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Er hat hier mit so einigen Dingen gerechnet - aber nicht damit, dass ihn diese Frau auf ihre ganz persönliche Weise begrüßen will. Zuerst hält er es für einen Scherz - aber sie kehrt zurück und möchte die Sache vollenden. Vielleicht zieht sie diese Nummer mit allen ab, aber ...
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Seitenzahl: 38
Veröffentlichungsjahr: 2022
Er hat hier mit so einigen Dingen gerechnet – aber nicht damit, dass ihn diese Frau auf ihre ganz persönliche Weise begrüßen will. Zuerst hält er es für einen Scherz – aber sie kehrt zurück und möchte die Sache vollenden. Vielleicht zieht sie diese Nummer mit allen ab, aber …
Dieser Teil der Anlage gefiel mir besonders – und es war bis zu mir vorgedrungen, dass an diesem Tag ein allein reisender Mann dort ankommen sollte. Ich wusste schon, dass ich aufpassen sollte und diese Nummer nicht ewig abziehen konnte. Aber ich war eine Frau, die eben eine Schwäche für solche Abenteuer hatte. Dieses hatte aber viel weiter geführt als geplant, und ich dann auch alles aus seiner Perspektive erfahren …
Gleich dort drüben, hatten die an der Rezeption gesagt. Erst einmal blieb ich stehen und suchte nach einem Wegweiser mit den Nummern – und das schien einer zu sein. Der Bungalow dort drüben sah tatsächlich wie in der Werbung aus. Die Nummer stimmte, die Tür ließ sich öffnen, und ich stellte mein Gepäck auf die Ablage neben der Tür. Ja, das sah nach etwas aus, wo ein Mann wie ich ein paar Tage seine Ruhe haben konnte. Ich schob die Vorhänge zur Seite und blickte von den bewaldeten Hügeln bis zu den schroffen Bergen in der Ferne. Ein bisschen hatte ich noch die Umgebung erkunden wollen, aber es war schon recht dämmrig.
Es gab hier doch ein eigenes Badezimmer, oder? Das musste im Raum nebenan sein, zumindest sah die Tür danach aus. Ich wollte nachsehen – und bemerkte ein Räuspern. Da musste jemand am Eingang sein – und klopfte nun dort an. Hatte ich vorhin an der Rezeption etwas vergessen? Bestellt hatte ich auch nichts – noch nicht. Ich ging hinüber und öffnete die Tür. Da stand eine Frau – und sie war nicht so gekleidet wie sonst die Angestellten hier. Sie hielt etwas in der Hand – etwas zu essen?
„Darf ich hereinkommen?“, fragte sie und machte nur einen halben Schritt in meine Richtung.
„Äh, ja.“
Sie trat ein und stellte einige Sachen auf diesem Tisch ab. Einen Becher und einen Teller. Zuerst warf sie mir einen Blick so wie vorhin der Rezeptionist zu – dann lächelte sie kurz und wurde sofort wieder ernst. Sie trug eine Art dunklen Rock – der irgendwie gewagt war. Was trotzdem ihren privaten Bereich verhüllte, sah für mich noch gewagter aus. So ungefähr ging es auch an ihrem Oberkörper weiter.
Sie blieb in der Nähe des Eingangs und spazierte langsam auf und ab. Als ich einen näheren Blick auf die Sachen warf, blieb sie stehen. Sah wie etwas aus, das ich essen würde.
„Unser Apfelkuchen, die Spezialität des Hauses. Nur so zur Begrüßung.“
„Oh, danke!“
Außer mit einem neuerlichen kurzen Lächeln reagierte sie nicht darauf, und ich probierte davon. Ich hatte von ganz anderen Dingen gehört, die es hier geben sollte – aber auch gut. Der Kuchen schien nicht viel mehr als geschnittene Äpfel und ein paar Gewürze zu enthalten und schmeckte umso umwerfender. Aber die Art, wie mich diese Frau ansah und wie sie herumlief … da konnte auch jemand wie ich, der schon einmal „Hengst“ genannt wurde, schon etwas kribbelig werden. Sie plante offenbar nicht, zu gehen. Noch einen Schritt machte sie auf mich zu und beugte sich zu mir hinab. Meine Atmung wurde irgendwie schneller.
Schnell probierte ich von dem Getränk, das nach klarem Wasser aussah. Mineralwasser direkt von der Quelle? Trotzdem bemerkte ich ein starkes Prickeln, fast wie das auf meiner Haut. Was war das genau? Zuerst schmeckte es ein bisschen nach Weißwein, dann … ganz anders. Vielleicht noch eine Spezialität der Gegend hier. Ich nahm einen weiteren Bissen, und sie näherte sich weiter.
„Ich bin hier, um Ihnen, wenn Sie das wollen … Gesellschaft zu leisten“, hauchte sie beinahe. „Oder … um dir …“
Sofort verschluckte ich mich, hustete und bekam wieder Luft. Was denn? Trotzdem atmete ich schneller – und warf wieder einen Blick auf sie. Auch ihre Haarfarbe sah sehr spannend aus. Vielleicht war das hier in Mode – und die Vorstellungen von Gastfreundschaft ziemlich umfassend. Ich hatte es für das übliche Gerede gehalten, nur einmal so ein bisschen verreisen wollen – aber ja, sehr witzig. Oder sollte das ein ernsthaftes Angebot sein? Klar, ihr Honorar stand dann wahrscheinlich auf der Abrechnung. Als ob ich das nötig hätte!
Sie saß nun direkt neben mir auf dieser sehr weich gepolsterten Sitzbank. War sie angespannt oder ich? Wollte sie gerade ihre Hand auf meine Schulter legen oder wartete sie einfach auf eine Reaktion von mir?
„Ja, danke, das ist alles toll und so“, sprach ich sie an und legte eine Hand auf ihre, „aber ich bin mir nicht ganz sicher, ob das jetzt …“
Fast augenblicklich sprang sie auf, stellte sich wieder zum Ausgang und sah mich an.
„Oh, wirklich?“, klang ihr Hauchen ein wenig anders.
„Ja, ich meine …“
