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Eine Baustelle wird vor dem Fenster der Autorin eingerichtet und schon diese eigentlich unspektakuläre Aktion wirkt vielversprechend, wenn man den Alltag gern mit einer satirischen Brille betrachtet. Flugs holt die Autorin einen bislang unberührten Folianten hervor und beginnt, ihre ganz persönliche Sichtweise auf die Ereignisse zu dokumentieren. Obwohl man sich auf Zentimeter nahekommt findet ein Austausch zwischen Anwohnerin und Arbeitenden über das Geschehen nie statt und so kommt es zu teils abstrusen Vermutungen über Sinn, Zusammenhänge und Sinnzusammenhänge der Aktion. Ergebnis ist eine Dramödie, also ein komisches Drama, das viel über den Zustand der modernen (Arbeits-) gesellschaft aussagt, ohne ihn zu benennen.
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Seitenzahl: 22
Veröffentlichungsjahr: 2026
Vorwort
7. Mai 2024
8. Mai 2024
13. Mai 2024
14. Mai 2024
15. Mai 2024
16. Mai 2024
24. Mai 2024
4. Juni 2024
5. Juni 2024
14. Juni 2024
17. Juni 2024
19. Juni 2024
22. Juni 2024
29. Juni 2024
8. Juli 2024
22. Juli 2024
30. Juni 2024
5. August 2024
27. August 2024
30. August 2024
Über die Autorin
Impressum
Die Baustelle
Eine wirklich wahre
- nur so halbschlimme -
Dramödie aus der Reihe „Großstadtleben“ in zwanzig Akten und dreißig Bildern
(Dokumentiert zwischen Mai und August 2024)
Wer auf dieses kleine Heftchen gestoßen ist, kennt mich mit hoher Wahrscheinlichkeit wegen meiner Tagebücher. Und könnte den Eindruck gewonnen haben, dass ich meine, die Welt drehe sich nur um mich. Aber natürlich weiß ich: die würde auch ohne mich ganz gut zurechtkommen!
Außerhalb meiner Tagebuchschreiberei (aber wegen ihr, denn ich habe festgestellt, dass Schreiben mir Spaß macht) schreibe ich manchmal auch über andere Dinge, solche, die nichts mit Transidentität zu tun haben, solche, die mir auffallen, bevorzugt solche, die ich irgendwie mit einer satirischen Brille betrachten kann. Selten kommen dabei Text in der vorliegenden Größe zustande.
Nun habe ich mir gedacht, diese Seite von mir könnte ich ja auch mal zeigen, denn en passant kann ich damit zeigen, dass auch Menschen wie ich ein ganz normales Leben haben. Daher dieser absolut nicht ernstzunehmende Text.
Vor meinen Fenstern wurde heute eine Baustelle eingerichtet. Ich glaube, das wird lustig, deswegen dokumentiere ich es mal in loser Folge mit.
Ein Lieferwagen erscheint im Laufe des Nachmittags. Der Fahrer hält in zweiter Reihe, öffnet die Türen zur Ladefläche und greift zum Handy. In der folgenden halben Stunde versucht er zu klären, wo die Schilder hin sollen, die er geladen hat. Währenddessen gibt es immer mal wieder großes Gehupe, er steht ja im Weg. Dann lädt er aus und stellt an beiden Seiten der Straße Schilder auf, die besagen, dass wegen Bauarbeiten vom 13.5. bis zum 13.9. absolutes Halteverbot besteht. Ist das nicht ein Mirakel der Projektplanung, dass die Baustelle exakt vier Monate dauert? Ich bin voller Bewunderung!
An meiner Seite besteht die Schilderphalanx auf den ca. 30 Metern aus einem Beginn (Pfeil nach links), einer Mitte (Pfeil beidseitig) und einem Ende (Pfeil nach rechts). Einen einzigen Platz zwischen Schild und Feuerwehrzufahrt zu meinem Gebäude sperrt er nicht. Sehr freundlich von ihm, da stehe nämlich ich.
