Die Akte Harlekin - Thomas Vaucher - E-Book

Die Akte Harlekin E-Book

Thomas Vaucher

4,8

Beschreibung

Ein Serienkiller, der seine Opfer sämtlicher Körperflüssigkeiten beraubt, versetzt die Bevölkerung in der Hansestadt Bremen in Angst und Schrecken. Die Angehörigen der Ermordeten begehen wenige Tage nach den Verbrechen Selbstmord, nachdem sie angegeben haben, ihnen seien die Getöteten als Geister erschienen. Die Polizei tappt im Dunkeln und engagiert den ehemaligen Kommissar und Experten für Okkultes, Richard Winter, als externen Ermittler für den Fall. Im Laufe seiner Nachforschungen macht Winter eine grauenvolle Entdeckung, die ihn jedoch bald selbst ins Visier des Killers geraten lässt … Kommissar Winters erster Fall.

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Seitenzahl: 360

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Thomas Vaucher

Die Akte Harlekin

1. Auflage 2016

Alle Rechte vorbehalten© copyright byRiverfield Verlag, Baselwww.riverfield-verlag.ch

Lektorat, Korrektorat & Satzihleo verlagsbüro – Dr. Oliver Ihle, Husum (D)

UmschlaggestaltungHauptmann & Kompanie, Zürich (CH)

E-Book ProgrammierungDr. Bernd Floßmann, Berlin www.bookcoach.info

ISBN 978-3-9524640-1-4

Prolog

»Warum tun Sie das?«

Der Alte röchelte und versuchte, den Kopf noch weiter in den Nacken zu legen, um seinen Peiniger zu erblicken. Doch er wurde von einer grellen, gleißend starken Lampe geblendet, die auf sein Gesicht gerichtet war. Er lag auf dem Rücken auf einem Metalltisch, war bis zur Hüfte abwärts nackt und konnte sich weder umdrehen noch aufrichten. Seine Hand- und Fußgelenke schmerzten von den Fesseln, sein Brustkorb schien ihm kurz vor dem Platzen, so eng zog sich ein faustdickes Seil quer darüber, und sein Kopf dröhnte. ›Er muss mich von hinten niedergeschlagen haben‹, versuchte er, einen klaren Gedanken zu fassen.

»Sie sollten mir dankbar sein«, erklang eine Stimme aus der Dunkelheit. »Durch mich werden Sie Unsterblichkeit erlangen.«

»Unsterblichkeit? Aber … aber, warum gerade ich?«

Sein Entführer lachte. »Sie werden’s nicht glauben, Herr …«

Er fühlte, wie sein Entführer an ihm etwas herumnes­telte. ›Mein Portemonnaie!‹, ging es ihm durch den Kopf.

»… Herr Weber: Zufall. Schicksal. Pech. Wählen Sie sich eines dieser großartigen Wörter aus.«

»Was haben Sie mit mir vor?«

Ein Klicken erklang, gefolgt von einem immer lauter werdenden Brummen.

»Was tun Sie da?«, wollte Weber wissen. Lähmende Angst hatte er, seit er in diesem feuchten Keller aufgewacht war, doch nun begann sie sich zu verändern, wurde intensiver, umgab ihn wie die Fäden einer Spinne, die immer dichter werden, je länger diese daran arbeitet.

»Ich habe die Heizung angeworfen«, antwortete die Stimme. »Es ist kalt draußen und der Raum hier ist nicht gut isoliert. Finden Sie nicht auch?«

Weber runzelte die Stirn. ›Was will dieser Wahnsinnige von mir?‹ Plötzlich kam ihm ein Gedanke.

»Geht es um Geld? Meine Frau wird jedes Lösegeld bezahlen, nur lassen Sie mich bitte frei.«

Wieder dieses Lachen. Diesmal klang es höhnisch.

»Oh nein, Sie missverstehen mich, Herr Weber. Ich habe genügend Geld.«

Es wurde rasch wärmer in dem Raum, was Weber nicht unangenehm war. Zuvor war es tatsächlich kalt hier drin gewesen. Wenigstens etwas.

»Was wollen Sie dann?«

»Geduld, Geduld! Wir arbeiten daran.«

»Wir? Wer ist wir?«

»Sie und ich, Sie werden schon sehen.«

Sein Entführer kicherte. Weber hörte ihn hinter sich mit etwas hantieren. Schweiß trat ihm auf die Stirn. Angstschweiß.

Dann sah er eine Silhouette über sich aufragen. Die Lampe blendete ihn so stark, dass es ihm nicht gelang, mehr zu erkennen. Er hätte nicht einmal sagen können, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelte. Und die Stimme seines Entführers … Einerseits war sie recht tief und rau, aber andererseits auch geradezu melodisch, mit einem femininen Touch. Unmöglich zu sagen, ob die Stimme einer Frau oder einem Mann gehörte.

»Gut«, hörte er über sich den Fremden sagen, »sehr gut.«

Die Silhouette verschwand wieder aus seinem Sichtfeld.

›Was hat dieser Irre mit mir vor?‹

Langsam wurde es heiß in dem Raum. Unerträglich heiß. Der Fremde musste die Heizung bis zum Maximum aufgedreht haben. Weitere Schweißperlen traten Weber auf die Stirn, diesmal aufgrund der Hitze. Sie vermischten sich mit denen der Angst.

Die Silhouette erschien wieder über ihm. Weber kniff die Augen zusammen und konnte nun zumindest erkennen, dass sein Peiniger eine Art Schutzbrille, einen weißen Mundschutz und eine grüne OP-Haube aufhatte. Panik kroch langsam wie ein neugieriges Insekt seinen Rücken herauf. Sein Körper zog sich krampfartig zusammen. Unfähig, sich zu bewegen, lag er da und verfolgte mit weit aufgerissenen Augen, wie eine Hand, die in einem Latex-Handschuh steckte, sich seiner Stirn näherte. Sie hatte eine Pipette zwischen den Fingern. Die Starre löste sich und Weber versuchte, seinen Kopf von seinem Entführer wegzudrehen, doch dieser legte ihm seine andere Hand auf den Kopf und hielt ihn fest. Die Spitze der Pipette setzte sachte auf seiner Stirn auf und tastete sich dann langsam quer darüber, ehe sie wieder verschwand.

»Was soll das? Was tun Sie da?« Webers Stimme überschlug sich beinahe.

»Keine Angst, das ist der angenehme Teil des Ganzen.«

Die Pipette setzte nun auf seiner nackten Brust auf und Weber konnte erkennen, dass der Fremde damit langsam und gründlich jeden Schweißtropfen einsog, der auf seiner Haut auftrat. Und bei der Hitze, die mittlerweile in dieser Folterkammer herrschte, waren das nicht wenige. Der Fremde wiederholte die Prozedur noch einige Male schweigend, ehe er sich schließlich wieder entfernte.

»Gut«, hörte Weber ihn sagen. »Sehr gut.«

»Was soll das?«, fragte Weber ängstlich.

Der Fremde ignorierte seine Frage und Weber hörte ihn wieder mit etwas hantieren. Dann Schritte. Etwas Kaltes berührte plötzlich seine Schläfen und sein Kopf wurde leicht zusammengepresst. Er wollte seinen Kopf aus dieser Presse herausziehen, doch es war zu spät. ›Ein Schraubstock!‹, erkannte er, und eine weitere Panikwelle durchlief seinen Körper. Er begann, am ganzen Körper zu zittern. Seine Zähne klapperten unkontrolliert aufeinander. ›Der Wahnsinnige hat meinen Kopf in einen Schraubstock gesteckt!‹

»Das wird jetzt etwas wehtun«, hörte er die Stimme neben seinem Ohr, »aber das ist leider nötig. Es sei denn, Sie können auf Knopfdruck weinen.«

»Weinen? Ich … Warum? Nein, ich …«

»Das dachte ich mir.«

Ein ungeheurer Schmerz explodierte an seiner Schläfe. Sein Entführer zog den Schraubstock langsam, aber unerbittlich an. Weber schrie, presste die Augenlider zusammen und bettelte um Gnade. Tränen des Schmerzes kamen ihm, und durch den Tränenschleier vor seinen Augen sah er wieder die Pipette nahen.

»Gut, sehr gut. Gleich haben Sie es geschafft.«

Weber schluchzte und betete zu Gott, dass er ein Einsehen mit ihm haben und ihm einen raschen Tod schenken möge. Der Druck auf seinen Kopf wurde noch einmal verstärkt. Er schrie und glaubte, sein Schädel würde platzen. Seine Schreie steigerten sich, bis sie so laut waren, dass sie in seinen eigenen Ohren schmerzten. Doch das war nichts im Vergleich zu dem Schmerz, der seinen Kopf beherrschte.

Die Pipette erschien noch einige Male vor seinen Augen – dann verschwand der Druck plötzlich von seinen Schläfen. Er fühlte, wie etwas Nasses aus seinen Ohren tropfte. ›Blut?‹

»Bitte«, stammelte Weber, »bitte, bitte, bitte! Lassen Sie mich gehen! Oder … oder … töten Sie mich, ich bitte Sie … Ich flehe Sie an, aber bitte, bitte hören Sie auf mit dieser Folter, wenn Ihnen irgendetwas heilig ist …!«

»Oh ja, mir ist vieles heilig. Und keine Angst, es dauert nun nicht mehr allzu lange.«

Als sein Peiniger das nächste Mal neben ihn trat, hielt er einen Fotoapparat in den Händen.

»Was …?«, begann Weber, doch er wurde unterbrochen.

»Ich möchte nun, dass Sie für mich lachen.«

»Wie bitte?« Weber glaubte, sich verhört zu haben. Sicherlich spielte ihm sein malträtiertes Gehirn einen Streich. Vielleicht war er auch einfach vor Schmerzen wahnsinnig geworden. Er hatte doch tatsächlich gemeint, sein Entführer hätte ihn gebeten, zu lachen.

Der Fremde seufzte.

»Sie sind nicht der Erste, der so reagiert. Aber keine Angst, Sie haben mich richtig verstanden. Ich möchte nun nur noch, dass Sie kurz für mich lachen, verstehen Sie? Dann haben Sie es überstanden. Das ist doch ein Grund zur Freude, finden Sie nicht auch?«

Weber wollte sich bewegen, aber das jagte eine weitere Welle des Schmerzes durch seinen Kopf. Sein Entführer wollte ihn tatsächlich lachen sehen? Nach allem, was er ihm angetan hatte?

»Ich … Ich kann nicht … Ich …«

»Das habe ich befürchtet.« Wieder ein Seufzen. »Sie sollten es zumindest versuchen, Herr Weber. Ihnen zuliebe. Wenn nicht, werde ich den Schraubstock so lange anziehen, bis Ihr Kopf … Ich bin sicher, Sie verstehen, was ich meine.«

Weber lachte. Es war ein verrücktes Lachen, eher ein Wiehern, bei dem die Grenzen zwischen Schluchzen und Lachen verschwammen. Zwischendurch verschluckte er Luft, doch sogleich lachte er weiter. ›Wenn nur der Schraubstock nicht nochmal zum Einsatz kommt!‹ Dazwischen hörte er den Fotoapparat einige Male klicken.

Endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit, legte sich ihm eine Hand auf die Schulter.

»Das war gut. Sehr gut. Nun werde ich Ihre Bitte erfüllen.«

»Sie lassen mich wirklich frei?«

»Nein, die andere Bitte.«

Ein Messer blitzte auf, und ehe Weber antworten konnte, explodierte ein greller Schmerz in seinem Hals. Er wollte schreien, doch aus seinem Mund kam nicht mehr als ein verzweifeltes Gurgeln, als das Blut aus seiner Kehle floss. Er warf sich gegen seine Fesseln, doch vergebens. Seine Augen weiteten sich, er sah, wie das Messer sich seinem linken Handgelenk näherte und ihm die Pulsader sauber durchschnitt. Das Messer und die Hand, die es hielt, begannen, vor seinen Augen zu verschwimmen, das Blut rauschte ihm in den Ohren. Dumpf hörte er klackende Schritte, ehe der Schmerz auch in seinem anderen Handgelenk explodierte.

»Gut. Sehr gut«, hörte er seinen Mörder noch sagen, ehe ihn gnädige Dunkelheit umfing.

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1

Richard Winter hustete. Der Schluck war eindeutig zu groß gewesen. Er atmete erschöpft und starrte die Flasche erbost an, als ob sie an dem Missgeschick schuld wäre, setzte sie dann aber automatisch ein zweites Mal an und nahm einen noch größeren Schluck. Neuerlicher Hustenanfall. Schließlich stellte er fahrig den Whiskey auf seinen Schreibtisch und nahm die halb heruntergebrannte Zigarette zur Hand, die im Aschenbecher glimmte. Dabei stieß er die Flasche mit dem Ellbogen um und der billige Queen Margot ergoss sich über den noch billigeren Teppich darunter. Winter fluchte und stellte den Whiskey wieder hin.

Sydney trottete heran, schnüffelte an der Schnapslache und sah dann vorwurfsvoll zu Winter hoch, ehe sie sich wieder in ihre Ecke trollte.

Winter genehmigte sich einen weiteren Schluck. Als er die Flasche aus seinen müden Augen anstarrte, merkte er, dass die goldene Flüssigkeit nur mehr den Boden bedeckte. Also kippte er den Rest kurzerhand auch noch hinunter.

»Was ist?«, blaffte er den zobelfarbenen Langhaarcollie an, der ihn aus seiner Ecke heraus anstarrte. »Hast du was dagegen, wenn ich …?« Winter deutete auf den Wandschrank auf der anderen Seite des Zimmers und auf die leere Flasche in seiner Hand.

Sydney bellte kurz, legte dann ihren Kopf auf die Pfoten. Doch ihre Augen folgten weiter jeder Bewegung Winters.

Er nahm noch einen tiefen Zug von der Zigarette, ehe er sie zurück auf den Rand des überquellenden Aschenbechers legte. Dann erhob er sich ächzend, die leere Flasche immer noch in der Hand, und bahnte sich einen Weg durch sein Arbeitszimmer, das gleichzeitig sein Wohnzimmer war: Vorbei an der alten Couch, die eine Handvoll Brandlöcher aufwies, dem Salontisch, auf dem sich leere Pizzaschachteln und Bierdosen stapelten, und der Handvoll Umzugskartons, in denen er Aktenordner, DVDs und Videospiele aufbewahrte. An der Wand hing ein staubiges Bild von Garry Kasparov. Winter warf ihm im Vorbeigehen einen Blick zu und nahm sich zum wiederholten Male vor, den schief aufgehängten, ehemaligen Schachweltmeister gerade zu rücken, beließ es aber bei dem Vorsatz. In der einen Ecke des Zimmers befanden sich ein halbes Dutzend alter Einkaufstüten, die mit leeren Flaschen gefüllt waren. Die Tüten waren allesamt übervoll, doch jahrelange Erfahrung hatte ihn gelehrt, die leere Flasche so oben auf eine Tüte zu packen, dass keine der anderen hinunterfiel.

Winter öffnete den Wandschrank, der sich direkt daneben befand. Das untere Fach war gefüllt mit weiteren leeren, billigen Whiskeyflaschen und Bierdosen. Im Fach darüber stand eine einsame Flasche Western Gold.

Winter runzelte die Stirn. Er hatte diese Bar, der einzige Ort in der Wohnung, wo einigermaßen Ordnung herrschte, doch erst letzte Woche aufgefüllt.

Er seufzte, ergriff den Whiskey und kehrte zu seinem Schreibtisch zurück. Dabei machte er einen kleinen Umweg zur Ecke, in der Sydney lag, und kraulte sie kurz zwischen den Ohren. Die Hündin legte sich auf den Rücken und wedelte mit dem Schwanz. Winter streichelte ihr kurz über den Bauch und setzte dann seinen Weg zum Schreibtisch fort. Dabei schweifte sein Blick zu dem kleinen Tischchen mit dem aufgebauten Schachbrett in der Ecke. Winter hielt kurz inne und runzelte die Stirn. Dann sah er auf die Datumsanzeige seiner Uhr und fluchte.

Er war seit Wochen überfällig.

Kurz trat er an das Tischchen heran und musterte die Lage, wie er es schon hundertfach getan hatte. Doch er konnte es drehen und wenden, wie er wollte, er fand keinen Ausweg aus der Situation, die sich ihm darbot: Sein König war von der gegnerischen Dame in die Enge getrieben worden und es sah ganz danach aus, als müsste Winter Alexey einen Damentausch anbieten. Doch er sträubte sich dagegen, denn dann würde der Russe mit seiner Übermacht an Bauern leichtes Spiel mit ihm haben. Alexey hatte ihn an die Wand gespielt. Wie so oft. Und wie so oft überlegte Winter, ob er einfach aufgeben sollte.

Er seufzte entmutigt und schüttelte den Kopf. Dann fluchte er erneut. Er hatte Alexej schon seit Jahren nicht mehr besiegt. Nicht seit er … Winter wischte den Gedanken mit einem ärgerlichen Stirnrunzeln beiseite und kehrte endgültig an seinen Schreibtisch zurück. Sein Magen knurrte, als ob er ihm vorwurfsvoll zu verstehen geben wollte, dass er sich nur mit Alkohol nicht zufriedengab.

Winter öffnete die oberste Schublade, die ein Gewirr aus Rechnungen, Mahnungen und Schreiben enthielt, und zog eine alte Pizzakurier-Bestellkarte hervor. Dann schaffte er auf seinem Schreibtisch Platz, indem er bis auf das Telefon und den Computer alles, was darauf lag – McDonald’s-Essensreste, Zeitungen der letzten paar Tage und alle Kataloge und Werbezeitschriften, die einem ungefragt in den Briefkasten gelegt wurden und sich nun auf seinem Schreibtisch stapelten –, einfach über die linke Tischkante fegte, unter der ein großer Papierkorb geduldig alles in sich aufnahm, was von oben herabfiel.

Sofort trottete Sydney herbei und legte die beiden Vorderpfoten auf den Papierkorb, sodass er umfiel und seinen Inhalt rundherum verstreute. Gierig machte sich die Hündin über die Essensreste her.

Winter zuckte die Achseln und wandte seine Aufmerksamkeit wieder der Bestellkarte zu. Sindbad – Pizza Kurier stand darauf geschrieben. Dann folgte eine Übersicht über die bestellbaren Pizzen und schließlich: Kurier preis Jeden Bestellung + EUR 5.00.

Winter schmunzelte. Vielleicht könnte er sich bei Sindbad als Deutschlehrer bewerben, da hätte er vermutlich mehr Arbeit, als dies jetzt der Fall war.

Rasch überflog er die Angebote, entschied sich wieder einmal für die Pizza Hawaii und griff zum Telefonhörer. Die Leitung war tot. Winter fluchte und schmiss den Hörer wieder hin. Er hatte ganz vergessen, dass ihm die Telefongesellschaft mit der letzten Mahnung gedroht hatte, das Telefon abzustellen.

Es klingelte. Sydney bellte und lief zur Türe.

›Kundschaft oder Ärger?‹ Erfahrungsgemäß schloss das eine das andere nicht aus.

Winter erhob sich ächzend und schlurfte zur Tür. Dabei stolperte er über einen Stapel Bücher, sodass sich diese rundherum auf dem Boden verstreuten.

Es klingelte wieder.

»Ja, ja, ich komme ja schon«, murmelte er und öffnete die Türe.

Draußen stand sie.

Ihre grünen Augen, die einen stechenden Blick annehmen konnten, wenn es dienlich war, waren leicht zusammengekniffen. Sofort fielen ihm wieder die feinen Lachfältchen darunter auf, die er stets so an ihr gemocht und über die sie sich fürchterlich aufgeregt hatte. Sie waren mehr geworden. Die braunen Locken trug sie etwas kürzer als früher, und obschon sie um die Hüfte etwas angesetzt hatte, seit er sie das letzte Mal gesehen hatte, sah sie immer noch sehr sportlich und durchtrainiert aus.

»Sabine?«, entfuhr es ihm. »Was machst du …?«

Dann nahm er den Mann wahr, der hinter ihr stand und dem man den Polizisten kilometerweit ansah, obschon er keine Uniform trug. Er war groß, muskulös und trug das Haar kurz mit einem Seitenscheitel wie David Beckham. ›Ein Möchtegern-Frauenschwarm‹, ging es Winter abschätzig durch den Kopf. Und er war erschreckend jung. Winter zuckte leicht zusammen. ›Nur ihr Partner oder …‹ Er wischte den Gedanken ärgerlich beiseite. Es ging ihn nichts mehr an und er wollte es gar nicht wissen.

»Du bist beruflich hier?«

Sie nickte und drückte sich an ihm vorbei in seine Wohnung. Sydney raste ihr freudig bellend entgegen und sprang an ihr hoch. Sabine streichelte die Hündin lächelnd.

»Dürfen wir reinkommen?«, fragte der Mann, der im Türrahmen stehen geblieben war.

»Schlechter Zeitpunkt«, knurrte Winter.

»Bei dir ist jeder Zeitpunkt ein schlechter Zeitpunkt«, kommentierte Sabine und sah sich um. Dann hörte er sie aufstöhnen. »Das ist ja noch schlimmer, als ich es mir vorgestellt habe.«

»Ich sagte doch: schlechter Zeitpunkt.«

Mit zwei raschen Schritten war sie beim Fenster und öffnete es. Frische, kalte Luft strömte herein und Winter fröstelte sofort.

»Wie kannst du nur so leben?« Ekel schwang in ihrer Stimme mit.

Winter zuckte mit den Achseln und gab den Weg ganz frei, worauf der Polizist ebenfalls eintrat.

»Was sagt deine Kundschaft dazu, wenn sie das sieht?«, fuhr sie fort.

»Hab’ nicht viel.«

»Jetzt schon.«

Winter begriff nicht.

»Wir brauchen deine Dienste«, sagte sie, als er nichts erwiderte.

Winter lachte laut auf. Das war zu komisch.

»Ihr braucht meine …?«

Einen Moment war Winter sprachlos.

»Ausgerechnet ihr?! Willst du mich verarschen?«

»Ja, schlechter Scherz, was?« Sie verdrehte die Augen und fügte genervt hinzu: »Dann müsste ich auch nicht länger in dieser primitiven Höhle verweilen …«

»Primitive Höhle? Weißt du, wem ich diese primitive Höhle zu verdanken habe?«

Sie überging seine Frage und nahm stattdessen die Bestellkarte, die auf seinem Schreibtisch lag, zur Hand.

»Hast du immer noch nicht gelernt zu kochen?«

Winter war mit zwei raschen Schritten bei ihr und riss ihr die Karte aus der Hand.

»Das geht dich nichts an. Und jetzt verschwinde bitte wieder aus meinem Leben! So wie letztes Mal.«

»Das kann ich leider nicht«, sagte sie, »obschon ich nichts lieber täte als das. Aber wie ich schon sagte: Wir brauchen deine Dienste.«

»Die Antwort ist Nein.«

»Du weißt doch noch gar nicht, wozu wir dich brauchen.«

»Nein, aber ich weiß, wer mich braucht, und deshalb ist die Antwort: Nein!«

Sie schnaubte. Nun hatte er es tatsächlich geschafft und sie wütend gemacht. Ihre Augen verengten sich und nahmen diesen stechenden Blick an.

›Gut!‹

Sie drehte sich auf dem Absatz um, sodass ihre braune Lockenpracht durch die Luft wirbelte, und wollte hinausstürmen, aber ihr Begleiter hielt sie auf.

»Wir brauchen ihn«, flüsterte er ihr laut genug zu, dass Winter ihn verstehen konnte. »Reiß dich zusammen!«

Sie nickte bemüht ruhig und drehte sich wieder zu Winter um.

»Das war ein schlechter Start, lass mich dir erst mal meinen neuen Partner vorstellen: Christian Brunner.«

Brunner streckte Winter seine Hand hin, doch dieser ignorierte sowohl die Hand als auch deren Besitzer und starrte stattdessen Sabine zornig an.

»Dein neuer Partner also, hm?«

Winter ließ sich in seinen Sessel plumpsen. Nach einem Moment griff er zur Flasche auf dem Tisch, öffnete den Western Gold und genehmigte sich einen tiefen Schluck. Brunner sah hilflos zu seiner Partnerin hin, was Winter mit einem triumphierenden Lächeln registrierte. Zumindest ein kleines bisschen Macht war ihm geblieben. Hier in seinem Büro war er der Chef.

»Du könntest dir wenigstens anhören, weshalb wir hergekommen sind, ehe du Nein sagst«, versuchte sie es noch einmal. Es klang beinahe bettelnd.

›Das ist vermutlich alles, was ich bekommen werde‹, dachte Winter. Er starrte vor sich hin, nickte dann aber gnädig – und genehmigte sich einen weiteren Schluck. Dann zündete er die erloschene Zigarette wieder an, was sie mit einem missbilligenden Blick quittierte, wie er befriedigend zur Kenntnis nahm.

»Zwei rituell anmutende Morde«, sagte Brunner, »innerhalb von zwei Wochen. Beide nach demselben Schema ausgeführt.«

Winter ignorierte Brunner weiterhin und sah nur Sabine fragend an. Sie seufzte.

»Siehst du denn keine Nachrichten? Liest du keine Zeitung?«

»Nur den Sport. Ich weiß, wie Werder gestern gespielt hat. Zählt das?«

Sie seufzte erneut und schüttelte den Kopf. Winter fragte sich, ob sie schon resignierte oder ihre Wut herunterschluckte.

»Die Leichen, die wir fanden, befanden sich in einem … seltsamen Zustand.«

»Wie seltsam?«

»Nun … irgendwie ausgetrocknet.«

»Ausgetrocknet?«

Sie nickte. Winter war einen Moment irritiert, verfiel dann aber wieder in seine Starre. Doch bevor Sabine etwas sagen konnte, lächelte er triumphierend und sah sie herausfordernd an, wie ein Boxer vor dem Kampf.

»Vampire! Das war leicht«, grinste er höhnisch.

Sabine verdrehte die Augen und wollte etwas erwidern, doch er kam ihr zuvor.

»Wir haben es mit Vampiren zu tun. Warum sagst du das nicht gleich? Und da hast du dir gedacht: ›Vampire – lass uns Winter holen, der legt doch regelmäßig Tarotkarten, pendelt gerne und schaut sich solche Filme an, der kennt sich sicher mit Vampiren aus!‹ Bravo! Weißt du, was der Haken an der ganzen Geschichte ist? Vampire existieren nicht! Nicht einmal bei mir oder in meinem früheren Universum!«

»Du verstehst nicht, so habe ich das nicht gemeint. Die Opfer wurden nicht ausgesaugt oder so. Man hat sie aufgeschnitten und sie jeglicher Körpersäfte beraubt.«

Einen Moment lang war es still in dem Büro.

»Man hat sie ihrer Körpersäfte beraubt?«, echote Winter langsam.

»Ist das zu schwierig zu verstehen für unseren Whiskey-Kenner?«, fuhr Sabine auf. »Dann lass es mich für dich vereinfachen: Sie wurden entsaftet.«

»Nun ja, es sieht zumindest so aus«, ergänzte Brunner.

Winter ignorierte ihn.

»Wie muss ich mir das vorstellen? Von welchen Körpersäften sprechen wir hier?«

Sie zuckte mit den Schultern.

»Was weiß ich! Der Rechtsmediziner meinte, sie wären blutleer gewesen und nicht nur das …« Sie zögerte.

»Ja?«

»Selbst die Blase und die Gallenblase seien aufgeschnitten und entleert worden.«

»Pff…« Winter nahm einen weiteren Zug der beinahe heruntergebrannten Zigarette. »Und wozu braucht ihr dabei mich? Das hört sich nach irgendeinem verrückten Möchtegernchirurgen an.«

»Die Hinterbliebenen der beiden Opfer haben allesamt wenige Tage nach dem Hinscheiden ihrer Angehörigen Selbstmord begangen«, sagte Brunner beim erneuten Versuch, von Winter beachtet zu werden. Diesmal hatte er Erfolg. Wenngleich Winter ihn nicht ansah, erzielte er diesmal zumindest eine Reaktion bei ihm.

»Selbstmord? Und? – Ihr hättet sie halt psychologisch betreuen sollen. Sogar euch hätte das in den Sinn kommen können.«

»Das ist noch nicht alles«, sagte sie. »Der Grund, warum wir zu dir kommen, ist ein anderer: Vor ihrem Selbstmord haben beide angegeben, ihnen seien ihre Partner in der Nacht erschienen … als Geister.«

Für einen Moment war Winter sprachlos und starrte sie bloß an.

»Wir brauchen dich«, sagte sie. Sie trat näher an ihn heran und blickte ihm fest in die Augen. Ihr Duft stieg ihm angenehm in die Nase. Vanille. Das hatte sie schon früher aufgetragen. »Wir brauchen jemanden, der sich mit Übersinnlichem und Kriminalarbeit auskennt. Wenn man da eins und eins zusammenzählt, landet man automatisch bei dir.«

»Das … freut mich ungemein. Aber das hättet ihr euch überlegen sollen, ehe ihr mich zum Teufel gejagt habt.«

»Du weißt genau, dass uns nichts anderes übrig geblieben ist – nach dem, was vorgefallen ist.«

»War das Heinrichs Idee? Mich zu engagieren?«

»Nein. Es war meine Idee, aber Heinrich hat sie gutgeheißen.«

Sie kam noch näher heran. Seine Blicke wanderten von ihren Augen zu ihren sinnlichen Lippen, zu ihrem Hals und … Winter blinzelte, drehte sich weg, nahm einen weiteren Zug seiner Zigarette und blies dann den Rauch demonstrativ in ihre Richtung.

»Zum Teufel noch mal!«

Sie schien langsam die Geduld zu verlieren.

›Auch gut.‹

»An dieser abgefuckten Türe steht Richard Winter, Privatdetektiv. Bist du nun Privatdetektiv oder nicht? So wie du aussiehst, könntest du einen Auftrag gebrauchen, Richard!«

»Nein, ich fühle mich sehr wohl ohne Auftrag.«

Winter genehmigte sich einen weiteren Schluck Whiskey. Langsam entfaltete dieser seine angenehme Wirkung. Er fühlte eine Wärme in seinem Magen und seine Sinne waren leicht benebelt. Aber das war ihm egal. Sie sah unter diesen Umständen noch besser aus. Doch trotz seiner getrübten Sinnesorgane konnte er erkennen, dass sie sich zusammenreißen musste, um ihm nicht eine zu scheuern. Vielleicht hatte er sie bald soweit und dann könnte er sie wegen einer Körperverletzung im Amt anzeigen. ›Strafgesetzbuch Paragraf 340.‹ Winter grinste.

»Wir könnten jemanden wie dich bei den Ermittlungen brauchen. Um ehrlich zu sein, wir kommen im Moment nicht weiter.«

»Nein.«

»Sturer Bock!«

Winter drückte den Rest seiner Kippe aus, legte sie behutsam oben auf den Berg der Zigarettenstummel, der sich im Aschenbecher gebildet hatte, und angelte sich sein Zigarettenpäckchen. Doch zu seiner Enttäuschung war es leer.

»Hast du eine Zigarette?«

»Fahr zur Hölle, Richard!«

Sie drehte sich auf dem Absatz um und verließ das Zimmer. Sydney wollte ihr folgen, doch Winter pfiff sie zurück.

»Haben Sie vielleicht eine Zigarette?«, wandte sich Winter an Brunner.

»Überlegen Sie es sich bitte! Wir kommen nächste Woche noch einmal vorbei.«

»Den Gang könnt ihr euch sparen.«

Brunner folgte Sabine.

Winter blieb allein mit Sydney und seinem Whiskey zurück. ›Ich werd’ den Teufel tun und es mir überlegen!‹

Er nahm einen weiteren Schluck Western Gold und runzelte die Stirn. Es war seine letzte Flasche und in seinem Portemonnaie herrschte seit voriger Woche, als er die letzte Ladung Alkohol und Zigaretten gekauft hatte, die­selbe Leere, die bald auch von dieser Flasche Besitz ergreifen würde.

Winter seufzte.

›Nein, lieber verzichte ich auf all meine Laster, als je wieder mit ihr zusammenzuarbeiten!‹

2

Es dämmerte bereits, als Kathrin Bachmann Julianas Friseursalon verließ. Dieser befand sich in einem zweistöckigen Ziegelstein-Einfamilienhaus, gut fünf Kilometer östlich der regen Bremer Innenstadt im ländlichen und noblen Stadtbezirk Oberneuland. Die davorliegende Straße wurde von einer Allee gesäumt, die das Quartier zwar zu einem idyllischen Fleckchen machte, nun aber das Restlicht des Tages beinahe gänzlich ausschloss.

»Der Schnitt steht Ihnen wirklich ausgezeichnet, Frau Bachmann, und die Farbe harmoniert gut mit Ihrem Hautton«, betonte Juliana freundlich und hielt ihr die Türe auf.

»Danke, Frau Brandt, das finde ich auch«, erwiderte ihre Stammkundin und trat in die kalte Februarnacht hinaus. »Auf Wiedersehen und bis zum nächsten Mal.«

»Gerne. Auf Wiedersehen, Frau Bachmann.«

Kathrin Bachmann stieg die wenigen Stufen hinab, die vom Friseursalon auf den Vorplatz hinunterführten, überquerte diesen und ging zu ihrem Auto, das auf der gegenüberliegenden Straßenseite geparkt war. Sie hörte, wie Juliana ihren Salon abschloss, drehte sich noch einmal um und winkte fröhlich. Beim Auto angelangt, kramte sie eine Weile auf der Suche nach ihrem Autoschlüssel in ihrer Handtasche herum. Plötzlich fuhr sie erschrocken zusammen. Im Seitenfenster ihres Autos hatte sich für einen kurzen Moment eine Gestalt gespiegelt. Kathrin Bachmann fuhr herum, die Hände abwehrend erhoben.

Doch da war nichts. Nur eine Reihe geparkter Autos.

»Was …?«

Sie kam sich plötzlich sehr dumm vor, zupfte ihre Jacke zurecht und sah zum Friseursalon hoch. ›Hoffentlich hat Juliana nicht gesehen, wie schreckhaft ich bin.‹ Sie musterte noch einmal die andere Straßenseite und tat dann ihre Befürchtung, jemand könnte ihr hinter einem der geparkten Wagen auflauern, mit einem nervösen Lächeln ab.

›Idiotisch!‹

Sie drehte sich wieder zu ihrem Auto um und setzte die Suche nach dem Autoschlüssel fort, nicht ohne zuvor noch einmal einen prüfenden und zugegeben etwas ängstlichen Blick ins Seitenfenster ihres Autos zu werfen. Aber da war nichts.

›Natürlich nicht.‹

Sie richtete ihre Aufmerksamkeit wieder auf ihre Handtasche. Es war zum Verrücktwerden! Jedes Mal dasselbe Theater. Sie nahm sich einmal mehr vor, zuhause als Erstes ihre Handtasche zu entrümpeln, damit sie es das nächste Mal leichter haben würde, ihren Schlüssel zu finden. Etwas, was sie sich schon Hunderte Male vorgenommen und versucht, doch nie geschafft hatte. Sie lächelte. Alle Dinge in ihrer Handtasche hatten ihre ganz eigene Daseinsberechtigung. Vom Autoschlüssel über die Taschentücher zum kleinen Reiseschminkset, von der Bürste bis hin zu ihrem kleinen Glücksbringer, dem Spiegel­elefanten aus schwarzem Ton, der mit bunten Perlen und Spiegeln verziert war und den sie von ihrem Mann nach dessen Reise nach Indien geschenkt bekommen hatte.

Als sie lächelnd an all diese Dinge dachte, fiel ihr auf, dass sie eben diesen Spiegelelefanten ebenfalls nicht finden konnte. Stirnrunzelnd stellte sie die Handtasche auf die Motorhaube und entnahm ihr systematisch Stück für Stück, um sie neben der Tasche zu platzieren. Sie hatte schon fast alles ausgeräumt, als sie den Grund für das Fehlen des Schlüssels und des Elefanten erkannte: Am Saum der Tasche befand sich ein beinahe faustdicker Riss!

»Mist!«

Rasch räumte sie alles wieder in die Handtasche zurück. Zumindest der Autoschlüssel musste ihr entweder auf dem Weg vom Friseursalon zum Auto oder im Salon selbst aus der Tasche gefallen sein. Sie hoffte inständig, dass das Loch nicht schon länger Bestand hatte und dass auch der Elefant rasch wieder zum Vorschein kommen würde.

Gerade hatte sie den letzten Pack Papiertaschentücher wieder in ihrer Handtasche verstaut, als der aufgehende Mond einen dunklen Schatten auf ihr Auto warf. Aus den Augenwinkeln sah sie wieder eine Gestalt im Seitenfenster ihres Autos. Doch diesmal war sie näher, viel näher.

Sie ließ die Handtasche fallen und drehte sich um, doch sie war nicht schnell genug. Etwas raste mit unheimlicher Geschwindigkeit auf sie zu und explodierte an ihrer Schläfe. Ein ungeheurer Schmerz raste durch ihren Kopf und raubte ihr das Bewusstsein, noch ehe sie auf der harten Straße aufschlug.

Blut vermischte sich mit dem Matsch der Schneeschmelze und verwandelte die eben frisierten Haare in eine breiige, grauenerregend rote Masse.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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