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Sein „Liebhaber“, der sich schon für den neuen Imperator hält, möchte ihn am liebsten zum Gladiator ausbilden lassen. Ausgerechnet einen zarten Mann wie ihn! Dabei hat er sehr wohl magische Kräfte – aber lieber ergreift er die Flucht. An einem unerwarteten Ort funkt es mit einem anderen Mann, dem er vielleicht endlich sein kleines Geheimnis anvertrauen sollte …
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Veröffentlichungsjahr: 2021
Inhaltsverzeichnis
Inhalt
Prolog
Kapitel 1 – Die Zwischenwelt
Kapitel 2 – Der Sturm
Kapitel 3 – Unschickliches Verhalten
Kapitel 4 – Die Taverne
Kapitel 5 – Die Villa
Kapitel 6 – Das Nachtlager
Kapitel 7 – Der Kampf
Impressum
Sein „Liebhaber“, der sich schon für den neuen Imperator hält, möchte ihn am liebsten zum Gladiator ausbilden lassen. Ausgerechnet einen zarten Mann wie ihn! Dabei hat er sehr wohl magische Kräfte – aber lieber ergreift er die Flucht. An einem unerwarteten Ort funkt es mit einem anderen Mann, dem er vielleicht endlich sein kleines Geheimnis anvertrauen sollte …
*
Diese Geschichte wendet sich an ein ausreichend reifes Publikum. Es werden Handlungen dargestellt, die gefährlich sind und ein hohes Infektionsrisiko mit sich bringen können.
„Was für eine beachtliche Leistung, Aurelius!“, sagte Turibius und klatschte immer noch, als er sich weiter annäherte.
„Oh, das …“
„Willst du nicht wie einer von denen sein? Ich traue es dir zu!“
„Ich weiß nicht …“
„Du solltest mich wirklich einmal in meine Villa begleiten. Deine Talente noch besser zum Einsatz bringen.“
„Turibius, ich habe Euch schon gesagt …“
„Du gehörst mir! Aber jetzt einmal …“
Alle traten sofort zur Seite, als sich Turibius umdrehte und sich dem Schanktisch zuwandte. Für Aurelius sah es nach einer guten Gelegenheit aus, die Taverne in dem ganzen Trubel zu verlassen. Der magische Fluss, der auch die Bildtransmission des Kampfes gerade wieder in Gang gebracht hatte, würde ihn schon schützen.
Der Gedanke an den Gesichtsausdruck von Turibius, und wie dieser mit der Zunge um seine Lippen geschleckt hatte, ließ ihn noch schneller dem Ausgang zustreben. Am besten, er ließ sich hier eine Weile nicht mehr blicken. Und noch besser, er benutzte nicht die Hauptstraße, wenn er sich in eine andere Stadt aufmachte.
Kurz vor dem Eingang hatte mich gerade irgendwas an meinen Traum in der letzten Nacht erinnert. Aber er blieb zu verblasst. Die Sonne brannte auf den Asphalt, und ich sah mich schon im kühlen Wasser. Ein Funke traf mich, ein Zucken, wie bei einer elektrostatischen Aufladung. Dabei hatte ich die Tür nicht einmal direkt mit den nackten Fingern berührt. Bei jeder der beiden Kassen standen vier Leute vor mir. Sonst standen die bis hinaus.
*
Stimmte die Temperaturanzeige oder schien da direkt die Sonne drauf? Ich suchte und fand eine Ablage für das Badetuch, das über meinen Schultern hing. Beim Gedanken an einen antiken Umhang fiel mir ein wenig von dem Traum wieder ein. Die Säule da draußen hatte wie antik gewirkt, obwohl sie wahrscheinlich aus den 1960ern stammte. Noch bevor ich auch nur zur Hälfte eintauchte, fühlte sich das kühle Wasser wärmer an. In der Mitte des Beckens merkte ich, dass ich schneller werden konnte und immer noch nicht müde wurde. Ich erreichte das Ende und drehte um.
Während ich aus dem Wasser trat, blockierte eine kleine Wolke das Sonnenlicht. Zumindest war für einen Moment ein Schatten über dem Gelände gelegen. Als ich nach oben sah, fiel mir aber keine auf. Ich wollte mich zum Trocknen einfach in diese Liegewiese stellen. Platz war zwischen einzelnen kleinen Gruppen genug, weil einige Leute bereits gegangen waren. Dieser Mann, der dort saß, fiel mir zum ersten Mal auf.
Ich spürte, wie mein Puls schneller wurde. Als würde ich immer noch schwimmen. Wie es aussah, war er so wie ich allein hier. Womöglich war er ein Student und einige Jahre jünger als ich. Seine Badehose war anscheinend aus irgendwelchem grobem Stoff. Fast wie ein umgebundenes Tuch. Er ließ seinen Blick umherwandern, als suchte er jemand oder etwas. Oder hatte gerade zum ersten Mal ein Schwimmbad gesehen.
Er würde es merken, wenn ich ihn noch länger anstarrte. Ich … konnte ja hier stehenbleiben, meinen Blick über das Becken schweifen lassen … und wieder nicht ganz direkt zu ihm. Nichts war von einem Badetuch oder T-Shirt verhüllt, sonst hätte ich die zarten Konturen von straffen Bauchmuskeln nicht sehen können.
So wie ich sah er sich um, konzentrierte sich manchmal auf bestimmte Dinge – verdammt! Bevor sich unsere Blicke womöglich gekreuzt hätten, wandte ich mich ab. Dachte daran, dass er jeden Moment aufstehen könnte. Als ich nachsah, war er noch dort. Mein Herzklopfen hatte sich immer noch nicht beruhigt, und ein Kribbeln bis in meine Fingerspitzen kam dazu.
Dieser Mann erhob sich – und ging auf mich zu. Toll, vielleicht fuhr er mich gleich an, warum … aber dafür war er viel zu zart. Er blieb stehen, sah doch woanders hin – und mein Kribbeln ließ nicht nach. Vielleicht packte er nun ebenfalls seine Sachen zusammen, die er irgendwo haben musste. Ich holte tief Luft, wieder einmal – und musste etwas tun.
Ich näherte mich, und meine Hände begannen zu zittern. Fühlte sich beinahe kalt an, obwohl die Sonne auf mich brannte. Zwei Meter stand ich nun von ihm entfernt und merkte deutlicher, dass er etwas kleiner als ich war. Ich schloss kurz die Augen, krampfte die Finger zusammen, trat noch einen Schritt näher …
„Äh, ich …“, begann ich zu sprechen und mein Herz zu rasen. „Ich habe … ich wollte …“
Ich konnte nicht mehr sprechen, weil mir etwas die Luft abschnürte. Vielleicht würde er mich einfach ignorieren. Aber … er drehte sich langsam in meine Richtung … und lächelte? Zitterte er ebenfalls ein wenig?
„Was …“, begann er leise, „… möchtest du denn?“
Sein Lächeln wurde fast noch deutlicher, auch wenn er den Blick mehr zum Boden richtete. Das Prickeln nahm mich völlig ein – und meine Finger wurden lockerer. Die Anspannung begann bei mir in eine andere Richtung zu laufen – und hoffentlich merkte er das nicht an meinen Badeshorts. Ach, das war doch noch nicht wirklich … und ich prüfte es nach. Er lachte, als ich gleichzeitig mit ihm wieder nach oben sah.
„Was denn?“, fragte ich.
„Ich hätte das gerade nicht gemacht.“
„Hätte ich nicht sollen?“
Das Lächeln verschwand, aber er sah mich immer noch an. Aus der Nähe wirkten auch seine Oberarme muskulöser, als ich erwartet hätte. Ich wollte nicht mit ihm kämpfen, aber er würde womöglich gewinnen.
„Willst du vielleicht …?“, fragte er und blickte dorthin, wo es Eis und Getränke gab.
„Äh, ja.“
Mein Kribbeln hatte sich in ein zartes Prickeln gewandelt. Fast hätte ich meine Hand an seinen Rücken gelegt, als würde ich ihn schon länger kennen. Dort drüben, auf der kleinen Anhöhe, gab es ein paar Sitzplätze, die ich mit ihm nun allein hätte. Aber … er setzte seine Schritte in Richtung des Gebäudes mit den Duschen.
Neben großen Bäumen stand es am Rand des Geländes – und er öffnete die Tür zur Männer-Abteilung. Jemand kam gerade heraus und drinnen war sonst niemand mehr. Es gab vier Duschen mit dünnen Wänden dazwischen. Ein wenig natürliches Licht fiel in den nicht ganz geschlossenen Raum. Er stellte sich zu der Dusche ganz hinten, ohne seine Badehose auszuziehen.
Mein Herz schlug wieder schneller, als ich ihn dort sah und noch immer niemand sonst hier war. Manchmal zog ich meine Badeshorts unter solchen öffentlichen Duschen dann aus, wringte sie aus und ging nur mit einem umgeschlungenen Badetuch zur Garderobe. Wenn meine … Anspannung nicht nachließ, konnte ich sie damit auch jetzt vielleicht halbwegs verbergen. Wartete er darauf, dass ich zu ihm ging und …?
Ich behielt den Eingang im Auge und trat unter die Dusche neben ihm. Das Wasser war hier wärmer als bei denen draußen am Becken. Fast zuckte ich zusammen, als sich etwas wie ein leises Stöhnen zum Rauschen des Wassers mischte. Ich musste … nachsehen, was er machte.
Diese Hose trug er immer noch – und fast hätte ich seinen Rücken berührt. Er musste mich bemerkt haben und drehte sich um. Zuckte zusammen, obwohl ich nicht direkt vor ihm stand. Erneut warf er mir dieses Lächeln zu – und richtete den Blick mehr nach unten. Sollte ich vielleicht …? Das Prickeln erfasste mich wieder, als ich mit zwei Fingern über seine Schulter und etwas weiter hinunter streifte. Ich nahm auch die andere Hand und machte es auch auf der anderen Seite, weil sich sein Blick nicht veränderte.
Er drehte sich um, um das Wasser abzustellen. Ging hinaus und blieb beim Ausgang stehen. Als ich mich näherte und er die Tür ganz öffnete, fiel kein greller Lichtschein in den Raum. Das Licht hatte sich verändert – und die Geräusche waren beinahe verstummt. Ein Windstoß erfasste meine nasse Haut und ließ mich zittern. Ihn noch mehr.
Sein Blick war wieder wie zuvor – und lief ins Leere, weil niemand mehr hier war. Die Blätter der Bäume rauschten bei einem weiteren Windstoß, und Wolken waren aufgezogen. Vielleicht kam gerade ein Gewitter auf und alle waren zu den Garderoben und den Ausgängen geflüchtet. Aber er stand da – und zitterte. Umklammerte sich selbst.
„Da, nimm es“, sagte ich halblaut und wollte ihm mein Badetuch umhängen. Vielleicht tat er so, als würde er sich umsehen und mich nicht bemerken. Doch er ließ es sich umhängen – und klammerte sich mit den Händen daran fest.
„Fühlst du dann nicht die Kälte?“
„Nein, es geht schon. Aber gehen wir am besten zu den Garderoben.“
Diesmal ging ich voraus, zu dem größeren Gebäude in der Nähe des Ausgangs. Auch in dem langen Sportbecken war niemand mehr. Erste Regentropfen trafen die Wasseroberfläche. Ich dachte daran, dass jemand eher „Ist dir nicht kalt?“ und weniger „Fühlst du die Kälte?“ sagen würde. Ein Gedanke wollte aufkommen, noch zu schwach. Wie ein Name, der mir auf der Zunge lag und nicht einfiel.
„Möchtest du dann vielleicht noch …?“, begann ich, nachdem ich die kühlere Luft eingesaugt hatte.
„Ich bin Aurelius … gedenke zu sein.“
„Gut, dann bin ich … Mar… Marcellus.