Die nächste Beziehung - Lutz Gärtner - E-Book

Die nächste Beziehung E-Book

Lutz Gärtner

0,0

Beschreibung

Auch in der glücklichsten Beziehung rappelts mal. Es ist nicht immer das "verflixte siebente Jahr", sondern irgendwann. Alkohol, Eintönigkeit, Untreue usw. können in unlösbare Konflikte führen. Egal ob man noch liebt, oder die Liebe schon der Vergangenheit angehört, irgendwann muss man sich mit dem Problem beschäftigen. Warum nun ein Mann über dieses Thema schreibt? Weil sich viele Dinge mit Vernunft und Logik schnell und unkomplizierter lösen lassen. Herz und Bauch sind nicht immer die besten Ratgeber.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 147

Veröffentlichungsjahr: 2014

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Lutz Gärtner

Die nächste Beziehung

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Vorwort

Gibt es die Liebe überhaupt?

Kleine Vorgeschichte zum Nachdenken

Die schönste Zeit

Die ersten Erfahrungen

Probleme über Probleme

Noch was zu retten?

Könnte das Liebe sein?

Warum bleibst Du noch?

Trennungsvorbereitungen

Wo suche ich nur?

Vorsicht Fallen!

Die nächste Beziehung

Der Ärger geht schon wieder los

Stichwortverzeichnis

Speziell für Männer

Speziell für Frauen

Schlusswort

Die nächste Beziehung

Impressum neobooks

Vorwort

Die Idee zu diesem Buch kam dem Autor, als seine Lebensweise mit der Realität kollidierte.

Mit 30 hatte er seinen letzten Geburtstag gefeiert und sich geschworen, niemals älter zu sein.

Daraus wurde eine Lebensphilosophie, welche mit zunehmendem Alter immer umfangreichere Sichtweisen auf die oft so komplizierten zwischenmenschlichen Beziehungen mit sich brachte.

Von Kind auf zu traditionellen Ansichten erzogen hat der Autor daraus Ansichten entwickelt, die einzig und allein aus dem resultieren, was er aus schlechten und guten Beziehungen lernen konnte.

Eigene und vor allem fremde Beziehungen boten ausreichende Jagdgründe, sich über Probleme Gedanken zu machen.

Gibt es die Liebe überhaupt?

Es gibt wissenschaftlichen Untersuchungen zu jedem Aspekt. Ratgeber um das Thema Liebe gibt es wahrscheinlich ebenso viele.

Aber vielleicht ist das, was wir mit Schmetterlingen im Bauch und Herzklopfen fühlen lediglich ein Hormonschub. Einer der immer dann ausgelöst wird, wenn wir jemand instinktiv als den/die Richtige(n) empfinden. Bei Männern reicht offenbar meist, dass sie gut aussieht und kochen kann. Frauen schauen da mehr auf die Versorgungseignung (Muskeln) und Führungseigenschaften (Gutes Aussehen).

Wenn man allerdings Liebe als eine „Herzensangelegenheit“ betrachtet, dann wird die Liebe zu einer Glaubensfrage. Gesehen hat sie noch niemand, gefühlt fast jeder.

Egal, ob sie auf Glauben oder Hormonen beruht, wenn man mit ihr glücklich werden möchte, dann muss man von Anfang an darin investieren und vor allem mit dem Investieren nicht aufhören. Liebe ist ein Vollzeit-Job. Wer mit ehrlichem Herzen liebt, der muss Fertigkeiten beherrschen, die unter anderem Arbeitgeber, Banker, Erzieherin, Haushälterin, Seelsorger und Talkmaster sonst ihr Eigen nennen.

Ebenso wichtig sind viele der positiven Eigenschaften, ohne die es nicht geht.

Kleine Vorgeschichte zum Nachdenken

Eines Tages stand ein junger Mann mitten in der Stadt und erklärte, dass er das schönste Herz im ganzen Tal habe. Eine große Menschenmenge versammelte sich, und sie alle bewunderten sein Herz, denn es war perfekt. Es gab keinen Fleck oder Fehler in ihm. Ja, sie alle gaben ihm Recht, es war wirklich das schönste Herz, das sie je gesehen hatten. Der junge Mann war sehr stolz und prahlte noch lauter über sein schönes Herz.

Plötzlich tauchte ein alter Mann vor der Menge auf und sagte: “Nun, Dein Herz ist nicht mal annähernd so schön, wie meines.” Die Menschenmenge und der junge Mann schauten das Herz des alten Mannes an. Es schlug kräftig, aber es war voller Narben, es hatte Stellen, wo Stücke entfernt und durch andere ersetzt worden waren. Aber sie passten nicht richtig, und es gab einige ausgefranste Ecken…..genau gesagt… an einigen Stellen waren tiefe Furchen, wo ganze Teile fehlten. Die Leute starrten ihn an: wie kann er behaupten, sein Herz sei schöner, dachten sie?

Der junge Mann schaute auf des alten Mannes Herz, sah dessen Zustand und lachte: “Du musst scherzen,”, sagte er, “dein Herz mit meinem zu vergleichen. Meines ist perfekt und deines ist ein Durcheinander aus Narben und Tränen.”

“Ja”, sagte der alte Mann, “Deines sieht perfekt aus, aber ich würde niemals mit Dir tauschen. Jede Narbe steht für einen Menschen, dem ich meine Liebe gegeben habe. Ich reiße ein Stück meines Herzens heraus und reiche es ihnen, und oft geben sie mir ein Stück ihres Herzens, das in die leere Stelle meines Herzens passt. Aber weil die Stücke nicht genau sind, habe ich einige rauhe Kanten, die ich sehr schätze, denn sie erinnern mich an die Liebe, die wir teilten. Manchmal habe ich auch ein Stück meines Herzens gegeben, ohne dass mir der andere ein Stück seines Herzens zurückgegeben hat. Das sind die leeren Furchen. Liebe geben heißt manchmal auch ein Risiko einzugehen. Auch wenn diese Furchen schmerzhaft sind, bleiben sie offen und auch sie erinnern mich an die Liebe, die ich für diese Menschen empfinde… und ich hoffe, dass sie eines Tages zurückkehren und den Platz ausfüllen werden. Erkennst du jetzt, was wahre Schönheit ist?”

Der junge Mann stand still da und Tränen rannen über seine Wangen. Er ging auf den alten Mann zu, griff nach seinem perfekten jungen und schönen Herzen und riss ein Stück heraus. Er bot es dem alten Mann mit zitternden Händen an.

Der alte Mann nahm das Angebot an, setzte es in sein Herz. Er nahm dann ein Stück seines alten vernarbten Herzens und füllte damit die Wunde in des jungen Mannes Herzen. Es passte nicht perfekt, da es einige ausgefranste Ränder hatte. Der junge Mann sah sein Herz an, nicht mehr perfekt, aber schöner als je zuvor, denn er spürte die Liebe des alten Mannes in sein Herz fließen. Sie umarmten sich und gingen weg, Seite an Seite.

Narben auf dem Körper bedeuten, dass man gelebt hat….

Narben auf der Seele bedeuten, dass man geliebt hat….

Quelle unbekannt

Die schönste Zeit

Es ist erstaunlich, das man sich mit 60 immer noch so jung fühlen kann wie mit 30. Man kann sogar so leben, als wenn man noch 30 wäre. Aber je weiter man sich von den 30 entfernt, desto mehr entfernt man sich von der realen Welt. Mit 90 wäre man dann wie ein Kleinkind unter Pflegefällen.

Aber fangen wir doch da an, wo der erste große Ärger auftaucht – nämlich bei der ersten großen Liebe. Fast ohne jede Ausnahme findet sie ein oft jähes Ende. Es ist wohl eine der schmerzlichsten Erfahrungen, die das Herz in so jungen Jahren erleiden kann. Begriffe wie Herzschmerz und Herzensleid finden Einzug in unser Leben.

Es ist wirklich Jammerschade, war unsere erste Liebe doch so schön vorbehaltlos, unschuldig, rein und ehrlich. Man konnte es kaum erwarten den Anderen zu sehen. Wenn es dann soweit war, fingen die gemeinsamen Träume an. Träume von Liebe, Hoffnung, Zukunft, kurzum dem gemeinsamen leben und erleben. Und musste man den Anderen verlassen, war jede Sekunde wertvoll, der letzte Kuss fand kein Ende und den Armen fiel es schwer loszulassen. Sehnsucht beginnt in unserer Herz einzuziehen.

Das Erste, was auf der Strecke bleibt ist die Ehrlichkeit dem Anderen gegenüber. Es ist bequemer die Wahrheit zu verschweigen oder gar zu verfälschen und schon muss eine ‚Notlüge’ her. Aber vorher leben wir nach den Grundsätzen der Märchen von gestern. Vom Aschenputtel das glücklich wurde, vielleicht weil sie Hans im Glück fand? Im Märchen siegt das Gute immer über das Böse, der Mann ist tapfer und edel (und vor allem immer wohlhabend^^), die Frau immer eine Prinzessin. Wenn nicht, wird sie es zum Ende des Märchens. Und so ist die Liebe und das Glück im realen Leben auch oft nur noch am Ende ein Märchen. Oder nennen wir das Kind gleich beim richtigen Namen und sagen – eine einzige Lüge?

Und damit nicht genug, denn wie im Märchen gewinnt immer die Schönheit, weswegen wohl auch heute die meisten Frauen daran intensiv arbeiten, sehr zur Freude der Kosmetikindustrie und der Schönheitschirurgen. Und so heiraten dann Prinz und Prinzessin und lebten glücklich bis an ihr Lebensende. Außer manchmal, da musste der Prinz feststellen, das er nach der Erbschaft des Königreiches die böse Königin am Hals hatte.

Die erste Liebe ist so einfach zu finden, weil wir noch keine Vorurteile haben. Es herrscht blindes Vertrauen und das Einzige auf das man hört sind die im Bauch trommelnden Schmetterlinge. Eine geradezu instinktive Handlung lässt uns diese Liebe finden. Begriffe wie „im Stich lassen“, „verletzen“, „dem anderen Böse sein“ sind Fremdwörter. Egal wie der Andere denkt oder handelt, nichts kann dies beeinträchtigen.

Wir sind uneinsichtig und unbeirrbar.

Eltern die Einfluss auf diese Liebe nehmen wollen („der ist doch nicht gut genug für Dich“), merken schnell, dass sie Nichts oder eher das Gegenteil erreichen. Als Kinder vertrauen wir nur unseren Gefühlen und denken nicht darüber nach, ob der andere einem schadet. Und selbst wenn wir es bemerken, unserem Herzen ist das egal. Toleranz, Nachsicht und Verzeihen spielen eine geradezu unvernünftige mächtige Rolle.

Hier fangen wir an den ersten Fehler zu machen, in dem wir dem Anderen alles nachsehen.

„Lieb macht blind“ hat in diesem Alter wohl seine allergrößte Bedeutung. Wir wollen es nicht wahr haben. Und wehe dem, der von außen dazu Ratschläge erteilt. Das kann dann schnell das Ende einer Freundschaft sein. Und obwohl wir wissbegierig und lernfähig sind, dazu wollen wir nichts hören, nichts von anderen lernen oder abgucken.

Aber je nach der geistigen Entwicklung beginnt in der Jugend irgendwann ein Effekt wirksam zu werden, der eine Kluft entstehen lässt. Während Mädchen immer noch in einer Gefühlsebene leben, verfallen Jungen häufig schneller in Imponiergehabe. Gutes Aussehen und Stärke kommen in den Vordergrund, Ehrlichkeit und Gefühle treten zurück. Der Kampf um die ‚Bräute’ beginnt.

Obwohl wahre Gefühle für Mädchen noch eine tragende Rolle spielen, ändert sich das Auswahlverfahren. Immer stärker wird das gute Aussehen, Muskeln und der Rang beachtet. Die ruhigen Jungs werden nicht beachtet, der Charmeur oder ‚Großkotz’ umlagert. Na, und das liebe Geld spielt dann auch so seine Rolle. Vielleicht sollten Jungs in diesem Alter nicht so spendabel sein und dadurch Mädchen langsam angewöhnen, selbst zu bezahlen. Das gehört doch inzwischen auch irgendwie zur Emanzipation dazu.

Auch das Protzen der Jungs mit Markenklamotten scheint Mädchen fast immer die Sinne zu vernebeln. Wäre schön, wenn der Gesetzgeber endlich eine einheitliche Schulkleidung einführen würde. Das Balzgehabe wäre Jugendlichen dann in den entscheidenden Entwicklungsjahren nicht mehr möglich. Und wenn ein Kind den Unterscheid zwischen einem coolen Typen in der Freizeit und vorher in der Schuluniform gesehen hat, wird es eher in der Lage sein, vernünftiger zu urteilen.

Willkommen in der Steinzeit kann man da nur sagen. Die Auswahl der Mädchen beim starken männlichen Geschlecht in seiner Natur als Jäger (Versorger) und seine Potenz hat begonnen. Nicht selten schauen Mädchen deshalb nach älteren Jungs Ausschau. Sie haben gelernt, dass Ältere durch längere Erfahrungszeiträume das Minus ausgleichen. Die jungen Männer fechten unterdessen ihre Rangkämpfe auf die eine oder andere Art aus, während sie gleichzeitig nach dem hübschesten und vollbusigsten Girl zwecks Paarungsrituals auf die Jagd gehen. Wir wissen zwar nicht worüber die Mädchen in der Steinzeit miteinander sprachen – während die Jungen schon auf die Jagd mitgingen -, können aber raten, das es heute noch die gleichen Themen sind. Wer ist wie stark, wer sieht wie gut aus und wer hat wohl den Größten unterm Mammutfell – äh, in der Hose natürlich.

Da haben wir dann auch schon das nächste Problem. Das liebe Erste Mal wird zur Enttäuschung, oft genug auch noch zu einer Schmerzvollen. Die Mädchen träumen von einem wundervollen Erlebnis, der Junge vom schnellen Glück. Und obwohl Jugendzeitschriften sich dieser Themen immer wieder annehmen, scheint dieser Bereich trotz aller Offenheit ein Tabu-Thema zu sein. So bleibt dem Mädchen die Hoffnung auf ein wunderbares erstes Mal, während der Junge sich abmüht, möglichst schnell vorwärts zu kommen und nicht vor dem Ziel fertig zu sein.

Kein Wunder, kommen Jungs doch in dem Alter viel zu schnell zur Sache und haben keine Ahnung davon, das Mädchen eine längere Anlaufzeit haben. Und trotz Oswald Kolle und Aufklärung in der Schule, darüber zu reden scheint eine peinliche Angelegenheit zu sein. So wird zwar über „wer den Größten hat“ gesprochen, oft unwissend, das es genau darauf am Wenigsten ankommt. Es nutzt eben der größte Bagger nichts, wenn man ihn nicht bedienen kann.

Warum eigentlich nehmen sich Eltern für ihre Kinder nicht mal Zeit und reden auch über die Gefühle. Die Zeiten, wo Sex schmutzig war, sind doch nun wirklich vorbei. Gerade Jungs sollte man mal in einem Gespräch vorbereiten, was einem Mädchen beim ersten Mal gefallen würde und was ihr ganz gewiss wehtun wird. Stattdessen scheinen sich Eltern zu schämen, mit ihren Kindern darüber zu reden. Erinnere Dich mal zurück, wie es bei Dir war. Bei Jungs gibt es das Thema „Zärtlichkeit“ doch gar nicht. Entweder wird mit der Größe angegeben, oder wer zuerst flach gelegt wurde. Und das ist obertraurig. Eltern versuchen doch sonst ihren Kindern ihre Erfahrungen zu vermitteln. Aber genau bei diesem Thema sind Eltern offenbar wie geblockt. Und das obwohl sie es oft selbst durchgemacht, bzw. erlebt haben. Oder herrscht hier eine Angst, man könnte das Thema zu sachlich in Form einer Bedienungsanleitung anpacken?

Und viele Eltern haben auch ein Problem damit, ihren Kindern zu erklären was Zärtlichkeit ist und bewegen kann. Dabei kommt es im späteren Leben aber genau darauf an. Denn mit zunehmendem Alter sehnen wir uns auch wieder nach mehr Berührungen. Viele Frauen vermissen in ihrer Beziehung später den liebevollen Kontakt zum Partner.

Die ersten Erfahrungen

Irgendwann kommt dann der große Tag, an dem man die erste richtige Beziehung am Hals hat. Na ja, nicht gleich am Hals, noch hat man sie ja am Herzen, denn der Ärger kommt erst im Laufe von Monaten und Jahren. Er kann sich langsam anbahnen oder auch äußerst abrupt auftreten.

Absolut überraschend ist es, wenn man plötzlich hört, dass der andere sich noch plötzlicher neu verliebt hat. Und das tut dann sogar besonders weh. Aber auch ein kleiner Streit der sich zu einer heftigen Auseinandersetzung entwickelt, kann ein Auslöser für die Flucht sein.

Der erste Liebeskummer dauert dann oft Wochen oder Monate und hinterlässt tiefe Spuren. Enttäuschung und auch Hoffnungslosigkeit machen sich breit im Herzen. Seltener ist es Rachsucht.

Upps, da hat wohl einer auf alle Fälle etwas verkehrt gemacht. Oder gar beide? Oder war der Froschkönig doch nur eine stinkende Kröte? Manchmal ist es aber auch ein Prozess, der sich über viele Jahre hinziehen kann. Zuviel Toleranz und Nachsicht verschlimmern oft nur das Ende. Gerade Frauen bleiben viel zu lange. Sie wissen, dass es eigentlich keinen Sinn macht und kommen trotzdem vom Partner nicht los.

Gerade die erste Beziehung ist dafür anfällig, das man immer wieder denkt, heute war ein schöner Tag, es wird also wieder. Und so werden aus Tagen Monate und aus Monaten Jahre.

Man weiß und/oder fühlt, dass etwas nicht stimmt. Aber man will doch niemandem wehtun. Und vor allem möchte man den Freund, die Freundin nicht verlieren. Also erst mal die Klappe halten. Warum eigentlich??? Ist das nicht schon eine Unehrlichkeit dem Anderen gegenüber? Die Klappe halten, sich später über den Mangel beschweren und dem Anderen dann die Schuld zuweisen. Aber wer hat denn nun Schuld? Für uns ist es immer ganz leicht. Natürlich immer der, der dem Vordermann drauf fuhr. Heute wissen wir, dass Versicherungen und Rechtsprechung die Mitschuld der Vorderfrau (siehe Stichwortratgeber Emanzipation) bewerten. Aber was kann die Vorderfrau dafür, dass sie bremsen musste, weil ihr ein Hund vor das Auto lief? Und ist der Hundehalter schuld, weil die Hundeleine riss?

Verurteilen wir den Hersteller der Hundeleine für sein mieses Produkt, oder den Hund?

Den, der zu lange geschwiegen hat, bis es unerträglich war?! Denn vielleicht wäre alles anders gekommen, wenn man dem Anderen frühzeitig eine Chance gegeben hätte etwas zu ändern und nicht erst, wenn er sich schon dran gewöhnt hat und selbst nicht merkt, das es dem Partner schmerzt. Und wenn wir diese Kette von verbundenen Handlungen zurückverfolgen, haben wir dann nicht sogar selbst den ersten Fehler gemacht?

Es wäre wünschenswert, wenn wir vorher über alle unsere Handlungen nachdenken würden. Nicht jeder Fehler lässt sich korrigieren. Es ist nicht tragisch, wenn Geschirr zu Bruch geht. Ebenso, wenn sie seinen geliebten hässlichen Bierhumpen verscherbelt. Aber mal mit dem Handwerker eine schnelle Nummer zu schieben – auch wenn es keiner weiß – kann später zu einem Bumerang werden. Sicher lernen wir aus Fehlern. Aber warum machen wir trotzdem den Fehler lieber selbst, anstatt schon von unserer Umgebung zu lernen.

In diese Rubrik gehört auch das ‚Schwein’, das gerade mit der besten Freundin ins Bett gegangen ist. Aber warum hat er das wohl getan? Vielleicht, weil sie im Bett schon vor ihm eingeschlafen ist? Weil sie zu prüde für eine andere Stellung war, Sexspielzeug verabscheut, oder weil es ihr ein Mal im Monat reichte? Oder weil die Gewohnheit mit demselben Partner zu schlafen schlichtweg langweilig war? Vielleicht wäre er nie zum Schwein geworden, wenn sie nicht schon vorher versagt hätte? Fakt ist, das der Mann die Schuld hat, immer und zu 100 Prozent.

Und wenn sie Schluss macht, weil er ihr Haushalt und Kinder überlässt (und sie vielleicht auch noch einen Job hat), er lieber abends in die Kneipe geht oder vor dem Fernseher schon Feierabend macht? Wenn er lieber in einem Verein spielt und das Wochenende mit der Mannschaft verbringt, wer hat dann wohl Schuld? Natürlich der Kerl, aber warum hat er sich überhaupt so weit von ihr entfernt, sie schlichtweg im Stich gelassen?