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Sie träumt immer wieder von Abenteuern mit wirklich heißen Männern. Ganz mit einem allein, wenn die Schwüle des Tages in eine laue Sommernacht übergeht, fängt es erst wirklich an. Vielleicht passiert es in diesem Sommer - aber ihr Objekt der Begierde scheint schon eine andere zu haben.
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Seitenzahl: 38
Veröffentlichungsjahr: 2022
Sie träumt immer wieder von Abenteuern mit wirklich heißen Männern. Ganz mit einem allein, wenn die Schwüle des Tages in eine laue Sommernacht übergeht, fängt es erst wirklich an. Vielleicht passiert es in diesem Sommer – aber ihr Objekt der Begierde scheint schon eine andere zu haben.
Hatte mich der Typ gerade angesehen? Mit einigem an Gepäck stand er da und musste auch erst angekommen sein. Es wurde langsam dunkel und ich sollte wirklich herausfinden, ob ich hier richtig war. Dann fragte ich ihn am besten, und? Ja, er sah in meine Richtung, sonst war niemand hier. Ob er alle Frauen in seinem Alter so ansah oder nur mich?
„Äh“, sagte ich, „das ist hier das Zeltgelände, oder?“
„Das ist noch ein Stück dort weiter“, entgegnete er sofort.
Mein Zelt hatte schon bessere Zeiten gesehen, es aber immerhin im letzten Sommer durch ein Festival geschafft. Für diesen hatte ich eine etwas andere Idee gehabt. Noch immer war sonst niemand hier und neben uns nur dichter Wald. Bemühte sich der gerade, mich nicht ganz so direkt anzusehen? Hatte ich nicht auf dem Festival jemand wie den gesucht und nicht gefunden?
Mit einem Blick auf meine Sachen deutete er wortlos an, dass ich ihm folgen sollte. Na schön, bevor ich an der Rezeption nochmal herumfragte, ging ich eben hinter ihm her. Ich schleppte mich den Hang hinauf, es wurde flacher – und das hier war es wohl.
Wie funktionierte das schnell noch einmal? Es wurde auch langsam kühler und nicht nur dunkler – aber beim Anblick seiner muskulösen Oberarme wurde mir heiß. Vielleicht gab es hier keine verlassenen Burgen wie in meinen Träumen, wo ich leicht bekleidet an einem Torbogen stand und auf einen Mann wartete. Aber wenn sich sein Traum vielleicht auch gerade erfüllte, wollte ich es ihm nicht zu leicht machen.
Er schaltete das Licht seines Handys ein. Ob er sich hier gut auskannte? Für einige Sekunden blieb ich stehen, überlegte – und nahm mir vor, ihn später nur einmal so anzusprechen. Mein Zelt konnte ich ein paar Meter neben seinem aufbauen und sehen, was er dazu sagte.Der Hang wurde noch flacher, und an manchen Stellen war das Gebüsch dicht und kratzig. Eine Lichtung tat sich auf – mehr als groß genug für zwei Zelte.
Wieder blieb ich stehen, blickte in alle Richtungen, auch nach oben in die Baumkronen. Ich stellte meine Sachen auf den Boden, drehte mich zu diesem Mann und … betrachtete seine nackte Schulter. Er sagte nichts, ich näherte mich weiter – und ich berührte sie. Obwohl sich meine Hand nicht wirklich kalt anfühlte, sog ich seine Wärme auf.
Er lächelte kurz, und ich zog die Hand schnell weg. Der Boden sah flach aus, war nur da und dort mit Blättern bedeckt. Da waren keine Ameisen, keine Steine, nichts. Dieser Mann machte sich daran, die Verpackung seines Zeltes zu öffnen. Es war eines von denen, die sich sehr schnell entfalten ließen. Nur für das Einschlagen der Zeltheringe musste er nach einem größeren Stein suchen. Die Spannseile sollten es auch bei stärkerem Wind halten.
Vielleicht hätte ich auch so eines kaufen sollen, aber die Werbung mit dem besonders kleinen Packmaß hatte mich bei meinem angezogen. Toll, die Beschreibung lag wahrscheinlich zuhause. Ich versuchte mich daran zu erinnern, einfach das hier zusammenstecken und schon …
„Ich glaube, du musst noch …“, kommentierte er, als er meine Bemühungen bemerkte.
„Ja, ich weiß schon … und kann ich den Stein ausborgen?“
Er lächelte, gab ihn mir und kramte weiter herum. Das musste doch halten. Er war gerade dabei, etwas aus seiner Ausrüstung hinzustellen. Ich glaubte, das schon einmal wo gesehen zu haben.
„Ist das … so ein Campingofen, der mit Holz läuft?“, fragte ich und sah genauer hin.
„Ja, ich muss da noch was …“
„Nicht schlecht.“
Obwohl das Lächeln auf seinem Gesicht zum Schluss einem neutralen Blick gewichen war, erfasste mich dieses Gefühl von vorhin wieder. Klar, er war noch mit dem Aufbauen beschäftigt … und irgendwo dort unten beim Eingang gab es was zu essen. Mitgenommen hatte ich natürlich nichts. Ich erkundete schon einmal die nähere Umgebung – und das dort unten musste ein kleiner Bach sein. Irgendwo weiter drüben erahnte ich Zeltplanen und Wohnmobile, aber hier in der Nähe war offenbar sonst niemand.
Bei meiner Rückkehr bemerkte ich, wie er etwas kochte, das vielleicht Spaghetti mit Tomatensauce ähnlich sah. Was hatte der noch alles in seiner Ausrüstung? Ich sah nach meinem Zelt und hatte die ganze Zeit an diese Querstange gedacht. Aber es stand immer noch dort, und die Spannseile hielten es sicher auch bei stärkerem Wind.
„Möchtest du auch was?“, fragte er. „Ach, ich bin Richard.“
„Ja, vielleicht … Susi.“
Ich deutete einen Händedruck nur an, und er hatte auch irgendwelches Geschirr und Gabeln. Ja, das war gerade richtig salzig.
