Ein Platz in deinem Herzen - Amy Hatvany - E-Book

Ein Platz in deinem Herzen E-Book

Amy Hatvany

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Beschreibung

Über Trauer und Vergebung, über FAMILIENBANDE und die heilende Kraft der LIEBE

Als die fünfunddreißigjährige Kelli unter ungeklärten Umständen ums Leben kommt, hinterlässt sie zwei Kinder – und ein lang gehütetes Geheimnis. Der kleine Max und die dreizehnjährige Ava ziehen zu ihrem Vater Victor, der sich gerade mit seiner neuen Freundin Grace verlobt hat. Ava ist außer sich vor Trauer; und Grace, die selbst nie Kinder wollte, kann ihr, trotz allen Mitgefühls, die Mutter nicht ersetzen. Gemeinsam finden die beiden heraus, dass die Liebe vielleicht nicht alle Wunden heilt, man das größte Glück aber manchmal dort findet, wo man es am wenigsten erwartet.

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Seitenzahl: 574

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Amy Hatvany

Ein Platz in

deinem Herzen

Roman

Aus dem Amerikanischen

von Alexandra Kranefeld

Die Originalausgabe erschien 2013 unter dem Titel

Heart Like Mine bei Washington Square Press,

A Division of Simon & Schuster, Inc., New York

1. Auflage

© 2013 by Amy Hatvany

All rights reserved

© der deutschsprachigen Ausgabe 2014

by Blanvalet Verlag, München,

in der Verlagsgruppe Random House GmbH

Umschlaggestaltung: www.buerosued.de

Umschlagmotiv: © Getty Images/Glow Images

Satz: KompetenzCenter, Mönchengladbach

ISBN 978-3-641-14198-1

www.blanvalet.de

Für Anna, meine Bonus-Tochter,

die einen Platz in meinem Herzen füllte,

von dem ich nicht wusste, dass es ihn gab.

So viele Herzen, so viele Arten von Liebe.

Leo Tolstoi, Anna Karenina

Jedes Herz singt ein Lied, unvollständig,

bis ein anderes Herz zurückflüstert.

Plato

Grace

Später würde ich zurückblicken und mich fragen, was genau ich in dem Moment getan hatte, als Kelli starb.

Alles war wie immer, als ich am Morgen das Haus verließ. Da war kein Gefühl drohenden Unheils, kein düsterer Soundtrack, der mir ankündigte, dass mein Leben sich bald von Grund auf ändern würde. Da waren nur Victor, der noch in unserem Bett lag und schlief, und ich, die ich wie immer versuchte, ihn nicht zu wecken, als ich ihn zum Abschied küsste, ehe ich aus dem Haus ging.

Es war ein Freitag Ende Oktober, ich stieg in meinen Wagen und fuhr zur Arbeit. Auf meiner üblichen Strecke in die Innenstadt sah ich die Skyline von Seattle sich dunkel gegen den morgenroten Himmel abheben. »Guten Morgen«, begrüßte ich meine Assistentin Tanya, als ich ins Büro kam. Tanya sah wie immer umwerfend aus, mit ihrer Haut wie dunkle Schokolade und der Vorliebe für farbenfrohe Kleider, die ihre üppigen Kurven betonten. »Wie Jennifer Hudson vor Weight Watchers« hatte ich sie meiner besten Freundin Melody beschrieben, nachdem Tanya sich bei mir um die Stelle beworben hatte.

»Morgen«, antwortete sie, so vertieft in ihre Arbeit, dass sie kaum vom Computer aufblickte. Ihre rot lackierten Fingernägel klackerten über die Tastatur. Vor sechs Monaten hatte Tanya mit ihren zwei kleinen Kindern noch in einem unserer Frauenhäuser gelebt. Sie hatte dringend einen Job gebraucht und ich händeringend eine Assistentin gesucht, weshalb wir wie füreinander geschaffen schienen. Vorigen Herbst hatte ich den Posten als CEO von Second Chances übernommen, und ich war noch immer unglaublich stolz darauf, eine Organisation zu leiten, die in den frühen Neunzigern als einfache Telefon-Hotline für misshandelte Frauen begonnen hatte und mittlerweile ein vielseitiges Programm bot, das von akuter Krisenintervention und psychologischer Beratung bis zu Wohnmöglichkeiten und Hilfe bei der Jobsuche reichte. Anfang diesen Jahres hatten wir unseren ersten eigenen Secondhandladen eröffnet; bevor die Sachen in den Verkauf gingen, konnten unsere Frauen sich aus den gespendeten Kleidern aussuchen, was sie für Vorstellungsgespräche, einen neuen Job oder die ersten Schritte hinaus in ein neues Leben brauchten. Neben Personal und Finanzen war ich ganz allgemein für den reibungslosen Ablauf des Programms zuständig. Angenommen hatte ich die Stelle aber vor allem deswegen, weil es mir wirklich eine Herzensangelegenheit war, Frauen wie Tanya zu helfen, sich ein neues Leben aufzubauen.

Ich hatte unten im Café einen Latte für sie geholt und stellte ihn in ihre Reichweite, ging dann in mein Büro und schloss die Tür hinter mir. Ich nahm an, es würde ein Tag wie jeder andere werden. Ich setzte mich an meinen Schreibtisch, fuhr den Rechner hoch und warf einen Blick in meinen Kalender. Außer ein paar Telefonaten stand heute nur die Teambesprechung um vierzehn Uhr an. Also beschloss ich, die Klientenakten durchzugehen, die Tanya mir auf den Schreibtisch gelegt hatte. Die Entscheidung stand an, ob die betreffenden Frauen schon bereit waren für den Umzug aus einem unserer geschützten Häuser in eine eigene Unterkunft. Den Ort zu verlassen, an dem viele von ihnen sich vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben sicher gefühlt hatten, war für Opfer häuslicher Gewalt oft der schwerste Schritt; Second Chances sorgte dafür, dass sie diesen Weg nicht allein gehen mussten.

Die nächsten Stunden sah ich kaum von meinen Unterlagen auf, dann klingelte mein Handy. Als ich Victors Namen auf dem Display sah, spürte ich ein aufgeregt-glückliches Kribbeln im Bauch. »Hi, Honey«, sagte ich und warf einen Blick auf den Ring an meinem Finger. Victor hatte mich vor gerade mal fünf Tagen gefragt, ob ich seine Frau werden wollte. Es fühlte sich noch immer ungewohnt an, den Ring zu tragen, und manchmal konnte ich es kaum glauben, dass Victor mich wirklich heiraten wollte.

»Könntest du nachher die Kinder von der Schule abholen?«, fragte er mich jetzt. Er klang angespannt, und seine Stimme hatte etwas Drängendes, das ich so nicht an ihm kannte.

»Wie, jetzt, wo ich deine Verlobte bin, bekomme ich nicht mal mehr ein Hallo?«, sagte ich in der Hoffnung, seine allem Anschein nach schlechte Laune zu vertreiben. Eigentlich war Victor der umgänglichste Mensch, den man sich nur denken konnte; ich fragte mich, ob bei der Arbeit etwas schiefgelaufen war, ob sein Küchenchef sich krankgemeldet oder eine der Bedienungen einen ganzen Schwung Weingläser hatte fallen lassen. »Ist das ein kleiner Vorgeschmack darauf, wie es ist, mit dir verheiratet zu sein?«

»Grace«, sagte er. »Hör mir zu. Ich möchte, dass du die beiden abholst und zu uns nach Hause bringst. Bitte.«

»Was ist denn los?«, fragte ich und saß auf einmal kerzengerade auf meinem Stuhl. Jeder Muskel in meinem Körper spannte sich an, als mir aufging, dass Victor nicht einfach nur einen schlechten Tag hatte.

»Es geht um Kelli. Ihre Freundin Diane hat sie vor ein paar Stunden gefunden. Sie hat nicht mehr geatmet und …« Ich hörte ihn schlucken. »Sie ist tot, Grace. Kelli ist tot.«

Mein Mund wurde trocken. Kelli. Seine Exfrau. Ach du Scheiße. Alle Luft wich mir aus der Lunge; ich brauchte einen Moment, bis ich die nächsten Worte hervorbrachte. »Oh mein Gott, Victor. Was ist denn passiert?«

»Genaueres weiß ich noch nicht. Sie ist mit dem Krankenwagen in die Notaufnahme gekommen, und wie es aussieht, bin ich bei ihrer Versicherung noch als Kontakt für Notfälle aufgeführt. Deshalb haben sie mich angerufen. Kannst du die Kinder abholen?«

»Ja, natürlich.« Ich war längst aufgesprungen und suchte meine Sachen zusammen. Allein die Vorstellung, wie die beiden auf diese Nachricht reagieren würden, ließ mich panisch werden. Ich dachte an Ava, die mit ihren dreizehn Jahren ihre Mutter doch gerade jetzt brauchte, und an Max, der erst sieben war und an den Wochenenden, die er bei uns verbrachte, nur einschlafen konnte, wenn er vorher noch mit Kelli telefoniert hatte. Max und Ava, die noch gar nicht wussten, dass wir verlobt waren. Victor hatte es Kelli Anfang der Woche gesagt, bei einem Kaffee im Restaurant, während die Kids in der Schule waren. »Und, wie ist es gelaufen?«, hatte ich gefragt, als er wieder zu Hause war. Er hatte die Lippen zusammengepresst und den Kopf geschüttelt. »Nicht so toll«, hatte seine Antwort gelautet, und dabei hatte ich es belassen.

»Was soll ich den beiden sagen?«, fragte ich ihn nun. Ich machte mir jetzt schon Sorgen, dass alles, was ich sagen würde, sowieso das Falsche wäre.

»Erst mal gar nichts. Ich versuche, so bald wie möglich zu Hause zu sein, aber vorher muss ich sie …« Ihm versagte die Stimme, und er räusperte sich. »Erst muss ich sie noch identifizieren.«

»Soll ich nicht vielleicht mitkommen?« Noch nie hatte ich ihn so aufgewühlt erlebt, und ich wünschte mir sehnlichst, etwas für ihn tun zu können, ihn irgendwie zu trösten.

»Nein, hol einfach nur die Kinder ab. Bitte. Bis ich zu Hause bin, wird mir schon einfallen, wie man es ihnen sagen kann.«

Wir legten auf, und ich stürmte aus meinem Büro. Sichtlich alarmiert schaute Tanya von ihrem Computer auf. »Ist was passiert?«

»Kelli … Victors Ex.« Ich atmete tief aus. »Sie ist tot.«

Tanya schlug sich die Hand vor den Mund. »Oh mein Gott!« Entsetzt riss sie die Augen auf und ließ die Hand wieder sinken. »Was ist denn passiert?«

»Das wissen wir noch nicht. Victor fährt gleich ins Krankenhaus.«

»Oh mein Gott«, sagte sie noch einmal und schüttelte fassungslos den Kopf. »Ich räume dann gleich mal deinen Kalender für die kommende Woche frei. Die Teambesprechung kann warten.« Sie zögerte kurz. »Soll ich Stephanie anrufen?«

Ich nickte, denn wer könnte mich besser vertreten als meine Vorgängerin? Als ich die Stelle angenommen hatte, war sie offiziell in den Ruhestand gegangen, unterstützte uns aber weiterhin ehrenamtlich. »Das wäre gut. Ich weiß noch nicht, wann ich wieder zurück bin. Danke.«

»Keine Ursache. Ich rufe dich an, wenn etwas Wichtiges ansteht. Und sag Bescheid, wenn ich irgendetwas tun kann.«

Am ganzen Körper zitternd verließ ich das Gebäude. Ich stieg in meinen Wagen und hielt das Lenkrad fest umklammert, versuchte, mich etwas zu beruhigen, bevor ich losfuhr. So vieles ging mir durch den Kopf; ich versuchte mir vorzustellen, wie das Leben für Max und Ava aussehen würde, wenn sie vom Tod ihrer Mutter erfuhren. Und wie es für mich aussähe, die ich mich, völlig unvorhergesehen, nun an ihrer Stelle fand.

An dem Abend, als ich Victor kennenlernte, lag mir nichts ferner als die Vorstellung, eines Tages die Mutter seiner Kinder zu werden. Der Gedanke, Mutter zu werden, lag mir ehrlich gesagt auch an allen anderen Abenden der Woche ziemlich fern. Genau das versuchte ich meinem Date begreiflich zu machen, als wir in der Lounge von The Loft saßen, einem beliebten Restaurant in Seattle. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich weder, dass es Victors Restaurant war, noch dass er geschieden war und zwei Kinder hatte. Ich wusste nur, dass ich diesem Date so schnell wie möglich entkommen wollte, ehe es noch schlimmer wurde. Chad war vom Typ her der in die Jahre gekommene College-Student, der doch nie richtig erwachsen geworden ist, was mir leider nicht aufgefallen war, als wir uns auf Match.com ein paar launige Nachrichten geschickt und einmal kurz telefoniert hatten. Er hatte einen unkomplizierten, irgendwie witzigen Eindruck gemacht und schien ein gesundes Selbstbewusstsein zu haben, hart an der Grenze zum Unverschämten, eine Mischung, die ich bei Männern durchaus attraktiv fand. Also, dachte ich mir, könnte es ja nicht schaden, sich mal auf einen Drink zu treffen. Ganz offensichtlich falsch gedacht.

»So«, sagte er, nachdem wir uns gesetzt, unsere Drinks bestellt und die üblichen Nettigkeiten darüber ausgetauscht hatten, wie sehr wir uns freuten, uns endlich persönlich kennenzulernen. »Du willst also keine Kinder?« Mit einem seltsamen Grinsen im geröteten Gesicht lehnte er sich zurück.

Sein herausfordernder Ton ließ mich sofort auf Abstand gehen; sämtliche verfügbaren Alarmglocken schrillten. In meinem Profil hatte ich tatsächlich angegeben, dass meine Karriere mir wichtiger wäre als Kinder, aber mich jetzt gleich damit zu konfrontieren, war einfach nur schlechter Stil. Ich nippte an meinem Lemon Drop Martini und ließ mir den Zucker vom Rand des Glases auf der Zunge zergehen, ehe ich antwortete. »Es geht nicht darum, dass ich keine wollte«, stellte ich klar. »Eher darum, dass ich mir nicht sicher bin, ob ich eine gute Mutter wäre.« Ich hoffte, das Thema wäre damit erledigt.

»Magst du keine Kinder?«, fragte er weiter und reckte fast schon angriffslustig seinen flachsblonden Kopf vor.

»Doch, ich mag sie«, sagte ich und musste innerlich seufzen. Es war frustrierend, wie viele Leute meinten, ich wäre kalt und herzlos oder irgendwie seltsam, nur weil ich kein dringendes Bedürfnis nach Kindern verspürte. Männer, die lieber Karriere machten, als sich Vaterfreuden zu widmen, galten ja auch nicht automatisch als Arschlöcher. Sie galten als Erfolgsmenschen oder sorglose Lebemänner und Draufgänger, siehe George Clooney. Und dafür liebten wir Männer wie ihn schließlich.

»Ich war dreizehn, als mein kleiner Bruder geboren wurde«, versuchte ich Chad zu erklären. »Zehn Jahre habe ich meinen Eltern geholfen, ihn großzuziehen, dann bin ich von zu Hause weggegangen. Ich weiß somit aus eigener Erfahrung, dass Muttersein nicht wirklich mein Ding ist.« Ganz so einfach war es zwar nicht, aber da ich das Restaurant bereits nach dem kürzesten Fluchtweg sondierte, sah ich keinen Grund mehr, Chad gegenüber noch unnötig ins Detail zu gehen. Der Ausgang lag genau in seiner Blickrichtung. Wenn ich mich entschuldigte, zur Toilette ging und mich dann hinauszustehlen versuchte, würde er es sehen. Ich trank einen großen Schluck und hoffte, dass ein steigender Alkoholspiegel meine zunehmend gereizte Laune etwas abmildern könnte.

»Tja«, sagte Chad und legte seine fleischigen Hände flach vor sich auf den Tisch. »Ich finde ja, dass es für Frauen eine natürliche Verpflichtung gibt, sich fortzupflanzen. Ich meine, jetzt mal ehrlich, wenn man die Sache rein biologisch betrachtet, ist dein Körper doch nichts anderes als das unterstützende System deiner Gebärmutter.«

Mein Handgelenk musste sehr gesunde Reflexe haben. Noch ehe ich wusste, was ich tat, hatte ich Chad den Rest meines Drinks ins Gesicht gekippt. Fluchend rieb er sich die Augen; ich stellte mein nun leeres Glas ab und suchte meine Sachen zusammen.

»Sag mal, spinnst du?«, schnauzte er mich an.

Ich stand auf und brachte meine schwarze Ledertasche aus der Schusslinie des vom Tisch tropfenden Wodkas. Mein Puls raste. »Ich nicht«, sagte ich und versuchte, ganz ruhig zu bleiben. »Aber dir würde eine Therapie bestimmt nicht schaden.« Aus den Augenwinkeln sah ich einen hochgewachsenen, etwas schlaksigen Mann mit sehr kurz geschnittenem braunem Haar auf uns zukommen. Er trug ein schwarzes Hemd und eine schwarze Hose, beides figurbetont und bei ihm ausgesprochen vorteilhaft.

Chad war auch aufgestanden und machte einen drohenden Schritt auf mich zu, doch der Mann in Schwarz hielt ihn zurück. »Sieht aus, als hätten Sie Ihren Drink verschüttet«, sagte er. Ich mochte ihn sofort dafür, dass er versuchte, die Sache diplomatisch zu regeln, obwohl er wahrscheinlich ganz genau gesehen hatte, was wirklich passiert war. Er schien in meinem Alter zu sein, Mitte dreißig, vielleicht auch älter. Erste graue Strähnen an den Schläfen gaben ihm etwas Reifes, Distinguiertes, seine olivfarbene Haut hatte feine Falten und diesen leicht wettergegerbten Touch, als würde er viel Zeit im Freien verbringen.

»Diese Schlampe hat ihn mir ins Gesicht gekippt!«, brüllte Chad. Wer bisher noch nicht in unsere Richtung geschaut hatte, tat es jetzt. Das leise Stimmengewirr verstummte, und nichts war mehr zu hören außer der etwas basslastigen Musik, die leise im Hintergrund spielte, und Chads heiserem, zornigem Atmen.

Der Mann verstärkte seinen Griff um Chads Arm. »Sir, ich muss Sie doch sehr bitten, diese reizende junge Dame nicht zu beleidigen. Ich bin mir sicher, dass es nur ein Versehen war.« Er sah mich aus freundlichen grauen Augen an. »Habe ich recht, Miss?«

Ich schüttelte den Kopf. »Nein. Ich habe ihm den Drink ins Gesicht gekippt, aber er hat sich auch wie ein Arschloch benommen. Sind Sie hier der Manager?«

Nun schüttelte auch er den Kopf und lächelte; sein Lächeln ließ prächtige weiße Zähne sehen und ein tiefes Grübchen in der linken Wange. »Ich bin der Besitzer. Victor Hansen.« Er ließ Chad los und streckte mir die Hand hin.

Ich erwiderte seinen Händedruck kurz, aber entschieden, mein bester »Ich bin eine knallharte Geschäftsfrau, und mit mir ist nicht zu spaßen«-Händedruck. »Grace McAllister. Wie schön, Sie kennenzulernen. Ich liebe dieses Restaurant.«

»Oh mein Gott, ich fasse es nicht!«, funkte Chad dazwischen. Er war jetzt knallrot im Gesicht, und beim Reden flogen Speicheltröpfchen aus seinem Mund. »Wenn ihr beiden fertig seid, könnten wir vielleicht mal klären, wer für mein Hemd zahlt!«

Victor warf einen kurzen Blick auf Chads senfgelbes Kunstfaserhemd mit Button-down-Kragen, das schätzungsweise aus den frühen Neunzigern stammte, und zückte einen Zwanzig-Dollar-Schein.

Chad winkte verächtlich ab, schnappte sich seine Jacke und stürmte, unterwegs mehrere Tische und Stühle anrempelnd, hinaus auf die Straße. Als er draußen am Fenster vorbeilief, zeigte er Victor und mir den Finger.

»Wow«, meinte Victor und steckte den Zwanziger weg. »Ob seine Mom schon gemerkt hat, dass er ausgerissen ist?«

Ich lachte. »Danke«, sagte ich und reichte ihm meine Kreditkarte. »Ich zahle natürlich für die Drinks.« Die anderen Gäste schauten nicht länger zu uns herüber und nahmen ihre Unterhaltungen wieder auf; gedämpfte Stimmen, klingendes Silberbesteck auf Porzellan und das leise Klirren der Gläser legten sich als akustische Kulisse über den Raum.

»Oh nein, kommt gar nicht in Frage«, lehnte Victor ab. »Die gehen auf mich.« Er lächelte wieder. »Hatten Sie auch etwas zu essen bestellt?«

»Nein, zum Glück nicht. Wir waren nur auf einen Drink verabredet.« Ich schüttelte den Kopf. »Wahrscheinlich sollte ich ein wenig an meiner Auswahlmethode arbeiten.« Vielleicht sollte ich mir von Männern einen tabellarischen Lebenslauf ihrer Beziehungen schicken lassen und dazu mindestens drei begeisterte Referenzen, bevor ich mich auf ein Treffen einlasse.

Victor lachte. »Kein Vergnügen da draußen, was?«

Ich warf einen verstohlenen Blick auf seine linke Hand. Kein Ring. Hm. Ehe ich wieder aufschauen konnte, hob er seine Hand und wackelte mit dem Ringfinger. »Oje, ich gäbe wirklich eine tolle Detektivin ab!« Ich lachte verlegen und strich meine rotbraunen Locken zurück.

Zum Glück stimmte er in mein Lachen ein. »Das Mindeste, was ich tun kann, ist, Ihnen ein Essen zu spendieren. Dann war der Abend wenigstens nicht völlig umsonst. Was meinen Sie, wollen Sie sich zu mir an den Tisch setzen?«

Meine Wangen glühten, als wäre ich schon wieder ertappt worden. Ich schaute zu Boden, dann wieder ihn an, dann lächelte ich. »Ja, gern«, sagte ich. »Aber wenn Sie mich einen Moment entschuldigen würden …?« Ich schaute mich suchend nach den Toiletten um.

»Natürlich.« Er wies in die entsprechende Richtung, und während ich nicht zu langsam, nicht zu schnell durch den Raum ging, spürte ich seinen Blick auf mir ruhen und gab mir alle Mühe, mich nicht gar zu offensichtlich in den Hüften zu wiegen, aber doch so, dass es ihm unmöglich entgehen konnte. Auf der Damentoilette stellte ich mich sofort vor den Spiegel und trug einen Hauch farbigen Lipgloss auf. Dann trat ich einen Schritt zurück und musterte mich von oben bis unten. Rötliche, schulterlange Locken, leicht verstrubbelt – was unkompliziert aussah, mich aber fast eine Stunde gekostet hatte, um es genau so hinzubekommen. Blasse Haut, auf den Wangen ein paar Sommersprossen, die kein Puder der Welt verbergen konnte, grüne Augen, die ziemlich weit auseinanderstanden. Außer dem Lipgloss und etwas Wimperntusche trug ich kein Make-up. Meine Lippen waren recht voll, und das Lipgloss tat ein Übriges. Da dies mein erstes Date seit Monaten war, hatte ich mir ein paar neue Klamotten geleistet. Ich trug dunkle Bootcut-Jeans und einen eng anliegenden grünen Pullover; beide machten das Beste aus meiner eher durchschnittlichen Figur. Meine Beine wirkten schlanker, und der sündhaft teure BH wirkte Wunder. Alles in allem gar nicht so schlecht, dachte ich. Ich kniff mir in die Wangen, um ein bisschen Farbe zu bekommen, und ging zurück in die Lounge, wo Victor noch immer an genau derselben Stelle stand und auf mich wartete.

»Startklar?«, fragte er. Ich nickte, folgte ihm durch eine schwarze Schwingtür – und landete in der Küche. Etwas unschlüssig blieb ich stehen. »Wie jetzt, soll ich meine Bestellung selbst aufgeben?«

Victor lachte, nahm meine Hand und führte mich zu einer rot gepolsterten Sitzecke im vorderen Teil der Küche, wo auch die Kellner auf ihren Einsatz warteten. »Nein, Sie sollen nur den besten Tisch im Haus bekommen.« Er bedeutete mir, mich zu setzen. »Sozusagen der Chefposten. Bin gleich zurück. Was trinken Sie? Lemon Drop?«

Ich musste lächeln. »Woher wissen Sie das?«

»Ich habe es an Ihrem charmanten Begleiter gerochen.« Er zwinkerte mir zu und verschwand hinter den Arbeitsflächen aus Edelstahl, an denen mehrere Köche rührten, schnitten und sautierten oder köstlich duftendes Essen kunstvoll auf weißen quadratischen Tellern arrangierten. Alle waren in Bewegung, der Raum von einer geradezu kinetischen Energie erfüllt. Das Arbeitstempo ließ ein wenig nach, als Victor mit einem der Köche sprach, einem bemerkenswert gut aussehenden Mann mit gestählten Muskeln und großflächigen Tätowierungen am Hals und auf den Armen. Nachdem Victor ein paar Worte mit ihm gewechselt hatte, schaute sein Kollege grinsend zu mir herüber und salutierte knapp. Ich winkte kurz zurück und begann mich zu fragen, wie viele von Victors weiblichen Gästen wohl schon in den Genuss dieser Vorzugsbehandlung gekommen waren.

Dann war Victor auf einmal verschwunden – wahrscheinlich, um unsere Drinks zu holen –, und ich schickte meiner Freundin Melody schnell eine SMS. »Seltsamer Abend. Schon bei meinem zweiten Date (glaube ich), selbes Restaurant.« Ihre Antwort kam prompt: »Waaas?!! Und ich bekomme nicht mal ein Date hin!« Ich musste lächeln und stellte mir Melody vor, wie sie es sich in ihrem Lieblingspyjama auf dem Sofa gemütlich gemacht hatte, Popcorn aß und irgendwelche Wiederholungen von Sex and the City schaute. »Erkläre ich morgen«, tippte ich und hatte gerade auf »Senden« gedrückt, als Victor mit zwei Martinis zurückkam. Dirty für ihn, Lemon für mich.

»So«, sagte er, »ich hoffe, es macht Ihnen nichts aus, dass ich schon für uns beide bestellt habe, doch ich kenne die Speisekarte hier ziemlich gut.«

»Aber woher wollen Sie wissen, was ich mag?«, gab ich zurück und nippte an meinem Drink.

»Immerhin weiß ich, dass Sie keine dummen Männer mögen, womit ich schon mal eindeutig im Vorteil bin.« Er lächelte. »Ich lasse uns ein bisschen von allem bringen, dann können Sie sich einmal durch die ganze Karte essen.«

»Ich bin schwer beeindruckt. Schon nicht schlecht, wenn einem der Laden gehört.«

Er grinste. »So ist es. Und, was machen Sie so?«

Ich gab ihm einen kurzen Abriss meiner beruflichen Laufbahn, angefangen bei meinem Abschluss in Business Management über meine erste bescheidene Assistentenstelle im Personalmanagement und erzählte dann davon, wie ich mich bei verschiedenen Unternehmen immer weiter nach oben gearbeitet hatte, bis ich irgendwann die Leitung eines örtlichen Gesundheitszentrums übertragen bekam. Dort hörte ich auch zum ersten Mal von Second Chances. Nachdem ich mich einige Jahre ehrenamtlich für die Organisation engagiert hatte, wurde schließlich meine heutige Stelle frei.

»Und weshalb wollten Sie sich ausgerechnet in diesem Bereich engagieren?« Victor sah mich gespannt an.

»Oje«, sagte ich, »das ist eine lange Geschichte.«

»Das sind die guten Geschichten meistens.«

»Na schön, Sie haben es so gewollt«, meinte ich mit einem Lächeln. »Mit vierzehn hatte ich im Fernsehen einen Bericht über diese unglaubliche Ärztin gesehen, die in der ganzen Welt herumgereist ist, um Menschen in Not zu helfen. Krankheiten, Kriege, Hungersnöte – ganz schreckliche Dinge. Und ich kann mich noch genau an den Moment erinnern, als sie eine sterbenskranke Frau in den Armen hielt und diese arme Frau sich an sie klammerte, als wäre sie nie zuvor in ihrem Leben so zärtlich in den Armen gehalten worden. Das hat mich ungeheuer berührt.« Selbst jetzt spürte ich, wie mir die Tränen kamen, als ich mich an die bewegende Kraft dieses Augenblicks erinnerte. »Dieses Bild hat sich mir eingeprägt, und damals habe ich mir fest vorgenommen, eines Tages so wie diese Ärztin zu sein … jenen zu helfen, die sich nicht selbst helfen können.«

Victor nickte; er schien interessiert, und so fuhr ich fort, versuchte aber, mich hinsichtlich der politischen und sozialen Tragweite des Themas zurückzuhalten. Manchmal geht es in dieser Hinsicht mit mir durch, wenn ich erst mal anfange, über meinen Job zu reden. »Als ich die Arbeit von Second Chances kennenlernte, war ich begeistert und dachte, es könnte genau das Richtige sein, um meinen Wunsch nach sozialem Engagement zu erfüllen. Ich meine, das Personalmanagement war eine tolle berufliche Herausforderung, aber hier bot sich mir die Gelegenheit, wirklich etwas für Menschen zu tun, ihnen auf einer ganz persönlichen Ebene zu helfen. Wissen Sie, was ich meine?« Als er wieder nickte, erzählte ich noch kurz den Rest. »Zuerst machte ich eine Fortbildung in Krisenintervention, um mich für den Telefondienst der Notruf-Hotline zu qualifizieren, später begann ich dann meine beruflichen Kontakte einzusetzen, um an Spendengelder zu kommen. Irgendwann stellte ich fest, dass ich wirklich mit Leidenschaft bei der Sache war, dass es genau das war, was ich tun wollte. Und als Stephanie – das ist die Frau, die Second Chances gegründet hat – mir sagte, sie wolle sich zur Ruhe setzen, habe ich mich sofort um ihre Stelle beworben und sie auch bekommen. Die meiste Managementerfahrung habe ich im operativen Bereich und in der Organisationsentwicklung, das passte also perfekt. Es ist ein absoluter Traumjob, wie für mich gemacht.«

»Ich finde es großartig, dass Sie so begeistert von Ihrer Arbeit sind«, sagte Victor und hob sein Glas. »Glückwunsch.«

Wir stießen miteinander an. »Danke.«

Er nahm einen Schluck von seinem Drink, stellte ihn wieder ab und lächelte mich an. »So, und jetzt muss ich einfach fragen: Was hat dieser Typ gesagt, um Sie derart auf die Palme zu bringen?« Als ich ihm eine kurze Zusammenfassung von Chads Ansichten über die Verpflichtung der Frau bezüglich ihrer biologischen Fähigkeit zur Fortpflanzung lieferte, schaute Victor mich ungläubig an. »Das hat er aber nicht ernst gemeint, oder?«

»Doch, ich denke schon. Ich hatte eher den Eindruck, dass er mir nicht geglaubt hat, als ich ihm sagte, ich wolle keine Kinder.«

»Geht mir auch so«, meinte Victor. »Zumindest nicht mehr als die beiden, die ich schon habe.«

Ich hob fragend eine Braue und musste wohl sehr verwirrt ausgesehen haben, denn er zückte seine Brieftasche und zeigte mir ein Foto von zwei dunkelhaarigen, blauäugigen Kindern – ein Junge und ein Mädchen. »Max ist sechs, und Ava ist zwölf«, sagte er. »Sie leben bei ihrer Mutter; ich sehe sie jedes zweite Wochenende.« In seiner Stimme schwang ein Anflug von Traurigkeit mit, und ich fragte mich sofort, was für eine Beziehung er zu seiner Exfrau hatte. Wenn ich mir in der Vergangenheit die Beziehungsgeschichte eines Mannes vor Augen geführt hatte und irgendwo war das Wort »Vater« aufgetaucht, war er bei mir sofort aus dem Rennen gewesen. Aber da es in meinem Alter zunehmend schwerer wurde, einen Mann zu finden, der nicht schon mal verheiratet war oder eben Kinder hatte, versuchte ich jetzt, ganz unvoreingenommen an die Sache heranzugehen. Dass ich keinen Kinderwunsch hatte, hieß ja keineswegs, dass ich mich nicht noch mal verlieben wollte.

»Wie lange seid ihr schon geschieden?«, fragte ich betont beiläufig. Wie lange er schon wieder auf dem Markt war, spielte eine wichtige Rolle dabei, ob er für eine Beziehung taugte oder nicht. Ich hatte keine Lust, für irgendeinen Mann die Lückenbüßerin zu spielen.

»Etwas über zwei Jahre«, sagte Victor. »Wir verstehen uns eigentlich ganz gut, was für die Kinder natürlich toll ist.«

»Ah«, sagte ich und lehnte mich zurück. »Die beiden sind bezaubernd.« Mir wurde bewusst, dass er seit Langem der erste Mann war, der mich nicht sofort gefragt hatte, warum ich keine Kinder wollte. Noch ein Pluspunkt.

»Das sind sie«, sagte er. »Aber zwei genügen mir völlig. Ich bin jetzt neununddreißig und wollte mir eigentlich keine weiteren zulegen.« Auf einmal fast schüchtern, sah er mich an. »Und bedeutet mein Daddy-Status, dass dies unser letztes Date war?«

»Date?«, fragte ich, zupfte am Ärmel meines Pullovers und schickte ein hoffentlich ermutigendes Lächeln aus. »Und ich dachte schon, der Herr Restaurantbesitzer wollte einem Gast lediglich den verunglückten Abend retten.«

»Nein, so war es eigentlich nicht gemeint.« Sein Blick bekam etwas Entschlossenes, als er über den Tisch griff und mit den Fingerspitzen ganz sacht über meinen Handrücken strich. »Ich würde dich gern wiedersehen.«

Seine Berührung ließ mich erschauern, und als ich in seine sanften Augen blickte, spürte ich ein Kribbeln im Bauch. Will ich das wirklich? Ich war noch nie mit einem Mann zusammen gewesen, der Kinder hatte. Aber bei Victor hatte ich das Gefühl, dass es anders war als sonst – dass er etwas Besonderes war und es wert sein könnte, das Wagnis einzugehen.

Ava

Nachdem Dad ausgezogen war, waren die Samstagmorgen das Schlimmste. Samstags hat er nicht früh aufstehen müssen, weil er da erst später ins Restaurant musste. Samstagmorgens weckte uns immer der Duft von frisch gebackenen Vanille-Waffeln und gebratenem Speck, den Dad in der Pfanne brutzelte. Ich konnte mir nichts Schöneres vorstellen, als in meinem Bett zu liegen und die vertrauten Gerüche einzuatmen, mich von ihnen einhüllen zu lassen, so warm und geborgen wie in den Armen meines Vaters.

»Frühstück ist fertig!«, rief er, wenn es so weit war. »Beeilt euch, warm schmeckt es am besten!«

Max kam dann aus seinem Zimmer geschossen und rannte wie ein Verrückter den Flur runter, um als Erster am Tisch zu sitzen, aber ich blieb mit einem leisen Lächeln im Bett liegen und wartete. Ich wusste, was als Nächstes kam. Die Tür zu meinem Zimmer wurde aufgerissen, und Dad kam mit großen Monsterschritten hereingestampft. »Versteckt sich hier noch eine kleine Schlafmütze?«, fragte er mit seiner verrückten Ungeheuer-Stimme. »Muss ich sie etwa wachkitzeln?«

»Nein!«, kreischte ich, ein breites Grinsen im Gesicht, und rollte mich ganz dicht an der Wand zusammen, tat so, als wollte ich ihm entkommen.

»Oh doch!«, rief Dad, streckte die Hände aus und wackelte wie irre mit den Fingern.

»Nein, Daddy, nein!«, kreischte ich wieder, aber innerlich dachte ich: Ja!

»Zeit zum Auuuf-stehen!«, rief er, und dann ging es los, seine Kitzelattacke. Im Sturzflug landeten seine Fingerspitzen auf meinen Rippen, und ich konnte gar nicht mehr aufhören zu kichern und zu kreischen. Lachend wand ich mich unter seinen kitzelnden Händen. »Und, endlich wach?«, fragte er und rieb seine Bartstoppeln an meinem Hals, was auch ganz furchtbar kitzelte. »Bereit zum Frühstück?«

»Ja!«, schrie ich und grinste so breit, dass mir fast die Wangen wehtaten. »Ich komm ja schon!«

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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