Die drei ??? Kids, 5, Flucht in die Zukunft (drei Fragezeichen Kids) - Ulf Blanck - E-Book

Die drei ??? Kids, 5, Flucht in die Zukunft (drei Fragezeichen Kids) E-Book

Ulf Blanck

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5,99 €

Beschreibung

Wo ist John Smith? Was ist mit ihm geschehen? Der schrullige Tüftler hat behauptet, eine Zeitmaschine entwickelt zu haben, nun ist er spurlos verschwunden. Wurde er in eine andere Dimension versetzt? Kommt er jetzt vielleicht nicht mehr zurück? Justus, Peter und Bob, die jüngsten Detektive der Welt, wollen dem Erfinder helfen. Aber es gibt nur einen einzigen Weg: Sie müssen die Zeitmaschine zum Laufen bringen.

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Die drei ???® Kids

Band 5

Flucht in die Zukunft

Erzählt von Ulf Blanck

mit Illustrationen von Stefanie Wegner

KOSMOS

Umschlagillustration von Stefanie Wegner, Hamburg

Innenillustrationen von Stefanie Wegner

Umschlaggestaltung: Atelier Reichert, Stuttgart

Grundlayout: Friedhelm Steinen-Broo, eStudio Calamar

Unser gesamtes lieferbares Programm und viele

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Aktivitäten findest du unter kosmos.de

© 2016, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart

Alle Rechte vorbehalten

ISBN 978-3-440-15319-2

eBook-Konvertierung: le-tex publishing services GmbH, Leipzig

Räumungsbefehl

Die Sonne stand noch nicht lange am Himmel, als Justus Jonas schläfrig die Stufen der Veranda hinuntertrottete. Sein Onkel stand schon vor dem alten Pick-up und öffnete die Fahrertür. »Justus, nun beeil dich! Ein Wunder, dass du nicht im Gehen anfängst zu schnarchen.«

Justus konnte darüber nur müde grinsen und schlurfte über den Kiesweg. Er zog sich auf den Beifahrersitz, schnallte sich an und lehnte den Kopf ans Fenster. Fast wäre er auf der Stelle wieder eingeschlafen, als plötzlich Tante Mathilda auf sie zugerannt kam.

»Titus, wo hast du nur wieder deinen Kopf? Ihr habt die Butterbrote für unterwegs in der Küche liegen gelassen.«

Butterbrote! Auch das noch. Damit war der Tag für Justus endgültig gelaufen. Er hatte gehofft, dass ihn Onkel Titus wenigstens zu einem leckeren Hamburger einladen würde. Tante Mathilda winkte ihnen noch von der Veranda hinterher, dann fuhren sie durch das große Tor vom Schrottplatz.

Justus hielt die Dose mit den Broten auf den Knien und blickte verschlafen auf die Straße. »Onkel Titus, wo fahren wir eigentlich hin?«

Sein Onkel rückte seine Brille zurecht und beschleunigte den Wagen. »Unten am kleinen Fischereihafen hat einer seit Monaten die Miete nicht mehr bezahlt. Ich hab den Auftrag, seine ganzen Sachen aus der Wohnung zu räumen und bei uns auf dem Schrottplatz zu lagern.«

»Hat der Mieter nichts dagegen, wenn wir da einfach reinspazieren und seine Klamotten auf den Pick-up laden?«

Titus Jonas schüttelte den Kopf. »Der ist schon seit Tagen verschwunden. Wahrscheinlich hat er sich wegen seiner Schulden auf und davon gemacht. Armer Teufel. Ich glaube nicht, dass wir da viel finden werden. Wenn er sich nach zwei Monaten nicht meldet, wird sein gesamtes Hab und Gut versteigert. – Na ja, mir kann es egal sein. Ich hab den Auftrag von der Behörde bekommen, und von denen bekomme ich auch mein Geld für diesen Transport.«

Justus war das auch recht, denn von diesem Geld bekam er fünf Dollar ab. Er half seinem Onkel oft bei solchen Aufträgen und besserte damit sein Taschengeld auf. Fünf Dollar waren Grund genug, sich so früh aus dem Bett zu quälen und Butterbrote zu essen.

Mittlerweile hatten sie Rocky Beach verlassen und bogen auf die Küstenstraße ein. Gerade wollte sich Justus mit den Broten anfreunden, als vor ihnen zwei Fahrradfahrer auftauchten.

»He, das sind Peter und Bob! Onkel Titus, halt mal kurz an!«, rief er freudig und klappte die Dose wieder zu.

Der Pick-up überholte die beiden und stoppte am rechten Seitenstreifen. Justus kurbelte die Scheibe hinunter: »Hi, was habt ihr vor?«

»Wir wollen schwimmen gehen, drüben in der Bucht. Willst du mit?«, antwortete Peter.

Justus schüttelte den Kopf: »Geht nicht. Wir müssen unten im Fischereihafen eine Wohnung entrümpeln.«

Onkel Titus lehnte sich über Justus zum Fenster: »Wenn ihr ein bisschen Geld verdienen wollt, könnt ihr mitkommen. Wie wär’s?«

Peter und Bob sahen sich an und überlegten. Doch der Gedanke an ihre leeren Geldbeutel machte ihnen die Antwort leicht. »Keine schlechte Idee, Mister Jonas. Kohle können wir immer gebrauchen«, lachte Bob.

»Dann mal los!«, rief Onkel Titus. »Die Fahrräder könnt ihr hinten auf die Ladefläche schmeißen. Der Platz wird schon reichen.«

»Was kriegen wir eigentlich, wenn wir mithelfen?«, wollte Bob wissen.

Onkel Titus legte den Gang ein. »Zusammen bekommt ihr zehn Dollar.«

Justus guckte ihn empört an. »Das sind für jeden drei Dollar dreiunddreißig. Vorhin sollte ich noch fünf Dollar bekommen.«

»Dafür musst du jetzt auch nur noch ein Drittel so viel arbeiten«, grinste sein Onkel.

Justus grummelte, musste jedoch zugeben, dass er recht hatte. Aber er war froh, dass seine beiden Freunde mit dabei waren. Jetzt waren sie komplett: Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews aus Rocky Beach. Die drei ??? auf dem Weg in ein neues, unglaubliches Abenteuer.

Hafenklänge

Der Weg wurde immer holpriger, und die Fahrräder hüpften auf der Ladefläche umher. Die Luft roch jetzt frisch und salzig nach dem nahen Pazifik.

»Gleich seht ihr den Hafen!«, verkündete Onkel Titus und zeigte nach vorn.

Versteckt in einer felsigen Bucht lag der kleine Fischereihafen. Zehn alte Holzboote dümpelten auf dem Wasser, und Möwen versuchten aufgeregt, Fischreste zu ergattern. Ihr Gekreische vermischte sich mit den Wellen, die an die Kaimauer klatschten. Das Hafenbecken war umsäumt von windschiefen Schuppen aus Blechplatten. Dahinter sah man einige Männer, die ihre Netze zum Trocknen aufhängten. Vor einem dieser Schuppen saß ein weißbärtiger Fischer mit gelben Gummistiefeln, rauchte Pfeife und starrte auf das Meer.

Direkt neben einem wackeligen Steg stellte Onkel Titus den Pick-up ab.

»Hier stinkt’s!«, bemerkte Justus und hielt sich die Nase zu.

»Alle Mann raus!«, stöhnte Peter. »Ich bin völlig zerquetscht. Justus hat sich so dick gemacht.«

»Der braucht sich nicht dick zu machen, der ist so«, stichelte Bob.

Justus fand das gar nicht lustig, doch Onkel Titus kam ihm zuvor: »Keinen Streit, wir sind hier, um zu arbeiten! Wir müssen den Hafenmeister suchen!«

Ein großer und kräftiger Mann kam auf sie zu. Trotz der Hitze trug er einen dunkelblauen Wollpullover. »Guten Tag, Sie müssen Titus Jonas vom Schrottplatz sein, oder?«, rief er ihnen entgegen.

Onkel Titus verschränkte seine Arme: »Wertstoffhandel! Titus Jonas, Wertstoffhandel. Das ist ein Unterschied.«

Der Mann lachte: »Na, von mir aus. Hauptsache, Sie räumen die Bude aus. Übrigens, mein Name ist Ernesto Porto. Ich bin der Hafenmeister und gleichzeitig der Vermieter von diesem John Smith.«

Justus sah sich um und betrachtete die Blechschuppen. »John Smith also. Aber ich sehe hier absolut kein Haus, das man mieten könnte.«

Porto nahm seine Hände aus den Taschen und deutete auf das Wasser. »Es handelt sich auch nicht um ein Haus, sondern um ein Hausboot. Da vorn am Steg, die ›Pazifik Star‹. Die hat sich mindestens fünfzehn Jahre nicht mehr bewegt. Klein, aber mein, sag ich immer. Das gute Stück habe ich John Smith vermietet – ich selbst wohne nicht hier am Hafen. Doch seit drei Monaten hat der Kerl seine Miete nicht mehr bezahlt, und jetzt reicht es mir!«

Ernesto Porto betrat den morschen Steg, und alle folgten ihm. Das Hausboot war ein umgebauter Fischkutter. Am Bug konnte man gerade noch den Namen des Schiffes erkennen.

»Pazifik Star«, flüsterte Bob. »Dieses verrottete Ding sieht eher aus wie die abgesoffene Titanic.«

Das Hausboot machte tatsächlich einen traurigen Eindruck: Überall bröckelte die Farbe ab. Dreck und Rost vermischten sich zu einem braunen Belag.

Onkel Titus kratzte sich am Kopf: »Haben Sie auch den behördlichen Räumungsbeschluss, Mister Porto?«, fragte er.

Der Hafenmeister griff in seine Hosentasche und zog einen zerknitterten Zettel heraus. »Selbstverständlich. Alles nach Vorschrift. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich den Kerl einfach über Bord geworfen – mitsamt seinem Zeug. Aber ich will ja keinen Ärger haben. Alles nach Vorschrift.«

Onkel Titus musterte das Papier und gab es zurück: »Na schön, dann können wir ja loslegen.«

Ernesto Porto ging voran, und alle kletterten über ein wackeliges Brett auf das Hausboot. Vom Deck führte eine kleine Holztür ins Innere des Schiffes.

»Ein Türschloss gab es hier noch nie«, lachte Porto. »Vorsicht mit dem Kopf beim Niedergang!«

Der Niedergang war eine schmale Holztreppe, fast so steil wie eine Leiter. Unter Deck zündete der Hafenmeister eine Petroleumlampe an, denn der Raum hatte nur ein kleines, verschmiertes Fenster.

Peter sah sich vorsichtig um: »Also hier möchte ich nicht unbedingt wohnen«, murmelte er.

Es sah erbärmlich aus. In dem einzigen Raum standen nur ein Bett, ein Schrank und ein Stuhl vor einem Schreibtisch. Über diesem hing ein Regal, das mit Büchern vollgestopft war.

»Ich denke, den Plunder haben Sie schnell rausgeräumt, oder?« Ernesto Porto trat gegen einen Koffer. »Um die Ecke hinter der Tür ist nur noch die Toilette mit einem Waschbecken. Da dürfte aber kaum mehr rumliegen als eine Zahnbürste und ein Stück Seife. Mehr Platz ist da nicht.« Der Hafenmeister lachte und stellte die Lampe auf dem Schreibtisch ab.

Justus blickte auf den Boden und entdeckte eine große Klappe. »Und was ist hier drunter?«

»Das ist der Maschinenraum. Oder besser gesagt, das war der Maschinenraum. Da ist schon seit Jahren kein Motor mehr drin. Ein Hausboot braucht keinen Motor.« Dann gingen Ernesto Porto und Onkel Titus von Bord.

»Ihr könnt ja schon mal anfangen, Jungs. Ich regle kurz das Geschäftliche mit Mister Porto«, rief er den drei ??? herüber.

Peter öffnete die Tür zur Toilette, schlug sie aber sofort wieder zu. »Das ist ja fürchterlich. Wie kann man nur so wohnen? Und wie kann man für so ein Dreckloch auch noch Geld verlangen?«

Bob war der gleichen Meinung. »An der Stelle von diesem John Smith wäre ich auch abgehauen. Bruchbude!«

»Der muss aber sehr plötzlich abgehauen sein«, bemerkte Justus und knetete mit Daumen und Zeigefinger seine Unterlippe. Peter und Bob kannten diese Art von Justus und sahen ihn verwundert an.

»Smith hat nicht mal Kleidung mitgenommen. Der Schrank ist noch voll, und er ist ohne Koffer los«, fuhr Justus fort.

»Er hatte vielleicht Angst, dass Porto Verdacht schöpft, wenn er mit einem Koffer das Schiff verlässt?«, meinte Bob.