dass der Klapperstorch die Kinder bringt, wird sogar durch Statistiken untermauert. Die Korrelation dafür liegt immerhin bei 0,62.
Laut afrikanischen, indigenen und südamerikanischen Überlieferungen bringen Bäume oder Pflanzen die Kinder hervor. Die Franzosen wissen es noch genauer: Jungen wachsen aus Kohlköpfen und Mädchen aus Rosen. Sonst ergäbe die Geschichte von den Bienchen und den Blümchen ja auch keinen Sinn. Ein Baby wird als Geschenk des Himmels oder von Gott betrachtet. Oft überbringen Engel die kleinen Seelen, die in manchen jüdisch-christlichen Geschichten sogar selbst das Elternhaus vor der Geburt wählen. Die moderne Esoterik sieht den Ursprung dagegen im Sternenstaub oder in einer anderen Welt. Im Buddhismus und Hinduismus bleibt die Seele in der gleichen Welt. Sie wird lediglich in einem neuen Körper wiedergeboren.
Die Präformationslehre besagt, dass sich ein Kind aus einem vollständigen, winzigen Menschen (Homunculus) entwickelt. Die Ovistische Theorie verortet den Homunculus in der Eizelle, der Mann liefert nur den Funken zum Wachsen. Die Animalculistische Theorie sieht ihn dagegen im Spermium, die Frau sei nur der Nährboden.
In diesen Fällen wäre das Kind schon ab der Zeugung vollwertig. Andere setzen den Beginn des eigenständigen Lebens mit dem Heranwachsen im Mutterleib, dem Einnisten der Seele, dem Austritt aus dem Mutterleib, dem ersten Atemzug oder dem Abschneiden der Nabelschnur an.
In indigenen, altgriechischen, jüdischen und frühchristlichen Kulturen gilt das Kind als vollwertig, sobald es seinen Namen erhält. Mit einem Segen wird es Teil der Gemeinschaft.
Auch eine Jungfrau kann ein Kind gebären. Amerikanische Studien vermuten, dass beim Ausfüllen von Fragebögen Fehler passieren. Doch Jesus, Dionysos, Horus, Buddha, Krishna, Quetzalcoatl, Romulus und Remus sowie Anakin Skywalker zeigen, dass dies in vielen Religionen und Mythen möglich scheint.
Es gibt noch viele weitere Ideen, wie die Geburt eines Prinzen vonstattengehen kann. Aber eines gilt als sicher: Man muss erst einmal geboren werden, bevor man ein Prinz werden kann.
Im Laufe seines Heranwachsens wird ein Kind durch zahlreiche weitere Ereignisse geprägt, sowohl alltägliche als auch jahreszeitlich bedingte. Das Sandmännchen ist wohl der einzige Grund, warum Kinder nachts zur Ruhe kommen und einschlafen können. Es ist sogar in der Lage, Monster unterm Bett zu verjagen und Kummer zu vertreiben.
Wenn es nicht Monster sind, die einem Kind den Schlaf rauben, dann bestimmt Drachen aus den Bergen oder Ungeheuer aus den Meerestiefen. Am schlimmsten ist vermutlich der Schwarze Mann, der unartige Kinder erschreckt und mitnimmt.
Bei Zauberern, Geistern und Feen weiß man nie so genau, ob sie wirklich freundlich sind oder nur so tun. Bei alten Hexen ist man da schon ganz sicher in Lebensgefahr. Vor allem in der Hexennacht und zu Halloween sollte man besser im Haus bleiben und keinesfalls die Tür öffnen.
Wenigstens beim Osterhasen darf man sich sicher fühlen, wenn er bunte Eier bringt. Auch der Nikolaus mit seinen Äpfeln und Nüssen, das Christkind mit Lebkuchen und Marzipan und der Weihnachtsmann mit der richtigen Cola sorgen für Freude.
Ein Prinz muss schon große Abenteuer bestehen, bevor er überhaupt alt genug dafür ist. Doch das wichtigste Ereignis in seinem jungen Leben ist die Begegnung mit der Tsahnfee.
Ein lauter Jubelschrei erfüllte das Schloss, und alle Bewohner freuten sich. Das Großereignis war lange erwartet worden: Der Königssohn hatte seinen ersten Zahn verloren.
Das Volk erinnerte sich noch an jene Zeit, als die Königstochter und der Heldensohn von ihrer Verlobungsreise zurückkehrten und bei ihrer Ankunft zur Überraschung aller schon verheiratet und gekrönt waren.
Nun ja, nicht alle waren so überrascht. Der Hofmagier, der Hofmarschall, der Feldmarschall und der Seemarschall waren natürlich mit den Geheimnissen des Waldes, des Meeres und der Berge vertraut, auch wenn sie selten darüber sprachen.
Nicht ohne Grund hatte der Hofmarschall die Verlobung so feierlich verkündet, der Hofmagier die entsprechenden Kräuter ausgewählt und der Feldmarschall sowie der Seemarschall die Geschenke eingepackt. Dass ihnen dabei ein kleiner Fehler unterlaufen war, wurde nie wieder erwähnt.
Der Heldensohn und die Königstochter waren durch den Stab des Waldes und die Auster des Meeres
