Die Präraffaeliten 120 Illustrationen - Robert de la Sizeranne - E-Book

Die Präraffaeliten 120 Illustrationen E-Book

Robert de La Sizeranne

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Beschreibung

Zur Zeit des viktorianischen Englands, getrieben von der Industriellen Revolution, hatte die Gruppe der Präraffaeliten, darunter Maler wie John Everett Millais, Dante Gabriel Rossetti und Edward Burne-Jones, das Ziel zu traditionellen Werten zurückzukehren. Dabei wollten sie die Ideale der italienischen Renaissance wiederbeleben, wobei sie sich am Realismus und an biblischen Themen orientierten.

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Seitenzahl: 82

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Robert de la Sizeranne

© 2023, Parkstone Press International, New York, USA

© 2023, Confidential Concepts, worldwide, USA

© Image-Barwww.image-bar.com

Alle Rechte vorbehalten.

Das vorliegende Werk darf nicht, auch nicht in Auszügen, ohne die Genehmigung des Inhabers der weltweiten Rechte reproduziert werden. Soweit nicht anders vermerkt, gehört das Copyright der Arbeiten den jeweiligen Fotografen, den betreffenden Künstlern selbst oder ihren Rechtsnachfolgern. Trotz intensiver Nachforschungen war es aber nicht in jedem Fall möglich, die Eigentumsrechte festzustellen. Gegebenenfalls bitten wir um Benachrichtigung.

ISBN: 978-1-78310-909-8

Inhalt

Biografie

Die Englische Kunst Im Jahre 1844

Die Lösung War Gefunden

Der Kampf Der Präraffaeliten

Definition Und Wirkung Der Präraffaelitischen Kunst

Die Ziele

Abbildungsverzeichnis

BIOGRAFIE

1848:

Geburtsstunde der präraffaelitischen Bruderschaft in Großbritannien (The Pre-Raphaelite-Brotherhood), gegründet von drei Studenten der Royal Academy: William Hunt, John Everett Millais und Dante Gabriele Rossetti. Laut Millais hat der Präraffaelismus nur ein Ziel: „Die Darstellung der Natur auf der Leinwand“.

1849:

Erste Ausstellung an der Royal Academy. Die gezeigten Werke wurden mit dem Monogramm P.R.B. (Pre-Raphaelite Brotherhood) signiert, dessen Bedeutung das Publikum noch nicht kennt. Die Ausstellung wird wohlwollend aufgenommen.

4. Mai 1850:

Die Bedeutung der drei Buchstaben P.R.B. wird in der Zeitung Illustrated London News enthüllt.

1850:

Hunt, Millais, und Rossetti gründen die Zeitschrift The Germ, in der sie die Theorie der präraffaelitischen Bewegung darlegen. Ab der Ersterscheinung ist man mit einer erbitterten Kritik konfrontiert, aber die Bewegung wird von dem Schriftsteller und Kritiker John Ruskin verteidigt. Nur vier Ausgaben der Zeitschrift werden gedruckt. Rossetti verlässt die Gruppe.

William Morris und Edward Burne Jones treffen sich am Exeter College in Oxford, sie bilden die zweite Künstlergeneration des Präraffaelismus.

1850-1860:

Eine wichtige Anzahl von Künstlern versammelt sich in der Bruderschaft, darunter Walter Deverell, Arthur Hughes und John Brett.

1851:

Im Zuge der Ausstellungvon 1851 stellt Millais Mariana aus, Hunt Valentin schützt Sylvia vor Protheus. Die Präraffaeliten werden immer mehr für ihre Technik kritisiert. Millais vollendet eines seiner berühmtesten Werke: Ophelia.

1852:

Letztes Ausstellungsjahr vor der Auflösung der Gruppe. Millais stellt Der Hugenotte und Ophelia aus, Hunt den Mietschäfer. Ihre Werke werden vom Publikum mit Erfolg aufgenommen. Die zeitgenössischen und literarischen Sujets treten an die Stelle der mittelalterlichen Themen in der präraffaelitischen Malerei.

1853:

Millais wird zum Mitglied der Royal Academy ernannt. Die Gruppe teilt sich und Rosetti schreibt an seine Schwester: „Die Tafelrunde ist nun folglich komplett aufgelöst.“ Die zweite Generation der Präraffaeliten bringt sich in Stellung, repräsentiert von den Werken Edward Burne-Jones und William Morris.

1854:

William Hunt geht nach Palästina.

1855:

Bei der Weltausstellung in Paris sind die Präraffaeliten auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs.

1856:

Rossetti, der seit 1850 nicht mehr ausgestellt hat, zeigt sich im Zuge einer Präraffaelismus-Ausstellung erneut in der Öffentlichkeit, wo er mit begeistertem Beifall empfangen wird. Er zeigt das Aquarell Dantes Traum, das eines seiner bedeutendsten Werke wird.

1860:

Die Auswirkungen des Präraffaelismus, der sich bis ans Ende des 19. Jahrhunderts erstreckt, sind bis heute in den Werken bestimmter Maler wie William Dyce, Augustus Egg und William Powell Frith zu spüren, aber auch in den Fotografien Julia Margaret Camerons oder Roger Fentons.

Dank Morris findet sich der Präraffaelismus in den dekorativen Künsten wieder.

1882:

Tod Rossettis. Sein Werk und das seiner Kameraden waren die repräsentativsten des Präraffaelismus und werden noch für lange Zeit eine Inspirationsquelle für zukünftige Künstler sein, namentlich bis Aubrey Beardsley 1890.

Ende des 19. Jh.:

Die präraffaelitische Bewegung erlischt nach und nach. Ihr Einfluss auf den Jugendstil und den Symbolismus ist beträchtlich.

Chaucer am Hof Edwards III, Ford Madox Brown, 1847-1851

Öl auf Leinwand, 372 x 296 cm. Art Gallery of New South Wales, Sydney

DIE ENGLISCHE KUNST IM JAHRE 1844

Bis 1848 rief die Kunst in England Bewunderung hervor, aber sie provozierte kein Erstaunen. Joshua Reynolds und Thomas Gainsborough waren große Meister, aber sie schufen Malerei des 18. Jahrhunderts und keine typisch englische Malerei des 19. Jahrhunderts. Ihre Modelle waren es, die Ladies und Misses, die ihren Gestalten ein englisches Flair gaben und nicht ihr Pinselstrich. Ihre Ästhetik war die des gesamten Europas zu ihrer Zeit.

Wenn man die Säle der Londoner Museen durchstreifte, sah man zwar andere Bilder, jedoch nicht eine andere Art zu malen, zu zeichnen oder nach einem Motiv zu komponieren oder zu entwerfen. Nur die Landschaftsmaler, mit William Turner und John Constable an der Spitze, brachten von Beginn des Jahrhunderts an eine neue, kräftige Note ein.

Aber Turner blieb der einzige seiner Art, der in seiner Heimat so wenige Nachahmer fand. John Constable wurde so rasch von den Franzosen eingeholt und auch überholt, dass er viel mehr die Ehre hatte, in Europa eine neue Richtung zu begründen, als das Glück, seinem Land eine nationale Kunst zu sichern. Was die anderen Maler anbelangt, so hatten sie mehr oder weniger Geschick darin, so zu malen, wie überall gemalt wurde. Nicht nur für ihre Hunde, auch für ihre Pferde, ihre Szenen der Kirchturmpolitik, für all die kleinen Genreszenen und häuslichen Szenen, die sie jedoch nicht so gut beherrschten wie die niederländischen Maler, interessierte man sich nur kurz.

Eine glatt rasierte, blank gescheuerte, auf Teer aufgebrachte Malerei, die falsch und kraftlos war, süßlich, aber nicht fein, zu schwarz in den Schatten und zu schimmernd in den lichten Stellen.

Eine weiche, zögernde, vage verallgemeinernde Zeichnung. Und als sich das gefürchtete Jahr 1850 näherte, drängten sich Constables Worte des Jahres 1821 auf: „In dreißig Jahren wird die englische Kunst nicht mehr sein.“

Wenn man jedoch genau hinsieht, waren zwei Merkmale doch unterschwellig vorhanden. Zuerst der intellektuelle Anspruch des Themas. Die Engländer haben sich schon immer darum bemüht, interessante oder sogar etwas komplizierte Szenen zu finden, bei denen der Geist ebenso viel zu fassen hat wie die Augen, bei denen Neugier geweckt wird, bei denen das Gedächtnis gefordert wird, bei denen eine stumme Geschichte ein Lachen oder Weinen hervorruft. Schon setzte sich diese Idee durch, die übrigens bei William Hogarth klar erkennbar ist, dass der Pinsel nicht nur abbilden, sondern auch schreiben, belehren und erzählen kann. Nur, was er vor 1850 erzählte, waren kleinliche Handlungen; was er ausdrückte, waren kleine Fehler, Peinlichkeiten oder bornierte Gefühle; was er dabei hervorhob, waren die Regeln des guten Benimms. Er spielte die Rolle jener Bilderhefte, die man den Kindern gab, um ihnen zu zeigen, wohin Lüge, Faulheit oder Naschhaftigkeit führen können.

Der St. Agnesabend, William Holman Hunt, 1848

Öl auf Leinwand, 77,4 x 113 cm. Guildhall Art Gallery, Corporation of London, London

Die Mädchenzeit der Jungfrau Maria, Dante Gabriel Rossetti, 1848-1849

Öl auf Leinwand, 83,2 x 65,4 cm. Tate Britain, London

Der Thronverzicht der Königin Elisabeth von Ungarn, James Collinson, um 1848-1850

Öl auf Leinwand, 120 x 182 cm. Johannesburg Art Gallery, Johannesburg

Rienzi schwört, Gerechtigkeit zu erlangen, William Holman Hunt, 1849

Privatsammlung

Christus im Hause seiner Eltern (Zimmermannswerkstatt), John Everett Millais, 1849-1850

Öl auf Leinwand, 86,4 x 139,7 cm. Tate Britain, London

Das andere Merkmal war die Intensität des Ausdrucks. Wer je Hunde von Edwin Henry Landseer oder auch nur solche in englischen Illustrierten gesehen hat, jene Tierstudien, in denen die Körperhaltung aus großer Nähe erfasst wird, in denen der Ausdruck so überlegt, die Kopfhaltung so intelligent und unterschiedlich ist, je nachdem, ob das Tier wartet, fürchtet, etwas wünscht, sein Herrchen fragend ansieht oder etwas überlegt, der wird leicht verstehen, was das heißt: Intensität des Ausdrucks.

Aber ebenso, wie der intellektuelle Anspruch des Themas vor 1850 nur in Motiven gezeigt wurde, die nicht der Rede wert waren, so wurde auch die Intensität des Ausdrucks nur in den Darstellungen von Tiergestalten ausdauernd studiert und auch erreicht. Die meisten der menschlichen Gestalten hatten eine banale Haltung, ohne expressive Modalität oder spezifische Wahrheit oder malerische Genauigkeit. Sie wurden vor erdachte Hintergründe ins Atelier gestellt, mit dem akademisch verbrämten „Chic“ ausgestattet, nach allgemein anerkannten und im Grunde hervorragenden Prinzipien, die aber nicht richtig verstanden und schlampig angewendet wurden.

So stand es um die Kunst in England, als Ford Madox Brown mit einer ästhetischen Revolution im Gepäck aus Paris und Antwerpen zurückkam. Es soll hier nicht gesagt werden, dass alle Tendenzen, die seit damals vorherrschten, alle individuellen Einstellungen, die sich entwickelten, von diesem Künstler ausgingen, auch nicht, dass in dem Moment, als er das Land betrat, keiner von seinen Landsleuten dasselbe fühlte und dieselben Träume hegte wie er. Man bedenke jedoch, dass 1844, als Wilhelm der Eroberer ausgestellt wurde, noch nichts von diesen neuen Dingen erschienen war. Dante Gabriel Rossetti war gerade mal sechzehn, William Holman Hunt siebzehn, John Everett Millais fünfzehn, George Frederick Watts sechsundzwanzig, Frederick Leighton vierzehn und Edward Burne-Jones elf Jahre alt und keiner dieser späteren Meister hatte damals seine Ausbildung abgeschlossen. Man bedenke dann, dass die von Madox Brown eingeführte Art und Weise, zu komponieren, zu malen und zu zeichnen, sich fünfzig Jahre nach seinem ersten Werk in den Bildern von Burne-Jones wiederfindet, nachdem sie in denen von Burne-Jones‘ Meister, Rossetti, erschienen war. Dann wird klar, dass Brown, der schon 1844 ausstellte, der Vorreiter war, die anderen folgten am Anfang der Bewegung oder als sie auf ihrem Höhepunkt war.