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Oh Mann! Den Sheriff anzugaffen, war keine gute Idee … Ausgerechnet am Heiligabend kommt der New Yorker Börsenmakler Steve McQueen auf die Idee, sein neu gekauftes Haus in der Provinz in Augenschein zu nehmen. Bei Glatteis kommt er von der Straße ab und sein Wagen landet im Nachbarszaun. Nachdem er den Notruf gewählt hat, kommt der Weihnachtsmann. Sheriff Mason Grant trägt nämlich ein Weihnachtsmannkostüm – und sieht für Steve darin höllisch sexy aus. Findet Steve einen Weg in die Weihnachtshöhle? Aber schwule Kleinstadtsheriffs gibt es nicht. Oder etwa doch?
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Veröffentlichungsjahr: 2024
Inhaltsverzeichnis
Eins
Zwei
Drei
Vier
Fünf
Lake Beautown-Reihe
Social Media
DER WEIHNACHTSSHERIFF © Norma Banzi Bildquelle Depositphotos Western-Hintergrund: © GerakTV Western-Cowboy: © elena1600
Gestaltung des Covers: Norma Banzi
Edition Banzini Kurvenstraße 25 22043 Hamburgwww.banzini.de
Oh Mann! Vor dem Sheriff mit einem Steifen zu stehen, war keine gute Idee. Und sich am Heiligabend bei Glatteis auf den Weg in sein neues Landhaus in Lake Beautown zu machen, auch nicht. Steves Wagen war von der Straße abgekommen und gegen einen Zaun gekracht. Zum Glück gab es in dieser ländlichen Region von Virginia Handyempfang. Er hatte den Notruf gewählt und gekommen war – der Weihnachtsmann. In einem Polizeiauto! Und seitdem hatte Steve den Harten in seiner Hose. Zum Glück war seine Winterjacke lang genug, um diese Peinlichkeit zu verdecken. Seit seinem Zusammenbruch hatte sich Steves Libido nicht mehr geregt. Ganz schlechter Zeitpunkt, dass sie gerade jetzt wieder ansprang.
Wahrscheinlich war dieser Kleinstadtsheriff gerade privat auf dem Weg zu der Bescherung seiner Kinder gewesen. Oder sie hatten hier die seltsame Sitte, dass die Ordnungskräfte sich zu Weihnachten verkleideten. Auf dem Land ging es gemütlich zu, glaubte Steve. Deshalb hatte er sich auch das Haus am See gekauft. Es lag ruhig, aber nicht allzu abgeschieden. Er war damals total down gewesen, als er in einer Art Übersprungshandlung den Makler aus der Klinik angerufen und ihm eine Reihe von Auswahlkriterien in den Notizblock diktiert hatte. Mittlerweile erinnerte er sich schon nicht mehr genau daran, was er alles so vor sich hin gemurmelt hatte. Steve war ein Stadtmensch. Was hatte ihn nur bewogen, auf das Land ziehen zu wollen? Und dann noch so weit weg von New York? Die durchschnittliche Fahrzeit von fünfeinhalb Stunden von New York nach Lake Beautown hatte ihn nicht geschreckt, als er sie bei Google Maps nachgeschlagen hatte. Nur hatte er dabei nicht seinen angeschlagenen Gesundheitszustand bedacht. Er war soweit wieder Okay, allerdings musste er auf langen Autofahrten jetzt öfter Pause als früher machen und am Ende war er ganz schön erschöpft gewesen und hatte über eine Stunde länger gebraucht. Vielleicht hatte er deshalb wegen des Glatteises die Kontrolle über den Wagen verloren. Das behielt er aber lieber für sich.
Ein Herzinfarkt hatte ihn mit Fünfunddreißig aus seinem gewohnten Leben gerissen. Er brauchte ausreichend Abstand zu seiner hektischen Heimatstadt, zu seinem stressigen Arbeitsplatz, auch wenn er New York und seine Arbeit eigentlich liebte. Das war der Grund, weshalb er kein Landhaus in der Nähe von New York gekauft hatte. Das nächste Mal nahm er lieber den Flug nach Charlottesville und fuhr den Rest der Strecke mit einem Mietwagen. Dann bräuchte er mit Wartezeiten vielleicht insgesamt drei Stunden, allerhöchstens.
Er bemerkte, wie der Sheriff ihn anstarrte. Hatte der Mann ihm eine Frage gestellt? Steve räusperte sich.
„Entschuldigen Sie, Sheriff … Ich bin noch ganz benommen von meinem Unfall. Wie lautete Ihre Frage?“
„Grant, mein Name ist Grant“, wiederholte der bärtige Mann geduldig, wahrscheinlich bereits zum dritten Mal. Er zeigte auf das Namensschild, das er an sein Kostüm gepinnt hatte. Normalerweise hing es wahrscheinlich an seiner Uniform. „Haben Sie Kopfschmerzen, ist Ihnen übel?“
„Weshalb fragen Sie, Grant?“
„Weil Sie ziemlich verwirrt wirken und ich ausschließen möchte, dass Sie eine Gehirnerschütterung haben.“
„Ich habe mir bei dem Unfall den Kopf nicht angestoßen, Sir. Ist Ihr Bart echt?“ Steve hob die Hand halb, ließ sie dann aber wieder fallen. Es war keine gute Idee, einem Sheriff am Bart zu zupfen, das war sogar ihm klar, auch wenn in seinem Kopf gerade einiges durcheinander wirbelte und sich sein Gehirn das Blut mit seinem Unterleib teilen musste. Wobei sein Schwanz den Hauptteil zu beanspruchen schien, Steve konnte rein gar nichts dagegen tun. Immerhin gelang es ihm, seinen Gesichtsausdruck einigermaßen seriös zu halten. Wenn er jetzt auch noch doof vor sich hingrinste, dann dachte der Sheriff noch, er hätte getrunken.
Mit einem kleinen Lächeln strich sich Grant über den Vollbart. Er war nicht ganz weiß, aber doch mit viel Grau durchsetzt und sah einfach sexy aus. „Alles echt! Ich brauche noch Ihre Versicherungsdaten, Sir.“
„Im Handschuhfach!“, antwortete Steve.
Der Sheriff machte seinem Deputy ein Zeichen und der korrekt uniformierte Mann holte sich die Papiere selbst aus dem Auto.
„Was führt Sie in unsere Gegend, Mr. McQueen?“
„Ich habe mir am See ein Haus gekauft.“
„Ach, Sie sind das. Und Sie wollten Ihr neues Haus ausgerechnet am Heiligabend beziehen?“
„Der Makler sagte, es ist voll möbliert und bezugsbereit.“
„Und wahrscheinlich arschkalt. Haben Sie sich denn etwas zu Essen besorgt?“
„Ich wollte erst den Ofen im Haus anheizen und dann in den kleinen Shop in der Stadt gehen, von dem der Makler geredet hat.“
„Der hat an Heiligabend zu. Sie müssen zur Mall, zwanzig Meilen vor der Stadt.“
„Mist!“
„Dann nehmen Sie mal Ihr Gepäck aus dem Wagen. Tom und ich fahren Sie zu Ihrem Haus. Dort können Sie einheizen und in einer Stunde hole ich Sie ab, um Sie zum Supermarkt zu fahren.“
„Äh … Danke, Grant!“
„Mein Vorname ist Mason, aber ich habe das Gefühl, Sie stehen gerade ein bisschen neben sich.“
„Und mein Auto?“
„Lassen Sie den Schlüssel stecken. Ich habe schon den Abschleppdienst gerufen.“
„Aber …“
„Keine Sorge. Hier klaut niemand ein Auto, was in einem Zaun gelandet ist.“
Also nahm Steve seine beiden Koffer aus dem einen Kofferraum und wuchtete sie in den anderen. Hinten im Streifenwagen fühlte er sich etwas unwohl, aber der Weg war nicht weit.
Sheriff Grant bestand darauf, Steve in das Haus zu begleiten und sich kurz umzusehen. „Kommen Sie zurecht, Sir?“
„Denke schon. Der Makler meinte, er hätte auf dem Sekretär eine ausführliche Beschreibung hinterlassen, wie der Holzpelletofen einzuheizen ist. Ich muss nur noch den Sekretär finden.“ Etwas hilflos sah Steve sich im Flur um.
„Im Wohnzimmer?“ Grants Frage klang eine Spur ironisch. Er ging dort hinein und nahm demonstrativ eine Mappe in die Hand. „Ich denke, darin wird Ihre Gebrauchsanweisung liegen. Ich mache mich jetzt auf den Weg zu meiner Familie. Die Kinder warten auf ihre Geschenke. In einer Stunde bin ich wieder da.“
„Tut mir leid, dass ich Sie von Ihrer Frau und Ihren Kindern fern halte, Sir. Vielleicht kann ich mir auch ein Taxi zum Supermarkt nehmen.“
Grant lachte dröhnend. „Ein Taxi? Hier?
