Two Snipers - Ein perfektes Team - Norma Banzi - E-Book

Two Snipers - Ein perfektes Team E-Book

Norma Banzi

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Beschreibung

Nach Abschluss eines anstrengenden Spezialauftrags in Kolumbien hält sich der junge und hochtalentierte Navy SEAL Orlando nur noch mit Tabletten aufrecht. Da soll er sich in einem Ausbildungscenter der Navy schon auf die nächste Mission vorbereiten. Kurz vor seinem Zusammenbruch zieht Orlando die Notbremse.

Sich mitten in einer Klausur spontan zu verlieben, ist keine gute Idee. Der junge Navy SEAL Mike blickt sehnsüchtig aus dem Fenster zur Raucherecke, als er dort einen wie Espenlaub zitternden Mann stehen sieht, dessen Anblick ihn aus den Socken haut. Leider kann er nicht weg, sonst würde er seinen Collegeabschluss versauen, den er auf dem zweiten Bildungsweg nachmacht.

Wird Mike Orlando später ausfindig machen können? Wäre Orlando dann überhaupt geneigt, etwas zu riskieren und auf dessen Avancen einzugehen?

Diese Geschichte spielt vor der Abschaffung von „Don't ask, don't tell!“ und ist ein Prequel zu „Sonne, Strand, Cocktails und zwei knallharte SEALs“.

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Veröffentlichungsjahr: 2024

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Norma Banzi

Two Snipers - Ein perfektes Team

Edition Banzini

Inhaltsverzeichnis

Vorab bemerkt

Eins

Zwei

Drei

Vier

Fünf

Sechs

Ausblick

Social Media

TWO SNIPERS - EIN PERFEKTES TEAM © Norma Banzi 1. Auflage: Februar 2016 2. Auflage: März 2024 Bildquelle: depositphotos: Pistole © dvargg Herz © storoch Gestaltung des Covers: Norma Banzi Edition Banzini Kurvenstraße 25 22043 Hamburgwww.banzini.de

Vorab bemerkt

Diese Geschichte spielt zeitlich vor dem Roman Sonne, Strand, Cocktails und zwei knallharte SEALS und erzählt, wie Orlando und Mike sich kennenlernten. Damals mussten sich die US-Soldaten noch der Regel „Don`t ask, don`t tell!“ unterwerfen.

Nicht alle Dienstränge, Strukturen, Verhaltensweisen und Örtlichkeiten entsprechen der Navy-Realität. Die Geschichte ist ein belletristisches Werk und legt das militärische Leben in der US Army sehr frei aus.

Eins

Ein lautes Knallen schreckte Orlando Ramirez aus seinem Schlummer auf. Er sprang in einer blitzschnellen Bewegung von seinem Stuhl und nahm Deckung hinter einem der Schreibtische. Orlando war der einzige Sprachschüler in diesem Sprachlabor der US Navy. Dios! Wie schreckhaft er sich gerade verhielt. Wahrscheinlich hatte nur ein Zugwind im Gebäude ein offenes Fenster zuknallen lassen. Orlando wartete einen Augenblick, dann ging er zur Tür, machte sie leise auf und sah sich forschend im Flur um. Alles wirkte völlig normal. Er schloss sie wieder, warf einen Kontrollblick aus dem Fenster und setzte sich zurück auf seinen Stuhl. Ein Blick auf die Uhr am Computer zeigte ihm, dass er eine halbe Stunde geschlafen hatte. Crap! Ein Navy SEAL wie er schlief nicht einfach vor Erschöpfung ein. Orlando griff in seine Hosentasche, um sich eine Tablette seines Aufputschmittels zu nehmen. Die Blisterpackung war leer. Doppelter Crap! Er rieb sich die Schläfen und fragte sich, ob er in seinem Quartier noch etwas hatte oder wieder zum Arzt gehen musste, um sich Nachschub zu verschaffen. Wahrscheinlich würde er bald einen Vortrag über Suchtgefahr hören, obwohl die Navy Ärzte oft ein Auge zudrückten und großzügiger Medikamente verschrieben als zivile. Irgendwann musste sich Orlando eine andere Quelle für seine Schlaf- und Aufputschmittel suchen.

Paschtunisch quäkte aus den Kopfhörern, die neben der Tastatur lagen. Was, zum Teufel hatte ihn geritten, als er zustimmte, in Afghanistan undercover zu gehen? Er brauchte nach seiner letzten Mission in Kolumbien eher einen ausgedehnten Urlaub. Nur, weil er extrem sprachbegabt und anpassungsfähig war, hieß das noch lange nicht, dass er Energie im Überfluss hatte. Dieses Paschtunisch kotzte ihn an, obwohl die arme Sprache unschuldig an seiner Situation war.

Orlando stoppte das Lernprogramm und griff sich entnervt seine Zigaretten. Heute war im Schulungscenter wenig los und er traf auf dem Weg in die Raucherecke nur auf drei andere Leute, die ihn zackig grüßten, da er einen höheren Rang besaß als sie. Er salutierte lässig zurück. In der Raucherecke war er alleine - zum Glück. Das Nikotin beruhigte seine fahrigen Nerven und er begann, seine Lage zu analysieren. Grundsätzlich mochte er es, Berufssoldat bei der Navy zu sein. Wer sich innerlich nicht mit ihr identifizierte, ging nicht zu den SEALs, konnte niemals den unmenschlichen Drill bewältigen. Wie alle SEALs war Orlando Mitglied eines bestimmten Platoons - theoretisch. Praktisch war er ein Protegé von Captain Milgram, der es sich in den Kopf gesetzt hatte, Pretender unter den Navy-Angehörigen ausfindig zu machen und für Spezialaufgaben einzusetzen. Orlando warf sich in diesem Augenblick vor, sein Sprachtalent und seine enorme Anpassungsfähigkeit nicht besser verborgen zu haben. Die Aufträge von Captain Milgram saugten einen aus wie Vampire. Wie viele andere Pretender Milgram hatte, wusste Orlando nicht. Der Captain hielt sie voneinander getrennt. Orlando vermutete, dass es noch zwei, drei wie ihn in dem Programm gab.

Außerdem fand er es doof, als Pretender bezeichnet zu werden. Orlando war kein Hochstapler. Wählte er sich aus welchen Gründen auch immer eine Rolle, dann ging er ganz darin auf. The Mutables „Die Wandelungsfähigen“ hätte besser gepasst, allerdings nutzte Captain Milgram das griffige Wort Pretender, um eine Assoziation zu der bekannten Fernsehserie herzustellen. Die Entscheider über das Projekt mussten so nicht lange darüber nachdenken, welche Personen darin gefördert und eingesetzt werden sollten. Der Gefangene einer finsteren Organisation war Orlando natürlich nicht. Er war und blieb ein Navy-SEAL, wobei es bestimmt Friedensorganisationen gab, die das US-Militär als eine solche betiteln würden.

Captain Milgram ließ einem die Wahl, er war kein arroganter Machtmensch, der die Menschen überfuhr, eher ein Verführer, der einem suggerierte, man würde sich selbst entscheiden. Auf seine Weise war er allerdings rücksichtslos und stellte immer das höhere Ziel vor die Bedürfnisse des Einzelnen.

Wer sich wie ein Held fühlte, hielt sich für unverwundbar. Das hatte Milgram ausgenutzt und Orlando kurz nach der Beendigung seines Auftrags in Kolumbien einen neuen Fall vorgelegt. Der Einfluss der Tabletten ließ Orlandos Urteilsvermögen zu dem Zeitpunkt vollends den Bach runtergehen, und er hatte ihn angenommen. Nur war Orlando kein Superwesen mit unerschöpflicher Energie. Er war ausgebrannt, das spürte er auch ohne offizielle ärztliche Diagnose. In diesem Zustand würde er in Afghanistan Fehler machen, die ihn das Leben kosteten. Dios! Zum Sterben fühlte er sich zu jung. Was sollte er tun?

Er drückte die eine Zigarette aus und zündete sich gleich die nächste an. Das letzte Bisschen geistige Energie, das er noch in sich verspürte, würde er anwenden, um sich einen Weg aus dem Schlamassel zu überlegen, einen, der Captain Milgram überzeugte. Der Mann war kein so fähiger Pretender wie Orlando, aber es war schwerer, ihn zu manipulieren, als einen Durchschnittsmenschen. Eines wusste Orlando allerdings genau. Um die Situation zu bewältigen, brauchte er einen klaren Kopf. Die Medikamente mussten weg.

Ein Schauer durchlief ihn. Wie sollte er jemals wieder ohne Schlafmittel einschlafen können? Drecksträume quälten ihn, solche, die er nicht einmal seinem ärgsten Feind gönnte. Hm ... diesem schon. Schlaf wurde ohnehin überbewertet, machte sich Orlando selbst Mut. Über den Tag verteilte Powernaps mussten reichen. Fuck! Sehr angenehm kam ihm sein Plan nicht gerade vor. Bekam man eigentlich Entzugserscheinungen, wenn man die Medikamente von einem Tag auf den anderen absetzte? Wahrscheinlich. Orlando würde das händeln, sobald es soweit war. Mit seinem Suchtproblem fertig zu werden, war vergleichsweise einfach. Milgrams gierigen Pfoten zu entkommen, erschien ihm weitaus schwieriger in der Planung, wobei ihm Entzugserscheinungen dabei vielleicht sogar helfen konnten.

xxx

Der Drang, sich eine Zigarette anzünden zu wollen, war rein psychologisch, sagte sich der Navy SEAL Mike Grell, denn er hatte sich vor der Prüfung ein Nikotinpflaster auf den Arm geklebt. Wenig hilfreich war, dass er von seinem Schreibtisch aus einen guten Blick auf die Raucherecke hatte.

‚Fokussiere dich!’ befahl er sich selbst in Gedanken. Er hatte sich so lange auf seinen College-Abschluss vorbereitet, dass er jetzt nicht im letzten Augenblick patzen durfte. Er konnte den Stoff, er musste nur noch die Striche auf den Prüfungsunterlagen machen. Multiple Choise Fragen waren toll, fand er. Für die Englischprüfung hatte er einen Aufsatz schreiben müssen. Sich eine selbst formulierte Antwort aus dem Gehirn zu pressen, war so viel schwieriger, als einfach die richtige Lösung auf einem Fragebogen anzumarkern. Gerade wollte er seinen Blick zurück auf das Papier richten, als jemand in die Raucherecke trat, der praktisch die gesamte Aufmerksamkeit von Mike an sich saugte. Heilige Scheiße! War der Mann sexy! Auf einer Skala von eins bis zehn war er eine Zwölf und absolut Mikes Typ, um nicht zu sagen sein Traumtyp. Oh, oh, oh ... eine Erektion bei einer Prüfung zu haben, war keine gute Idee. Der dunkelhaarige Mann, Mike hielt ihn für einen Latino, zündete sich mit zitternden Fingern eine Zigarette an. Auch auf die Entfernung wirkte er gestresst. Vielleicht war er gerade von einem Einsatz zurück und sein Körper und Geist kämpften noch mit den Folgen. Das Nikotin, das er tief inhalierte, dämpfte die Fahrigkeit des Mannes.

Leider erkannte Mike das Namensschild nicht. Kurz blickte er zu der Aufsicht, die in ein Buch vertieft war. Eventuell konnte er um eine Raucherpause bitten. Andererseits durfte er sich während der Prüfung mit niemandem unterhalten. Smalltalk zur Kontaktanbahnung war also unmöglich. Außerdem würde seine Pause in den Unterlagen vermerkt werden, eine für ihn ungünstige, blöde Regel. Sein Tutor war ein eingefleischter Nichtraucher und zog wieder ein langes Gesicht, wenn er Mike dabei erwischte. Im Prinzip war es ihm egal, wie andere über ihn dachten, nur wollte er bei seinem Abschluss gut abschneiden und war auf die Hilfe des Tutors angewiesen.

Mr. Hot-Hot-Hot drückte jetzt die aufgerauchte Kippe aus und zündete sich gleich eine zweite Zigarette an. Oha, der Mann kam bestimmt gerade aus einem Einsatz zurück. Falls er ein SEAL war, konnte Mike ihn vielleicht ausfindig machen, auch wenn er nicht zu seinem eigenen Team gehören sollte.

---ENDE DER LESEPROBE---