Eigensicherung - Gerd Werner Thieme - E-Book

Eigensicherung E-Book

Gerd Werner Thieme

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Beschreibung

Eigensicherung Finanzielle Unabhängigkeit für Polizeibeamte Idee: Polizeibeamte haben ebenso wie andere Beamte einen sicheren Job mit regelmäßig eintreffender Gehaltszahlung. Gleichzeitig sind sie in der Hierarchie des Berufsbeamtentums gefangen und Perspektiven sind begrenzt. Wenn es im Dienst keine Entwicklungsmöglichkeit mehr gibt müssen diese woanders gesucht werden. Gleichzeitig ist finanzielle Bildung bei Polizeibeamten so gut wie nicht vorhanden. Es wird aufgezeigt, welche Vorteile ein Beamter beim Vermögensaufbau hat, wie er diesen im Einklang mit den beamtenrechtlichen Bestimmungen und unter Nutzung von steuerlichen Möglichkeiten effizient betreiben kann. Es wird deutlich wie dadurch eine neue Lebensfreude entstehen kann und sich auch im Dienst viele positive Aspekte ergeben. Lebenssinn und Berufung bekommen einen neuen Stellenwert. Es wird der Vermögensaufbau vom Anfang bis zum Ende und darüber hinaus genau beschrieben. Das Baumaterial wird in Form von Bausteinen dargereicht und ein Bauplan mitgeliefert.

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Seitenzahl: 222

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Haftungsausschluss

Alle Angaben und Daten in diesem Werk wurden nach bestem Wissen des Autors zusammengestellt. Viele der beschriebenen Schritte ist der Autor selbst gegangen und sind Praxiserprobt. Eine Garantie für die Vollständigkeit und Richtigkeit wird nicht übernommen. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Autor kein Steuerberater ist und keinen steuerberatenden Beruf ausübt. Es wird dringend empfohlen alle eigenen Vorhaben vor Beginn von einem Steuerberater prüfen zu lassen und dessen fachmännischen Rat einzuholen.

Die aufgeführten Verweise auf verschiedene Gesetze basieren auf dem Stand Januar 2021. Gesetze unterliegen einer ständigen Veränderung und sind daher durch den Leser auf Aktualität zu prüfen.

Urheberrecht

Das Buch, einschließlich aller Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung auch auszugsweise bedürfen der Zustimmung des Autors.

Inhaltsverzeichnis

Warum wird jemand eigentlich Polizist

Warum sich Beamte ein Vermögen aufbauen müssen

Warum bauen sich so wenige Beamte ein Vermögen auf

Beamte und Altersvorsorge

Vorsorge für den Ruhestand ist doch einfach – oder?

Die erste Immobilie

Beamte und Steuern sparen

Die Verfassung für Vermögensaufbau

Vorteile durch mein Vermögen

Was ist nun Vermögen

Vermögensaufbau

Startkapital

Und wieder ein neues Haus

Die persönliche Finanzanalyse

Die Optimierung

Modell der 6 Unterkonten

Einkommen

Photovoltaik

Steuerliche Behandlung der drei Einkommensquellen

Vermögensaufbau mit Bremse

Steuerarten, die deinen Vermögensaufbau betreffen

Das erste Mehrfamilienhaus

Bedenke den Ausgang

Stiftungspotential

Bausteine

Leben bedeutet Wachstum

Der Staudamm

Der Königsweg

Warum wird jemand eigentlich Polizist?

Wie das bei anderen Menschen aussieht, die diesen Beruf ergreifen, weiß ich natürlich nicht. Jeder, der diesen Beruf wählt, hat da seine eigenen Beweggründe. Und vermutlich sind die Gründe in unterschiedlichen Epochen auch immer wieder ganz andere. Ich will dir aber gerne erzählen, warum ich Polizist geworden bin. Der Grund war so unbedeutend, wie er nur sein konnte und doch zugleich von so großer Bedeutung für mich, dass er alles umfasste. Ich brauchte einfach ein höheres Einkommen, um meine Familie zu versorgen. Im Jahr 1983 lebte ich in der DDR, die Löhne damals waren sehr niedrig. Ein Polizist wurde etwas besser bezahlt, als andere „Werktätige“, wie das damals hieß. Vor allem aber wurde ein Polizist besser als ein Leiter eines Postamtes bezahlt, denn diese Stellung hatte ich zu diesem Zeitpunkt.

Die Geburt meiner ersten Tochter stand kurz bevor und das Geld war Monat für Monat knapp bemessen. Eine Veränderung musste her.

Zur damaligen Zeit ist es so gewesen, dass besonders die Abschnittsbevollmächtigten (ABV) auch die Aufgabe hatten, den Nachwuchs für die Polizei anzuwerben. Der für mich zuständige ABV war schon mehrfach an mich herangetreten, um mich als Polizist zu gewinnen. Er kannte mich und meine Familie und wusste, dass ich gute Chancen hatte, eingestellt zu werden. Die Hürden waren damals hoch, insbesondere durfte keine „Oma“ oder sonstige Verwandtschaft im Westen existieren. Als ich mich dann entschlossen hatte, brauchte ich also nur einmal kurz „ja“ zu sagen und schon lief das Einstellungsverfahren. So begann ich im Juni 1983 als Polizeihauptwachtmeister meinen Dienst in der Volkspolizei. Aus finanzieller Sicht gesehen unternahm ich also damals, 1983, den Versuch, meine finanzielle Situation durch ein höheres Einkommen zu verbessern. Eine Vorgehensweise, die vermutlich viele Menschen damals und bestimmt auch heute auf der ganzen Welt immer noch wählen. Tatsächlich ist es auch ein Baustein beim Vermögensaufbau. Es ist auch nichts Falsches daran, nach einem höheren Einkommen zu streben. Doch für sich allein bewirkt dieser Baustein keine dauerhafte Verbesserung, was ich aus eigener Erfahrung weiß.

Damals habe ich durch diese Einkommenserhöhung meine Probleme zwar kurzfristig gelöst, jedoch nicht nachhaltig, wie wir heute so schön sagen. Meine finanzielle Bildung war 1983 so gut wie nicht vorhanden. Woher auch? Im sozialistischen Schulsystem suchte man das Fach finanzielle Bildung genauso vergeblich, wie im heutigen Schulsystem. Es war daher nur eine Frage der Zeit, bis bei mir die gleichen Probleme wiederauftauchten. Die Familie vergrößerte sich und das Geld wurde wieder knapp.

Dieses Mal war das probate Mittel, um mehr zu verdienen, Weiterbildung. Auch diesen Baustein für den Vermögensaufbau findest du in diesem Buch.

1986 begann ich ein Studium an der Offiziersschule des Ministeriums des Innern in Aschersleben. Ich wechselte daher die Laufbahn vom Wachtmeister zum Offizier. Im Grunde genommen war es wieder der Versuch, durch Einkommenserhöhung die finanzielle Situation zu verbessern. Genau genommen war es nichts Spektakuläres. Tausende Menschen machten das damals so und tausende Menschen machen das heute immer noch so. Über den Weg der Weiterbildung wird eine besser bezahlte Position angestrebt.

Tatsächlich trat nach dem Studium mit dem Gehalt der neuen Dienststellung eine Entspannung in meinen Finanzen ein. Mit dem Geld, was nun mehr vorhanden war, traten aber auch neue Wünsche auf. Das Auto, welches ich damals hatte, ein Trabant 601, war schon so alt, dass es dringend eine Generalüberholung brauchte. Bei jeder Fahrt musste ich damit rechnen, dass etwas kaputtging. Am besten wäre natürlich ein neues Auto gewesen. Ein neues Auto wäre damals zwar bezahlbar gewesen, allerdings gab es einen Neuwagen nur auf Bestellung. Meine Bestellung für einen Neuwagen sah noch eine Wartezeit von 12 Jahren vor. Gebrauchtwagen dagegen wurden zu solch hohen Preisen gehandelt, dass ich trotz meines gestiegenen Gehalts nicht mithalten konnte.

Selbst die Beschaffung von Ersatzteilen war teuer. Es herrschte eine Mangelwirtschaft vor, also wurden Reparaturen an meinem Trabant nur notdürftig ausgeführt. Entsprechend oft bin ich mit meiner Familie unterwegs liegen geblieben.

Das nächste Problem war eine angemessene Wohnung. Die Mieten waren in der DDR zwar niedrig, der Standard der Wohnung allerdings auch: Ofenheizung, kein vernünftiges Bad und keine in sich abgeschlossen Wohnung. Das waren die Probleme, mit denen wir uns konfrontiert sahen.

Das führte zu folgender im Nachhinein lustigen Geschichte. Es war ein Sommerabend und dadurch noch lange hell. Wir hatten unsere älteste Tochter schlafen gelegt. Sie war damals um die drei Jahre alt. Ihr Zimmer war nur über den Hausflur erreichbar. Wir, meine Frau und ich, saßen dann noch im Wohnzimmer. Als ich im Laufe des Abends zufällig zum Fenster hinausschaute, saß da ein Kind im Buddelkasten. Es war unsere älteste Tochter. Sie hatte gelernt den Riegel ihrer Zimmertür zu öffnen und war auf den Hof gelaufen, um auf ihrem Spielplatz zu spielen.

Es begann die Suche nach einer geeigneteren Wohnung. Die Suche war abenteuerlich. So wurde uns, einer Familie mit zwei kleinen Kindern eine Wohnung angeboten, bei der das Bad faktisch nicht vorhanden war. Es gab einen Waschraum über den Flur und diesen sollten wir uns dann mit anderen Mietern des Hauses teilen.

Eine Lösung ergab sich dann durch einen gutgemeinten Hinweis der Mitarbeiterin der Gemeinde, die für Wohnungszuteilung zuständig war. Wir konnten für einen aus heutiger Sicht erstaunlich niedrigen Preis ein Haus mit Hof und Garten und ausreichend Platz für die ganze Familie kaufen. Meine Familie war inzwischen bereits auf fünf Köpfe angewachsen. Genügend Zimmer bot das Haus dann zwar, jedoch war es dringend notwendig, in ein neues Badezimmer mit WC, eine neue Heizung und nahezu eine komplett neue Installation von Elektro und Wasser zu investieren. In dieser Situation wurde ich vom Zusammenbruch der DDR überrascht. Die Zukunft war von einem Tag auf den anderen ungewiss. Ich begann wieder bei null.

Ich hatte einen unsicheren Job; ob der erreichte Bildungsabschluss bestand haben würde, war unklar. Auch meine Frau musste um ihre Anstellung bangen und es waren drei Kinder zu versorgen. Das Haus musste dringend saniert werden und nach der Währungsreform war von den Ersparnissen nichts mehr übrig. Von heute auf morgen waren wir in ein anderes Wirtschaftssystem geraten und hatten keine Ahnung, wie die Wirtschaft, das Steuerrecht und die soziale Absicherung funktionieren.

Als sich dann Sicherheit im Job einstellte, war das bei mir mit einer Zurückstufung in der Besoldungsgruppe verbunden. Die Einkommenserhöhungen, die ich mir erarbeitet hatte, schmolzen einfach dahin. Nach einiger Zeit konnte ich aber sagen, ich habe ein sicheres Einkommen. Aus meiner damaligen Sicht sah ich es als ein für einen Familienvater hohes Gut. Dazu kam eine Immobilie, die mir gehörte. Schließlich stellte sich mit der Zeit Zuversicht ein. Je mehr ich mich mit den neuen Lebensbedingungen auseinandersetzte, umso mehr erkannte ich die Möglichkeiten, die sich mir in der neuen Situation boten.

Ich war in der freiheitlich-demokratischen Grundordnung angekommen. Auf die bürgerlichen Grundrechte konnte man sich verlassen und notfalls konnten sie vor Gericht eingeklagt werden. Leistung lohnte sich und es standen unglaublich viele Möglichkeiten offen.

Mein Berufsbild hatte sich auch grundlegend geändert. Ein Polizist war hier nicht mehr als erstes für den Schutz des Staates, oder - wie es vor 1990 war - zum Schutz der Arbeiter- und Bauernmacht da. Ein Polizeibeamter war zu allererst ein ziviler Ordnungshüter. Ich fand mich in der Rolle eines Schutzmannes wieder, die ich sehr gerne ausfüllen wollte, ich hatte meine Berufung gefunden.

Warum sich Beamte ein Vermögen aufbauen müssen.

Beamte haben einen sicheren Arbeitsplatz, verschiedene Privilegien und regelmäßige Gehaltserhöhungen. Wenn sie nicht gerade goldene Löffel klauen, haben sie bis zur Pension und darüber hinaus ausgesorgt. So die landläufige Meinung und vermutlich auch eine feste Überzeugung vieler Polizeibeamter. Im Grunde genommen ist das hier in Deutschland in der gegenwärtigen Lage sogar richtig. Voraussetzung ist, dass der Status eines Beamten auf Lebenszeit erreicht und eine Dienstzeit von mindestens fünf Jahren abgeleistet wurde. Dann ist eine Entlassung des Beamten nur in wenigen Ausnahmefällen möglich, so zum Beispiel bei Straffälligkeit des Beamten.

Auf die Zeit als Beamter auf Lebenszeit folgt die Zeit des Beamten im Ruhestand. Der Beamte im Ruhestand wird weiterhin von seinem Dienstherrn alimentiert. Auf dieses sehr spezielle Thema komme ich später noch einmal ausführlich zu sprechen.

Jetzt noch einmal zur Unkündbarkeit des Beamten auf Lebenszeit. Entlassen zu werden ist die eine Seite. Die andere Seite ist, dass ein Beamter auch jederzeit seine Entlassung beantragen kann, was völlig absurd erscheint. Warum sollte das ein Beamter tun?

Ich sage, immer dann, wenn eine solche Veränderung eingetreten ist, dass ich meine dienstlichen Pflichten nicht mehr guten Gewissens erfüllen kann - also immer dann, wenn ein Beamter nicht mehr die geltenden Gesetze und Verordnungen vertreten und umzusetzen kann, ohne gegen seine Werte und Prinzipien zu verstoßen. Das ist doch heute und hier in Deutschland unmöglich, sollte man denken, legt doch das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland genau fest, dass wir eine freiheitlich demokratische Grundordnung haben, dass die Würde des Menschen unantastbar ist und die bürgerlichen Freiheiten gewährleistet sind. All das sind Werte, die ein aufgeklärter Mensch der heutigen Zeit mit gutem Gewissen vertreten kann. Besonders auch jeder Polizeibeamte.

Doch was ist, wenn sich alles ändert. Wir Menschen gehen vom Grundsatz her immer davon aus, dass alles so bleibt, wie es ist, oder dass es sogar besser wird. Wenn wir uns die Geschichte anschauen, stellen wir fest, dass prinzipiell die Entwicklung vom niederen zum Höheren gilt. Aber gerade in der gesellschaftlichen Entwicklung kam es auch immer wieder zu temporären Rückschritten. Sich darauf zu verlassen, dass es während der eigenen Lebenszeit nicht zu gravierenden Veränderungen kommt, ist reines Wunschdenken. Das mussten schon viele Menschen bitter am eigenen Leibe erfahren.

So finden wir auch in der Geschichte Deutschlands Beispiele dafür. Diese Ereignisse waren vom Grad der Einschnitte unterschiedlich ausgeprägt und auch die Größe der betroffenen Personengruppen variierte beträchtlich. Ich beziehe mich hier in erster Linie auf Beamte oder Angehörige des staatlichen Verwaltungsapparates. Mir ist dabei bewusst, dass es solche Einschnitte auch immer wieder in anderen Berufsgruppen gegeben hat. Diese hatten dann ihre Ursache in wirtschaftlichen Veränderungen, die Auswirkungen trafen die Menschen indes genau so heftig. Hier geht es jedoch nicht um wirtschaftliche Veränderungen, sondern um politische Zäsuren.

Die jüngste grundlegende Veränderung war die Wiedervereinigung des getrennten Deutschlands im Anfang der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts. Durch die politischen Veränderungen und den Zusammenbruch der DDR standen viele Angestellte der staatlichen Organe der DDR, eingeschlossen der Sicherheitsorgane und Streitkräfte, vor der Frage: Was wird jetzt aus mir? Ich selbst war davon betroffen. Ich bin zu dieser Zeit Angehöriger der Volkspolizei gewesen und kenne daher die Gefühle und Gedanken sehr gut, die einem dann durch den Kopf gehen.

Zur damaligen Zeit bin ich ein junger Leutnant der Volkspolizei gewesen. Ich hatte gerade eine neue Stelle als Leiter eines Gruppenpostens der Volkspolizei im damaligen Grenzgebiet der DDR zur BRD angetreten. Ich war mit meiner Familie dazu auch in den kleinen Grenzort umgezogen. Zu den neuen dienstlichen Aufgaben kam auch der Aufbau unseres Lebens in der neuen unbekannten Umgebung. Noch ehe wir, meine Familie und ich, so richtig angekommen waren, veränderte sich fast über Nacht alles.

Nach dem Inkrafttreten des Einigungsvertrages war fürs erste unklar, was mit den Volkspolizisten geschehen wird. Die große Frage war: Würden wir bleiben dürfen, den Beruf eines Polizisten weiter ausüben dürfen? Im Prinzip rechnete ich mit der Entlassung aus dem Polizeidienst. Als Vater von drei Kindern belastete mich dieser Gedanke schon erheblich. Ich habe während dieser Zeit voller Ungewissheit oft sehr schlecht geschlafen. Ausgehend von dem was ich in der DDR bisher erlebt und gelernt hatte, rechnete ich wie bereits gesagt mit dem Ende meiner Dienstzeit als Polizist. Nach der vorherrschenden Theorie des Klassenkampfes wären nach Maßstäben der DDR alle Polizisten der anderen Seite aus dem Dienst entfernt worden. Das Wagnis, dass sich diese Berufsgruppe plötzlich gegen die neuen Machtverhältnisse wendet, wäre die kommunistische Diktatur vermutlich nicht eingegangen.

Obwohl ich also mit einer Entlassung rechnete, war ich selbst nicht in der Lage, von mir aus die Situation zu ändern und eigenständig zu kündigen. Ich hätte damals im Alter von 29 Jahren noch viele Möglichkeiten gehabt, mir ein neues Leben im vereinten Deutschland aufzubauen. Aber ich blieb da, wo ich war, scheinbar hypnotisiert, wie das Kaninchen vor der Schlange.

Schließlich ging die Sache gut für mich aus, ich wurde als Polizist übernommen, auch wenn ich dafür in den mittleren Dienst zurückgestuft wurde. Besser den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach. So dachte ich damals.

Viele Kollegen und Angehörige des Staatsapparates mussten damals jedoch gehen. Sie wurden entweder entlassen oder in die Rente geschickt.

Doch zurück zum Thema. In der deutschen Geschichte finden wir noch weitere verschiedene Richtungsänderungen. Das gravierendste Ereignis war vermutlich die Machtergreifung durch die Nationalsozialisten im Januar 1933. Eines der ersten Gesetze, die damals bereits zwei Monate nach der Machtergreifung erlassen worden waren, zielte auf die Entfernung von jüdischen und politisch anders denkenden Beamten ab. Zynischer Weise trug das

Gesetz den Titel „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“. Der Inhalt war das genaue Gegenteil. Die betroffenen Beamten standen innerhalb weniger Tage vor dem wirtschaftlichen Aus, denn trotz Versetzung in den Ruhestand wurde das Ruhegehalt häufig nicht gezahlt. Auch das war gesetzlich geregelt worden.

Um zurück in die Gegenwart zu kommen, will ich noch ein Beispiel anführen, was zwar nicht in Deutschland stattgefunden hat, sich jedoch in einem westlich geprägten Land mit einer Demokratie nach westlichen Vorbild ereignete. Dieses Ereignis wurde 2017 in der Türkei maßgeblich durch Präsident Erdogan vorangetrieben. Durch die Berichterstattung ist bekannt geworden, dass die Regierung weitreichende personelle Veränderung in der staatlichen Verwaltung und bei den Sicherheitskräften vorgenommen hat.

Schauen wir uns die Parteienlandschaft derzeit in unserem Land an. Wir finden ein breites Spektrum von Parteien. Linke Positionen sind genauso durch Parteien in den Parlamenten vertreten wie rechte Positionen. Außerhalb der Parlamente ist das Spektrum noch breiter.

Welchen Wert die aktuellen Bekenntnisse dieser Parteien zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung haben, wird sich zeigen, wenn bestimmte Gruppierungen einen signifikanten Machtzuwachs erfahren. In welche Richtung sich in Zukunft das politische Klima verändern wird, kann niemand mit Sicherheit sagen. So wie vor Jahren niemand Erdogan mit seiner Politik für möglich gehalten hätte, kann es auch in Deutschland zu einer Veränderung kommen, die derzeit noch für vollkommen unmöglich gehalten wird.

Für Beamte können dann zwei verschiedene Szenarien eintreten. Zum einen könnte es eine radikale Säuberung des öffentlichen Dienstes ähnlich der vom April 1933 geben, also eine Entlassung vonseiten des Dienstherrn. Ich erachte das allerdings für sehr unwahrscheinlich.

Bei Beamten könnte jedoch die folgenden Fragen auftreten: Kann ich die Politik der neuen Regierung mittragen? Sind meine Werte mit den Grundzügen der Politik der neuen Regierung vereinbar? Kann ich mit gutem Gewissen die geltenden Gesetze umsetzen? Oder verkaufe ich meine Werte und Ideale, um meinen Lebensstandard zu sichern oder für meine Familie zu sorgen?

Ich selbst war 1990 in solch einer Situation. Erst nachdem ich mich mit den Werten und Grundzügen bundesrepublikanischer Politik auseinandergesetzt hatte, erkannte ich, dass sich diese Werte mit meinen Werten vereinbaren ließen. Ich hatte damals Glück. Für mich bedeutete die Veränderung eine Weiterentwicklung hin zu Freiheit und Menschenwürde, auch wenn es einige Zeit brauchte, bis ich diese Erkenntnis hatte.

Indem sich Polizeibeamte ein Vermögen aufbauen, schaffen sie sich Unabhängigkeit. Sie sind den Umständen, den Sachzwängen und den Abhängigkeiten nicht mehr ausgeliefert. Im Grunde genommen ist der Gedanke der Unabhängigkeit eines Beamten einer der Grundzüge des heutigen Berufsbeamtentums. Durch die besondere Stellung als Beamter sollen sie in die Lage versetzt werden, unparteiisch ihre Arbeit im Dienste der Bürger dieses Landes zu tun. Diese Unabhängigkeit wird durch Gesetze garantiert und funktioniert. Sie funktioniert so lange, wie die Gesetze in dieser Form bestehen. Doch Gesetze können durch die Gesetzgeber verändert werden. Wer gerade Gesetzgeber ist, wird durch politische Prozesse beeinflusst und kann sich ändern. Damit unterliegen Beamte mehr oder weniger doch politischen Entwicklungen. Unabhängigkeit kann ich als Polizeibeamter daher nur erreichen, wenn ich mich auf meine eigne Basis stützen kann und die liegt in meinem eigenen Vermögen.

Meine These ist daher: Jeder Polizeibeamte sollte eine vermietete Immobilie besitzen und von den Mieteinnahmen leben können, denn nur dann kann er unabhängig seiner Pflicht nachkommen, gerecht gegen Jedermann für Sicherheit und Ordnung zu sorgen.

Warum bauen sich so wenige Beamte ein Vermögen auf.

Auf den ersten Blick scheinen die Gründe hierfür so vielfältig zu sein, wie die Menschen, die dahinterstehen. Bei näherer Betrachtung lassen sich die Gründe auf wenige Ursachen zurückführen. Die Ursachen liegen zum einen in der Natur des Menschen, begründet in der Funktion der menschlichen Psyche. Im Speziellen liegen Ursachen auch in den Besonderheiten des Berufsbeamtentums.

Als erstes ist hier die mangelnde finanzielle Bildung zu nennen. So wie die meisten Menschen durchlaufen auch spätere Beamte das allgemeine Schulsystem in Deutschland. Ein Fach „Finanzielle Bildung“ ist dabei nicht vorgesehen. Von ihren Eltern lernen sie es auch nicht, denn Beamte, insbesondere im mittleren und gehobenen Dienst, kommen selten aus wohlhabenden Haushalten, in denen sie den Aufbau von Vermögen von ihren Eltern hätten lernen können. In der berufsspezifischen Ausbildung spielt finanzielle Bildung auch keine Rolle. Zwar werden Beamte, die später in einer Finanzverwaltung tätig werden, je nach konkreter Fachrichtung in Rechnungswesen, Haushaltsrecht und Steuerrecht ausgebildet, doch augenscheinlich lernt man dort auch nicht den Aufbau von Vermögen. Dafür spricht schon die Tatsache, dass die öffentliche Hand in der Vergangenheit so enorme Schuldenberge angehäuft hat, wie wir sie heute aller Orten erleben. Die Ausbildung von Polizeibeamten enthält überhaupt keine wirtschaftlichen Bildungsinhalte.

Ein weiterer Grund ist, dass Beamte Menschen sind, deren Verhalten nach den gleichen psychischen Grundmustern abläuft, wie bei allen anderen Menschen auch. Es läuft also auch das Programm „Schmerz vermeiden und Freude empfinden“ ab. Das Geschehen der Gegenwart setzt dabei wesentlich stärkere Reize, als eine in der Zukunft zu erwartende Belohnung. Es ist durchaus menschlich, sich die Wünsche in der Gegenwart zu erfüllen, wie beispielsweise das neueste Smartphone, regelmäßig ein neues Auto oder ein großes Haus in der Vorstadt. Die Aussicht, all diese Wünsche erst zu erfüllen, wenn ich sie aus den Einnahmen aus meinem Vermögen bezahlen kann, wird vom Gehirn dann schnell als sekundär eingestuft.

Beamte leben, bis auf die überschaubare Zahl der Spitzenbeamten mitten in der Gesellschaft, also im Durchschnitt der Bevölkerung. Das, was sie täglich wahrnehmen wird automatisch als bekannt und normal angesehen. Sie nehmen wahr, wie die meisten Menschen um sie herum leben, was diese besitzen und vergleichen sich mit diesen. Vermutlich fällt der Vergleich zu Gunsten des Beamten aus, damit geht es ihm gut, sogar sehr gut. Es wird dadurch kein oder wenig Handlungsdruck erzeugt. Wir Menschen urteilen auf Grund unserer Erfahrungen, die naturgemäß aus der Vergangenheit stammen. Dadurch projizieren wir unsere Vergangenheit auf die Zukunft und erwarten, dass diese genauso eintritt. Menschen - also auch Beamte - gehen davon aus, dass es in der Zukunft immer besser werden wird. Prinzipiell stimmt das natürlich, jedoch nicht zwangsläufig. Dr. Murphy lässt grüßen - unvorhergesehene Entwicklungen sind nie auszuschließen. Als aktuelles Beispiel nehme ich hier das Covid-19-Virus im Jahr 2020 und der Umgang mit diesem.

Wenn ich unterstelle, dass es immer besser wird und mein Einkommen stetig weiter ansteigen wird, brauche ich kein Vermögen aufzubauen. Gerade bei Beamten verleitet das geltende Besoldungssystem dazu, dieser Annahme zu vertrauen. Ein Beamter kann mit regelmäßigen Gehaltserhöhungen rechnen. Allein durch das Älterwerde, einem natürlichen Vorgang, für den ein Mensch nichts tun muss, gelangt er automatisch in die nächste Erfahrungsstufe und bekommt mehr Geld. Von Zeit zu Zeit ist mit einer Beförderung zu rechnen. Ich zum Beispiel habe in meiner Laufbahn insgesamt acht Beförderungen erlebt. Schließlich gibt es noch die immer wiederkehrende Prozedur der Tarifverhandlungen, in denen die Gewerkschaften ihre Daseinsberechtigung nachweisen, indem sie Gehaltserhöhungen aushandeln.

Diese hier von mir genannten Ursachen sind eher allgemeiner Natur, deshalb will ich einige konkrete Beispiele aufführen. Beginnen wir mit Autos. Das Auto ist bekanntlich des Deutschen liebstes Kind. Das trifft natürlich auch für Beamte zu. Viele - nicht alle - Beamte lieben schicke sportliche Wagen. So kann ich immer wieder beobachten, dass sich einige meiner jungen Kollegen und auch Kolleginnen, kurz nachdem sie ihr Studium oder ihre Ausbildung beendet haben, ein neues Auto zulegen. Das heißt im Einstiegsamt A9 oder A7, je nach der gewählten Laufbahn, wird sich dann ein neues Modell von Audi, BMW oder Daimler zugelegt. Eine Chance, um den Grundstock für ein Vermögen zu legen, wird vertan.

Gerade zu diesem Zeitpunkt beim Wechsel von der Ausbildungsvergütung zum vollen Gehalt des Einstiegsamtes ergäbe sich jedoch eine gute Gelegenheit mit dem Aufbau eines Vermögens zu beginnen. Denn bisher reichte ja das Geld der Ausbildungsvergütung aus, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Der Beamte war an einen bestimmten Lebensstandard gewöhnt. Wenn das Gehaltsplus dann in zwei Teile aufgeteilt wird, entwickelt sich der Lebensstandard weiter, aber eben nur um den halben Gehaltszuwachs. Die andere Hälfte dient der Bildung von Eigenkapital, ohne dass es schmerzt.

Ein weiterer markanter Zeitpunkt ist die Familiengründung, genau dann, wenn viele Menschen Entscheidungen über ihr Zuhause treffen. Der Kauf oder Bau eines eigenen Hauses ist dann das erstrebte Ziel. Für viele Beamte durchaus realistisch, doch leider nicht die beste Wahl. Ich hatte bereits festgestellt, dass Beamte Bankers Liebling sind. Das gilt natürlich auch bei der Finanzierung eines Eigenheimes. Ich selbst bin natürlich vor Jahren selbst in diese Falle getappt. Es hat mich viel Geld und Zeit gekostet. Durch die Entscheidung ein eigenes Haus selbst zu bewohnen, werden auf viele Jahre hinaus erhebliche finanzielle Mittel der Familie gebunden. Der Anteil, der dann für den Vermögensaufbau bleibt, schmilzt dadurch rapide zusammen. Kontraproduktiv ist dabei noch, dass die übliche Meinung dahingeht, dass mit dem Eigenheim eigenes Vermögen geschaffen wird. Ich gehe später noch genauer darauf ein, warum das nicht so ist. Ich will jedoch schon jetzt auf die von mir erarbeitete Gegenüberstellung der Vermögensentwicklung mit und ohne selbstgenutztes Wohneigentum (siehe www.scheinbar-abgesichert.de) hinweisen.

Seitdem gerade die Zinsen für Baudarlehen stark gesunken sind, ist ein ungünstiger Trend zu verzeichnen. Die Einfamilienhäuser, die gebaut werden, werden immer größer. Der niedrige Zins wird dazu genutzt, größer und teurer zu bauen, anstatt durch preisbewusstes Bauen den Tilgungszeitraum oder die monatliche Annuität geringer zu halten.

Wie kann nun ein Beamter, speziell ein Polizeibeamter, es schaffen, sich ein Vermögen aufzubauen? Die Vorgehensweise ist dabei recht einfach und sie kann zu jedem Zeitpunkt begonnen werden. Als junger Beamter zu beginnen, ist sicherlich von Vorteil, da ich dann mit wesentlich größeren Zeitabschnitten arbeiten kann. Aber auch für ältere Beamte lohnt es sich jederzeit, damit zu beginnen. Die vermutlich kürzeren Zeitabschnitte werden durch Lebenserfahrung und ein höheres Einkommen ausgeglichen. Am besten tun wir so, als ob wir ewig leben. Da keinem Menschen bekannt ist, wann sein Leben zu Ende geht, ist es durchaus sinnvoll, so zu handeln. Wenn ich mit 60 Jahren beginne, ein Vermögen aufzubauen, kann ich schon nach kurzer Zeit davon profitieren. Je länger ich lebe, umso mehr habe ich davon.

Einen wesentlichen Aspekt habe ich hier noch gar nicht angeführt. Wer will nicht etwas hinterlassen, was noch lange Zeit einen Nutzen für die Nachkommen stiftet? Wie das geht, wirst du in diesem Buch erfahren.

Betrachten wir den Vermögensaufbau aus Sicht der Altersvorsorge, zu der allenthalben durch Rentenexperten und Finanzdienstleister geraten wird, so haben Beamte auch auf diesem Feld wenig Handlungsdruck. Die Aussicht auf ein Ruhegehalt, welches deutlich höher als die Rente eines durchschnittlichen Arbeitnehmers sein wird, wirkt hier entsprechend kontraproduktiv.

Beamte und Altersvorsorge

Früher oder später stellt sich jeder Beamte die Frage nach seinem Auskommen im Ruhestand. Die landläufige Meinung hierfür ist, dass Beamte im Ruhestand gut versorgt sind. Tatsächlich kann ein Beamter 71,75 % seines letzten ruhegehaltsfähigen Bruttogehaltes als Ruhegehalt oder Pension erhalten. Das ist im Vergleich zu den Altersbezügen aus der Rentenversicherung der Arbeiter und Angestellten meist mehr Geld. Auf alle Fälle sind die Beamten in Punkto Altersbezüge bessergestellt als anderen Angestellten. Das führt auch regelmäßig zu Neiddebatten und zu Forderungen, dass Beamte in das gesetzliche Rentensystem eingegliedert werden müssen. Letzteres insbesondere im Hinblick auf den demographischen Faktor und den damit mit mathematischer Sicherheit eintretenden Zahlungsschwierigkeiten der Rentenkassen.

Vergleichen wir die maximal erreichbaren 71,75 % Ruhegehalt mit dem Gehalt im aktiven Dienst, so ist es rund ein Drittel weniger.

Je nachdem, worauf ich mich konzentriere, habe ich einen Grund zur Freude oder einen Grund für Ärger oder gar Sorge. Letzteres vermutlich bei Empfängern der niedrigen Besoldungsstufen. Welches Gefühl ich in mir zulasse, ist eine Sache, die konkreten Summen auf meinem Konto eine ganz andere. Mit diesem Betrag kann ich bestimmte Dinge tun oder eben auch nicht. Bleiben wir dabei vorerst beim Naheliegendsten, dem Beibehalten des gewohnten Lebensstandards. Hier kommt dann häufig das Argument: Wenn ich nicht mehr im aktiven Dienst bin, fallen einige Kosten weg, wie zum Beispiel der Weg zur Dienststelle und adäquate Kleidung für den Beruf, falls nicht Uniformträger wie ich, oder auch das tägliche Essen in der Kantine.

Meines Erachtens sind die Kosten, die durch den beruflichen Alltag entstehen gar nicht so enorm. Dass ihr Wegfall 28,25 % Einsparung erbringen soll, ist eher nicht zu erwarten. Die Fahrkosten zum Beispiel werden durch eine steuerliche Anerkennung abgefangen, gut Kleiden will ich mich auch als Privatperson, Mahlzeiten nehme ich auch ein, wenn ich nicht im Dienst bin. Es ist also nicht weit her mit der Einsparung durch den Eintritt in den Ruhestand. Als Paar kann ich eventuell ein Fahrzeug einsparen. Das scheint mir auch schon der größte Einsparfaktor zu sein.

Im Gegenzug habe ich plötzlich jede Menge freie Zeit. Und wann geben wir am meisten Geld aus? Erfahrungsgemäß in unserer Freizeit. Die jetzt zur Verfügung stehende Zeit soll erstrebenswerter Weise mit Aktivitäten gefüllt werden, die der Gesunderhaltung dienen, unseren Ansprüchen an ein gutes Leben gerecht werden und uns mit Freude erfüllen.