Der Weckruf - Brida Lundberg - E-Book

Der Weckruf E-Book

Brida Lundberg

0,0
1,49 €

Beschreibung

Brida Lundbergs Very Fairy Tales sind kurze Geschichten für Freunde fantasievoller Erotik und Sexualität. Mit Humor und anregendem Esprit gelingt es der Autorin die Leser in den Bann ihrer eigenen Lust und Leidenschaft zu ziehen. Die Geschichten machen Appetit auf mehr – mehr lesen, mehr erfahren, mehr Lust auf Leben und Liebe. Die Geschichten führen die LeserInnen an fantastische Orte Far Far Away, in die Welt der Märchen aber auch zur Liebeslust des Alltags. Ein Lesevergnügen der überraschenden Art - lustvoll und saftig.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 54

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0



Brida Lundberg

Der Weckruf

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Brida Lundberg

Der Weckruf

Impressum neobooks

Brida Lundberg

Der Weckruf

Very Fairy Tales

nur für Erwachsene

Die nachfolgende Story ist für Jugendliche unter 18 Jahren nicht geeignet. Bitte sichern Sie Ihre Daten und bewahren Sie sie für Kinder- und Jugendliche unzugänglich auf.

Umschlaggestaltung: Christian Lutherer

Bilder: © Christian Lutherer und www. pixabay.com

Der Weckruf

Es war einmal ein Kerzenmacher, der hatte eine wunderschöne Frau und zwei ebenso schöne Töchter, Lisa und Trine.

Von Lisa möchte ich euch heute erzählen.

Viele Jahre lebten der Kerzenmacher, seine Frau und seine Kinder glücklich in einem kleinen Dorf im Hüben, am Fuße der Maahiset Hügel.

Die Maahiset Hügel trennen das Hüben vom Drüben.

Wenn Drüben Markt war, machte der Kerzenmacher sich jedes Mal auf und wanderte über die dicht bewaldeten Maahiset Hügel, um dort seine Kerzen feilzubieten.

Der Weg über die Berge war tückisch und barg viele Gefahren. Man war gut beraten, den sicheren gelben Steinweg, der von Hüben nach Drüben führt, tunlichst nicht zu verlassen. Überall lauerten Maahiset Wesen, menschenähnliche Zwerge, Bewohner der gleichnamigen Hügel. Ihr müsst wissen, die Maahiset führen Wanderer gern in die Irre. Wenn man den sicheren Weg verlässt, kann es gut sein, dass man erst Monate später dort ankommt, wo man hinwill. Schon manch einer, der nur einen Besuch im nächsten Dorf machen wollte und eigentlich innerhalb eines Tages dort hätte eintreffen müssen, galt als verschollen, bevor er endlich nach Monaten, manchmal gar nach Jahren wieder auftauchte. Wenn das geschah, dann war derjenige Opfer der Maahiset geworden. Ich sage euch, im Reich der Maahiset Zwerge, rechts und links des vorgegebenen Wegs, gelten andere Regeln als im Menschenreich. Ein Tag bei den Maahiset entspricht fünfzig Tagen bei den Menschen. Auch gelten bei den Maahiset andere Gepflogenheiten als in der Menschenwelt. Links ist für sie rechts, rechts ist für sie links, müßig ist für sie emsig und emsig ist für sie müßig. Aus diesem Grund heißt der Volksstamm der Maahiset auch Andersrum.

Bisher war der Kerzenmacher jedes Mal wohlbehalten von Hüben nach Drüben gelangt. Immer kam er zur richtigen Stunde im Nachbardorf an und immer traf er zur erwarteten Zeit wieder zu Hause ein. So manches Mal war die Verlockung allerdings groß gewesen den sicheren Weg zu verlassen. Vor allem, wenn die Maahiset sich ganz in seiner Nähe beim Liebesspiel vergnügten und ihn einluden mitzumachen. Einmal hob eine der Zwergenfrauen ihren Rock, drehte ihm den Rücken zu, zeigte ihm ihr nacktes Hinterteil, bückte sich dann tief hinunter und zog aufreizend ihre Backen weit auseinander, so dass der Kerzenmacher ihre stoßbereiten Löcher sehen konnte. Dem Kerzenmacher schwoll bei dem Anblick sofort sein Rohr. Doch er blieb standhaft. Eingedenk der Gefahren ließ er sich nicht beirren und blieb beharrlich auf dem Weg.

Eines Tages wurde die Frau des Kerzenmachers sehr krank. Es dauerte nicht lange, da klopfte Gevatter Tod an die Tür und nahm sie mit. Nun stand der arme Mann alleine da mit seinen beiden Kindern. Seine Frau war fort und die Mädchen hatten nun keine Mutter mehr. Er mühte sich redlich, den Kindern ein guter Vater zu sein, doch die geliebte Mutter konnte er ihnen nicht ersetzen. So wuchsen die Mädchen heran. Die Jahre vergingen und aus den Mädchen wurden hübsche Frauen.

An einem schönen Tag im Sommer rief der Vater seine Töchter zu sich und sprach: „Lisa und Trine, meine schönen Töchter, ihr wisst, dass ich euch liebhabe. Doch nun ist die Zeit gekommen, da ihr euch einen Mann suchen müsst. Hier im Dorf sind alle Burschen schon vergeben. Drüben, hinter dem Berg, gibt’s Männer genug und Frauen zu wenig. Dort werdet ihr sicher einen Mann für euch finden.“

„Aber Vater“, sprach Lisa, „wie soll das gehen? Wir können dich doch nicht alleine lassen mit deiner ganzen Arbeit. Wer soll die Stube fegen, wer soll das Essen kochen und wer wird dir beim Kerzenziehen zur Hand gehen?“

„Ja, mein liebes Kind, das habe ich mir auch schon überlegt. Am besten wird sein, ich schicke Trine als erste auf den Weg. Trine, du warst mir selten eine Hilfe. Du bist mein faules Trinchen. Doch deshalb liebe ich dich nicht weniger. Aber du, Lisa, du bist mein fleißiges Lieschen. Dich will ich hierbehalten, bis Trine zurückkehrt und einen Mann mitbringt. Dann hab ich vielleicht Hilfe und du kannst losziehen, dir auch einen Mann zu suchen.“

Lisa war einverstanden. Nur Trine wollte der Plan nicht gefallen. Sie sollte den weiten Weg auf sich nehmen, sich einen Kerl suchen, der ihr am Ende nur Arbeit und Scherereien macht?! Nein, nein, das wollte sie nicht. Sie wusste genau, ihr bequemes Leben, das sie bisher beim Vater und dem Lieschen geführt hatte, wäre damit für immer vorbei. Deshalb bat sie den Vater: „Lieber Vater, wäre es nicht klüger, das Lieschen geht zuerst? Sie ist emsig und schlau und wird bestimmt schnell einen passenden Mann für sich finden. Wenn sie dann mit ihm heimkehrt, dann hast du gewiss gute Unterstützung bei deiner Arbeit. Während Lisa fort ist, werde ich dir so lange zur Hand gehen – das verspreche ich dir.“

Der Vater ließ sich auf Trines Vorschlag ein und Lisa war es auch recht. Schon seit vielen Wochen hatte sie Verlangen nach einem Kerl, der ihre begierige Lust befriedigen könnte. Des Vaters Kerzen, von denen sie sich manchmal eine nahm, um sie sich des Nachts unter ihrer Bettdecke zwischen ihre Beinen ins lüsterne Loch zu schieben, waren ja ganz nett und sie kitzelten so schön an ihren Lippen, doch reichten sie ihr lange nicht mehr aus. Sie wollte mehr, mehr von allem, mehr von einem Kerl.

Fix gesagt, schnell getan – Lisa packte ihr Bündel. Sie machte sich am nächsten Morgen in der Früh auf den Weg über die Maahiset Hügel nach Drüben, um sich einen Mann nach Hause zu holen.

Bevor Lisa loszog mahnte der Vater: „Lisa, wenn du in den Maahiset Hügeln bist, dann folge immer dem gelben Steinweg. Auf ihm wirst du sicher geführt. Verlass ihn nicht, niemals! Sonst fällst du unter die Maahiset, dieses gemeine, hinterlistige Zwergenvolk.“

„Ja, Vater, ich folge dem Weg und werde bald schon Drüben sein“, versprach Lisa. Sie herzte ihren Vater und ihre Schwester und zog los.