Die keusche Theresa - Max Nortic - E-Book

Die keusche Theresa E-Book

Max Nortic

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Beschreibung

Theresa, kühl und unnahbar für die Männerwelt – Heiß und leidenschaftlich in den Armen ihrer Freundin Carol – wird zum Mittelpunkt einer spannenden Story um Geld und Sex.-

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Max Nortic

Die keusche Theresa

Roman

Die keusche Theresa

Copyright © 2017 Zettner Verlag und Max Nortic

All rights reserved

ISBN: 9788711717875

1. Ebook-Auflage, 2017

Format: EPUB 3.0

Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren für andere als persönliche Nutzung ist nur nach Absprache mit Zettner Verlag und Autors nicht gestattet.

1

Sangers Blick wanderte durch den Spielsaal unter ihm und huschte mit dem gleichen kalten Ausdruck von den Austeilerinnen zu den Gästen. Seine Augen hätten das Objektiv einer Kamera sein können, so präzise erfaßten sie die vielen Einzelheiten. Nur wenn sein Blick auf die wohlgerundeten Kurven einer einundzwanzigjährigen Austeilerin fiel, die nur fünf Meter von ihm entfernt war, flackerte in seinen Augen so etwas wie flüchtiges Interesse auf.

Sie hatte glänzendes, braunes Haar, eine schmale Taille und die schönsten Hinterbacken und Beine, die er je gesehen zu haben glaubte. Ihr Name lautete Theresa, und sie arbeitete noch nicht ganz eine Woche im Silver Chance. Aber sie war bereits seine schnellste und geschickteste Austeilerin.

Aber sie war auch scharf, empfindlich und — soweit er bisher hatte feststellen können — frigide wie ein Eisblock.

Der Kasino-Manager rutschte auf seinem Drehstuhl herum, der wie eine Art Thron wirkte; gut zwei Meter über dem Boden und nur über eine Treppe zu erreichen.

Nach einem letzten hungrigen Blick auf die üppige Brünette sah sich Sanger weiter im Spielsaal um. Rund um den ovalen Raum standen in langer Kette Roulette-, Würfel-und Siebzehnundvier-Tische.

Von seinem zentralen Beobachtungsposten über dem Hauptspielsaal des Kasinos konnte Sanger Austeilerinnen und Gäste gleichermaßen gut im Auge behalten. Während dieser jahrelangen Beschäftigung hatte er es gelernt, stets ein gelangweiltes Gesicht zur Schau zu stellen, während er in Wirklichkeit hellwach war und ständig nach dem geringsten Anzeichen von Ärger Ausschau hielt.

Heute nacht herrschte besonders lebhafter Betrieb.

Gelegentlich entdeckte ihn ein Gast hoch oben auf seinem Beobachtungsstand und blickte überrascht drein. Alle Spieltische waren grell beleuchtet, doch das Zentrum des großen Spielsaales lag beinahe im Dunkel.

Die vielen Leute an den Tischen plauderten, lachten und scherzten miteinander. Jeder von ihnen versuchte natürlich, die besten Einsätze zu machen. Der von ihnen verursachte Lärm wäre normalerweise ohrenbetäubend gewesen, wirkte aber im Vergleich zu dem Krach, den Spielautomaten, Musikboxen und die Stimmen der Austeilerinnen verursachten, beinahe nur wie Flüstern.

Sanger lehnte sich gespannt etwas vor, als er sah, wie eine vollbusige Frau im gelben Kleid drüben an der Bar neben dem Spielsaal einen Arm um einen Mann legte. Der Manager kniff die Augen zusammen, langte nach dem Hörer des Telefonapparates, der neben ihm stand, und wählte eine Nummer.

Der Barkeeper hinter der Bar hob den Hörer seines Telefons ab. „Ja, Sir?“

„Geben Sie mir sofort einen der Sicherheitsleute an den Apparat!“

„Jawohl, Sir, sofort, Sir.“

Der Barkeeper verließ seinen Posten hinter der Bar, suchte rasch einen der vielen herumschlendernden Sicherheitsbeamten und kam mit ihm hinter die Bar zurück. Der Mann nahm den Telefonhörer auf.

„Ja, Mr. Sanger?“

„Sehen Sie das Weibsbild da in dem gelben Kleid? Etwa in der Mitte des Tresens! Schaffen Sie das verdammte Frauenzimmer sofort hinaus, verstanden? Aber unauffällig! Sie ist eine Prostituierte.“

„Wird sofort erledigt, Mr. Sanger.“

Sanger legte den Hörer wieder auf und beobachtete, wie der Sicherheitsbeamte an die Frau im gelben Kleid herantrat und etwas zu ihr sagte.

Sie drehte sich nach ihm um, machte ein wütendes Gesicht und bewegte die Lippen.

Plötzlich tauchte ein weiterer Sicherheitsbeamter an ihrer anderen Seite auf.

Die beiden Männer hoben die Frau ohne viel Federlesens vom Barhocker und bugsierten sie unauffällig, aber sehr energisch zum Ausgang.

Sanger zündete sich eine Zigarette an und ließ seinen Blick wieder herumwandern. An sich hatte er nichts dagegen, wenn Nutten im Kasino arbeiteten. Es war ohnehin so gut wie unmöglich, sie fernzuhalten. Aber Sanger achtete peinlich auf Qualität. Schöne Huren … im Preis von hundert Dollar aufwärts … waren hier immer willkommen. Die anderen aber sollten gefälligst in den billigen Etablissements in Downtown-Reno arbeiten.

Nachdem sein Blick einmal rund um den ganzen Spielsaal herumgewandert war, blieb er wieder auf Theresa haften.

Sanger preßte die Lippen zusammen, als er sah, wie das Mädchen lächelte und etwas zu einem anderen jungen Mädchen am Tisch sagte. Letzteres konnte mit beachtlichen Brüsten auf warten.

Theresas Verhalten war ein glatter Verstoß gegen die Vorschriften. Höflichkeit, ja … aber keine Unterhaltung! Sanger begriff aber auch, daß er die üppige Brünette eben zum ersten Mal lächeln gesehen hatte.

Als Theresa sich weiter mit dem Mädchen unterhielt, während sie geschickt die Karten austeilte, griff Sanger erneut nach dem Telefonhörer und wählte die Nummer zwei. Beinahe sofort kam der Spielsaal-Boß — praktisch Sangers Stellvertreter — an den Apparat.

„Ja, Sir?“

„Lösen Sie sofort Theresa ab“, sagte Sanger schroff. „Und geben Sie mir das Mädchen an den Apparat!“

„Sofort, Sir.“

Der Manager beobachtete, wie der Spielsaal-Boß hinter Theresa trat und ihr etwas ins Ohr flüsterte.

Theresa teilte mit flinken Fingern weiter die Karten aus, dann stand sie auf und überließ dem Mann ihren Platz. Sie ging zum Telefon und hob den Hörer auf.

„Ja, Mr. Sanger?“ Ihre Stimme klang kalt und knapp. Sanger ließ den Blick über die üppigen Brüste bis hinab zu den langen, schlanken Beinen wandern.

„Sie kennen die Vorschriften, Theresa!“ sagte er. „Keinerlei überflüssige Unterhaltung, verstanden? Was haben Sie denn für ’n Problem, Honey?“

„Ich habe überhaupt kein Problem“, antwortete sie eiskalt.

Sanger sah, wie sich der Gesichtsausdruck des Mädchens verhärtet hatte, als er den Ausdruck Honey gebraucht hatte.

„Das Mädchen ist meine Zimmergenossin“, erklärte Theresa schroff. „Sie wollte mir nur etwas sagen und wird gleich wieder gehen.“

„Das braucht sie nicht, aber machen Sie keine Konferenz daraus!“

Sanger machte eine Pause, weil er spürte, wie sich in seiner Lendengegend etwas scharf zu rühren begann.

Dieses Mädchen hat eine Haut wie Samt, dachte er. Und ihre Brüste sprengen beinahe die enge Bluse!

„Wie wär’s mit einem Drink nach Feierabend, Theresa?“ fragte der Manager.

„Geht leider nicht“, antwortete sie ziemlich scharf. „Ich habe etwas anderes vor.“

„Na, dann vielleicht ein andermal?“

„Vielleicht.“

Sanger legte den Hörer auf. Er starrte aus funkelnden Augen auf diese prallen Arschbacken, als das Mädchen nun an den Tisch zurückkehrte.

Theresa wechselte kurz ein paar Worte mit dem anderen Mädchen, das daraufhin seine Chips zusammenraffte, aufstand und ging.

Sanger konnte feststellen, daß dieses Mädchen plumpe Brüste und einen sehr strammen Arsch hatte.

Der Manager gönnte sich noch eine Minute lang erotische Fantasien und verschlang dabei mit seinen Blicken Theresas schlanken, geschmeidigen Körper. Dann konzentrierte er sich wieder auf die Beobachtung des Spielsaales. Sanger hatte inzwischen eine komplette Erektion bekommen. Sein harter Schaft zuckte ungeduldig.

Der Manager debattierte mit sich selbst, ob er heute schon vor Mitternacht Schluß machen sollte. Jetzt war es erst knapp neun Uhr. Er könnte vielleicht eine der ehrgeizigen Cocktail-Kellnerinnen vernaschen. Oder eins der Mädchen, die als Geldwechslerinnen beschäftigt wurden. Oder sollte er einfach nach Hause zu seiner Frau gehen?

Der Gedanke an Dominique, seine atemberaubende französische Ehefrau, beflügelte seine Ungeduld nur noch mehr. Er hatte sie vor weniger als einem Jahr kennengelernt, als sie bei einer Revue hier im Kasino als Star aufgetreten war. Sie war erst zweiundzwanzig, während Sanger bereits vierzig war. Ihr sinnliches Gesicht und ihr reifer Körper hatten Sanger während der ersten sechs Monate ihrer Ehe bis zur Erschöpfung angespornt und strapaziert. Es fiel ihm noch immer schwer, seine Erregung zu beherrschen, wenn er sich seine junge Frau splitternackt vorstellte … die stolzen, seidenweichen Brüste mit den dunklen Warzen … die weichen Schenkel eifrig gespreizt.

Rasch wählte er die Telefonnummer seiner Wohnung. Er wartete, bis es ein Dutzendmal geläutet hatte, und als sich dann noch immer niemand meldete, legte er den Hörer verärgert wieder auf.

Wahrscheinlich spielte Dominique wieder Bridge. Sie spielte in letzter Zeit überhaupt höllisch viel Bridge … und immer nachts! Das kam Sanger jetzt zum ersten Mal so richtig zum Bewußtsein. Und seit einiger Zeit war auch ihre Leidenschaft merklich abgekühlt, überlegte er weiter. Ihre früher so temperamentvolle Reaktion hatte lässiger Gleichgültigkeit Platz gemacht.

Sanger knirschte mit den Zähnen, während Zweifel und Argwohn immer stärker wurden. Bevor sich sein Verdacht jedoch zu brodelnder Gewißheit verdichten konnte, leuchtete das rote Licht an seinem Telefonapparat auf.

Er riß den Hörer von der Gabel, preßte ihn ans Ohr und fragte ungehalten: „Ja …?“

„Joe … oben, Mr. Sanger!“

Sanger blickte zur Spiegeldecke empor. Diese Spiegel dienten auch Beobachtungszwecken. Auf den Emporen rund um den Spielsaal patroullierten ständig zwei Sicherheitsbeamte und beobachteten mit Argusaugen, was sich unten abspielte; sie beobachteten die Austeilerinnen, die Gäste, den Schalter des Kassierers und sogar die Barkeeper. Wegen der Gäste machte sich Sanger die wenigsten Sorgen. Wenn hier gestohlen wurde, dann meistens nur vom Personal. Die Austeilerinnen zum Beispiel könnten sich jeden Tag tausend Dollar und mehr in die eigenen Taschen schmuggeln. Dafür gab es eine ganze Anzahl günstiger Möglichkeiten.

„Was gibt’s denn, Joe?“ fragte Sanger.

„Diese rothaarige Austeilerin an Tisch vierzehn, Mr. Sanger … sie arbeitet mit einem Agenten zusammen … mit dem Gast auf ihrer rechten Seite … der Mann mit der blauen Krawatte.“

Sanger lehnte sich nach vorn.

„Sind Sie ganz sicher?“

„Ich verwette meinen Job darauf! Ich habe sie schon seit dreißig Minuten scharf beobachtet. Sie zahlt ihm doppelte Gewinne aus und läßt seine Einsätze stehen, wenn er verloren hat.“

„Okay, Joe. Gute Arbeit. Danke.“

Sanger legte den Hörer langsam wieder auf. Eiskalte Wut stieg in ihm auf und brachte sein Blut zum Kochen. Gespannt beobachtete nun auch er die verdächtige Austeilerin an Tisch vierzehn.

Sie war eine kleine, rothaarige Person mit kleinen, spitzen Brüsten und schlanken Beinen. Sie teilte für Siebzehnundvier die Karten mit einer Anmut aus, wie es nur Frauen können. Aber jetzt war sie als Diebin entlarvt. Ihr Agent — ein Partner, mit dem sie nach Feierabend die Beute teilte — war wahrscheinlich gleichzeitig ihr Boyfriend.

Diese blöde kleine Nutte! dachte Sanger. Er zündete sich eine frische Zigarette an und dachte kalt an das weitere Schicksal der Rothaarigen. Die mildeste Strafe würde darin bestehen, sie einfach zu feuern und auf die schwarze Liste zu setzen. Dann würde sie nie wieder in irgendeinem Kasino arbeiten können.

Aber es gab noch andere, wesentlich härtere Strafen. Nur die Polizei würde man nicht hinzuziehen; das Kasino teilte seine eigenen grausamen Strafen aus.

Sanger machte einen tiefen Zug aus seiner Zigarette, während er von seinem Thron aus den Tisch vierzehn beobachtete und über das weitere Schicksal der rothaarigen Austeilerin entschied.

Als sein Blick auf ihren runden Hintern und auf diese langen, glatten Beine fiel, kam ihm zum Bewußtsein, daß sie eigentlich verdammt sexy war. Sexy auf eine kesse, dreiste Art. Gar nicht zu vergleichen mit Theresa oder gar seiner Ehefrau Dominique, aber doch ein ganz hübsches und ziemlich wild aussehendes Frauenzimmer.

Natürlich würde sie entsetzt sein, wenn er ihr nachher in seinem Büro die beweiskräftige Aussage des Sicherheitsbeamten Vorhalten würde. Immerhin arbeitete sie schon lange genug hier, um die harten, brutalen Strafen zu kennen, die vom Kasino verhängt wurden.

Um eine dieser grausamen Strafen zu vermeiden, würde sie bestimmt bereit sein, alles zu tun … einfach alles.

Die kalte Wut in Sangers Blut machte allmählich kalter Leidenschaft Platz. Die Aussicht auf puren animalischen Sex ohne die Notwendigkeit, altmodischen Charme einzusetzen oder das Temperament der Partnerin langsam und lange anzuheizen, gefiel ihm sehr. Und sie würde auf diese Chance nur so fliegen … wie eine Wildkatze aus Angst um ihr Leben, dachte Sanger.

Und wenn er mit ihr fertig war, gab es immer noch die Sicherheitsbeamten.

Die Erektion, die Sanger schon früher bekommen hatte, machte sich immer stärker bemerkbar.

Sanger griff nach dem Telefonhörer, bestellte die Rothaarige in sein Büro und stieg dann von seinem Thron auf den Boden hinab. Hier blieb er stehen, um noch einen Blick über seinen Herrschaftsbereich zu werfen, bevor er ging, um sich mit der kessen Austeilerin zu befassen.

Die Gesichter der Spieler waren im grellen Licht in allen Einzelheiten zu erkennen. Sie wirkten hart und gierig. Das kam in den verzerrten Gesichtern der Frauen noch deutlicher zum Ausdruck.

Diese Dummköpfe! dachte Sanger. Hatten sie es denn noch immer nicht begriffen? Gewinner war und blieb letzten Endes stets das Kasino.

Und diese Rothaarige …! Niemand konnte auf die Dauer das Haus betrügen und ausplündern!

Sanger war viel zu arrogant, um auch nur daran zu denken, daß es für alles ein erstes Mal gab.

2

Niemand konnte die Veränderung in Mary Anne Hawkins’ Aussehen und Benehmen in dieser Woche übersehen. Das war einfach unmöglich. Ihr Haar, das sonst von stumpfem Blond war, schimmerte nun in ganz neuem Glanz. Ihre Augen hinter den dicken Brillengläsern leuchteten. Sogar ihr Körper, sonst nur von unansehnlichen, sackähnlichen Kleidern verhüllt, schien eine üppige Sinnlichkeit auszustrahlen, die alle Arbeitskollegen veranlaßte, sich nach ihr umzudrehen.

Mary Anne legte bei ihrer Arbeit am Schreibtisch jetzt öfters eine Pause ein, um verträumt ins Leere zu starren.

„Nimmt wohl jetzt Rauschgift“, meinte eine Stenotypistin zur anderen. „Hasch, möchte ich wetten. So wirkt das Zeug zuerst immer. Aber schließlich wird man verrückt … wie damals Amy Merill. Erinnerst du dich noch? Amy hat sich damals splitternackt ausgezogen, ist durch Downtown gerannt und hat geschrien, die Venus von Milo zu sein!“

„Hmhm …“, machte die andere Stenotypistin und grinste verschmitzt vor sich hin. „Soll ich dir sagen, warum Mary Anne jetzt immer so aussieht? Weil sie regelmäßig bedient wird! Jede Nacht, würde ich sagen.“

„Ach? Und wer sollte sie bumsen?“ fragte die andere verärgert. Neid verzerrte ihr Gesicht. Sie hatte schon vier Monate lang keine Verabredung mehr gehabt. „Sie ist doch ein Nichts!“

„Vielleicht“, gab das andere Mädchen zu. „Aber ich habe sie gestern abend mit einem Mann zusammen gesehen. Und er sah fabelhaft aus! Ich will verdammt sein, wenn ich daraus schlau werde!“

Falls Mary Anne überhaupt merken sollte, welch heißes Interesse an ihrer Person sie erzeugte, so rauschte sie ungerührt dahin wie ein Schwan durchs Wasser. Ihr Dienst als Hauptbuchhalterin für die K. C. Supply Company von Kansas City nahm sie derartig in Anspruch, daß sie nur selten Zeit hatte für eine Kaffeepause. Doch in letzter Zeit saß sie oft untätig an ihrem Arbeitsplatz, starrte mit geöffnetem Mund ins Leere und vermochte immer noch nicht so recht an ihr unwahrscheinliches Glück zu glauben.

Mary Anne, bereits neunundzwanzig Jahre alt, hatte den ersten Geliebten ihres Lebens! Zum ersten Mal hatte auch sie einen Geliebten!

Oh, keinen gewöhnlichen Liebhaber! Sondern einen stattlichen, faszinierenden Mann! Einen Mann, der Nacht auf Nacht mit ihr Liebe machte … und zwar auf vielerlei Arten, die sie nicht einmal im Traum für möglich gehalten hätte!

Sie hatte ihn in der vorigen Woche während einer Mittagspause kennengelernt. Es war einer dieser erstaunlichen Zufälle gewesen. Er hatte Kaffee auf ihren Rock verschüttet, und bevor sie noch recht begriffen hatte, was überhaupt passiert war, hatte er schon darauf bestanden, sie an diesem Abend zum Essen einzuladen.

Und dann …

Mary Anne seufzte und lauschte auf eine innere Stimme. Er hatte behauptet, mit ihr etwas ungemein Wichtiges besprechen zu müssen … heute abend. Die wilde Hoffnung, die in ihr aufflammte, machte es ihr unmöglich, sich jetzt auf die Arbeit zu konzentrieren.

Was konnte er nur so Besonderes an ihr finden oder in ihr sehen?

Mary Anne hatte sich bisher stets für unansehnlich und langweilig gehalten, und sie war überzeugt gewesen, eines Tages als alte Jungfer sterben zu müssen … als Jungfrau, um genau zu sein.

Wirklich, es war alles wie ein Traum … wie eine aufbrausende, atemlose Fantasie!

Was konnte er nur an ihr finden?

Sie war doch lediglich eine Buchhalterin. Natürlich Hauptbuchhalterin. Um Geld konnte es ihm also kaum gehen. Seit sieben Jahren hatte sie nun diesen Job, und jetzt verdiente sie immer noch weniger als sechshundert Dollar im Monat. Gewiß, K. C. Supply Company war eine der größten und bedeutendsten Firmen, die Ausrüstungsgegenstände für Spielkasinos lieferte … Karten und Würfel und Roulettes für fast alle Etablissements in Las Vegas und Reno. Aber Mary Anne war einfach zu schüchtern und zaghaft, um sich nach einem besseren Job umzusehen oder auch nur um eine kleine Gehaltsaufbesserung zu bitten.

Sie schalt sich selbst, weil sie so negative Gedanken über sich hegte. Wohl zum dutzendsten Male versuchte sie, sich energisch auf eine Warenrechnung zu konzentrieren, die vor ihr auf dem Schreibtisch lag.

Hatte sie denn irgendeinen Grund, sich zu beklagen? Schließlich war sie vor einer Woche noch Jungfrau gewesen … eine klägliche, elende Jungfrau!

Dagegen jetzt … heute abend … oh, da würde sie wieder leidenschaftlich geliebt werden!

Erwartungsvolle Erregung ließ ihre Finger zittern.

„Wie spät?“ fragte Eddie.

„Vier Uhr dreißig“, antwortete die Frau neben ihm.

Beide lagen splitternackt auf der Bettdecke im Motelzimmer.

Sein kräftiger, muskelbepackter Körper bildete das perfekte Gegenstück zu ihren runden, üppigen Formen.

Ihr Gesicht war hübsch, wenn auch auf ein wenig derbe Art. Ihr Körper dagegen war von beinahe klassischem Ebenmaß, von geradezu atemberaubender Schönheit; mit weichen Brüsten und langen, schlanken Beinen.

„Sag bloß nicht, daß du jetzt schon wieder gehen mußt!“rief sie gereizt.

„Geschäft ist Geschäft, meine Liebe.“

Eddies Gesicht verzog sich zu einem Grinsen.

„Und heute nacht werden eine Menge Leute zu ihrem Geschäft kommen“, fügte er hinzu.

Sie stemmte sich auf einen Ellbogen und starrte aus harten, grünen Augen auf ihn hinab.

„Muß dir das denn so viel Spaß machen? Und warum muß ich hier in diesem lausigen Kaff in diesem schäbigen Bums hocken, he? Wie eine Nonne? Und du! Du kannst dir jeden Spaß leisten! Ich sitze hier herum und langweile mich zu Tode, während du diese … dieses Weibsbild bumst?“

„Ist alles nur streng geschäftlich“, sagte Eddie und stand auf. Er reckte sich, ließ seine Muskeln spielen und bot das Bild eines wahren Adonis.

Der Blick der Frau haftete wie gebannt auf seinem Penis. „Komm zurück aufs Bett!“ drängte sie. „Nur für zehn Minuten! Bitte, Eddie!“

„Nix da! Muß sparen für Blondie. Heute ist doch die Nacht der Nächte, oder hast du das schon wieder vergessen? Sie zappelt jetzt so richtig in meinem Netz. Ich brauche es nur noch zuzubinden. Noch ein einziges Mal … und sie wird alles tun, was ich von ihr verlange!“

Die Frau biß sich auf die Unterlippe.

„Wie ist sie denn so?“ fragte sie. „Ich meine … beim Sex?“

„Wenn du’s unbedingt wissen willst … verdammt gut! Sieht zwar nicht gerade nach viel aus, aber das ist nur die Kruste auf dem Kuchen! Komisch, wie wild sie werden kann, wenn sie richtig auf Touren gebracht wird! Also, ich muß schon sagen … diese stillen Typen haben etwas so … so Animalisches an sich!“

„Hör auf!“ zischte die Frau. „Ich bin deine Ehefrau, vergiß das nicht!“

Sein Gesicht nahm einen harten Ausdruck an.

„Oh, das vergesse ich schon nicht“, sagte er. „Aber diese Buchhalterin war wenigstens noch Jungfrau, als ich sie bekam! Und erinnerst du dich noch daran, was du warst, als ich dich kennenlernte? Für fünfzig Piepen warst du für jeden zu haben!“

Das Gesicht der Frau lief dunkelrot an. Sie sprang rasch vom Bett und preßte ihren weichen, üppigen Körper an seinen Leib. Sie rieb ihren dichtbehaarten Schamhügel aufreizend an seinem Penis.

„Und ich bin immer noch die Beste, die du je hattest, Eddie! Das hast du selbst mir doch mehr als hundertmal gesagt. Das bin ich doch, nicht wahr, Eddie?“

Sein Glied versteifte sich unter der heißen, seidenweichen Berührung.

„Yeah, du bist die Beste“, sagte er mit heiserer Stimme. Doch dann trat er rasch von ihr zurück und grinste. „Aber Blondie ist hunderttausend wert! Und was du hast, kann ich in jedem …“

„Bastard!“ kreischte sie und wollte mit gekrümmten Fingern auf ihn losgehen, um ihm mit den Nägeln das Gesicht zu zerkratzen.

Lachend und mit Leichtigkeit wich er ihr aus, und ein paar Sekunden später stand er im Badezimmer unter der Dusche und sang laut vor sich hin.

„Eins muß ich dir sagen, Mary Anne“, seufzte Eddie und leckte sich das Fett des gebratenen Hähnchens von den Fingern. „Hätte meine Mutter so kochen können wie du, dann wäre mein Vater niemals mit dieser Stripperin aus Chikago durchgebrannt!“

Mary Anne errötete.

„Es ist nur ein ganz altmodisches Rezept, Eddie“, sagte sie. „Von meiner Großmutter.“

Er blickte auf die Uhr.

Sechs Uhr dreißig.

Die Küche und Mary Annes Kansas City-Apartment erinnerte beinahe an ein Farmhaus im mittleren Westen. Eddie zündete sich eine Zigarette an und ging ins Wohnzimmer. Hier ließ er sich aufs Sofa fallen und seufzte zufrieden auf.

Für eine so ländliche Mahlzeit gab es eigentlich nur einen einzigen passenden Nachtisch.

Eddie beobachtete den weichen, etwas plumpen Körper des Mädchens, als es nun den Kaffee vor ihm auf den Tisch stellte.

Seine Erektion machte sich bereits bemerkbar.

Unter dem unmodernen, uneleganten rosa Kleid hatte diese Blonde einen üppigen Körper mit schweren Brüsten und prallen Schenkeln … und mit einer engen Vagina, die vor Leidenschaft wild zucken konnte. Allein diese Vorstellung genügte vollkommen, um Eddies Erektion zu verstärken.

Eddie war auf einer kleinen Farm in Missouri aufgewachsen.

Diese kleine, scheue Blondine weckte allerhand Erinnerungen bei ihm und rief sie ihm ungemein lebhaft ins Gedächtnis zurück … den Duft von Roggen und Weizen in der Abenddämmerung … das Gefühl reifer Landmädchen unter ihm … stöhnend auf den Feldern in heißen Sommernächten.

Mary Anne setzte sich neben ihn und sagte schließlich nervös: „Du wolltest doch etwas sehr Wichtiges mit mir besprechen, Eddie.“

Er legte eine Hand auf ihren Oberschenkel. Heute nacht würde es das letzte Mal sein, aber er würde ihr etwas geben, woran sie sich während der kommenden langweiligen Jahre mehr als genug würde erinnern können.

„Später, Honey, später.“

Seine Hand glitt über ihren Schenkel nach oben bis zu ihrem heißen Bauch.

Mary Anne küßte ihn leidenschaftlich und voller Glut. „Bring mich ins Bett“, bat sie ihn.

Sie gingen zusammen ins kühle Schlafzimmer.

Eddie zog das Mädchen aus, und seine Hände streichelten dabei ihre anschwellenden Brüste.

Mary Anne stöhnte und fummelte an seiner Hose herum.

Eifrig langte sie nach seinem steifen Schwanz und rieb ihn zwischen beiden Handflächen. Dann setzte sie sich zitternd auf die Bettkante und zerrte seine Hose nach unten.

Wie gebannt starrte sie auf seinen enormen Phallus.

Im Schlafzimmer herrschte eine traumhafte Atmosphäre, als Mary Anne sich nun rücklings auf dem Bett ausstreckte und im Halbdunkel wie im Fieber zusammenschauerte, als sie seinen pulsierenden Penis an ihrem Oberschenkel spürte.

Das Gefühl eines harten, muskulösen Männerkörpers an ihrem eigenen Körper ließ sofort drängende Leidenschaft in ihr aufflammen.

Vor weniger als einer Woche war die Blonde erst mit Geschick und Zärtlichkeit für die Liebe geweckt worden. Jetzt gab ihr scheues, reserviertes Naturell animalischer Lust nach.

Sie schluchzte, biß ihn in die Lippen und verkrampfte die feuchten Schenkel eifrig unter ihm. Sie stöhnte protestierend, als er seinen Mund von ihren Lippen losriß, doch dann seufzte sie wohlig auf, als sie seine Lippen auf einer Brust spürte.

Eddie saugte an der rosigen Warze.

Das jagte heftige Schauer wilden Entzückens über ihren Rücken.

Dann wanderten seine Lippen noch weiter nach unten über ihren weichen Bauch hinweg.

Mary Anne hielt unwillkürlich den Atem an und wartete voller Spannung.

Sie wußte, was er nun gleich tun würde, obwohl es bisher noch nie irgendein Mann mit ihr getan hatte.

Mary Anne, die sehr streng erzogen worden war, empfand nun doch beinahe so etwas wie Schock, doch dieser Schock trug nur dazu bei, ihr Lustgefühl zu steigern.

Ihre Mutter hatte immer wieder grimmig betont, daß nur ein Akt zwischen Mann und Frau erlaubt sei, und diesen Akt sollte mit bußfertiger Stille vollzogen werden.

Die Schenkel des Mädchens begannen immer wilder zu zucken, als der Mann nun die Innenseiten küßte. Wieder und immer wieder preßte er seine Lippen abwechselnd auf den einen und dann auf den anderen Oberschenkel des Mädchens.

Mary Anne krümmte den Rücken durch und kam sich dabei wunderbar schuldbewußt vor, weil sie etwas tun durfte, das von der strengen Mutter so strikt verboten worden war. Sie empfand beinahe schmerzhafte Neugier auf die kommenden Geschehnisse.

Der brennende Schauer, der plötzlich ihre Vagina durchzuckte, entlockte ihr einen leisen Aufschrei … teils vor Überraschung, teils vor Freude.

Mary Anne vergrub ihre Fingernägel in den Rücken des Mannes.

Ihre heiße Spalte zitterte und zuckte unter der Berührung seiner Zunge, deren Spitze gierig leckte und kitzelte und immer tiefer vordrang.

Eine Minute später preßte er seinen Mund mit sanftem Druck auf ihre Klitoris und ließ seine Zunge auf dem geschwollenen Fleisch vibrieren, bis das Mädchen den Kopf hin und her warf und dabei laut seinen Namen hinausschrie. Sie preßte seinen Kopf fieberhaft zwischen ihre heißen Schenkel und konnte einfach von diesem neuen, so wundervollen Gefühl nicht genug bekommen, das seine Zunge mit raffiniertem Spiel dort unten bei ihr auslöste. Ihr gesamtes Sein wurde davon erschüttert.

Eddie genoß dieses aufreizende Treiben zwischen ihren vor Wollust bebenden Schenkeln. Er hatte es keineswegs eilig, sondern ging langsam und mit Vorbedacht zu Werke. Er küßte das zarte Fleisch und war einigermaßen von der Saftfülle überrascht. Ihre Vagina war feucht und süß. Das Gefühl ihrer strammen Arschbacken, die vor Ekstase in seinen Händen zuckten, stachelte auch seine Wollust an.

Eigentlich jammerschade, dachte er, daß dies das letzte Mal sein würde … das letzte Mal für sie. Ihre wilden Lustschreie, das Zucken ihrer saftigen Vagina, ihre hemmungslose Hingabe voller Leidenschaft … das alles verhalf ihm zu der Illusion, noch einmal sechzehn Jahre alt zu sein und ein Mädchen auf plumpe und unbeholfene Art zum ersten Mal in dieser Weise zu erforschen.

Und dann begannen ihre Hüften plötzlich konvulsivisch zu zucken.

Eddie intensivierte seine Bemühungen, um ihren Orgasmus noch stärker anzuheizen. Seine Zunge huschte in ihrer Vagina herum und stieß immer tiefer vor, bis Mary Anne schließlich verzweifelt an seinen Schultern zerrte.

„Jetzt! Jetzt!“ bettelte sie. „Bitte, Darling … jetzt, jetzt … alles … alles von dir … bitte, bitte!“

Rasch bestieg er sie.

Mary Anne ließ ein tiefes Stöhnen hören, als Eddie seinen harten Schaft tief in ihren feuchten Schlitz rammte. Sein geschwollenes Organ stieß kräftig zu und löste bei Mary Anne Schmerz und Ekstase gleichzeitig aus.

Ein elektrisierender Höhepunkt barst in ihren Lenden, als er rasch und tief zustieß.

Mary Anne stöhnte wild vor Wollust. Sie schrie wieder und immer wieder laut auf, während sie ihre Finger in seinen Arschbacken verkrallte und sich bei jedem seiner Stöße ungestüm seinem Leib entgegenreckte, bis sie endlich spürte, wie sein Samen gegen ihre zuckenden Scheidenwände platschte.

Eddie wartete, bis das Mädchen sich wieder einigermaßen beruhigt hatte.

Allmählich verklangen Mary Annes Lustschreie, und ihre hungrige Vagina lockerte den verkrampften Griff um seine Lanze.

„Ich möchte, daß du etwas für mich tust“, sagte er zu ihr. „Wir haben nicht viel Zeit.“

„Alles!“ flüsterte sie und umarmte ihn. „Alles in der Welt, Eddie!“

Da sagte er ihr alles. Als er fünf Minuten später damit fertig war, starrte sie schockiert zu ihm empor.

„Aber … aber warum, Eddie? Das ist … das ist doch … illegal!“

„Teufel, ja! Natürlich ist’s illegal!“ sagte er, lachte leise und zündete sich eine Zigarette an. Mit einer Hand streichelte er zärtlich ihren nackten Oberschenkel. „Und der Grund sollte wohl klar genug sein, oder? Du wirst auch keinerlei Ärger bekommen, Baby. Niemand wird je etwas herausbekommen oder davon erfahren.“

„Aber … aber das kann ich doch nicht machen, Eddie!“ protestierte Mary Anne. „Ich arbeite doch schon seit neun Jahren für diese Firma! Nein, nein, das kann ich einfach nicht tun!“

Sein bisher so glattes Gesicht nahm einen gefährlichen Ausdruck an.

„Willst du etwa noch neun Jahre dort arbeiten? Oder vielleicht sogar für den Rest deines Lebens … als alte Jungfer? Oder möchtest du lieber mit mir nach Reno gehen?“

„Natürlich mit dir gehen!“ sagte sie glühend. Verzweifelt klammerte sie sich an ihm fest. „Nimm mich mit dir, Eddie! Ich will ja auch alles tun, was du mir sagst!“

„Na, dann laß uns keine Zeit mehr verlieren!“ sagte er und machte sich mit sanfter Gewalt aus ihrem harten Griff frei. „Heute nacht ist die Nacht aller Nächte!“