Die drei ??? Kids, 1, Panik im Paradies (drei Fragezeichen Kids) - Ulf Blanck - E-Book

Die drei ??? Kids, 1, Panik im Paradies (drei Fragezeichen Kids) E-Book

Ulf Blanck

4,8
5,99 €

Beschreibung

Bereits im ersten Band "Panik im Paradies" machen die drei berühmten Detektive ihrem Namen alle Ehre. Eigentlich haben sie ja gerade Ferien. Doch dann treffen sie auf diesen schrulligen Kapitän Larsson, der sich einen kleinen Privatzoo mit exotischen Tieren hält. Als plötzlich alle Tiere an rätselhaften Infektionen erkranken und die Besucher ausbleiben, werden Justus, Peter und Bob neugierig. Schon bald merken sie, daß da jemand ein düsteres Geheimnis hütet...

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Seitenzahl: 75

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Die drei ???® Kids

Band 1

Panik im Paradies

Erzählt von Ulf Blanck

Illustrationen von Stefanie Wegner

KOSMOS

Umschlagillustration von Stefanie Wegner, Hamburg

Innenillustrationen von Stefanie Wegner

Umschlaggestaltung: Atelier Reichert, Stuttgart

Grundlayout: Friedhelm Steinen-Broo, eStudio Calamar

Unser gesamtes lieferbares Programm und viele

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Aktivitäten findest du unter kosmos.de

© 2016, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart

Alle Rechte vorbehalten

ISBN 978-3-440-15315-4

eBook-Konvertierung: le-tex publishing services GmbH, Leipzig

Nichts geht ohne Tante Mathilda

Es war ein sehr heißer Tag in Rocky Beach. Wahrscheinlich war es sogar der heißeste im ganzen Jahr. Justus Jonas stand der Schweiß auf der Stirn, als er seinen Rucksack packte.

»Taucherbrille, Schnorchel, Chips und eine Dose Cola. Ich glaub, ich hab alles«, dachte er laut und polterte die Holztreppe hinunter. Gerade wollte er die Haustür öffnen, als er hinter sich eine laute Stimme vernahm:

»Moment, Justus!« Es war Tante Mathilda. Man konnte ihr einfach nicht entkommen.

»Hast du dich eingecremt?«

»Ja, hab ich«, nickte er.

»Hast du Brote und kalten Tee mitgenommen?«, fragte sie weiter und stellte sich ihm in den Weg.

»Hab ich.« Natürlich stimmte nichts davon.

»Dann schwimm nicht so weit raus, ärgere die Leute am Strand nicht, hier hast du noch ein Handtuch, Sonnencreme und einen Apfel. Komm nicht zu spät zurück – auch wenn Ferien sind!«

»Ja, ja, Tante Mathilda …«

»Fast hätte ich es vergessen: Hier hab ich noch Onkel Titus’ alten Schlapphut. Der ist gut gegen die Sonne. Da kann man sich gar nicht genug vorsehen. Siehst du, passt wie angegossen.«

Lächerlich! Bestimmt sah er aus wie eine Vogelscheuche.

Sobald Justus außer Sichtweite war, riss er den grünen Schlapphut vom Kopf. Erst wollte er ihn in seinen Rucksack stopfen. Doch dann besann er sich und versteckte das hässliche Ding hinter der Regentonne.

»Tante Mathilda ist zwar die liebste Tante der Welt, aber sie will einfach nicht begreifen, dass ich kein Baby mehr bin«, grummelte er und schwang sich auf sein Fahrrad. »Aber Tanten müssen wahrscheinlich so sein.«

Der schwarze Asphalt flimmerte in der Sonne, und Justus trat keuchend in die Pedale. Der Fahrtwind kühlte angenehm sein Gesicht. Das Fahrrad hatte Onkel Titus auf seinem Schrottplatz aus fünf oder sechs kaputten zusammengebaut, und so sah es auch aus: silber, grünmetallic und teilweise orange. Zumindest hatte es eine Dreigangschaltung, und das war besser als nichts.

Bevor Justus am Ortsschild von Rocky Beach vorbeifuhr, musste er einen letzten Hügel erklimmen. »Geschafft!«, schnaufte er, denn ab jetzt ging es nur noch bergab. Er nahm die Hände vom Lenkrad, breitete die Arme aus wie ein Vogel und schoss freihändig den Berg hinunter. Wenn Tante Mathilda das sehen könnte …

Neben der Straße führte die alte Eisenbahnlinie entlang. Die verrosteten Schienen konnte man im Gestrüpp kaum noch erkennen. Etwas weiter gabelten sich die Gleise, und genau an der Stelle stand die Kaffeekanne. In Wirklichkeit war es ein verrosteter Wassertank für die alten Dampflokomotiven. Er war viermal so groß wie eine Telefonzelle und stand auf einer Konstruktion aus Holzbalken – wie auf einem Hocker. Unten führte ein dickes Wasserrohr direkt ins Innere des Tanks, und an dieses Rohr waren Stahlsprossen geschweißt. Aus der Seite ragte eine schwenkbare Röhre. Hierdurch waren früher die alten Loks mit Wasser aufgefüllt worden.

Von weitem sah der Tank aus wie eine Kaffeekanne, und darum wurde er auch so genannt. Man konnte von unten durch die Luke in den Wassertank einsteigen. Innen drin war Platz genug für mindestens drei Personen. Hier wurden Pläne ausgeheckt, Pfandflaschen gesammelt und Gummibärchen gelagert. Die Kaffeekanne war nicht nur Treffpunkt, sondern Hauptquartier, Lager und Geheimversteck.

Justus holperte über die Gleise geradewegs darauf zu. Plötzlich öffnete sich knarrend und quietschend an der Unterseite eine Luke. Zuerst sah man nur wuschelige Haare, dann kam das ganze Gesicht zum Vorschein.

»Da bist du ja endlich, Just! Wir schwitzen uns gerade die letzte Spucke aus dem Mund.« Es war Peter Shaw, und neben ihm tauchte auch schon kopfüber Bob Andrews auf. Mit einer Hand hielt er seine Brille fest.

»Nichts wie raus aus der Sauna«, keuchte er und kletterte die Sprossen hinab.

»Na, dann kann’s ja losgehen!«, rief Justus.

Jetzt war das Trio komplett: Justus, Peter und Bob aus Rocky Beach, drei Freunde, stets auf der Suche nach dem nächsten Abenteuer. Keine Frage sollte lange ohne Antwort bleiben. Das war das Motto der jungen Detektive.

Und wenn man genau hinsah, konnte man es oben auf der Kaffeekanne erkennen. Dort baumelte eine kleine Fahne aus schwarzem Stoff. Und in der Mitte zeigte sie ein weißes, ein rotes und ein blaues Fragezeichen. Das Symbol der drei ???.

Glühender Asphalt

Peter sprang als Erster auf sein Rennrad. Bob folgte ihm und trat kräftig in die Pedale. »Der Letzte muss den Strand fegen!«, lachte er.

»Die Letzten werden die Ersten sein«, murmelte Justus und fuhr den anderen hinterher. Sie erreichten wieder die Straße, und es ging immer noch bergab. Die Sonne stand inzwischen senkrecht am Himmel. Und je mehr sie sich dem Strand näherten, desto stärker konnten sie die Brandung hören und die salzige Luft schmecken. Mit Schwung nahmen die drei ??? den letzten Hügel, und da kam es zum Vorschein: das Meer – tiefblau und unendlich weit. Wie ein riesiger Teppich lag es vor ihnen und wartete nur darauf, dass sie sich in sein kühles Nass stürzten.

Die Straße machte einen kleinen Bogen, als plötzlich eine schwarze Limousine von hinten angeschossen kam.

»Achtung!«, schrie Justus, den es fast erwischt hätte. Laut hupend jagte der Wagen um die Kurve, und Peter konnte sich nur noch mit einem Sprung vom Fahrrad retten.

»Ist der nicht ganz dicht?«, fluchte Bob und tippte sich an die Stirn.

Justus rannte sofort zu Peter und fragte besorgt: »Alles in Ordnung bei dir?«

»Schon okay«, stöhnte dieser und hob sein Rad auf. »Nur schade, dass keiner meinen Stunt gefilmt hat. Hätten die mir in Hollywood bestimmt abgekauft«, grinste er mühsam.

»Der Typ hat sie ja wohl nicht mehr alle auf der Pfanne«, fluchte Bob. »Man sollte seinen Führerschein zerreißen und ihn in den Bus setzen! Idiot!«

»Woher willst du wissen, dass es ein Typ war und keine Frau?«, fragte Justus und knetete nachdenklich seine Unterlippe.

»Ich glaub es nicht. Da fährt man uns halb tot, und Just macht einen auf Detektiv«, schimpfte Bob.

Dennoch hatte Justus recht. Der Wagen war viel zu schnell gefahren, um den Fahrer erkennen zu können. Nur eine Sache hatte er sich eingeprägt. Die schwarze Limousine hatte ein Zeichen im Kühlergrill: einen roten Skorpion auf gelbem Untergrund. Diese Beobachtung behielt er aber für sich. Er wollte von Bob nicht noch einen dummen Spruch riskieren.

Kurze Zeit später erreichten die drei ??? die Steilküste, und der Schreck war vergessen. Um einen abgestorbenen Baum herum schlossen sie ihre Fahrräder zusammen. Von der Kante der Steilküste ging es über fünf Meter senkrecht hinunter. Unten lag eine kleine Bucht mit feinem weißen Sand. Meistens waren die drei die Einzigen an dieser Stelle, denn kaum einer wagte es, hier herunterzuklettern.

»Dann mal los!«, rief Peter und durchsuchte das Gestrüpp unter dem Baum. »Ich hab es«, lachte er plötzlich und hielt ein kräftiges Seil in der Hand. Die drei hatten es einmal am Strand gefunden, und seitdem diente es als Kletterseil. Wahrscheinlich hatte es ein Fischerboot oder ein Frachter im Sturm verloren. Das Ende des Seils war an dem Baum mit den Fahrrädern festgeknotet. Peter hangelte sich als Erster hinab. Dann spuckte Bob in die Hände und packte fest das Seil.

»Auf dass der Tampen reißt und uns die Haie fressen – beim heiligen Klabautermann!«, rief er laut. Bob hatte viele Piratenfilme gesehen und wusste, dass Seeleute diese dicken Seile Tampen nannten.

»Ich warte lieber, bis ihr unten seid«, sagte Justus. So ganz vertraute er dem alten Tampen nicht. Außerdem war er nicht gerade der Leichteste von den dreien.

»Los, Peter! Auf mein Zeichen entern wir die Bucht und springen ab!«, rief Bob. »Zum Angriff!« Und beide sprangen die letzten Meter in den weichen Sand.

Als sich Justus dann langsam und bedächtig abseilte, tobten Peter und Bob schon längst in den Wellen.

Kannibalen in Sicht

Der Sand war so heiß, dass man sich fast die Füße verbrannte. Justus hatte das Gefühl, auf glühenden Kohlen zu laufen.

»Komm rein, Just!«, rief Bob. »Ich hab die Haie alle weggescheucht.« Doch Justus reichte es, bis zum Bauch in der Brandung zu stehen. Wenn er mal rausschwamm, dann nur mit einem T-Shirt.

Kurze Zeit später lagen alle drei auf ihren Handtüchern, aßen Chips und tranken Cola. Der leichte warme Wind trocknete ihre Haare, und die Sonne spiegelte sich in den Wellen.

»Seemann ist eigentlich kein schlechter Job«, dachte Bob laut. »Monatelang auf einem Schiff und nichts zu tun. Herrlich!«

»Nicht übel«, fand auch Peter. »Die haben Fernseher an Bord, Tischtennisplatten und ganz sicher kalte Cola.«

»Ich weiß nicht, mir wäre das zu langweilig«, meinte Justus.

Plötzlich stand Bob auf und hielt sich die Hände wie einen Trichter vor den Mund. »Land in Sicht! Ich sehe Land!«