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Eine aktive Beteiligung der Lernenden verbessert entscheidend die Qualität des Unterrichts und die Lernergebnisse. Das Buch stellt eine Reihe von Lehrmethoden vor, die mit relativ wenig Zeitaufwand durchführbar sind, und liefert nützliches Hintergrundwissen sowie praktische Tipps für die Umsetzung. Die Methoden sind einsetzbar in den unterschiedlichsten Fächern von Technik bis Sprachwissenschaften. Die Neuauflage wurde überarbeitet und insbesondere um neue Aspekte zur digitalen Lehre ergänzt, wie benötigte Tools und Programme, geeignete Methoden zur Organisation und Durchführung der Onlinelehre, rechtliche Aspekte bei digitalen Prüfungen.
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Seitenzahl: 268
Veröffentlichungsjahr: 2021
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Schäffer-Poeschel Verlag für Wirtschaft - Steuern - Recht GmbH
[4]Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
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ISBN 978-3-7910-5307-3
Bestell-Nr. 20614-0002
ePub:
ISBN 978-3-7910-5309-7
Bestell-Nr. 20614-0100
ePDF:
ISBN 978-3-7910-5308-0
Bestell-Nr. 20614-0151
Franz Waldherr und Claudia Walter
didaktisch und praktisch
3., überarbeitete und erweiterte Auflage, Oktober 2021
© 2021 Schäffer-Poeschel Verlag für Wirtschaft · Steuern · Recht GmbH
www.schaeffer-poeschel.de
Bildnachweis (Cover): © Drazen_, Getty Images
Produktmanagement: Alexander Kühn
Lektorat: Heike Münzenmaier
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Schäffer-Poeschel Verlag Stuttgart
Ein Unternehmen der Haufe Group SE
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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Sie halten die dritte überarbeitete Auflage unseres »didaktisch & praktisch« in Händen. Der veränderte Zusatz im Titel »Methoden und Medien für die Präsenz- und Onlinelehre« verrät Ihnen den Anlass, weswegen wir uns dazu entschlossen haben, das bestehende Werk zu überarbeiten. Die Veränderung der Arbeitswelt, der Gesellschaft und des täglichen Lebens durch die Digitalisierung zieht auch Konsequenzen für die Lehre an den Hochschulen nach sich.
Das erfordert natürlich auch eine Erweiterung des Angebots einer hochschuldidaktischen Einrichtung, wie sie das DiZ darstellt. Einige unserer Trainerinnen und Trainer haben ihre Erfahrungen mit digitalen Tools zusammengetragen. Dabei geht es sowohl um prinzipielle Aspekte, die man beim Einsatz von Webkonferenzen beachten sollte als auch um ganz konkrete Ideen, die Lehrenden helfen, aktivierenden Unterricht nicht nur in einer Präsenzveranstaltung professionell zu konzipieren, sondern auch in der virtuellen Welt. Deshalb finden Sie bei (fast) jeder Beschreibung einer didaktischen Methode Hinweise, wie Sie dieselbe Methode digital umsetzen können.
In dieser dritten Auflage schließen wir außerdem auch noch eine andere inhaltliche Lücke damit, dass wir im theoretischen Hintergrundteil ein Kapitel zum Thema Prüfungen aufgenommen haben. Im Sinne des Constructive Alignment ist unser »didaktisch & praktisch« nun inhaltlich vollendet. Vielleicht vermissen Sie unsere üblichen ausführlichen praktischen Hinweise in diesem neuen Kapitel. Aber wir brauchen ja in Zukunft einen Anlass für eine vierte Auflage.
An dieser Stelle möchte ich mich bei den Mitautorinnen und Mitautoren bedanken, die zu dieser neuen Auflage beigetragen haben. Ich weiß, welch kostbares Gut die Zeit ist und Ihr habt bei meiner Anfrage, etwas für dieses Buch zu schreiben, sofort ja gesagt. Und auch ein Danke an Claudia Dingeldey, sie hat in ihrer geduldigen und gründlichen Art die Richtigkeit von Kommata recherchiert, Überschriften formatiert und Hinweise überprüft.
Dieses Vorwort möchte ich gerne auch dazu nutzen, um meinem geschätzten Chef, Kollegen und Freund, Prof. Dr. Franz Waldherr, einen wohlverdienten und genussvollen Ruhestand zu wünschen. Sechzehn Jahre lang haben wir gemeinsam am DiZ dis[6]kutiert, Ideen gesponnen und Strategien überlegt, diese umzusetzen. Das war eine herrliche Zeit. Danke Franz!
Viel Spaß beim Lesen, das hoffentlich Inspiration und Freude für Ihre Lehre bringt.
Claudia WalterIngolstadt, im März 2021PS: Wir haben uns in diesem Buch um eine genderneutrale Schreibweise bemüht. Ebenso wichtig war uns jedoch auch die Klarheit und Verständlichkeit der Sprache. Insofern bitten wir für die dadurch manchmal notwendigen Kompromisse um Verständnis.
Mittlerweile gibt es viele gute Bücher, die sich den Themen Lehre und Lehrveranstaltungsplanung widmen. Üblicherweise wird damit begonnen, theoretische Grundlagen zu formulieren und im Anschluss daran folgen Umsetzungshinweise und Beispiele für die Praxis. Dieses Buch ist anders aufgebaut: Wir liefern zuerst didaktische Methoden – für die Lehre in Präsenz und im digitalen Format. Im Anschluss daran beschreiben wir im Hintergrundteil wissenschaftliche Erkenntnisse. In beiden Teilen unseres Buches finden Sie jeweils Querverweise zueinander.
In den folgenden Kapiteln finden Sie nun eine Auswahl an didaktischen Methoden. Diese Auswahl wurde von uns aufgrund unserer persönlichen Erfahrungen getroffen, die wir im Kontext von Hochschullehre gesammelt haben, denn nicht jede (Lehr-)Methode ist an jeder Stelle und für alle Zwecke geeignet. Folgende Struktur ermöglicht es, für verschiedene Anlässe geeignete Methoden auszuwählen. Wir haben deswegen versucht, eine Ordnung zu schaffen, die Ihnen ein Raster für die Methodensuche vorgibt. Sie finden im Folgenden Methoden:
zu Veranstaltungsbeginn,um Vorwissen transparent zu machen,zum Erwerb und zur Verteilung neuen Wissens,rund um die Diskussion,für die Lehre in MINT-Fächern,zur Aktivierung von Großgruppen,zur Begleitung der studentischen Selbstlernphasen,für ein schnelles Feedback zur Lehrveranstaltung.F. Waldherr, C. Walter, J. Wendorff, M. Kipp
Die Redewendung »Der erste Eindruck zählt« gilt auch für Lehrveranstaltungen. Das betrifft den Semesterbeginn aber auch den Start jeder einzelnen Veranstaltung, Versäumnisse hier sind im Allgemeinen nicht so einfach wieder aufzuholen. Egal ob 20 oder 200 Studierende, die an Ihrer Lehrveranstaltung teilnehmen, Ihre Aufgabe ist es zu Beginn Transparenz und damit auch ein arbeitsförderndes Klima zu erzeugen. Ein bewusster Einstieg in das neue Semester kann Orientierung geben und, je nach Gestaltung einer konsumierenden Haltung der Studierenden vorbeugen.
Transparenz über Lernziele, Aufgaben, Ablauf und Hintergründe
Egal, mit welchen didaktischen Methoden Sie in einer Lehrveranstaltung arbeiten möchten, nutzen Sie den Semesterstart um den Studierenden zu erläutern, welche Lernziele (siehe Kapitel 11.2) Sie in der Lehrveranstaltung für sie verfolgen und wie diese erreicht werden sollen. Stellen Sie dar, was Ihr Lehrkonzept beinhaltet, wie die Lehrveranstaltung aufgebaut ist und was Sie dabei von den Studierenden erwarten. Kolleginnen und Kollegen, die verstärkt mit aktivierenden Methoden arbeiten, berichten darüber, dass sie ihren Studierenden auch erklären, welchen Mehrwert diese Herangehensweise für Lernende hat. Gerade wenn Sie Lehrkonzepte wie JiTT oder andere Lehrformate nutzen, die erfordern, dass Studierende sich regelmäßig auf die einzelnen Lehrveranstaltungen vorbereiten, ist es sinnvoll, den Studierenden auch zu zeigen, wie sich die Vorbereitungszeit in der Vergabe der ECTS widerspiegelt. Diese Empfehlungen schaffen Orientierung, Transparenz und erhöhen im besten Fall auch die Bereitschaft, dass Studierende sich an der Lehrveranstaltung wie gewünscht beteiligen.
Wozu ist das gut?
Zu Beginn einer Veranstaltung oder eines Semesters kann man vor allem in kleineren Gruppen bis etwa 30 Personen durch einen Einstieg auf der persönlich-sozialen Ebene ein gutes Lernklima erzeugen. Eine – in Trainings- und Weiterbildungssituationen im Übrigen selbstverständliche – Möglichkeit stellt die klassische Vorstellungsrunde dar.
Wie funktioniert’s?
Sie bereiten einen Flipchart, eine PowerPoint-Seite oder die Tafel vor mit Sätzen wie z. B.:
Ich heiße …Ich komme aus …Ich erwarte von diesem Unterrichtsfach …[14]Zunächst stellen Sie sich selbst etwas ausführlicher vor und geben dann diese Fragen vor. Die Teilnehmenden sollen diese der Reihe nach kurz beantworten.
Alternativ dazu können Sie auch eine Vorstellungsrunde anhand eines Gegenstandes anbieten. Dazu benötigen Sie einen Vorrat von verschiedenen Gegenständen (Steine, Holzklotz, Gebrauchsgegenstand, Figuren aller Art, usw.) Jede Person wählt einen Gegenstand und stellt sich vor. Eine vierte Frage kann nun heißen: Ich habe diesen Gegenstand gewählt, weil …
Wenn Sie in der Runde eine Frage zu den Erwartungen der Studierenden gestellt haben, sollten Sie die Antworten für die Teilnehmenden sofort lesbar mitnotieren. Das ist insofern bedeutsam, weil Sie damit ein deutliches Signal der Wertschätzung setzen: »Ihre Erwartungen sind mir so wichtig, dass ich sie aufschreibe.« Im Anschluss an die Vorstellungsrunde sollten die gesammelten Erwartungen dann auch besprochen werden. Sie müssen dabei nicht alle Erwartungen erfüllen. Manches gehört vielleicht in eine andere Lehrveranstaltung, anderes hat nicht die Relevanz im von Ihnen aufgebauten Gesamtzusammenhang.
Gruppengröße:
Bis zu 25 Personen
Raum und Ausstattung:
Die Fragen sollten für alle Studierenden sichtbar sein.
Material:
Gegebenenfalls Gegenstände mitbringen.
Zeitaufwand:
Die benötigte Zeit ist abhängig von der Gruppengröße. Wir empfehlen Ihnen, den Studierenden eine maximale Zeitdauer pro Person anzugeben. »Jede Person hat 2 Minuten Zeit«.
Digitale Umsetzung
Sie teilen Ihren Bildschirm, auf dem Sie ein Textdokument mit der Überschrift »Vorstellungsrunde« zeigen. Die drei Fragen schicken Sie über den Chat an alle Studierenden. Jetzt fordern Sie Ihre Studierenden auf, sich nacheinander über Video vorzustellen. Sie können alle Studierenden zu Beginn auffordern, die Hand zu heben. Wer sich vorgestellt hat, senkt die Hand wieder. Fokussieren Sie die Person, die spricht. Parallel schreiben Sie Ihre Notizen für alle sichtbar auf dem geteilten Textdokument. Auch im Digitalen können Sie mit Gegenständen arbeiten. Als Variante können Sie die Studierenden zu Beginn auffordern, einen Gegenstand aus ihrer privaten Umgebung zu suchen, anhand dessen sie sich vorstellen.
Wozu ist das gut?
Zu Beginn eines (ersten) Semesters können Sie die Methode zu einem ersten Kennenlernen der Studierenden für Sie und untereinander nutzen. Zudem bringt die Art der Aufstellung Bewegung in die Gruppe und die Studierenden müssen miteinander sprechen, ansonsten gelingt die Aufstellung nicht.
Wie funktioniert’s?
Fragen Sie nach der Herkunft – besonders interessant ist das in international besetzten Masterkursen: Setzen Sie die Mitte des Raumes als Ort der Hochschule, wie das in der folgenden Abbildung gezeigt wird.
Abb. 1.1: Beispiel für »Aufstellung nach Herkunft«
[16]Bitten Sie die Studierenden, sich nach Himmelsrichtung und Entfernung der Heimatorte im Raum aufzustellen. Dabei ist es zweckmäßig, die Himmelsrichtungen vorzugeben (Nord/Süd ist vorne/hinten, West/Ost ist links/rechts). Wer nahe an München seinen Ursprung hat, wird nahe der Raummitte stehen; der Hamburger steht – im Vergleich zum Gaststudierenden aus Oslo – etwa auf halber Höhe nach vorne in der Mitte.
Interviewen Sie ganz nahe und ganz weit entfernt stehende Studierende, versuchen Sie, diejenigen mit der weitesten Anreise zu ermitteln, lassen Sie sich von den Herkunftsorten und -ländern, von charakteristischen Speisen und Getränken erzählen. Der besondere Charme dieser Methode liegt darin, dass die Studierenden sich zwangsläufig miteinander unterhalten müssen, da sie sonst ihren richtigen Platz (relativ zu den anderen) gar nicht finden können.
Gruppengröße:
Beliebig
Raum und Ausstattung:
Man sollte sich im Raum bewegen können. Ein Hörsaal mit aufsteigender, fest montierter Bestuhlung ist hierzu ungeeignet, aber vielleicht gibt es ein Foyer.
Material:
Weltkarte mit dem Hochschulort als Mittelpunkt, als Poster oder projektionsfähig; eventuell Mikro
Zeitaufwand:
Mit 20 Personen etwa 10 bis 15 Minuten, mit 100 etwa eine halbe Stunde
Wozu ist das gut?
Die Lernenden sind sofort aktiv im Gespräch und lernen einander kennen. Sie wissen, dass sie den oder die andere im Anschluss vorstellen müssen, fragen deshalb genauer nach und hören konzentrierter zu.
Wie funktioniert’s?
Diese Methode besteht aus zwei Phasen. In der ersten Phase bilden die Studierenden Zweier- oder Dreiergruppen und erhalten vom Lehrenden Leitfragen, anhand derer sie sich gegenseitig interviewen sollen. Neben den üblichen Fragen nach Name und [17]Herkunft macht es solche Vorstellungsmethoden erfahrungsgemäß unterhaltsamer, wenn auch Fragen nach »kleinen Geheimnissen« gestellt werden.
Was sind Ihre/Deine gängigen Ausreden, um sich nicht mit der Arbeit/dem Studium beschäftigen zu müssen?Wie haben Sie sich/Du Dich schon bei Gruppenarbeiten vor der Arbeit gedrückt?Wie begründen Sie/begründest Du im Familien- oder Freundeskreis, wenn ein Test nicht bestanden wurde?Die Studierenden interviewen sich nun gegenseitig und können sich dabei Notizen machen. In der zweiten Phase stellen sich die Studierenden gegenseitig im Plenum vor.
Gruppengröße:
Bei 15–20 Personen problemlos. Bei größeren Gruppen muss man sich genau überlegen, mit wie vielen und mit welchen Fragen sich die Studierenden interviewen sollen. Eventuell kann man bei der gegenseitigen Vorstellung nur den Namen und die Antwort auf das »kleine Geheimnis« vorstellen.
Raum und Ausstattung:
Die Methode kann problemlos in jedem Raum und bei jeder Art der Bestuhlung durchgeführt werden.
Material:
Eventuell Papier, um sich Notizen zu machen
Zeitaufwand:
Die Interviewphase sollte nicht länger als 15 Minuten dauern, die Dauer der Vorstellungsphase pro Person orientiert sich nach der Anzahl der Anwesenden, sollte aber nicht länger als eine Minute sein.
Digitale Umsetzung
Sie richten für die erste Runde Zweier-Breakout-Räume mit zufallsbasierter Zuteilung ein, in denen die Partnerinterviews stattfinden. In der zweiten Runde findet die Vorstellung im Hauptraum statt. Fokussieren Sie jeweils die beiden Studierenden oder bitten Sie alle Studierenden, die Kameras auszuschalten, ausgenommen die beiden Sprechenden.
Wozu ist das gut?
Die Lernenden entdecken schnell Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede und kommen dadurch schnell in einen intensiven Austausch.
Wie funktioniert’s?
Bilden Sie Dreiergruppen, wenn das von der Anzahl der Beteiligten nicht aufgeht, auch eine Zweier- oder Vierergruppe. Jede Gruppe erhält ein Flipchartpapier, auf das diese zunächst ein großes Dreieck zeichnen soll. Bei einer Vierergruppe ist zusätzlich unten an der Basis des Dreiecks ein senkrechter Strich einzufügen, sodass das Bild einer Tanne entsteht.
Abb. 1.2: Dreieck der Gemeinsamkeiten
Die Gruppenmitglieder erhalten nun die Aufgabe, drei Aspekte herauszufinden, die allen gemeinsam sind und diese in Stichworten in das Dreieck hinein zu schreiben (z. B.: Nicht in Hamburg geboren; Brillenträger; begeisterte Schwimmer etc.). In die drei Flächen außerhalb des Dreiecks soll jeweils eine Person ihren Namen als Über[19]schrift notieren und darunter drei Aspekte, die diese von den anderen Gruppenbeteiligten unterscheidet, z. B. habe in Südamerika gelebt, habe vorher eine Ausbildung gemacht, male sehr gerne etc. Hierfür sollten Sie den einzelnen Gruppen fünfzehn Minuten Arbeitszeit geben. Haben alle diese Aufgabe erledigt, stellen sich nacheinander alle Gruppen mit ihren Ergebnissen vor. Jedes Gruppenmitglied erwähnt jeweils eine Gemeinsamkeit innerhalb der Gruppe und stellt zusätzlich die drei Aspekte vor, die dieses von den anderen Mitgliedern unterscheidet.
Gruppengröße:
Zwischen 12 und 30 Personen, je mehr, desto länger dauert die Präsentationszeit.
Raum und Ausstattung:
Der Raum muss so groß sein, dass die Gruppen in gewissen Abständen voneinander aktiv sein können, ohne sich gegenseitig zu stören. Ggf. kann auch der Bereich außerhalb des Lehrraumes dazu genutzt werden.
Material:
Flipchartpapier, Moderationsstifte
Zeitaufwand:
Bei 15 Personen ca. 40 Min., bei 30 Personen ungefähr eine Stunde
Digitale Umsetzung
Sie schicken die Dreiergruppen in eigene Breakout-Räume. Bieten Sie ein separates Werkzeug für das gemeinsame Erstellen des Dreiecks an, etwa ein digitales Whiteboard oder ein Tool für Präsentationsfolien (z. B. Google Slides). In der großen Vorstellungsrunde im Hauptraum teilt jeweils ein Gruppenmitglied den Bildschirm, um das Dreieck zu zeigen, während alle Gruppenmitglieder kommentieren.
Wozu ist das gut?
Kreative Art einer Vorstellungsrunde – mithilfe ihrer Schlüsselbünde sagen die Teilnehmenden etwas über sich aus.
Wie funktioniert’s?
Alle Beteiligten werden gebeten, ihren Schlüsselbund hervorzuholen und anhand von drei Schlüsseln und ggf. auch einem Schlüsselanhänger etwas über sich zu erzählen. Sollte eine Person keinen Schlüsselbund oder nur einen Schlüssel mitgebracht haben, [20]soll diese kurz über die Schlüssel berichten, die sie normalerweise im Alltag nutzt. Die Schlüssel dienen als roter Faden durch die eigene Vorstellung. Die Studierenden haben etwas Vertrautes in der Hand, das ihnen bei der Vorstellung ein Stück Sicherheit gibt. Es ist ihnen freigestellt, wie viel Persönliches sie preisgeben möchten.
Gruppengröße:
Bis zu 30 Personen
Raum und Ausstattung:
Da die Methode im Sitzen durchgeführt wird, kann ganz normal der Lehrraum genutzt werden.
Material:
Ihr Schlüsselbund, wenn Sie sich beteiligen, sowie die der Beteiligten.
Zeitaufwand:
Zwei Minuten für die Erklärung und zusätzlich ca. 30 Sekunden pro Studierenden
Digitale Umsetzung
Die Methode lässt sich wie beschrieben per Video umsetzen. Alternativ können Sie ausnutzen, dass die Studierenden in privater Umgebung sind. Bitten Sie die Studierenden, einen Gegenstand zur Selbstvorstellung zu suchen, den sie normalerweise nicht an der Hochschule zur Verfügung hätten.
F. Waldherr, C. Walter, J. Wendorff, M. Kipp
In diesem Kapitel werden die Methoden vorgestellt, die Sie gut einsetzen können, um das bereits in den Köpfen der Studierenden vorhandene Vorwissen abzufragen, dadurch sichtbar zu machen und zu strukturieren.
Gerade in Lehrveranstaltungen, in denen Sie eigentlich davon ausgehen, dass Studierende ein Basiswissen mitbringen, können unterschiedliche Vorwissensstände eine Hürde sein – deswegen ist es sinnvoll, diese gezielt sichtbar zu machen. Wer von den Studierenden nur ein geringes Vorwissen hat – aus welchem Grund auch immer – kann die neu zu lernenden Fachinhalte nicht an den passenden Stellen einordnen. Die Gefahr besteht, dass die neuen Informationen direkt verloren gehen. Wenn Sie über den Einsatz der folgend vorgestellten Methoden den allgemeinen Wissensstand einschätzen können, können Sie die Studierenden besser dort abholen, wo sie mit ihrem Wissenshorizont gerade stehen. Studierende können zusätzlich erkennen, wenn ihr Vorwissen im Vergleich zu den anderen geringer ist. Im günstigen Fall versuchen diese selbst, die Lücke zu schließen. Das optimale Fachniveau zu treffen, mit dem alle gleich mitgenommen werden können, ist in der Regel nicht möglich. Fachliche Heterogenität stellt immer wieder für alle Lehrende eine Herausforderung dar. Gruppenarbeiten können eine Möglichkeit sein, den Wissensausgleich unter den Studierenden zu fördern.
Wozu ist das gut?
Die Kartenfrage ist eine Methode (vgl. Klebert, Schrader, Straub 2003), die auch in der Lehre eingesetzt werden kann, um alle Anwesenden gleichberechtigt zu beteiligen. Sie eignet sich zur Abfrage und Strukturierung des in einer Gruppe vorhandenen Vorwissens sowie zum Transparentmachen der Erwartungen am Anfang einer Veranstaltung(sreihe) ebenso wie für ein schnelles Brainstorming. Die Studierenden finden ihre Ideen/Themen an einer »Wand« strukturiert wieder. Sie fühlen sich ernst genommen in ihren Äußerungen.
Wie funktioniert’s?
Der Ablauf ist selbst bei unterschiedlicher Zielsetzung immer gleich, durch die Fragestellung werden unterschiedliche Inhalte erzeugt.
Abb. 2.1: Ergebnis einer möglichen Kartenabfrage
Sie teilen an die Studierenden Rechteckkarten (beim Tafeleinsatz große Post-its) und Moderationsmarker aus. Die Studierenden sollen ihre Antworten zu den vorgegebenen Fragen hierauf notieren, in einer Schriftgröße, die auch aus größerem Abstand gelesen werden kann. Während des Schreibens soll nicht gesprochen werden. Wenn alle die Aufgabe erledigt haben, sammeln Sie die Karten ein und hängen diese im Austausch mit den Teilnehmenden in die Spalten an die Pinnwände. Karten ähnlichen Inhalts werden hierbei untereinander platziert. Die Beiträge werden nicht übereinander gehängt und keine Karte wird verworfen. Bei einem Brainstorming können die ovalen Überschriftkarten statt mit Fragen mit Nummern beschriftet werden. Ähnliche Beiträge der Studierenden werden dann untereinander »geclustert« und danach gemeinsam die passenden Überschriften gesucht, die auf die Rückseite der ovalen Überschriftkarten geschrieben werden.
Was allgemein zu beachten ist:
An eine Pinnwand können circa fünf Überschriftkarten nebeneinander gehängt werden, möglich ist es, eine zweite Reihe darunter anzubringen. Bei einer großen Tafel können mehr Cluster nebeneinander gebildet werden.In kleinen Gruppen mit bis zu zehn Personen sollte jeder Teilnehmende so viele Karten schreiben können, wie er oder sie will.In Gruppen mit bis zu 20 Personen kann die Anzahl der Karten pro Teilnehmenden auf zwei oder drei limitiert werden.[23]In sehr großen Gruppen mit mehr als 20 Studierenden sollten Sie Untergruppen von bis zu vier Personen bilden, die gemeinsam z. B. maximal drei Karten abgeben können. Hier schreibt zuerst jedes Gruppenmitglied eigene Karten (ebenfalls limitierte Zahl), dann einigt man sich auf die drei Karten, die abgegeben werden. Variante 1: Lassen Sie die Gruppe die Karten selbst clustern (anordnen). Nur in kleinen Gruppen bis maximal zehn Personen sinnvoll.Variante 2: Sammeln Sie die Antworten bereits vorab, z. B. per E-Mail oder in einem Forum auf der Lernplattform und stellen Sie sie in einer Übersicht, wie oben gezeigt, dar. Diese Vorgehensweise spart Zeit in der Veranstaltung, bezieht die Ideen der Teilnehmenden aber dennoch ein.Variante 3: Abfrage mit zwei verschiedenen Kartenfarben, z. B. grün/gelb. Grün heißt »Was ich zum Thema schon weiß …«, gelb symbolisiert »Was ich dazu hier erfahren möchte …«.Gruppengröße:
Bis zu 30 Personen, ab 20 allerdings in Kleingruppen und mit begrenzter Kartenzahl je Gruppe (wie oben geschildert)
Raum und Ausstattung:
Begrenzender Faktor ist die Größe der Karten und dadurch deren Lesbarkeit, der Raum sollte nicht größer sein als etwa 60 bis 70 qm. Kleingruppen sollten Arbeitsplätze finden können. Zwei Pinnwände oder entsprechend große Tafeln (Kreidetafel oder Whiteboard).
Material:
Pack- bzw. Pinnwandpapier, Moderationskarten in eckigem und ovalem Format, Moderationsmarker, Pinnwandnadeln. Sie haben keine Pinnwände? Kleben Sie die Karten mit Malerkrepp an die Tafel oder verwenden Sie große Post-its. Wichtig ist, dass man sie jederzeit umsortieren kann!
Zeitaufwand:
Meist eine halbe Stunde bei 15 Personen, häufig eher mehr
Digitale Umsetzung
Sie nutzen ein digitales Whiteboard, bei dem die Studierenden eigene Karten auf dem Smartphone oder Laptop erstellen können. Teilen Sie Ihren Bildschirm, damit alle sehen, wie sich die Kartenlandschaft aufbaut. Nach der Sammelphase besprechen Sie jede einzelne Karte und kennzeichnen dies z. B. durch Verschieben in einen zentralen Bereich oder durch Ändern der Farbe. Das Verschieben können Sie nutzen, um gleichzeitig ein thematisches Clustern vorzunehmen. Sie nutzen neue Karten, wenn Sie den Clustern in Absprache mit den Studierenden Titel geben.
Wozu ist das gut?
Ein Wissenspool ermöglicht das Sammeln von Ideen, Meinungen, Vorerfahrungen usw. Studierende können sich so schnell auf ein Thema einstimmen. Sie können dabei ihr vorhandenes Vorwissen einbringen und gleichzeitig assoziatives Denken üben.
Wie funktioniert’s?
Schreiben Sie einen Begriff oder eine Frage in die Mitte der Tafel (alternativ Pinnwand, Flipchart, Mindmap-Programm). Wählen Sie einen bekannten, nicht zu abstrakten Begriff, der innerhalb des Erfahrungshorizonts der Studierenden liegt. Ziehen Sie – wenn handschriftlich durchgeführt – einen Kreis darum. Ziehen Sie – von diesem ausgehend – für jeden Ihnen zugerufenen assoziierten Begriff einen Strich und schreiben Sie diesen darauf. Geben Sie zunächst 30 Sekunden bis zu einer Minute Zeit zum stillen Nachdenken, bevor Sie mit dem Sammeln von Stichworten beginnen.
Die Begriffe stehen am Ende sternförmig um das zentrale Thema ohne innere Ordnung zusammengehöriger Punkte. Verzichten Sie bewusst auf eine Strukturierung, diese wäre Bestandteil der alternativen Methoden wie der Kartenfrage oder des Mindmaps, hier soll man dagegen schnell zum Ergebnis kommen.
Abb. 2.2: Wissenspool Lernen
Folgende Fragengebiete bieten sich an:
Erwartungsfrage: »Welche Inhalte verbinden Sie mit dem Fach …?«Vorwissensfrage: »Was fällt Ihnen ein, wenn Sie ›Fachbegriff‹ hören?« oder »Welche Erlebnisse verbinden Sie mit …?«Als »paradoxe« Einstiegsfrage »Stellen Sie sich vor, es gäbe in unserem Leben keine … (Chemie, Technische Mechanik, Statistik usw.). Was würde uns dann fehlen?«Wenn auch nach etwas längerem Warten keine weiteren Beiträge kommen, können Sie den Wissenspool mit Ihnen wichtigen Inhalten zum Thema anreichern.
[25]Tipp: Bei zurückhaltenden Gruppen empfiehlt sich sogar eine vorgeschaltete Murmelgruppe (siehe Kapitel 4.1), bevor im Plenum gesammelt wird.
Gruppengröße:
Beliebig
Raum und Ausstattung:
Tafel oder Whiteboard oder auch PC oder Tablet, verbunden mit dem Beamer
Material:
Kreide, Stifte
Zeitaufwand:
Fünf bis zehn Minuten
Digitale Umsetzung
Sie nutzen ein digitales Whiteboard, auf dem Sie Ihren Begriff zentral positionieren. Ihre Studierenden geben jetzt ihre Stichworte ein, die Sie anschließend oder parallel auf Ihrem geteilten Bildschirm arrangieren. Alternativ können Sie den Chat einsetzen, um Begriffe zu sammeln. Hier empfiehlt sich die Wasserfall-Methode: Sie geben den Studierenden eine Zeit von z. B. zwei Minuten vor und bitten sie, ihre Eingabe erst auf Ihr Zeichen abzuschicken. So verhindern Sie, dass die Studierenden durch die Wortmeldungen der anderen beeinflusst werden. Auf Ihr Zeichen (z. B. »drei, zwei, eins, los«) schicken alle ihren Chatbeitrag ab. Jetzt können Sie die Begriffe auf ein geteiltes, digitales Whiteboard übertragen und bei der Gelegenheit die Begriffe besprechen.
Wozu ist das gut?
Ähnlich wie der Wissenspool geeignet zum Sammeln von Ideen, Meinungen, Vorerfahrungen usw., hier aber gleich in einer grafischen Struktur.
Wie funktioniert’s?
Im Prinzip handelt es sich bei einem Mindmap um eine strukturierte Form des Wissenspools. Jeder von der Mitte ausgehende Hauptast symbolisiert die oberste Gliederungsebene, daran werden Äste und Unteräste geknüpft, um eine tiefer gehende Ordnung und Strukturierung des Stoffes zu verdeutlichen.
[26]Schreiben Sie einen Begriff oder eine Frage in die Mitte der Tafel (alternativ Pinnwand, Flipchart, Mindmap-Programm), umkreisen Sie diesen. Für den ersten Begriff, der Ihnen zugerufen wird, setzen Sie rechts oben einen Hauptast und schreiben die passende Kategorie daran, dann malen Sie den Unterast und notieren Unterbegriffe darauf.Neue Hauptäste werden im Uhrzeigersinn angefügt.Lassen Sie zunächst großzügig Abstände zwischen den Hauptästen, dann können Sie dazwischen weitere passende Themenäste einfügen.Sie können leere Hauptäste bereits im Grundbild mit vorbereiten, und die zugerufenen Begriffe diesen zuordnen oder an die zu ergänzenden Unteräste schreiben. Suchen Sie dann die Bezeichnungen für die Hauptäste gemeinsam mit den Studierenden im Dialog.Tipp: Es gibt dafür sehr nützliche und teilweise kostenlose Software zum Downloaden im Internet, die Sie problemlos über Suchmaschinen finden. Für deren Live-Einsatz in der Lehrveranstaltung sollten Sie im Vorfeld überlegen, wie Sie mit der Mindmap weiterarbeiten wollen. Alles, was auf Papier entsteht, z. B. auf der Pinnwand, bleibt dem Plenum während der ganzen Veranstaltung erhalten. Was mit dem PC über Beamer an die Wand projiziert wird, ist verschwunden, sobald Sie etwas anderes zeigen wollen. Vorteil der elektronischen Version ist allerdings, dass die Ergebnisse elektronisch gespeichert und damit viel leichter nachbearbeitet und verteilt werden können.
Gruppengröße:
Ideal 10 bis 20, maximal 30 bis 40 Personen
Raum und Ausstattung:
Tafel, Whiteboard oder Pinnwand bzw. Tablet-PC oder Laptop mit Beamer bei digitaler Durchführung
Material:
Tafel, Whiteboard, Pinnwand, Tablet-PC oder Laptop mit Beamer
Zeitaufwand:
10 bis 20 Minuten, je nach Umfang und Komplexität
Digitale Umsetzung
Sie können hier ein digitales Whiteboard mit den bei »Wissenspool« beschriebenen Methoden einsetzen oder auch eine spezielle Mindmapping-Anwendung benutzen.
Wozu ist das gut?
Mit der Methode »Kugellager« kann vorhandenes Wissen transparent gemacht und schnell in allgemein verwertbare, gut strukturierte Ergebnisse umgesetzt werden. Sie dient gleichzeitig dazu, einen intensiven Wissenstransfer unter den beteiligten Personen zu betreiben. Die Methode kann außerdem dazu genutzt werden, um Zusammenfassungen erstellen zu lassen oder Prüfungsfragen zu generieren.
Wie funktioniert’s?
Teilen Sie das zu bearbeitende Thema in z. B. fünf Unterthemen auf (Beispiel: Sie wollen in einer der Lehrstunden vor der Prüfung die fünf Hauptkapitel der Lehrveranstaltung noch einmal zusammentragen lassen). Stellen Sie einen eng geschlossenen Stuhlkreis aus so vielen Stühlen wie Unterthemen (also maximal fünf) mit nach außen zeigenden Sitzflächen auf. Positionieren Sie dann gegenüber jedem Stuhl einen zweiten mit der Sitzfläche nach innen. Bitten Sie nun Ihre Studierenden, Platz zu nehmen.
Abb. 2.3: Anleitung Kugellager
Jedes Unterthema wird als Überschrift auf ein Blatt Papier geschrieben (DIN A4) und an die im Innenkreis sitzenden Studierenden verteilt. Diese sind die Interviewer, die nun ihr Gegenüber zum Unterthema befragen sollen. Alternativ können Studierende dazu Tablets nutzen. Was dem Interviewpartner zum jeweiligen Thema einfällt, wird notiert.
[28]Nach einer angemessenen Arbeitszeit, die so bemessen ist, dass man zwar einige Ideen zusammentragen kann, aber beileibe noch nicht alles gesagt ist, geben Sie ein Signal. Nun rückt der Außenkreis im Uhrzeigersinn um einen Stuhl weiter. Die Personen außen wandern also zu einem neuen Thema bzw. Interviewer.
Die innen sitzenden Interviewer informieren nun zuerst ihr neues Gegenüber darüber, was sie schon notiert haben. Dann wird die Befragung fortgesetzt und die Antworten werden wiederum notiert. Man rotiert, bis der Außenkreis einmal ganz herum ist.
Praktische Hinweise
Der Zeitbedarf wächst von Station zu Station, weil die Außenkreispersonen vom Interviewer zu Beginn des Gesprächs immer erst über die bereits mit den anderen besprochenen Inhalte informiert werden müssen. Steigern Sie deshalb dann die Zeit je Durchgang um einige Sekunden.Maximal sollten je Kugellager sechs Themen (mit zwölf Personen) behandelt werden. Bei größeren Gruppen kann man mehrere Kugellager mit gleichen, aber auch verschiedenen Themen parallel laufen lassen.Bei parallel laufenden gleichen Themen werden die Ergebnisse dann von je einem Kugellager exemplarisch präsentiert und von den anderen bei Bedarf ergänzt.Wenn die Zahl der Studierenden nicht aufgeht, besetzen Sie ein paar Interviewplätze außen doppelt.Man muss den Außenkreis nicht immer vollständig rotieren lassen. Manchmal sind schon drei bis vier Platzwechsel ausreichend.Nutzen Sie die Arbeitsergebnisse als Ausgangspunkt für weitere Arbeitsschritte.Bei fester Bestuhlung bietet sich als Alternative zum Kugellager der »Raupenschlepper« an. Studierende drehen sich dann zueinander um.Präsentation der Ergebnisse
Das Kugellager oder der Raupenschlepper wird wie beschrieben durchgeführt, die Interviewer notieren die Antworten der Befragten auf einem beliebigen Blatt Papier. Nach der letzten Station bekommt jedes sich gegenübersitzende Paar die Aufgabe, die zusammengetragenen Inhalte für die Präsentation im Plenum zu strukturieren.
