Die große Brauerey zu Burgfahrenbach - Anonym - E-Book

Die große Brauerey zu Burgfahrenbach E-Book

Anonym

0,0
1,99 €

oder
-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

In "Die große Brauerey zu Burgfahrenbach" entführt der anonyme Autor die Leser in die faszinierende Welt der Bierbraukultur des 18. Jahrhunderts. Das Werk ist nicht nur eine detailreiche Chronik über die Entstehung und Entwicklung einer Brauerei, sondern bietet auch spannende Einblicke in die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse dieser Zeit. Der literarische Stil verbindet historische Fakten mit erzählerischen Elementen, wodurch ein lebendiges Bild des dörflichen Lebens und dessen untrennbarem Verhältnis zum Bier entsteht. Die geschickte Verwebung von Anekdoten und historischen Daten schafft einen einprägsamen Kontext, der den Leser auf eine Zeitreise mitnimmt und ihm die Bedeutung des Bieres als gesellschaftlichem Element näherbringt. Der Autor, dessen Identität im Dunkeln bleibt, könnte ein Braumeister oder ein Mitglied der dörflichen Gemeinschaft gewesen sein, das die Herausforderungen und Freuden des Brauhandwerks aus erster Hand kennt. Diese Anonymität verleiht dem Werk eine gewisse Mystik und lädt zu Spekulationen über die Intentionen und die kulturellen Hintergründe des Schreibens ein. Vielleicht handelt es sich um einen Versuch, die Tradition des Brauens zu bewahren und zukünftigen Generationen näherzubringen, was in einer sich schnell verändernden Welt von großer Bedeutung ist. Dieses Buch ist jedem empfohlen, der ein Interesse an Geschichte, der Braukultur oder ländlichem Leben hat. Es ist nicht nur eine informative Lektüre, sondern auch ein faszinierendes Stück Kulturgeschichte, das dazu anregt, über die eigene Beziehung zum Bier und dessen Stellenwert in unserer Gesellschaft nachzudenken. "Die große Brauerey zu Burgfahrenbach" fordert dazu auf, die Schönheit der Traditionen zu schätzen und die Wurzeln des Bieres neu zu entdecken. In dieser bereicherten Ausgabe haben wir mit großer Sorgfalt zusätzlichen Mehrwert für Ihr Leseerlebnis geschaffen: - Sorgfältig ausgewählte unvergessliche Zitate heben Momente literarischer Brillanz hervor.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2024

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Anonym

Die große Brauerey zu Burgfahrenbach

Bereicherte Ausgabe. Die Geheimnisse der historischen Bierherstellung in Burgfahrenbach
In dieser bereicherten Ausgabe haben wir mit großer Sorgfalt zusätzlichen Mehrwert für Ihr Leseerlebnis geschaffen
Einführung, Studien und Kommentare von Quentin Sharp
Bearbeitet und veröffentlicht von Good Press, 2024
EAN 8596547843238

Inhaltsverzeichnis

Die große Brauerey zu Burgfahrenbach
Unvergessliche Zitate

Die große Brauerey zu Burgfahrenbach

Hauptinhaltsverzeichnis
Cover
Titelblatt
Text

Die große Brauerey zu Burgfahrenbach in Absicht auf Lage, Structur, Mechanismus, Braumaterialien, Braumethode, Brauproducte, innere und äussere Vortheile und Verhältnisse; wie auch in Ansehung der damit verbundenen mineralischen Quelle, historisch beschrieben von einem fachkundigen Augenzeugen, im Herbstmond des Jahrs 1790

Inhaltsverzeichnis
[361]
|
I.
Die große Brauerey zu Burgfahrenbach in Absicht auf Lage, Structur, Mechanismus, Braumaterialien, Braumethode, Brauproducte, innere und äussere Vortheile und Verhältnisse; wie auch in Ansehung der damit verbundenen mineralischen Quelle, historisch beschrieben von einem fachkundigen Augenzeugen, im Herbstmond des Jahrs 1790.

Das Brauwesen gehört unstreitig zu denjenigen Gewerben, die den größten und allgemeinsten Nutzen haben, und die eben dieser Gemeinheit wegen,– der vielen und vielerley Organen wegen, die damit beschäfftiget sind, von fähigen Köpfen fast durchaus vernachlässigt, und zur niedrigen Stufe eines Handwerks herabgewürdigt worden sind.

Man hat das Bier als eine Alltagskost betrachtet, die von jeder ehrbaren Hausfrau
[362]
| zubereitet werden könne, und deren Verschiedenheit und innere Güte bloß von dem Wohlstand des Hauses abhange, worin sie zubereitet wird;– von der mehr oder minder großen Masse roher Materialien, die dazu verwendet werden. Ob aber die Fabrication, die Qualität und Mischung verschiedener Materialien,– ob selbst die besondere Eigenschaft des Wassers, das dazu gebraucht wird, auf die innere Güte desselben einige Wirkung habe,– dieses konnte denjenigen Personen nicht in den Sinn kommen, welchen bisher das Brauwesen fast überall anvertrauet war, und welche zur kunstmäßigen Sachkunde weder die nöthigen Vorkenntnisse, noch Muße, noch Willen hatten.
.
Man hat in neuern Zeiten die Frage aufgeworfen: ob das Brauwesen, wenn es den größtmöglichsten Nutzen gewähren soll, von einzelnen Personen, oder von Gesellschaften, oder von dem Staate mittelbar verwaltet werden müsse? Eine Frage, auf welche mit gleichem Scheine der Wahrheit, geradezu widersprechende Antworten gegeben werden können, und die überhaupt in Rücksicht einer anderen noch neuern Frage: ob die Braugerechtigkeit ein Regale sey?–
[363]
| auf die schlüpfrige Bahn der Meinungen und Hypothesen gebracht zu seyn scheint.–

Diejenige Brauerey wird in Absicht auf Bürger und Staat am besten verwaltet, ist für Staat und Bürger unstreitig die beste, welche durch die geringsten Mittel den wichtigsten Endzweck erreicht; das heißt: die– das beste Bier um den billigsten Preisliefert. Diesen Ruhm hat das Brauhaus, dessen innere und äussere Verfassung hier historisch erzählt werden soll, seit Jahrhunderten behauptet; und seine eigene Existenz, und das einhellige Zeugniß vieler tausend vernünftiger Menschen aus allen Ständen durch alle Generationen ist Bürge, daß es ihn mit allem Rechte behauptet.

Ob diese zweckmäßigen Mittel von einer begüterten Privatperson nicht wenigstens eben so gut, als von einer ganzen Einung angewendet werden können, dieses entscheide die Stimme des Publicums; so wie die Untersuchung: ob, und warum eben diese Mittel die zweckmäßigsten sind, und ein so gutes Resultat erzeugen müssen,– Sache des Naturkundigen ist.

[364]
|
***

Man stelle sich ein großes vestes Gebäude vor, dessen dicke Mauern, hohe Portale, mit Eisen starkverwebte Fenster und düsteres Ansehen überhaupt mehr die Werkstätte des blutigen Mars, als des holden Bacchus verräth;– dieses ist der Rumpf des Brauhauses.

Das Hauptgebäude ist im Anfange dieses Jahrhunderts, nach einen edeln, der Hauptabsicht völlig entsprechenden Plan, von einem fähigen Manne angeordnet und ausgeführt worden. Verschiedene Vorsprünge und Anhängsel geben dem Ganzen zwar ein antikes Ansehen, vermehren aber seine Vollkommenheit, und können in so fern schön genannt werden.

Das Ganze ist ungefähr hundert Schritt lang, dreyßig breit, zwey Stock hoch, und von Grund aus bis in die äussersten Gipfel von den schönsten Quadersteinen aufgeführt. Der unebene Boden, worauf dieses Gebäude stehet, ist dem Kellerwerk vortheilhaft, und gibt dem Hause auf der westlichen Seite das Ansehen von drey Stockwerken. Die gegen Süden gekehrte Fronte und Hauptthüre ist, besonders im Winter bey heiterm
[365]
| Himmel und strenger Kälte, den Arbeitern angenehm, und gewährt den Aus- und Eingehenden den vollen Anblick der erquickenden Sonne.
.
Das mit Erkern, Gaupen, Dürrschlünden und Schlöten über und über besäete Dach lauft in einem hohen spitzigen Winkel zusammen, und ist in drey übereinander hangende Böden abgetheilt. Der oberste ist zu Getraide, der mittelste zu Getraide und Malz bestimmt und eingerichtet[1q]. Im untersten Boden sind auf beyden Seiten, unter dem Abhange des Daches, die Dürrestuben angebracht, die durchaus geräumig und hell, mit kupfernen Fußböden und weiten Schlöten versehen sind. Sie werden alle unten im Brauhause vermittelst schicklich angebrachter Kamine geheitzt, und haben theils ihre eigenen schmalen Treppen, die bis in das unterste Stockwerk zum Kamine führen, und zur schleunigen Beobachtung des Feuers und des dürrenden Malzes nöthig sind. Der übrige weite Raum dieses Bodens ist in verschiedene Behälter und in die Welkeböden abgetheilt. In letztern wird das Getraide, wenn es von den Malzstuben kommt, einige Zeit ausgebreitet, bis die Körner welk und die Keime
[366]
| abgetödet sind; dann wird es auf die Dürre gebracht und in Malz verwandelt.

Diese drey Böden, und zum Theil auch der untere Raum des Brauhauses, stehen vermittelst wohlangebrachter Rinnen und Winden mit einander in gemächlicher Communication, so daß Getraide, Malz etc. fast ohne alle unmittelbare Einwirkung menschlicher Kräfte, und in wenig Minuten, auf- und abgeführt werden können.

Wir steigen von dem hohen thurmartigen Dache in den weiten Bauch des Gebäudes hinab[2q]. Dieser stellt ein langes Viereck vor, das den größten Theil des Hauses einnimmt, zwey Stock hoch und ziemlich gut beleuchtet ist. Zwey Reihen erhabener Felsenpfeiler, so wie man sie nur in Kirchen siehet, durchschneiden der Länge nach diesen weiten Raum; ragen bis unter das Dach hervor; schlingen dort ihre Riesenarme kreuzweise in einander; tragen das wichtige Getraide- und Malz-Magazin auf ihrem Haupte, und nehmen noch Wasserleitungen und verschiedene andere Geräthschaften in ihrem Schooße auf.

Schon der Eintritt in dieses mit tausend Werkzeugen angefüllte Gemach verräth
[367]
| den Geist der Ordnung, der hier alles beseelt, und Seegen und Gedeihen schafft. Eine Reinlichkeit, die sich überall auszeichnet, das dämmernde Licht, das von starkvergitterten Fenstern herabstralt, ein leises Regen, das auf allen Seiten sich ankündigt, und eine fürchterliche Todenstille, die gählings mit laut donnerndem Getöse abwechselt–, versetzt den neugierigen Fremdling beym ersten Anblick in eine Art von schauderhafter Verwunderung, welche in diejenige angenehme Empfindung, die nur deutliche Erkenntniß der Ursachen und Folgen gewährt, sich allmählich auflöst.