Die Figuren am “Paradies” in Maria Laach - Michael Süsterhenn - E-Book

Die Figuren am “Paradies” in Maria Laach E-Book

Michael Süsterhenn

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Beschreibung

In diesem Text werden die um 1200 n. Chr. von dem sogenannten „Samson-Meister" gefertigten Figuren am „Paradies" der Abteikirche Maria Laach vorgestellt. Es wird versucht, diese in ihrer Gesamtheit als ein Kunstwerk zu deuten, welches aus christlicher Sicht das Alte und Neue Testament in Bildern erzählt. Der Autor, der kein Kunsthistoriker ist, hat bisher- vielleicht wegen ungenügender Recherchen - in der Literatur keine umfassende Beschreibung und Deutung dieser Figuren gefunden, geht aber von der Idee aus, dass solch eine Deutung möglich ist und vom Schöpfer des Werks beabsichtigt war. Er betrachtet sein Unternehmen nicht als ein wissenschaftliches, sondern als ein ästhetisches, von der Phantasie geleitetes Projekt mit einem seiner Meinung nach schönen Ergebnis. Und damit auch als eine Anregung für andere, es zur Ehre des Samson-Meisters besser, zutreffender und schöner zu machen.

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Veröffentlichungsjahr: 2026

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Die Figuren am “Paradies” in Maria Laach. Ein Deutungsversuch

von Michael Süsterhenn

Einleitung

In diesem Text werden die um 1200 n. Chr. von dem sogenannten „Samson-Meister" gefertigten Figuren am „Paradies" der Abteikirche Maria Laach vorgestellt. Es wird versucht, diese in ihrer Gesamtheit als ein Kunstwerk zu deuten, welches aus christlicher Sicht das Alte und Neue Testament in Bildern erzählt. Der Autor, der kein Kunsthistoriker ist, hat bisher- vielleicht wegen ungenügender Recherchen - in der Literatur keine umfassende Beschreibung und Deutung dieser Figuren gefunden, geht aber von der Idee aus, dass solch eine Deutung möglich ist und vom Schöpfer des Werks beabsichtigt war. Er betrachtet sein Unternehmen nicht als ein wissenschaftliches, sondern als ein ästhetisches, von der Phantasie geleitetes Projekt mit einem seiner Meinung nach schönen Ergebnis. Und damit auch als eine Anregung für andere, es zur Ehre des Samson-Meisters besser, zutreffender und schöner zu machen.

Die Abtei Maria Laach liegt in der idyllischen Landschaft des Laacher Sees.

Die romanische Basilika der Abtei stammt aus dem 12. Jahrhundert.

Vor den zwei Eingängen in die Kirche liegt ein "Paradies" genannter Atrium-Vorbau. An den Kapitellen des Portals und an anderen Stellen im Inneren sind Figuren zu sehen, die um 1200 n. Chr. von dem sogenannten Laacher "Samson-Meister" gefertigt wurden.

Die alltägliche, grausame, leidvolle Welt

Auf der linken Seite des Portals sehen wir die alltägliche, von unserer Natur bestimmte Welt, in der Sünde, Grausamkeit und Leiden herrschen.

Wir sehen zwei "Haareraufer" mit teuflischen Bocksfüßen als Symbole des menschlichen Bösen, der Gier, des Betrugs, des Streits und der Gewalt.

Rechts davon sehen wir den Teufel mit einem Bocksfuß, der die Sünden der Menschen (“Peccata Populi”) auf eine Kuhhaut schreibt, dass sie nicht ins Paradies, sondern zu ihm in die Hölle kommen. Daneben einen “Drachen” mit ebenfalls teuflischem Bocksfuß. Beides Symbole des Bösen.

Wir sehen eine Ziege, die von einer Löwin angegriffen wird. Unerbittlich und grausam, wie es unserer Natur entspricht.

Die Frohe Botschaft einer idealen, freundlichen Welt

Auf der rechten Seite des Portals begegnen wir der frohen Botschaft der Evangelien, die das Leben, die Lehren, den Opfertod, die Auferstehung und die Himmelfahrt Jesu Christi erzählen. Die Frohe Botschaft, die denen, die an sie glauben, den Weg zu einem liebevollen, glücklichen Leben zeigt. Das wir unvollkommen schon heute, aber vollkommen in dem von Jesus verkündeten Paradies leben können.

Wir sehen einen Raubvogel mit abgebrochenem, jetzt fehlendem Kopf, vermutlich einen Adler, der Gottes Macht und Weisheit symbolisiert und seine Krallen auf dem Kopf eines Menschen hat. Das könnte der Evangelist Johannes sein, der in mittelalterlichen Darstellungen oft zusammen mit einem Adler gezeigt wird, was die göttliche Inspiration seiner Texte symbolisiert.

Es könnte sich aber auch um einen Gott symbolisierenden Adler handeln, der seinen Sohn in die Welt gesandt hat, um unter ihnen als Mensch zu leben und sich wie ein Lamm für ihre Sünden zu opfern. Denn der obere Teil des Kopfes  -  die breite Nase, die Augen und die Haare  -  hat Ähnlichkeit mit der Figur des Lamm Gottes, das auf dem Bild weiter unten zu sehen ist. Jesus wird also insgesamt zweifach dargestellt, einmal als Mensch und dann symbolisch als Lamm.

Daneben sehen wir einen "Drachen", hier vermutlich einen "Gargoyle", ein Symbol für den Teufel und das Böse, der sich in den eigenen Schwanz beißt. Diese Szene symbolisiert, dass alles Böse zu einem sich verstärkenden, ausweglosen Teufelskreis wird, wodurch es sich am Ende selbst zerstört.

Rechts davon sehen wir den Geist Gottes, aus dessen Mund Feuerzungen kommen. Diese symbolisieren die Festigkeit des Glaubens, die Kraft und die Weisheit, die Jesu Jünger und alle Gläubigen von ihm erhalten. Besonders wenn sie angesichts der Forderungen des Tages beten: "Komm, Heiliger Geist!"

---ENDE DER LESEPROBE---