Die rote Larve - Maria Bocca - E-Book

Die rote Larve E-Book

Maria Bocca

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Beschreibung

Die wilde Begegnung mit jener rot maskierten Dame aus einer rauschenden Pariser Karnevalsnacht wirft den Erzähler unverhofft, aber über Jahre anhaltend aus seiner gewohnten Lebensbahn. Die Geschichte dieser Besessenheit beginnt im legendären Café de la Paix gegenüber der Pariser Oper, geht einmal quer durch die Stadt und endet auf dem Prominentenfriedhof Père Lachaise. Dazwischen liegt die tiefgründig verzahnte, nahezu lebenslange Geschichte von der außergewöhnlichen Madame Céline und dem Erzähler, dessen Flucht vor seinen Sehnsüchten ihn mehrmals um den Erdball treibt. "Die Nebel der Biscaya entführten mich bis weit nach Spanien, dann südwärts bis nach Lissabon. Der Schaum der Wellen von Le Havre umarmte mich im Rhythmus der Gezeiten. Der Golfstrom, dieser große alte Freund ..." Auf seiner Reise steigern sich die wahnhaften Erinnerungen an eine einzige glückliche Nacht immer wieder zu berührenden, poetischen Bildern: " ... wie ich irgendwann zwischen ihren Schenkeln lag, dem Duft des Honigs ausgeliefert, versunken in einer Wiese Buschwindröschen, nicht mit meinem Sch..., nein, mit meiner Zu..., mit meiner Nase, mit meinen Augen, und wie ich dann die ihren sah, die Augen ihrer Va..., das wahre Antlitz dieser Frau ..." Das Leben wird für ihn zur Qual, zu einer Qual aus allertiefster Liebe. Erst die Ankunft des Getriebenen auf einer dieser zauberhaften Inseln der Karibik bringt ihn der Erlösung näher. Das nächtliche Spiel dreier Delfine im blassen Licht des Mondes offenbart ihm endlich den ersehnten Schlüssel zur Befreiung von seiner hoffnungslosen Liebe. - Erotisch, allzu menschlich, abgründig, skurril, verzweifelt. Für Leserinnen, die das Besondere mögen.

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Seitenzahl: 70

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Maria Bocca

Die rote Larve

Sturzflüge der Liebe, Sex und wilde Träume: 5

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Vorwort

Die rote Larve - Eine erotische Erzählung

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Impressum neobooks

Vorwort

Ganz lieben Dank, dass Sie dieses Ebook gekauft haben. Die Geschichte ist Teil eines Sammelbandes, der unter dem Titel

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Maria Bocca

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Liebesstürze ROT

Erotische Geschichten von Sehnsucht, Sex und wilden Träumen

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als Ebook und in einer gedruckten Version erhältlich ist. Weitere erotische Geschichten erscheinen in Abständen zunächst als Ebook. Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern viel Freude beim Lesen und natürlich auch im wirklichen Leben!

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Ihre Maria Bocca

Die rote Larve - Eine erotische Erzählung

Irgendwann musste sich ihr Leben dramatisch verändert haben. Zu diesem Zeitpunkt aber hatte ich sie bereits unwiderruflich in mein Herz geschlossen. Auch wenn es unglaubwürdig klingen mag, aber keiner der zahlreichen Menschen, die sie kannten und an die ich mich wandte, konnte mir sagen, was wirklich geschehen war.

Ihr Name war Cécile. Sie war eine auf den ersten Blick unscheinbar wirkende Person und galt doch als gesellschaftliche Institution für die höheren Kreise von Paris. Sie bekleidete den nicht ganz unwichtigen Posten der Empfangsdame in den noblen Toiletten des Café de la Paix am Place de L’Opéra in Paris. Man nannte sie auch das Orakel von der Oper. Damals, als Cécile noch jung, schön und unerschrocken war, tröstete sie mit der für ihr Alter erstaunlich lebensklugen und herzensfrischen Art die Damen und Herren der vornehmsten Kreise dieser Stadt.

Ich dagegen war über lange Zeit, beziehungsweise bis zu diesem Abend im Februar, nicht mehr als nur einer ihrer gelegentlichen Gäste, einer von vielen anderen an diesem unvergleichlichen Ort.

Obwohl sie angeblich aus ärmlichen Verhältnissen stammte, die Eltern sollen aus der Normandie nach Paris zugewandert sein, als sie dort am Meer kein Auskommen mehr fanden, zeigte sie nach meinem Empfinden keine Hemmungen und keinen falschen Respekt im Umgang mit der noblen Kundschaft. Mit leichter Hand schien sie die Dinge auf den Punkt zu bringen. Glaubte ich all die Geschichten, die mir im Laufe der Zeit erzählt wurden, war sie nicht verlegen, wenn es darum ging, ihren Kunden mit allerhand nützlichen Gefälligkeiten zur Stelle zu sein. Sie verschenkte, so wurde mir berichtet, Taschentücher für die Tränen enttäuschter und schmerzerfüllter Liebender, steckte liebeshungrigen Jünglingen augenzwinkernd Adressen und Telefonnummern empfangsbereiter Damen zu oder gab einfühlsame Empfehlungen zur passenden oder unpassenden Duftnote, und zwar nicht nur dem weiblichen Geschlecht, sonder auch interessierten Herren. Kurz gesagt, sie galt als die Empfangschefin der Intimität.

Ihr mit edel glänzendem, dunklem Marmor ausgekleidetes Reich war, wie ich immer wieder feststellen konnte, vielen ein Ort der kurzen Erholung von öffentlicher Eitelkeit und Geltungssucht. Vor golden gerahmten Spiegeln sah sich so mancher ihre Gäste ins gut ausgeleuchtete und wohlhabende Antlitz und erkannte nicht selten unbarmherzig die verschwitzten Tiefen und Untiefen der eigenen Seele, traf nach einem erfrischenden Durchatmen und einem Schauer Eau de Toilette kleine oder auch große, manchmal lebenswichtige Entscheidungen, streckte dann selbstbewusst den Rücken und schritt erhobenen Hauptes zurück in die Arena festlich gekleideter Damen und Herren bei Champagner, frischen Austern aus Saint Malo und Filet de Boeuf vom Hochlandrind. Die Karten waren neu gemischt. Das Spiel begann von vorn.

Eine allseits bekannte Spezialität von Cécile war es, ihren Gästen, wenn diese meist in peinlich betretener Hilflosigkeit danach verlangten, Richtung weisende Ratschläge zu erteilen, welche der beiden Toilettentüren, die sie zu verwalten hatte, jene pour les Madames, oder jene pour les Monsieux, denn nun die richtige wäre. Schwule, Lesben, Transvestiten, Damen als Herren und Herren als Damen zeigten in dieser Frage offenbar immer wieder rührende und erheiternde Unsicherheit. Ganz abgesehen von anderen buntscheckigen Varianten menschlicher Existenz, die mir in Paris immer wieder über den Weg liefen und irgendwann auch bei Cécile landeten. Cécile half manchen von ihnen, wie sie selbst mir einmal in einem vertraulichen, aber sehr, sehr komisch-skurrilen Gespräch berichtet hatte, auf den für sie passenden Weg. Für diese kleinen Dienste wurde sie von Besuchern des Café de la Paix gemocht und geschätzt. Verständlich, dass weder ich noch andere auf die Idee gekommen wären, Cécile auf profane Art als Klofrau oder als Madame Pipi, wie die Franzosen sagten, zu bezeichnen.

„Eine bemerkenswerte Person, meinen Respekt“, oder ähnliche Komplimente hörte ich einige Gäste beim Abschied dem Empfangschef zuraunen.

Und Cécile liebte ihre Arbeit, das war nicht zu übersehen. Besonders aufregend und prachtvoll erlebte sie nach meinem Empfinden aber jene Abende, für die schon seit Wochen alle Plätze des Restaurants vergeben waren, gelegentlich gegen dezente, aber satte Zuwendungen an die vornehmen, doch nicht minder bestechlichen Damen am Einlass. Das waren die Abende der glamourösen Premieren mit weltberühmten Sängerinnen und Sängern hinter dem mächtigen Säulenportal der Oper. Immer wieder kamen die großen und die kleinen Stars nach der Vorstellung in vollem Kostüm mit herüber ins Café, feierten ihren Erfolg mit Kübeln von Veuve Cliquot oder Dom Pérignon. Die Gäste in den palastartigen Räumlichkeiten ließen sich zu frenetischen Begeisterungsstürmen hinreißen, wenn die Sänger der Versuchung nicht widerstehen konnten und sich nach kurzer Ermunterung durch bedeutende Anwesende von ihren Stühlen erhoben und mit ihren begnadeten Stimmen den Saal erfüllten. War ich einmal nicht dort, was selten vorkam, konnte ich es am nächsten Morgen in den Zeitungen der Stadt ausführlich nachlesen:

„Applaus für Pavarotti bis in den frühen Morgen“, oder „Champagner mit Anna Netrebko.“ Es waren rauschende Feste.

Cécile stahl sich an diesen Abenden gerne zu vorgerückter Stunde aus ihrem marmornen Verlies und wagte einen Blick ins Publikum. Ich erkannte dann, wie ihre dunklen Augen glänzten, wie sie voll des Staunens war, für mich das beste Zeichen, dass sie glücklich war. Diese Abende galten ihr, wie sie mir verriet, als der eigentliche Lohn für ihre Arbeit. Die am Zahltag zu erwartende Summe sei dagegen eher kärglich gewesen. Für ein Abendessen in ihrem Café de la Paix hätte sie womöglich einen vollen Wochenlohn berappen müssen. Sie hätte dann, so stellte ich mir vor, ihre Miete schuldig bleiben müssen. Zumal ich wusste, dass das Personal nicht einmal Rabatt bekam. Warum auch. Eine Madame de Toilette unter all den illustren Gästen, da war ich sicher, das gehörte nicht zum offiziellen Konzept der Geschäftsleitung.

Also beschränkte sich Cécile lieber auf die Rolle als Zaungast bei einem immer wieder königlichen Spektakel. Manche Gäste erkannten sie und freuten sich, sie zu sehen. Einige winkten ihr verstohlen zu. Alte Bekannte sozusagen. Ich war einer davon. Das berührte sichtlich ihr Herz und ich glaube, sie fühlte sich prächtig, mitten drin im Glanz und Glamour dieser Opernwelt.

Sie vergaß dann wohl für kurze Zeit das Zimmer im sechsten Stock in der Gegend um die Rue La Fayette, das sie mir als ihr bescheidenes Zuhause geschildert hatte, ganz oben unterm Dach, bitterkalt im Winter, unerträglich heiß im Sommer und ohne Aufzug. Aber man habe von dort oben fast das Meer sehen können, erzählte sie mir mit einem Ausdruck in den Augen, der anscheinend sagen wollte: Ich vermisse es doch so sehr ...

Und wenn sie dann den letzten Teil des Aufstiegs, eine eng gedrehte Treppe und für größere Möbelstücke ungeeignet, wieder einmal geschafft hatte, sei ihr schon des Öfteren schwindelig geworden. Sie lasse sich dann erschöpft auf den einzigen Stuhl fallen, den es in der Wohnung gab. Die Farbe dieses Möbelstückes, wenn auch schon reichlich abgeschlagen, erinnere sie immer wieder an den Garten ihrer Großeltern am Rande der rumorigen Hafenstadt und an die dunkelroten Kirschen, die sie als Kind viele Jahre im Juli oder August von den tief und schwer hängenden Ästen - sie reichten beinahe bis hinunter auf das fette Grün des Rasens -, in ihren Rocksaum gesammelt habe.

Irgendwann begann ich Cécile zu vermissen. Und ich bemerkte einen Schmerz in diesem Vermissen, wie er nur dann entsteht, wenn ein Mann sich gegen alle Erwartungen und ohne es recht gewahr zu werden, in eine Frau verliebt hat. Es hatte eine Weile gedauert, bis mir klar wurde, dass sie nicht mehr im Café de la Paix zum Dienst erschien. Ich fragte mich im Nachhinein, wie es geschehen konnte, das ich so blind war, es nicht zu bemerken. Was blieb, war dieser kleine Schmerz und das Erstaunen, dass ich mich genau in dem Moment in eine Frau verliebt hatte, als sie aus meinem Leben verschwunden war.

Von da an war ich ihr einige Jahre, es waren sicher drei oder vier, nicht mehr begegnet. Es hieß, sie habe einen fleißigen Taxichauffeur geheiratet und zwei entzückenden Mädchen das Leben geschenkt. Im Jardin du Luxembourg