Die drei ??? Kids, 68, Chaos im Dunkeln (drei Fragezeichen Kids) - Ulf Blanck - E-Book

Die drei ??? Kids, 68, Chaos im Dunkeln (drei Fragezeichen Kids) E-Book

Ulf Blanck

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Beschreibung

Sonnenfinsternis in Rocky Beach. Doch kaum wird es dunkel, bricht plötzlich Chaos aus. Im Maya-Museum wird eingebrochen und Fahrzeuge bewegen sich plötzlich von selbst.

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Seitenzahl: 80

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Die drei ???® Kids

Band 68

Chaos im Dunkeln

Erzählt von Ulf Blanck

Mit Illustrationen von Jan Saße

KOSMOS

Umschlag- und Innenillustrationen von Jan Saße, Horgenzell

Umschlaggestaltung: Walter Typografie und Grafik, Würzburg

Grundlayout: Friedhelm Steinen-Broo, eStudio Calamar

Unser gesamtes lieferbares Programm und viele

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Aktivitäten findest du unter kosmos.de

© 2016, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart

Alle Rechte vorbehalten

ISBN 978-3-440-15212-6

eBook-Konvertierung: le-tex publishing services GmbH, Leipzig

Poltergeister

Justus Jonas schlief noch tief und fest, als er plötzlich durch ein lautes Geräusch geweckt wurde. Es war ein Rumpeln und Hämmern. Erschrocken riss er die Augen auf und blickte nach oben. Das Geräusch kam von dort. »Was ist das?«, entfuhr es ihm. Schnell schob er die Bettdecke weg. Sein Zimmer lag im Dachgeschoss des Hauses der Familie Jonas. Wieder krachte und polterte es. War das ein Gewitter? Mit einem kurzen Blick aus dem Fenster verwarf er diesen Gedanken, denn auch heute Morgen schien, wie meistens in Kalifornien, die Sonne. Justus öffnete das Fenster, beugte sich weit hinaus und versuchte, aufs Dach zu spähen.

In dem Moment schob sich ein Kopf über die Dachkante. »Guten Morchen, Chustuch. Chabe ich dich gewecht?« Es war Onkel Titus. Zwischen seinen Zähnen hielt er zwei Nägel. Justus blickte ihn mit großen Augen an. »Was zum Teufel machst du da? Ist das Dach kaputt?« Sein Onkel nahm die Nägel aus dem Mund. »Nein, aber unser Haus wird jetzt ein Stromsparhaus. Komm und sieh es dir selbst an! Auf der Veranda habe ich eine Leiter aufgestellt.«

Neugierig polterte Justus im Schlafanzug die Holztreppe hinunter und lief dabei Tante Mathilda direkt in die Arme. »Hallo, Justus«, lächelte sie. »Setz dich. Es gibt zum Frühstück warmen Kakao, und gleich ist der Kirschkuchen fertig.« Doch Justus rannte an ihr vorbei. »Später, Tante Mathilda. Später.«

»Was? Später? Und das bei frisch gebackenem Kirschkuchen?! Der Junge ist krank. Titus! Hörst du mich? Wir müssen sofort zu Doktor Schreyer, dem Kinderarzt!«

Die letzten Worte bekam Justus nicht mehr mit, denn er stand schon oben auf der Leiter. Was er dann sah, konnte er kaum glauben: Sein Onkel saß rittlings auf dem Dachgiebel, und um ihn herum spiegelte sich die Sonne in riesigen Glasplatten. »Da staunst du, was?«, lachte Onkel Titus. »Ab jetzt nutzen wir die Energie der Sonne. Das hier sind alles Sonnenkollektoren, die uns Strom liefern. Ich habe sie günstig bei einer Versteigerung erstanden. Unser Haus wird damit klimaneutral. Das heißt, wir stellen unseren eigenen Strom her. Es wird kein Gas oder Öl mehr verbrannt, und wir schützen dadurch das Klima.« Justus war beeindruckt. »Und was ist, wenn die Sonne nicht scheint? Bei Wolken oder in der Nacht?«

»Gute Frage! Tagsüber wird der nicht verbrauchte Sonnenstrom in Batterien geleitet. Wenn es dunkel wird, geht deswegen trotzdem der Kühlschrank nicht aus, und fernsehen können wir auch noch. So, ich komme jetzt runter. Bin gespannt, ob es funktioniert.«

Wenig später standen beide im Keller des Hauses. Onkel Titus öffnete einen großen Schrank mit vielen Schaltern und Reglern. »Ein großer Moment, Justus. Mit diesem Hebel schalte ich gleich in ein neues Zeitalter um. Ab sofort wird das Haus der Familie Jonas mit Strom von der Sonne versorgt. Drei, zwei, eins – und los!«

Eine Weile geschah nichts. Dann hörte man von oben Tante Mathildas Stimme: »Titus! Der Ofen ist aus! Mein Kirschkuchen fällt zusammen.« Fieberhaft blätterte Onkel Titus in der Bedienungsanleitung. »Hm, das haben wir gleich. Man darf wahrscheinlich nicht zu viele Geräte gleichzeitig anschalten. Also zum Beispiel den Ofen zusammen mit der Waschmaschine. So viel Energie liefert die Sonne dann auch wieder nicht. Aber das ist nur eine Sache der Gewöhnung.«

Schnell war das Problem behoben, und kurz darauf saßen alle zufrieden auf der Veranda, und Tante Mathilda stellte den frisch gebackenen Kirschkuchen auf den Tisch. Als sie sah, wie Justus sich ein riesiges Stück abschnitt, atmete sie erleichtert auf. »Dann muss ich doch nicht Doktor Schreyer anrufen. Der Junge isst wieder ganz normal.«

In diesem Moment fuhren Peter Shaw und Bob Andrews durch die große Toreinfahrt. Als die beiden Freunde von Justus sahen, dass ein Kirschkuchen auf dem Tisch stand, stellten sie schnell ihre Räder ab. Tante Mathilda winkte ihnen zu. »Kommt! Es ist Kuchen für alle da.«

»Klimaneutraler Kirschkuchen«, ergänzte Justus mit vollen Backen.

Bob nahm sich etwas verunsichert ein Stück. »Klima...was? Schmeckt der anders?« Onkel Titus lachte. »Nein, er ist nur mit dem Strom gebacken, den wir von der Sonne bekommen. Wir wohnen ja schließlich in Kalifornien, und da scheint fast immer die Sonne. Wir wären schön blöd, wenn wir das nicht nutzen würden. Kein Wunder, dass überall in Rocky Beach auf Solarstrom gesetzt wird.«

Justus nahm sich noch ein Stück Kuchen. »Unser Hausdach besteht jetzt fast nur noch aus Glas.«

»Fotovoltaik nennt man das«, erklärte Onkel Titus. »Das sind Solarzellen, die Sonnenlicht in elektrische Energie umwandeln. Und das Gute daran ist: Die Sonne ist immer da. Gas, Kohle und Erdöl nicht! Nur heute gibt es eine Ausnahmesituation: Nachmittags ist ja die große Sonnenfinsternis. Das wird ein einzigartiges Schauspiel.« Tante Mathilda nickte. Sie schien durchaus Gefallen an der neuen Solaranlage zu finden. »Titus, ich muss sagen, diesmal sind deine Bastelarbeiten nicht schlecht. Dein ferngesteuerter Rasenmäher war eine Katastrophe. Auch dein Hochdruckstaubsauger ist uns um die Ohren geflogen. Aber dieses Fotodingsbums scheint wirklich was zu nützen. Man spart nämlich Stromkosten. Wo sind denn eigentlich die Batterien? Die müssen doch riesig sein!« Onkel Titus druckste herum. »Äh, das ist so eine Sache. Die Batterien muss ich noch besorgen. Ein anderer Bieter hat sie mir bei der Versteigerung vor der Nase weggeschnappt.« Tante Mathilda runzelte die Stirn. »Ich nehme mein Lob zur Hälfte zurück. Sollen wir ab sofort abends mit einer Taschenlampe im Haus herumlaufen? Und was ist, wenn meine Gefriertruhe auftaut? Gestern habe ich sieben Portionen Nudeln mit Tomatensoße und Hackfleischklößchen eingefroren. Die muss ich wegwerfen, wenn die Truhe aussetzt.« Justus fiel fast die Gabel aus der Hand. »Wegwerfen? Nudeln mit Tomatensoße ist mein Lieblingsgericht.« Peter lachte. »Bei dir ist alles ein Lieblingsgericht, Just.« Der Anführer der drei ??? zog den Bauch ein. »Nein. Es gibt einige Gerichte, die ich nicht mag.«

»Und was sollte das bitte sein?«

Justus grinste. »Zum Beispiel das Strafgericht.«

Maya-Fieber

Onkel Titus hatte sich in der Zwischenzeit die Zeitung geschnappt. »Nun seht euch das an! Hier, gleich neben dem Artikel über die Sonnenfinsternis, steht, dass heute in Rocky Beach eine große Maya-Ausstellung eröffnet wird. Dafür hat man extra das Stadttheater umgebaut.« Peter nahm sich noch ein Stück Kirschkuchen. »Maya? Hat das etwas mit der Biene zu tun?« Onkel Titus schüttelte den Kopf. »Nein, die Maya waren die Ureinwohner in Mittelamerika. Sie haben eine jahrtausendealte Geschichte. Ausgestellt werden bedeutende Fundstücke: Kleider, Tongefäße, Goldschmuck und kostbare Maya-Kalender. Schon damals haben die Maya nämlich den Verlauf der Sonne und der Sterne beobachtet. Mit dem Maya-Kalender konnte man vieles vorhersagen. Manche meinen sogar: den Weltuntergang.«

Tante Mathilda lachte auf. »Na, das wollen wir mal nicht hoffen. Den Weltuntergang sollen die bitte verschieben, denn ich muss heute noch vor der Sonnenfinsternis die Wäsche im Garten aufhängen. Da kann ich keinen Weltuntergang brauchen! Aber sagt mal: Wäre die Ausstellung nicht etwas für euch, Jungs? Da lernt ihr was fürs Leben und vielleicht auch für die Schule.«

»Warum nicht?«, überlegte Justus. »Das mit dem Weltuntergang hört sich spannend an. Ich würde gerne einmal so einen Maya-Kalender sehen. Am Nachmittag versammelt sich dann ja sowieso die halbe Stadt auf dem Marktplatz, um die Sonnenfinsternis zu erleben.« Auch Peter und Bob waren einverstanden, und wenig später machten sich die drei ??? auf den Weg. Onkel Titus winkte ihnen hinterher. »Und wenn der Weltuntergang heute doch noch kommt, gebt mir Bescheid! Dann brauche ich nämlich den Rasen nicht zu wässern.«

Als die drei ??? mit ihren Rädern durch die Toreinfahrt fuhren, mussten sie direkt dahinter scharf bremsen. Der Weg vor ihnen war mit Flatterband abgesperrt. »Was ist denn hier los?«, wunderte sich Bob. Die Antwort gab ihm ein kräftiger Mann mit gelbem Schutzhelm. »Vorsicht!«, rief er laut und zeigte auf einen offenen Gully im Gehweg. »Wir machen die alljährliche Kanalreinigung. Fallt da nicht rein!« Bob riskierte einen Blick in den tiefen Schacht. »Igitt! Läuft da das stinkende Abwasser durch?« Der Mann grinste. »Nein, das ist der Kanal für das Regenwasser. Der führt von Rocky Beach bis zum Meer. Jedes Jahr muss er einmal gesäubert werden. Das hier ist einer der Kontrollschächte.«

Justus, Peter und Bob fuhren vorsichtig um den Gully herum und erreichten wenig später den Marktplatz von Rocky Beach. Giovanni klappte gerade in seinem Eiscafé die Sonnenschirme auf. »Buongiorno, bambini!«, rief er ihnen zu. »Wie wäre es mit eine große Eis von de liebe Giovanni, hä?« Justus dachte an die zehn Dollar, die ihnen Tante Mathilda als Eintrittsgeld für die Maya-Ausstellung mitgegeben hatte. Die Versuchung war groß. »Wir kaufen beim nächsten Mal ein Eis.«

»Ach was. Das nächste Mal. Vielleicht gehte morgen die Welt unter, und dann iss nix mehr mit de Eis.«

Peter verzog das Gesicht. »Was haben heute nur alle mit dem Weltuntergang? Ich mag das nicht, wenn man davon spricht.« Bob schnitt eine hässliche Grimasse. »Beim Weltuntergang krachen Kometen auf die Erde, Vulkane explodieren und alle Menschen werden von grässlichen Außerirdischen durchgeknetet.« Peter fand das gar nicht witzig und spritzte ihn mit dem Rest seiner Wasserflasche nass. »Hör auf damit, Bob, sonst träume ich noch davon!«