19,99 €
Agilität ist in aller Munde und wird als DER Ansatz für erfolgreiches Projektmanagement gepriesen. Allerdings bieten viele Ansätze kaum Methoden zur externen Steuerung, Budgetierung, Reporting, Controlling an. Viele decken lediglich den Entwicklungsprozess ab und überlassen es den Anwendern, weitere Teile nach Bedarf hinzuzufügen. Das führt immer wieder zum Wunsch nach einem hybriden Projektmanagement, was agile Entwicklung mit Projektsteuerung und -planung verbindet. Allerdings sind die meisten hybriden Ansätze Flickwerk. Da werden unterschiedliche Philosophien zusammengeschustert, welche sich teilweise widersprechen. DSDM® ist hier anders. Die Methode basiert komplett auf agilen Ansätzen, deckt aber nicht nur die Produktion ab, sondern bietet Projektplanung, Projektsteuerung und -Controlling, Risikomanagement und Reporting mit einem zielführenden Rollen- und Verantwortlichkeiten-Management an. Der Buchautor, selbst seit Jahren Fachmann für DSDM®, bietet in diesem Büchlein dem Leser einen guten Überblick über die Methode und zeigt auf, warum sich viel mehr Firmen mit ihr auseinandersetzen sollten.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 84
Veröffentlichungsjahr: 2020
Vorbemerkung
Vorwort
Einführung in Agilität
Das «Agile Manifest»
Zwölf Prinzipien des Agilen Manifests
AgilePM – Grundlagen
Die Elemente von DSDM
‘Enough Design Up Front’ (EDUF)
Der Nutzen von DSDM für den Projekterfolg
Projekte und Projekt-Variablen
Einführung
Projektvariablen verstehen
Die Prinzipien von DSDM
Einführung
Prinzip 1 - Konzentrieren Sie sich auf das Geschäftsbedürfnis
Prinzip 2 - Liefern Sie pünktlich
Prinzip 3 - Arbeiten Sie zusammen
Prinzip 4 - Dulden Sie keine Abstriche in Sachen Qualität
Prinzip 5 - Bauen Sie schrittweise auf soliden Grundlagen auf
Prinzip 6 - Entwickeln Sie iterativ
Prinzip 7 - Kommunizieren Sie kontinuierlich und deutlich
Prinzip 8 - Demonstrieren Sie Steuerung
ISF’s - Instrumental Success Factors
Akzeptanz des DSDM-Ansatzes
Ein effektives Solution Development Team
Unternehmerisches Engagement – aktiv und kontinuierlich
Iterative Entwicklung, integrierte Tests und schrittweise Umsetzung
Transparenz
Der DSDM-Prozess
Pre-Project-Phase
Feasibility-Phase
Foundations-Phase
Evolutionary-Development-Phase
Deployment-Phase
Post-Project-Phase
Rollen und Verantwortlichkeiten
Rollen auf Projektebene
Rollen des Solution Development Teams
Unterstützende Rollen
Die einzelnen Rollen und ihre Verantwortlichkeiten
Business Sponsor
Business Visionary
Business Advisor
Business Ambassador
Business Analyst
Project Manager
Team Leader
Technical Coordinator
Technical Advisor
Business Analyst
Solution Developer
Solution Tester
Workshop-Facilitator
DSDM-Coach
Methoden und Techniken
MoSCoW - Priorisierung
Timeboxing
Iterative Entwicklung
Modellierung & Prototyping
Facilitated Workshops
Die DSDM-Produkte im Projektverlauf
Terms of Reference
Feasibility-Assessment
Business Case
Prioritised Requirements List
Solution Architecture Definition
Development Approach Definition
Management Approach Definition
Foundations Summary
Evolving Solution
Timebox-Plan
Timebox Review Record
Project Review Report
Benefits Assessment
Agile Steuerung
Risikomanagement
Anforderungs-Management
User Storys
User Storys - Der 3-C-Ansatz
User Storys – INVEST-Pattern
Der Business Analyst
Schätzung
Erfolgsfaktoren und Anpassungsmöglichkeiten von DSDM
Der Projekt Approach Questionnaire (PAQ) – Beurteilung von Optionen und Risiken
Aussage 1: “Alle Mitglieder des Projekts verstehen und akzeptieren den DSDM-Ansatz (Philosophie, Prinzipien und Praktiken)”
Aussage 2: “Der Business Sponsor und der Business Visionary übernehmen eindeutig und proaktiv Verantwortung für das Projekt.”
Aussage 3: “Die Unternehmensvision hinter dem Projekt wird deutlich genannt und von allen Mitgliedern des Projektteams verstanden.”
Aussage 4: “Alle Projektteilnehmer verstehen und akzeptieren die Bedeutung der fristgerechten Vorlage einer akzeptablen Lösung als primären Erfolgsfaktor”
Aussage 5: “Die Anforderungen können priorisiert werden und es herrscht Zuversicht hinsichtlich der Einhaltung der vereinbarten Kosten und Fristen durch Variation des Umfangs der vorgelegten Lösung”
Aussage 6: “Alle Mitglieder des Projektteams akzeptieren die lediglich grobe Definition der Anforderungen während der Anfangsphase und die Bekanntgabe der Details erst im Laufe der Entwicklung”
Aussage 7: “Alle Mitglieder des Projektteams akzeptieren die Unvermeidbarkeit von Änderungen der Anforderungen und dass die richtige Lösung nur dann geliefert werden kann, wenn Änderungen willkommen sind.”
Aussage 8: “Der Business Sponsor und der Business Visionary verstehen die Bedeutung der aktiven Einbeziehung des Unternehmens, und sie sind bereit und befugt, entsprechende Unternehmensressourcen für das Projekt bereitzustellen.”
Aussage 9: “Es ist den für Geschäft und Lösungsentwicklung zuständigen Mitgliedern des Solution Development Teams möglich, während des gesamten Projektes zusammenzuarbeiten.”
Aussage 10: “Alle Mitglieder des Solution Development Teams sind angemessen und hinreichend befugt, um die tagtägliche Entscheidungsfindung zu unterstützen, die für eine rasche Lösungsentwicklung im Rahmen kurzer, fokussierter Timboxen notwendig ist.”
Aussage 11: “Die Rollen und Verantwortlichkeiten der DSDM wurden auf geeignete Weise zugewiesen und alle Beteiligten verstehen und akzeptieren die mit ihrer Rolle verbundenen Verantwortlichkeiten.”
Aussage 12: “Das Solution Development Team verfügt über entsprechende gemeinsame Kenntnisse und Fähigkeiten (soziale und technische Kompetenzen), um zusammen eine optimale Geschäftslösung zu entwickeln.”
Aussage 13: “Die Mitglieder des Solution Development Teams werden dem Projekt auf einer angemessenen und konsistenten Ebene zugewiesen, die genügt, um das DSDM-Verfahren zur Festlegung von Timeboxen in vollem Umfang zu unterstützen.”
Aussage 14: “Die Werkzeuge und gemeinsamen Arbeitsverfahren innerhalb des Solution Development Teams reichen aus, um eine effektive, iterative Entwicklung der Lösung zu ermöglichen.”
Aussage 15: “Alle notwendigen Durchsichts- und Testmaßnahmen sind vollumfänglich in die iterative Entwicklung eingebunden.”
Aussage 16: “Der Fortschritt des Projekts wird in erster Linie anhand der inkrementellen, nachweislichen Erbringung des Geschäftsnutzens gemessen.”
Aussage 17: “Es gibt keine verbindlichen Standards oder sonstigen Beschränkungen, die der Anwendung der DSDM-Philosophie und der DSDM-Praktiken bei diesem Projekt im Wege stehen.”
Nachwort
DSDM® (steht für Dynamic System Development Method) und AgilePM® sind beides Marken des Agile Business Consortium Limited (www.agilebusiness.org). Das vorliegende Buch wurde unabhängig vom Rechteinhaber erstellt und stellt die persönlichen Erfahrungen des Autors mit der benannten Methode dar. Im Text wurden die ®-Zeichen der einfacheren Lesbarkeit halber weggelassen. Sie sollten bei der Lektüre mitgedacht werden.
Wenn ich mit Kunden und Auftraggebern über agile Vorgehensweisen und Methoden rede, höre ich immer wieder nach sehr kurzer Zeit das Vorurteil, dass diese ja schön und gut seien, dass sie aber doch wohl eher für Firmen geeignet seien, welche als Start-up auf der grünen Wiese irgendwelche neuen Ideen umsetzen würden. In einer Umgebung wie der ihren, mit all den Bereichen und Abteilungen und all den Governance- und Controlling-Anforderungen sei das doch nur mit erheblichen Anpassungen – falls überhaupt – möglich. Ja, da sei schon viel Gutes mit enthalten und man hätte sich auch einiger agiler Ideen bedient, aber dann sei es dann auch mal genug. Man sei eben kein Start-up, sondern eine stabile Firma mit soliden Werten und klaren Prozessen. Man brauche eher ein hybrides Prozessmanagement, was sozusagen das Beste von beiden Seiten umfasse: Flexibilität und schnelle Wertgenerierung auf der einen Seite, Planung, Steuerung, Kontrolle und Berichterstattung auf der anderen Seite.
Tatsächlich legen manche agilen Frameworks in ihren Darstellungen keinen Wert auf die Darstellung von prozessualen oder organisatorischen Schnittstellen zur Organisation und man könnte dies als Mangel sehen. In den meisten Fällen ist dieser Ansatz aber lediglich der Tatsache geschuldet, dass ein generischer Ansatz, der sowohl unterschiedliche Arten wie auch unterschiedliche Komplexitäten und Größen von Produktentwicklungen abdecken soll, schlichtweg nicht einen einzigen Weg und generelle Schnittstellen und Prozesse fördern kann. Vielmehr ist es an der umsetzenden Organisation, die entsprechenden Anpassungen und prozessualen Schnittstellen festzulegen. Das ist eigentlich beim Einsatz jeder Projektvorgehensweise normal und Teil des Frameworks. Unterschied ist womöglich einfach, dass manche tatsächlich eine Projektmanagement-Struktur enthalten, während andere sich auf das Kerngeschäft, oft “Produktentwicklung”, konzentrieren.
Als ich vor ein paar Jahren AgilePM resp. DSDM kennenlernte, stellte ich fest, dass es sich dabei um eine vollständige Projektmethode handelt, welche allen Anforderungen, auch großer Organisationen, entspricht, dabei aber vollständig agil ist. Man könnte sagen, dass sie damit der Prototyp dessen ist, was manche Organisationen unter dem Stichwort “Hybrides Projektmanagement” verstehen, ohne dabei allerdings ein “Flickwerk” zu sein, wie es viele hybride, aus verschiedensten Frameworks zusammengeschusterte Ansätze darstellen.
Im vorliegenden Büchlein möchte ich Ihnen einen ersten Einblick in die Methode DSDM geben, welche es dem Leser erlauben soll, für sich herauszufinden, ob deren Herangehensweise für die eigenen Herausforderungen von Interesse ist. Wenn Sie sich entscheiden, DSDM einzusetzen, sei Ihnen zum einen eine geeignete Ausbildung sowie auch Unterstützung durch Fachleute ans Herz gelegt, welche Sie in der Einführung und den ersten Projekten mit DSDM unterstützen. Persönlich bin ich der Meinung, dass es nur sehr wenige Projekte gibt, für die der DSDM-Ansatz nicht taugt. Gern überlasse ich Ihnen aber die Entscheidung und freue mich, wenn ich bei Ihnen Interesse für diese herausragende Projektmanagement-Methode wecken konnte.
Der Autor
Agilität ist in unserem Zusammenhang ein allgemeiner Arbeitsstil. Projekte werden ganzheitlich betrachtet und sind nicht nur eine Reihe von Bereitstellungs-Techniken.
Es war schon immer eine der größten Herausforderungen bei jeder Entwicklung, sicherzustellen, dass das, was Sie entwickeln, tatsächlich den Bedürfnissen des Kunden entspricht.
Die Lösung dieses Problems war eine der Beweggründe für das Agile-Manifest. Das erste Leitprinzip des Agile-Manifests lautet: "Unsere höchste Priorität ist es, den Kunden durch frühzeitige und kontinuierliche Lieferung wertvoller Ergebnisse zufrieden zu stellen."
In einer schnelllebigen Umgebung stellt Agile sicher, dass die Lösungen den Geschäftsanforderungen entsprechen, und konzentriert sich auf die pünktliche Lieferung.
Entscheidungen so weit wie möglich zu verzögern, bis sie auf Fakten und nicht auf unsicheren Annahmen und Vorhersagen beruhen, ist für einen agilen Ansatz von grundlegender Bedeutung. Dies bedeutet nicht, dass keine Planung erforderlich sein sollte – im Gegenteil, Planungsaktivitäten sollten sich auf die verschiedenen Optionen konzentrieren und sich an die aktuelle Situation anpassen sowie verwirrende Situationen klären, indem ein Umfeld geschaffen wird, in dem rasch Maßnahmen ergriffen werden können.
Bei Agile dreht sich alles um Flexibilität. Das Prinzip, auf Änderungen nach einem Plan zu reagieren, wird als Stärke von Agile angesehen. Dies bedeutet nicht, dass Agile die Planung überflüssig macht. Dinge ändern sich, und Sie möchten Flexibilität haben, um sich anzupassen und auf diese Änderungen zu reagieren. Sie möchten ganz klar einen Plan haben, wohin Sie gehen und wie Sie ungefähr dorthin gelangen. Sie möchten aber auch Platz lassen, um Ihren Plan anzupassen.
Im Februar 2001 trafen sich in den Wasatch-Bergen des amerikanischen Bundesstaates Utah in einer Ski-Lodge siebzehn Menschen, um gemeinsam zu reden, Ski zu fahren und zu entspannen. Sie alle waren mit der Art und Weise, wie Software-Entwicklung stattfand, nicht zufrieden und glaubten, dass Alternativen zu dokumentationsträchtigen, schwergewichtigen Software-Entwicklungsprozessen notwendig seien.
Diese Gruppe organisatorischer Anarchisten, die sich «The Agile Alliance» nannten, formulierten und unterschrieben gemeinsam das «Agile Manifest». Dabei ist zu beachten, dass die anwesenden Personen später ganz unterschiedliche Wege gegangen sind und unterschiedliche Methoden und Frameworks, basierend auf der gemeinsamen Grundlage «Agiles Manifest», entwickelt haben. (Mit-)Entwickler von «Extreme Programming», «Scrum», «DSDM», «Adaptive Software Development», «Crystal» und anderen legten hier einen gemeinsamen Grundstein für die weitere Entfaltung von Software-Entwicklung und in vielen Fällen auch für weit über die Software-Entwicklung hinausgehende Fragestellungen.
Weitere Informationen zur Entstehungsgeschichte finden Sie unter:
http://agilemanifesto.org/history.html
Manifest für agile Softwareentwicklung
„Wir erschließen bessere Wege, Software zu entwickeln,
indem wir es selbst tun und anderen dabei helfen.